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Salbei: Wirkung und Nebenwirkungen

Viele Pflanzen werden dank ihrer heilenden Wirkung seit Jahrzehnten ergänzend zur Schulmedizin angewandt. Salbei ist eine der bekanntesten Heilpflanzen. Doch was ist dran an dieser altertümlichen Pflanze? Hält sie wirklich, was sie verspricht, und lässt sich die überlieferte Wirkung wissenschaftlich nachweisen?


Wirkung

Wie wirkt Salbei, und wogegen hilft es?

Schon ein Sprichwort aus dem 13. Jahrhundert sagt: „Warum soll ein Mensch sterben, wenn er Salbei im Garten hat?“.

Salbei (Salvia officinalis, Echter Salbei) ist ein beliebtes Gewürz in der Küche und hat in vielen Kulturen eine lange Tradition als Heilkraut. Der lateinische Name Salvia ist nicht ohne Grund von "salvare" abgeleitet, was "heilen" bedeutet.

Schnellkurs: Was kann Salbei wirklich?

Was steckt im Salbei?

Viele wertvolle Pflanzenstoffe. Neben Gerb- und Bitterstoffen sind ätherische Öle enthalten. Schaut man noch genauer hin, lassen sich Thujon, Kampfer Cineol und Flavonoide als Inhaltsstoffe identifizieren. Letztere sind viel geschätzte sekundäre Pflanzenstoffe, denen heilende Wirkung zugesprochen wird.

Gegen welche Erkrankungen und Beschwerden wirkt Salbei?

Tee-Zubereitungen (zur inneren oder äußeren Anwendung) aus Salbeiblättern werden in der Naturmedizin bei folgenden Beschwerden empfohlen:

  • Halsschmerzen und Zahnfleischentzündungen
  • starkes Schwitzen
  • Verdauungsbeschwerden (z.B. Sodbrennen)
  • leichten Hautentzündungen

Wie verwende ich Salbei als Heilmittel?

Traditionell wird Salbei als Tee getrunken. Die abgekühlte Flüssigkeit kann auch als Gurgellösung oder äußerlich als Tinktur genutzt werden. Ganz nach Vorliebe können Sie den Tee aus frischen oder getrockneten Salbeiblättern brühen oder lieber auf gekauften Tee zurückgreifen.

Wollen Sie selber die Pflanze ernten, soll der beste Zeitpunkt im Sommer sein, kurz vor der Blüte, wenn die Pflanzen besonders reich an wertvollen Inhaltsstoffen und ätherischen Ölen sind.

Konzentrate aus dem Handel

Salbei ist auch in Form diverser Konzentrate erhältlich, z.B. als Salbeiöl, Salbei–Extrakt oder Konzentrate aus Salbeiblättern. Sie weisen sehr viel höhere Konzentrationen der Inhaltsstoffe auf als Salbeitee. Wenn Sie sich an die Anwendungshinweise und -dauer der Beipackzettel halten, sind sie eine gute Alternative zum Salbeitee.

Natürliches Desinfektionsmittel

Salbei soll mehrere Effekte haben. Die desinfizierende Wirkung, die der Pflanze nachgesagt wird, wurde bereits in mehreren Studien untersucht. Bakterien, Pilze und Entzündungen sollen durch die Inhaltsstoffe reduziert werden. Die Wissenschaft bietet immer mehr Beweise hierfür …

So konnten Forscher des Frauenhofer Instituts in Leipzig nachweisen, dass ein Extrakt aus Salbei und Bitterkürbis bei Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa helfen kann, die Entzündungsreaktion zu bekämpfen. Welche spezifischen Wirkstoffe innerhalb des Extrakts den Effekt bewirken, wird noch weiter untersucht.

Ein Mittel gegen Krebs?

Des Weiteren vermutet man, dass Salbei auch bei Krebs hilft. Dem Heilkraut wird (auch von der Schulmedizin) eine sogenannte antioxidative Wirkung zugesprochen. Das bedeutet, es wirkt gegen bestimmte schädliche Stoffwechselzwischenprodukte und kann Zellen möglicherweise vor (bösartigen) Veränderungen schützen.

Was macht Salbei so interessant für die Krebstherapie?

"Echter Salbei" enthält sogenannte trizyklische Diterpene (Carnosol und Carnosolsäure), die antioxidativ wirken. Am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg wird Salbei deshalb schon seit Längerem intensiv untersucht. Mehr zum Thema Salbei und Krebs lesen Sie hier

.

Salbei hilft dem Gedächtnis auf die Sprünge

Auch gegen Demenz und nachlassende Gedächtnisleistung im Alter könnte Salbei wirken. Einige Untersuchungen bekräftigen die Vermutung: In einer englischen Studie verbesserte sich durch die Einnahme eines Salbeiextrakts die geistige Leistung älterer Männer. Aber auch in Italien wurde auf diesem Gebiet geforscht …

Eine Studie der Universität von Neapel verglich ein Salbeikonzentrat mit dem Medikament Donezepil, welches bei Alzheimer Demenz angewandt wird. Erstaunlicherweise konnte nachgewiesen werden, dass beide in dieselben biochemischen Prozesse im Gehirn eingreifen, um die Erkrankung zu lindern.

Kann Salbei beim Abnehmen helfen?

Ob Salbei helfen kann, unerwünschte Kilos zu verlieren, ist noch nicht abschließend geklärt. Allerdings wurde nachgewiesen, dass eine Kur mit Salbeitee den Cholesterin- und Blutfettspiegel sinken lassen kann.

Chia, der mexikanische Salbei

Nicht nur der „Echte Salbei“, sondern auch sein Verwandter aus Mexiko, der mexikanische Chia (Salvia hispanica), soll beim Abnehmen helfen. Nichts anderes als dessen Samen sind nämlich die als Superfood (Lebensmittel, die sehr reich an wertvollen Inhaltsstoffen sein sollen) gepriesenen Chia-Samen.

Ob Chia wirklich Wunder wirkt beim Erreichen des Wunschgewichtes, wurde schon mehrfach untersucht. Forscher analysierten nun die vorhandenen Studien und konnten diese Vermutung leider nicht bestätigen. Chia-Samen haben aber eine quellende Wirkung und könnten helfen, schneller satt zu werden, weil der Magen rascher gefüllt wird.

Konkurrenz für Chia-Samen aus der Heimat

Übrigens, unsere heimischen Leinsamen haben einen recht ähnlichen Gehalt an wertvollen Omega-3-Fettsäuren und sogar deutlich mehr Antioxidantien. Falls Sie Ihren Speiseplan aufgrund dieser gesunden Inhaltsstoffe bisher gerne mit Chia-Samen angereichert haben, ist unser lokales und günstigeres Superfood durchaus eine Alternative.


Ist die Wirkung von Salbei wissenschaftlich erwiesen?

Viele Studien berichten positiv über die Effekte des Salbeis auf die Gesundheit. Dennoch, wie so oft, ist es schwierig, eine definitive Aussage zu treffen. Naturgemäß liegen bei pflanzlichen Präparaten weniger aussagekräftige Studien vor als bei großangelegten Medikament-Studien von pharmazeutischen Unternehmen.

Salbei: Erfolgreich verwendet seit über 30 Jahren

Stellung dazu nimmt die Europäische Arzneimittelagentur (EMA), die als kritische und offizielle Stelle der Europäischen Union Medikamente überwacht.

Laut der EMA haben zahlreichen Studien den gesundheitsfördernden Effekt des Salbeis untersucht. Besonders traditionelle Anwendungsgebiete, wie z.B. die anti-entzündliche oder Schweiß-hemmende Wirkung, fanden in Forschungsarbeiten viel Beachtung. Darum ist hier eine positive Wirkung auf die Gesundheit sehr wahrscheinlich. Nicht ohne Grund wird Salbei schon seit über 30 Jahren als traditionelles Heilmittel genutzt. Es fehlen aber noch mehr aussagekräftige Studien, um eine definitive Aussage über die Wirkung von Salbei zu treffen.

Nebenwirkungen

Welche unerwünschten Wirkungen kann Salbei haben?

Auch wenn Salbei eine sehr nützliche Heilpflanze ist, kann er leider auch unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Welche das sind und ob man beim Konsum von Tee und Konzentraten sogar vorsichtig sein sollte, wollen wir Ihnen nicht vorenthalten.

Zunächst noch ein paar beruhigende Worte, um Sie nicht von dem an sich gesunden Salbei abzubringen: Wenn Sie Salbeiblätter in normaler Menge als Tee verwenden und nicht zur Risikogruppe zählen (Kinder, schwangere und stillende Frauen), müssen Sie sich keine Sorgen zu Nebenwirkungen machen. Wenn Sie lieber Präparate aus dem Handel bevorzugen, sollten Sie sich immer an die Dosierungsanweisung des Beipackzettels halten.

Wenn Sie diese Ratschläge beherzigen, bleiben Ihnen unliebsamen Nebenwirkungen erspart, und Sie können unbesorgt von den vielen positiven Effekten der Pflanze profitieren.

Schnellkurs: Tipps zur sicheren Anwendung von Salbei

Vorsicht vor Thujon und Kampfer!

Die Inhaltsstoffe der Salbeipflanze, die Probleme bereiten können, heißen Thujon und Kampfer. In den Salbeiblättern ist nur wenig davon vorhanden. Kleine Mengen der Substanzen sind ganz harmlos. Nur bei übermäßiger Einnahme stören sie insbesondere das Nervensystem und können zu folgenden Nebenwirkungen führen:

  • Übelkeit
  • Unruhe, Verwirrtheit
  • epileptische Krampfanfälle
  • Nierenschäden und Herzrasen

Wer sollte auf Salbei verzichten?

Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende sollten keinen Salbei zu sich nehmen, weder als Tee noch in Form von Konzentraten, da in letzeren Thujon und Kampfer in größerer Menge vorkommen.

Auf die Haut gehört nur Tee

Salbeiöl sollte nicht auf der Haut angewandt werden. Die konzentrierten ätherischen Öle können eine allergische Hautreaktion auslösen oder Augen und Atemwege reizen. Seien Sie darum bei bekanntem Asthma vorsichtig. Versuchen Sie lieber abgekühlten Tee, denn dieser birgt aufgrund der Verdünnung kaum Risiken für die Haut.

Was gilt es noch zu beachten?

Es wird empfohlen, dass die Kur mit Salbeikonzentraten nicht länger als 2 Wochen dauern sollte, da eine längere Einnahme noch nicht ausreichend erforscht ist. Aus Sicherheitsgründen wird auch davon abgeraten, sich ans Steuer von Fahrzeugen zu setzen, falls Sie Konzentrate wie Salbeiöl oder -extrakt zu sich nehmen.

Verträgt sich Salbei mit anderen Medikamenten?

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind bisher nicht bekannt. Allerdings sollte eine Salbei-Kur vorsichtshalber nicht mit Medikamenten, die den Gehirn-Botenstoff GABA fördern, kombiniert werden. Ein solches Medikament wäre z.B. das Antiepileptikum Pregabalin (Lyrica®).


Quellen:

  • Chiasamen Und Leinsamen: Die Unterschiede. Online unter www.zentrum-der-gesundheit.de (Zugriff am 04.07.2020).
  • Doerfler, W. (2016) Salbei (Salvia Officinalis L.). Online unter www.tumorzentrum-muenchen.de (Zugriff am 04.07.2020).
  • Dr. Blasius H. (2017) Salbei und Koloquinte gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Online unter www.deutsche-apotheker-zeitung.de (Zugriff am 04.07.2020).
  • European Medicines Agency (2009) Assessment report on Salvia Officinalis L., Folium and Salvia Officinalis L., Aetheroleum, London.
  • Hoffmann, M. et al. (2017) Therapeutic efficacy of a combined sage and bitter apple phytopharmaceutical in chronic DSS-induced colitis. Sci Rep.;7(1):14214. Published 2017 Oct 27. doi:10.1038/s41598-017-13985-x
  • Nair, S. et al. (2019) 'Comparative study of the antioxidant and antibacterial activities of the essential oil and methanolic extract of cultivated sage from Mascara region (North West of Algeria) indicates a strong antioxidant activities and an important antibacterial action with different levels of sensitivities to the tested extracts', South Asian Journal of Experimental Biology, 9, (1), p.34-39.
  • Pacifico, S. et al. (2017) A metabolic profiling approach to an Italian sage leaf extract (SoA541) defines its antioxidant and anti-acetylcholinesterase properties.

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