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Herzinsuffizienz (Herzschwäche): Ursachen, Symptome, Behandlung

Was ist eine Herzschwäche? Welche Faktoren führen zu der Herzerkrankung? Und welche Medikamente können die Beschwerden lindern? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie in folgendem Beitrag.

Basiswissen

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Herzinsuffizienz ist der medizinische Fachbegriff für Herzschwäche oder Herzmuskelschwäche.

Das Herz schafft es bei einer Herzinsuffizienz nicht mehr, das Gehirn und den Körper mit ausreichenden Mengen an Blut und damit Sauerstoff zu versorgen. Zugrunde liegen meist Erkrankungen des Herzens, die mit einer Schädigung des Herzmuskels einhergehen, oder schwere Herzklappenfehler. Von der Herzinsuffizienz kann das gesamte Herz, nur das linke Herz oder nur das rechte Herz betroffen sein.

Welche Formen der Herzschwäche gibt es?

Man unterscheidet die akute (plötzlich auftretende) Herzinsuffizienz (Herzschwäche) von der chronischen Herzinsuffizienz.

Die akute Herzinsuffizienz entsteht entweder als Folge einer akuten Herzerkrankung wie einem Herzinfarkt oder als Folge einer chronischen Herzschwäche, wenn Herz und Körper nicht mehr zur Kompensation in der Lage sind.

Daneben lässt sich die Linksherz- von der Rechtsherzinsuffizienz unterscheiden. Ist der gesamte Herzmuskel betroffen, spricht man auch von einer globalen Herzinsuffizienz.

Sind Herzinsuffizienz und Herzversagen das gleiche?

Nein. Herzversagen bedeutet, dass das Herz tatsächlich versagt und die Pumpfunktion des Herzens gänzlich zum Erliegen kommt. Bei einer Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) bestehen hingegen „nur“ Einschränkungen der Pumpfunktion, die besonders bei Belastung zum Tragen kommen.

Beide Begriffe sind also nicht synonym zu verwenden.

Was ist eine Linksherzinsuffizienz?

Ist isoliert die Funktion und Leistungsfähigkeit des linken Herzens beeinträchtigt, spricht man von Linksherzinsuffizienz. Man könnte auch von linksseitiger Herzschwäche sprechen, aber einfache Sprache ist nicht die Paradedisziplin der Medizin.

Das linke Herz hat die Aufgabe, sauerstoffreiches Blut in den Körper zu pumpen und über Arterien damit alle Organe und Gewebe zu versorgen. Erhält der Körper nicht die ausreichende Menge an sauerstoffreichem Blut, weil das Herz nicht genügend Blut auswerfen kann, macht sich dies mit Leistungseinbußen und Luftnot bemerkbar. Zudem kann der Blutdruck niedrig sein. Auch kann sich das Blut in der Lunge zurückstauen, weshalb sich dort Flüssigkeitsansammlungen (Lungenödem) bilden. Die Folge ist Atemnot und Husten.

Während diese Beschwerden zu Beginn der Herzinsuffizienz nur bei stärkerer körperlicher Belastung auftreten, haben Betroffene in fortgeschrittenen Krankheitsstadien bereits Beschwerden in Ruhe und nachts.

Was ist eine Rechtsherzinsuffizienz?

Bei einer Rechtsherzinsuffizienz besteht eine isolierte Schwäche des rechten Herzens bzw. des rechten Herzmuskels. Das rechte Herz kann dann das aus dem Körperkreislauf stammende Blut nicht in ausreichendem Maße dem Lungenkreislauf zuführen, wo es mit Sauerstoff angereichert werden soll.

Die Folge: Das Blut staut sich im venösen Gefäßsystem zurück. Hier erhöht sich der Blutdruck, weshalb Flüssigkeit aus den Gefäßen in das Gewebe gedrückt wird. Die Flüssigkeit im Gewebe macht sich mit Schwellungen (Ödemen) vorzugsweise an Füßen, Knöcheln und Unterschenkeln bemerkbar. Sichtbar können auch die Venen am Hals hervortreten.

In späteren Stadien der Rechtsherzinsuffizienz kommt es auch zu Flüssigkeitsansammlungen z.B. im Bauchraum mit Blutrückstauungen bis in die Organe wie der Leber oder des Magens.

Wie häufig ist die Herzinsuffizienz?

Die Herzinsuffizienz (Herzschwäche) zählt im höheren Alter zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Von den über 65jährigen haben rund 5% mit einer Herzschwäche zu kämpfen. Dabei nimmt die Häufigkeit von Jahr zu Jahr zu: Ab dem 80. Lebensjahr sind schon rund 10% betroffen.

Im Gegensatz zum Herzinfarkt ist die Herzschwäche aber wesentlich unbekannter. Das liegt in erster Linie an der schleichenden Symptomatik, die sich im Gegensatz zum Herzinfarkt langsam und über Jahre entwickelt. Typisch sind eine zunehmende körperliche Schwäche und schnelle Atemnot bei Belastung. Viele Betroffene halten das für eine normale Alltagsschwäche. Es ist aber nicht normal, mit 75 Jahren beim Treppensteigen nach jedem halben Stockwerk anhalten und Luft holen zu müssen.

Platz 3 in der Todesursachen-Statistik

Noch einmal zurück zur Häufigkeit der Herzschwäche: Männer sind insgesamt deutlich häufiger betroffen als Frauen. Menschen mit Diabetes haben ein um den Faktor 2-6 erhöhtes Risiko.

Eine Herzschwäche ist in Deutschland der häufigste Grund für eine Einweisung ins Krankenhaus. Und sie ist nach den Daten des Statistischen Bundesamtes die dritthäufigste Todesursache überhaupt. Wobei diese Daten wahrscheinlich noch täuschen: Denn da viele Menschen, wie oben angesprochen, mit ihrer Herzschwäche viel zu spät zum Arzt gehen, bleibt bei vielen Sterbefälle aufgrund einer Herzinsuffizienz die Ursache unentdeckt und auf dem Totenschein steht etwas anderes.

Ursachen

Welche Ursachen hat die Herzmuskelschwäche?

Häufigste Ursachen der Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) sind die koronare Herzkrankheit und der Bluthochdruck. Doch können auch andere Erkrankungen wie Herz- oder Herzklappenfehler, Lungenkrankheiten sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch der Herzschwäche zugrundeliegen.

Zuviel Druck und schlechte Durchblutung

Viele verschiedene Krankheiten und auch toxische Substanzen können das Herz in seiner Funktion beeinträchtigen und schwächen.

Die zwei mit Abstand häufigsten Ursachen einer Herzinsuffizienz sind:

  • Bluthochdruck
  • koronare Herzkrankheit (verkalkte Herzkranzgefäße)

Daneben können folgende Auslöser zu einer Herzschwäche führen:

  • Herzmuskelentzündungen und andere Herzmuskelerkrankungen, sogenannte Kardiomyopathien
  • Klappenerkrankungen
  • herzschädigende Stoffe wie Alkohol sowie einige Medikamente (z.B. Chemotherapeutika)
  • verschiedene Rhythmusstörungen mit zu schnellem oder zu langsamem Puls
  • Lungenkrankheiten
  • Stoffwechselprobleme wie eine Schilddrüsenüberfunktion
  • schwere Blutarmut
  • etc.

Andere Auslöser

Bei den Herzklappenerkrankungen können prinzipiell alle vier Klappen betroffen und zu eng oder zu weit bzw. undicht sein. In ausgeprägten Fällen kann das die Auswurfleistung auf Dauer schwächen. Auch im Rahmen von Herzmuskelentzündungen kann sich eine Insuffizienz entwickeln, wenngleich diese Erkrankung in vielen Fällen spontan und ohne Folgen ausheilt.

Alkohol oder Drogen schlagen zudem auf das Herz. Einige Medikamente wie Chemotherapeutika können ebenfalls die Pumpkraft beeinträchtigen, weshalb unter der Therapie in der Regel die Herzfunktion im Ultraschall überwacht wird.

Zudem können Erkrankungen, bei denen sich Stoffe im Muskel ablagern, sowie Autoimmunkrankheiten mit einer Herzinsuffizienz einhergehen. Im Rahmen einer Schwangerschaft oder in sehr starken emotionalen Stresssituationen kann die Pumpleistung ebenfalls nachlassen. Manchmal ist die Ursache auch nicht zu klären.

Ist die Herzschwäche nicht eine normale Alterserscheinung?

Nein, Altern und Herzschwäche (Herzinsuffizienz) gehören nicht natürlicherweise zusammen. Bei der Herzinsuffizienz liegen immer Schäden am Herzmuskel vor, die die Pumpfunktion des Herzens einschränken.

Zwar erkranken viele ältere Menschen an einer Herzinsuffizienz, doch liegen dann auch meist Vorerkrankungen zugrunde, die die Herzschwäche erklären können. Es gibt viele ältere und auch sehr alte Menschen, die ein gesundes Herz haben. Vorrangiges Ziel ist deshalb die Vermeidung einer Herzinsuffizienz, und, wenn sie doch auftreten sollte, die frühzeitige Behandlung.

Kann eine Herzschwäche als Folge einer koronaren Herzkrankheit entstehen?

Ja. Kommt es aufgrund einer koronaren Herzerkrankung (KHK) zur Schädigung von Herzmuskelgewebe, also einem Untergang von Herzmuskelzellen, kann daraus eine Schwäche des Herzmuskels resultieren.

Der Muskel hat dann einerseits nicht mehr die Kraft, um das Blut in die Gefäße zu pumpen und den Körper damit zu versorgen. Andererseits ist auch die Blutfüllung des Herzens gestört, so dass sich venöses Blut in Gefäßen und Organen zurückstaut. Man spricht dann auch von Herzinsuffizienz. Bei einer Herzinfuffizienz kann sich das Herz Belastungssituationen durch die Beeinflussung von Schlagkraft und -geschwindigkeit nicht mehr genügend anpassen.

Symptome

Was sind die Frühzeichen einer Herzschwäche?

Zeichen der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) in sehr frühen Stadien sind schwer erkennbar, da sich anfangs keine Beschwerden bemerkbar machen. Erste Anzeichen können eine Leistungsminderung, Luftnot bei größerer Belastung und Wassereinlagerungen am Fußrücken sein.

Erst wenn die Herzschwäche schon ein wenig weiter fortgeschritten ist, kann die Pumpleistung des Herzens so weit eingeschränkt sein, dass es auch schon bei leichteren Belastungen zu Beschwerden kommt. Zum Beispiel Atemnot beim Treppensteigen oder häufigen Wassereinlagerungen am Unterschenkel sowie möglicherweise in anderen Bereichen des Körpers.

Welche Beschwerden verursacht eine Herzinsuffizienz?

Die Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) kann ganz unterschiedliche Symptome verursachen. Dies hängt nicht nur vom Stadium der Krankheit, sondern auch davon ab, ob das linke oder rechte Herz geschwächt ist.

Die Beschwerden entstehen dabei durch den Rückstau von Blut im Körper, der sich mit Flüssigkeitsansammlungen bzw. einem Flüssigkeitsstau bemerkbar macht.

Die Kraft des Herzens nimmt ab

Beim Gesunden pumpt das Herz mit jedem Schlag circa 60 von 100 ml aus der linken Haupthöhle in den Körperkreislauf. Wenn die Kraft nachlässt, kann das Herz diese Aufgabe nicht mehr ohne Probleme und Beschwerden ausführen.

Dabei können ursächlich Kontraktion (das Zusammenziehen) oder Entspannung der Herzmuskelfasern gestört sein. Dadurch steigt der Druck in den Herzkammern oder die Pumpkraft selbst lässt nach. Weniger Blut verlässt dann mit jedem Schlag das Herz.

Luftnot und dicke Beine

Bei einer Herzschwäche mit Pumpeinschränkung können sich Druck und Blutvolumen rückwärts in die Lunge stauen. Das Blut fließt nämlich zunächst durch die Gefäße der Lunge, bevor es die Herzhauptkammer erreicht.

Steigt hier der Druck, werden Wasser und Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Lungengewebe gedrückt. Es kommt zu einem sogenannten Lungenödem. Betroffene leiden unter Luftnot und Husten. Anfangs treten diese Beschwerden nur bei körperlicher Anstrengung auf, später auch in Ruhe oder nachts im Liegen beim Schlafen.

Der Rückstau kann sich weiter bis in Fußknöchel und Beine fortsetzen. Menschen mit einer Herzinsuffizienz haben typischerweise Wasser in den Beinen (Beinödeme). Ein Druck aufs Schienbein hinterlässt eine charakteristische Delle in der Haut.

Auch die inneren Organe wie die Leber können anschwellen. Dabei treten Beschwerden im Bauchbereich wie Übelkeit und Magendruck auf. Insgesamt kann sich überall Wasser zurückstauen, das Gesamtkörpergewicht steigt dabei.

Herz, Hirn und Nieren

Bei einer Herzschwäche kann es neben den Lungen- und Beinödemen auch zu einem sogenannten Vorwärtsversagen kommen. Hierunter leiden dann zum Beispiel Herz, Hirn und Nieren. Das reduzierte Pumpvolumen reicht nicht mehr aus, um diese Organe adäquat zu durchbluten. Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsminderung treten auf.

Wichtig: Bei einer Herzinsuffizienz muss immer die zugrundeliegende Ursache wie eine koronare Herzkrankheit, ein Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen behandelt werden. Zudem gibt es Medikamente, die ganz spezifisch den Herzmuskel unterstützen. Da das Gleichgewicht von Wasseraufnahme und -ausscheidung beeinträchtigt ist, müssen Betroffene auf ihre Trinkmenge und ihr Körpergewicht achten.

Woran erkenne ich selbst eine Herzschwäche?

Eine beginnende Herzschwäche macht sich im Alltag noch nicht bemerkbar. Erst wenn der Körper nicht mehr in der Lage ist, der geringeren Schlagkraft des Herzens mit vollständiger Kompensation zu begegnen, entstehen Beschwerden.

Zunächst ist die Leistung bei stärkeren körperlichen Belastungen wie etwa Treppensteigen vermindert. Es besteht Luftnot und immer häufiger ist das Einlegen von Pausen nötig. Das Blut vor dem Herzen kann nicht mehr schnell genug gepumpt werden, so dass ein Rückstau im venösen Gefäßsystem entsteht. Folgen sind Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) im Bereich der Füße, der Knöchel und Unterschenkel.

Geht eine Herzschwäche immer mit Beschwerden einher?

Nein, gerade in Frühstadien der Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) sind häufig noch keine Symptome vorhanden, weil der Körper die Herzschwäche noch gut kompensieren kann. Das heißt, der Körper entwickelt verschiedene Mechanismen, um der Herzschwäche entgegen zu wirken.

Vorteil: Die Auswirkungen der Herzinsuffizienz werden zunächst noch in Schach gehalten.

Nachteil: Man bemerkt die Herzschwäche nicht, was das Risiko von Komplikationen (im schlimmsten Fall: einem Herzinfarkt) erhöht.

Warum bekommt man mit Herzschwäche nachts schlechter Luft?

In fortgeschrittenen Stadien der Linksherzinsuffizienz (Herzschwäche des linken Herzens) staut sich das Blut vor dem linken Herzen in die Lunge zurück. Die Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge behindern den Austausch der Luft, so dass die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff einschränkt ist.

Direkte Symptome der Lunge als Folge einer schweren Herzinsuffizienz sind Luftnot und Husten, denn die Flüssigkeit in der Lunge führt zu einem Hustenreiz.

Bei nächtlicher Luftnot hilft es, den Oberkörper aufrecht zu lagern.

Warum steigt das Körpergewicht bei einer Herzschwäche?

Steigendes Körpergewicht bei der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) lässt sich darauf zurückführen, dass die Körpergewebe Wasser einlagern, das sich im Gefäßsystem aufgrund der Herzschwäche gestaut hat.

Hinweise darauf liefert das Vorliegen von Ödemen (Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe) etwa an den Unterschenkeln oder in anderen Bereichen des Körpers. Auch vermehrtes Wasserlassen in der Nacht ist ein Hinweis auf die Einlagerung von Flüssigkeit.

Verschiedene Medikamente können helfen, die überschüssige Flüssigkeit auszuschwemmen.

Ist die Herzschwäche mit Schmerzen verbunden?

Die Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) an sich ist nicht mit Schmerzen verbunden. Beschwerden sind eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Luftnot und Wassereinlagerungen in Geweben (Ödeme).

Liegt der Herzinsuffizienz aber eine koronare Herzkrankheit (KHK) zugrunde, ist mit zusätzlichen Schmerzen zu rechnen, insbesondere bei körperlicher Belastung. Dann entstehen bei einer verminderten Sauerstoffversorgung des Herzens typische Beschwerden der Angina pectoris (Herzenge). Da die Herzinsuffizienz häufig eine Folge der koronaren Herzkrankheit ist, leiden viele Betroffene also auch unter Schmerzen.

Untersuchungen

Wie diagnostiziert der Arzt eine Herzinsuffizienz?

Neben der Erfragung der Krankengeschichte und einer gründlichen körperlichen Untersuchung veranlasst der Arzt eine Echokardiographie (Ultraschall, Sonographie) des Herzens.

Gespräch und klinische Untersuchung

Menschen mit einer Herzschwäche leiden häufig an Luftnot. Sie tritt zunächst nur bei körperlicher Anstrengung wie Treppensteigen auf, kann im Verlauf aber auch schon in Ruhe Beschwerden bereiten. Betroffene nutzen beim Schlafen zum Beispiel mehrere Kopfkissen, weil sie durch das flache Liegen schlecht Luft bekommen.

Die Diagnostik fängt somit mit einem Gespräch und der Krankengeschichte an. Dann folgt die körperliche Untersuchung, bei der der Arzt vor allem auf Zeichen der Überwässerung achtet: Hat sich Flüssigkeit in den Beinen, häufig an den Knöcheln und vor den Schienbeinen gesammelt? Rasselt es über der Lunge am Rücken beim Abhorchen mit dem Stethoskop?

Als nächstes folgen die ersten Tests. Hierzu gehören Herzkurve (EKG) und einige Blutwerte wie Troponin und NT-proBNP. Das EKG kann auf Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen und Rhythmusprobleme hinweisen. Erhöhte Troponinwerte sprechen ebenfalls für eine eingeschränkte Blutversorgung. Bei Herzschwäche steigt zudem das NT-proBNP an.

Herzfunktion im Echokardiogramm

Eine der wichtigsten Untersuchungen bei der Diagnostik einer Herzinsuffizienz ist das Echokardiogramm, der Ultraschall. Es ist eine nicht-invasive Untersuchungsmethode ohne Nebenwirkungen, die das Herz bildlich darstellt. Dabei können Funktion und Pumpkraft des Herzens, Wände, Klappen und Herzbeutel sowie der erste Teil der abgehenden Hauptschlagader beurteilt werden.

Mediziner können mit dem Echo außerdem die bei einer Herzschwäche erhöhten Drücke beziehungsweise die erniedrigte Auswurfleistung direkt messen und bestimmen. So können sie Form und Schweregrad der Insuffizienz einschätzen.

Röntgen, MRT und Herzkatheter

Neben dem Ultraschall gehört die Röntgenaufnahme des Brustkorbs (der sogenannte Röntgen-Thorax) ebenfalls zur Diagnostik. Sie zeigt die Herzgröße, die Lunge und mögliche Zeichen des Flüssigkeitsstaus, Verkalkungen an Herzklappen und Gefäßen sowie eventuelle Flüssigkeitsansammlungen zwischen Lunge und Brustfell an.

Heutzutage wird bei einigen Herzkrankheiten zusätzlich ein Kardio-MRT, ein Kernspin durchgeführt. Auch hier können Mediziner Pumpkraft, Muskulatur und übrige Strukturen sehr gut beurteilen. Es wird allerdings nicht grundsätzlich durchgeführt, sondern dient bei besonderen Fragestellungen als Zusatzuntersuchung.

Ein Herzkatheter kann notwendig werden, um eine koronare Herzkrankheit als Ursache der Pumpschwäche auszuschließen.

Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Was zeigt das Echo (Echokardiogramm)?

Das Echo (Ultraschall) zeigt Ihr Herz bildlich in Aktion. Mediziner beurteilen dabei seine Funktion, Muskeldicke, Kammergrößen und Herzklappen.

Herzaktion & Pumpkraft

Um den Schweregrad einer Herzschwäche zu beurteilen, spielt die Angabe über die sogenannte LVEF (left ventricular ejection fraction) ein große Rolle. Sie gibt an, wie kräftig Ihr Herz schlagen kann. Ist sie erniedrigt, liegt eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) vor.

Die LVEF beschreibt die Auswurfleistung der linken Hauptkammer, die sauerstoffreiches Blut aus dem Lungenkreislauf in den Körper befördert. Im Normalfall beträgt sie mehr als 55 %. Dieser Wert gibt an, dass mit jedem Schlag circa 55 ml die linke Hauptkammer verlassen, in der sich insgesamt 100 ml frisches Blut befinden. Bei einer Insuffizienz ist dieser Anteil niedriger. Wenn das Herz zum Beispiel nur 30 ml Blut in den Körper weiterpumpen kann, liegt die LVEF entsprechend bei 30 %.

Je nach LVEF wird eine Herzschwäche in verschiedene Schweregrade eingeteilt. Sie ist eine der wichtigsten Größen, die Mediziner im Echo bestimmen. Beschwerden wie Luftnot und einzelne Laborwerte spielen bei der Einteilung zudem eine Rolle.

Entspannungsphase: diastolische Funktion

Eine weitere wichtige Größe, auf die Ärzte bei einer Herzinsuffizienz im Echo achten, ist die sogenannte diastolische Funktion. Sie beschreibt, wie gut der Muskel entspannen kann. Eine Herzschwäche kann nämlich auch vorliegen, wenn die LVEF zwar normal, die Muskelspannung aber erhöht ist.

Eine sogenannte diastolische Dysfunktion kann zum Beispiel bei langjährigem Bluthochdruck vorliegen, bei dem die Herzmuskulatur über die Zeit dicker wird. Steigt dadurch die Muskelspannung an, sprechen Mediziner von einer diastolischen Dysfunktion. Auch hier können Betroffene wie bei einer Herzinsuffizienz mit niedriger LVEF über Luftnot klagen.

Eine diastolische Dysfunktion kann auch im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit (verkalkte Herzkranzgefäße), bei Klappenproblemen etc. auftreten.

Andere Messwerte

Neben LVEF und Muskelspannung können Ärzte mit dem Echo eine Vielzahl weiterer Herzfunktionen und -strukturen beurteilen. Sie messen unter anderem, ob die Kammern normal groß oder erweitert sind und kontrollieren, dass alle vier Herzklappen korrekt öffnen und schließen. Zudem messen sie Drücke auf der rechten Herzseite, die wiederum Rückschlüsse auf den Lungenkreislauf erlauben. Auch der erste Teil der Hauptschlagader und des Herzbeutels können beurteilt werden.

Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Warum brauche ich einen Herzkatheter?

Bei einer Herzschwäche brauchen Sie einen Herzkatheter, wenn Ihr Arzt vermutet, dass verkalkte Gefäße (koronare Herzkrankheit, KHK) für die Pumpschwäche verantwortlich sind.

KHK und Bluthochdruck stecken häufig hinter Herzschwäche

Vermutet Ihr Arzt eine Herzschwäche, gehört zu einer der ersten Untersuchungen die Echokardiographie, der Ultraschall des Herzens. In der Regel wird sie von einem Kardiologen durchgeführt. Er kann beurteilen, ob und inwiefern Pumpkraft und Entspannung des Herzmuskels intakt oder beeinträchtigt sind.

Um eine gute und adäquate Behandlung einleiten zu können, muss unter anderem der Auslöser der Herzschwäche gefunden werden. Dabei sind KHK und Bluthochdruck zu über 50 % für die reduzierte Pumpkraft verantwortlich. Ein Arzt muss also immer überlegen, ob eine dieser beiden Erkrankungen vorliegen könnte.

Auch Herzmuskelerkrankungen oder -entzündungen, Klappenprobleme, Rhythmusstörungen etc. können hinter dem geschwächten Muskel stecken.

Manchmal reichen Stresstests

Wenn Ihr Kardiologe eine KHK für eher unwahrscheinlich hält, führt er in der Regel zunächst einen sogenannten Stresstest wie ein Belastungs-EKG oder Belastungs-Echo durch. Hier werden Herzkurve beziehungsweise Ultraschall aufgezeichnet, während Sie selbst auf einem Ergometer Rad fahren. Die Belastung wird dabei schrittweise erhöht. Die Untersuchungen geben erste Hinweise auf die Durchblutung des Herzens.

Ein etwas anderer, aber ähnlicher Stresstest ist die Myokardszintigraphie. Sie wird von einem Radiologen durchgeführt. Er gibt Ihnen zum einen ein Medikament, dass Ihren Puls erhöht, und zum anderen ein Mittel, das sich über die Kranzgefäße im Herzmuskel verteilt. Auch hiermit kann die Druckblutung beurteilt werden.

Außerdem gibt es Computertomogramme und Kernspinuntersuchungen, die ebenfalls die Durchgängigkeit der Gefäße untersuchen können.

Wann ein Herzkatheter notwendig ist

Hat Ihr Arzt hingegen den Verdacht, dass eine KHK und eingeschränkte Durchblutung Grund Ihrer Herzschwäche sein könnten, muss er einen Schritt weiter gehen und einen Herzkatheter (Koronarangiographie) veranlassen. Der Verdacht auf eine KHK hängt unter anderem von Ihren Beschwerden und Risikofaktoren wie zum Beispiel Nikotinkonsum, Blutfette, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck und familiäre Häufung von Infarkten ab.

Die Untersuchung erfolgt in der Regel in einer Klinik. Wenn alles komplikationslos verläuft, bleiben Sie meist eine Nacht zur Überwachung. Im Herzkatheter können Mediziner mit einem sogenannten Kontrastmittel, das direkt in die Gefäße gespritzt wird, deren Durchgängigkeit genau beurteilen. Sie sehen, ob die Ader frei oder verengt ist und können eine Engstelle, wenn nötig, direkt mit einem Ballon und Metallgitterchen öffnen.

Ob Sie bei einer Herzschwäche eine Katheteruntersuchung benötigen, kann nur Ihr Arzt individuell einschätzen.

Stadien-Einteilung

Herzinsuffizienz (Herzschwäche): Was bedeutet NYHA I-IV?

Die NYHA-Klassifikation (New York Heart Association) beschreibt, wie schwer Menschen mit einer Herzinsuffizienz an Beschwerden wie Luftnot und Flüssigkeitseinlagerung in Beinen oder Lunge leiden. Sie wird in folgende vier Grade eingeteilt:

Stadium I:

Trotz nachgewiesener Erkrankung bestehen keine Beschwerden. Im Alltag ist die körperliche Belastbarkeit nicht eingeschränkt.

Stadium II:

Leistungseinschränkungen und Symptome kommen bei starker körperlicher Belastung vor (z.B. zwei Etagen Treppensteigen, Wandern auf unebenem Gelände). Bei leichterer Belastung und in Ruhe bestehen keine Beschwerden.

Stadium III:

Beschwerden entstehen bereits bei leichter Belastung im Alltag, wobei in Ruhe noch keine Beschwerden vorkommen.

Stadium IV:

Bereits in Ruhe bestehen Beschwerden und körperliche Belastungen sind nicht möglich, ohne dass Beschwerden entstehen.

Abschätzung von Schweregrad und Therapieerfolg

Die NYHA-Klassifikation ermöglicht es Ärzten einzuschätzen, wie schwer ein Betroffener an einer Herzschwäche erkrankt ist. Außerdem können sie überprüfen, ob die gegebenen Medikamente ausreichen oder die Dosis erhöht beziehungsweise ein weiteres Arzneimittel hinzugefügt werden sollte.

Die in den Leitlinien zur Behandlung einer Herzinsuffizienz empfohlenen Therapieschritte beziehen immer auch das klinische Beschwerdebild, das NYHA-Stadium mit ein. Dies betrifft sowohl die medikamentöse als auch die sogenannte Device-Therapie, bei der in ausgewählten Fällen spezialisierte Herzschrittmacher und Defibrillatoren eingesetzt werden.

Neben der Einteilung in NYHA-Gruppen, die sich rein auf Symptome wie Luftnot beziehen, gibt es weitere Klassifikationsmodelle, die die Herzinsuffizienz nach zeitlichem Verlauf, Entstehungsmechanismus und Schweregrade einteilen.

Behandlung

Welche Medikamente helfen bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz)?

Folgende Wirkstoffklassen werden zur Behandlung einer Herzinsuffizienz vorwiegend eingesetzt:

  • ACE-Hemmer oder bei Unverträglichkeit Angiotensinrezeptorblocker (z.B. Ramipril, Candesartan)
  • Betablocker (z.B. Metoprolol)
  • Entwässerungstabletten (Diuretika) bei Wassereinlagerungen (z.B. Furosemid, Torasemid)
  • Aldosteronantagonisten (z.B. Spironolacton) bei fortbestehenden Beschwerden trotz der oben genannten Medikamente
  • ARNI (Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren, z.B. Entresto®), wenn oben genannte Medikamente nicht ausreichen

Gabe abhängig von Beschwerden und Pumpkraft

Die Leitlinien zur Therapie der Herzschwäche empfehlen eine bestimmte Reihenfolge, nach der alle Wirkstoffe verschrieben werden. Dabei bestimmen Schweregrad der Herzinsuffizienz, angegeben als LVEF (Pumpleistung des Herzmuskels), Begleitkrankheiten und bestehende Symptome die einzelnen medikamentösen Schritte.

Neben den üblichen Medikamenten gibt es außerdem neuere Wirkstoffe, die bei schwerer Herzschwäche zum Einsatz kommen. Auch Nitrate, Blutdruckmittel und Digitalis haben ihren Platz in der Behandlung einer Herzinsuffizienz, wobei letzteres bei dieser Krankheit als alleiniges Medikament an Bedeutung verloren hat.

Goldstandard: ACE-Hemmer und Betablocker

ACE-Hemmer sind Mittel der Wahl bei einer Herzinsuffizienz, mit ihnen wird in der Regel begonnen. Studien haben gezeigt, dass sie Krankheitsverlauf und Prognose nachweislich verbessern. Die Sterblichkeit (Mortalität) sinkt. Zu ihnen gehören zum Beispiel Wirkstoffe wie Captopril, Enalapril oder Ramipiril.

Wenn eine Unverträglichkeit gegen ACE-Hemmer besteht, zum Beispiel ein trockener Reizhusten, kann alternativ ein sogenannter Angiotensinrezeptorantagonist gegeben werden. Candesartan und Losartan sind Beispiele dieser Gruppe.

Betablocker wie Metoprolol, Bisoprolol oder Carvedilol gehören ebenfalls zur Therapie einer Herzschwäche. Mediziner verschreiben sie oft in Kombination mit ACE-Hemmern. Wenn Betroffene an Bluthochdruck leiden oder einen Herzinfarkt hatten, erfolgt die Gabe oft noch großzügiger. Betablocker senken wie ACE-Hemmer nachweislich die Mortalität bei Herzinsuffizienz.

Diuretika und Spironolacton

Wenn sich im Gewebe von Lungen und Beinen Flüssigkeit ansammelt, greifen Ärzte zu Diuretika (Wassertabletten). Sie umfassen verschiedene Wirkstoffgruppen wie die Thiazide (Hydrochlorothiazid, Xipamid) oder Schleifendiuretika (Furosemid, Torasemid).

Zudem können Mediziner die Medikamentenliste erweitern, wenn eine Herzschwäche trotz der Kombination der genannten Stoffe nicht ausreichend eingestellt und behandelt wird. Mineralrezeptorantagonisten wie Spirinolacton und Eplerenon werden dann hinzugefügt. Auch sie verbessern die Gesamtsterblichkeit nachweislich.

Wenn die Luftnot bleibt: Spezialmedikamente

Bei Betroffenen, die an schwerer Herzinsuffizienz leiden und trotz aller Mittel weiterhin Beschwerden haben, verschreiben Ärzte gelegentlich neuere Arzneien. Der Wirkstoff Ivabradin (Procoralan®) wird zum Beispiel bei schwerer Herzschwäche eingesetzt, wenn der Puls noch über 70 Schlägen pro Minute liegt.

Entresto® ist ein Angiotensinrezeptor-Neprilysin-Inhibitor und seit Ende 2015 auf dem europäischen Markt. Es senkt wie ACE-Hemmer ebenfalls die Mortalität. Zum Einsatz kommt es, wenn trotz ACE-Hemmern, Betablockern, Spironolacton und Diuretika eine schwere Herzinsuffizienz fortbesteht.

Die Rolle von Digitalis

Herzglycoside wie Digitalis helfen bei einer Herzschwäche besonders dann, wenn parallel eine Rhythmusstörung wie Vorhofflimmern vorliegt und der Puls dauerhaft zu hoch ist. Als Einzeltherapeutikum hat es an Bedeutung verloren.

Ob es neben der wirksamen Standardtherapie einen eigenen, zusätzlichen positiven Effekt auf die Gesamtmortalität hat, wurde bisher noch nicht abschließend nachgewiesen. Problematisch ist seine geringe therapeutische Breite, d.h. der Dosisbereich, in dem Digitalis wirkt, ohne jedoch Nebenwirkungen hervorzurufen. Oft ist es zu niedrig oder zu hoch, aber selten korrekt dosiert.

Erhält man mit Herzschwäche immer Digitalis?

Nein, die meisten Menschen mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) erhalten andere Medikamente wie z.B. ACE-Hemmer, Betablocker oder Diuretika. Während früher mehr Menschen mit Digitalis behandelt wurden, ersetzen heutzutage meist andere Medikamente die Behandlung.

Digitalis nur in bestimmten Fällen

Während Studien für ACE-Hemmer, Betablocker, Aldosteronantagonisten und ARNIs zeigen konnten, dass Menschen mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz) von diesen Stoffen profitieren, fehlt ein solch klarer Nachweis für Digitalispräparate noch. Eine Studie hierzu läuft jedoch (Stand 2019).

Zudem hat Digitalis eine geringe therapeutische Breite, wirkt also nur in einem kleinen Dosisbereich, ohne gleichzeitig Nebenwirkungen zu verursachen. Es kann schnell zu Vergiftungserscheinungen mit Übelkeit, Erbrechen und Rhythmusstörungen führen, wenn es zu hoch dosiert wird.

Eingesetzt werden Medikamente mit Digitalis daher aktuell zur sogenannten Frequenzkontrolle bei Menschen mit Vorhofflimmern und zu schnellem Puls. Ein Betroffener mit Herzschwäche profitiert natürlich davon, wenn die Herzaktion gut eingestellt ist.

Muss meine Herzschwäche auch dann behandelt werden, wenn ich keine Beschwerden habe?

Ja, auch frühe Stadien der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sollte man behandeln. Das Ziel muss sein, einer Verschlechterung möglichst frühzeitig vorzubeugen.

Außerdem ist es wichtig, nach den Ursachen der Herzschwäche zu forschen. Denn nur dann ist auch eine frühzeitige Behandlung der zugrunde liegenden Krankheiten oder Störungen möglich. Denkbare Ursachen sind eine koronare Herzkrankheit (KHK) oder auch ein stummer (nicht bemerkter) früherer Herzinfarkt.

Reha-Maßnahmen

Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Kann ich eine Reha beantragen?

Ja. Eine medizinische Rehabilitation soll Ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit erhalten, verbessern oder wiederherstellen. Ein frühzeitiger Eintritt in die Rente soll zudem verhindert werden. Ob ein Antrag bewilligt wird, hängt unter anderem von Schweregrad und Prognose der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ab.

Viele Ansprechpartner im Dschungel der Kostenträger

Generell gibt es verschiedene Kostenträger, bei denen Sie einen Antrag auf Reha einreichen können. Wichtig ist, dass Sie wissen, wer eigentlich Ihr richtiger Ansprechpartner ist.

Wenn sie erwerbstätig sind, ist in der Regel die Deutsche Rentenversicherung für Sie zuständig. Wichtig ist, dass Sie einige Grundvoraussetzungen erfüllen. Hierzu gehört zum Beispiel, dass Sie Sozialabgaben bezahlt haben. Die DRV bewilligt Ihren Antrag jedoch nur, wenn sie davon ausgeht, dass die Rehamaßnahme Gesundheitszustand und Leistungsvermögen positiv beeinflusst.

Rentner hingegen müssen sich häufig an die Krankenkassen wenden. Während bei der Deutschen Rentenversicherung bei der Bewilligung das Motto "Reha vor Rente" gilt, heißt es bei den Krankenkassen "Reha vor Pflege". Ziel ist es also zu vermeiden, dass Sie aufgrund Ihrer Erkrankung pflegebedürftig werden.

Nach Unfällen ist meist die Unfallversicherung Ihr richtiger Ansprechpartner, bei Arbeitslosen oft die Bundesagentur für Arbeit. Zudem gibt es noch die Kriegsopferversorgung sowie Träger der öffentlichen Jugend- und Sozialhilfe.

Antrag und Anspruch bei Herzinsuffizienz

Den Antrag auf eine Rehabilitation sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt ausfüllen. Abhängig vom zuständigen Kostenträger wird gegebenenfalls ein Gutachter hinzugezogen. Oft reicht auch das ärztliche Attest des behandelnden Arztes. Sie haben zudem das Recht, eine Wunschklinik zu nennen. Hier sollten Sie oder Ihr Arzt begründen, weshalb diese Klinik zu bevorzugen ist. Geben Sie Ihren Wunsch direkt mit dem Antrag ab.

Bei Betroffenen mit einer Herzschwäche fällt es nicht leicht, allgemein zu sagen, bei wem ein Träger die Kosten zahlt und bei wem nicht. Diese Entscheidung wird wie gesagt individuell getroffen, auch abhängig davon, wie wahrscheinlich die bezahlte Maßnahme die körperliche Verfassung und Leistungskraft ausreichend stabilisieren beziehungsweise verbessern kann.

Eine Rolle spielen dabei unter anderem das Ausmaß der Insuffizienz und wie stark die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigt ist. Wichtig ist auch, ob Medikamente oder andere Behandlungsmaßnahmen die Prognose weiter optimieren können und wie gut Sie belastbar sind.

Bewegung tut gut

Ursprünglich nahmen Ärzte an, dass bei einer Herzschwäche grundsätzlich strenge Ruhe einzuhalten ist. Studien hingegen konnten zeigen, dass in allen Fällen, abgesehen von sehr schwer erkrankten Menschen, Bewegung auch bei einer Herzinsuffizienz den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst.

Aus medizinischer Sicht ist daher die Teilnahme an Herzsport und Reha-Programmen zu empfehlen. Wichtig ist immer, dass ein Arzt individuell einschätzt, wie weit sich Betroffene körperlich belasten dürfen.

Alltag mit Herzschwäche

Darf man sich bei einer Herzschwäche körperlich belasten?

Ja. Auch bei einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) sind moderates Training und Bewegung sehr wichtig, um die Durchblutung zu fördern, das Herz-Kreislauf-System zu trainieren und die Herzfunktion zu verbessern.

Denn ein untrainiertes Herz funktioniert schlechter als ein trainiertes Herz. Je nach Schwere der Herzinsuffizienz ist die körperliche Belastung jedoch der Leistungsfähigkeit des Herzens anzupassen, so dass es zu keiner Überforderung kommt.

Muss ich mit Herzschwäche auf meine Trinkmenge achten?

Ob Sie Ihre tägliche Trinkmenge begrenzen müssen, ist eine Frage der Schwere der Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Sie sollten mit Ihrem Arzt darüber sprechen, welche Menge in Ihrem individuellen Fall erlaubt ist.

Wenig trinken bei Wassereinlagerungen

Bei einer Herzschwäche ist das Gleichgewicht im Wasserhaushalt aus der Balance geraten. Auch die Nieren spielen eine wichtige Rolle in diesem System. Als Folge sammelt sich Flüssigkeit in Beinen, Lunge und Bauchraum, auch die Nierendurchblutung kann sich verschlechtern. Dies betrifft häufig Menschen, bei denen die Herzkraft stark nachgelassen hat.

Diuretika (Wassertabletten) helfen dann, dem Körper überschüssige Flüssigkeit zu entziehen und ein neues Gleichgewicht zu finden. Gleichzeitig müssen Betroffene sehr genau auf ihre Trinkmenge achten, da ansonsten auch die Medikamente nicht helfen können. Manchmal wird die erlaubte Menge bis auf 1200 ml am Tag reduziert.

Wieviel Sie persönlich täglich trinken dürfen, kann nur ihr behandelnder Arzt entscheiden. Tägliches Wiegen hilft zusätzlich, den Erfolg der Entwässerung zu kontrollieren. Eine Gewichtszunahme innerhalb weniger Tage spricht nämlich in der Regel für Wassereinlagerungen.

Herzschwäche: Verhalten sich viele Kranke falsch?

Ja, viele Menschen mit chronischer Herzschwäche machen genau das Gegenteil von dem, was sie zur Besserung ihres Zustandes tun sollten. Sie bewegen sich zu wenig und trinken zu viel. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie.

In der Untersuchung wurden Patienten, die wegen Herzschwäche (Herzinsuffizienz) in ein Krankenhaus eingewiesen worden waren, ein Jahr nach ihrer Entlassung strukturiert befragt. Vor allem danach, wie sie die üblichen ärztlichen Empfehlungen bei einer Herzschwäche umsetzten.

Ein Drittel bis die Hälfte hält sich nicht an die Empfehlungen

Das Ergebnis war ziemlich ernüchternd. Der bei einer Herzschwäche sehr wichtige Rat, nicht mehr als 1,5 Liter am Tag zu trinken, wurde von 30% der Betroffenen ignoriert. Möglicherweise deshalb, weil es sonst ja immer heißt, man solle möglichst viel trinken. Das stimmt auch, nur bei schwachem Herz stimmt es nicht. Denn hier muss das Herz entlastet und damit das Flüssigkeitsvolumen in Grenzen gehalten werden.

Aus diesem Grund sollten Patienten mit Herzinsuffizienz auch nicht zu viel Salz zu sich nehmen, denn Kochsalz "zieht Wasser zurück in die Blutbahn". In der Untersuchung hielt sich nur jeder Zweite daran.

Und auch bei den empfohlenen Vorsorgeimpfungen gegen Grippe und Pneumokokken lag die Rate derjenigen, die sich daran gehalten hatten, nur bei 50% (Grippe) bzw. 20% (Pneumokokken). Diese Impfungen sind wichtig, weil bei Herzschwäche die Gefahr schwerer Lungenentzündungen deutlich erhöht ist.

Last but not least: Auch die Empfehlung, sich viel zu bewegen, um das Herz wieder zu stabilisieren, befolgten viele der Betroffenen nur ungenügend.

Zu schlecht informiert?

Fazit: Offenbar kommen die ärztlichen Ratschläge nicht bei den Betroffenen an. Hören wir den Ärzten zu wenig zu? Oder nehmen die sich einfach nicht genügend Zeit, die Sachlage und das, was man zu tun hat, ausführlich und verständlich zu erklären? Wer schon öfter in vollen Wartezimmern gesessen hat, um dann maximal fünf Minuten mit dem Arzt sprechen zu können, wird eher vermuten, dass die Ursache vor allem bei den Ärzten liegt. Erschwerend kommt ja hinzu, dass die für eine Röntgenaufnahme mehr Geld bekommen als für ein erklärendes Gespräch.

Herzschwäche: Leiden Frauen psychisch mehr als Männer?

Eine Herzschwäche scheint Frauen mental mehr zu schaffen zu machen als Männern. Sowohl Ängste als auch Depressionen treten bei ihnen nach der Diagnosestellung deutlich häufiger auf. Das hat eine Studie der Universitätsklinik in Bochum ergeben.

An der Bochumer Klinik wurden insgesamt 150 Patienten, die wegen einer Herzschwäche eingewiesen worden waren, während des Krankenhausaufenthaltes und in den Monaten danach regelmäßig untersucht und befragt. Ein Drittel der Betroffenen waren Frauen.

Denken Frauen mehr darüber nach?

28% der weiblichen Herzschwäche-Patientinnen litten nach der Krankenhausentlassung unter ausgeprägten Angststörungen. Bei den männlichen Patienten lag diese Rate bei 18%. Auch Depressionen traten bei den Frauen als Reaktion auf die Diagnose deutlich häufiger auf (nach drei Monaten 46%, bei den Männern nur 22%).

Damit scheinen Frauen psychisch insgesamt viel stärker unter der Diagnose Herzschwäche und den damit einhergehenden Einschränkungen zu leiden. Vielleicht beschäftigen sie sich auch intensiver mit den Auswirkungen der Erkrankung. Nach Ansicht der Studienleiter ist die Studie ein Hinweis darauf, dass nach einem Klinikaufenthalt wegen Herzschwäche standardisiert überprüft werden sollte, wie die Betroffenen psychisch damit zurechtkommen. Um dann ggf. schon frühzeitig therapeutisch gegensteuern zu können.

Kann man durch seine Herzschwäche Schlafstörungen bekommen?

Ja. Das muss zwar nicht passieren, aber es kann passieren. In einer Studie wurde festgestellt, dass bei Menschen mit chronischer Herzschwäche offenbar der Schlafrhythmus von dem der Herzgesunden abweicht. Bei der Untersuchung im Schlaflabor zeigten sich deutliche Unterschiede, die vor allem den REM-Schlaf und die Leichtschlafphasen betrafen. Die Gesamtschlafzeit war jedoch nicht beeinträchtigt.

Im praktischen Alltag auf jeden Fall zu beachten ist die Tatsache, dass auch Herz-Medikamente zu Schlafstörungen führen können. Das gilt etwa für Betablocker, die bei der Behandlung der Herzschwäche häufig zum Einsatz kommen.

Schlafapnoe und Herzschwäche verstärken sich gegenseitig

Wissenschaftlich gut belegt ist, dass sich Schlaf- und Atmungsstörungen und Herzprobleme gegenseitig bedingen können. Das gilt insbesondere für das Schlafapnoe-Syndrom (ständige Atemaussetzer im Schlaf). Die Schlafapnoe ist ein Risikofaktor sowohl für die Entstehung als auch für die Verschlimmerung einer bereits bestehenden Herzschwäche. Die gute Nachricht: Eine Behandlung der Schlafapnoe kann die Herzsituation in den meisten Fällen verbessern.

Das gilt auch umgekehrt: Bei Menschen mit geschwächtem Herz tritt vermehrt die zentrale Schlafapnoe auf, bei der es zu nächtlichen Atemaussetzern wegen fehlender Impulse aus dem Gehirn kommt. Eine sorgfältige Behandlung der Herzschwäche ist ein erster Schritt, um die Episoden mit Atemaussetzern zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Dadurch kann der Teufelskreis der sich gegenseitig verstärkenden Krankheitsbilder durchbrochen werden.

Herzschwäche: bei Schnarchen zum Arzt

Wer unter Herzschwäche leidet und nachts zudem noch laut schnarcht, ist in Gefahr. Denn das Schnarchen kann Folge von Atemaussetzern während der Nacht sein und die wiederum belasten das ohnehin schon geschwächte Herz zusätzlich.

Dass die Kombination aus Herzschwäche (medizinisch: Herzinsuffizienz) und Schnarchen nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte, zeigen auch Studiendaten. Denn wenn tatsächlich periodische Atemaussetzer die Ursache des nächtlichen Sägens sind, bedeutet das in Kombination mit einem schon kranken Herz ein erhöhtes Sterberisiko.

Schlafapnoe oder Cheyne-Stokes-Atmung

Zwei mögliche Erkrankungen können Ursache von Atemstillständen während des Schlafens sein. Das sogenannte Schlafapnoe-Syndrom und die Cheyne-Stokes-Atmung. Beim Schlafapnoe-Syndrom ist die Wandspannung der Atemwege zu niedrig, sie klappen nächtens einfach immer wieder zusammen. Viele der Betroffenen sind übergewichtig. Bei der Cheyne-Stokes-Atmung kommt es zu einem periodischen Anschwellen und dann wieder zum Aussetzen der Atmung.

Beide Störungen sind nicht unmittelbar lebensbedrohlich, weil die Atmung immer wieder rechtzeitig anspringt. Aber diese ständigen Sauerstoffschwankungen belasten den Körper enorm. Neben starker Müdigkeit ist vor allem das Herz betroffen, das ja immer wieder gegen diese nächtlichen Notfälle ankämpfen muss. Kein Wunder also, dass bei schon bestehender Herzschwäche die Gefahr des Herztodes steigt.

Nehmen Sie Ihr Schnarchen ernst!

Wenn Sie wissen, dass Sie stark schnarchen, und möglicherweise Ihr Partner auch noch Atemaussetzer bei Ihnen wahrnimmt, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen. Denn man kann etwas gegen die Atemaussetzer tun. Meist wird eine Atemmaske während der Nacht verordnet, über die die Einatmungsluft mit erhöhtem Druck zugeführt wird. Das ist zwar unbequem, aber es kann das Leben verlängern.

Herzschwäche: Warum ist eine COPD-Diagnose häufig falsch?

Bei Menschen mit Herzschwäche wird oft eine sogenannte COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) diagnostiziert, obwohl überhaupt keine vorliegt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Würzburg. Das Problem daran: Herzschwäche und COPD erfordern entgegengesetzte Behandlungen.

Zum Hintergrund: Bei einer Herzschwäche kommt es oft zu einer begleitenden Atemnot. Die entsteht, weil das Herz nicht mehr ausreichend stark pumpt und sich Blut in die Lunge rückstaut. Eine Behandlungsstrategie besteht in der Einnahme von Entwässerungstabletten (Diuretika).

Die COPD wiederum ist eine chronische Lungenerkrankung, bei der die Atemwege stark verengt sind. Meist ist die Erkrankung Folge jahrzehntelangen Rauchens und entwickelt sich aus einer chronischen Bronchitis heraus. Eine Entwässerungstherapie ist hier potentiell eher kontraproduktiv.

In der Untersuchung waren die Daten von 630 Patienten mit chronischer Herzschwäche analysiert worden. Nicht wenige von ihnen hatten die Zusatzdiagnose COPD in der Krankenakte stehen. Die Würzburger Wissenschaftler überprüften das mit Lungenfunktionstests und kamen zu einer beängstigenden Fehldiagnose-Rate: Bei 70% der vermeintlichen COPD-Patienten lag keine COPD vor. Die Atemprobleme waren stattdessen direkte Folge der Herzschwäche, waren aber wegen der Fehleinschätzung nicht mit Diuretika behandelt worden.

Prognose

Ist eine Herzinsuffizienz heilbar?

Nein, heilbar ist die Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) nicht – aber mittlerweile sehr gut behandelbar. Eine Vielzahl von Medikamenten hilft, das Herz zu stabilisieren und eine ausreichende Pumpfunktion zu gewährleisten.

Mindestens genauso wichtig sind Anpassungen der Lebensweise (Beeinflussung von Risikofaktoren) und die Behandlung möglicher ursächlicher Erkrankungen (z.B. koronare Herzkrankheit). Viele Menschen mit Herzinsuffizienz können, wenn sie gesund leben und die Herzschwäche behandeln lassen, auch weiterhin ein aktives Leben führen.

Welchen Verlauf nimmt eine Herzmuskelschwäche?

Wie sich eine Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) entwickelt, ist schwer vorhersagbar und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine bestehende Herzschwäche kann über Jahre stabil bleiben, ohne sich zu verschlechtern.

Kommt es aber z.B. zu einer weiteren Schädigung des Herzens im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit oder infolge eines Herzinfarkts, zu Herzrhythmusstörungen oder Erkrankungen der Lunge, kann sich auch die Herzinsuffizienz akut verschlimmern. Und auch ein langsames Voranschreiten der Erkrankung ist natürlich möglich, insbesondere, wenn sie nicht behandelt wird.

Ist die Herzmuskelschwäche ein Todesurteil?

Nein, viele Menschen mit leichter bis mäßiger Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) haben dank moderner Therapieformen und Medikamenten mit keinen schweren Einschränkungen oder einer Minderung ihrer Lebensqualität zu rechnen.

In fortgeschrittenen Stadien der Herzinsuffizienz ist die Sterblichkeit allerdings erhöht. Damit es dazu erst gar nicht kommt, ist eine möglichst frühe Behandlung und eine angepasste, gesunde Lebensweise so wichtig.

Früher sind viele Menschen an einer Herzschwäche gestorben. Allerdings gab es damals auch noch bei weitem nicht so effiziente Behandlungsmethoden wie heute.

Dekompensierte Herzinsuffizienz

Woran erkenne ich eine dekompensierte Herzinsuffizienz?

Dekompensierte Herzinsuffizienz bedeutet, dass eine Herzschwäche aus dem Ruder läuft und zur lebensgefährlichen Bedrohung wird. Das erkennt man in der Regel daran, dass die schon zuvor vorhandenen Beschwerden deutlich an Intensität zunehmen. Ein typisches Symptom der dekompensierten Linksherzschwäche ist zum Beispiel, dass jetzt selbst im Ruhezustand starke Atemnot besteht, während sie zuvor nur bei körperlicher Belastung auftrat.

Wenn die Gegenmaßnahmen versagen

Um den Begriff "dekompensierte Herzinsuffizienz" besser einordnen zu können, muss man wissen, was eine kompensierte Herzinsuffizienz ist. Auch hier ist der Herzmuskel bereits geschwächt, auch hier schafft es das Herz mit seiner Pumpkraft nicht mehr in den fünften Gang. Allerdings hat der Körper bei einer kompensierten Herzinsuffizienz Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Herzschwäche auszugleichen. Der Herzschlag ist schneller geworden, die Muskelwand des Herzens hat sich verdickt und die Blutgefäße sind enger gestellt.

Mit diesen Kompensationsmaßnahmen gelingt es – zumindest für eine Zeit lang –, die einfließende Blutmenge zu bewältigen und in den Körper zu verteilen, ohne dass es zu einem Rückstau kommt. Auch hier können freilich schon Beschwerden bestehen, zum Beispiel Luftnot bei körperlicher Anstrengung (bei Linksherzschwäche) oder Wasseransammlungen in den Beinen (bei Rechtsherzschwäche). Allerdings sind diese nicht so dramatisch wie bei einer dekompensierten Herzinsuffizienz und auch noch nicht akut bedrohlich.

Ursache ist meistens eine Durchblutungsstörung des Herzens

Fazit: Wenn Sie an einer Herzschwäche leiden und sich die Beschwerden plötzlich stark verschlimmern, suchen Sie bitte sofort einen Arzt auf. Dann muss dringend gehandelt werden, möglicherweise in Form höherdosierten Tabletten, möglicherweise aber auch in Form eines Herzschrittmachers. Denn die größte Gefahr einer unbehandelten, dekompensierten Herzschwäche ist ein komplettes Herzversagen mit Herzstillstand.

Rein formal kann eine dekompensierte Herzinsuffizienz übrigens auch aus "heiterem Himmel" auftreten. Zum Beispiel als Folge eines Herzinfarkts. Denn hier gehen ja schlagartig Abschnitte des Herzmuskels zugrunde. Aber ganz so heiter war der Himmel dann nicht, denn auch in diesem Fall war das Herz ja bereits vorgeschädigt. Insgesamt sind Durchblutungsstörungen des Herzens die mit Abstand häufigste Ursache einer Herzschwäche.

Wie wird eine dekompensierte Herzinsuffizienz behandelt?

Eine dekompensierte Herzinsuffizienz ist eine Notfallsituation. Die Herzschwäche kann dann vom Körper nicht mehr kompensiert werden, es kommt zu einem Rückstau des Blutstroms in die Lungen (bei Linksherzschwäche) oder in den Körper (bei Rechtsherzschwäche). Das muss dringend behoben werden, sonst droht ein komplettes Herzversagen mit Herzstillstand.

Zu den typischen Notfallmaßnahmen bei einer dekompensierten Linksherzschwäche gehören:

  • Hinlegen, Oberkörper erhöht, Beine tiefer gelagert
  • Nitro-Kapseln: Diese Medikamente werden zerkaut und bewirken eine rasche Verbesserung der Sauerstoffversorgung des Herzens. Das ist aber nur möglich, wenn der Blutdruck nicht zu sehr im Keller ist (der obere Wert darf nicht unter 90 mmHG liegen).
  • zusätzliche Sauerstoffgabe über Beatmungsgerät
  • weitere Medikamente über venösen Zugang, insbesondere Entwässerungstabletten (z.B. Furosemid), um den Blutrückstau zu vermindern.

Wichtig ist aber auch, nach der erfolgreichen Notfallbehandlung weitere Schritte einzuleiten. Neben einer intensiveren medikamentösen Behandlung ist dann oft auch ein Herzschrittmacher notwendig, in manchen Fällen sogar eine Herztransplantation. Denn bei einer Herzschwäche, die derart aus dem Ruder gelaufen ist, wird das Herz ohne weitere Maßnahmen auch in Zukunft nicht mehr in der Lage sein, ausreichend Blut zu befördern.

Quellen:

  • Deutsche Medizinische Wochenschrift, 14.04.06
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
  • Medizinische Klinik I, Abteilung Kardiologie, Universität Würzburg

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Kommentare: Archiv

Herzschwäche
17. Mai 2018 um 08:27 Uhr, Kathrin
Wieviel darf ich als Herzschwäche-Patient trinken?

Herzinfarkt und EF 50%
15. November 2017 um 07:21 Uhr, Otto
Ich hatte auch einen Herzinfarkt. Zur Zeit nehme ich nur k-Strophanthin ein. Keine weiteren Medikamente. Sogar die ASS habe ich durch Nattokinase ersetzt. Keine Atemnot, kein Drücken und keine Schmerzen. Bin leistungsfähiger, fit und munter. Jetzt kommt noch Galgant dazu. Gutes Naturmittel. Und jeden Tag Walking 5 km. Bleibt gesund.

Herzinsuffizienz
07. Mai 2017 um 12:29 Uhr, Joachim
Ich rühre keine Medikamente mehr an. Es ging mir mit Medikamenten sehr schlecht. Ich nehme nur noch Strophantus/ Strophantin. Es hilft und es geht mir besser. 2 mal täglich. einen halben Telöffel Natron.

Medikamente
07. April 2017 um 17:53 Uhr, Jobst Ungewitter
Inzwischen nehme ich täglich 14 Tabletten. Also bleibt die Frage, sterbe ich an Herzinsuffizienz oder an Nierenversagen. Dazu bringen mir Schmerzmittel, vor allem Diclofenac (Knie), Herzflattern. Puls bis 140.

Herzschwäche
03. August 2016 um 07:28 Uhr, Connykrause563@gmail.com
Mein Sohn ist mit 19 Jahren daran schwer erkrankt. Pumpleistung war bei 10 Potential, jetzt bei ca. 40 Prozent. Wie sind seine Chancen? Ich mache mir große Sorgen, man sagte, er wird nicht älter als 60 Jahre.

Herzinsuffizienz
30. März 2015 um 15:18 Uhr, Gerhard Lerle
Herzinsuffizienz wurde bei mir schon im Alter von 11 Jahren in der damaligen DDR festgestellt. Heute bin ich 71 Jahre alt und habe inzwichen eine Aortenklappe und 3 Bypässe. Im Alter von 1 1/2 hatte ich eine Diphtherie. Kann es sein, dass daher meine Herzinsuffizienz herrührt?

Herzkrankheiten und Herzschwäche
28. März 2015 um 19:54 Uhr, Kirchner Waltraud
Die Patienten hören zu , nur die Ärzte sagen nichts - außer Tabletten verschreiben und Herzkatheder tun sie gar nichts mehr . Vor 8 Jahren hatte ich meinen 1 . und 2. Herzinfarkt - NICHTS , weder Info noch Reha - jetzt hatte ich im Nov. den 3. Infarkt - Nichts - nur Tabletten und das wars (außer medizinisch ) im Dez. Wasser in der Lunge, danach Defi -Implantation - INFO - Pustekuchen, bis heute warte ich noch auf den Arzt, der mir erklärt, was mein Defi bei mir macht. War zur Reha - erst nach dem ich mich mit dem Arzt dort angelegt habe, kamen mal 3 Erklärungen (auch darüber, wie teuer meine Behandlung ist ) – Nur gut, dass ich mir inzwischen die Befunde geben lasse, da kann ich mir viele Fragen im Netz beantworten - aber jene, die das nicht können, wie die älteren Menschen sind wahrlich "beschissen" dann. Selbst mein Hausarzt ist nie derjenige gewesen, der Info groß geschrieben hat - jetzt mein neuer Hausarzt hat mir erst mal erklärt, wozu die Medikamente sind. Die Ärzte haben entweder keine Zeit oder keine Lust mehr --- der Patient wird repariert und in den Tod entlassen, wenn er Glück hat - repariert man ihn noch mal rechtzeitig.
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