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Welche Wirkung hat das Medikament Rivastigmin (Exelon®) bei Demenz und Alzheimer? Ist die Einnahme sinnvoll? Die wichtigsten Fragen zu Rivastigmin beantworten wir im folgenden Beitrag.

Wirkung

Auf welche Weise wirkt Rivastigmin gegen Alzheimer?

Rivastigmin (Exelon®) gehört zu den sogenannten Cholinesterase-Hemmern. Das sind Medikamente, die das Enzym Cholinesterase blockieren. Dadurch kommt es zu einem Anstieg des Botenstoffs Acetylcholin (den das erwähnte Enzym normalerweise zerlegt). Da Acetylcholin beim Denken und Erinnern eine bedeutende Rolle spielt und weil es bei Alzheimer an dieser Substanz mangelt, führt ein Anstieg dieses Botenstoffs tendenziell zu einem verbesserten Denkvermögen.

Besserung, aber keine Heilung

In der Praxis bedeutet das leider nicht, dass Rivastigmin eine Alzheimer-Demenz komplett aufhalten oder gar heilen kann. Allerdings kann das Medikament nachweislich die akuten Alzheimer-Beschwerden lindern (wenn auch nur geringfügig) und für eine gewisse Zeit das Alltagsleben für die Betroffenen und ihre Angehörigen erleichtern. Die Kehrseite der Medaille ist, dass das Medikament recht nebenwirkungsreich ist und nicht wenige Betroffene deshalb die Behandlung abbrechen (müssen).

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Wirkstoff vor einigen Jahren auf seinen Nutzen geprüft. Das Rivastigmin-Pflaster scheint demnach vor allem Patienten im Alter über 75 Jahre zu nutzen. Und zwar in der höheren Dosierung – das Pflaster gibt es in zwei Dosisstufen. Im direkten Vergleich mit der Tablette konnte das Pflaster keine eindeutigen Vorteile nachweisen.

Vielfalt an Medikamenten auf dem Markt

Rivastigmin wird in Deutschland unter dem Namen Exelon® und Nimvastid® angeboten. Seit geraumer Zeit gibt es Rivastigmin bzw. Exelon® auch als Pflaster.

Weitere Medikamente der Wirkstoffgruppe "Cholinesterase-Hemmer" sind Donepezil (z.B. Aricept®) und Galantamin (z.B. Reminyl®).

Noch ein Extra-Tipp:
Mit den richtigen Mikronährstoffen können Sie viel für Ihre Gesundheit tun.
Unsere Empfehlungen dazu finden Sie hier.

Quellen:

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Haben Sie eine eigene Erfahrung dazu gemacht oder haben Sie eine andere Meinung? Oder haben Sie eine Frage? Dann schreiben Sie gern einen Kommentar. Bitte Regeln beachten.

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Kommentare  
Unverträglichkeit von Rivastigmin
Mein Mann, 72, Parkinsonpatient, bekam Rivastigmin verschrieben, anfangs 1,5mg, dann nach 1 Monat 3mg 2 x täglich.
Jetzt am 3. Tag nach der Dosiserhöhung hatte er bereits Magenschmerzen und sich mehrmals übergeben. Außerdem ist er extrem müde und schwach. Was kann ich tun, um ihm zu helfen?
Danke im voraus, Ingrid Mundschau
Erbrechen und Schwäche nach Rivastigmin
Hallo Ingrid,
die geschilderten Beschwerden passen gut zu den bekannten Nebenwirkungen von Rivastigmin, insbesondere nach einer Dosiserhöhung. Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen sowie ausgeprägte Müdigkeit und Schwäche treten häufig auf, wenn die Dosis zu schnell nicht vertragen wird.
Allerdings dürfen wir aus der Ferne nicht Ihrer behandelnden Arztpraxis reinreden, das müssen Sie schon vor Ort klären. Deshalb nur ein paar generelle Infos:
Oft ist es sinnvoll, wieder auf die zuvor gut verträgliche Dosis zurückzugehen und erst später einen erneuten, langsameren Steigerungsversuch zu unternehmen. Setzen Sie das Medikament jedoch nicht dauerhaft eigenständig ab, sondern stimmen Sie das weitere Vorgehen zeitnah mit dem Arzt ab.
Wichtig ist, dass Ihr Mann ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, da wiederholtes Erbrechen schnell zu Flüssigkeitsmangel führen kann. Nehmen Sie Rivastigmin grundsätzlich zu den Mahlzeiten ein, da dies die Magenverträglichkeit verbessern kann.
Da Ihr Mann bereits mehrfach erbrochen hat und sehr schwach wirkt, sollte er am besten heute noch ärztlich beurteilt werden – insbesondere, wenn das Erbrechen anhält, er kaum trinken kann, benommen ist, Schwindel oder Kreislaufprobleme hat oder stürzt.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn
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Autor unseres Artikels
 
Dr. med. Jörg Zorn, Arzt / medizinischer Fachautor

Dr. med. Jörg Zorn
Arzt / medizinischer Fachautor

    Studium:
  • Universitätsklinik Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag

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Dr. med. Jörg Zorn, Arzt / medizinischer Fachautor

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Dr. med. Jörg Zorn
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