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Test auf Demenz & Alzheimer

Gibt es einen Test, der eine Demenz oder eine Alzheimer-Erkrankung nachweist? Woran erkennt der Arzt, dass es sich um eine Demenz handelt? Alle Fragen und Antworten dazu finden Sie in diesem Beitrag.

Selbsttests

An wie viele Produkte Ihres Einkaufs erinnern Sie sich noch?

Woran erkennt man eigentlich eine Demenz? Nach den Erfahrungen von Allgemeinarzt Matthias Krüger ist ein guter Test die sogenannte Supermarkt-Frage: "An wie viele gekaufte Produkte können Sie sich ein paar Stunden nach einem größeren Einkauf noch erinnern?" Laut Krüger sollten einem normalerweise innerhalb einer Minute rund ein Dutzend Produkte einfallen.

Neben Anzeichen von Gedächtnisschwund können auch Wesensveränderungen ein Frühzeichen von Demenz sein. Sozialer Rückzug, ungewohnte Aggressivität oder Ruhelosigkeit können insbesondere für die Angehörigen enorm belastend sein.

Krüger warnt davor, bei Feststellung einer Demenz "aufzugeben". Seiner Erfahrung nach neigen auch viele Hausärzte zur Ansicht, man könne doch ohnehin nichts mehr tun. Das stimmt aber nicht.

Ist langsames Gehen ein Frühzeichen der Demenz?

Es gibt viele Versuche, anhand einfacher Tests oder Merkmale das Risiko für eine Demenz vorherzusagen. US-amerikanische Ärzte haben nun untersucht, inwieweit die Gehgeschwindikgeit Aufschluss gibt. Und siehe da: Wer langsam geht, scheint eher Probleme mit seiner Gehirnleistung zu bekommen.

Um das herauszufinden, haben die Ärzte über 2.400 Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren untersucht. Über einen Beobachtungszeitraum von 11 Jahren mussten sich die Probanden Tests der Gehgeschwindigkeit, des Händedrucks und der Gehirnleistung unterziehen.

Langsames Gehen und schlaffer Händedruck = geringeres Gehirnvolumen?

In der Beobachtungszeit entwickelten 34 Personen eine Demenz und 70 einen Schlaganfall. Menschen, die langsam gingen, bekamen demnach 1,5mal so häufig eine Demenz wie Leute, die schneller gingen. Und wer einen festen Händedruck hatte, dessen Risiko war um 42% geringer, einen Hirninfarkt zu bekommen.

Wie das zusammenhängt? Sowohl das Gehen wie der Händedruck lassen offenbar Rückschlüsse auf das Gehirn zu. Menschen, die langsamer gingen, hatten im Schnitt ein geringeres Gehirnvolumen, ein geringeres Erinnerungsvermögen, weniger Sprachgewandheit und weniger Entscheidungsfreude. Wer einen festen Händedruck hatte, verfügte in der Regel auch über ein größeres Gehirnvolumen und schnitt in Gehirntests besser ab.

Zusammenhänge unklar – und auch unsicher

Wie genau es aber dazu kommt, das können die Ärzte nicht sagen. Denkbar wäre, dass bestimmte Erkrankungen, die sich auf das Gehirn auswirken, auch zu den Geheinschränkungen und der Verminderung der Kraft führen. Oder dass die abnehmende Leistungsfähigkeit des Gehirns auch die Leistungsfähigkeit des Körpers beeinträchtigt.

Anzumerken ist aber auch, dass bei insgesamt 34 Demenz-Fällen und einer Risikoerhöhung um die 50% nicht von einem wirklichen Beweis gesprochen werden kann.

Schieflage im Bett: Anzeichen für Demenz

Es hört sich ein bisschen komisch an, aber es ist wissenschaftlich nachgewiesen: Wer sich schief in sein Bett legt, erkrankt häufiger an Demenz. Das haben Neurologen der Universität Leipzig und der Universität Würzburg herausgefunden. Die Ergebnisse sind so außergewöhnlich, dass sie es sogar zu einer Publikation im renommierten "British Medical Journal" gebracht haben.

Die Versuchsanordnung war eigentlich simpel. Alle Teilnehmer der Studie, allesamt Patienten einer neurologischen Abteilung, sollten sich aus dem Sitzen heraus auf ein Bett legen. Normalerweise tun wir alle das mit einem Hang zur Symmetrie, sprich halbwegs gerade. Außerdem wurden bei allen Tests der geistigen Leistungsfähigkeit durchgeführt.

Räumliche Orientierungsstörung ein Frühsymptom?

In der Untersuchung zeigte sich, dass diejenigen, die sich spontan eher schief im Bett positionierten, auch in den Tests auf Demenz schlechter abschnitten. Die Erklärung: Die Wissenschaftler vermuten, dass schon zu Beginn einer Demenz das räumliche Orientierungsvermögen eingeschränkt ist. Dass dies also eine Art Frühsymptom der nachlassenden Geisteskraft ist.

Nach Ansicht von Prof. Joseph Claßen, einem der Studienleiter, ergeben sich daraus völlig neue Möglichkeiten der Früherkennung der Demenz – und damit auch für eine früher einsetzende Behandlung.

Tests und Untersuchungen beim Arzt

Wäre es nicht besser, von der Alzheimer-Diagnose gar nicht zu erfahren?

Diese Frage stellen sich viele. Was bringt es, wenn einem der Arzt den Verlust der Geisteskraft ankündigt, wenn man den ohnehin nicht aufhalten kann? Zumindest nach heutigem Stand nicht.

Formal hat man in jedem Fall ein Recht nicht nur darauf, über seine Diagnose informiert zu werden, sondern auch darauf, darüber nicht informiert zu werden. Und in der einen oder anderen Krankheits- bzw. Lebenssituation mag dies zumindest vorübergehend tatsächlich sinnvoll sein.

Herausforderungen des Alltags besser zu meistern, wenn man Bescheid weiß

Allerdings stellt die – korrekt ermittelte und sorgfältig geprüfte – ärztliche Diagnose eine wichtige bis unverzichtbare Hilfe dar, um bestehende Probleme erklären und eine gezielte Behandlung sowie die weitere Lebensplanung sinnvoll gestalten zu können. Die Angst vor einer wahrheitsgemäßen Diagnose oder vor schock- und schmerzgeprägten Reaktionen auf eine solche ist jedenfalls kein guter Ratgeber, wenn es um die Bewältigung der unvermeidlichen Herausforderungen geht, die uns und unseren Angehörigen vom Leben gestellt werden.

Im Gespräch mit dem Arzt sollte der Umfang der gewünschten und notwendigen Informationen geklärt werden.

Welche Tests werden zur Früherkennung einer Demenz eingesetzt?

Es gibt Tests der geistigen Leistungsfähigkeit, die eigens dafür entwickelt wurden, eine beginnende Demenz zu erkennen. Dazu gehören vor allem:

  • der Mini Mental Status Test (MMST)
  • der Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD)
  • der Dem-Tect
  • der Uhrentest

Bestätigen diese Tests den Verdacht auf Demenz, werden dann meist noch weitere, speziellere Untersuchungen beim Facharzt durchgeführt.

Welche Untersuchungen weisen nach, dass eine Demenz oder ein Alzheimer vorliegen?

Bei Verdacht auf eine beginnende oder fortgeschrittene Demenz führt der Arzt in der Regel zunächst ein längeres Gespräch mit dem Betreffenden. Auch eine körperliche Untersuchung und die Erfragung der kompletten Krankheitsgeschichte (Anamnese) gehört zur Basisdiagnostik.

Um der Sache etwas gründlicher nachzugehen, sind dann spezielle Tests der geistigen Leistungsfähigkeit und der Orientierung notwendig. Sie werden normalerweise bei einem Facharzt für Neurologie und Psychiatrie vorgenommen. Es gibt eine ganze Reihe an solchen Tests mit meist komplizierten Namen.

Die bekanntesten Tests sind:

  • Mini Mental Status Test (MMST)
  • DemTect
  • Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD)

Weitere Tests bei bereits bestätigtem Verdacht:

  • CERAD-Test
  • ADAS-cog-Test
  • SIDAM-Test

Auch Blut- und Urinuntersuchungen können notwendig sein, um andere Erkrankungen auszuschließen, die mit Beeinträchtigungen der Geisteskraft einhergehen können. Mit dem gleichen Ziel werden manchmal auch technische Untersuchungen veranlasst, z.B.:

  • EEG (Elektroenzephalographie)
  • CT (Computertomographie)
  • Kernspin (Magnetresonanztomographie, kurz MRT)

Während eine Demenz, also eine eingeschränkte geistige Leistungsfähigkeit, mit den oben beschriebenen diagnostischen Maßnahmen nachgewiesen werden kann, ist ein "Beweis" für die Spezialdiagnose "Alzheimer" so nicht möglich. Dass tatsächlich ein Morbus Alzheimer die zugrundeliegende Ursache der Demenz ist, wird daher meist durch Ausschluss anderer möglicher Ursachen festgestellt.

Kann man einen Morbus Alzheimer auch schon feststellen, bevor Gedächtnisprobleme auftreten?

Nein. Nach jetzigem Kenntnisstand ist das nicht möglich. Es gibt keinen verlässlichen Blut- oder Gentest und auch keine bildgebenden Untersuchungen (Röntgen o.ä.), die eine Alzheimer-Erkrankung aufzeigen oder gar beweisen können.

Ein Morbus Alzheimer kann somit nur anhand der Symptome diagnostiziert werden – mithin auch erst dann, wenn diese auftreten (und sobald man damit zum Arzt geht).

Wozu dient die SPECT-Untersuchung?

SPECT steht für Single-Photon-Emission-Computer-Tomografie. Mit dieser Untersuchung wird in der Demenz-Diagnostik die Durchblutung des Gehirns in den verschiedenen Hirnregionen gemessen und bildlich dargestellt.

Mit SPECT lassen sich typische Anomalitäten der Hirndurchblutung nachweisen, die z.B. auf einen Alzheimer hinweisen. Allerdings ist die Untersuchung alles andere als eine Routine-Maßnahme. Dafür ist sie zu aufwändig, zu teuer und zu strahlenintensiv. Auch wenn das die eine oder andere Röntgen-Praxis möglicherweise anders beurteilt...

Quellen:

  • American Acadamy of Neurology
  • British Medical Journal, BMJ.2009, Dec 16; 339: b5273

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