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Weihrauch: Wirkung und Nebenwirkungen

Wie wirkt Weihrauch bei Rheuma, Krebs und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen? Sind Nebenwirkungen durch das Harz der Heilpflanze bekannt? Und welche Dosis sollte täglich eingenommen werden? Diese und andere Fragen beantworten wir in folgendem Beitrag.

Wirkung

Welche nachgewiesenen Wirkungen hat Weihrauch?

Weihrauch hat eine Tradition, die mehrere Tausend Jahre zurückreicht. Er wurde als „Schweiß der Götter“ oder auch Gottesduft bezeichnet. Und das nicht zu Unrecht, wie sich heute wieder zeigt. Immerhin scheint Weihrauch einiges zu bieten zu haben – nicht nur bei religiösen Zeremonien, sondern auch in der Medizin.

Weihrauch bremst Entzündungsreaktionen

Nachgewiesen ist vor allem die entzündungshemmende (antiphlogistische) Wirkung des Weihrauchs. Das ist von großer Bedeutung, da auch viele chronische Erkrankungen letztlich auf eine Entzündungsreaktion im Körper zurückgehen, wie man heute weiß.

Entscheidend sind dabei bestimmte Anteile des Weihrauch-Harzes, die Boswelliasäuren. Sie blockieren ein Enzym, das sogenannte Leukotriene bildet. Dabei handelt es sich um Botenstoffe, die bei entzündlichen Prozessen freigesetzt werden. Sind weniger Leukotriene vorhanden, lassen auch die Entzündungsreaktionen nach.

Dem Weihrauch werden darüber hinaus allerlei weitere positive Eigenschaften nachgesagt. So heißt es, er wirke beruhigend und antibakteriell, stärke das Immunsystem und schütze die Leber. Bewiesen ist das aber nicht. Die Wirkung als Entzündungshemmer aber ist wissenschaftlich bestätigt.

Behandlung von Gelenk- und Darmentzündungen

Vor allem wegen der entzündungshemmenden Eigenschaften wird Weihrauch bei rheumatischen Erkrankungen sowie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) angewandt. Dasselbe gilt für die Therapie des Asthma bronchiale (hier sind die Atemwege entzündet). Auch Multiple-Sklerose-Patienten können möglicherweise von Weihrauch-Extrakten profitieren, zumindest lassen erste Studienergebnisse das vermuten.

Therapie-Möglichkeit bei Hirntumoren

Zudem hat sich Weihrauch teilweise in der Krebs-Therapie bewährt. Das Extrakt kann in der Behandlung bestimmter Hirntumoren (es geht hier vor allem um sogenannte Gliome) effektiv eingesetzt werden. Denn die Boswelliasäuren sorgen unter anderem dafür, dass Flüssigkeitsansammlungen (Hirnödeme) zurückgehen. Dadurch könnten Weihrauch-Extrakte im Idealfall eine Alternative zu Kortison darstellen.

Offene Fragen zur allgemeinen Wirkung bei Krebs

Einige Experten gehen davon aus, dass das Weihrauch-Extrakt generell Tumorzellen daran hindert, sich zu vermehren. Damit wäre der Weihrauch auch bei anderen Krebsarten ein sinnvolles Mittel. Der Krebsinformationsdienst weist darauf hin, dass es zwar einige verschiedenartig ausgerichtete und angelegte Studien zu Weihrauch bei Krebs gibt. Dennoch seien viele Fragen zum Wirkprinzip noch offen.

Verwandter Beitrag:
Weihrauch und Krebs: eine Zusammenfassung der Fakten

Nahrungsergänzungsmittel versus Arzneimittel

Weihrauch-Tabletten oder -Kapseln werden auf dem internationalen Markt vor allem in Form von Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Bisher gibt es in der Europäischen Union aber kein zugelassenes Fertigarzneimittel. Das liegt unter anderem daran, dass es ein langer und auch kostspieliger Weg ist, bis die geforderten Studien durchgeführt und so ein Mittel zugelassen wird. Zudem muss man leider vermuten, dass die großen Pharmafirmen auch kein Interesse an einem Wirkstoff wie Weihrauch haben, der keine Arzneimittelkosten von 10.000 Euro pro Jahr rechtfertigt.

Kapseln und Cremes aus der Apotheke

Es ist zwar vereinzelt möglich, Weihrauch als Arzneimittel in einer Apotheke anfertigen zu lassen – ggf. brauchen Sie dafür ein Rezept. Achten Sie darauf, woher das verwendete Harz kommt. Denn die Herkunft hat Einfluss auf die Qualität. Den meisten Studien liegt der indische Weihrauch zugrunde.

Ansonsten können aber auch Nahrungsergänzungsmittel eine gute Alternative sein, achten Sie hier nur auf einen seriösen Anbieter und eine ausreichende Dosierung (siehe unsere weiteren Texte dazu).

Übrigens gibt es Weihrauch auch als Creme zum Einreiben, vor allem bei Schmerzen und Entzündungen.

Zahl der Weihrauchbäume geht zurück

Und hier noch ein wenig Hintergrund: Um Weihrauch-Extrakt zu gewinnen, wird in die Borke des Weihrauchbaumes geritzt. Dabei tritt Harz aus, das verschiedene Stoffe enthält – darunter die für die Medizin wichtigen Boswelliasäuren. Unterschieden wird meist zwischen dem arabischen Harz und dem in Indien aus Boswellia serrata produzierten Harz (Salai Guggal). Die Weihrauchbäume sind in ihrem Bestand stark bedroht, die Zahl der Bäume geht rapide zurück.

Weihrauch bei Rheuma

Wie wirkt Weihrauch gegen Rheuma?

Durch Weihrauch-Extrakte können die rheumatischen Schmerzen gemindert, die Beweglichkeit der Gelenke verbessert und Schwellungen abgebaut werden. So jedenfalls lautet das Ergebnis einiger Studien zu diesem Thema.

Wenn wir hier über Rheuma sprechen, meinen wir damit verschiedene Rheuma-Arten. Neben der rheumatoiden Arthritis (auch chronische Polyarthritis genannt) treten Gelenkentzündungen auch bei vielen anderen Erkrankungen (z.B. Schuppenflechte oder Morbus Crohn) auf, zudem als Folge degenerativer Gelenkerkrankungen wie Arthrose.

Weihrauch-Harz bremst Entzündungsreaktion

Die Wirkung der Weihrauch-Pflanze geht in erster Linie auf einen entzündungshemmenden Effekt zurück. Denn bei fast allen rheumatischen Erkrankungen handelt es sich letztlich um fehlgeleitete Immunprozesse, also um Entzündungsreaktionen im Gelenk.

Entscheidend sind offenbar die Boswelliasäuren, die im Weihrauch-Harz enthalten sind. Die Boswelliasäuren hemmen direkt ein Enzym, die 5-Lipoxygenase. Dabei handelt es sich um ein Schlüsselenzym, wenn es um die Bildung von sogenannten Leukotrienen geht. Die Leukotriene spielen wiederum bei entzündlichen und allergischen Reaktionen des Körpers eine wichtige Rolle.

Mögliche Alternative zu Kortison

Oft werden die Schmerzen, die beispielsweise bei rheumatoider Arthritis so unerträglich sind, mit Kortison und anderen Immunblockern behandelt. Allerdings sind damit häufig Nebenwirkungen verbunden, die nicht zu unterschätzen sind. Viele Experten sehen deshalb in Weihrauch-Extrakten eine gute Alternative oder Ergänzung. Denn die Wirkstoffe des Weihrauchs setzen an anderen Stellen an als herkömmliche Medikamente wie Kortison oder bestimmte Schmerzmittel (z.B. Diclofenac oder Ibuprofen). Dadurch gibt es bei Weihrauch weniger unerwünschte Wirkungen.

Dosis sollte nicht zu niedrig sein

Wichtig ist, dass die Weihrauch-Extrakte hoch genug dosiert werden. Empfohlen werden bei Rheuma 2.400-3.600 mg pro Tag. Wichtig zu wissen ist auch, dass es eine Weile dauern kann, bis die Wirkung einsetzt. Das ist bei den meisten pflanzlichen Arzneistoffen so. Brechen Sie die Behandlung also nicht zu früh ab, sondern gedulden Sie sich ein paar Wochen.

Welche Nachweise gibt es, dass Weihrauch gegen rheumatische Erkrankungen hilft?

Bereits in den 80er und 90er Jahren wurden mehrere Untersuchungen zum Thema Weihrauch und Rheuma durchgeführt, sowohl in Indien als auch in Deutschland. Das Ergebnis: Die chronischen Schmerzen der Rheuma-Patienten nahmen in vielen Fällen ab und die Gelenkschwellungen gingen zurück.

Bestätigt wurde das 2003 durch eine Studie, bei der es konkret um Patienten mit Knie-Arthrose ging. Die Studie war so angelegt, dass eine Gruppe Weihrauch-Extrakte bekam, die andere Scheinmedikamente (Placebo). Weder Ärzte noch Teilnehmer wussten, wem welche Präparate verabreicht wurden (Doppelblindstudie). Hier zeigte sich, dass sich bei den Probanden, die Weihrauch einnahmen, auch die Beweglichkeit der Gelenke verbesserte.

Weitere Studien wären wünschenswert

In einer Erhebung von 1998 mit Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis war das Ergebnis weniger stark ausgeprägt. In einer Gruppe erhielten die Patienten jeweils eine Tagesdosis von 3.600 mg eines Weihrauch-Extraktes, für die anderen Teilnehmer gab es Scheinmedikamente. Zwar konnten die Patienten der „Weihrauch-Gruppe“ die Schmerzmitteldosis senken, allerdings nur in geringem Maße.

Fakt ist, dass die Datenlage – zumindest aus wissenschaftlicher Sicht – noch durch weitere größere Studien verbessert werden sollte. Leider haben aber gerade die großen Pharmakonzerne nur bedingtes Interesse an solchen Naturstoffen. Deshalb gibt es bis dato auch keine verschreibungspflichtigen Weihrauch-Fertigarzneimittel, sondern nur frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel. Bei letzteren sollten Sie auf die Dosierung der Inhaltsstoffe und einen seriösen Anbieter achten.

Weihrauch bei entzündlichen Darmerkrankungen

Wie wirkt Weihrauch gegen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?

Weihrauch, als Heilpflanze eingesetzt, hat eine entzündungshemmende Wirkung. Deshalb wird es seit geraumer Zeit in der Behandlung verschiedener Autoimmunerkrankungen getestet, unter anderem beim Morbus Crohn und bei Colitis ulcerosa.

Die bisher vorliegenden Studienergebnisse sind vielversprechend. Für eine generelle Empfehlung ist die Datenlage zwar noch etwas dünn, aber die Hinweise mehren sich, dass Weihrauch-Extrakte bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa die Krankheitsaktivität eindämmen und die Beschwerden lindern können.

Weihrauch in Studien vergleichbar mit Aminosalicylaten

Zum Hintergrund: Wer eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa hat, kennt diese Beschwerden zur Genüge: Durchfälle, Bauchschmerzen, möglicherweise auch Entzündungen von Gelenken, Augen und Haut.

Viele Betroffene haben schon eine ganze Reihe verschiedener Medikamente bekommen. Oft wird Kortison eingesetzt, das aber auf Dauer und bei entsprechenden Mengen schwerwiegende Nebenwirkungen hervorrufen kann. Viele Patienten, bei denen die Colitis ulcerosa oder der Morbus Crohn leicht bis mittelschwer ausgeprägt ist, nehmen sogenannte Aminosalicylate. Dazu gehören Mesalazin (z.B. Claversal®, Pentasa®, Salofalk®) und Sulfasalazin (z.B. Azulfidine®, Colo-Pleon®, Salazopyrine®). Einige der oben erwähnten Untersuchungen haben ergeben, dass Weihrauch-Extrakte ähnlich effektiv sind wie Aminosalicylate.

Schnellere Wirkung direkt im Darm

Die Weihrauch-Extrakte wirken in erster Linie dadurch, dass sie entzündungshemmend wirken. Und das im Idealfall in zwei Schritten: zunächst direkt im Darm (hier stellt sich meist recht schnell eine Besserung ein), dann aber auch – über die Blutbahn – im ganzen Körper (da dauert es etwas länger, bis sich ein Erfolg bemerkbar macht). Da die bisher vorliegenden Studien zur Wirksamkeit von Weihrauch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen nur eine recht kleine Zahl an Patienten einschlossen, sind exaktere Aussagen zur Zeit noch nicht möglich.

Vergleichsweise wenige Nebenwirkungen

Fest steht jedenfalls, dass Weihrauch-Extrakte verglichen mit den üblichen Medikamenten bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa nur wenige Nebenwirkungen hervorrufen. Bei einigen Anwendern kommt es zu Bauchschmerzen oder Übelkeit. Aber das ist eher die Ausnahme.

Dosis sollte hoch genug sein

Wenn Sie einen Versuch mit Weihrauch starten, sollten Sie darauf achten, dass Sie eine ausreichende Menge nehmen, und zwar zwischen 1.000 und 3.600 mg pro Tag. Über die genaue Dosis sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker. Am günstigsten ist es, wenn Sie die Kapseln zum Essen schlucken. Wichtig ist, dass die Mahlzeit in irgendeiner Form Fett enthält, denn dadurch kann der Wirkstoff besser resorbiert werden.

Welche Nachweise gibt es, dass Weihrauch bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hilft?

Nun noch einmal genauer zu den bisher vorliegenden Studien. In den ersten Untersuchungen wurde Weihrauch vor allem mit Aminosalicylaten wie Mesalazin und Sulfasalazin verglichen. So bekamen in einer Untersuchung von 1997 Patienten mit Colitis ulcerosa 3 x 350 mg Weihrauch-Extrakt pro Tag. Bei 82% von ihnen gingen die Beschwerden zurück. Unter den Patienten, die Sulfasalazin eingenommen hatten, waren es 75%.

2001 gab es eine ähnliche Studie, allerdings mit Patienten mit einem aktiven Morbus Crohn. Dabei kam heraus, dass der Weihrauch-Extrakt dem Medikament Mesalazin gleichwertig ist. Darüber hinaus zeigte sich eine gute Verträglichkeit des Weihrauch-Präparats. Daher, so die Autoren, falle die Nutzen-Risiko-Bewertung günstiger für Weihrauch aus.

Es gibt aber auch eine Studie von 2011 mit Morbus Crohn-Patienten, in der ein Weihrauch-Präparat kaum besser abschnitt als Placebo (solche Studien gibt es für viele verschreibungspflichtige Medikamente allerdings auch, nur werden hier die Ergebnisse von den finanzierenden Herstellern nicht selten unterdrückt).

Fazit:

Weihrauch scheint bei der Therapie von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa durchaus Potential zu haben.

Einnahme

Welche Dosis sollten Weihrauch-Extrakte enthalten, um eine Wirkung zu erzielen?

Zunächst einmal gilt: Die Dosis sollte nicht zu gering sein. In den meisten Studien, bei denen die Wirkung von Weihrauch erfolgreich getestet wurde, betrug die Gesamtmenge pro Tag zwischen 1.000 mg und 4.000 mg.

Worauf Sie bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Weihrauch achten müssen

Wenn Sie im Internet nach Weihrauch-Produkten suchen, werden Sie vor allem auf Nahrungsergänzungsmittel stoßen. Verschreibungspflichtige Weihrauch-Fertigarzneimittel gibt es bisher nicht. Deshalb sollten Sie nicht einfach das nächstbeste Präparat bestellen und so viele Tabletten nehmen, bis Sie diese Dosis erreicht haben. Achten Sie auf die Seriosität des Anbieters.

Das ist vor allem von Bedeutung, weil eine ausreichend hohe Dosis am eigentlichen Wirkstoff, den Boswelliasäuren, sehr wichtig ist. Nur wenn das gewährleistet ist, besteht die Chance, nachhaltige entzündungshemmende Effekte zu erzielen. Andernfalls ist das Mittel möglicherweise nicht nur wirkungslos. Vielmehr berichten beispielsweise Verbraucherschützer, bei zu geringen Konzentrationen seien gesundheitsschädliche und entzündungsfördernde Eigenschaften beobachtet worden. Erklärt wird das so: Wenn der Anteil an heilsamen Boswelliasäuren zu niedrig ist, wird ihre Wirkung von anderen Stoffen überlagert, die ebenfalls im Weihrauch vorkommen und Entzündungen eher begünstigen als lindern.

Wie lange und wie oft am Tag darf man Weihrauch-Extrakte einnehmen?

Wie oft Sie Weihrauch-Extrakte pro Tag einnehmen dürfen bzw. sollten, richtet sich vor allem nach der Krankheit, die Sie behandeln wollen. Klar ist: Die Dosis muss hoch genug sein, um einen Effekt zu erzielen.

Je nach Krankheit mindestens 1.000 mg pro Tag

Um ein Asthma zu lindern, werden rund 1.000 mg pro Tag empfohlen. Bei rheumatischen Erkrankungen (also schmerzhaften Gelenkentzündungen, die durch rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte usw. hervorgerufen werden können) sollte die Tagesdosis schon deutlicher höher liegen, nämlich bei 2.400 bis 3.600 mg. Auch wenn Sie Weihrauch nehmen, um gegen Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn oder auch einen Tumor vorzugehen, sollten Sie insgesamt auf eine Dosis zwischen 1.000 und 3.600 mg täglich kommen.

Wenn wir davon ausgehen, dass eine Kapsel 300-400 mg Weihrauch-Extrakt enthält, dann müssen Sie also 2 bis 3mal täglich jeweils bis zu 3 Kapseln nehmen.

Zum Essen mit etwas Fett einnehmen

Weihrauch-Tabletten oder -Kapseln sollten Sie – am besten mit ausreichend Flüssigkeit – zum Essen oder kurz danach schlucken. Ziel ist es, dass sich die Kapseln mit dem Speisebrei mischen. Achten Sie darauf, dass diese Mahlzeiten immer ein wenig Fett enthalten, oder essen Sie dazu ein Löffelchen Öl, damit sich die fettlöslichen Wirkstoffe gut entfalten können. Dadurch werden sie besser vom Körper aufgenommen.

Wirkung setzt nicht sofort ein

Sie müssen wie bei fast allen Heilpflanzen etwas Geduld haben, wenn Sie es mit Weihrauch versuchen. Die meisten Anwender spüren nach zwei bis vier Wochen eine Wirkung. Nach etwa sechs Wochen lässt sich gut beurteilen, ob der pflanzliche Wirkstoff anschlägt oder nicht.

Bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa setzt eine Linderung oft schon früher ein, weil der Weihrauch nicht nur über das Blut wirkt, sondern schon vorher direkt an der Darmschleimhaut. Bitte setzen Sie andere Medikamente aber nicht eigenmächtig ab.

Wohl auch als langfristige Therapie geeignet

Eine Begrenzung, wie lange das Extrakt genommen werden kann, gibt es nicht. Auch eine Anwendung über Jahre ist im Prinzip möglich. Allerdings existieren natürlich nicht besonders viele Erfahrungen damit, wie sich so eine Dauerbehandlung auswirkt. Generell sollten Sie sich mit Ihrem Arzt austauschen, wenn Sie Weihrauch nehmen – ganz ausdrücklich gilt das aber, wenn Sie das Extrakt länger als ein halbes Jahr anwenden.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können Weihrauch-Extrakte verursachen?

In Weihrauch-Extrakte wird viel Hoffnung gesetzt – eben weil sie gute Effekte zeigen, zugleich aber recht wenige Nebenwirkungen haben. So fällt die Liste an unerwünschten Wirkungen wirklich sehr kurz aus.

Ab und zu Magen-Darm-Beschwerden

In Einzelfällen berichten Anwender von Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Das können Durchfall, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder Magensäure-Reflux (Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre) sein. Meistens verschwinden die Symptome aber wieder. Unklar ist auch, ob tatsächlich immer der Weihrauch Auslöser dieser Nebenwirkungen ist – oder ob es andere Gründe gibt (vor allem Durchfall und Bauchschmerzen können natürlich auch durch verschiedene Nahrungsmittel, Stress, hormonelle Umstellungen und vieles mehr hervorgerufen werden).

Allergische Reaktionen möglich

Wie bei allen Stoffen besteht ein geringes Risiko, dass es zu allergischen Reaktionen kommt. Wenn Sie Weihrauch äußerlich anwenden, können Sie einfach selbst eine Art Allergietest machen. Dazu nehmen Sie eine kleine Menge des Präparats, tragen es an einer Stelle auf und decken die Haut dort mit einem Pflaster ab. Wenn sich nach etwa 24 Stunden keine Hautrötung oder dergleichen zeigt, ist eine Allergie unwahrscheinlich.

Wenn Sie insgesamt keine Allergieneigung haben, ist die Wahrscheinlichkeit einer Allergie gegen Weihrauch ebenfalls sehr gering.

In einigen Präparaten finden sich Schadstoffe

Ein gewisses Maß an Vorsicht sollten Sie mitbringen, wenn es sich bei dem Weihrauch-Präparat um einen unbekannten oder ausländischen Hersteller handelt. Bei Kontrollen fiel auf, dass vor allem Produkte aus dem asiatischen Raum durch Schadstoffe wie Blei, Quecksilber und Arsen belastet sein können. Das sind natürlich auch wieder Risikofaktoren für unerwünschte Wirkungen – abgesehen davon, dass solche Verunreinigungen in Naturheilmitteln nichts zu suchen haben.

Bei Tabletten manchmal unangenehmer Nachgeschmack

Und noch etwas: Es kann sein, dass das Weihrauch-Extrakt einen etwas seltsamen Nachgeschmack im Mund hinterlässt oder dass Sie aufstoßen müssen. Diese unangenehmen, aber letztlich harmlosen Nebeneffekte treten bei Tabletten eher auf als bei Kapseln (die Kapsel-Hülle verhindert normalerweise, dass die Geschmacksnerven mit dem Weihrauch in Berührung kommen).

Wann sollte man Weihrauch-Extrakte lieber nicht einnehmen?

Es gibt nur wenige Situationen, in denen Experten eher davon abraten, Weihrauch-Extrakte zu nehmen. Verzichten sollten Sie auf die Präparate lieber, wenn Sie schwanger sind oder Ihr Kind stillen. Das liegt einfach daran, dass für diese Situationen keine Studien zum Einsatz von Weihrauch vorliegen. Auch bei Kindern ist Vorsicht geboten, weil es bisher zu wenige Erfahrungen gibt.

Möglicherweise Wechselwirkungen mit Blutverdünner Warfarin

Nach Angaben einzelner Weihrauch-Experten gibt es Hinweise darauf, dass die Kombination mit Warfarin (ein Mittel, das die Blutgerinnung hemmt) ungünstig ist. Ob und welcher Form das tatsächlich so ist, ist zwar noch nicht abschließend geklärt, ein gesundes Maß an Wachsamkeit kann aber nicht schaden.

Weihrauch nur gezielt bei Krankheiten einsetzen

Auch wenn Weihrauch-Präparate kaum Neben- und Wechselwirkungen haben, plädiere ich dafür, sie nicht einfach so und auf gut Glück zu nehmen. Denn trotz allem handelt es sich um einen wirkungsvollen Stoff, der nur eingesetzt werden sollte, wenn es einen konkreten Anlass gibt – etwa bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa oder aber bestimmten Krebserkrankungen (v.a. Hirntumore).

Quellen und Studien:
  • Kimmatkar N, Thawani V, Hingorani L, Khiyani R: Efficacy and tolerability of Boswellia serrata extract in treatment of osteoarthritis of knee – a randomized double blind placebo controlled trial. 2003.
  • Sander O, Herborn G, Rau R: Is H15 (resin extract of Boswellia serrata, "incense") a useful supplement to established drug therapy of chronic polyarthritis? Results of a double-blind pilot study. 1998.
  • Gupta I, Parihar A, Malhotra P, Singh GB, Lüdtke R, Safayhi H, Ammon HP: Effects of Boswellia serrata gum resin in patients with ulcerative colitis. 1997
  • Gerhardt H, Seifert F, Buvari P, Vogelsang H, Repges R: Therapy of active Crohn disease with Boswellia serrata extract H15. 2001.
  • Holtmeier W, Zeuzem S, Preiss J, Kruis W, Böhm S, Maaser C, Raedler A, Schmidt C, Schnitker J, Schwarz J, Zeitz M, Caspary W: Randomized, placebo-controlled, double-blind trial of Boswellia serrata in maintaining of Crohn's disease: good safety profile but lack of efficacy. 2011

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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