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Magen-Bypass-OP: Erfolgschancen und Risiken

Welches Prinzip steckt hinter dieser Operation? Für wen ist sie eine geeignete Methode, um abzunehmen? Im folgenden Beitrag beantworten wir viele Fragen rund um die Magen-Bypass-OP, was gemacht wird und wie hoch die Erfolgschancen sind.

Operationsverfahren

Adipositas / Übergewicht: Was ist ein Magenbypass?

Der Magenbypass ist eines von mehreren Operationsverfahren, die bei extremem Übergewicht in Frage kommen. Dabei gibt es wiederum unterschiedliche Techniken.

Dennoch kommt der Eingriff nicht für jeden infrage. Grundsätzlich wird eine Operation bei Adipositas erst dann erwogen, wenn andere Maßnahmen wie die Umstellung der Ernährung und des gesamten Lebensstils über Monate hinweg erfolglos bleiben. Außerdem müssen die Betroffenen stark übergewichtig sein und/oder bereits unter Folgeerkrankungen der Fettleibigkeit leiden.

Basiswissen zum Magenbypass

Was bedeutet der Begriff "Bypass"?

Das Wort Bypass kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Umgehung oder Überbrückung. In der Medizin wird der Begriff für operative Eingriffe verwendet, bei denen ein bestimmter Abschnitt ausgeschaltet und eine neue Verbindung zwischen zwei Segmenten geschaffen wird. Kurz gesagt: die Bildung einer Umgehungsstraße.

Vielleicht ist Ihnen der Bypass aus der Herzchirurgie bekannt. Nach einem schweren Herzinfarkt werden die verantwortlichen verengten bzw. verschlossenen Herzgefäße durch intakte Arterien oder Venen ersetzt, die fortan das Herz mit Blut und Nährstoffen versorgen.

Zum besseren Verständnis: Wie ist der Magen-Darm-Trakt aufgebaut?

Ein Bypass lässt sich aber nicht nur an Gefäßen, sondern auch an anderen Leitungsbahnen und Hohlräumen legen, z.B. im Magen-Darm-Trakt, einem Schlauchsystem, das mit der Speiseröhre beginnt und am After endet. Um Ihnen die relevanten Strukturen zu verdeutlichen, hier ein kleiner anatomischer Überblick:

Die Speiseröhre mündet in den Magen, einem wulstigen Hohlorgan, das sich C-förmig windet und den Nahrungsbrei in den anschließenden Dünndarm abgibt. Hier werden der Nahrung wichtige Verdauungssäfte aus der Gallen- und der Bauchspeicheldrüse zugeführt. Von dort geht es dann über mehrere Segmente und unzählige Schlingen in den Dickdarm, der den verbleibenden Stuhl in Richtung Ausgang befördert.

Magenbypass: Welche OP-Verfahren gibt es?

Um der Adipositas und ihren teils verheerenden Folgen zu Leibe zu rücken, bieten sich verschiedene Formen des Bypasses im Bereich des Magens und des anschließenden Dünndarms an. Sie zielen zum einen darauf ab, das Gewicht langfristig zu senken; zum anderen können sie aber auch die Stoffwechsellage erheblich verbessern. Das kommt insbesondere übergewichtigen Menschen mit zusätzlichem Diabetes zugute.

Doch wie muss man sich das Ganze nun vorstellen? Es gibt im Großen und Ganzen zwei gängige Verfahren, die wir Ihnen kurz vorstellen möchten:

  • Omega-Loop-Magenbypass
  • Roux-en-Y-Magenbypass

Verschiedene Methoden

Was genau ist der Omega-Loop-Magenbypass?

Fangen wir mit dem etwas einfacheren an, dem Omega-Loop-Magenbypass, der auch Mini-Bypass (engl. Mini Gastric Bypass, MGB) genannt wird. Dabei wird der Magen durchtrennt, wobei der obere Teil nach Mündung der Speiseröhre deutlich kleiner gewählt wird als der verbleibende Restmagen. Allein dieser kleine Teil, der als Pouch (kleiner Beutel) bezeichnet wird, dient fortan der Nahrungspassage. Der restliche Magen wird umgangen, verbleibt aber im Körper, so dass die Operation grundsätzlich auch wieder rückgängig gemacht werden kann.

Um den Magenpouch mit dem Darmtrakt zu verbinden, wird anschließend eine Dünndarmschlinge aus dem Unterbauch hochzogen und an den kleinen Beutel angeschlossen. Allerdings bleibt auch hier ein guter Teil des Dünndarms, der vom verbliebenen Restmagen abgeht, ungenutzt (etwa 2 Meter).

Der Körper bekommt weniger ab

Genau das ist auch gewollt. Denn dadurch, dass der Magenpouch jetzt auf tiefere Darmsegmente trifft, werden die Verdauungssäfte erst später zugeführt. Die Aufspaltung der einzelnen Nahrungsbestandteile erfolgt also "weiter unten" und kann hier nicht mehr vollständig abgeschlossen werden. So können nicht alle Bausteine vom Körper aufgenommen werden, sondern werden über den Dickdarm ausgeschieden.

Der Effekt der Operation beruht also auf Zweierlei: Erstens ist das Fassungsvermögen des Magenpouches deutlich beschränkt, so dass weniger Nahrung aufgenommen werden kann. Zweitens gelangen weniger Nährstoffe ins Blut, die der Körper verwerten kann.

Welchen Vorteil bietet der Roux-en-Y-Magenbypass?

Der Nachteil des Omega-Loop-Magenbypasses ist, dass die hochgezogene Dünndarmschlinge in beide Richtungen offenbleibt. So können aggressive Verdauungssäfte auch in den ausgeschalteten Teil Richtung Restmagen schwappen (Reflux) und die empfindliche Schleimhaut schädigen.

Daher ist heutzutage eher das zweite Verfahren, der Roux-en-Y-Magenbypass, Standard. Auch hier wird der Magen durchtrennt, wobei der Magenpouch kleiner gehalten wird als beim Omega-Loop und nur etwa 15-20 ml fasst.

Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass hier auch der Dünndarm auseinander geschnitten wird. Der untere Schenkel wird direkt an den kleinen Magenpouch angeschlossen, während der obere, der vom Restmagen her kommt, etwas weiter unten auf ihn genäht wird. So wird ebenfalls ein Teil des Dünndarms ausgeschaltet, ohne dass jedoch Galle- und Bauchspeicheldrüsensäfte die falsche Richtung einschlagen können.

Bei sorgfältiger Abwägung vielversprechend

Beide Operationsverfahren werden in der Regel laparoskopisch, also minimalinvasiv mit nur wenigen Einstichen und ohne großen Bauchschnitt durchgeführt. Die Gewichtsreduktion wird dadurch nachhaltig gefördert. Außerdem sind die sogenannten metabolischen Effekte, die sich in einer Verbesserung der Zuckerkrankheit (Diabetes) bezahlbar machen, beim Magenbypass am größten.

Eine Operation ist bei Übergewicht bestimmt nicht die erste Wahl und muss wohlüberlegt sein. Erst wenn andere therapeutische Maßnahmen und eine Veränderung des Lebensstils über längere Zeit versagt haben und/oder die Gesundheit der Betroffenen akut bedroht ist, ist sie zu erwägen. Dann allerdings können adipöse Menschen davon durchaus nachhaltig profitieren.

Für wen kommt ein Magenbypass in Frage?

Eine Operation bei starkem Übergewicht/Adipositas steht grundsätzlich nicht am Anfang der Behandlung und muss gut abgewogen werden. Manchen Betroffenen, bei denen andere therapeutische Ansätze versagt haben, kann damit allerdings effektiv und langfristig geholfen werden.

Prüfung der Operabilität

Natürlich müssen auch bestimmte operative Voraussetzungen erfüllt sein. Beim Magenbypass wird eine Dünndarmschlinge vom Unterbauch zum Magen hochgezogen. Das ist kein kurzer Weg, der aber problemlos und ohne Spannung überbrückt werden muss, was z.B. bei Vernarbungen durch vorherige Operationen erschwert sein kann. Das zeigt sich allerdings manchmal erst direkt während des Eingriffs.

Welche Operation für Sie ggf. am besten geeignet ist, entscheidet Ihr Arzt abhängig von der Ausgangslage, bestehenden Vorerkrankungen und Ihren eigenen Vorstellungen. Wenn die Bedingungen stimmen, lassen sich mit dem Magenbypass anhaltende Erfolge erzielen, die nach neueren Langzeitstudien noch jahrelang nachweisbar sind.

OP-Bedingungen

Welche Voraussetzungen muss ich für eine Magenbypass-Op erfüllen?

Bevor eine Operation erwogen wird, stehen zunächst sogenannte konservative Maßnahmen an. Sie beinhalten eine umfassende Veränderung des Lebensstils in Bezug auf Ernährung, Bewegung und Verhalten.

Erst wenn diese Ansätze bei extrem übergewichtigen Menschen mindestens ein halbes Jahr lang konsequent durchgezogen wurden und weitgehend erfolglos blieben, ist an einen chirurgischen Eingriff zu denken. Daneben sind manchmal auch Begleit- bzw. Folgeerkrankungen ausschlaggebend, wenn sie durch eine Operation verbessert oder gar geheilt werden könnten.

Zur Auswahl stehen verschiedene Verfahren, die jeweils unterschiedlich stark auf eine Gewichtsreduktion wie auch auf eine Verbesserung der gesamten Stoffwechsellage abzielen. Dadurch lässt sich insbesondere die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), unter der viele Übergewichtige leiden, positiv beeinflussen.

Je nach dem, welcher Aspekt im Vordergrund steht (Gewichtsreduktion oder Stoffwechsel), wird das passende Verfahren ausgewählt. Außerdem spielen Body Mass Index (BMI), Alter, Geschlecht und nicht zuletzt Ihre eigene Präferenz eine Rolle.

Warum ist der Magenbypass besonders sinnvoll bei Diabetes und Sodbrennen?

Der Magenbypass zählt zusammen mit dem sogenannten Schlauchmagen zu den am häufigsten angewandten Operationsverfahren in der Adipositaschirurgie.

Nach der Bypassoperation kommt es etwas häufiger zu Komplikationen, dafür ist der Effekt sowohl auf das Gewicht als auch auf den Stoffwechsel größer als beim Schlauchmagen und anderen Verfahren. Wer stark übergewichtig ist und zusätzlich an Diabetes erkrankt ist, kann daher von dem Eingriff deutlich profitieren.

Auch bei anderen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Störungen des Fettstoffwechsels kann der Magenbypass sinnvoll sein. Und schließlich wird er bei einer vorbestehenden Refluxerkrankung (Sodbrennen), bei der Magensaft in die Speiseröhre zurückschwappt und die Schleimhaut angreift, oft bevorzugt, da er sich auch hier positiv auswirkt.

Chancen

Wie effektiv ist ein Magenbypass bei Adipositas?

Der Magenbypass ist eines der häufigsten Verfahren in der operativen Therapie von extremem Übergewicht (Adipositas). Studien bescheinigen ihm auch noch nach vielen Jahren anhaltende Erfolge.

Die Ergebnisse beim Magenbypass, bei dem ein großer Teil des Magen und des anschließenden Dünndarms von der Nahrungspassage abgetrennt werden, können sich durchaus sehen lassen. So ist – statistisch gesehen – nach fünf Jahren mit einem Gewichtsverlust von ca. 60% zu rechnen. Ein bestehender Diabetes verbessert sich sogar bei 75% der Betroffenen.

Auch nach 12 Jahren noch wirksam

In den USA gibt es nun erstmals eine Studie, die die Effekte über zwölf Jahre hinweg beobachtet hat. Eingeschlossen wurden 1156 stark adipöse Menschen, von denen ein Teil einen sogenannten Roux-en-Y-Bypass erhielt, während die übrigen Probanden nicht operiert wurden.

Zielpunkte der Untersuchung waren der Gewichtsverlust sowie eine positive Beeinflussung typischer Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. Beides wurde durch die Operation weitaus besser erreicht und aufrechterhalten als ohne sie. Was den Diabetes anbelangt, waren die Erfolge umso größer, je geringer der Behandlungsaufwand vor dem Eingriff war. Wer also bis dahin die Zuckerkrankheit allein mit Diätmaßnahmen in den Griff bekam, profitierte deutlicher als jemand, der bereits Medikamente dagegen einnahm.

Insofern wäre in Zukunft zu überlegen, die Operation nicht allzu lange hinauszuzögern und den Betroffenen, die dafür geeignet sind, frühzeitig anzubieten.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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