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Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Was ist die gutartige Prostatavergrößerung? Stimmt es, dass Rauchen dagegen hilft und Geschlechtsverkehr eine Ursache sein kann? Helfen Kürbiskerne wirklich? Diese und viele weitere Fragen wollen wir Ihnen im folgenden Beitrag rund um das Thema benigne Prostatahyperplasie (BPH) beantworten.

Überblick

Was ist eine gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie (BPH), benignes Prostatasyndrom (BPS))?

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine Vergrößerung der männlichen Vorsteherdrüse.

Die Größenzunahme ist gutartig, weil sie, anders als eine bösartige Erkrankung (z.B. Prostatakrebs) keine Metastasen, das heißt Ableger in andere Organe oder Regionen des Körpers streuen kann. Männer höheren Alters sind recht häufig von der BPH betroffen, bleiben aber oft symptomfrei, wenn sich die Vergrößerung im Rahmen hält. Nur ein Bruchteil der Betroffenen leidet an Beschwerden: 10–20% der 50- bis 59-Jährigen und 25–35% der über 60-Jährigen zählen dazu.

Verursacht die BPH Probleme, wie z.B. erschwertes Wasserlassen oder einen schwachen Harnstrahl, wird die Erkrankung als benignes Prostatasyndrom (BPS) bezeichnet.

Nicht immer ist eine Therapie nötig

An sich ist eine große Vorsteherdrüse also nichts Schlimmes, solange sie keine Beschwerden macht, und muss auch nicht unbedingt behandelt werden. Kommt es aber zu Symptomen, dann ist es höchste Zeit, einen Arzt aufsuchen, der Sie bezüglich einer Therapie berät. Der geeignete Ansprechpartner ist der Urologe.

Wer ist von der BPH betroffen?

Die BPH tritt bei Männern mit zunehmendem Alter auf. Ab etwa dem 35. Lebensjahr kann die Prostata wachsen und gut und gerne mehr als die doppelte Größe erreichen.

Ursachen

Wie entsteht die BPH?

Eine eindeutige Ursache konnte bisher nicht gefunden werden. Es sind vermutlich mehrere Faktoren verantwortlich. Allerdings haben sich mittlerweile einige Risiken herauskristallisiert, die die Entstehung der Erkrankung fördern. Dazu zählen Übergewicht, wenig Sport und eine familiäre Veranlagung.

Schnellkurs: Warum wird die Prostata zu groß?

Welche Rolle spielen Hormone bei der BPH?

Eine bedeutende. Das Sexualhormon Testosteron regt das Wachstum der Vorsteherdrüse an. Ebenso sind erhöhte Östrogenspiegel, z.B. durch Übergewicht, an der Entstehung der BPH beteiligt. Eine Rolle spielen auch verschiedene Wachstumsfaktoren.

Erhöht Rauchen das Risiko, an einer BPH zu erkranken?

Nein, hier ist Rauchen tatsächlich nützlich. Es wurde nachgewiesen, dass der Nikotinkonsum die Gefahr, an einem Prostatasyndrom zu erkranken, sogar leicht senkt. Die Vorsteherdrüse schrumpft ein wenig, und auch das Risiko einer Operation reduziert sich etwas.

Trotzdem… bitte nicht mit dem Rauchen anfangen!

Man hört nun wirklich selten, dass Zigaretten nützlich sein sollen. Aber nehmen Sie das bitte nicht zum Anlass, Ihrer Prostata zuliebe jetzt damit zu beginnen. Der Effekt auf die BPH ist nur gering und sicher nicht das Risiko wert, das Rauchen generell mit sich bringt.

Kann es auch an anderen Krankheiten liegen?

Ja, auch bestimmte Krankheiten können sich negativ auswirken. Diabetes mellitus, Bluthochdruck und die Leberzirrhose werden mit einer Größenzunahme der Prostata in Verbindung gebracht.

Stimmt es, dass Geschlechtsverkehr BPH verursachen kann?

Nein, da können wir Sie beruhigen. Dieser Mythos konnte nie bewiesen werden. Allerdings wurde festgestellt, dass die vergrößerte Prostata schuld daran sein kann, wenn Sie an Erektionsstörungen leiden. Wie beides miteinander zusammenhängt, konnte bisher noch nicht geklärt werden.


Symptome

Buntes Bild an Beschwerden

Verursacht eine benigne Prostatahyperplasie Beschwerden, betreffen diese zwar vor allem das Wasserlassen, können sich aber auf ganz unterschiedliche Weise äußern.

Auch lässt sich nicht sagen: je größer die Prostata, desto schlimmer die Beschwerden. Es gibt durchaus Männer mit nur geringer Prostatahyperplasie, die dennoch stark darunter leiden.

Es kommt auch vor, dass die durch die BPH bedingten Folgen, wie z.B. sich aufstauender Urin, lange Zeit unbemerkt bleiben und schon weitreichenden Schaden angerichtet haben.

Welche Symptome treten bei der BPH auf?

Die Symptome der BPH lassen sich in 3 große Hauptgruppen aufteilen:

  • obstruktive (durch Verengung verursacht)
  • irritative (durch Reizung hervorgerufen)
  • sexuelle Beschwerden

Es müssen nicht alle drei Symptomkomplexe gleichzeitig auftreten. Viele Männer, die vom Prostatasyndrom betroffen sind, haben z.B. nur obstruktive Probleme. Manche müssen nur nachts häufig auf die Toilette und denken gar nicht, dass die Prostata daran schuld sein könnte.

Schnellkurs: Das Prostatasyndrom hat vielerlei Gesichter

Was sind obstruktive Beschwerden?

Unter obstruktiven Symptomen werden die typischen Beschwerden durch die Einengung der Harnröhre durch die zu große Prostata verstanden. Alles beruht darauf, dass der Urin nicht mehr regulär ablaufen kann.

Wächst die Prostatadrüse, beansprucht sie mehr Platz. Dabei engt sie die Harnröhre ein, die durch die Vorsteherdrüse führt. Das ist so, wie wenn Sie sich mit dem Fuß auf den Gartenschlauch stellen. Dann kommen aus dem Schlauch bestenfalls auch nur ein paar Tropfen Wasser raus.

Der Urin kann nicht mehr richtig durchfließen; es kann so eng werden, dass die Nieren mehr Urin produzieren, als Sie durch die abgedrückte Harnröhre ausscheiden können. Der Urin staut sich in der Blase und kann bis in die Nieren aufsteigen.

Typische Symptome sind:

  • Der Harnstrahl ist abgeschwächt oder unterbrochen.
  • Der Start beim Wasserlassen ist verzögert und es dauert länger als sonst.

Weitere obstruktive Beschwerden:

  • Pressen beim Urinieren
  • Der Urin träufelt nach, obwohl Sie schon fertig sind.

Wie äußert sich die Obstruktion noch?

Nicht wenige Männer werden von einem Restharngefühl geplagt. Die Blase fühlt sich voll an, obwohl sie gerade auf der Toilette waren. Manche Betroffene leiden auch unter einer Überlaufinkontinenz: Die Blase läuft einfach über und Urin tritt unkontrollierbar aus. Staut sich der Urin bis in die Nieren hoch, schmerzen zusätzlich die Flanken.

Was bedeutet irritative Beschwerden?

Irritativ heißt reizungsbedingt. Solche Beschwerden beruhen nicht primär auf dem gestörten Urinfluss, sondern sind eher eine Folge von dadurch verursachten Umbauprozessen an den Harnorganen. Sie entstehen auf der Basis einer chronischen Reizung der Blase und des Blasenhalses.

Müder Muskel

Um die Blase zu leeren, zieht sich ein Muskel, der die gesamte Blase wie eine Hülle umgibt, zusammen und presst den Urin raus. Nun muss er aber viel stärker arbeiten, weil die große Prostata den Ausgang einengt. Der Blasenmuskel schafft das eine Weile lang, aber mit der Zeit ist er erschöpft. Die Folge:

Es kommt zu Umbauprozessen der Muskulatur, die bewirken, dass die Blase leichter gereizt ist. Der Blasenmuskel wird übersensibel, krampft sich schon bei der geringsten Füllung der Blase zusammen und versucht, den Urin schnell loszuwerden.

Was gehört zu den irritativen Beschwerden?

  • häufiges Wasserlassen, oft nur in kleinen Mengen (Pollakisurie)
  • mehrfache nächtliche Toilettengänge (Nykturie)

Weitere irritative Beschwerden sind:

  • Das Wasserlassen ist schmerzhaft oder nicht kontrollierbar (Dranginkontinenz).
  • sehr starker Harndrang, den Sie nicht zurückhalten können

Welche sexuellen Störungen können bei der BPH auftreten?

Neben obstruktiven und irritativen Symptomen können auch sexuelle Störungen bestehen, die man gar nicht auf den ersten Blick mit der Prostata in Verbindung bringt: ein reduzierter oder schmerzhafter Samenerguss oder Erektionsstörungen. Die Ursache ist noch unbekannt.

Was verschlechtert die Symptome der BPH?

Manche Erkrankungen führen zu gesteigerter Urinproduktion und verstärken manchmal die Symptome der BPH. Hierzu zählen Herzinsuffizienz, chronisch-pulmonale Erkrankung (COPD) und Diabetes mellitus. Auch Neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose und Morbus Parkinson erschweren oft das Wasserlassen.

Können auch Medikamente die Symptome verstärken?

Ja. Arzneien gegen häufigen Urindrang, Neuroleptika, Medikamente gegen Depressionen oder Mittel gegen Asthma und COPD (z.B. Atrovent®) können negativ auf das Prostatasyndrom wirken.


Komplikationen

Was passiert, wenn ich meine BPH nicht behandeln lasse?

Vielen Männern ist die Erkrankung der Prostata unangenehm; sie fürchten den Besuch beim Urologen und die damit verbundenen Untersuchungen. Es kommt immer wieder vor, dass die Betroffenen die Symptome lange ignorieren und hoffen, dass sich alles von alleine gibt. Aber sollte man wirklich warten, bis es nicht mehr anders geht?

Trauen Sie sich zum Arzt!

Die Antwort ist: Nein, nicht zum Arzt gehen und nichts tun ist gar keine gute Idee. Denn staut sich der Urin über lange Zeit unbehandelt in der Blase an, kann es zu ernsten Schäden kommen, die auch dauerhaft bestehen bleiben können. Je früher Sie bei Problemen zum Arzt gehen, umso besser. Dann lässt sich bestimmt noch ein Weg finden, das Problem so rasch wie möglich anzugehen, und Sie ersparen sich eine ganze Reihe an Komplikationen.

Komplikationen bei unbehandelter BPH

  • Blut im Urin (Ursache sind oft Prostatavenen, die leicht bluten)
  • Entzündungen der Blase, Nieren oder Prostata (Harnwegsinfekte)
  • Harnverhalt
  • Blasensteine
  • Die Blasenmuskulatur, die die Blasenentleerung bewirkt, funktioniert nicht mehr (Blasenatonie)
  • Rückstau des Urins in die Nieren, Nierenschäden (Niereninsuffizienz) und Nierenversagen

Diagnostik

Verdacht auf BPH: Was passiert beim Arzt?

Um die Diagnose benigne Prostatahyperplasie zu sichern, ist die Vorstellung beim Urologen nötig. Dieser wird alles in die Wege leiten, um der Ursache Ihrer Beschwerden auf den Grund zu gehen. Wenn Sie das erste Mal den Arzt aufsuchen, wird er meist folgende Untersuchungen durchführen:

  • ausführliche Befragung nach Dauer und Art der Beschwerden
  • Urinprobe, Blutprobe
  • Untersuchung der Blasen- und Nierenregion
  • Ultraschall der Nieren und der Blase
  • Abtasten der Prostata über den Enddarm
  • Ultraschall der Prostata über den Enddarm
  • eventuell Fragebögen zu den Beschwerden, Urinstrahlmessung

Besonders das Thema Prostata-Ultraschall über den Enddarm (transrektaler Ultraschall, TRUS) beschäftigt viele Männer sehr und hält so manchen vom ersten Arztbesuch ab. Weil vielen Betroffenen allein nur der Gedanke daran unangenehm ist, möchten wir Ihnen ein wenig die Angst nehmen und die Vorteile dieser Methode nahebringen.

Schnellkurs TRUS: Alles, was Sie dazu wissen sollten

Ist der TRUS unbedingt notwendig?

Der transrektale Ultraschall (TRUS) gehört leider zur ausführlichen Untersuchung dazu. Er liefert nicht nur optimale Bildaufnahmen, sondern hilft auch, durch die Größenbestimmung der Prostata, gleich die optimale Therapie zu finden. Denn eine kleinere Drüse wird anders behandelt als eine sehr große.

Tut die Untersuchung weh?

Viele Männer empfinden den TRUS als unangenehm oder fürchten sich sogar etwas vor ihm, vor allem, wenn sie die Untersuchung noch nie erlebt haben. Aber machen Sie sich keine Sorgen, die TRUS-Untersuchung ist trotz allem in der Regel schmerzlos und unschädlich. Außerdem wird Ihr Arzt mit größter Vorsicht vorgehen.

Einige Veränderungen im Untersuchungsgebiet können die Untersuchung erschweren oder schmerzhaft machen. Bei bekannten Engstellen am Darm oder falls Sie eine Enddarmoperation hatten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, damit er ganz besonders vorsichtig beim TRUS ist und abbricht, wenn es zu unangenehm wird.

Wie läuft der Ultraschall der Prostata ab?

Die üblichste Untersuchungsposition ist die Seitenlage. Die Knie ziehen Sie dabei an. Eine dünne, mit Gleit-Gel benetzte Ultraschallsonde wird bis zur Prostata eingeführt.

Helfen Sie mit!

Sie fühlen dabei für gewöhnlich einen leichten Druck, der nicht schmerzhaft ist. Versuchen Sie, sich zu entspannen, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Wenn die Muskulatur am Enddarm nicht angespannt ist, fällt Ihnen die Untersuchung weitaus leichter.

Was gibt es im TRUS zu sehen?

Im TRUS lässt sich ganz genau die Prostata beurteilen. Ihre Form und Größe stellen sich optimal dar und können exakt ausgemessen werden. Aber man sieht noch mehr. Neben der Prostata liegen auch die kleinen Samenblasen, die sich gut in Augenschein nehmen lassen. Auffällige Funde sind …

  • Prostatasteine
  • Zysten in der Prostata

Das sind harmlose Befunde im TRUS, die nicht therapiert werden müssen. Bei Prostatakrebs sieht es etwas anders aus …

Sieht man einen Prostatakrebs mit dem TRUS?

Nicht zu 100%. Ist der Tumor klein und im Anfangsstadium, lässt sich oft nichts Ungewöhnliches sehen. Manchmal zeigt sich aber eine andere Beschaffenheit des Krebsgewebes, oder der Tumor wächst im fortgeschrittenen Stadium schon in die umgebenden Organe ein.

Gibt es Risiken bei der TRUS-Untersuchung?

Hier können wir Entwarnung geben. Ultraschall kommt ohne Strahlung aus und ist somit absolut unschädlich. Auch brauchen Sie keine Gewebeschäden zu befürchten. Das Gerät erhitzt sich nicht und gibt kaum Energie ab.

Unangefochten die Nummer 1

Die Methode bleibt erste Wahl zur Untersuchung der Vorsteherdrüse. Ihr Arzt erhält eine ganz exakte Sicht auf die Prostata, weil die Schallsonde so nah am Organ liegt. Ein normaler Ultraschall über dem Bauch oder ein Röntgenbild schaffen das bei weitem nicht.

Noch mehr Vorteile

Der TRUS kann auch im Rahmen der Prostatakrebsvorsorge hilfreich sein und wenn bei Krebs-Verdacht Proben aus der Prostata entnommen werden müssen. Ohne TRUS wäre es gar nicht möglich, diesen kleinen Eingriff durchzuführen.


Wenn das noch nicht reicht:

Die Basisuntersuchungen führen meist zu einer zuverlässigen Diagnose. Unter Umständen sind aber noch ergänzende Untersuchungen nötig, um sich seiner Sache sicher zu sein, oder um Auffälligkeiten aus den vorausgegangenen Diagnoseschritten abzuklären.

Hierzu zählen:

  • Miktionsprotokolle (Sie schreiben eine Art Tagebuch über Häufigkeit und Zeit des Wasserlassens)
  • Röntgenuntersuchungen der Nieren und Blase
  • Blasenspiegelung (Es wird über die Harnröhre in lokaler Betäubung mit einer kleinen Kamera die Blase untersucht)
  • Blasendruckmessung (Messung verschiedener Drücke beim Wasserlassen)

Natürlich sind nicht alle Untersuchungen immer notwendig. Welche die richtigen für Sie sind, wird Ihr Arzt mit Ihnen individuell entscheiden.

Therapie

Wie sieht die Behandlung bei BPH aus?

Prinzipiell lässt sich ein Prostatasyndrom gut behandeln, wenn man nicht so lange wartet, bis schon Dauerschäden entstanden sind. Ziel jeder Therapie ist es, die Urinabflussstörung zu beseitigen, irritative Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Die Behandlungsmöglichkeiten sind außergewöhnlich vielseitig. Darüber hinaus werden ständig neue Methoden erforscht. Wir wollen hier die aktuell geläufigen und etablierten Optionen vorstellen:

Kontrolliertes Zuwarten bei der BPH

Abwarten und nichts tun … aber nur mit dem Arzt zusammen!

Beim ´kontrollierten Zuwarten´ wird weder operiert noch werden Medikamente eingenommen. Es wird, wie der Name schon sagt, einfach abgewartet. Mindestens alle 6-12 Monate ist die regelmäßige ärztliche Kontrolle Pflicht, um früh genug festzustellen, ob die BPH fortschreitet und eine medikamentöse oder operative Therapie nötig wird. Somit lassen sich schwere, unbemerkte Folgeschäden vermeiden.

Ziel ist es, möglichst lange auf andere Behandlungen zu verzichten, um deren Nebenwirkungen zu vermeiden.

Schnellkurs: Abwarten hilft viel – wenn Sie der Richtige sind!

Für wen ist kontrolliertes Zuwarten geeignet?

Voraussetzung ist, dass die Beschwerden durch die BPH nur gering sind und Sie auch ohne weitere Therapien gut zurechtkommen. Wie ausgeprägt die Symptome sind, lässt sich am besten mit einem speziellen Fragebogen herausfinden, dem IPSS.

Was bringt das kontrollierte Zuwarten?

Dieses „Nicht-Behandeln“ zahlt sich nachweislich aus: 80% der Männer profitieren für 1 Jahr von dieser Therapieform, ein Drittel kommt sogar komplett ohne Medikamente und Operation für die nächsten 5 Jahre aus.

Ihre Entscheidung zählt

Aber jeder fühlt sich ganz unterschiedlich durch die Erkrankung belastet. Letztendlich entscheiden Sie, ob Sie mit dem Zuwarten zufrieden sind oder stattdessen lieber mit dem nächsten Schritt, der Behandlung mit Medikamenten, starten wollen.

Wie lange kann ich kontrolliert zuwarten?

Sie können dabeibleiben, solange sich Ihre Beschwerden oder die Untersuchungsbefunde beim Arzt nicht verschlechtern. Ein Grund, die Therapie zu wechseln, ist z.B. eine erhöhte Restharnmenge. Auch wenn das Prostatasyndrom solche Ausmaße annimmt, dass Ihnen unbedingt zur Operation geraten wird.


Medikamente bei BPH

Sind Ihre Beschwerden leicht bis mittelgradig, sind Sie ein optimaler Kandidat für eine medikamentöse Therapie. Die Behandlung erfolgt mit Tabletten, die täglich eingenommen werden müssen. Unterschiedlichste Präparate kommen zum Einsatz.

  • α1-Blocker: Tamsulosin (Omnic®), Alfuzosin (Uroxatral®), Doxazosin (Uriduct®), Terazosin (Terablock®), Silodosin (Urorec®)
  • 5α-Reduktase-Hemmer: Dutasterid (Avodart®), Finasterid (Proscar®)
  • Muskarinrezeptorantagonisten: Trospium (Spasmex®), Oxybutinin (Cystonorm®), Tolterodin (Detrusitol®), Fesoterodin (Toviaz®), Propiverin (Mictionorm®), Darifenacin (Emselex®), Solifenacin (Vesicur®)

Daneben gibt es auch recht beliebte pflanzliche Arzneistoffe (Phytopharmaka), die ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind.

Schnellkurs: Hilfe aus der Apotheke

Warum werden mir mehrere Medikamente gleichzeitig verschrieben (z.B. Duodart oder Spasmex mit Uroxatral)?

Ist die Prostata stark vergrößert oder Ihr Arzt befürchtet, dass die Erkrankung sehr rasch fortschreitet, wird er das Problem gleich von mehreren Seiten angreifen wollen:

Tamsulosin bringt sofort Besserung, indem es die Muskeln an der Harnröhre, Prostata und Blase entspannt, Dutasterid lässt langfristig die Prostata schrumpfen (z.B. in Duodart®).

Auch die Reizblase will eine Sonderbehandlung

Falls Sie neben dem erschwerten Wasserlassen auch unter irritativen Beschwerden leiden (z.B. häufigem Harndrang), wird Ihr Urologe Ihnen ebenfalls eine Kombinationstherapie empfehlen (z.B. Spasmex® mit Uroxatral®).

Welche pflanzlichen Arzneimittel (Phytopharmaka) helfen bei der BPH?

Hierzu zählen Präparate mit Sägepalme (Prostagutt®forte), Zwergpalme, Brennnesselwurzel, südafrikanischem Sternengras, Kürbiskernen (Granu Fink Prostata forte®), Gräserpollen (Pollstimol®) und der Rinde des afrikanischen Pflaumenbaums. Sie können eingenommen werden, wenn die Beschwerden nur leicht sind.

Ist die Wirkung von Pflanzenstoffen bei der BPH bewiesen?

Leider gibt es wenig wissenschaftlich fundierte Nachweise zur Wirksamkeit der pflanzlichen Heilmittel. Mit einer Ausnahme: die Sägepalme. Einige Studien liegen vor, die durchaus über einen positiven Effekt auf das Prostatasyndrom berichten.


Operationen bei BPH: Ablauf, Vor- und Nachteile

Wann muss die Prostata bei BPH operiert werden?

Es gibt bestimmte Umstände, unter denen eine Operation eindeutig die beste Therapie für Sie ist:

  • wiederholte Harnverhalte (das Wasserlassen geht überhaupt nicht mehr)
  • wiederholte Harnwegsinfekte
  • wiederholt sichtbares Blut im Urin
  • Blasensteine
  • Aussackungen in der Blase (Blasendivertikel)
  • unkontrollierbaren Urinabgang der massiv gefüllte Blase (Überlaufinkontinenz)
  • Harnaufstau in die Nieren, Verschlechterung der Nierenfunktion, Niereninsuffizienz

Trifft einer der Punkte auf Sie zu, ist eine Operation dringend angeraten. Wird zu lange gewartet und nicht reagiert, riskieren Sie bleibende Schäden.

Welche Operationen bei BPH gibt es?

Leiden Sie an einem starken Prostatasyndrom, wird Ihr Arzt Ihnen eine Operation der Prostata nahelegen.

Es gibt viele verschiedene Methoden. Bei fast allen reduziert sich die Größe der Prostata. Es wird allerdings nie die ganze Prostata entfernt, nur der vergrößerte Anteil. Der äußere Rand der Prostata (Prostatakapsel) bleibt bestehen. Im folgenden Kapitel wollen wir ausführlich besprechen, welche Eingriffe es gibt und welcher für Sie geeignet ist.

Grundsätzlich stehen folgende Operationsmethoden zur Verfügung:

Die TURP ist der Standardeingriff. Prostataadenomenukleation oder TUIP werden abhängig von Größe der Prostata und einem möglichen Kinderwunsch bevorzugt.

Daneben gibt es:

Was ist eine TURP?

TURP steht für transurethrale Resektion der Prostata. Das bedeutet, dass die Entfernung (Resektion) des überschüssigen Prostatagewebes über die Harnröhre (transurethral) erfolgt. Der Eingriff wird von fast allen urologischen Krankenhäusern angeboten und ist mit einem mehrtägigen Aufenthalt in der Klinik verbunden.

Schnellkurs TURP: Pro & Contra

Für wen ist die TURP geeignet?

Die TURP ist geeignet für Männer mit mäßig vergrößerter Prostata. Meist wird sie bis zu einem Prostatavolumen von ca. 60 ml empfohlen.

Wie läuft der Eingriff ab?

Die Operation findet in Narkose statt. Über die Harnröhre werden eine Kamera und ein Gerät zum Abtragen von überschüssigem Prostatagewebe eingeführt. Nach der Operation wird für einige Tage ein Blasenkatheter eingelegt, damit alles in Ruhe abheilen kann.

Welche Vorteile hat die TURP?

Ein Vorteil ist, dass auch Blasensteine oder Blutgerinnsel, die in der Blase schwimmen, bei der TURP entfernt werden können. Auch sind keine Schnitte am Bauch nötig, alles erfolgt über die Harnröhre. Das entfernte Adenomgewebe wird immer untersucht, um ganz sicher keinen Prostatakrebs zu übersehen.

Wie erfolgreich ist die TURP?

Es werden sehr gute Ergebnisse erzielt und der Therapieerfolg tritt fast gleich ein. Nach einigen Tagen sollten Sie deutlich besser Wasser lassen können.

Gibt es auch Nachteile?

Ja. Der Schließmuskel kann verletzt werden, der die Blase verschließt. Die Folge ist Inkontinenz. Des Weiteren besteht die Gefahr von Blutverlust. Auch können Engstellen in der Harnröhre oder am Blasenhals entstehen.

Unfruchtbarkeit ist eine häufige Begleiterscheinung. Selten sind Nervenschäden, die die Erektionsfähigkeit reduzieren.

Was ist das TUR-Syndrom?

Das sogenannte TUR-Syndrom ist eine gefährliche Komplikation: Während der Operation wird die Prostata mit wasserhaltiger Lösung gespült. Dabei kann zu viel Wasser in den Blutkreislauf übertreten. Symptome wie Übelkeit, Verwirrtheit bis hin zu Nierenversagen und Schock können auftreten.

Kleines Risiko bei kleiner Drüse

Zum Glück ist das TUR-Syndrom sehr selten und überwiegend vermeidbar, wenn die Prostata nicht extrem groß ist und sich somit die OP-Dauer, und damit auch die Spülzeit, in Grenzen hält.


Was ist eine Adenomenukleation der Prostata?

Unter der Adenomenukleation versteht man, dass das Prostataadenom aus seiner umgebenden Kapsel herausgeschält wird (Enukleation). Dieser Eingriff ist die älteste operative Therapie bei BPH. Viele Kliniken bieten die Operation an. Sie müssen mehrere Tage Aufenthalt im Krankenhaus einplanen.

Schnellkurs Adenomenukleation: Therapie mit Tradition

Für wen eignet sich die Adenomenukleation?

Leiden Sie an einer sehr stark vergrößerten Prostata (über 60 ml Volumen der Drüse), ist sie der Eingriff der Wahl. Was die Größe betrifft, gibt es keine Grenze nach oben.

Wie läuft die Adenomenukleation ab?

Der Eingriff ist eine klassische Operation in Vollnarkose, bei der über den Bauch ein Schnitt gemacht und das Prostataadenom im Ganzen herausgeschält wird. Nach der Enukleation wird ein Blasenkatheter eingelegt, der mehrere Tage verbleibt. Üblicherweise bleiben Sie in der Klinik, bis der Katheter entfernt werden kann.

Methode wird modernisiert

Einige Kliniken bieten die Operation auch mittels Bauchspiegelung (laparaskopisch) an. Das heißt, es werden in Vollnarkose nur kleine Schnitte am Bauch gemacht. Über diese werden dünne Arbeitsgeräte und eine Kamera eingeführt und die Prostata operiert. Vorteile sind eine schnellere Erholung und weniger Wundschmerzen nach der OP.

Welche Vorteile hat die Adenomenukleation?

Der große Vorteil ist, dass man während des Eingriffs auch andere Probleme in Angriff nehmen kann, z.B. große Blasensteine oder Aussackungen der Blasenwand (Blasendivertikel). Die Prostatavergrößerung wird durch diesen Eingriff endgültig beseitigt.

Weitere Pluspunkte

Außerdem ist viel seltener als bei anderen Operationen ein Folgeeingriff nötig. Auch ein TUR-Syndrom kann nicht auftreten, weil die Methode eine ganz andere als bei der TURP ist.

Wie erfolgreich ist eine Adenomenukleation?

Das gute Behandlungsergebnis ist vergleichbar mit dem der TURP: Der Harnstrahl ist deutlich besser, und die Blase kann wieder besser geleert werden.

Welche Nachteile hat die Adenomenukleation?

Da es sich hier um eine größere Operation handelt, dauert auch der Krankenhausaufenthalt am längsten. Die Wunde braucht schließlich Zeit zum Heilen. Treten Komplikationen auf, kann sofort gehandelt werden. Eine Blutung ist leider keine Seltenheit: Bis zu 15% der operierten Männer benötigen deshalb Bluttransfusionen.

Viele empfinden den Katheter als störend. Ein trockener Samenerguss, der zu Unfruchtbarkeit führen kann, ist keine Seltenheit. Blasenhalsengen, Erektionsprobleme, Inkontinenz und kommen seltener vor.

Da es nach so einem großen Eingriff meist etwas länger dauert, bis man wieder auf den Beinen und mobil ist, ereignen sich nach der OP öfter Thrombosen oder Lungenembolie (Verschluss von Blutgefäßen mit Blutgerinnseln), als dies bei der TURP und TUIP der Fall ist.

Trotzdem: Erste Wahl bei sehr ausgeprägter BPH

Das mag sich zwar alles beunruhigend anhören, aber schlussendlich ist die Adenomenukleation eine großartige Therapie für eine Vielzahl von Männern und zeichnet sich durch überaus gute Therapieergebnisse aus. Nur sehr erfahrene Urologen führen den Eingriff durch, um die Komplikationsrate möglichst niedrig zu halten.


Was ist eine TUIP?

TUIP ist die Abkürzung für transurethrale Inzision der Prostata. Über die Harnröhre (transurethral) wird in die Prostata geschnitten (Inzision), damit diese aufklafft. Es wird kein Gewebe entfernt, die Drüse bleibt also unverändert groß.

Wenn Sie noch Vater werden wollen

Operationen der BPH führen häufig zur Unfruchtbarkeit. Die Ursache ist der trockene Samenerguss. Meist haben Männer mit BPH bereits ein Alter erreicht, in dem die Familienplanung schon abgeschlossen ist. Doch immer wieder stellt sich die Frage: Was tun, wenn man sich vielleicht doch noch Nachwuchs wünscht? In diesem Fall könnte die TUIP die Lösung für Sie sein. Doch Achtung, sie ist nicht für jeden geeignet!

Schnellkurs TUIP: Vaterschaft trotz Prostata-OP

Für wen kommt eine TUIP in Frage?

Die TUIP ist für Männer mit Kinderwunsch geeignet, deren Prostata nur minimal vergrößert ist. Das Prostatavolumen sollte weniger als 30 ml sein.

Was passiert bei dem Eingriff?

Bei der TUIP wird, ähnlich wie bei der TURP, in Narkose über die Harnröhre mit einer Sonde in die Prostata und Blase geschaut. Statt Prostatagewebe zu entfernen, wird nur in die Engstelle geschnitten, um den Bereich zu weiten und den Urinabfluss zu verbessern. Das Volumen der Drüse wird nicht reduziert.

Welche Vorteile hat die TUIP?

Ein trockener Samenerguss kommt weitaus seltener vor. Nur 20-40% der operierten Männer sind davon betroffen. Blutungen sind sehr selten. Auch dauert der Eingriff nicht so lange, und meistens können Sie die Klinik nach kurzer Zeit wieder verlassen.

Gibt es auch einen Haken?

Der Nachteil ist, dass sich die TUIP nicht für jeden eignet. Ist Ihre Prostata stark vergrößert, profitieren Sie nicht von diesem Eingriff. Leider sind recht häufig Folgeeingriffe nötig. Entweder reicht eine TUIP nicht aus, da keine Volumenreduktion stattfindet, oder das geschlitzte Areal verengt sich erneut.


Warum habe ich nach der Prostataoperation plötzlich keinen Samenerguss mehr?

Der Erguss ist schon noch da, bloß ist er stark reduziert oder für Sie nicht mehr sichtbar. Dieses Symptom wird trockener Samenerguss genannt (retrograde Ejakulation).

Unvermeidbare OP-Folge

Das ist ein häufiger, unvermeidbarer Nebeneffekt der TURP und Adenomenukleation und betrifft mehr als die Hälfte der behandelten Männer. Durch die Operation wird ein Verschlusseffekt am Blasenhals außer Kraft gesetzt, der die Blase verschließt, wenn ein Samenerguss in die Harnröhre gelangt. Ist dieser Verschluss defekt, entleert sich der Erguss sowohl in die Blase als auch in die Harnröhre.

Familienplanung wird schwierig

Ein trockener Samenerguss hat an sich keinen Krankheitswert und beeinflusst nicht die Erektionsfähigkeit. Sie scheiden den Erguss einfach aus, wenn Sie das nächste Mal zur Toilette gehen. Allerdings wird durch den Nebeneffekt die Fruchtbarkeit deutlich eingeschränkt. Falls Sie noch einen Kinderwunsch haben, kann es problematisch werden.

Kann meine Partnerin sicher nicht schwanger werden, wenn ich einen trockenen Samenerguss nach Prostataoperation habe?

Doch, ein trockener Samenerguss nach Operation einer gutartigen Prostatavergrößerung ist nicht mit einer Sterilisation (Operation mit Durchtrennung der Samenleiter beim Mann) gleichzusetzen. Zwar ist die Fruchtbarkeit reduziert, wenn kein Erguss mehr sichtbar ist, aber es ist keine 100%ige Garantie, dass nicht doch ein paar Spermien ihren Weg zu Ihrer Partnerin finden. Denn trotz dem Eingriff sind die Samenleiter nicht durchtrennt worden.

Um bei abgeschlossenem Kinderwunsch wirklich auf Nummer sicher zu gehen und keine Überraschungen zu erleben, wäre eine Sterilisation sinnvoll.

Welche alternativen Operationsmethoden gibt es bei der BPH?

Neben den langjährig etablierten, traditionellen Behandlungsmöglichkeiten beim BPS gibt es immer wieder neue Verfahren, die von verschiedenen spezialisierten Zentren angeboten werden. Aber sind diese neuen Methoden viel besser als die herkömmlichen Methoden? Oder viel schlechter? Lassen Sie uns einen Blick auf das vielfältige Angebot werfen und die Vor- und Nachteile kritisch erörtern.

Schnellkurs: Prostatastents, Thermotherapie und Co.

Was sind Prostatastents?

Ein Prostatastent ist ein kleines hohles Implantat. Es wird in die Harnröhre eingelegt, die durch die Prostata verläuft. Somit wird die Harnröhre offengehalten, auch wenn die vergrößerte Prostata auf sie drückt.

OP ohne Skalpell

Es ist ein kleiner Eingriff, bei dem das Stentröhrchen einfach durch den Penis in die Harnröhre geschoben wird. Keine sichtbaren Narben bleiben zurück. Außerdem wird kein Gewebe entfernt, weshalb es auch keine größeren Blutungen gibt.

Leider nicht immer erfolgversprechend

Der Nachteil ist jedoch, dass es sehr oft zu Rückfällen kommt: Die Hälfte der behandelten Männer braucht innerhalb der nächsten 10 Jahre erneut einen Eingriff. Auch verrutschen die Stents oft und können Beschwerden wie häufigen Harndrang verursachen. Ist die Prostata stark vergrößert, ist ein Stent auch nicht erfolgversprechend.

Für wen ist diese Methode überhaupt geeignet?

Aufgrund der genannten Nachteile wird die Einlage eines Prostatastents nur Männern mit schwerer Grunderkrankung empfohlen, für die eine Narkose ein großes Risiko wäre. Ein hohes Blutungsrisiko (z.B. blutverdünnende Medikamente, die nicht pausiert werden können) ist ein weiterer Grund.

Was ist eine high-energy transurethrale Mikrowellen-Thermotherapie (HE-TUMT)?

Bei der HE-TUMT wird über die Harnröhre ein Katheter in die Blase eingeführt. Eine Sonde an diesem Katheter erhitzt das Prostataadenom eine Stunde lang auf 60 Grad. Dadurch stirbt das Gewebe ab und wird mit der Zeit abgestoßen. Bis es allerdings so weit ist, muss ein Blasenkatheter getragen werden.

Für wen eignet sich die Mikrowellen-Thermotherapie?

Die HE-TUMT wird überwiegend Betroffenen empfohlen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes eine Vollnarkose oder einen Blutverlust während einer herkömmlichen OP schlecht vertragen würden.

Welche Vorteile hat die HE-TUMT?

Der große Vorteil ist, dass der Eingriff ambulant (also ohne langfristigen Klinikaufenthalt) und in lokaler Betäubung statt in Vollnarkose erfolgt. Auch besteht kein nennenswertes Blutungsrisiko.

Gibt es Risiken bei der HE-TUMT?

Ein Nachteil der HE-TUMT ist, dass Sie sehr lange den eingelegten Blasenkatheter tolerieren müssen. Bis zu 3 Monaten kann es dauern, bis er endlich entfernt werden kann.

Häufig Folgeeingriffe

Was die Behandlungsergebnisse der HE-TUMT angeht, kann diese Methode nicht mit der TURP mithalten: Folgeeingriffe sind keine Seltenheit, weil sich das benigne Prostatasyndrom nicht ausreichend gebessert hat.

Was ist die transurethrale Nadelablation (TUNA)?

Bei einer TUNA werden Drähte in die Vorsteherdrüse eingelegt, die das Prostataadenom auf 100 Grad Celsius erhitzen. Das erhitzte Gewebe stirbt ab, der Urin kann wieder frei abfließen.

Was sind die Vorteile der TUNA?

Die Behandlung kann in örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt werden. Des Weiteren kommt es nicht zu Blutungen. Komplikationen wie eine Inkontinenz, Erektionsstörung oder trockener Samenerguss sind bisher auch unbekannt. Meistens bessert sich das Prostatasyndrom nach der TUNA deutlich.

Welche Komplikationen können auftreten?

Unter Umständen müssen Sie auch eine Zeit lang einen Blasenkatheter tolerieren, falls das erhitzte Prostatagewebe anschwillt und den Urinabfluss behindert. Manchmal dauert es länger, bis sich das Prostatasyndrom bessert.

Wie erfolgreich ist die TUNA?

Leider reicht ein Eingriff häufig nicht aus, um die BPH definitiv zu beseitigen. Bei 40% der Betroffenen ist eine weitere Therapie notwendig. Zufriedenstellende Ergebnisse werden nur bei einer Prostatagröße von maximal 60 ml erzielt. Darüber hinaus sollte die TUNA nicht angewandt werden.


Gibt es eine Lasertherapie der Prostata?

Ja, die gibt es. In der Medizin existieren zahlreiche Einsatzgebiete für Laser. Drei haben sich zur Behandlung der BPH durchgesetzt:

  • Holmium-Laser (HoLEP)
  • Thulium-Laser
  • Greenlight-Laser (KTP-Laser)

Laser-Verfahren werden oft nur in spezialisierten Zentren angeboten und sind nicht in jeder urologischen Klinik möglich.

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Was ist die HoLEP?

HoLEP steht für Holmium-Laser Enukleation der Prostata. Mit dem Holmium-Laser wird das Prostataadenom aus der umliegenden Prostatakapsel herausgeschält (Enukleation), ähnlich wie das Fruchtfleisch der Orange aus Ihrer Schale.

Wie funktioniert die OP mit dem Holmium-Laser (HoLEP)?

Bei der Holmium-Laser-Enukleation (HoLEP) wird in Vollnarkose der Holmium-Laser über die Harnröhre eingeführt. Das vergrößerte Prostatagewebe wird herausgeschnitten, zerkleinert und anschließend herausgespült. Es sind also keine Schnitte am Bauch nötig. Nach dem Eingriff wird ein Blasenkatheter eingelegt.

Für wen ist die HoLEP geeignet?

Die HoLEP ist besonders attraktiv für Männer, die ein hohes Blutungsrisiko haben; z.B. durch die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten. Des Weiteren ist sie sehr gut zur Behandlung einer überaus großen Prostatadrüse geeignet.

Welche Vorteile bietet die HoLEP?

Ein großer Vorteil ist der geringe Blutverlust bei der OP. Der eingelegte Blasenkatheter muss nur für eine kurze Zeit toleriert werden und Folgeeingriffe sind selten nötig. Unerwünschte Nebeneffekte wie Inkontinenz und Erektionsstörungen kommen kaum vor.

Wieso wird das entfernte Gewebe untersucht?

Auch wird das entfernte Gewebe standardmäßig untersucht, um ganz sicher einen Prostatakrebs auszuschließen. Es kommt nämlich immer wieder vor, dass ein früher, bislang unbekannter Tumor so entdeckt wird und rechtzeitig eine Therapie in die Wege geleitet werden kann.

Welche Nachteile hat die HoLEP?

In den ersten 12 Wochen nach dem Eingriff kann neben Brennen beim Urinlassen auch häufiger Harndrang Beschwerden bereiten. Eine Inkontinenz tritt meist nur vorübergehend auf, ist aber dennoch sehr störend. Erektionsstörungen und trockener Samenerguss sind selten, aber leider nicht ausgeschlossen.

Trotz allem eine gute Alternative

Die HoLEP ragt zwischen vielen Therapien heraus. Neben der niedrigen Komplikationsrate ist auch der Behandlungserfolg sehr gut und steht dem der TURP und Adenomenukleation in nichts nach. Das macht sie definitiv zu einer guten Alternative zur TURP oder Adenomenukleation.

Wie funktioniert der Thulium-Laser bei der BPH?

Die Behandlungsmethode mit dem Thulium-Laser ähnelt sehr der HoLEP. Auch dieser Eingriff erfolgt über die Harnröhre. Die Prostatainnendrüse wird entfernt und das Gewebe auf eine Krebserkrankung untersucht. Ein Blasenkatheter wird für etwa 3 Tage eingelegt.

Was sind die Vorteile des Thulium-Lasers?

Die Therapie mit dem Thulium-Laser zeichnet sich durch ein geringes Blutungsrisiko aus. Eine Schädigung des Blasenschließmuskels oder der Erektionsfähigkeit sind nur selten der Fall. Die Größe der Prostata spielt keine Rolle, weshalb die Methode als Alternative zu herkömmlichen Operationen geeignet ist.

Welche Beschwerden können nach der Thulium-Laser-Behandlung auftreten?

Nach der Katheterentfernung ist die Wundheilung noch nicht abgeschlossen. Ein bis zwei Monate können irritative Beschwerden, wie z.B. plötzlicher Urindrang, auftreten. Auch das Risiko für Harnwegsinfekte ist in dieser Zeit erhöht.

Wie funktioniert der Greenlight-Laser (KTP-Laser) bei der BPH?

Mit dem Greenlight-Laser wird das überschüssige Gewebe der Prostata verdampft statt herausgeschnitten. Es bleibt nur eine dünne Schicht verödeten Gewebes zurück. Nach der Operation wird für wenige Stunden ein Blasenkatheter eingelegt. Der Krankenhausaufenthalt dauert meist bloß einen Tag.

Wodurch zeichnet sich der Greenlight-Laser aus?

Das Blutungsrisiko ist gering. Empfohlen wird das Verfahren vor allem als Alternative zur TURP, wenn ein hohes Blutungsrisiko besteht. Der Therapieerfolg ist gut und kommt an den der TURP heran.

Welche Nachteile hat der Greenlight-Laser?

Kein Prostatagewebe wird auf Prostatakrebs untersucht, da es verdampft wurde. Folglich wird ein zufällig vorhandenerer Tumor nicht erkannt und frühzeitig behandelt. Dazu kommen recht störende irritative Beschwerden beim Wasserlassen, die die Zeit nach dem Eingriff erschweren können.


Fazit zur Therapie

Jede operative Methode hat ihre Vor- und Nachteile. Schlussendlich beruht der Erfolg darauf, für jeden die richtige Technik zu finden.

TURP und Adenomenukleation: Altes bewährt sich

Operationen der ersten Wahl sind auch heute noch die TURP und bei großen Prostatadrüsen die Adenomenukleation. Trotz nicht zu vernachlässigender Risiken bieten beide Eingriffe die höchsten Therapieerfolge.

Betroffene mit Blutungneigung profitieren von OP-Alternativen

Neue Techniken müssen sich an ihnen messen. Häufig zeichnen sie sich durch geringere Nebenwirkungen aus, aber leider nicht durch gute Behandlungsergebnisse. Alternative Therapien sind vielversprechend, wenn Ihr Gesundheitszustand nicht optimal ist oder Sie blutverdünnende Arzneien nehmen, die nicht kurzzeitig pausiert werden können. Allen voran bieten Laser-Eingriffe gute Ergebnisse bei kurzem Klinikaufenthalt und kurzfristiger Versorgung mit Blasenkatheter.

Alle genannten Therapien, vom Prostatastent bis zur HoLEP, haben ihre Berechtigung, aber die optimale Behandlung richtet sich individuell nach Ihren Bedürfnissen. Informieren Sie sich und lassen Sie sich sorgfältig von Ihrem Arzt aufklären, um die für Sie geeignete Behandlung zu finden.

Quellen:

  • Alternative OP Verfahren bei Gutartiger Prostatavergrößerung - Vor- und Nachteile: www.uropraxis-illertissen.de (letzter Zugriff: 23.06.2020).
  • Anticholinerge Belastung: Erkennen, Analysieren und Minimieren: www.pharmazeutische-zeitung.de (letzter Zugriff: 23.06.2020).
  • Corona et al.: Clinical correlates of enlarged prostate size in subjects with sexual dysfunction. Asian J Androl. 2014 Sep-Oct;16(5):767-73.
  • Gravas S. et al (2020) EAU Guidelines: Management of Non-Neurogenic Male LUTS: www.uroweb.org (letzter Zugriff: 27.04.2020).
  • Gutartige Vergrößerung der Prostata: Schonende Behandlung mit Greenlight Laser: www.klinikum.uni-heidelberg.de (letzter Zugriff: 23.06.2020).
  • Höfner K. et al (2014) AWMF Leitlinie zur Therapie des benignen Prostatasyndroms Der Qualität S2e , Düsseldorf: Arbeitskreis Benignes Prostatasyndrom der Akademie der Deutschen Urologen Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
  • Manski, D. (2017) Urologielehrbuch. De: Ausgabe 2017: Manski, Dr. Dirk.
  • Schmelz et al.: Facharztwissen Urologie.2014; 412-424.
  • Steuergruppe der Leitlinie: Manfred Wirth et al (2018): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms, Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU)
  • Thulium-Laser für schonende Eingriffe: www.barmherzige-regensburg.de (letzter Zugriff: 22.06.2020).
  • Transrektaler Ultraschall (TRUS): www.prostata.de (letzter Zugriff: 18.06.2020).

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