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Heilpflanzen und wie sie wirken

Auf einen Blick

  • Die Anzahl an heilsamen Kräutern ist unermesslich. Altbekannte Vertreter wie Kamille und Salbei werden durch moderne Vertreter (z.B. Rhodiola oder Aronia) ergänzt.
  • Das Einsatzgebiet der natürlichen Wirkstoffe reicht von Wechseljahresbeschwerden und Schlafstörungen bis hin zu Neurodermitis, Migräne und vielen mehr ...

Alle Fragen zu Heilpflanzen beantworten wir im folgenden Beitrag.

Wirksamkeitsnachweis

Werden pflanzliche Arzneimittel genauso geprüft wie synthetische Medikamente?

In der Regel nicht. Traditionelle Pflanzenheilmittel fallen meist nicht unter die Zulassungspflicht und können von den Herstellern auch ohne wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis angeboten werden. Das ist aber auch gut begründet, denn pflanzliche Arzneimittel haben erstens meist deutlich weniger Nebenwirkungen als synthetische Medikamente (aber Vorsicht: Das gilt nicht für alle!). Außerdem werden sie gesetzlich nicht als neu entwickelte Wirkstoffe angesehen, die man zur Sicherheit intensiv überprüfen muss, sondern als jahrhundertelang bekannte Naturheilmittel der Volksmedizin. 

Offiziell gelten sie aus überlieferter Erfahrung als hilfreich in bestimmten Anwendungsgebieten. Statt einer definierten Angabe zum Einsatzgebiet steht bei ihnen in der Packungsbeilage ein Zusatz wie „Traditionell angewendet zur Stärkung von ...“ oder „Zur Vorbeugung gegen ...“ oder ähnlich.

Ausnahme: rationale Phytotherapeutika

Es gibt aber auch Ausnahmen von dieser Regel: Einige pflanzliche Arzneimittel werden als sogenannte rationale Phytotherapeutika eingestuft und müssen ein Zulassungsverfahren durchlaufen, wie man das von den chemisch-synthetischen Medikamenten her kennt. Folglich liegen für diese Pflanzenheilmittel dann auch wissenschaftliche Daten zu ihrer Wirksamkeit und Anwendung vor. Meist sind die aber nicht so umfangreich wie das Datenmaterial der verschreibungspflichtigen Pharmazeutika, in deren Entwicklung (aber auch Vermarktung) wesentlich mehr Geld gesteckt wird.

Heilpflanzen

Was sind beliebte Heilpflanzen?

Eine ganze Menger an Kräutern, Blumen und sonstigen Pflanzen werden traditionell als natürliche Heilmittel verwendet. Eine Auswahl häufig genutzer pflanzlicher Helfer stellen wir Ihnen im Anschluß vor:

  • Aronia: Das Heilkraut, das auch unter dem Namen Apfelbeere bekannt ist, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Das Einsatzgebiet von Aronia ist vielfältig: Sie soll gegen Arteriosklerose, Diabetes und Krebs wirken.
  • Baldrian: Die Pflanze hat sich als Schlafmittel bewährt. Auch gegen Nervosität und psychische Belastungszustände kann Baldrian helfen.
  • Bittersüß: Als pflanzliches Heilmittel wird Bittersüß bei Neurodermitis und Ekzemen angewandt.
  • Efeu: Natürliche Arzneimittel mit Extrakten des Efeus (z. B. Prospan®) lindern den Hustenreiz und lösen festsitzenden Schleim bei Erkältungen und Bronchitis.
  • Frauenwurzel: Das Heilkraut, welches auch blauer Hahnenfuß genannt wird, wirkt gegen Menstruationsbeschwerden, aber auch bei Wechseljahresbeschwerden.
  • Ginkgo: Die Heilpflanze Ginkgo wird traditionell zur Gedächtnisstärkung eingenommen.
  • Ginseng: Die Pflanze ist vor allem als Stärkungsmittel populär. Demnach kann Ginseng bei Erektionsproblemen helfen. Zudem wird vermutet, dass Ginseng auch das Krankheitsgeschehen bei Alzheimer-Demenz verlangsamen könnte.
  • Grüner Tee: Die Blätter der Kamelie, aus denen der Tee hergestellt wird, haben einen positiven Effekt auf Herz, Übergewicht und Zuckerkrankheit. Welche gesundheitsfördernden Eigenschaften dem grünen Tee noch zugesprochen werden, lesen Sie hier.
  • Hamamelis: Die Rinde und die Blätter der Hamamelis enthalten Wirkstoffe mit antientzündlichen und "zusammenziehenden" Eigenschaften, die die Beschwerden bei Hämorrhoiden lindern.
  • Holunder: Die Beeren und Blüten des Holunders sind ein anerkanntes Hausmittel gegen Erkältungskrankheiten, Nieren- und Blasenleiden sowie Magenbeschwerden.
  • Ingwer: Die Wurzel erfreut sich nicht nur großer Beliebtheit in der asiatischen Küche. Auch als Heilpflanze bei Übelkeit und Erbrechen (Schwangerschaft, Reisekrankheit) oder Migräne ist Ingwer wirksam.
  • Johanniskraut: Johanniskraut ist eine altbewährte Arzneipflanze gegen Depressionen, deren Wirkung auch wissenschaftlich nachgewiesen ist.
  • Kamille: Die entzündungshemmenden und krampflösenden Effekte der wohlriechenden Pflanze helfen bei Infekten und Magen-Darm-Beschwerden. Mehr zur Kamille lesen Sie hier.
  • Katzenkralle: Das Lianengewächs verfügt über Anti-Krebs-Potenzial. Katzenkralle steigert während einer Chemotherapie die Lebensqualität und ist eine wertvolle Ergänzung bei der Behandlung von Hirntumoren und Schilddrüsenkrebs.
  • Kürbiskerne: Der Extrakt aus den Kernen wird seit langer Zeit als natürliches Heilmittel gegen die Blasenschwäche eingesetzt. Auch gegen Probleme mit dem Wasserlassen aufgrund einer vergrößerten Prostata sollen Kürbiskerne wirken.
  • Kurkuma: Die mit dem Ingwer verwandte Pflanze zählt zu den Allround-Talenten. Kurkuma kann vor Krebs, Gefäßverkalkung, Entzündungen und Osteoporose schützen. Es kann aber noch mehr ...
  • Lavendel: Lavendeltee und -öl wirken entspannend und helfen beim Einschlafen.
  • Leinsamen: Die Samen und das Öl der Leinpflanze verfügen über eine Vielzahl an heilenden Effekten: unter anderem sollen der Cholesterinspiegel und Blutdruck gesenkt und Krebs vorgebeugt werden.
  • Lindenblüten: Ein Tee aus aufgebrühten Lindenblüten kann fieberhafte und grippale Infekte lindern und gegen Migräne und Unruhezustände helfen. Weitere Anwendungsbereiche lesen Sie hier.
  • Mönchspfeffer: Präparate mit Mönchspfeffer unterstützen Frauen in den Wechseljahren. Typische Beschwerden wie Hitzewallungen sollen gelindert werden.
  • Nachtkerze: Das Nachtkerzenöl wird aus den Samen der Pflanze gewonnen und traditionell gegen Juckreiz bei trockener Haut, insbesondere bei Neurodermitis, angewendet.
  • Rhapontik-Rhabarber: Auszüge aus der Wurzel des sibirischen Rhabarbers wirken bei Hitzewallungen, Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen in den Wechseljahren.
  • Rosenwurz (Rhodiola): Der Arzneipflanze werden zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt; besonders soll Rhodiola die Widerstandsfähigkeit gegen Stress und Überlastung fördern.
  • Salbei: Das Heilkraut schmeckt nicht nur gut, sondern wirkt auch bei Entzündungen wie Halsschmerzen, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa und reduziert starkes Schwitzen. Mehr Wissenswertes zum Salbei finden Sie hier.
  • Teufelskralle: Die südafrikanische Teufelskralle wird zur Linderung von Rückenschmerzen oder rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Diese Wirkung ist sogar aus streng wissenschaftlicher Sicht eindeutig nachgewiesen. Zudem fördert das Heilkraut die Verdauung und wirkt gegen Verstopfung.
  • Traubensilberkerze: Der Extrakt aus den Wurzeln der Heilpflanze wirkt bei Problemen während des Monatszyklus oder den Wechseljahren. Sogar bei Haarausfall nach den Wechseljahren kann Traubensilberkerze helfen.
  • Weihrauch: Das Harz der Weihrauchpflanze ist reich an anti-entzündlichen Inhaltsstoffen; diese können z. B. bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Multipler Sklerose, Arthritis und Arthrose Linderung verschaffen. Sogar positive Effekte auf Tumorerkrankungen werden dem Weihrauch nachgesagt. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier.
  • Weißdorn: Pflanzliche Weißdorn-Präparate erfreuen sich großer Beliebtheit zur Stärkung des Herzens und der Durchblutung.

Zubereitung

Was versteht man in der Pflanzenheilkunde unter einer Tinktur?

Die Tinktur ist eine bestimmte Zubereitungsform pflanzlicher Arzneimittel. Das wesentliche Merkmal von Tinkturen ist, dass die Wirkstoffe (in diesem Fall die Pflanzenteile) in Alkohol gelöst werden. Manchmal aber auch in Äther, Aceton oder sogar Wasser.

Wörtlich übersetzt bedeutet Tinktur eigentlich Färbung (lateinisch: "tinctura" = das Färben), weil früher auch bestimmte Färbemethoden auf dem Prinzip der Tinktur beruhten.

Was ist ein Dekokt?

Dekokt bedeutet "Abkochung" und bezeichnet eine bestimmte Zubereitungsform pflanzlicher Arzneimittel. Dabei werden die Pflanzenteile in Wasser gekocht und danach abgesiebt. Diese Abkochen wird vor allem bei Wurzeln oder kieselsäurehaltigen Pflanzen eingesetzt.

Was beduetet Infus?

Infus bedeutet "Aufguss" und bezeichnet eine bestimmte Zubereitungsform pflanzlicher Arzneimittel. Dabei werden die Pflanzenteile mit heißem oder kochendem Wasser übergossen und müssen dann je nach Pflanze etwa 10-15 Minuten lang ziehen. Danach werden sie abgesiebt (z.B. durch ein Teesieb).

Durch das heiße Wasser werden die Wirkstoffe gelöst und können danach z.B. als Aufgussgetränk eingenommen werden.

Welche Zubereitungsform ist ein Mazerat?

Mazerat bedeutet "Kaltwasserauszug" und bezeichnet eine bestimmte Zubereitungsform pflanzlicher Arzneimittel. Dabei werden die Pflanzenteile mit kaltem Wasser aufgegossen und nach einer bestimmten Ziehzeit abgesiebt. Diese Ziehzeit hängt von der jeweiligen Pflanze ab und kann bis zu 12 Stunden betragen.

Der Kaltwasserauszug wird vor allem bei Heilpflanzen verwandt, die hitzeempfindliche Schleimstoffe enthalten. Auch zur Gewinnung bzw. Auslösung von ätherischen Ölen eignet sich der Kaltauszug. Besondere Bedeutung hat der Kaltwasserauszug bei der Zubereitung von Brennnessel-Extrakten.

Wissenswertes

Warum werden pflanzliche Arzneimittel manchmal als Drogen bezeichnet?

Weil früher Arzneistoffe generell als Drogen bezeichnet wurden. Dass wir heute bei Drogen meistens nur noch an Rauschmittel denken, ist eine Ausgeburt der Moderne – und unterm Strich eher bedenklich.

Zum Hintergrund: Der Drogenbegriff ist mehrdeutig. Im deutschen Sprachgebrauch wird er heute vor allem verwendet, wenn es um Rauschgift bzw. um bewusstseinsverändernde Substanzen mit Abhängigkeitspotenzial geht.

Im angelsächsischen Raum bezeichnet man mit „drugs“ dagegen allgemein Arzneimittel. Und auch bei uns war die Arzneidroge früher ein gängiger Begriff. Er findet sich heute noch in der Pharmazie sowie in förmlicheren Dokumenten und Fachinformationen. Und in der Pflanzenheilkunde: Als Droge werden hier getrocknete Pflanzenteile bezeichnet, die üblicherweise das Ausgangsmaterial für die Zubereitung pflanzlicher Arzneimittel bilden.

Quellen:

  • Kleines Wörterbuch der Pflanzenmedizin. Herausgeber: Pharmig Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen und dem Institut für Pharmakognosie der Universität Wien. www.phytotherapie.at.

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