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Alzheimer-Demenz (Morbus Alzheimer): Ursachen und Behandlung

Wie entsteht eine Alzheimer-Demenz? Wie kann man sie behandeln und wie verläuft die Erkrankung in der Regel? Diese und viele weitere Fragen dazu beantworten wir im folgenden Beitrag.

Ursachen und Risiko

Alzheimer: Welche Ursachen und Risiken gibt es?

Der Morbus Alzheimer ist eine Gehirnerkrankung, bei der es zur Vernichtung von Nervengewebe kommt. Das geht mit einem Gedächtnisverlust einher, der stetig fortschreitet. Die genauen Ursachen sind noch unklar. Es scheint aber sowohl Risiko- als auch schützende Faktoren zu geben.

Alzheimer, die häufigste Form der Demenz

Der Begriff Demenz stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und leitet sich von "de-mens" her. Das bedeutet so viel wie abnehmender Verstand. Allerdings gibt es – medizinisch gesprochen – nicht nur eine Demenzform, sondern viele. Demenz ist also ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die alle in der einen oder anderen Form mit abnehmenden kognitiven Fähigkeiten zu tun haben. In mehr als der Hälfte aller Fälle von Demenz liegt die Alzheimer-Demenz vor.

Alzheimer ist eine Erkrankung des Alters. Der heutige Lebensstandard und die medizinischen Möglichkeiten bedeuten auf der einen Seite einen Segen, bringen aber zugleich Probleme und Krankheiten mit sich, die vor einigen Jahrzehnten noch kaum eine Rolle gespielt haben. Die meisten Menschen mit Alzheimer sind Senioren, die überwiegende Zahl ist sogar älter als 80 Jahre. Sehr selten sind Fälle bei Menschen in ihren 50ern.

Nervenzellen gehen zugrunde, aber warum?

Was genau die Alzheimer-Demenz verursacht, ist noch unklar. Man weiß aber, dass sie im Ergebnis zur Vernichtung von Nervengewebe im Gehirn führt. Auch schränkt die Krankheit die Kommunikation zwischen noch arbeitsfähigen Zellen ein. Diese Prozesse lassen sich nach wie vor nicht aufhalten.

Zurzeit werden verschiedene mögliche Ursachen für Alzheimer diskutiert. Denkbar sind Veränderungen in der Struktur der Lipide an der Zellmembran der Neuronen. Durch oxidativen Zellstress werden die mehrfach ungesättigten Fettsäuren an der Zellmembran in Mitleidenschaft gezogen.

Übrigens können die wichtigen Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in fettigem Fisch und Fischölprodukten enthalten sind, hier vorbeugend wirken. Sie zählen ebenfalls zu den Lipiden und werden als Bausubstanz für die Zellmembran gebraucht.

Auch das sogenannte Homocystein, das als Zwischenprodukt beim Stoffwechsel entsteht, könnte eine Rolle bei der Entstehung der Alzheimer-Demenz spielen. In zu großer Konzentration führt es zu Arteriosklerose und Gefäßschäden. Außerdem schädigt es die Neuronen. Als vorbeugender Ansatz sind hier die Vitamine der B-Gruppe in Erwägung zu ziehen.

Alzheimer kommt nicht aus dem Nichts

Während die Wissenschaftler bei den Ursachen noch weitgehend im Dunkeln tappen, scheinen manche äußeren Einflüsse eindeutig schädlich bzw. förderlich zu sein.

Zu den Faktoren, die die Gefahr erhöhen, an Alzheimer zu erkranken, gehören:

  • soziale Isolation: Wer wenig Kontakt zu anderen Menschen hat, vor allem im Alter, zeigt mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Form von Demenz. Dies hat seinen Grund darin, dass bei wenig zwischenmenschlicher Interaktion und Kommunikation die Gehirnzellen nicht mehr ausreichend trainiert werden, ganz ähnlich einem Muskel, der zu wenig beansprucht wird. Die Tendenz, sich im Alter zurückzuziehen, geht nicht nur oft auf den Verlust von Freunden und Angehörigen und auf eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit zurück, sondern hat seine Ursache nicht selten auch in einer nicht therapierten Schwerhörigkeit.
  • Bewegungsmangel: Wenn ältere Menschen sich wenig bewegen, leiden auch oft die kognitiven Fähigkeiten. Offensichtlich besteht ein Zusammenhang zwischen körperlicher und geistiger Aktivität.
  • Depression: Auch eine Depression kann eine Demenz nach sich ziehen, vor allem, wenn sie nicht konsequent therapiert wird.
  • Rauchen: Tabakkonsum hat sich inzwischen als Risikofaktor für zahlreiche Krankheiten herausgestellt; auch die Demenz gehört dazu.
  • Ernährung: Wer wenig frisches Obst und Gemüse verzehrt, ist anfällig für viele Krankheiten, auch für eine Demenz. Dabei ist Alkohol ein interessanter Fall. Es hat sich herausgestellt, dass der Konsum von viel Alkohol ein gravierender Risikofaktor von Demenz ist, aber auch die völlige Abstinenz wirkt sich hier offenbar eher ungünstig aus. Das Beste gegen Alzheimer scheint ein moderater Konsum von Alkohol zu sein, z.B. ein Glas Wein am Tag.
  • Mangel an Omega-3-Fettsäuren: Ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren kann ebenfalls ein Risikofaktor für die Entstehung von Alzheimer sein. Die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren hat sich als effektiv zur Vorbeugung von Alzheimer herausgestellt.

All diese Einflüsse lassen zwar noch keine allgemeinen Empfehlungen für Präventionsmaßnahmen zu. Das heißt, noch ist der direkte Zusammenhang zum Ausbruch bzw. Schutz vor einer Alzheimer-Erkrankung nicht erwiesen. Dennoch lohnt es sich, auf manche Dinge zu achten und vielleicht die eine oder andere Lebensgewohnheit zu überdenken.

Denn das gute an vielen dieser Risikofaktoren ist, dass sie beeinflussbar sind. Und je früher Sie gegensteuern, umso weniger hat die Demenz später eine Chance. Denn man geht davon aus, dass die Grundlagen für die Erkrankung bereits im mittleren Lebensalter gelegt werden.

Was das Herz schützt, ist auch gut fürs Gehirn

Allen voran gehen sämtliche Faktoren, die auch das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen bergen. Zu den üblichen Verdächtigen zählen hier das Rauchen, Übergewicht, ein erhöhter Blutdruck und hohe Blutfette sowie der Diabetes mellitus. Entsprechende Gegenmaßnahmen und eine frühzeitige Behandlung werden in den Leitlinien explizit zur Vorsorge einer Demenz nahegelegt.

Bei der Ernährung sind die Empfehlungen noch zurückhaltender. Der Stellenwert bestimmter Ernährungsgewohnheiten, wie z.B. eine ausgewogene mediterrane Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse und Fisch, wird jedoch durchaus gesehen. Es lohnt sich also auch hier, diese Ratschläge zu beherzigen. Noch dazu kommt das Ihrer Gesundheit ganz allgemein und Ihrem Wohlbefinden zugute.

Warum erkranken Alleinlebende häufiger an Alzheimer als Menschen in einer Partnerschaft?

Weil sie geistig schneller "einrosten". Ein wesentliches Problem vieler (älterer) Singles ist der geringe soziale Kontakt. Wer allein lebt, und das gilt insbesondere in höherem Alter, muss seinen Geist weniger anstrengen. Denn der tägliche Kontakt mit Mitmenschen erfordert eine sehr viel höhere geistige Aufmerksamkeit als das Alleinsein. Und fest steht: Alleinstehende erkranken häufiger an Demenz oder Alzheimer als Menschen in einer Partnerschaft.

Bestes Medikament: Kontakt

Deshalb gilt folgende Empfehlung: Wenn Sie allein leben, suchen Sie sich Ihre regelmäßigen sozialen Kontakte – ob nun mit der Familie, Freunden, Nachbarn, im Verein oder beim Sport. Denn sozialer Kontakt fördert die geistige Fitness.

Und wenn es um Ihre älteren Familienmitglieder geht: Motivieren Sie sie zu sozialen Kontakten. Geben Sie dabei nicht zu schnell auf, oft braucht es viel gutes Zureden. Am Ende jedoch leben Menschen mit regelmäßigen sozialen Kontakten nicht nur länger, und nicht nur Alzheimer-freier, sondern vor allem auch glücklicher.

Erhöht Stress das Risiko, an Alzheimer zu erkranken?

Darauf gibt es zumindest zahlreiche Hinweise. Da Stress objektiv kaum zu erfassen ist und Erkrankte bzw. die Angehörigen in der Rückschau leicht dazu neigen, einzelne Vorkommnisse überzubewerten, ist es generell schwierig, einen kausalen Zusammenhang mit Stress zu beweisen.

Diese Deutungsprobleme berücksichtigt, spricht vieles dafür, dass Stress die Entwicklung von Alzheimer begünstigt. Eine der eindeutigsten Hinweise kommt dabei von der Universität in Chicago. In einer Langzeitstudie, die mehr als 1.000 Senioren über viele Jahre begleitete, ermittelten die US-amerikanischen Wissenschaftler, dass diejenigen der Probanden, die vermehrt psychischen Stress angaben, später mehr als doppelt so häufig an Alzheimer erkrankten. Bestätigt werden diese Ergebnisse auch durch mehrere Untersuchungen, die einen schützenden Effekt eines sozial integrierten Lebens zeigen.

Verursachen Depressionen Alzheimer?

Menschen, die unter Depressionen leiden, bekommen auch häufiger eine Alzheimer-Demenz. Das ist das Ergebnis zweier aktueller Studien. Unklar ist allerdings, wer die Henne und wer das Ei ist. Oder ob nicht sogar beide Erkrankungen das Ei sind, sprich die gleiche Ursache haben.

Mehr als doppelt so oft Alzheimer mit einer Depression in der Vorgeschichte

Zunächst einmal zu den Zahlen: Personen, die irgendwann in ihrem Leben an einer Depression erkrankt waren, haben ein 2,5mal höheres Alzheimer-Risiko als Menschen ohne Depressionen. Trat die Depression vor dem 60. Lebensjahr auf, ist das Alzheimer-Risiko sogar vervierfacht. Das haben Wissenschafter der niederländischen Erasmus-Universität ermittelt. Eine US-amerikanische Studie mit 900 freiwilligen katholischen Geistlichen kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.

Unklar ist bislang aber, ob Depressionen eine Alzheimer-Erkrankung auslösen, oder ob beide Krankheiten eine gemeinsame Ursache haben. Dabei muss man sich auch vor Augen führen, dass eine Alzheimer-Demenz bei Menschen mit früheren Depressionen zwar häufiger auftritt – aber eben auch längst nicht immer.

Gemeinsame Ursache von Depressionen und Alzheimer?

Die niederländischen Wissenschaftler werfen eine Therorie ins Feld, nach der eine Depression zum Zelluntergang in bestimmten Bereichen des Gehirns führt. Vom Hippokampus und der Amygdala ist die Rede, beides Strukturen in den Tiefen unseres Gehirns. Bei Größenuntersuchungen dieser Areale konnte bisher aber kein Unterschied zwischen Menschen mit Depressionen und psychisch Gesunden nachgewiesen werden. Die Theorie ist also bis auf weiteres wirklich nur eine Theorie.

Die amerikanischen Wissenschaftler sind in ihrem Erklärungsansatz noch kryptischer: Eine Depression sei Folge charakteristischer Veränderungen im Gehirn, die wiederum die Reservekapazitäten der dort ansässigen Nervenzellen beeinträchtigen.

Man hätte auch einfach mal sagen können: "Wir wissen nicht, warum das so ist." Aber das fällt Medizinern offenkundig schwer.

Weshalb erkranken Menschen in den Mittelmeerländern seltener an Alzheimer?

Wahrscheinlich wegen ihrer Ernährung. Erwiesen ist das nicht, aber es wird aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse vermutet.

Was nun macht die typische Ernährung der Mittelmeervölker aus? In Kurzform: Relativ viel Obst und Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte. Relativ wenig rotes Fleisch und Geflügel. Wenig tierische Fette, dafür viel Olivenöl. Viel Rotwein, wenig Bier.

Natürlich ist das kein Patentrezept gegen Alzheimer. Aber diese Art der Ernährung ist auf jeden Fall gesünder als die bei uns übliche und wirkt sich generell positiv auf die Gesundheit aus.

Um bis zu 40% reduziertes Risiko

Eine Bestätigung für den schützenden Effekt der mediterranen Ernährung liefert eine aktuelle Studie. Bei insgesamt 2.200 Personen waren dabei das Ernährungsverhalten und das Alzheimer-Risiko abgeglichen worden. Das Ergebnis: Menschen, die sich besonders "mediterran" ernährten (viel Obst, Gemüse, Getreide, Fisch, Pflanzenöl, aber wenig Milchprodukte und Fleisch), erkrankten um 40% seltener an der Alzheimer-Demenz als Personen, die sich am wenigsten nach diesen Ernährungsempfehlungen richteten.

Wird Alzheimer vererbt?

Bei der häufigsten Form der Alzheimer-Demenz, dem sogenannten sporadischen Morbus Alzheimer, spielen genetische Faktoren nur eine nachgeordnete Rolle - zumindest soweit man bisher weiß. Denn in letzter Zeit sind bis dato unbekannte "Alzheimer-Gene" entdeckt worden, so dass die genetische Komponente der Krankheitsentstehung vielleicht doch größer ist als bisher angenommen.

Erste Alzheimer-Gene lokalisiert

Zusammenfassend kann man derzeit sagen: Der "sporadische Morbus Alzheimer" (weit über 90% aller Alzheimer-Fälle) ist sicherlich keine klassische Erbkrankheit, bei der ein bestimmtes Gen von den Eltern auf die Kinder übertragen wird. Aber bestimmte genetische Konstellationen können das Krankheitsrisiko erhöhen. Einige dieser Genveränderungen wurden auch schon konkret lokalisiert. Die Namen dieser "Alzheimer-Gene" klingen wie russische Raumkapseln: Apolipoprotein Epsilon 4 (ApoE4) und SORL1.

Anders sieht es bei der sehr viel selteneren, sogenannten "familiären Alzheimer-Erkrankung" aus. Bei dieser Variante des Morbus Alzheimer sind eindeutig und hauptsächlich genetische Faktoren die Ursache. Auch liegt hier der Erkrankungsbeginn sehr viel früher als beim klassischen Morbus Alzheimer. Die Demenz beginnt bei den Betroffenen mit familiärem Alzheimer oft schon zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr.

Welche Gene sind für die "familiäre Alzheimer-Erkrankung" verantwortlich?

Es gibt eine seltene Sonderform des Morbus Alzheimer, bei der die Erkrankung – im Gegensatz zum klassischen Morbus Alzheimer – schon sehr früh beginnt und eindeutig genetisch verursacht ist. Diese Alzheimer-Variante nennt man auch "familiäre Alzheimer-Erkrankung".

Die verantwortlichen Genveränderungen betreffen das "Amyloid-Vorläufer-Protein-Gen" sowie die Gene "Presenilin-1" und "Presenilin-2". Zumindest bei den beiden letztgenannten hat man ganz offensichtlich schon bei der Namensgebung unzweideutig klar machen wollen, um was es sich handelt – eher ungewöhnlich für die sonst bevorzugt kryptische Mediziner-Sprache.

Welche Bedeutung hat das Apolipoprotein Epsilon 4 (ApoE4) für das Alzheimer-Risiko?

Hinter dem kryptischen Namen "Apolipoprotein Epsilon 4" (ApoE4) steckt ein Gen bzw. eine spezielle Genvariante. Menschen mit dieser Genvariante haben ein signifikant erhöhtes Risiko, an Morbus Alzheimer zu erkranken.

Allerdings ist der klassische Morbus Alzheimer trotz ApoE4 keine Erbkrankheit. Zum einen haben längst nicht alle Betroffenen das ApoE4-Gen, zum anderen müssen – selbst wenn der Gendefekt vorliegt – wohl auch noch andere, nicht-genetische Faktoren hinzukommen, damit eine Alzheimer-Demenz entsteht.

Eine wirkliche Erberkrankung ist dagegen der sogenannte "familiäre Alzheimer". Bei dieser seltenen Krankheitsvariante sind eindeutig bestimmte Genveränderungen für die Erkrankung verantwortlich, die auch sehr viel früher als beim klassischen Alzheimer beginnt (oft schon weit vor dem 60. Lebensjahr).

Alzheimer durch Elektrosmog?

Menschen, die in der unmittelbaren Nähe von Hochspannungsleitungen wohnen, scheinen öfter an Alzheimer zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Bern.

Ob Hochspannungsleitungen ein gesundheitliches Risiko darstellen, ist seit Jahren umstritten. Auf der Seite der Beschwichtiger stehen vor allem Stromkonzerne und Mobilfunkbetreiber. Aber bei denen kann man nicht ernsthaft glauben, dass sie dieses Thema neutral bewerten. Bei einem vom Schweizer Nationalfonds finanzierten Studie, wie das hier der Fall war, schon eher.

Im Visier: Hochspannungsleitungen

Die Wissenschaftler nahmen über 9.000 Alzheimer-Sterbefälle unter die Lupe und glichen sie systematisch mit dem Wohnort und der Nähe zu Hochspannungsleitungen ab. Dabei zeigte sich eine deutliche Risikozunahme bei Menschen, die weniger als 50 Meter von einer solchen Leitung entfernt wohnten. Die Erkranungsgefahr nahm dabei mit der Dauer zu. Menschen, die über 15 Jahre so nah an einer Hochspannungsleitung gelebt hatten, bekamen doppelt so häufig eine Alzheimer-Demenz. Für alle Entfernungen oberhalb von 50 m konnte aber keine Risikoerhöhung festgestellt werden.

Stimmt es, dass Aluminium eine Alzheimer-Demenz verursachen kann?

Nein, zumindest gibt es dafür keine schlüssigen Beweise. Das Thema Aluminium (im Trinkwasser, in Lebensmitteln) und Alzheimer wird seit vielen Jahren diskutiert, unter anderem deshalb, weil in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten teilweise vermehrt Aluminium gefunden wurde.

Mittlerweile geht man aber davon aus, dass der Aluminium-Befund eher mit den abgestorbenen Nervenzellen zusammenhängt und nicht mit einer toxischen Wirkung des Metalls. Zudem gibt es Studien, die einen solchen Zusammenhang eher wiederlegen.

Wie immer bei derartigen epidemiologischen Fragestellungen ist es wissenschaftlich schwierig, endgültige Nachweise zu liefern. Und schlechte Nachrichten ("Aluminium macht Alzheimer") werden immer intensiver wahrgenommen als gute Nachrichten. Unterm Strich kann man aber sagen: Nach aktuellem Kenntnisstand (Juni 2011) keine Gefahr durch Aluminium.

Parodontose erhöht Alzheimer-Risiko

Es klingt ein wenig grotesk. Aber eine Parodontose oder auch andere Zahnentzündungen scheinen die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, später an Alzheimer zu erkranken. Und zwar gleich um das Vierfache. Das haben Zwillingsstudien des Karolinska-Instituts in Stockholm ergeben.

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 20.000 älteren Zwillingspärchen und nahmen dabei vor allem die Fälle unter die Lupe, in denen nur ein Zwilling an Alzheimer erkrankt war. Das Ergebnis: Genau in diesen Fällen gab es auch auffällig oft große Unterschiede in der Zahngesundheit. Die Zwillingsgeschwister, die als einzige an der Alzheimer-Demenz erkrankt waren, hatten auch deutlich häufiger zuvor mit entzündlichen Zahnfleischerkrankungen zu kämpfen gehabt.

Auch andere Entzündungen als Auslöser im Verdacht

Für die Studienleiter ist das eine weitere Bestätigung der These, dass eine Alzheimer-Erkrankung auch durch entzündliche Vorgänge im Körper ausgelöst werden kann. Und das auch Jahrzehnte später. Ähnliche Zusammenhänge waren auch schon für Grippe, Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten festgestellt worden.

Das bedeutet nun zwar nicht, dass jeder mit Parodontose später dement wird. Und es bedeutet auch nicht, dass jeder mit gesunden Zähnen vor Alzheimer geschützt ist. Aber es ist zumindest ein Indiz, dass es sich nicht nur wegen der Zähne lohnt, auf eine gute Zahngesundheit zu achten.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, im Alter an Alzheimer zu erkranken?

Der Morbus Alzheimer ist eine Erkrankung des hohen Lebensalters. Im Alter zwischen 70 und 75 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken, bei 2 bis 3%. Danach steigt sie kontinuierlich an. Bei den über 90jährigen ist nach aktuellen Schätzungen jeder Dritte an Alzheimer erkrankt.

Die Ursachen für diese drastische Zunahme im Alter sind nach wie vor unklar. Auch nicht endgültig geklärt ist die Frage, ob der Morbus Alzheimer seit Jahren tatsächlich stetig zunimmt, oder ob die vermeintliche Zunahme nur damit zusammenhängt, dass wir immer älter werden – dass es Alzheimer also schon immer so häufig gab, nur dass wir heute viel öfter das kritische Alter dafür erreichen.

Stimmt es, dass Frauen häufiger an Alzheimer erkranken als Männer?

Nimmt man alle Studien zu diesem Thema zusammen, gibt es Hinweise auf eine etwas höhere Anzahl an Alzheimer-Erkrankungen bei Frauen. Allerdings werden Frauen im Schnitt auch älter als Männer und je höher das Alter desto höher das Alzheimer-Risiko.

Einige Forscher äußerten auch die Vermutung, dass Frauen mit einem Alzheimer länger überleben als Männer mit Alzheimer. Insgesamt also keine eindeutige Antwort auf diese Frage.

Sicher ist, dass der Morbus Alzheimer bei beiden Geschlechtern zunehmend häufiger auftritt – unter anderem deshalb, weil wir immer älter werden.

Gibt es einen Test, der mein Alzheimer-Risiko vorhersagt?

Nein. Zum Glück, ist man versucht zu sagen, denn ein jahrzehntelanges Wissen um eine spätere Demenz, ohne dass man diese verhindern kann, ist nicht unbedingt erstrebenswert.

Es gibt eine Blutuntersuchung auf das sogenannte apoE-Gen, die mitunter in der Diagnostik einer seltenen Herzerkrankung eingesetzt wird, und die nach derzeitigem Kenntnisstand auch Hinweise auf ein erhöhtes Alzheimer-Risiko geben kann. Allerdings ist diese Untersuchung bzgl. Alzheimer viel zu unpräzise, um in der medizinischen Routine in Betracht zu kommen. Und wie gesagt: Selbst wenn dieser Test zuverlässiger wäre, wem würde er (außer den Test-Herstellern) nützen ?

Vorbeugung

Wie kann man sich vor der Alzheimer-Erkrankung schützen?

Da die Ursachen des Morbus Alzheimer nach wie vor unklar sind, gibt es auch kein Patentrezept zur Vorbeugung. Es gibt also nicht die eine sichere Maßnahme, die verhindert, dass die Erkrankung auftritt. Genauso wenig gibt es Dinge, die eindeutig Schuld sind an einer Demenz – von schwerem Alkoholkonsum mal abgesehen.

Das heißt aber nicht, dass man gar nichts tun kann. Die Experten sind sich weitgehend einig, dass eine gesunde Lebensweise das Alzheimer-Risiko zumindest verringert. Damit kann man zwar nicht ausschließen, dass eine Demenz auftritt, aber man kann die Wahrscheinlichkeit etwas reduzieren.

Zusammengefasst gibt es vier Faktoren, mit denen man sein Risiko, an Alzheimer zu erkranken, reduzieren kann:

  • Gesunde Ernährung: Wichtig ist vor allem vitaminreiche Kost, also viel Obst und Gemüse. Auch Fisch sollte jede Woche auf dem Speiseplan stehen.
  • Viel Bewegung: Regelmäßige Bewegung hält nicht nur den Körper in Form, sondern auch den Geist.
  • Geistige Aktivität: Intensive Gespräche, Zeitung lesen oder auch das Lösen von Kreuzworträtseln halten geistig beweglich.
  • Und immer wieder unterschätzt: soziale Kontakte halten auch geistig fit.

Wie gesagt ist das keine Garantie, dass es später zu keiner Demenz kommt. Aber die bisherigen Daten sprechen deutlich dafür, dass diese Dinge einen Einfluss haben. Und wenn wir uns vor Augen halten, wie wir heute im Vergleich zu früher leben, erscheint es nicht undenkbar, dass die zunehmende Häufigkeit der Demenz auch etwas mit unserer modernen Lebensweise zu tun hat.

Schützt ein anspruchsvoller Job vor Alzheimer?

Menschen, die im Beruf geistig gefordert sind, erkranken später seltener an Alzheimer. Das zumindest hat eine US-amerikanische Studie ergeben.

Die Wissenschaftler hatten 122 Patienten mit Alzheimer-Demenz und 235 gesunde Vergleichspersonen im Alter über 60 Jahre in Bezug auf ihre frühere berufliche Tätigkeit verglichen. Dabei zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken höher war, wenn die Arbeit wenig geistige Herausforderungen beinhaltet hatte.

Bedeutet das, dass geistige Beanspruchung im jüngeren Erwachsenenalter vor einer Demenz schützt? Bewiesen ist mit dieser Untersuchung noch nichts, betonen die Studienautoren. Aber nachdem auch schon frühere Studien einen solchen Zusammenhang angedeutet hatten, spricht wohl doch einiges dafür, dass ein geistig anregendes Leben und Berufsleben das Gehirn besser in Schuss hält. Das muss übrigens nicht unbedingt hochanspruchsvolle Lektüre oder die Beschäftigung mit akademischen Themen sein. Auch Reisen oder ein aktives soziales Leben halten das Gehirn fit.

Hilft Gehirn-Jogging wirklich gegen Demenz und Alzheimer?

Ja. Wobei es nicht die jetzt im Handel so zahlreich angebotenen Hand-Computer-Spiele sein müssen. Aber wer sich auch im Alter noch regelmäßig geistigen Herausforderungen stellt, senkt damit sein Risiko, an Demenz oder Morbus Alzheimer zu erkranken. Das ist nicht anders als bei der körperlichen Bewegung. Auch das Gehirn braucht Übung und "Bewegung", um fit zu bleiben.

Ob Sie Ihr geistiges Training nun mit Kreuzworträtseln, einem anspruchsvollen "denkenden" Hobby, Lesen, dem Lernen und Sprechen einer Fremdsprache oder mit den Gehirn-Jogging-Spielen betreiben, bleibt Ihnen überlassen. Aber hören Sie nicht mit dem Denken auf!

Was hat das Erlernen und Sprechen einer Fremdsprache mit Alzheimer zu tun?

Auf den ersten Blick nichts, auf den zweiten Blick um so mehr. Wer eine Fremdsprache lernt, und vor allem wer sie dann auch noch spricht, strengt den Geist an. Und wer den Geist anstrengt, fördert dessen Fitness. Das ist nicht anders als bei der körperlichen Bewegung. Ein fitter Körper entsteht auch nur dadurch, dass man ihn etwas fordert.

Fazit: Wer sich auch im höheren Alter noch regelmäßig geistigen Herausforderungen stellt, senkt damit sein Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Das Erlernen einer Fremdsprache ist dafür nur ein Beispiel.

Streber erkranken seltener an Alzheimer

Das Wort "Streber" ist natürlich ungerecht. Menschen mit einer großen Selbstdisziplin, die immer ihre Arbeiten erledigen wollen, bekommen seltener eine Alzheimer-Demenz. Das zumindest legt eine US-amerikanische Studie mit älteren katholischen Priestern und Nonnen nahe.

Die knapp 1.000 Geistlichen wurden mehr als zwölf Jahre lang beobachtet. Zu Beginn der Untersuchung waren alle Teilnehmer gesund. Außerdem hatten alle einen Persönlichkeitstest absolviert, in dem sie unter anderem ihre Produktivität und Zielstrebigkeit einschätzen mussten (z.B. "Ich will immer meine Arbeiten erledigen").

Haben die "Planer" mehr Reserven?

Am Ende der Beobachtungszeit hatten 176 der Probanden eine Demenz entwickelt. Allerdings waren diejenigen, die sich in dem Persönlichkeitstest als besonders zielstrebig eingeschätzt hatten, deutlich weniger betroffen. Ihr Risiko war um knapp 90% geringer als das der "Lässigen". Das bemerkenswerte daran: Bei späteren Hirnproben stellte sich heraus, dass es in beiden Gruppen gleich viele Personen mit den typischen Alzheimer-Ablagerungen gab. Aber offenbar waren die bei den "Planern" weniger zum Tragen gekommen.

Die Erklärung der Wissenschaftler: Sehr zielstrebige Charaktere, die eher dazu neigen, Impulse zu kontrollieren und Regeln und Aufgaben sehr ernst zu nehmen, entwickeln dadurch im Stirnbereich des Gehirns mehr Reserven, können eine Alzheimer-Demenz also länger kompensieren.

Auf welche Weise schützt körperliche Bewegung vor Alzheimer?

Endgültig bewiesen ist es noch nicht, doch alle bisher vorliegenden Studienergebnisse sprechen dafür, dass regelmäßige Bewegung auch vor Alzheimer schützt. Oder zumindest die Wahrscheinlichkeit senkt, dass im Alter ein Morbus Alzheimer entsteht.

Einer der vielen positiven Effekte von körperlicher Bewegung ist, dass die Durchblutung angeregt wird – auch die des Gehirns. Und eine verbesserte Sauerstoffversorgung des Gehirns steigert dessen Leistungsfähigkeit. Hinzu kommt, dass Sport und Bewegung die Muskelmasse erhöhen. Und eine größere Muskelmasse wiederum fördert die Stoffwechselaktivität, selbst wenn Sie sich mal gerade nicht bewegen.

Übrigens muss es gar nicht immer die Gymnastik oder das Walking sein. Auch im Alltag kann man immer wieder spielend Bewegungsübungen einbauen.

Mögliche Übungen für zu Hause sind:

  • Balancieren Sie zwischendurch mal. Nicht Meter über dem Boden, sondern zum Beispiel auf Ihren Küchen- oder Verandafliesen.
  • Werfen Sie ein Blatt oder ein Stück Papier hoch und fangen Sie es wieder auf. Klingt albern? Mag sein, ist aber eine wunderbare Bewegungseinheit für zwischendurch.
  • Stellen Sie sich im Alltag öfter mal auf ein Bein und auch auf die Zehenspitzen.
  • Balancieren Sie kleine Gegenstände auf den Händen, zum Beispiel einen langen Kochlöffel. Wieder so eine Übung, die etwas kindisch wirkt. Aber genau deshalb so gut ist.

Fisch gegen Alzheimer

Wer viel Fisch ist, erkrankt seltener an der Alzheimer-Demenz. Das ist kein Aprilscherz, sondern das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie.

Rund 800 gesunde Senioren im Alter zwischen 65 bis 95 Jahren waren sieben Jahre lang beobachtet worden. Dabei stand vor allem die Ernährung im Visier der Wissenschaftler. Neben pflanzlichen Ölen und Nüssen erwies sich in der Studie vor allem Fisch als Demenz-Verhüter. Diejenigen Personen, die mindestens einmal pro Woche frischen Fisch aßen, erkrankten um 60% seltener an Alzheimer.

Dir Ursache für dieses Phänomen liegt wahrscheinlich in den Omega-3-Fettsäuren. Diese Fette sind vor allem in frischem Seefisch enthalten und stehen – neben vielen weiteren gesundheitsfördernden Effekten – schon länger auf der Liste möglicher Nahrungsbestandteile, die vor einer Alzheimer-Demenz schützen. Die auch als Fischöl bezeichneten Fette scheinen insbesondere Nervenzellen gut zu tun.

Kaffee trinken schützt vor Alzheimer

Wenn Kaffee wieder einmal gesundheitsspendende Wirkungen zugesprochen werden, fragt man sich jedesmal, ob das jetzt eine Meldung der Kaffeehersteller ist oder ob es wirklich stimmt. Aber im Falle der Demenz scheint Kaffee tatsächlich zu schützen. Eine jetzt publizierte finnische Studie deckt sich jedenfalls mit den Ergebnissen früherer Untersuchungen zum gleichen Thema.

Die Wissenschaftler der Universität Kuopio nahmen die Daten von rund 1.400 Männern und Frauen unter die Lupe, die ab den frühen 70er Jahren fast 30 Jahre lang beobachtet worden waren. Diejenigen von ihnen, die täglich 3-5 Tassen Kaffee getrunken hatten, bekamen um 65% seltener eine Demenz als die Wenig-oder-gar-nicht-Kaffee-Trinker.

Das ist bemerkenswert, gleichwohl aber auch noch ein Rätsel. Auf welche Weise Kaffee das Gehirn vor Demenz oder Alzheimer schützt, ist nämlich noch völlig unklar. Die Wirkung von Tee haben die Finnen übrigens auch untersucht. Der blieb ohne Effekt.

US-amerikanische Forscher haben vor knapp einem Jahr ganz ähnliche Zusammenhänge ermittelt.

Krankheitsentstehung

Wie entsteht das bei Alzheimer so typische Beta-Amyloid an den Nervenzellen?

Im Prinzip durch einen fehlerhaften Abbau. Die Vorstufe von Beta-Amyloid ist das Protein APP. APP ist ein normales Stoffwechsel-Eiweiß, das üblicherweise durch die sogenannte alpha-Sekretase abgebaut wird. Die alpha-Sekretase ist ein Enzym, das APP dabei zu einem nicht giftigen, löslichen Folge-Protein verarbeitet.

Allerdings gibt es neben der alpha-Sekretase auch noch eine sogenannte beta-Sekretase und eine gamma-Sekretase. Und diese beiden Enzyme können APP auch abbauen. Wenn sie das tun, entsteht statt des nicht-giftigen Abbauprodukts ein giftiges, nicht mehr weiter abbaubares Protein: das Beta-Amyloid.

Warum nun freilich bei Menschen mit Morbus Alzheimer die beiden Unheil bringenden Enzyme beta-Sekretase und gamma-Sekretase ihr Unwesen treiben und nicht die alpha-Sekretase aktiv wird - das ist noch weitgehend ungeklärt.

Woher weiß man, dass die Tau-Proteine Alzheimer auslösen?

Ganz genau weiß man das noch gar nicht. Aber was man weiß: Bei Menschen mit der Alzheimer-Erkrankung finden sich im Innern der Nervenzellen typischerweise sogenannte Fibrillen, die aus Tau-Proteinen bestehen. Ebenfalls charakteristisch sind neben den Fibrillen im Innern der Neuronen beta-amyloid-haltige Plaques an der Außenseite der Zellen.

Ob diese Tau-Proteine und Plaques aber tatsächlich ursächlich für den Gedächtnisverlust sind oder vielleicht auch nur eine Art Nebeneffekt einer ganz anderen molekularen Ursache – das ist noch nicht endgültig geklärt. In früheren Untersuchungen ließ sich nachweisen, dass die Menge der in den Nervenzellen abgelagerten Tau-Protein-Fibrillen eng mit dem Ausmaß der Gedächtnisstörungen zusammenhängt – und das sprach natürlich für einen ursächlichen Effekt der Tau-Proteine.

Bedeutung der Tau-Proteine und Plaques in Frage gestellt

Mittlerweile aber gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die die Bedeutung der Tau-Proteine und Beta-Amyloid-Plaques in Frage stellen. So fanden sich in der sogenannten "Nonnen-Studie" bei verstorbenen Nonnen (die sich freiwillig zu einer posthumen Gehirnuntersuchung bereit erklärt hatten) sehr häufig solche Plaques, ohne dass die Ordensschwestern zu Lebzeiten irgendwelche Anzeichen einer Demenz gezeigt hatten. Es gibt daher eine Reihe an Wissenschaftlern, die dafür plädieren, den Fokus der Forschung von den Tau-Proteinen und Plaques abzuwenden und sich anderen Erklärungsansätzen (und damit auch anderen therapeutischen Optionen) zu widmen.

Falls die Tau-Proteine tatsächlich an der Entstehung des Morbus Alzheimer beteiligt sind, gibt es übrigens ein mögliches pflanzliches Gegenmittel: Weihrauch scheint die Tau-Proteine zu reduzieren.

Was sieht man bei Alzheimer-Zellen unter dem Mikroskop?

Nervenzellen von Patienten mit Morbus Alzheimer weisen charakteristische Veränderungen auf. So sieht man unter dem Mikroskop typische Ablagerungen von Plaques außen an den Nervenzellen. Diese Plaques enthalten Beta-Amyloid.

Im Innern der Nervenzellen (Neuronen) erkennt man wiederum typische Fibrillen, die sich aus sogenannten Tau-Proteinen zusammensetzen.

Beide, Plaques und Fibrillen, führen dazu, dass die Nervenzelle ihre Hauptfunktion, nämlich das Weiterleiten von Informationen, nicht mehr erfüllen kann - und zum Schluss ganz abstirbt. Warum und wie sich aber die Beta-Amyloid-Plaques und die Tau-Proteine an der Nervenzelle ablagern, ist bisher nur bruchstückhaft geklärt.

Können Hirnzellen Selbstmord begehen?

Sie können – und nicht nur sie. Im Prinzip sind alle Körperzellen in der Lage, Selbstmord zu begehen. Statt einer Schusswaffe bedienen sie sich dabei selbst produzierter "Killerproteine", die nach ihrer Freisetzung den Zelluntergang herbeiführen. Dieser "programmierte Zelltod" wird von Wissenschaftlern Apoptose genannt.

Eigentlich ein sinnvoller Vorgang, weil mit dem programmierten Zelltod überflüssige oder auch gefährliche Zellen sich sozusagen selbst aus der Welt schaffen können, könnte die Apoptose beim Morbus Alzheimer auch ursächlich an der Erkrankung beteiligt sein. Bestimmte Untersuchungen deuten darauf hin, dass beim Alzheimer die Apoptose von Gehirnzellen entgleist und übers Ziel hinausschießt.

Neben der medizinischen Relevanz eine Menge Stoff für philosophische Überlegungen...

Behandlung

Wie kann man die Alzheimer-Krankheit behandeln?

Da eine Heilung der Alzheimer-Krankheit gegenwärtig nicht möglich ist, konzentrieren sich die verfügbaren Behandlungs- und Betreuungsansätze darauf, die bestehenden Kernsymptome und Begleiterkrankungen zu mildern bzw. ihnen vorzubeugen. Dazu gehören z.B. Erregungszustände oder Depressionen.

Außerdem geht es darum, die geistigen Fähigkeiten und die Alltagskompetenz der Betroffenen zu stärken und betreuende Angehörige zu unterstützen. Dafür stehen Medikamente sowie psycho- und soziotherapeutische Verfahren zur Verfügung.

Menschliche Zuwendung und Verlässlichkeit sind von zentraler Bedeutung

Neben den professionellen Behandlungsmaßnahmen sind menschliche Zuwendung, Aktivierung und Beschäftigung, ein angemessener Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten des Demenzkranken sowie eine bedarfsorientiert gestaltete Lebensumgebung von zentraler Bedeutung. Stabilität und Verlässlichkeit der Umwelt sind für demente Menschen besonders wichtig.

Werden sie durch die Behandlung aus einer Unterforderungssituation in den Bereich positiv erlebter Leistungsfähigkeit geführt, ist ein wünschenswerter Fortschritt geglückt. Bei Überforderung können die Auswirkungen jedoch verheerend sein. Die Berücksichtigung begrenzter Bewältigungs- und Therapiemöglichkeiten ist auch eine Frage des Respekts gegenüber der betroffenen Person. Sie darf keinesfalls mit Resignation verwechselt werden.

Wichtige Faktoren der Behandlung im Überblick:

  • Bei einer Demenzerkrankung lässt das Erinnerungs- und Denkvermögen nach.
  • Auch die Psyche und das Verhalten des Demenzkranken können sich ändern.
  • Der Gedächtnisverlust und die Abnahme von Hirnleistungs- und Alltagsfähigkeiten lassen sich einige Zeit durch Antidementiva aufhalten.
  • Gegen depressive Begleitsymptome helfen Antidepressiva.
  • Bei aggressivem Verhalten und Wahnvorstellungen, die nicht anders beeinflussbar sind, können Neuroleptika helfen, deren Einsatz mit Vorsicht zu erfolgen hat.
  • Die nichtmedikamentöse Behandlung ist mindestens so wichtig wie die medikamentöse.

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten:

  • Antidementiva (Mittel gegen Demenz)
  • Antidepressiva (Mittel gegen Depressionen)
  • Neuroleptika (dämpfende Psychopharmaka)

Nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten:

  • geistiges (kognitives) Training
  • Verhaltenstherapie
  • Milieutherapie
  • Ergotherapie (Bewegung hilft!)
  • Musiktherapie
  • Kunsttherapie
  • Biographie-Arbeit
  • Realitätsorientierung

Welche Medikamente gegen die Alzheimer-Demenz gibt es?

In Deutschland sind gegenwärtig (Oktober 2011) vier Medikamente zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit zugelassen. Sie können die Erkrankung nicht heilen, aber ihren Verlauf verzögern.

Das gelingt ihnen, indem sie die chemischen Veränderungen in den beiden betroffenen Signalübertragungssystemen teilweise ausgleichen: den Mangel an Acetylcholin und den Überschuss an Glutamat. Dafür stehen zum einen drei verschiedene Cholinesterase-Hemmer zur Verfügung, die sich an das Enzym anlegen, das eigentlich für den Abbau des Signalstoffs zuständig ist. Zum anderen handelt es sich um einen direkten Gegenspieler (Antagonist) des Glutamats, dessen Wirkung das Medikament durch Blockade seiner Bindungsstellen an Nervenzellen vermindert.

Alzheimer-Medikamente in der Übersicht

Cholinesterase-Hemmer:

Anwendung: leichtgradige bis mittelschwere Demenz bei Alzheimer-Krankheit

  • Donepezil (Aricept®)
    Höchstdosis: 5-10 mg/Tag
  • Galantamin (Reminyl®)
    Höchstdosis: 16-24 mg/Tag

Anwendung: leichtgradige bis mittelschwere Demenz bei Alzheimer- und Parkinson-Krankheit:

  • Rivastigmin (Exelon®)
    Höchstdosis: 6-12 mg/Tag (Kapseln)

Glutamat-Antagonist:

Anwendung: mittelschwere bis schwere Demenz bei Alzheimer-Krankheit

  • Memantine (Axura®, Ebixa®)
    Höchstdosis: 10-20 mg/Tag

Was bringen Pflaster gegen Alzheimer?

Seit einiger Zeit gibt es die beiden Alzheimer-Wirkstoffe Galantamin und Rivastigmin auch als Pflaster. Damit soll eine kontinuierliche Abgabe des Arzneistoffes über die Haut gewährleistet werden. Der Vorteil: Solch ein Pflaster wirkt über einen längeren Zeitraum, womit die Gefahr, die tägliche Tabletteneinnahme zu vergessen, etwas umschifft wird.

Allerdings ist dieser Vorteil nur dann zu etwas nütze, wenn das Pflaster auch effektiv gegen die Demenz wirkt und keine relevanten Nebenwirkungen hat. Und genau daran bestehen Zweifel. Zumindest kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer aktuellen Bewertung zu einem sehr zurückhaltenden Urteil. Denn weder für das Pflaster mit Galantamin noch für das mit dem Wirkstoff Rivastigmin ließen sich bisher eindeutige Vorteile nachweisen.

Wirksamkeit fraglich, Nebenwirkungen möglich

In manchen Studien schnitten die Pflaster nicht einmal besser ab als ein Scheinmedikament (Plazebo). In anderen Untersuchungen zeigte sich ein Effekt auf die Gedächtnisleistungen, allerdings tendentiell eher bei noch sehr mäßiger Demenz und in relativ hoher Dosierung. Bei hoher Dosierung aber steigt auch die Gefahr von Nebenwirkungen. Und solche haben die Pflaster laut der IQWiG-Analyse durchaus. Vor allem Übelkeit, Erbrechen und Hautreizungen traten in den vorliegenden Studien gehäuft auf.

Für beide Pflaster-Präparate fehlt es im übrigen noch an verlässlichen Langzeit-Daten. Bis auf weiteres kann man die Pflaster also nicht unbedenklich empfehlen.

Wie wirkt Resveratrol bei Alzheimer?

Bei der Alzheimer-Demenz gehen Zellen des Zentralnervensystems stetig zugrunde. Ein Grund dafür sind Ablagerungen bestimmter Proteine, sogenannter Amyloid-Plaques auf der Zelloberfläche, die als harte Klumpen zwischen den Nervenzellen haften und sie blockieren. Polyphenole aus Resveratrol wirken diesem Prozess entgegen.

Resveratrol reduziert die Bildung seniler Plaques

Amyloid-Proteine werden im Gehirn kontinuierlich hergestellt und haben eigentlich eine sehr wichtige Funktion. Sie wirken allgemein antimikrobiell und antibakteriell und schützen damit das Zentralnervensystem vor Schäden durch eingedrungene Mikroorganismen. Zudem sind sie an der Reizweiterleitung von Nervenimpulsen, vor allem an den Schaltstellen, den Synapsen, von Bedeutung.

Erst wenn sich diese Amyloid-Proteine auf einer Nervenzelle ablagern, kommt es zu zellschädigenden Prozessen. Die Amyloid-Proteine verklumpen dann und stören die Signalübertragung und -weiterleitung durch die Nervenzelle, so dass diese schließlich abstirbt.

Die Erkrankung wird gebremst

Eine kleine Studie der Universität Georgetown mit 119 Teilnehmern konnte zeigen, dass Resveratrol in einer Dosierung von 2 g täglich die Spiegel der Amyloid-Proteine im Gehirnwasser (Liquor), vor allem des sogenannten Beta-Amyloid 40, stabilisiert, so dass diese in Lösung gehalten werden und sich weniger Amyloid-Protein als Plaque an der Nervenzelle ablagert. Dies könnte das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung verlangsamen.

Nach einjähriger Einnahme von Resveratrol konnte im Rahmen dieser Studie in der Tat ein geringerer Verlust der Aktivitäten des alltäglichen Lebens bei den Teilnehmern festgestellt werden – ein Ergebnis, das sicherlich weiterer Überprüfung bedarf.

Antientzündliche Wirkung im Gehirn

Unerwartet konnte in der Studie unter Resveratrol-Gabe auch eine Abnahme des Hirnvolumens beobachtet werden, die jedoch nicht mit einem Verlust kognitiver oder funktioneller Fähigkeiten einherging. Ein solcher Volumenverlust ist aus der Therapie der Alzheimer-Demenz mittels Immuntherapeutika bekannt. Da Resveratrol allgemein antioxidative und antientzündliche Eigenschaften besitzt, könnte es sich auch hierbei um eine durch Resveratrol induzierte Abnahme entzündlicher Prozesse im Gehirn handeln.

Weitere Informationen zu Resveratrol finden Sie hier.

Wirkt die Curry-Pflanze Kurkuma wirklich gegen Alzheimer?

Die genauen Ursachen einer Demenzerkrankung vom Typ Alzheimer sind noch weitgehend unbekannt und leider ist auch eine Heilungsoption vorerst nicht in Sicht. Weltweit wird aber nach Wirkstoffen geforscht, die diese Erkrankung stoppen oder zumindest mildern können. Dabei ist bereits seit einiger Zeit auch der safrangelbe Farbstoff der Kurkuma-Pflanze, Curcumin, im Visier der Wissenschaftler.

Antientzündlich und antioxidativ

Das ingwerähnliche Gewürz wird im südasiatischen Raum – vor allem in Indien – schon seit Jahrtausenden wegen seiner vielfältigen Heilwirkungen geschätzt. Mehr und mehr wird das, auch Gelbwurz oder auch Safranwurzel genannte Mittel auch in der westlichen Welt entdeckt. Und hier nicht nur in der Küche als Currypulver, sondern – dann zumeist in deutlich konzentrierterer und besser resorbierbarer Form – zunehmend auch als sehr effektiver Wirkstoff innerhalb der Medizin.

Neben anderen positiven Effekten verfügt die Essenz Curcumin nämlich nachweislich über stark antientzündliche und antioxidative Eigenschaften. Diese ließen nun auch die Demenz- und Alzheimerforschung aufhorchen – wodurch es zu mehreren interessanten Fallstudien kam.

Emotionale Störungen nahmen bei Testpersonen ab

So wurden Alzheimer-Patienten von japanischen Forschern beispielsweise über einen einjährigen Zeitraum mit dem Kurkuma-Extrakt versorgt. Nach Studienende hatten sich diverse krankheitsassoziierte Störungen wie Verhaltensauffälligkeiten, Reizbarkeit, Apathie und Angstzustände spürbar gelegt. Gleichzeitig nahmen die Gedächtnisfunktion sowie verschiedene geistige Fähigkeiten zu.

Bei anderen experimentellen Studien fanden die Wissenschaftler heraus, dass Curcumin wohl die Fähigkeit besitzt, im Gehirn die krankheitstypischen Eiweißablagerungen – sogenannte Beta-Amyloid-Plaques – zu binden und zu minimieren. Offenbar kann der Vitalstoff also die, für die meisten anderen Stoffe unpassierbare, Blut-Hirn-Schranke teilweise überwinden und den Nervenzellen im Hirn quasi „vor Ort“ einen gewissen Schutz bieten. Die beteiligten Experten gehen davon aus, dass der oxidative Stress, der von den Plaques in Form von kleinsten Entzündungsherden produziert wird, durch die antioxidative Wirkung des Curcumins zu einem gewissen Teil abgefedert werden kann.

Ein uralter Wirkstoff mit großer Zukunft?

Um den Effekt zu verstärken, wird bereits über ein Curcumin-Aerosol nachgedacht. Denn eine solche Darreichungsform in Sprühform könnte die Blut-Hirn-Schranke in noch effektiverer Form überwinden und den neuroprotektiven, also Nervenzellen schützenden Effekt gegebenenfalls noch verstärken...

Bei allen vielversprechenden Ansätzen muss hier allerdings betont werden, dass die Forschung diesbezüglich noch in den Kinderschuhen steckt und keinesfalls falsche Hoffnungen geschürt werden sollen. Andererseits sind diese ersten Erkenntnisse spannend und der Wirkstoff natürlich und weitgehend nebenwirkungsfrei, sodass eine vorbeugende oder therapiebegleitende Anwendung im Zweifelsfall zumindest nicht schadet.

Weitere Informationen zu Kurkuma und Demenz finden Sie hier.

Therapie der seelischen Begleiterscheinungen

Alzheimer: Warum kann es sinnvoll sein, Medikamente gegen Depressionen einzunehmen?

Eine Alzheimer-Erkrankung oder auch eine Demenz anderer Ursache betrifft nicht nur das Gedächtnis. Die nachlassende Geisteskraft geht oft auch mit ausgeprägten Verstimmungen und Ängsten einher. Denn natürlich spüren die Betroffenen, dass sie normalen Alltagssituationen zunehmend weniger gewachsen sind. Und das kann enorm belastend sein.

Antidepressiva, also Medikamente gegen Depressionen, können diese seelischen Begleiterscheinungen einer Demenz lindern. Sie heben im besten Falle nicht nur die Stimmung, sondern lindern auch Ängste und verbessern den Schlaf. Allerdings kommen dafür nicht alle Antidepressiva in Betracht. Wirkstoffe aus der Gruppe der Trizyklika (z.B. Amitryptilin, Clomipramin, Imipramin) sind sogar kontraproduktiv und können die Situation nioch verschlimmern. Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI, z.B. Paroxetin, Sertralin u.a.) dagegen sind eine sinnvolle Option.

Alzheimer-Demenz: Was tun, wenn die Betroffenen aggressiv oder psychisch auffällig werden?

Wenn eine Demenz etwas weiter fortgeschritten ist, können neben der nachlassenden Geisteskraft auch psychische Probleme auftreten. Nicht selten entwickeln die Betroffenen dann ausgeprägte Ängste, die sich bis hin zu Wahnvorstellungen steigern können. Auch starke Unruhe oder aggressive Ausbrüche sind möglich.

In einem solchen Fall kann es sinnvoll sein, zumindest zeitweise Psychopharmaka einzunehmen. Das sind Medikamente, die stark dämpfend wirken und Symptome wie Sinnestäuschungen, Angstzustände oder Aggressionen eindämmen. Meist werden hierzu sogenannte Neuroleptika eingesetzt, die oft auch bei der Schizophrenie eingenommen werden müssen. Allerdings können Neuroleptika insbesondere bei längerer Einnahme auch zu ernsten Nebenwirkungen führen (z.B. schwere Bewegungsstörungen), so dass in aller Regel eine zeitlich begrenzte Anwendung geboten ist.

Verlauf und Prognose

Kann die Alzheimer-Erkrankung geheilt werden?

Nein, bisher (Anfang 2018) gibt es leider keine Behandlungsmöglichkeit, mit der die Alzheimer-Krankheit nicht nur verzögert, sondern geheilt werden könnte. Es gibt daher nur die Möglichkeit, die Begleitsymptome und Begleiterkrankungen zu mildern.

Aber es wird mit zahlreichen Forschungsprogrammen intensiv an neuen Möglichkeiten der Alzheimer-Therapie geforscht. Im Mittelpunkt der Studien stehen die Bekämpfung der Krankheit und deren Vorbeugung.

Insgesamt muss man aber bei allen Meldungen mit dem Tenor "Hurra, endlich eine Pille gegen Alzheimer" vorsichtig sein. Da die Zahl Demenz-Kranker ständig zunimmt, lässt sich mit dem Thema (leider auch) sehr viel Geld verdienen.

Kann sich die Alzheimer-Krankheit innerhalb weniger Wochen vom frühen zum späten Stadium verschlechtern?

Eine solch rapide Entwicklung der Alzheimer-Demenz ist nicht bekannt. Was allerdings beobachtet wird, ist ein wechselhafter Krankheitsverlauf mit Phasen der Stabilität einerseits und der Verschlechterung geistiger, sozialer oder körperlicher Fähigkeiten andererseits.

Die Ausprägung der Alzheimer-Krankheit kann dabei in Art und Weise und im Ausmaß von Patient zu Patient variieren.

Diagnose Alzheimer: Wie lange dauert es bis zur Pflegebedürftigkeit?

Das ist von Fall zu Fall völlig unterschiedlich. In einigen Fällen ist schon ein Jahr nach der Diagnosestellung der Alzheimer-Erkrankung ein selbstständiges Leben nicht mehr möglich. Bei anderen Betroffenen vergehen viele viele Jahre, ohne dass die Alltagstauglichkeit komplett dahin ist.

Nimmt man das statistische Mittel, dann leben Menschen mit Morbus Alzheimer noch etwa sieben Jahre. Davon etwa die Hälfte der Zeit in noch halbwegs selbstständiger Form. Aber das ist Statistik und sagt nichts über den Einzelfall aus. Es kann auch alles viel schneller gehen, oder sehr viel langsamer. Es gibt sogar Fälle, in denen sich die Symptomatik zeitweise wieder bessert.

Frühe "Entdeckung" verlängert die Erkrankung

Letztlich hängt natürlich auch viel davon ab, wann die Alzheimer-Demenz überhaupt entdeckt wird. Meist sind es ja die Ehepartner oder engsten Angehörigen, die zuerst merken, dass etwas nicht stimmt. Und die merken es mal früher, mal später. Wenn es dann soweit ist, ist der Betroffene längst nicht immer bereit, deshalb zum Arzt zu gehen oder sich gar einem Test zu unterziehen. So vergehen nicht selten Monate bis Jahre zwischen den ersten Anzeichen bis zur endgültigen Diagnose Alzheimer.

Allerdings wollen wir Sie mit diesen Worten auch nicht auffordern, wegen jeder kleinsten Gedächtnisschwäche sofort den Arzt aufzusuchen oder Ihren Ehepartner dahin zu jagen. Denn zum einen ist längst nicht jede Erinnerungslücke im Alter gleich eine Demenz. Im Gegenteil, ein leichter Abbau des Kurzzeitgedächtnisses ist in höherem Lebensalter völlig normal. Zum anderen ist eine frühe Diagnosestellung bei der Alzheimer-Demenz auch von fraglichem Wert. Aufhalten kann man die Erkrankung nur bedingt, auch wenn man davon weiß. Man könnte also sogar zu dem Schluss kommen, dass eine frühe Diagnose nur die Leidenszeit verlängert. Denn sobald man von der Erkrankung weiß, ist alles ja viel unheilvoller als bei der zuvor "nur" unklaren Schusseligkeit.

Sich vorbereiten, aber auch noch schöne Dinge zu tun

Eines jedenfalls steht fest: Handelt es sich wirklich um eine Alzheimer-Demenz, wird irgendwann eine Situation eintreten, in der der Betroffene praktisch nichts mehr selbst machen kann. Und niemanden mehr erkennt. Das ist furchtbar, vor allem für die Ehepartner und Angehörigen. Aber es passiert nicht über Nacht, man hat also zumindest etwas Zeit, sich darauf einzustellen. Und das ist auch der beste Tipp, den man geben kann. Einerseits die verbleibende Zeit der Selbstständigkeit noch bestmöglich zu nutzen. Also Dinge zu tun, die schön sind (was vor allem heißt, dass der Betreffende sie schön findet). Und andererseits ein paar Vorkehrungen für die Zeit zu treffen, in der das nicht mehr möglich ist. Dazu zählt neben der seelischen Vorbereitung auch, sich um die Pflege Gedanken zu machen.

Das ist alles sehr schwer, vor allem emotional, weil man einen geliebten Menschen dann irgendwann in einem Zustand erleben muss, in dem ein Austausch kaum noch möglich ist. Und weil man über die Jahre zuvor mit diesem schleichenden Abbau zurechtkommen muss, der ja nur selten von Verbesserungen oder zumindest stabilen Phasen unterbrochen wird. Aber zumindest kann man sich damit trösten, dass der Betreffende nicht unbedingt leidet. Man weiß es nicht so genau, aber es ist vermutlich so, dass der zunehmende Dämmerzustand, so furchtbar er einerseits ist, den Betroffenen ein Stück weit auch davor schützt, unter dem eigenen geistigen Abbau zu leiden. Das ist nur ein kleiner Trost, aber immerhin.

Alzheimer: Höhere Schulbildung = mehr Reserven

Menschen mit einer höheren Schulbildung scheinen einer Alzheimer-Demenz besser widerstehen zu können als weniger Gebildete. Weil sie möglicherweise über mehr "Rerserven" verfügen. Das jedenfalls schließen Wissenschaftler der Münchner Universitätsklinik (Klinikum rechts der Isar) aus ihren Untersuchungen.

In diesen Studien mit insgesamt 270 Patienten stellten sie fest, dass das Ausmaß der sichtbaren Hirnschäden durch die Alzheimer-Erkrankung nicht im Gleichklang mit den Symptomen steht. Soll heißen: Während bei einigen Menschen trotz ausgedehnter Eiweißablagerungen und Verklebungen (die typischen Alzheimer-Folgen) im Gehirn nur geringe Geistesschwächen auftreten, können die gleichen Schäden bei anderen Menschen mit fortgeschrittenen Demenz-Symptomen einhergehen. Und ganz offensichtlich haben Personen mit höherer Bildung eine etwas bessere Chance, nicht so stark von den Alzheimer-Schäden betroffen zu sein.

Die Münchner Wissenschaftler erklären sich das mit "Reservekapazitäten". Ohne so ganz genau zu wissen, wo die liegen sollen, nehmen sie an, dass ein durch stetige geistige Anregung trainiertes Gehirn Ausfälle bestimmter Regionen durch andere, nicht befallene Areale besser ausgleichen kann.

Nur scheinbar eindeutig

Alles klar. Oder doch nicht? Wie unsicher mitunter auch wissenschaftliche Daten sein können, zeigt die folgende Studie.  

Alzheimer schreitet bei höher Gebildeten schneller voran

Hat sich eine Alzheimer-Erkrankung erst einmal entwickelt, schreitet sie bei höher gebildeten Patienten rascher voran. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt jetzt eine US-amerikanische Studie. Bisher hatte man angenommen, dass es genau andersherum ist.

Theorie: Erst schützt die Bildung, später geht mehr zugrunde

Die höhere Bildung scheint diesen neuen Erkenntnissen zufolge aber nur zu Beginn der Erkrankung zu helfen. Und wahrscheinlich auch in der Zeit davor. Dann verzögern die geistigen Reserven früheren Untersuchungen zufolge die Alzheimer-Entstehung. Sobald der Krankheitsprozess dann aber im vollen Gange ist, scheint sich die höhere Dichte an Nervenverbindungen im Gehirn (Ausdruck einer höheren Bildung) negativ auszuwirken. Wo viel ist, kann auch halt auch mehr zerstört werden.

In der aktuellen Studie der Columbia University wurde bei 312 Alzheimer-Patienten der Krankheitsverlauf über fünf Jahre analysiert. Das Ergebnis: Die Abnahme der geistigen Beweglichkeit nahm mit jedem zusätzlichen Jahr an Ausbildung leicht zu.

Welche Narkosemittel können einen ungünstigen Einfluss auf die Alzheimersche Erkrankung haben?

Es gibt bestimmte Inhalationsnarkotika (Narkosemittel, die eingeatmet werden), die die Ablagerung von Beta-Amyloid auf den Nervenzellen fördern können. Und Beta-Amyloid ist genau das Eiweiß-Abbauprodukt, dass die für Alzheimer so typischen Plaques auf den Neuronen bildet.

Narkosemittel, für die solch ein Effekt gezeigt werden konnte, sind zum Beispiel Halothan und Isofluran. Diese Anästhetika werden häufiger bei größeren Operationen angewendet. Daran erkennt man aber auch schon das Dilemma dieser Erkenntnis: Größere Operationen sind in aller Regel wichtig, oft sogar lebenswichtig. Auch wenn nach der Operation eine Verschlechterung der geistigen Funktionen befürchtet werden muss, kann man dennoch meist nicht auf die Operation verzichten. Zumindest aber sollte man Für und Wider sorgsam abwägen.

Wissenswertes

Woher kommt der Krankheits-Name Alzheimer?

Der typische Symptomenkomplex der Alzheimer-Demenz wurde erstmals Anfang des letzten Jahrhunderts beschrieben - von dem Neurologen Alois Alzheimer. Daher der Name.

Wichtig zu wissen ist, dass nicht jede Demenz ein Morbus Alzheimer ist. Hinter dem Abbau der geistigen Fähigkeiten können verschiedene Ursachen und Krankheitsbilder stecken, der Morbus Alzheimer ist eine davon.

Quellen:

  • Neurology, Archives of General Psychiatry
  • American Journal of Epidemiology, epub ahead of print (DOE:10.1093/aje/kwn297)
  • Alzheimer Forschung Initiative
  • Arch Neurol. 2003;60:922
  • Journal of Alzheimer's Disease 16(1)
  • IQWiG Vorbericht A09-05
  • A randomized, double-blind, placebo-controlled trial of resveratrol for Alzheimer disease, R. Scott Turner, MD, PhD,corresponding author Ronald G. Thomas, PhD, Suzanne Craft, PhD, Christopher H. van Dyck, MD, Jacobo Mintzer, MD, Brigid A. Reynolds, NP, James B. Brewer, MD, PhD, Robert A. Rissman, PhD, Rema Raman, PhD, and Paul S. Aisen, MD, Neurology. 2015 Oct 20; 85(16): 1383–1391.
  • Deutsche Alzheimer Gesellschaft
  • "Selbsthilfe Demenz"
  • J Alzheimers Dis 17:4 (August 2009)

Kommentare: Archiv

Turbo-Demenz
Dienstag, den 18. Dezember 2018 um 14:23 Uhr, Elli
Anfang dieses Jahres spielte meine Mutter noch komplexe Kartenspiele - wie zum Beispiel: Doppelkopf und Canasta. Darüber hinaus strickte sie leidenschaftlich Figuren/Socken für Kinder. Jetzt befindet sie sich in folgendem Zustand: Sie kann so gut wie nichts mehr, nicht einmal "Mensch ärgere dich nicht"! Sie hat keinen Tag- Nachtrhythmus, erkennt Personen von früher nicht. Nur noch die eigenen Kinder. Sie ruft nach ihrem Ehemann, der erst vor wenigen Wochen gestorben ist. Sie kann den Fernseher nicht mehr bedienen, nicht mehr laufen sowie stehen nur mit Unterstützung. Essen und Trinken muss ihr mittlerweile überwiegend angereicht werden, sonst schläft sie entweder am Tisch ein oder schaut aus dem Fenster - und kommentiert laut, was sie sieht. Gespräche sind so gut wie nicht mehr möglich. Sie kann sich nicht darauf konzentrieren bzw., sie versteht nicht, was besprochen wird. Im Krankenhaus wurde ein CT vom Kopf gemacht. Ihre Hirnmasse ist geschrumpft. In welchem Zeitraum wissen wir nicht, da zuvor - bis auf alterstypisch wirkende Vergesslichkeit, die allenfalls auf eine beginnende Demenz hinwies - nichts weiter zu bemerken war. Wahrscheinlich werde ich noch abklären lassen, ob sie evtl. an Creuzfeldt Jakob leidet. Obwohl es eh nichts bringt, da es immer tödlich verläuft. Aber, obwohl ich selbst in einem Seniorenheim arbeite, hat mich dieser Verlauf tief erschüttert. Bisher habe ich so etwas nur einmal bei einem Mann erlebt! In der Zeit, als BSE auftrat. Dieser Mann aß fast nur Fleisch, tagtäglich. Er war um die 70, ein lustiger lebensfroher Mensch. Es trat wie ein Blitz aus dem heiteren Himmel auf. Und, innerhalb eines Jahres starb er. Ich glaube nicht an die Version, dass das Alter auslösend ist, sondern gehe von äußeren Faktoren aus, die im Alter aufgrund des schwächeren Immunsystems oder bereits umweltbedingter Vorschädigungen wohl eher Schaden zufügen. Es bleibt auch abzuwarten, wie es später bei den Veganern aussieht, die vollkommen auf tierische Produkte verzichten. So, wie wir konsumieren und mit diesem Planeten umgehen, kann nicht Gutes dabei herauskommen. Soweit ich weiß, war die erste Alzheimerpatientin eine Frau von einem Bauernhof… Übrigens: Dieses HTML-Fenster ist unpraktisch, man kann nur eine Zeile sehen.

Alzheimer im raschen Verlauf
Montag, den 12. November 2018 um 14:22 Uhr, Sybille Frohwein
Meine Schwiegermutter ist vor knapp zwei Monaten - im Alter von 88 Jahren - an Alzheimer erkrankt. Seitdem schreitet die Krankheit im rasanten Tempo, fast mit wöchentlicher Verschlechterung voran. Keine Dialoge mehr möglich, starke Stimmungsschwankungen, keine zeitliche und örtliche Orientierung mehr. Wenn sie was sagt, dann meist nur in kurzen, englischen oder französischen Wörtern und Kurzsätzen. Kein eigener Antrieb mehr. Wie kann es angehen, dass der Krankheitsverlauf im Zeitraffer geschieht? Wir wohnen im selben Mehrfamilienhaus und können keine ruhige Minute mehr finden, da wir uns ständig in Alarmbereitschaft befinden.

Alzheimer.
Montag, den 27. August 2018 um 14:56 Uhr, Hans Grimm
Nach 40 Jahren die Partnerin innerhalb von 3 Jahren an Alzheimer verloren. Bis zum Schluss allein zu Hause gepflegt. Ab Mai ging es dann täglich bergab. Totale Nahrungsverweigerung! Fresobin in den ersten ersten 14 Tagen noch aus kleiner Schale getrunken, dann aus meiner Hand geschlagen. Daraufhin habe ich das Fresobin mühselig mit dem Röhrchen in den Mund geträufelt und dabei laufend "schlucken!" gerufen. Teils wurde es im Rachen so dick, dass sie nach Luft rang, und ich schnell ihren Rachen säubern musste. Dann gab ich ihr im Wechsel Apfelsaft - mit dem Resultat, dass ein Teil davon in die Lunge gelangte und sie Lungenentzündung bekam. Als sie nach 10 Tagen aus der Klinik kam, konnte sie sich überhaupt nicht mehr bewegen. Jetzt gab ich ihr Fresobin und Apfelsaft in 1-ml-Schritten. Für 500 -600 ml brauchte ich - über den Tag verteilt - 3 bis 4 Stunden. Doch auch dabei gelangte noch etwas in die Luftröhre, was ich dann mit einem Schläuchchen in meinem Mund absaugte. Es half alles nichts! Ein Nierenversagen beendete qualvoll ihr Leben - und mich plagen jetzt entsetzliche Schuldgefühle.

Alzheimer
Samstag, den 26. Mai 2018 um 00:08 Uhr, Werner Langenegger
Ich empfehle allen, das Buch: "Alzheimer ist heilbar" von Dr. med. Michael Nehls (Heyne)" zu lesen. Mit Vorschlägen zur Vorbeugung und Heilung.

Demenz
Montag, den 15. Januar 2018 um 09:28 Uhr, Marion.B
Meine Mutter (80) hat Demenz. Gemeinsam mit meinem Mann und dem Pflegedienst kümmere ich mich um sie. Mein Vater (83) ist dazu nicht in der Lage. Meine Mutti ist nun wieder aus dem Bett gefallen und hat sich dabei auf die Lippe gebissen. Der Pflegedienst hatte vergessen, das Gebiss herauszunehmen. Was ich immer wieder merke, ist, dass Realität und Versprechen der Pflegekassen sehr, sehr weit auseinander gehen. Ich möchte meinen Eltern das Heim ersparen. Von meinem Bruder habe ich keine Hilfe zu erwarten. Eine 24-Std.-Pflege zu Hause wäre super! Das Heim würde das komplette Geld bekommen, warum nur? Herrscht doch im Heim der Pflegenotstand. Und, einen alten Baum verpflanzt man doch nicht!

Planer erkranken seltener an Alzheimer
Sonntag, den 06. November 2016 um 06:47 Uhr, Dr. Karl Simon
kann das wohl daran liegen, dass die Krankheit bei einem Planer später auffällt, weil er Strategien gegen Fehlleistungen entwickelt hat und dadurch die Krankheit besser kompensiert, ohne sie tatsächlich aufzuhalten?

Nur 3 Monate
Samstag, den 24. Oktober 2015 um 22:42 Uhr, Marion Merkel
Bei meinem Papa sind vom Zeitpunkt der Diagnose der Demenzerkrankung bis hin zum bettlägerigen Zustand gerade mal 3 Monate vergangen... Ich bin verzweifelt und halte diesen Schmerz, meinen geliebten Vater so zu sehen, nicht aus...

Alzheimer Demenz
Freitag, den 28. August 2015 um 15:42 Uhr, Dr. Caspari
Leider ist das Schlimmste eingetreten. Meine Mutter starb am 24.8. Ich warte auf das Obduktionsergebnis, denn nun will ich wissen, was los war und auf was man sich bei medizinischen Diagnosen und Krankheitsverläufen verlassen kann.

rasches Verschlechtern
Samstag, den 22. August 2015 um 21:38 Uhr, Dr. Caspari
Ich kann bei meiner Mutter einen nahezu wöchentlichen Einbruch beobachten. Vor drei Wochen war ich mit ihr und ihrer Pflegerin einen kleinen Ausflug machen, bei dem sie kleinere Strecken recht gut gelaufen ist. Seit knapp einer Woche liegt sie nun im Bett, spricht nicht mehr, schluckt nicht mehr und schläft fast nur noch. Ich erwarte nun leider das Schlimmste. Von der Diagnose bis zum bitteren Ende 2 1/2 Jahre. Das ist rasend.

Alzheimer Demenz
Mittwoch, den 05. August 2015 um 12:07 Uhr, Maria Hess
Liebe Kerstin Eine gesunde Ernährung, viel Bewegung, viel Trinken und ein sorgenfreies Leben kann der Alzheimer vorbeugen. Aber dies muss man schon in frühster Jugend beginnen. Es nützt nichts, wenn man erst im hohen Alter damit beginnt. Es tut mir sehr leid um deinen Vater. Ich bin seit vielen Jahren Betreuungsfachkraft und habe tagtäglich mit dieser schlimmen Krankheit zu tun. Es ist wirklich schlimm, wenn man sich an gar nichts mehr erinnern kann, die Angehörigen leiden sehr darunter, aber man kann auch lernen damit umzugehen und es seinen betroffenen Angehörigen so leicht wie möglich zu machen. Mit ihnen auf einer empathischen Ebene zu sein und ihnen nonverbal mit Gestik, Mimik, Berührungen und Blickkontakt zu zeigen, dass man für sie da ist. Mehr kann man nicht mehr tun. Ich wünsche dir viel Kraft für deinen Vater und auch für dich.

Alzheimer Demenz
Mittwoch, den 05. August 2015 um 11:53 Uhr, Maria Hess
Mittlerweile gibt es ein Medikament, das die Alzheimer Demenz in Stufe 1 etwas hinauszögert, aber dieses Medikament wirkt nur im ersten Jahr dieser Erkrankung, ab der Stufe 2 wirkt es nicht mehr. Bisher läßt sich Alzheimer Demenz nicht heilen. Der Übergang von der Stufe 3 in die Stufe 4 ist der totale Verfall des Körpers, die meisten Organe funktionieren nicht mehr. Die Krankheit führt dann zum Tod.

Sehe ich anders
Sonntag, den 31. Mai 2015 um 21:54 Uhr, Lollo
Mein täglich Brot verdiene ich in der Betreuungsarbeit. Es wird aus einer gewissen Ohnmacht heraus immer wieder angeführt, dass geistige Beweglichkeit vor Demenz schützt. Zwar gibt es bei bereits Erkrankten Studien, die darauf hinweisen, dass geistige Aktivität den Verlauf einer Demenz positiv, im Sinne von längeren Erhalt der kognitiven Fähigkeiten, beeinflussen kann. Allerdings ist dies nicht zwangsläufig als vorbeugende Maßnahme anzusehen. Die Erkrankten, die ich kennen lernen durfte, kamen aus allen Schichten, auch aus akademischen Kreisen. Singles waren auch darunter. Aber eher wenig. Alle hatten aber ein intaktes und erfülltes soziales Leben und erkrankten dennoch. Wir reden hier von Generationen ab ca. 1950 und davor. Singles waren da noch nicht so stark vertreten wie heute. Aber was unterscheidet Singles von anderen Menschen? In erster Linie ihre Lebensgewohnheiten. Die meisten haben keinen festen Rhythmus, zudem kochen viele nicht. Sie essen unregelmäßig und öfters Fertigprodukte. Es wird kaum auf gesunde Ernährung geachtet, da niemand in ihrer Fürsorge steht. Singles sind zumeist ungewollt alleine. Entweder sind sie verwitwet oder kommen mit ihren Mitmenschen nicht klar, oder diese nicht mit ihnen. Die wenigsten sind alleine, weil sie es so wünschen. Nicht wenige haben mehr oder weniger starke depressive Schübe. Auffallend ist aber, dass bei Rheumatologen wesentlich weniger Patienten mit Demenz anzutreffen sind. Warum? Vielleicht, weil sie aufgrund ihrer Grunderkrankung fortwährend entzündungshemmende Mittel einnehmen? Wenn nun Demenz ein chronisch verlaufender Entzündungsprozess wäre, und die Ablagerungen ein Schutzfilm, der nachweislich antibiotisch wirkende Stoffe enthält? Und in diesen Zusammenhang sei die schwächere Immunabwehr im Alter aufgezeigt. Schon immer gab es Menschen, die geistig weniger rege waren. Aber noch nie gab es so viele Demenzerkrankungen. Interessant wäre noch eine Untersuchung im Zusammenhang mit tierischen Leichenprodukten - sprich Fleischverzehr... BSE lässt schön grüßen - da waren/sind auch Eiweiße im Spiel.

Demenzrisiko
Sonntag, den 31. Mai 2015 um 21:04 Uhr, Lollo
Vermuten kann man viel. Was uns fehlt ist Wissen. Solange wir die Ursache nicht kennen, ist die Suche nach vorbeugenden, oder heilenden Mitteln, die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Was natürlich Sinn macht, ist grundsätzlich eine gesunde und NATÜRLICHE Lebensweise und -Ernährung. Das wird aber immer schwieriger, da die Umwelt durch unseren Konsum immer mehr zerstört wird. Nahrung ist heutzutage industriell. Jeder Einzelne trägt dazu bei. Die Schuldigen sitzen nicht in den Konzernen, sondern als unser EGO in unseren Köpfen. Billig, schnell zuzubereiten. Und überall der Plastikverpackungsmüll. Chemie auf dem Teller. Mit jedem Zuwachs der Wirtschaft und unserer scheinbaren höheren Lebensqualität, schwindet die Natur und gleichzeitig kommen immer mehr Krankheiten auf, die uns peinigen. Das sollte uns allen zu Denken geben. Der Lebenswandel der westlichen Welt ist der Supergau von Morgen. Mal ehrlich - Geld verdienen und sparen, schaltet unser Verantwortungsgefühl gegenüber der Natur aus - siehe great USA - erst die Wirtschaft - dann alles andere.... Opfer werden hingenommen - solange es einen selbst nicht betrifft - aber irgendwann erwischt es auch einen selbst. Da wird mal wieder das Bibelwort wahr - Der Mensch erntet was er sät....

Alzheimer vorbeugen
Samstag, den 07. März 2015 um 21:35 Uhr, Kerstin ...
All diese Dinge hatte mein Vater, gesunde ausgewogene Ernährung, Bewegung an frischer Luft, soziale Kontakte und hat bis vor 2 Wochen noch Zeitung gelesen. Jetzt Endstadium.
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