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Beckenbodensenkung: Ärzte warnen vor implantierten Netzen

Wenn sich bei einer Frau der Beckenboden senkt, dann macht sich das unangenehm bemerkbar. Oft reicht ein Beckenbodentraining aus, um die Probleme zu beseitigen. Wenn nicht, dann muss meist operiert werden. Die dabei in letzter Zeit oft eingesetzten synthetischen Netze scheinen die in sie gesetzten Hoffnungen aber nur unzlänglich zu erfüllen.

Oft die Spätfolge mehrerer Geburten

Gründe dafür, dass sich der Beckenboden senken kann, gibt es einige: Bindegewebsschwäche, starkes Übergewicht oder mehrere Geburten. Wenn das dann passiert, dann zeigt sich das durch ein Druckgefühl im Unterbauch, Urinverlust, Kreuz- und Rückenschmerzen, das Gefühl, einen Fremdkörper in der Scheide zu haben, oder Schmerzen beim Sex. Als Therapie steht in erster Linie ein gezieltes Beckbodentraining bereit, das die Muskulatur kräftigen soll.

Wenn das nicht funktioniert, dann braucht es in der Regel eine Operation. Bei dieser wird durch Eigengewebe eine verengte Scheide erzeugt. Oft setzen Chirurgen dabei ein synthetisches Netz ein, um die Operation abzusichern.

Netz-Implantate kritisch hinterfragen

Doch Prof. Werner Bader von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe mahnt, dass diese Implantate zu häufig zu unkritisch von Ärzten verwendet würden. Bader sagt, dass Ergebnisse von Langzeitstudien die Erwartungen nicht erfüllt hätten. Zu oft würden die guten Erfolge direkt nach einer Operation durch später auftretende Komplikationen zunichte gemacht. Deshalb sollten sich Frauen vergewissern, dass der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin nicht nur eine einzige Operationsmethode beherrsche, sondern mehrere Alternativen vorschlage.

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