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Übergewicht und Adipositas: Ursachen und Behandlung

Wo liegt der Unterschied zwischen Übergewicht und Adipositas? Wer ist besonders häufig betroffen, und was kann ich dagegen unternehmen? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir Ihnen im folgenden Beitrag rund um das Thema Übergewicht.

Definition und Einteilung

Ab wann hat man eigentlich Übergewicht?

Um zu bestimmen, ob man Normalgewicht hat oder übergewichtig ist, wird in der Regel der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) herangezogen. Der BMI ist wesentlich aussagekräftiger als das pure Körpergewicht, weil er auch die Körpergröße berücksichtigt.

Die Berechnungsformel klingt auf den ersten Blick etwas kompliziert: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Meter zum Quadrat.

Beispielrechnung für einen 75 kg schweren und 1,80 m großen Mann: 75 : (1,8 x 1,8) = 23,15.

Definition von Untergewicht, Normalgewicht und Übergewicht laut Body-Mass-Index:

  • Untergewicht: BMI < 18,5
  • Normalgewicht: BMI = 18,5 - 24,9
  • Übergewicht: BMI = 25 - 29,9
  • Adipositas Grad I (mäßig): BMI = 30 - 34,9
  • Adipositas Grad II (deutlich): BMI = 35 - 39,9
  • Adipositas Grad I (extrem): BMI > 40

Ab einem BMI von 25 sollte man also spätestens beginnen, etwas für die Gewichtsreduktion zu tun.

Broca und Körperfettanteil

Wie wird der Broca-Index berechnet?

Der Broca-Index ist eine Formel, mit der man berechnen kann, ob man Übergewicht hat oder nicht. Die Formel ist sehr viel einfacher als beim üblichen Body-Mass-Index (hat dafür aber auch ein paar Nachteile).

Nach dem Broca-Index liegt das persönliche Normalgewicht bei der Körpergröße (in cm) minus 100. Beispiel: Bin ich 1,75 Meter groß, wäre mein Normalgewicht demnach 75 kg.

Broca-Index gilt als überholt

Wie so oft im Leben ist nicht besser, was einfacher ist. Der entscheidende Nachteil des Broca-Index' ist, dass er bei Körpergrößen unterhalb von 1,60 m und oberhalb 1,80 m eher verzerrt. Er gilt deshalb heute zumindest unter Experten als veraltet und wird kaum noch angewandt.

Wie messe ich meinen Körperfettanteil?

Der Körperfettanteil gibt die anteilige Masse des Fettes bezogen auf das Gesamtgewicht des Körpers an. Um den Körperfettanteil zu messen, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Vier gängige Methoden stellen wir Ihnen hier kurz vor:

Körperfettanteil messen mit einer Körperfettwaage

Bei der Körperfettwaage handelt es sich um eine Personenwaage, die neben dem Gewicht auch den Muskelanteil, die Knochenmasse und das Körperfett (oft auch den Wassergehalt) berechnen kann.

Strom misst den Körperwiderstand

Die Messung erfolgt durch einen schwachen elektrischen Strom, der in der Regel durch die beiden Beine geleitet wird – teurere Waagen schicken den Strom zusätzlich durch die Arme.

Aufgrund des Widerstands des Körpers hat der wieder ankommende Strom eine geringere Spannung. Aus diesem Spannungsabfall berechnet die Waage, aus welchem Gewebe der Körper besteht.

Wichtig:

Um eine einigermaßen genaue Messung hinzubekommen, sollte man den Körperfettanteil am besten am Morgen nach dem Toilettengang messen.

Körperfettanteil messen mit einer Fettzange

Der Kaliper (oder auch Fettzange genannt) ist ein Gerät, das die Dicke von Hautfalten misst. Mithilfe des Hautfaltenmessgeräts lässt sich durch die Messung an verschiedenen Körperstellen der Körperfettanteil bestimmen.

Messung von bis zu 9 Hautfalten

Die bekannteste Methode ist die 4-Hautfaltenmessung: Das heißt, es wird an vier geschlechtsneutralen Punkten (Schulterblatt, Trizeps, Bizeps, und Darmbein) gemessen. Es gibt aber noch weitere Methoden, bei denen an 3, 7 oder 9 Körperstellen gemessen wird. Bei korrekter Anwendung liefert diese Methode sehr genaue Messergebnisse.

Körperfettanteil messen mit der US-Navy-Methode

Bei der US-Navy-Methode wird der Körperfettanteil anhand einer Formel berechnet. Zur Berechnung werden folgende Daten benötigt: Geschlecht, Körpergröße, Nackenumfang und Bauchumfang. Frauen brauchen noch zusätzlich den Taillen- und Po-Umfang.

Die Daten werden in folgende Gleichungen eingesetzt:

  • Männer: 495 : 1,0324 – 0,19077 x (Bauchumfang in Zentimetern – Halsumfang in Zentimetern) + (0,15456 x Körpergröße in Zentimetern) – 450 = Körperfettanteil in Prozent
  • Frauen: 495 : 1,29579 – 0,35004 x (Bauchumfang in Zentimetern + Hüftumfang in Zentimetern – Halsumfang in Zentimetern) + (0,22100 x Körpergröße in Zentimetern) – 450 = Körperfettanteil in Prozent

Die Methode ist einfach durchzuführen (wenn man sich mal durch die Gleichung gebissen hat), liefert aber nicht sehr genaue Ergebnisse.

Körperfettanteil messen durch professionelle Messung

Wer sehr genaue Angabe erhalten möchte, kann seinen Körperfettanteil beim Arzt messen lassen. Durch die Zuhilfenahme moderner Geräte (Ultraschall) erhält man sehr genaue Werte. Die professionelle Körperfettmessung ist allerdings sehr teuer.

Lebensdauer: keine Frage der Gene, sondern des Lebensstils

Ob wir steinalt werden oder nicht, haben wir selbst in der Hand. Es ist uns nicht in die Wiege gelegt, sondern hängt davon ab, wie wir leben. Zu dieser Schlussfolgerung kommen schwedische Wissenschaftler. Sie haben knapp 1.000 Männer, die alle im Jahr 1913 geboren wurden, seit 1963 systematisch beobachtet.

Der weit verbreitete Glaube, dass diejenigen, deren Eltern besonders alt geworden sind, selbst auch sehr lange leben, ist demnach eher ein Aberglaube. Nicht die Gene, sondern der Lebensstil entscheiden über unsere Lebensdauer, so das Fazit von Prof. Lars Wilhelmsen von der Universität Göteborg.

Länger leben? Mit Fisch, Gemüse und Bewegung

Und welcher Lebensstil lässt uns älter werden? Nicht rauchen, Cholesterinwerte in der Norm halten, Bluthochdruck vermeiden, so lautet die kurz gefasste Antwort. Und natürlich spielen auch körperliche Bewegung und die Ernährung eine Schlüsselrolle.

Dafür gibt es ein schönes Beispiel: Spanische Wissenschaftler untersuchten eine Familie auf Mallorca, die allesamt durch ungewöhnlich hohes Alter aufgefallen waren. Das Ergebnis: Genetisch fanden sich keine Unterschiede zum Rest der Bevölkerung. Wohl aber auf dem Speiseplan: Sämtliche Familienmitglieder ernährten sich überwiegend mit Fisch, Tomaten und viel Gemüse. Alle benutzten fast ausschließlich Olivenöl. Und alle waren bis ins hohe Alter körperlich aktiv.

Je näher die Hauptstraße, desto kürzer das Leben

Um so näher man an verkehrsreichen Straßen mit den entsprechenden Abgasen wohnt, um so geringer ist die Lebenserwartung. Zu diesem Schluss kommt eine Langzeituntersuchung aus Nordrhein-Westfalen. Dort wurden seit 2003 über 4.000 Frauen kontinuierlich beobachtet und der Einfluss von Verkehrsschadstoffen analysiert.

Das Ergebnis im Einzelnen: Mit zunehmender Nähe zu großen, befahrenen Straßen nahm nicht nur die Gesamtsterblichkeit zu. Auch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemwege waren signifikant erhöht. Dabei konnten die Wissenschaftler auch einen direkten Zusammenhang mit verschiedenen Schadstoffen ermitteln. Demnach sind Feinstaub, Schwefeldioxid und Stickoxide die Hauptursachen der krankmachenden Verkehrsbelastung. Zu viel eingeatmeter Dieselruß konnte direkt mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Lungenkrebs in Verbindung gebracht werden.

Die Autoren plädieren dafür, noch mehr Anstrengungen in Richtung Reduktion der Feinstaub-Belastung durch Straßenverkehr zu unternehmen. Hoffentlich werden sie gehört.

Kommentar

Im Kern steckt in dieser Studie sicher viel Wahrheit. Allerdings bleibt ein Aspekt unberücksichtigt, der durchaus von Bedeutung sein kann: An großen Hauptstraßen leben häufiger Menschen mit geringem Einkommen. Und die sind auch bei ein paar anderen Risikofaktoren im Schnitt "vorn dabei": Rauchen und Fast-Food zum Beispiel. Es könnte also sein, dass nur ein Teil der oben erwähnten Erkrankungen tatsächlich auf die Abgase zurückgehen.

Verlängert Lithium das Leben?

Japanische Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Menschen in Gemeinden mit mehr Lithium im Trinkwasser länger leben. Was zunächst sensationell klingt, ist gar nicht so neu: Schon seit längerem gilt Lithium als möglicher "Jungbrunnen aus dem Trinkwasser."

Beim Fadenwurm wirkt es

Auch Ernährungswissenschaftler der Universität Jena haben übrigens unlängst nachweisen können, dass Lithium die Lebenserwartung steigert. Allerdings nur beim Fadenwurm Caenorhabditis elegans. Wer jetzt aber vorschnell abwinkt, dem sei gesagt, dass dieser Wurm wissenschaftlich als so etwas wie ein Modellorganismus wirkt.

Auf welche Weise Lithium lebensverlängert wirkt oder wirken könnte, ist indes noch völlig unklar. Bisher ist Lithium in der Medizin unter anderem als Mittel gegen depressive Verstimmungen bekannt.

Das lebenswichtige Spurenelement wird außer über das Trinkwasser auch über pflanzliche Nahrung aufgenommen. Wenn sich die lebensverlängernde Wirkung bestätigen würde, wäre Lithium nach Expertenansicht auf jeden Fall ein Kandidat für ein Nahrungsergänzungsmittel.

Ab wann nennt man Übergewicht Adipositas?

Adipositas ist der medizinische Fachbegriff für starkes Übergewicht. Der Begriff wird von Ärzten zwar auch häufig generell und ohne genaue Abgrenzung für dickere Menschen benutzt, hat aber in den Lehrbüchern auch eine eindeutige Definition. Demnach liegt eine Adipositas vor, wenn der Body-Mass-Index über 30 beträgt.

Basiswissen Stoffwechsel

Was versteht man unter dem Grundumsatz bei einem Menschen?

Der Grundumsatz ist die Menge an Kalorien, die man – ohne sich groß zu bewegen – in einer bestimmten Zeit verbraucht. Dieser Grundumsatz ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich hoch und scheint auch genetisch bedingt zu sein.

Ein hoher Grundumsatz ist damit gleichbedeutend mit einer geringeren Veranlagung, dick zu werden. Allerdings kann man seinen Grundumsatz auch beeinflussen. Regelmäßiger Sport zum Beispiel oder auch einfach nur viel Bewegung erhöhen den Grundumsatz, sind somit also auch über den direkten Sport-Effekt hinaus günstig für das Gewicht.

Man darf allerdings nicht den Fehler machen, alles auf den Grundumsatz zu schieben ("ich habe halt die Veranlagung, dick zu werden"). Wer zu viel isst und sich zudem noch zu wenig bewegt, wird immer mehr Kalorien aufbauen als abbauen, ob der Grundumsatz nun hoch oder niedrig ist.

Was versteht man unter Energiebilanz und wie sollte diese aussehen?

Die Energiebilanz ist ein Begriff aus den Ernährungswissenschaften. Sie bezeichnet die Differenz aus der Energieaufnahme durch Nahrungsmittel und dem Energieverbrauch:

Energiezufuhr − Energiebedarf = Energiebilanz

Wenn Sie sich mehr Energie zuführen als sie benötigen, dann ist die Energiebilanz positiv. Sie ist negativ, wenn die Energiezufuhr niedriger ist als der Energieverbrauch.

Negativ besser als positiv

Zum Abnehmen bei Übergewicht und Adipositas ist es unerlässlich, dass die Energiebilanz negativ ist. Dies liegt daran, dass der Überschuss an Energie in Körperfett umgewandelt wird. Wenn aber der Körper, z.B. durch Sport und körperliche Aktivität, mehr Energie verbraucht als ihm durch die Nahrungsaufnahme zur Verfügung steht, wird Körperfett abgebaut und als Energiequelle genutzt – Sie nehmen ab.

Empfehlenswert sind von daher eine Reduktion der Aufnahme von energiereicher Nahrung und ein passendes Sportprogramm. Greifen Sie bei Lebensmitteln mit geringer Energiedichte, wie Obst und Gemüse, ruhig zu. Vermeiden Sie aber kalorienreiche Nahrungsmittel.

Auch im Alltag kann man etwas tun: Nehmen Sie lieber die Treppen statt den Aufzug, fahren Sie mit dem Fahrrad statt mit dem Auto, machen Sie zur Entspannung einen Spaziergang. Bewegung ist auch wichtig, um dem Jo-Jo-Effekt vorzubeugen. Dieser bezeichnet eine besonders schnelle Gewichtszunahme, wenn man wieder in die alten Ernährungsgewohnheiten zurückfällt oder eine Diät beendet.

Länger leben – wofür?

Frei nach Adorno könnte man fragen: „Was nützt einem ein langes Leben, wenn man sonst ein Idiot ist?“ Adorno hat hier statt „langes Leben“ den abgegriffenen Begriff der „Gesundheit“ eingesetzt, der uns heute von morgens bis abends in den Medien verfolgt und uns von der Couch ins Fitness Studio treibt. Oder, falls das nicht klappen sollte, wenigstens ein schlechtes Gewissen verschafft.

Beides scheint ja miteinander zusammenzuhängen, das lange Leben und die Gesundheit. Die Anti-Aging-Wortführer haben daraus den schönen Slogan entwickelt, dass es weniger darauf ankommt, dem Leben mehr Jahre zu geben, als vielmehr den Jahren mehr Leben. Mehr Lebensqualität dank bester Gesundheit ist gemeint. Das ist allerdings etwas kurz gegriffen. Zu kurz.

Was ist wichtiger: Qualität oder Dauer?

Denn die Lebensqualität ist eben weitaus komplexer und vielschichtiger als die Qualität etwa eines Autos, der Deutschen liebstes Statussymbol. Auch wenn in der gesundheitspolitischen Diskussion der vergangenen Jahre immer mal wieder vom Golf und vom Mercedes die Rede war. Und die schon erwähnten Anti-Aging-Auguren gerne auf der Welle der Auto-Analogie gesurft sind (und es wahrscheinlich immer noch tun): Bei Ihrem Auto lassen Sie den TÜV machen – und bei sich selbst?

Ja, die Lebensqualität hat etwas mit Gesundheit zu tun. Sehr viel sogar. Allerdings anders als es die meisten Gesundheitsexperten und Krankheitsversorger in ihren üblichen Statements zum Besten geben. Und anders als es viele Patienten reflex- und gewohnheitsmäßig gerne hören wollen. Denn Gesundheit hat auf Dauer ganz viel mit Selbstliebe und Selbstverantwortung zu tun und nur wenig mit dem Versorgungsangebot, das uns mit Pillen, Operationen und neuerdings auch mit Apps und smarter Elektrotechnik zur Selbstvermessung überhäuft.

Gesundheit, um die es wirklich geht

Kalorien mindern, Bewegung mehren, Zucker vermeiden, bei Obst und Gemüse zuschlagen – alles richtig. Wirklich wichtig aber ist etwas anderes: unsere geistige, seelische und soziale Haltung. Das ist die Freude am Leben, am eigenen und dem der anderen. Und der gute Wille, sein Bestes zu geben, um die Lebensgemeinschaft zu bereichern. Manche hatten dafür nur eine außerordentlich kurze Lebensspanne zur Verfügung und haben doch bleibenden Eindruck in der Nachwelt hinterlassen. Einige dieser Manche waren sogar richtig krank, medizinisch gesehen.

„Gesundheit ist weniger ein Zustand als eine Haltung, und sie gedeiht mit der Freude am Leben“. Dieser wunderbaren Formulierung des Scholastikers Thomas von Aquin (13. Jahrhundert) ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Höchstens noch: Wer sich diese Haltung ein Leben lang zu eigen macht, hat gute Chancen auf ein langes Leben. Und das lohnt sich dann auch.

Länger leben – aber wie?

Eine Anti-Aging-Variation zum langen Leben lautet: Es kommt nicht darauf an, wie lange man lebt, sondern wie man lange lebt.  Wenn man also die Frage nach dem Wofür geklärt hat, geht es an das Wie. Und hier geriert sich der Begriff des „Anti Aging“ leicht missverständlich: Gegen das Altern vorzugehen ist nicht nur höchst schwierig, sondern vor allem weder zweckmäßig noch sinnvoll. Altern gehört wie der Tod zum Leben, mit der Aufhebung der einen Kategorie wäre auch die andere mehr oder weniger hinfällig.

Ewiges Leben biologisch ...

Wenn wir mal von Turritopsis nutricula absehen. Dieser zu den Nesseltieren gehörenden Hydrozoen-Art wird eine potenzielle biologische Unsterblichkeit attestiert. Das ist unter den Vielzellern dieser Welt, soweit bisher bekannt, einmalig. Die Turritopsis-Geschöpfe können sich vom Zustand des geschlechtsreifen Individuums wieder zu einer sexuell unreifen Lebensform zurückentwickeln und den Lebenszyklus erneut durchlaufen. Dafür werden sie aber auch nur etwa 4 bis 5 mm groß. Vielleicht tröstet das den einen oder die andere von uns ja ein bisschen ...

... und virtuell ...

Das Attribut „biologisch“ sollte uns übrigens aufmerken lassen. Denn im virtuellen Lebensraum, der Neuen Welt unserer Tage, werden die Karten neu gemischt. Die digitale Unsterblichkeit steht wortwörtlich im Raum. Und hält sich dort, solange der Server nicht abgeschaltet wird. Sinnhaftigkeit und Beglückungspotenzial auch dieser Form von ewigem Leben sind zu bezweifeln, wie der Ruf nach dem Recht auf digitales Vergessen und (Er-) Löschen zeigt.

Das Recht auf den biologischen Tod (nein, nicht Sterbehilfe) braucht indes kein Mensch einzuklagen. Der kommt für jeden von uns irgendwann. Diese Tatsache ist wohl die einzige Gerechtigkeit, die uns Mutter Natur von sich aus zuteil werden lässt. Um den Rest müssen wir Menschen uns in der Regel selbst kümmern.

Überwindung der Todesangst

Dieser positive Aspekt an der Institution Tod ist ein wichtiger Ausgangspunkt, wenn es um das Wie des längeren, vor allem aber des besseren Lebens geht.  Denn die Urangst vor dem Tod hat nicht nur einen schützenden, lebenserhaltenden Effekt. Sie kann auch die Lebensqualität mindern, wenn sie unsere Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen – meist unbewusst, da unreflektiert – dominiert. Oder wir durch das gezielte Schüren von Ängsten manipuliert oder sogar erpresst werden.

Die Gesundheits- bzw. Krankheitsbranche ist nicht immer frei vom Gebrauch solcher Methoden. Ob vorsätzlich oder systembedingt, ist zweitrangig. Was zählt ist, dass wir aus der inneren Bereitschaft für den Tod ein Bekenntnis zum Leben machen: für ein freies, sinnerfülltes, wertorientiertes, menschliches Leben. Solange, wie es eben dauert. Das ist die Grundlage für eine ganzheitliche Gesundheit, die sich auch durch die ein oder andere Erkrankung nicht unterkriegen lässt.

Auf die Entfaltung und Pflege unserer körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Ressourcen kommt es an. Und auf deren angstfreies Zusammenspiel auf dem Rasen des Lebens. In gesunder Haltung macht dann auch eine Verlängerung noch Spaß.

Ursachen

Warum wiege ich zuviel?

Die Gründe für zu viele Pfunde auf der Wage sind vielseitig. Nicht alle Faktoren führen bei jedem Betroffenen zu Übergewicht, aber sie fördern die Gewichtszunahme sicherlich.

Zu den Ursachen zählen:

  • familiäre Veranlagung
  • fehlerhafte Vorgänge im Gehirn (Selfish-Brain-Theorie)
  • psychologische Ursachen
  • verzögertes Sättigungsgefühl
  • Medikamente
  • andere Krankheiten (z.B. Schilddrüsenunterfunktion)

Mehr Details zu Genetik, Vorgängen im Gehirn und Co.

Wird das Risiko, dick zu werden, vererbt?

Es gibt zweifellos eine familiäre Veranlagung für Übergewicht. So ist der Grundumsatz, also die Menge an Kalorien, die man in Ruhe verbraucht, von Mensch zu Mensch unterschiedlich, und diese Unterschiede sind vor allem genetisch bedingt.

Die Genetik ist nicht alles

Allerdings hat man es selbst bei familiär bedingtem niedrigen Grundumsatz doch überwiegend selbst in der Hand, ob man dick wird oder nicht (abgesehen von ganz selten Ausnahmen fundamentaler körperlicher Ursachen). Wer sich gesund ernährt und ausreichend bewegt, hat unabhängig von seinen Genen beste Chancen schlank zu bleiben.

Stimmt es, dass Übergewicht auch durch eine Unterfunktion der Schilddrüse entstehen kann?

Ja. Allerdings ist das eher eine seltene Ursache von Übergewicht. Wenn man sich also fragt, warum man dicker geworden ist, steht die Schilddrüse eher sehr weit unten auf der Liste der Möglichkeiten.

Einfluss der Schilddrüse

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) kommt es zu einer generellen Verlangsamung des Stoffwechsels – und damit auch mitunter zu einer Gewichtszunahme. Im Gegensatz dazu führt eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zu einer (überhohen) Stoffwechselaktivierung und geht eher mit Gewichtsverlust einher.

Wie funktioniert der Energiehaushalt im Gehirn?

Der starke Bedarf an Energie im Gehirn wird hormongesteuert bewerkstelligt. Man spricht auch von Allokation: Dem Körper wird Glukose entnommen und in das Gehirn geführt. Die Selfish-Brain-Theorie besagt, dass diese Allokation bei manchen Menschen versagt. Bestimmte Gehirnareale, die den Kreislauf von Blutzucker und Fett regulieren, weisen dabei Schäden auf.

Konsequenz: Kalorienvorräte werden nicht genutzt

Dies führt dazu, dass die erforderliche Energie nicht dem Körper abverlangt wird, sondern durch vermehrte Aufnahme von Nahrung zugeführt wird - und das, obwohl der Organismus eigentlich mit Energie gesättigt ist. So entsteht ein Energiestau in der Lieferkette – der Mensch nimmt zu.

Stimmt es, dass Übergewicht auch psychisch bedingt sein kann?

Auf jeden Fall. Nicht umsonst gibt es ja den Begriff "Kummerspeck". Menschen, die Kummer und Sorgen haben, unter Ängsten leiden oder Ärger haben, neigen mitunter zu "Fressattacken". Sozusagen als Belohnung, wenn schon sonst alles schief läuft.

Das gilt auch für Stress und Niedergeschlagenheit. Und manche Menschen essen auch zu viel aus Langeweile. Zwar führen insbesondere Kummer und Angst bei vielen Betroffenen auch dazu, dass sie weniger essen und sogar massiv abnehmen. Aber es gibt eben auch diejenigen, die genau andersherum reagieren.

Bewegung als Therapie – auch für die Seele

Wenn Sie nun für sich feststellen, dass Sie wohl aus psychischen Gründen zugenommen haben, ist eine Überlegung wichtig: Ein "aktiv dagegen angehen" muss nicht erst einsetzen, wenn es Ihnen besser geht – ein "aktiv dagegen angehen" ist auch eine Art Therapie ...

Allein dadurch, dass man es tut, wird die Stimmung besser. Mehr Bewegung, Sport und eine gesündere Ernährung haben also oft eine Art Doppeleffekt: Ihre Laune wird besser und Sie nehmen ab!

Können auch Medikamente oder ein "zu spätes Sättigungsgefühl" Ursache von Übergewicht sein?

Ja. Zumindest gehen Wissenschaftler davon aus, dass bei manchen Übergewichtigen die hormonelle Signalkette zwischen Magen und Gehirn nicht optimal funktioniert. Dass also der Magen zu spät das Signal "satt" nach oben sendet.

Die Folge eines solchen "zu späten Sättigungsgefühls":

Man isst einfach weiter, obwohl man eigentlich schon genug gegessen hat.

Im Umkehrschluss bedeutet das:

Versuchen Sie doch mal, die Mahlzeit zu beenden, bevor Sie 100%ig satt sind. Gut möglich, dass Sie sich eine halbe Stunde später sehr wohl satt fühlen. Diesen Effekt kennen ja auch viele, die kein Problem mit Übergewicht haben.

Auch "populäre" Medikamente können Übergewicht begünstigen

Begünstigend für eine Gewichtszunahme sind vor allem solche Arzneimittel, die den Appetit steigern oder zu mehr Wasser- und Fetteinlagerung führen.

Solche Effekte können zum Beispiel einige Hormonpräparate haben, unter anderem die Anti-Baby-Pille. Auch Kortison-Präparate können eine Gewichtszunahme fördern.

Behandlung

Was tun bei Übergewicht?

Jeden von uns plagen ein paar Kilos hier und da von Zeit zu Zeit. Die beste Abhilfe ist und bleibt mehr Sport und natürlich eine gesündere, Kalorien-ärmere Ernährung. Schon kleine Lebensstiländerungen können viel bewirken. Zum Beispiel radeln Sie doch mal in die Arbeit. Das verbrennt nicht nur Kalorien, sondern Sie sparen sich auch den Feierabendstau.

Wichtig ist, dass Sie Spaß dabei haben, dann bleiben Sie auch länger dabei.

OP als letzte Option

Und hilft das nicht, ist eine Operation zur Gewichtsreduktion ein weiteres Mittel auf dem Weg zur schlankeren Figur. Aber auch nicht für jeden; nur bei starkem Übergewicht mit einem BMI von mindestens 35 kg/m2 kommt ein operativer Eingriff infrage.

So manch einer mag denken, eine OP ist doch ideal, dann ist das Problem schnell gelöst. Doch bedenken Sie, kein Eingriff kommt ganz ohne Risiken und Nebenwirkungen aus.

Operation

Welche Operationsformen zur Reduzierung von Übergewicht gibt es?

Zu den gängigen Methoden der sogenannten bariatrischen bzw. Adipositas-Chirurgie, bei der Ärzte dem Übergewicht mit operativen Mitteln zu Leibe rücken, zählen:

Überblick: Magenbypass, Magenballon und Co.

Schlauchmagen und Magenbypass

Üblicherweise kommt zunächst eine operative Verkleinerung des Magens (Schlauchmagen) oder ein Magenbypass in Frage, bei dem ein Teil des Magens und des anschließenden Dünndarms ausgeschaltet wird. Die beiden Behandlungsansätze zielen darauf ab, den Magen zu verkleinern und damit seine Aufnahmemenge zu reduzieren.

Biliopankreatische Diversion

Auch die sogenannte biliopankreatische Diversion ist ein bewährtes Verfahren, das zumindest international häufig durchgeführt wird, während es sich in Deutschland bisher weniger durchgesetzt hat.

Dabei wird das Fassungsvermögen des Magens ähnlich wie beim Magenbypass verkleinert, wenn auch deutlich weniger stark. Dafür wird ein weitaus größerer Teil des Dünndarms von der Nahrungspassage ausgeschlossen.

Magenband

Ein Magenband wird in der Regel, wenn überhaupt, nur bei einem BMI < 50 kg/m2 eingesetzt. Zwar ist der Eingriff relativ schonend und risikoarm; im Langzeitverlauf können jedoch Komplikationen auftreten, die eine erneute Operation erfordern.

Außerdem sind die Ergebnisse weniger überzeugend als bei den anderen Verfahren. Daher wird das Magenband zunehmend weniger eingesetzt und muss im Einzelfall gut überlegt sein.

Magenballon

Der Magenballon erfordert keine Operation und ist daher nur in Klammern aufgeführt. Er wird über den Mund einführt und, im Magen angekommen, mit einer Kochsalzlösung befüllt. Dadurch kann weniger Nahrung aufgenommen werden, und Betroffene werden schneller satt.

Auch mehrere Verfahren möglich

Liegt der BMI über 50 kg/m2, sind auch Kombinationsverfahren bzw. abgestufte Konzepte möglich. Bei extrem adipösen Menschen kann es sinnvoll sein, zunächst einen kleineren Eingriff vorzunehmen und ihn später um eine ausgedehntere Operation zu erweitern.

Individuelle Therapieentscheidung

Grundsätzlich sind bei der Wahl des geeigneten Verfahrens das Ausgangsgewicht sowie bestehende Begleiterkrankungen zu berücksichtigen. Auch Alter und Geschlecht und nicht zuletzt Ihre persönliche Präferenz spielen eine Rolle.

Als reine Schönheitsmaßnahmen ungeeignet

Diese operativen Behandlungsmaßnahmen sind grundsätzlich nicht risikolos und – je nach Verfahren – mitunter unumkehrbar. Aus diesem Grund kommen sie nur bei ausgeprägter Fettsucht (Adipositas) in Betracht, wenn konservative (nichtoperative) Therapieversuche erfolglos geblieben sind und ernste gesundheitliche Gefahren für den Übergewichtigen drohen. Als reine Schönheitsoperation taugen diese Eingriffe nicht.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie darf eine Adipositas-Operation bei Personen ab einem BMI von 40 kg/m2 angewendet werden oder bei einem BMI ≥ 35 kg/m2, wenn zusätzlich mindestens eine Begleiterkrankung wie Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck oder Schlafapnoe vorliegt. Wenn die OP bei einem bestehenden Diabetes hauptsächlich auf eine Verbesserung der Stoffwechsellage abzielt (sogenannte metabolische Chirurgie) und die Erkrankung mit anderen Maßnahmen nicht ausreichend kontrolliert werden kann, sind operative Eingriffe im Einzelfall auch schon unter 35 kg/m2 möglich.

In all diesen Fällen bezahlen auch die gesetzlichen Krankenkassen für die OP.

Studie zu Magenband und Magen-Bypass

Was hilft besser: Magenband oder Magen-Bypass?

Zur Reduzierung des Gewichts bei stark Übergewichtigen setzen Ärzte mittlerweile häufig ein Magenband oder einen Magen-Bypass (Fachbegriff: Roux-en-Y-Operation) ein. Eine Studie sollte nun klären, welches der beiden Verfahren besser ist. Doch einen eindeutigen Sieger gibt es nicht.

Wie unterscheiden sich Magenband-OP und Magen-Bypass?

Mit dem Magenband wird der Magen in einen Vormagen (Pouch) und einen Hauptmagen geteilt. Da durch die Verengung der Übergang zwischen den beiden Mägen verlangsamt wird, dehnt sich der Vormagen beim Essen und es entsteht schnell ein Sättigungsgefühl. Das Magenband lässt sich wieder entfernen.

Beim Magen-Bypass wird der Pouch vollständig vom Restmagen getrennt, der allerdings im Körper verbleibt. Der Vormagen wird direkt mit dem Darm verbunden. Die Veränderungen lassen sich nicht rückgängig machen.

Studienergebnisse: Erfolgsquoten

Je 221 Männer und Frauen mit ausgeprägtem Übergewicht wurden nach einem der beiden Ansätze behandelt. Beim Magen-Bypass setzte der Gewichtsverlust schneller ein, der maximale Gewichtsverlust war höher und der langfristige Gewichtsverlust war besser. Die Therapie versagte nur bei 12% der Patienten, beim Magenband waren es 48%.

Unterschiedliche Komplikationsraten

Der Anteil der Komplikationen bereits zu einem frühen Zeitpunkt nach der Operation lag beim Magen-Bypass bei 17%, beim Magenband bei 5%. Die Zahl der langfristigen Komplikationen betrug 42% beim Magenband und 19% beim Magen-Bypass. Eine erneute Operation wurde beim Magen-Bypass in 13% und beim Magenband in 27% der Fälle notwendig.

Magen-Bypass: Viel hängt vom Chirurgen ab

Obwohl das auf den ersten Blick für den Magen-Bypass spricht, schränken die Wissenschaftler das Ergebnis ein. Ob der Magen-Bypass gut funktioniere, hänge vor allem auch von der Fertigkeit des Chirurgen ab. Und da gebe es doch erhebliche Unterschiede.

Außerdem weisen Experten darauf hin, dass der Magen-Bypass den lebenslangen Ersatz von Vitaminen, Eisen und Kalzium verlangt und dass sich Unterzuckerungen oder auch ein Diabetes entwickeln können.

OP-Komplikationen

Ist eine Operation bei Übergewicht/Adipositas gefährlich?

Jeder operative Eingriff birgt Risiken. Daher müssen die erwarteten Chancen und Risiken stets gut abgewogen werden.

Je nach Eingriff unterschiedliche Risiken

Die einzelnen Operationen bei der Adipositas-Chirurgie unterscheiden sich zum Teil erheblich, auch hinsichtlich der Risiken. Manche Verfahren wie der Schlauchmagen sind unumkehrbar, da ein Teil des Magens dauerhaft entfernt wird. Andere sind zwar grundsätzlich rückgängig zu machen, stellen aber doch einen erheblichen Eingriff nicht nur in die Nahrungspassage, sondern in den gesamten Verdauungsvorgang dar.

Frühe und späte Komplikationen

Differenzieren muss man außerdem zwischen den unmittelbaren Operationsfolgen, die während oder kurz nach dem Eingriff auftreten können, und langfristigen Nachwirkungen, die sich erst sehr viel später bemerkbar machen. So ist etwa der Einsatz eines Magenbands zunächst einmal ein recht schonendes, risikoarmes Verfahren. Es kommt aber häufig zu Spätkomplikationen, die einen weiteren Eingriff erforderlich machen können.

Typische Probleme, die auftreten können

Die häufigsten Komplikationen bei sämtlichen Verfahren sind folgende:

  • Fisteln (neu gebildete Gänge) an der Naht
  • Anastomoseninsuffizienzen (Schwachstellen der Nähte mit undichten Stellen)
  • Abszesse (eitrige Hohlräume)
  • Blutungen

Außerdem bestehen bei allen Eingriffen die üblichen Operationsrisiken wie Wundheilungsstörungen, Infektionen und Thrombosen. Zwar wird meist laparoskopisch mit nur einigen Stichen durch die Bauchdecke operiert; dennoch stellt jeder eingebrachte Fremdkörper ein mögliches Infektionsrisiko dar.

Blähungen, Durchfall und weitere Folgebeschwerden

Unangenehm für die Betroffenen können auch Blähungen, häufige Stuhlabgänge, Fettstühle oder Durchfälle sein. Im weiteren Verlauf nach der OP kann es außerdem zu folgenden Problemen kommen:

  • Darmverschluss
  • Gallereflux
  • Magengeschwüre
  • Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis)
  • Narbenhernien (Vorwölbung von Gewebe)

Nebenwirkungen, Kinderwunsch und Begleiterkrankungen

Welche Komplikationen können nach einer Magen-OP auftreten?

Wenn der Körper weniger aufnimmt

Ein weiteres Problem sind Mangelerscheinungen. Wenn, wie beim Magenbypass und der biliopankreatischen Diversion, ein Teil der Verdauungsorgane umgangen und aus der üblichen Nahrungspassage ausgeschlossen wird, schränkt das nicht nur die Aufnahme von Energie ein, sondern auch von wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Vitamin B12 wird Mangelware

Vor allem Vitamin B12 kann durch die Beschneidung des Magens nicht mehr ausreichend resorbiert werden, d.h. ins Blut gelangen und muss wie viele andere Vitamine lebenslang zugeführt werden.

Blut und Knochen leiden

Auch verminderte Eisenspiegel sind möglich und können zu einer Anämie (Blutarmut) führen. Ebenso können die Calcium- und Phosphatwerte im Blut sinken, wodurch die Knochen poröser werden und leichter brechen können.

Medikamente werden schlechter aufgenommen

Zu bedenken ist zudem, dass auch Medikamente weniger gut im Blut ankommen und damit wirken können. Das ist vor allem mit Blick auf die häufigen Begleiterkrankungen einer Adipositas relevant, die oft medikamentös behandelt werden. Auf der anderen Seite bessern sich aber auch viele dieser sogenannten Komorbiditäten gerade durch eine Operation.

Was ist das Dumping-Syndrom?

Eine weitere typische Nebenwirkung bei manchen operativen Eingriffen ist das sogenannte Dumping-Syndrom, eine Folge der eingeschränkten Magenfunktion. Es tritt unmittelbar nach der Aufnahme von zuckerhaltigen Lebensmitteln bzw. Getränken oder verzögert auf und geht mit Schwindel und Kreislaufproblemen, Zittern und Herzrasen einher.

Vorsicht bei Vorerkrankungen

Bei manchen Betroffenen ist außerdem besondere Vorsicht geboten. Bei schweren Begleiterkrankungen z. B. der Leber oder Niere ist unter Umständen zumindest nicht jeder Eingriff möglich.

Gefahr für das ungeborene Kind

Auch bei Frauen im gebärfähigen Alter mit Kinderwunsch muss eine Operation wohlüberlegt sein, da sich Mangelerscheinungen auch negativ auf die kindliche Entwicklung auswirken.

Magenspiegelung wird problematisch

Nach manchen Eingriffen ist es nicht mehr möglich, den ausgeschalteten Magen und Dünndarm mit einem sogenannten Endoskop einzusehen. Wer unter wiederkehrenden Geschwüren in diesem Bereich leidet, die regelmäßig kontrolliert werden müssen, oder an einem Morbus Crohn erkrankt ist, darf einer solchen Operation nicht unterzogen werden.

Wofür es sich dennoch lohnt

Vielleicht fragen Sie sich bei all diesen bedrohlichen Risiken, ob eine Operation überhaupt angemessen sein kann. Ja, in einigen Fällen ist sie es durchaus. Die Erfolgsaussichten sind bei manchen schwer Betroffenen tatsächlich besser als andere Maßnahmen zur Gewichtsreduktion.

Das macht sich nicht nur längerfristig auf der Waage bemerkbar, sondern betrifft eben auch Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. Allerdings müssen die Voraussetzungen stimmen und im Einzelfall gründlich abgeklärt werden.

Informieren Sie sich

Wenn der Arzt Ihnen eine OP nahelegt, wird er gute Gründe dafür haben und überzeugt sein, Ihnen damit am besten helfen zu können. Lassen Sie sich über die einzelnen Verfahren gut informieren und beraten und entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken.

Wer wird am häufigsten operiert?

Personen mit starkem Übergewicht rücken ihren Pfunden zunehmend mit Hilfe eines Chirurgen zu Leibe. Magenband, Magenballon oder Magenverkleinerung sollen ihnen helfen, ihr Idealgewicht zu erreichen. Allerdings ist die Operation nur ein erster Schritt.

Rund 80% der Eingriffe ließen Frauen vornehmen. Fast jede dritte OP erfolgte bei Patienten im Alter zwischen 40 und 49 Jahren.

Auch eine Magenverkleinerung hilft nicht ohne Ernährungsumstellung

Die Krankenkasse weist darauf hin, dass es ein Irrglaube sei, dass die Magen-Operationen alleine Erfolg bringen können. Auch eine OP könne eine Gewichtsreduktion nur dann erreichen, wenn gleichzeitig der Lebensstil geändert werde. Das bedeutet: Der Eingriff macht eine Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung nicht überflüssig.

Finanzieller Hintergedanke

Die Erklärungen der DAK haben allerdings noch einen weiteren – finanziellen – Hintergrund: Die Eingriffe kosten ordentlich Geld. So haben sich die Ausgaben für Magen-Operationen wegen Übergewicht von 2 auf 3,8 Millionen Euro erhöht.

Quellen:

  • Leitlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft
  • Arch Surg. doi:10.1001/archsurg.2011.1708
  • DAK

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