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Salbei und Krebs: Was kann die Pflanze ausrichten?

Immer mal wieder liest man, dass Salbei gegen Krebs wirken soll. Die Frage ist, was da tatsächlich dran ist. Soviel sei schon einmal verraten: Salbei kann durch seine verschiedenen Inhaltsstoffe und Wirkungsweisen ein Stück weit gegensteuern – das zumindest zeigen Studien und Untersuchungen.

Natürlich ist Krebs nicht gleich Krebs. Bei manchen Formen stehen genetische Einflüsse im Vordergrund, bei anderen wiederum Risikofaktoren wie Rauchen. Auch die Ernährung, Stress und bestimmte Umwelteinflüsse können unter Umständen dazu führen, dass sich Krebszellen eher breit machen.

Welche Ursachen aber auch immer sich hinter einer Krebserkrankung verbergen, Salbei könnte bei jeder Form von Krebs seinen Beitrag zur Genesung leisten. Denn es greift in Stoffwechselvorgänge ein, die bei sämtlichen Krebserkrankung aus dem Ruder gelaufen sind.

Salbei ist ein Radikalfänger

Ein Aspekt ist die Eigenschaft des Salbeis, freie Radikale einzufangen und somit außer Gefecht zu setzen. Freie Radikale entstehen bei sehr vielen verschiedenen Reaktionen und Vorgängen.

In einem gewissen Umfang ist das ganz normal und beeindruckt den Körper in der Regel nicht weiter. Wenn aber zu viele dieser Radikale im Umlauf sind, können sie Organe und Gewebe massiv attackieren und ihnen Schaden zufügen. Das kann verschiedene Konsequenzen haben, unter anderem Krebs.

Antioxidative Wirkung durch Carnosol

Nun gibt es glücklicherweise einige Substanzen, die dafür sorgen, dass die freien Radikale sich nicht so ausbreiten können, wie sie möchten. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer antioxidativen Wirkung. Diese Fähigkeit hat auch Salbei.

In einer Studie zeigte sich, dass die antioxidativen Abwehrkräfte durch Salbeitee gestärkt wurden (Sá et al. 2009). Das hat mit den Stoffen Carnosol und Carnosolsäure zu tun, die in der Pflanze enthalten sind. Diese schützen offenbar zudem vor bestimmten Karzinogenen – also Substanzen, die die Entstehung von Krebs begünstigen oder Krebs erzeugen (Danilenko et al. 2001).

Extrakt schneidet Versorgung von Tumoren ab

Ein weiterer Pluspunkt von Salbei als Anti-Krebsmittel: Das Extrakt der Pflanze greift in Mechanismen ein, die beim Tumorwachstum eine Rolle spielen. Konkret geht es um die sogenannte Angiogenese. Sie bedeutet in diesem Fall, dass der Tumor neue Blutgefäße bildet. Klar, so eine bösartige Geschwulst setzt alles daran, um zu wachsen und sich auszubreiten. Und dafür braucht sie Gefäße, die Nährstoffe und Sauerstoff liefern.

Indem der Salbei diese Gefäßbildung unterbindet, werden die Durchblutung und die Versorgung des Tumors gedrosselt. Im besten Fall verkümmert der Tumor und geht unter. Nach Angaben verschiedener Wissenschaftler ist Salbeiextrakt ein geeigneter Kandidat für eine Anti-Angiogenese-Behandlung (Keshavarz et al. 2011).

Anti-Krebs-Wirkung durch enthaltene Ursolsäure

In der Slowakei gab es ein Forschungsprojekt, bei dem deutlich wurde, dass die Beta-Ursolsäure aus dem Salbei eine Anti-Krebs-Wirkung hat. Die Ursolsäure an sich wurde erstmals aus den Blättern der Bärentraube isoliert, und das schon Mitte des 19. Jahrhunderts. Diese Säure verringert offenbar im Zusammenhang mit Krebs die Aktivität von Proteasen (das sind Enzyme, die Eiweiße spalten).

Die Proteasen an sich sind durchaus wichtig für einige Körperprozesse. Wenn bestimmte Enzyme allerdings vermehrt von Tumoren abgegeben werden, dann wird den Krebszellen so der Weg eröffnet, durch den Körper zu wandern und sich als Metastasen in anderen Organen festzusetzen. Dieser Vorgang wurde in einem Versuch mit Mäusen gehemmt. Tatsächlich konnte durch die Beta-Ursolsäure des Salbeis die Anzahl an sogenannten B16-Melanomzellen (das sind Zellen, die beim "schwarzen Hautkrebs" vorkommen), die in der Lunge Metastasen gebildet hatten, reduziert werden (Jedinak et al. 2006).

Rotwurzel-Salbei sogar bei aggressiven Tumoren wirksam

Wenn von Salbei die Rede ist, ist damit meistens der "Echte Salbei" (Salvia officinalis) gemeint. Eine andere Art, der Rotwurzel-Salbei, war wiederum Teil einer Studie, die an der Universität Heidelberg angesiedelt war. Die Forscher untersuchten insgesamt 76 Pflanzen. Dabei ging es um die Frage, ob und inwiefern die Pflanzen Krebs lindern oder vorbeugen können.

Bei insgesamt 18 Extrakten gab es positive Ergebnisse: Sie hemmten das Wachstum einiger Krebszelllinien. Die wirksamen Inhaltsstoffe eines jeden Extrakts wurden dann akribisch und Schritt für Schritt weiter analysiert. Und siehe da: Beim Rotwurzel-Salbei entdeckten die Wissenschaftler drei verschiedene Substanzen, die Krebszellen ordentlich etwas entgegenzusetzen haben. Demnach sind diese Inhaltsstoffe selbst bei einigen sehr aggressiven Tumorzelllinien noch wirksam, während andere, herkömmliche Krebsmedikamente hier versagen (Efferth et al. 2008).

Positive Wirkungen bei Darmkrebs

Mehrere Studien befassten sich mit den Effekten von Salbei auf Darmkrebs. In einer Untersuchung wurde die Salbei-Art "Salvia libanotica" verwendet. Die Forscher identifizierten einige Komponenten des ätherischen Öls, die durch ihre Kombination unter anderem das Wachstum zweier Dickdarmkrebszelllinien hemmten – und das, ohne die "normalen", gesunden Darmzellen zu beeinträchtigen.

Es sieht also so aus, als wäre Salbei ein wirkungsvolles Mittel gegen Darmkrebs (Itani et al. 2008). Zu diesem Ergebnis kommen auch Wissenschaftler einer portugiesischen Universität. In Versuchen mit Ratten bewährte sich Salbeitee (diesmal war es wieder der "Echte Salbei") so, dass die Autoren der Studie ihn als sinnvolles Mittel einstuften, um sich vor Darmkrebs zu schützen (Pedro et al. 2010).

Auch positive Effekte auf verschiedene andere Krebsarten

Aber die Anti-Krebs-Wirkungen der Pflanze beschränken sich nicht etwa auf Tumoren des Darms. Forscher im Libanon analysierten die Bestandteile verschiedener Pflanzen und deren mögliche Einflüsse auf Krebserkrankungen.

Zu den untersuchten Pflanzen gehörte auch der "Echte Salbei". Dabei kam heraus, dass deren ätherische Öle das Wachstum des Nierenzellkarzinoms bremsen. Außerdem hat Salbei demnach eine zytotoxische Wirkung auf Krebszellen eines Dickdarmtumors. Die Zellen werden also letztlich dazu gebracht, sich selbst zu zerstören. Auch gegen Tumoren der Prostata, der Lunge und der Brust scheint Salbei einiges ausrichten zu können (Loizzo et al. 2007).

Quellen:

  • Danilenko M, Wang X, Studzinski GP: Carnosic acid and promotion of monocytic differentiation of HL60-G cells initiated by other agents. 2001.
  • Efferth T, Kahl S, Paulus K, Adams M, Rauh R, Boechzelt H, Hao X, Kaina B, Bauer R: Phytochemistry and pharmacogenomics of natural products derived from traditional Chinese medicine and Chinese materia medica with activity against tumor cells. 2008.
  • Hamidpour M, Hamidpour R, Hamidpour S, Shahlari M: Chemistry, Pharmacology, and Medicinal Property of Sage (Salvia) to Prevent and Cure Illnesses such as Obesity, Diabetes, Depression, Dementia, Lupus, Autism, Heart Disease, and Cancer. 2014.
  • Itani WS, El-Banna SH, Hassan SB, Larsson RL, Bazarbachi A, Gali-Muhtasib HU: Anti colon cancer components from Lebanese sage (Salvia libanotica) essential oil: Mechanistic basis. 2008.
  • Jedinak A, Muckova M, Kost’alova D, Maliar T, Masterova I: Antiprotease and antimetastatic activity of ursolic acid isolated from Salvia officinalis. Z Naturforsch C. 2006.
  • Keshavarz M, Bidmeshkipour A, Mostafavi A, Mansouri K, Mohamadi-Motlagh H. Anti tumor activity of Salvia officinalis is due to its anti-angiogenic, anti-migratory and anti-proliferative effects. Cell J. 2011.
  • Loizzo MR, Tundis R, Menichini F, Saab AM, Statti GA, Menichini F: Cytotoxic activity of essential oils from labiatae and lauraceae families against in vitro human tumor models. 2007.
  • Pedro DF, Ramos AA, Lima CF, Baltazar F, Pereira-Wilson C: Modulation of DNA damage prevention and signaling pathways in diet induced colon cancer prevention. 2010.
  • Sá CM, Ramos AA, Azevedo MF, Lima CF, Fernandes-Ferreira M, Pereira-Wilson C: Sage tea drinking improves lipid profile and antioxidant defences in humans. 2009.

 

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