Unter Schirmherrschaft der
Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V.
Navigator-Medizin.de
   X   

[Krankheiten von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Medikamente von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Diagnostik & Laborwerte von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Therapieverfahren von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Gesundheitsthemen von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Symptome von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   
Suche

Es gibt bestimmte Umstände, unter denen eine Operation eindeutig die beste Therapie für Sie ist:

  • wiederholte Harnverhalte (das Wasserlassen geht überhaupt nicht mehr)
  • wiederholte Harnwegsinfekte
  • wiederholt sichtbares Blut im Urin
  • Blasensteine
  • Aussackungen in der Blase (Blasendivertikel)
  • unkontrollierbaren Urinabgang der massiv gefüllte Blase (Überlaufinkontinenz)
  • Harnaufstau in die Nieren, Verschlechterung der Nierenfunktion, Niereninsuffizienz

Trifft einer der Punkte auf Sie zu, ist eine Operation dringend angeraten. Wird zu lange gewartet und nicht reagiert, riskieren Sie bleibende Schäden.

Welche Operationen bei BPH gibt es?

Leiden Sie an einem starken Prostatasyndrom, wird Ihr Arzt Ihnen eine Operation der Prostata nahelegen.

Es gibt viele verschiedene Methoden. Bei fast allen reduziert sich die Größe der Prostata. Es wird allerdings nie die ganze Prostata entfernt, nur der vergrößerte Anteil. Der äußere Rand der Prostata (Prostatakapsel) bleibt bestehen. Im folgenden Kapitel wollen wir ausführlich besprechen, welche Eingriffe es gibt und welcher für Sie geeignet ist.

Grundsätzlich stehen folgende Operationsmethoden zur Verfügung:

Die TURP ist der Standardeingriff. Prostataadenomenukleation oder TUIP werden abhängig von Größe der Prostata und einem möglichen Kinderwunsch bevorzugt.

Daneben gibt es:

Welche alternativen Operationsmethoden gibt es bei der BPH?

Neben den langjährig etablierten, traditionellen Behandlungsmöglichkeiten beim BPS gibt es immer wieder neue Verfahren, die von verschiedenen spezialisierten Zentren angeboten werden. Aber sind diese neuen Methoden viel besser als die herkömmlichen Methoden? Oder viel schlechter? Lassen Sie uns einen Blick auf das vielfältige Angebot werfen und die Vor- und Nachteile kritisch erörtern.

Fazit zur Therapie

Jede operative Methode hat ihre Vor- und Nachteile. Schlussendlich beruht der Erfolg darauf, für jeden die richtige Technik zu finden.

TURP und Adenomenukleation: Altes bewährt sich

Operationen der ersten Wahl sind auch heute noch die TURP und bei großen Prostatadrüsen die Adenomenukleation. Trotz nicht zu vernachlässigender Risiken bieten beide Eingriffe die höchsten Therapieerfolge.

Betroffene mit Blutungsneigung profitieren von OP-Alternativen

Neue Techniken müssen sich an ihnen messen. Häufig zeichnen sie sich durch geringere Nebenwirkungen aus, aber leider nicht durch gute Behandlungsergebnisse. Alternative Therapien sind vielversprechend, wenn Ihr Gesundheitszustand nicht optimal ist oder Sie blutverdünnende Arzneien nehmen, die nicht kurzzeitig pausiert werden können. Allen voran bieten Laser-Eingriffe gute Ergebnisse bei kurzem Klinikaufenthalt und kurzfristiger Versorgung mit Blasenkatheter.

Alle genannten Therapien, vom Prostatastent bis zur HoLEP, haben ihre Berechtigung, aber die optimale Behandlung richtet sich individuell nach Ihren Bedürfnissen. Informieren Sie sich und lassen Sie sich sorgfältig von Ihrem Arzt aufklären, um die für Sie geeignete Behandlung zu finden.

Quellen:

  • Alternative OP Verfahren bei Gutartiger Prostatavergrößerung - Vor- und Nachteile: www.uropraxis-illertissen.de (letzter Zugriff: 23.06.2020).
  • Anticholinerge Belastung: Erkennen, Analysieren und Minimieren: www.pharmazeutische-zeitung.de (letzter Zugriff: 23.06.2020).
  • Corona et al.: Clinical correlates of enlarged prostate size in subjects with sexual dysfunction. Asian J Androl. 2014 Sep-Oct;16(5):767-73.
  • Gravas S. et al (2020) EAU Guidelines: Management of Non-Neurogenic Male LUTS: www.uroweb.org (letzter Zugriff: 27.04.2020).
  • Gutartige Vergrößerung der Prostata: Schonende Behandlung mit Greenlight Laser: www.klinikum.uni-heidelberg.de (letzter Zugriff: 23.06.2020).
  • Höfner K. et al (2014) AWMF Leitlinie zur Therapie des benignen Prostatasyndroms Der Qualität S2e , Düsseldorf: Arbeitskreis Benignes Prostatasyndrom der Akademie der Deutschen Urologen Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
  • Manski, D. (2017) Urologielehrbuch.
  • Schmelz et al. Facharztwissen Urologie.
  • Steuergruppe der Leitlinie: Manfred Wirth et al (2018): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms, Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU)
  • Thulium-Laser für schonende Eingriffe: www.barmherzige-regensburg.de (letzter Zugriff: 22.06.2020).
  • Transrektaler Ultraschall (TRUS): www.prostata.de (letzter Zugriff: 18.06.2020).

Haben Sie eine eigene Erfahrung dazu gemacht oder haben Sie eine andere Meinung? Oder haben Sie eine Frage? Dann schreiben Sie gern einen Kommentar. Bitte Regeln beachten.

Kommentar schreiben
Kommentare  
Blasen-OP wegen Blasendivertikel
Hallo,
ich habe Aussackungen in der Blase (Blasendivertikel). Nun wurde mir ein Katheder gesetzt und ich nehme Tamsulosin ein.
Wenn das Medikament nicht hilft, muss ich operiert werden! Welche OP wäre dann die Beste?
Jürgen Haus
Welche OP ist die beste?
Hallo Jürgen,
das ist eine Frage, die Sie an den Arzt oder die Ärztin vor Ort richten sollten. Wir dürfen aus rechtlichen Gründen keine konkreten Therapieempfehlungen geben, ohne Sie zu kennen.
Aber um Sie nicht im Regen stehen zu lassen, hier ein paar generelle Infos dazu:
Blasendivertikel entstehen meist durch eine länger bestehende Blasenauslass-Behinderung, häufig durch eine vergrößerte Prostata. Entscheidend ist daher nicht zuerst das Divertikel selbst, sondern die Ursache der schlechten Blasenentleerung. Wenn Tamsulosin und Katheter keine ausreichende Besserung bringen, ist in der Regel eine operative Beseitigung der Abflussbehinderung sinnvoll.
In den meisten Fällen ist dann eine Prostata-Operation die beste und wichtigste Maßnahme, zum Beispiel eine transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) oder – je nach Prostatagröße und Befund – ein Laserverfahren. Sehr oft entleert sich die Blase danach wieder besser, und kleine bis mittelgroße Divertikel müssen gar nicht extra operiert werden.
Eine gezielte Entfernung der Blasendivertikel selbst (Divertikulektomie) ist meist nur nötig, wenn sie sehr groß sind, Beschwerden machen, sich wiederholt entzünden, Steine enthalten oder sich trotz freiem Abfluss nicht entleeren. Das erfolgt dann offen, laparoskopisch oder roboterassistiert.
Welche OP für Sie „die beste“ ist, hängt also vor allem von Prostatagröße, Restharn, Blasenfunktion, Größe der Divertikel und Ihrem Allgemeinzustand ab. Häufig ist die Prostata-OP allein der richtige erste Schritt.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn
Prostata-Stent
Hallo,
es wird ein Prostata-Stent angesprochen. Ich habe bereits überall angefragt, aber niemand wusste, was das ist. Geschweige denn, dass ich einen Tipp bekommen hätte, wer diese Methode anwendet? Weiß jemand diesbezüglich eine Antwort?
Was ist ein Prostata-Stent?
Hallo Bernd,
ein Prostata-Stent ist ein kleines röhrenförmiges Implantat, das in die Harnröhre im Bereich der Prostata eingesetzt wird, um sie dauerhaft offen zu halten. Er wurde früher vor allem bei Männern mit starker Prostatavergrößerung oder Harnverhalt genutzt, wenn eine Operation nicht möglich war. Heute wird er nur noch sehr selten eingesetzt, weil es moderne, besser steuerbare Verfahren gibt.
Die meisten Urologen verwenden Prostata-Stents kaum noch, deshalb findet man dazu kaum Anlaufstellen. Wenn überhaupt, wird das noch in größeren urologischen Kliniken oder universitären Zentren gemacht, meist im Rahmen spezieller Fälle, etwa wenn jemand nicht operiert werden kann oder wiederholt Katheterprobleme hat.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn
Karl-Heinz Hofmann
Liebes Team,
am 20.03.2025 wurde ich – wegen gutartiger Vergrößerung – an der Prostata (ca. 50 ccm/vor Duodart 0,4/0,5 bei ca. 80 ccm) per bipolarer Nukleation TURP operiert.
Ich hätte folgende Fragen an Sie:
- Wie lange muss ich ca. mit Blutbeimengungen im Urin und Brennen beim Wasserlassen rechnen?
- Sollte zur Abschwächung des Schmerzes durch das Brennen ein Schmerzmittel eingenommen werden?
- Sollte vor dem Urologenbesuch am kommenden Donnerstag ein Urintagebuch geführt werden?
- Wann darf ich dann mit dem Beckenbodentraining beginnen? Und ist dies notwendig? (Bis auf wenige Tröpfchen bis jetzt keine Inkontinenz).
- Ist Blasentraining in Form von Urinhalten sinnvoll?
- Sind normale Spaziergänge erlaubt und sinnvoll? Und wie lange?
- Ab wann ist Gerätetraining für den Muskelaufbau wieder erlaubt?
Vielen Dank im Voraus und mit freundlichen Grüßen
Karl-Heinz Hofmann
Verhalten nach TURP
Hallo Herr Hofmann,
nach einer TURP aufgrund einer Prostatavergrößerung gibt es einige wichtige Punkte zur Nachsorge und Regeneration zu beachten:

1. Blutbeimengungen und leichtes Brennen beim Wasserlassen sind nach der Operation normal und können für 2-6 Wochen anhalten. In den ersten Tagen ist eine leichte Zunahme möglich, insbesondere wenn Sie körperlich aktiver sind.
Empfehlung: Viel trinken (2-3 Liter pro Tag, vorzugsweise Wasser), um die Blase gut durchzuspülen.

2. Wenn das Brennen stark ist, können leichte Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen in Absprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Alkalische Getränke (z.B. Kräutertees, basische Blasentees) können das Brennen lindern.

3. Ein Urintagebuch kann dem Urologen wichtige Hinweise geben, insbesondere zur Häufigkeit des Wasserlassens und zur Urinmenge.
Empfehlenswert wäre es, 3 Tage lang Notizen zu machen:
Uhrzeit des Wasserlassens
Menge (falls möglich)
[censored]ntuelle Beschwerden (Drang, Brennen, Inkontinenz)

4. Da Sie aktuell keine signifikante Inkontinenz haben, besteht möglicherweise kein unmittelbarer Bedarf für ein Beckenbodentraining. Dennoch kann Beckenbodentraining die Kontinenz auf lange Sicht verbessern.

5. Blasentraining sollte behutsam erfolgen, jedoch nicht zu früh nach der OP. Zunächst sollte die Blase regelmäßig entleert werden, um Reizungen zu vermeiden.

6. Spaziergänge sind erlaubt und sehr sinnvoll, um die Durchblutung zu fördern und die Heilung zu unterstützen. Starten Sie mit 20-30 Minuten pro Tag und steigern Sie langsam die Dauer, wenn Sie sich wohlfühlen.

7. Schweres körperliches Training (insbesondere Übungen mit starkem Druck auf den Beckenboden, wie Heben von Gewichten) sollte frühestens nach 6-8 Wochen begonnen werden. Leichte Übungen ohne große Belastung des Beckenbodens (z.B. Oberkörpertraining im Sitzen) können nach Rücksprache mit dem Arzt [censored]ntuell früher durchgeführt werden.

Falls Sie nach der Operation anhaltende Beschwerden wie starke Schmerzen, Harnverhalt oder zunehmende Blutungen haben, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt kontaktieren.

Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn
Kommentar schreiben

Navigations-Menü & weitere Artikel zum Thema Top