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Fieber bei Kindern: Ursachen und Behandlung

Fieber bei Kindern ist in den allermeisten Fällen die Folge eines Infekts. Typische Anzeichen sind:

  • warme Stirn
  • rote Wangen
  • Appetitlosigkeit 
  • Lustlosigkeit

Die fiebersenkenden Maßnahmen reichen von Fieberwickeln bis hin zu Fiebermitteln aus der Apotheke. Ein Arztbesuch ist notwendig, wenn das Fieber trotz dieser Maßnahmen nicht zurückgeht, es länger als drei Tage anhält oder wenn Ihr Kind stark beeinträchtigt wirkt, Schmerzen hat oder apathisch wird.

Alles weitere zum Thema "Fieber bei Kindern" – von den Ursachen bis zur Behandlung – lesen Sie im folgenden Beitrag.

Was sind die häufigsten Fieberursachen?

Fieber tritt bei Kindern sehr viel häufiger auf als bei Erwachsenen und ist zum Glück in den allermeisten Fällen kein Grund zu (größerer) Sorge. Allerdings sollten Sie, wenn Ihr Kind Fieber bekommt, dennoch immer sehr genau hinschauen, insbesondere ob möglicherweise noch andere Krankeitszeichen vorliegen, die auf eine ernstere Ursache hindeuten.

Eine Alarmglocke sollte immer dann angehen, wenn Ihr Kind sehr apathisch wirkt und nicht mehr richtig auf Sie reagiert, wenn das Fieber trotz Fiebersaft oder Zäpfchen sehr hoch ist oder wenn offensichtlich stärkere Schmerzen bestehen. Im Zweifel gilt: lieber einmal mehr zum Kinderarzt als einmal zu wenig!

Zu den häufigen Fieberursachen bei Kindern zählen:

Zu den häufigeren "gefährlichen" Fieberursachen zählen:

Was ist ein häufiger harmloser Grund für Fieber im ersten Lebensjahr?

Tritt bei Ihrem Kind im ersten Lebensjahr (vor allem nach 6 Monaten) ein konstant leichtes Fieber auf, ist – bei Abwesenheit sonstiger Krankheitshinweise – die naheliegendste Erklärung, dass es Zähne bekommt.

Wenn sich diese „Verdachtsdiagnose“ bestätigt, können Sie auf einen Arztbesuch verzichten. Wobei der kommende Zahn natürlich gar nicht immer so leicht zu erkennen ist, zumal einem kleine Kinder selten den Gefallen tun, den Mund mal für eine Inspektion länger offen zu halten. Aber wenn das Fieber nach maximal ein/zwei Tagen wieder verschwindet, ohne dass Rotz, Husten oder Durchfall auftraten, war wahrscheinlich ein Zahn der "Übeltäter". Ab 39,5 °C Fieber sollten Sie allerdings immer einen Kinderarzt aufsuchen.

Woran erkennt man, dass das Kind Fieber hat?

Die meisten Eltern entwickeln mit der Zeit ein ganz gutes Gespür dafür, ob Ihr Kind erhöhte Temperatur oder Fieber hat. Insbesondere, wenn die Kleinen schon ein/zwei solcher Fieber-Phasen durchgemacht haben, kennt man die kleinen, aber untrüglichen Anzeichen dafür, dass die Körpertemperatur steigt.

Hier noch mal im Überblick die wichtigsten Anzeichen dafür, dass Ihr Kind Fieber haben könnte:

  • heißes und gerötetes Gesicht, heiße Stirn
  • kühle, blasse Haut
  • müde, glasige Augen
  • Quengeligkeit
  • Schläfrigkeit
  • Nahrungsverweigerung

Im Zweifel: Einfach rasch Temperatur messen (am besten im Po). Ein Fieberthermometer sollten Sie immer in erreichbarer Nähe haben.

Wie wird Fieber richtig gemessen? Und wo?

Am besten geeignet zur Messung der Körpertemperatur sind digitale Fieberthermometer. Um genaue und aussagekräftige Werte zu erhalten, sollte das Fieber immer im Darmausgang (rektal) gemessen werden.

Tipps zum geeigneten Vorgehen:

  • Machen Sie die zwischen den Fingern angewärmte Spitze des Fieberthermometers mit einem Tropfen Creme oder Vaseline noch etwas gleitfähiger.
  • Sorgen Sie für eine beruhigende Atmosphäre und legen Sie Ihr Kind bäuchlings auf den Schoß oder mit hochgezogenen Beinen seitlich ins Bett, damit es sich nicht verkrampft.
  • Führen Sie das Thermometer etwa 2-2,5 cm weit vorsichtig in den After Ihres Kindes ein. Stoppen Sie, sobald Sie einen Widerstand spüren. Halten Sie das Messinstrument in der einen Hand und mit der anderen den Kinderpo etwas zusammengedrückt, damit das Thermometer nicht wieder herausrutscht. Wenn Ihr Kind noch klein ist, sollten Sie es nie alleine damit lassen.
  • Nach 60-90 Sekunden bzw. wenn der Signalton erklingt, können Sie das Fieberthermometer wieder herausziehen und den Messwert ablesen. Die Angaben in Temperaturtabellen beziehen sich normalerweise auf die rektal gemessene Körpertemperatur.
  • Das Fiebermessen im Po tut Ihrem Kind nicht weh, es ist eher die Angst davor, die zu Unbehagen und Abwehrreaktionen führt. Reden Sie deshalb beruhigend auf Ihren kleinen Patienten ein und erklären Sie ihm, was Sie tun und weshalb das Fiebermessen für ihn wichtig ist.
  • Fehlerhaftes Messen kann falsche, vor allem zu niedrige Ergebnisse produzieren. Beispielsweise, wenn die Messdauer zu kurz war oder das Thermometer zu zaghaft bzw. nicht richtig in den After eingeführt wurde. Wiederholen Sie die Messung im Zweifelsfall in aller Ruhe.
  • Das Fieber sollten Sie mehrmals täglich kontrollieren, mindestens morgens, mittags und abends. Mit der Aufzeichnung des Fieberverlaufs können Sie die möglicherweise notwendige ärztliche Diagnose und Behandlung unterstützen.

Wo wird das Fieber am besten gemessen?

Zu den zahlreichen möglichen Messstellen zählen der Po (rektal), der Mund (unter der Zunge = sublingual), die Achselhöhlen (axillar), die Leiste (inguinal) sowie das Ohr und orientierend die Haut im Stirnbereich. Am zuverlässigsten ist die rektale Temperaturmessung im Po, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern. Sie liefert im Vergleich die höchsten Werte (zu den Unterschieden der Messwerte siehe hier), kommt der Körperkerntemperatur am nächsten und dient im Normalfall als Grundlage für Temperaturtabellen und die Einteilung der verschiedenen Temperaturbereiche und Fiebergrade.

Zur Orientierung kommen aber auch die anderen, leichter zugänglichen Messstellen in Frage. Wenn Sie das Thermometer bei Ihrem Kind unter der Zunge platzieren, müssen Sie etwa 0,3-0,5°C zum gemessenen Wert hinzurechnen. Unter der Achsel als relativ unzuverlässigem Messort sind es 0,5° C, wenn die Achselhöhle trocken ist, ansonsten müssen Sie 1,5-2°C draufschlagen.

Was hilft gegen Fieber bei Kindern?

Da Fieber in der Regel eine sinnvolle Funktion im Rahmen der körperlichen Abwehr erfüllt, braucht man nicht sofort einschreiten, wenn die Temperatur mal leicht ansteigt. Messen Sie zunächst regelmäßig die Temperatur Ihres Kindes und packen Sie es bei hohem Fieber nicht zu warm ein, damit es nicht noch mehr überhitzt.

Steigt die Körpertemperatur deutlich über 39° C an, können Sie folgende Maßnahmen, gegebenenfalls in Absprache mit Ihrem Kinderarzt, zur Fiebersenkung ergreifen:

  • Wadenwickel (außer bei Schüttelfrost)
  • feuchter, lauwarmer Waschlappen auf die Stirn
  • für reichliches Trinken sorgen, damit Ihr Kind nicht austrocknet
  • Kleidung, Bettwäsche und Handtücher häufig wechseln
  • fiebersenkende, für Kinder geeignete Zäpfchen oder Säfte
  • Bettruhe einhalten

Achtung: Vor allem kleinen Kindern sollten Sie auf keinen Fall Acetylsalicylsäure (ASS, z.B. Aspirin®) verabreichen, da sie als ein möglicher Auslöser des seltenen, aber sehr gefährlichen Reye-Syndroms gilt.

Was genau ist eigentlich Fieber? Und ab wann soll man Fiebermittel geben?

Fieber (Febris, Pyrexie) ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers und ein Zeichen dafür, dass die körpereigenen Abwehrmechanismen am Arbeiten sind. Meistens entsteht Fieber, um Krankheitserreger wie z.B. Erkältungsviren oder andere als fremd erkannte Stoffe unschädlich zu machen. Die erhöhte Körperkerntemperatur sorgt dabei unter anderem für ein höheres Reaktionsniveau und schnellere Wirkprozesse auf chemischer und zellulärer Ebene.

Ab wann ist eine Fiebersenkung sinnvoll?

Das Fieber selbst ist also normalerweise nicht als Krankheit, sondern vielmehr als Teil einer (zunächst) gesunden Antwort zu begreifen – und deshalb im Grundsatz erst einmal nicht behandlungsbedürftig. Normalerweise brauchen Sie nur in Ausnahmefällen zu fiebersenkenden Mitteln zu greifen, nämlich dann, wenn die rektal (im Po) gemessene Körpertemperatur Ihres Kindes deutlich über 39°C steigt. Ab 40°C ist eine fiebersenkende Therapie zwingend notwendig.

Neigt Ihr Kind zu Fieberkrämpfen, ist in Absprache mit dem Kinderarzt ein frühzeitigeres Eingreifen angebracht. Mit zunehmendem Verständnis der Fiebermechanismen als Teil der Abwehrreaktion wird der Einsatz fiebersenkender Mittel heutzutage kritischer betrachter als früher. Statt eines routinemäßigen Vorgehens ab einer bestimmten Temperatur wird die an den individuellen Symptomen und Risiken ausgerichtete Fieberbehandlung empfohlen. Lassen Sie sich im Zweifelsfall vom Kinderarzt beraten und beachten Sie die Empfehlungen, wann ärztlicher Beistand dringend notwendig ist.

Gefährliches Fieber über 41 °C extrem selten

Nur bei sehr hohen Temperaturen kann Fieber zu ernsthaften Schädigungen führen. Jenseits der 40°C wird es gefährlich, bei 42°C ist mit Kreislaufversagen zu rechnen, ab 42,6°C führt die Eiweißdenaturierung zum Fiebertod des Organismus.

Die körpereigene regulatorische Begrenzung der Fieberreaktion sorgt allerdings dafür, dass es zwar schnell zu Temperaturanstiegen auf Werte zwischen 40 und 41°C kommen kann, aber fast nie darüber. Eine solche extreme Erhöhung der  Körpertemperatur über 41,1°C wird Hyperpyrexie genannt.

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Medizinische Einordnung verschiedener Körpertemperaturen

Eine übliche Fieber-Definition in Celsius-Graden bei im Po gemessener Körpertemperatur lautet:

  • 36,5-37,4°C: Normaltemperatur des Kindes
  • 37,5-38,0°C: erhöhte Temperatur (subfebril)
  • 38,1-38,5°C: leichtes Fieber (febril)
  • 38,6-39,0°C: Fieber
  • 39,1-39,9°C: hohes Fieber
  • 40,0-42,0°C: sehr hohes Fieber (ab 41°C: Hyerpyrexie)
  • ab 42,6°C: Tod durch Eiweißgerinnung im Körper

Nach einer anderen Einteilung wird bis 38,5°C von „erhöhter Temperatur“ gesprochen und erst darüber von Fieber.

Welches ist das beste Fiebermittel bei Kindern?

Es gibt eine ganze Reihe an verschiedenen Präparaten, die allesamt nahezu gleichwertig sind. Das "beste Mittel" gibt es also nicht. Wohl aber gibt es Unterschiede von Kind zu Kind. Wenn Sie mit einem Saft oder Zäpfchen gute Erfahrungen gemacht haben, bleiben Sie einfach dabei.

Wenn Ihr Kind hohes Fieber hat (über 39,5 °C), empfehlen wir Ihnen einen Versuch mit Ibuprofen oder mit Paracetamol. Beide Wirkstoffe senken nicht nur das Fieber, sondern lindern auch evtl. vorhandene Schmerzen. Allerdings ist es wichtig, unbedingt spezielle Präparate für Kinder zu nehmen, und nicht etwa die Tabletten, die Sie noch für sich selbst im Schrank haben. Das wäre eine viel zu hohe Dosis.

Sowohl Ibuprofen als auch Paracetamol gibt es in Form von Fiebersaft oder als Zäpfchen. Sie können auch beide im Wechsel anwenden. Allerdings sollten zwischen zwei Einnahmen (Fiebersaft oder Fieberzäpfchen) mindestens sechs Stunden vergehen. Und eine Anwendung länger als drei Tage sollten Sie nach Möglichkeit vermeiden. Dann lieber doch zum Kinderarzt fahren.

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Muss das Kind bei Fieber im Bett bleiben?

Man sollte meinen, bei solch einem Allerweltsthema sei die Sache klar. Ist sie aber nicht. Der Volksmund sagt ja. Die Forschung sagt nein. Wissenschaftlich ergibt sich kein nachweisbarer Vorteil durch die Bettruhe, weshalb sie nicht unbedingt für nötig gehalten wird. Es sei denn, Ihr Kind will sowieso ins Bett.

Womit wir beim entscheidenden Punkt sind. Dass sich die Frage nach der Bettruhe nämlich meist sowieso von selbst beantwortet. Im ersten Lebensjahr läuft das Kleine ohnehin noch nicht herum. Im zweiten und dritten Lebensjahr macht es was es will und eine Bettruhe zu erzwingen ist so gut wie ausgeschlossen. Erst danach wird es beeinflussbarer. Wenn Ihr Kind dann ohnehin als schlappes Häufchen Elend das Bett bevorzugt, ist die Sache klar. Wenn es sich aber trotz Fieber noch „gut drauf“ fühlt und Purzelbäume schlagen will, dann versuchen Sie zumindest, so viel Ruhe wie irgend möglich zu erzeugen. Also lieber Vorlesen als Herumtoben.

Denn da der Fieberprozess in jedem Fall eine Belastung für den Organismus Ihres Kindes darstellt, ist eine körperliche und geistige Schonung tendentiell immer richtig. Und die ist am ehesten im Bett sicherzustellen.

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Wie legt man Fieberwickel an?

Wenn Ihr Kind (oder auch ein Erwachsener) hohes Fieber hat, werden als fiebersenkende Maßnahme frische, nicht zu kalte Umschläge oder Wickel um Handgelenke oder Waden empfohlen. Oder ein feuchter, lauwarmer Waschlappen, der auf die Stirn gelegt wird. Zu beachten ist dabei, dass kühle Wickel nur dort platziert werden dürfen, wo die Haut tatsächlich warm ist. Also keinesfalls auf kühle Beine und erst recht nicht bei Schüttelfrost, denn sonst machen die Wickel das Ganze schlimmer statt besser.

Der Grund: Mithilfe der Wickel soll Ihrem Kind durch die Ableitung überschüssiger Hitze Linderung verschafft werden. Das macht aber nur dort Sinn, wo auch überschüssige Hitze vorhanden ist, wo die Haut also warm ist. Und bei Fieber kommt es nicht zu einer generellen Erhöhung der Körperoberflächentemperatur, sondern durch Anpassung der inneren Wärmeregulation oft nur an bestimmten Stellen.

Die Umschläge sollten über 20 Minuten hinweg etwa alle 3 Minuten gewechselt werden. Legen Sie ggf. Handtücher darunter oder drumherum, um das Bettzeug trocken zu halten, aber packen Sie die Wickel keinesfalls in wasserundurchlässiges Material (z.B. Folie) ein, sonst droht ein Hitzestau.

Wie bereitet man einen Fiebertee zu?

Bei Erkältung und Grippe kann Ihrem fiebernden Kind ein schweißtreibender Fiebertee helfen. Die Fiebersenkung wird dabei durch die Wärmeverdunstung beim Schwitzen bewirkt.

Zum Vorgehen wird empfohlen:

  • Geben Sie Ihrem Kind 1-2 Tassen „Fiebertee“ (Rezepte siehe unten), den es so warm wie möglich innerhalb von 10 Minuten trinken sollte.
  • Anschließend legt sich das Kind in einem Baumwollschlafanzug gut eingepackt mit einer Wolldecke (kein synthetisches Material!) ins Bett.
  • Nach etwa 20 Minuten wird der nassgeschwitzte Schlafanzug gewechselt und das Kind vor dem Anziehen des frischen Nachthemds gründlich abgetrocknet und danach wieder in eine trockene Decke eingehüllt.
  • Ihr Kind sollte mindestens 1 Stunde liegen bleiben und viel trinken, um die verlorene Flüssigkeit zu ersetzen.
  • Bleiben Sie während der ganzen Zeit in der Nähe Ihres Kindes und sehen Sie regelmäßig nach ihm, um sicherzustellen, dass sein Kreislauf nicht absackt.

Rezepte für Fiebertee

  • Holunderblüten
    • 2 TL Blütenmischung mit 250 ml kochendem Wasser überbrühen
    • 10-15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen
    • alternativ: Holundersaft aufwärmen oder Holundersaftkonzentrat mit Wasser verdünnt als heißen Tee zu trinken geben.
  • Lindenblüten: in gleicher Weise wie bei Holunderblüten.
    • Honig und ausgepresster Zitronensaft ergänzen die Inhaltsstoffe und verbessern den Geschmack in geeigneter Weise.
  • Fettfreie Hühnerbrühe: 1-2 Tassen wirken wie die oben genannten Fiebertees und zusätzlich auch immunstärkend.

Kann man Fiebertee auch bei Kleinkindern einsetzen?

Nein, Säuglinge und Kleinkinder bis 5 Jahre sollten keinen Fiebertee erhalten! Es besteht Kollapsgefahr, da der Kreislauf der Kleinen für eine solch schweißtreibende und damit körperbelastende Maßnahme noch nicht stabil genug ist. Hilfreich zur Fiebersenkung in diesem Alter sind stattdessen kalte Arm- und Beinwaschungen, Wadenwickel, viel frische Luft und Ruhe im Krankenzimmer.

Kind mit Fieber – Wann muss man zum Arzt?

Kinder fiebern häufiger als Erwachsene. Fieber selbst ist keine Krankheit, sondern in den meisten Fällen ein wichtiger Abwehrmechanismus des Körpers vor allem gegen Infektionen, der nicht sofort durch fiebersenkende Maßnahmen unterbunden werden sollte.

Nicht selten verschwindet ein Fieber ohne sonstige Symptome über Nacht von selbst. Das gilt natürlich erst recht bei harmloseren Umständen, die die Körpertemperatur manchmal erhöhen können – zum Beispiel ausgiebiges Herumtoben im Freien oder Sport, zu warme Kleidung oder eine zu warme Zudecke.

Ob Sie also mit Ihrem fiebernden Sprössling ärztliche Hilfe aufsuchen sollten, hängt nicht zuletzt davon ab, welche Erfahrung Sie im Umgang mit Fieber haben und wie sicher oder eben beunruhigt Sie sich fühlen. Einen Kinderarzt sollten Sie dringend kontaktieren, wenn:

  • Ihr Kind noch ein Baby ist, insbesondere vor dem dritten Lebensmonat
  • das Fieber länger als drei Tage anhält
  • das Fieber trotz fiebersenkender Maßnahmen nicht zurückgeht
  • weitere Krankheitszeichen auftauchen, z.B. Teilnahmslosigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschläge
  • Ihr Kind trotz fiebersenkender Maßnahmen und Rückgang der Temperatur teilnahmslos ist und nicht normal reagiert
  • das Fieber zwar zurückgeht, Ihr Kind aber immer noch deutlich beeinträchtigt ist
  • Ihr Kind bei Fieber überhaupt nicht trinken will
  • Ihr Kind einen Fieberkrampf hatte

Mit einer Untersuchung beim Kinder- und Jugendarzt kann in 90% der Fälle die Fieberursache geklärt werden. Häufige Ursachen sind eine Mittelohrentzündung, Halsschmerzen, Husten, Magen-Darm-Infekte oder „typische“ Kinderkrankheiten, wie z.B. das Drei-Tage-Fieber.

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Hilft hohes Fieber Kindern, um gesund zu werden?

Wie man es nimmt. Fieber ist ein Abwehrmechanismus des Körpers gegen Krankheitserreger und damit grundsätzlich hilfreich, soweit es etwas zu bekämpfen gibt. Hohes Fieber allerdings sollten Sie senken, wenn Ihr Kind sichtlich leidet und statt dem Nutzen die Qual überwiegt.

Bei länger anhaltendem hohen Fieber sollten Sie außerdem unbedingt Kontakt zu einem Kinderarzt aufnehmen. Denn auch wenn die alte "Großmutter-Regel", dass Fieber nicht schadet, weitgehend stimmt, so muss natürlich trotzdem sichergegangen werden, dass hinter dem Fieber nicht eine ernste, behandlungsbedürftige Erkrankung steckt.

Ab wann gilt Fieber als gefährlich?

Als sehr hohes Fieber gelten Werte über 41 °C, als lebensbedrohliche Grenze 42,6 °C. Darunter gibt es weder eine feste Temperatur- noch Zeitgrenze, ab der ein Fieberzustand definitiv als besorgniserregend einzustufen und ein Arzt unbedingt zu kontaktieren wäre. Vielmehr hängen die entsprechenden Empfehlungen vom Zustand des Kindes und der Erfahrung der Eltern ab.

Sonderfall: Fieber beim Baby

Babys fiebern in den ersten Monaten nur sehr selten. Wenn sie es tun, ist auch unabhängig von der Temperaturhöhe der baldige Besuch beim Kinderarzt empfehlenswert. Auch wenn kleine Kinder selbst hohes Fieber von 40-41 °C bisweilen gut zu vertragen scheinen, ist es unerlässlich, ihr Befinden sorgfältig im Auge zu behalten, um mögliche Gefahrensituationen nicht zu übersehen.

Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr ist beim fiebernden Kind wegen der erhöhten Verdunstung besonders wichtig, eine regelmäßige Urinausscheidung (alle 4-5 Stunden) ein gutes Zeichen. Bei Trinkschwäche und ausbleibendem Harnfluss sollten Sie unverzüglich einen Kinderarzt aufsuchen.

Übrigens: In den ersten Lebensmonaten ist die Fähigkeit zur konstanten Temperaturregulation häufig noch unvollkommen ausgeprägt. Wenn Sie Ihr Baby zu kalt anziehen, sinkt seine Körpertemperatur, wenn Sie es zu warm einpacken, steigt sie. Achten Sie also auf eine adäquate Bekleidung und/oder Raumtemperatur.

Wie hoch ist die Körpertemperatur bei Kindern normalerweise?

Die Höhe der normalen Körpertemperatur unterscheidet sich bei Kindern nicht von der der Erwachsenen. Sie hängt von der Tageszeit und dem Messverfahren ab. Frühmorgens beträgt sie üblicherweise

  • 36,5 °C im After (rektal)
  • 36,2 °C unter der Zunge (oral)
  • 36,0 °C in der Achsel (axillar)

Wann ist die Körpertemperatur höher: morgens oder abends?

Die Frage stellt sich spätestens beim Fiebermessen. Die Antwort lautet: Morgens ist die Körpertemperatur in der Regel niedriger und abends höher. Hohe Fieberwerte am Morgen sind also normalerweise etwas krankheitsrelevanter zu beurteilen als abendliche Temperaturerhöhungen. Der höchste Wert des tageszyklischen Temperaturverlaufs wird allerdings nachmittags (15:00 Uhr) gemessen, der niedrigste beim schlafenden Menschen um etwa 2 Uhr nachts.

Die rektale Temperaturmessung (im Po) ist zwar für Kinder (und Erwachsene) meist nicht die angenehmste, aber die zuverlässigste.

Ab welcher Temperatur handelt es sich um Fieber?

Mit folgenden Werten sind die normale und die erhöhte Körpertemperatur sowie das Fieber definiert:

 

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Normaltemperatur

36-37 °C

Erhöhte Temperatur (subfebril)

37-38 °C

Fieber

ab 38 °C

Hohes Fieber bei Kindern

ab 40 °C

Hohes Fieber bei Erwachsenen

ab 39 °C

 

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Ferner gilt:

  • Extremes Fieber (Hyperpyrexie): ab 41 °C
  • Lebensgefahr: ab 42,6 °C

Alle Werte beziehen sich auf die Temperaturmessung im After (rektal). Bei der Messung an anderen Körperstellen, z.B. unter der Zunge bzw. im Mund (oral) oder im Ohr, fallen die gemessenen Temperaturen in der Regel niedriger aus. Die Messung in der Achsel wird allerdings von den meisten Kinderärzten nicht mehr empfohlen.

Was ist das „Spielfieber“ bei Kindern?

Von Spiel- oder Tobefieber spricht man, wenn sich das Kind nach intensivem Herumtoben in warmen Räumen oder in der Sonne überwärmt anfühlt. Oft erkennt man das schon äußerlich an den geröteten Bäckchen.

Ein Grund zur Sorge besteht dabei normalerweise nicht, denn die gemessene Körpertemperatur kann dann zwar tatsächlich erhöht sein, allerdings selten über 38 °C.

Quellen:

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