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ACE-Hemmer: Wirkung und Nebenwirkungen

ACE-Hemmer sind Standardmedikamente in der Behandlung des Bluthochdrucks und der Herzschwäche. Zur Gruppe der ACE-Hemmer gehören zahlreiche verschiedene Wirkstoffe, die alle nach dem gleichen Prinzip wirken. Alle Fragen zur Wirkweise, zu Nebenwirkungen und zu Warnhinweisen beantworten wir im folgenden Beitrag.

Was sind ACE-Hemmer?

ACE-Hemmer hemmen das "Angiotensin Converting Enzym" (ACE) und senken auf diese Weise den Gefäßwiderstand und den Blutdruck.

Das "Angiotensin Converting Enzym" steuert die Umwandlung eines Nierenhormons, und zwar die Entwicklung von Angiotensin I zu Angiotensin II. Angiotensin II ist an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt und verengt die arteriellen Blutgefäße. ACE-Hemmer blockieren diese Wirkung und sorgen so für entspannte Gefäße.

Mit einer Weitstellung der Arterien sinkt der Blutdruck und das Herz muss nicht mehr gegen einen so hohen Widerstand arbeiten, wird also entlastet.

Zu den ACE-Hemmern gehören:

Was bewirken ACE-Hemmer?

Hemmer des Angiotensin Converting Enzyms (ACE-Hemmer) blockieren das in den Nieren produzierte Hormon Angiotensin II, das gefäßverengend und blutdrucksteigernd wirkt. Auch wirkt Angiotensin auf den Stoffwechsel bereits vorgeschädigter Herzgefäße und Herzmuskelzellen.

Die Unterbindung dieser Hormonwirkung sorgt dafür, dass die Gefäße entspannt sind und der Blutdruck sinkt, was das Herz entlastet. Der Schutz vor den negativen Auswirkungen auf den Zellstoffwechsel in Gefäßen und Herzmuskelzellen bewahrt bei Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronarer Herzerkrankung und Herzinsuffizienz vor weiteren Schäden.

Daneben fördern ACE-Hemmer die Arbeit der Nieren, so dass mehr Flüssigkeit ausgeschieden wird.

Bei welchen Problemen oder Erkrankungen sind ACE-Hemmer hilfreich?

Da ACE-Hemmer den Blutdruck senken und auf Herz, Nieren und Gefäßsystem positiv wirken, sind sie nicht nur bei einem Bluthochdruck geeignet.

Menschen mit Herzfunktionsstörungen etwa aufgrund eines Herzinfarkts oder einer Herzschwäche profitieren ebenfalls von ACE-Hemmern. Auch bei Nierenfunktionsstörungen im Rahmen einer Zuckerkrankheit oder eines Bluthochdrucks wirken ACE-Hemmer positiv, denn sie haben einen nierenschützenden Effekt.

Darüber hinaus haben sie bei einer bestehenden Zuckerkrankheit günstige Auswirkungen auf den Zucker- und Fettstoffwechsel.

ACE-Hemmer bei Bluthochdruck

ACE-Hemmer gehören zu den am häufigsten eingesetzten Mitteln gegen zu hohen Blutdruck. Meist werden sie nicht allein, sondern zusammen mit anderen Blutdruckmitteln verordnet. Im folgenden Beitrag erläutern wir ihre Wirkweise bis hin zu möglichen Nachteilen und Nebenwirkungen.

Welche Vorteile haben ACE-Hemmer gegenüber anderen Medikamenten?

ACE-Hemmer sind insgesamt nicht besser oder schlechter als andere Blutdrucksenker, sondern etwa gleichwertig mit anderen Substanzklassen wie zum Beispiel Betablockern, Kalziumantagonisten oder Diuretika. Meist werden ohnehin zwei oder drei Vertreter dieser Substanzklassen miteinander kombiniert. ACE-Hemmer haben aber in spezifischen Situationen Vorteile.

Herz und Nieren profitieren von ACE-Hemmern

ACE-Hemmer eignen sich besonders, wenn gleichzeitig zu dem hohen Blutdruck eine der folgenden Erkrankungen vorliegt:

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  • Herzschwäche
  • koronare Herzkrankheit
  • Diabetes
  • chronische Nierenkrankheit

Zur Erklärung:

  • Da ACE-Hemmer die sogenannte Nachlast des Herzens verringern (das Herz arbeitet ökonomischer und muss weniger stark pumpen, um die Blutmenge zu bewegen), eignen sie sich insbesondere bei einer bestehenden Herzschwäche. Hier werden sie auch ohne Bluthochdruck eingesetzt, wobei diese beiden Probleme meist gemeinsam auftreten.
  • ACE-Hemmer schützen effektiver vor Herzinfarkt und Schlaganfall als z.B. Betablocker.
  • Wenn Sie bei hohem Blutdruck gleichzeitig unter Diabetes leiden, sind ACE-Hemmer insofern von Vorteil, als sie die Nieren besser schützen als andere Blutdrucksenker. Gerade die Nieren sind bei Diabetes besonders gefährdet..
  • Auch bei chronischen Nierenkrankheiten haben ACE-Hemmer Vorteile, weil sie protektiv auf die Funktionsfähigkeit der Nieren einwirken.

Welche Nachteile haben ACE-Hemmer gegenüber anderen Medikamenten?

Neben diesen Vorzügen können ACE-Hemmer im Vergleich zu anderen Blutdruckmedikamenten aber auch Nachteile haben. Problematisch ist vor allem der recht häufig auftretende Reizhusten (bei bis zu 10% aller Anwender).

Wann man bei ACE-Hemmern aufpassen muss

Sie sollten mit der Einnahme von ACE-Hemmern außerdem vorsichtig sein, wenn

  • Sie schon einmal ein Angioödem hatten (auch Quincke-Ödem genannt) oder zurzeit haben, weil die ACE-Hemmer das Angioödem hervorrufen können.
  • Sie zu viel vom Hormon Aldosteron im Blut haben, denn dann kann der Bluthochdruck mit diesen Präparaten nicht oder nicht hinreichend therapiert werden.
  • Sie dunkelhäutig sind, denn dunkelhäutige Menschen zeigen manchmal eine geringere Wirkung der Mittel.
  • Sie eine Verengung der Nierenarterien haben und dadurch die Durchblutung der Nieren verringert ist. Dann besteht die Gefahr einer Abnahme der Nierenleistung.
  • Sie eine Herzklappenverengung haben, also eine Aortenstenose, eine Mitralklappenstenose, oder wenn Sie andere Veränderungen des Herzmuskels haben, die dazu führen, dass das Herz nicht die volle Leistung vollbringen kann. Denn dann könnte der Blutdruck zu stark abfallen.
  • Sie wegen einer Insektengiftallergie eine Hyposensibilisierung als Allergietherapie bekommen, weil sich die allergische Reaktion massiv verstärken kann.
  • Sie eine Schädigung der Leber haben, denn ACE-Hemmer können ebenfalls die Leber schädigen.
  • der Kaliumspiegel im Blut zu hoch ist, denn ACE-Hemmer könnten diesen noch weiter erhöhen. Die Erhöhung der Kaliumkonzentration ist auch bei Nierenerkrankungen gefährlich. Symptome sind eine pelzige Zunge, eine Schwäche der Muskeln, Taubheit in den Händen oder Füßen sowie Veränderungen im EKG. Die Kaliumkonzentration erhöht sich auch bei Herzschwäche oder bei Einnahme von Diuretika.
  • Sie eine Störung der Gehirndurchblutung haben.

Sind ACE-Hemmer oder Sartane wirksamer, um den Blutdruck zu senken?

Grundsätzlich unterscheiden sich die beiden Medikamentengruppen nicht hinsichtlich ihrer blutdrucksenkenden Eigenschaften. Dies ergab eine große Analyse von zahlreichen Studien zu diesem Thema aus dem Jahr 2007.

Somit besteht grundsätzlich kein Vorteil, wenn die wesentlich teureren Sartane verschrieben werden. An erster Stelle steht deshalb die Behandlung mit ACE-Hemmern. Sind diese unverträglich, etwa aufgrund eines chronischen Hustens, kommen die dann oft verträglicheren Sartane zum Einsatz.

Über welche Mechanismen wirken ACE-Hemmer positiv auf die Gefäße?

ACE-Hemmer wirken über mehrere Mechanismen auf die Blutgefäße. Sie senken den Gefäßwiderstand, der maßgeblich für den Gefäßdruck verantwortlich ist und gegen den das Herz und andere Organe arbeiten müssen.

Außerdem führen diese Wirkstoffe zu einer verminderten Bildung des stark gefäßverengenden Hormons Angiotensin II. Die Verengung von Gefäßen wird dadurch verhindert. Eine Gefäßerweiterung wird zusätzlich gefördert, indem der Abbau gefäßerweiternder Hormone, der Kinine, gehemmt wird.

Daneben sorgen ACE-Hemmer für eine vermehrte Freisetzung von Aldosteron aus der Nebennierenrinde, das normalerweise Natrium und Wasser in der Niere zurückhält und so das Blutvolumen erhöht. Mit der vermehrten Ausscheidung von Natrium und Wasser sinkt die Flüssigkeitsmenge in den Gefäßen des Körpers und damit der Blutdruck.

Wie wirken ACE-Hemmer auf das Herz?

ACE-Hemmer senken über verschiedene Mechanismen den Blutdruck und damit die Belastung für das Herz. Denn das Herz muss nun weniger Blut pumpen und gegen einen geringeren Gefäßwiderstand arbeiten.

Darüber hinaus hab Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der ACE-Hemmer wachstumshemmende Eigenschaften, was einer Verdickung des überbeanspruchten Herzmuskels entgegen wirkt. Damit sinkt auch die Gefahr einer Minderversorgung des Herzmuskels mit Blut, denn ein verdickter Herzmuskel benötigt mehr Blut für seine Versorgung. ACE-Hemmer schützen also das Herz.

Haben ACE-Hemmer einen direkten Effekt auf die Herzmuskelzellen?

Ja, ACE-Hemmer wirken auf den bereits geschädigten Herzmuskel, etwa nach einem Herzinfarkt oder infolge einer Herzschwäche, positiv, indem sie ein überschießendes Wachstum verhindern. Die Herzmuskelzellen verändern sich nämlich aufgrund einer Über- und Fehlbelastung des Herzens, so dass der Herzmuskel dicker wird (Hypertophie). Dabei spielen Wachstumsfaktoren eine Rolle, die vom sogenannten Renin-Angiotension-System gesteuert werden, an dem ja auch die ACE-Hemmer angreifen.

Sind ACE-Hemmer auch bei Diabetes erlaubt?

Ja, Menschen mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und einem hohen Blutdruck profitieren sogar von der Behandlung mit ACE-Hemmern.

Gut für Blutzucker und Nieren

Zum einen ist die Senkung des Blutdrucks bei Diabetikern besonders wichtig. Zum anderen fördern ACE-Hemmer die Durchblutung der Nieren und damit die Ausscheidung von Wasser und Kochsalz.

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Überdies haben sie auch positive Auswirkungen auf den Zuckerstoffwechsel. Sie unterstützen die Wirkung von Medikamenten zur Senkung des Blutzuckerspiegels und steigern die Aufnahme von Zucker in die Zellen, indem sie die Insulinempfindlichkeit der Zellen erhöhen. Insulin sorgt für die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Körperzellen. Somit zirkuliert weniger Zucker im Blut.

Außerdem haben ACE-Hemmer einen schützenden Effekt auf die Entwicklung diabetischer Nierenschäden. Der Hintergrund: Häufig kommt es im Rahmen der Zuckerkrankheit zu Nierenschäden (diabetische Nephropathie), die besonders im Frühstadium gut mit ACE-Hemmern zu behandeln sind.

ACE-Hemmer werden häufig auch verordnet, wenn die Nieren bereits geschädigt sind.

ACE-Hemmer und Diabetes: Worauf muss man achten?

ACE-Hemmer haben wie beschrieben einen günstigen Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel. Darin liegt aber auch die Tücke: Wenn Ihnen ACE-Hemmer neu verschrieben wurden, sind engmaschigere Kontrollen des Blutzuckerspiegels wichtig. Denn die ACE-Hemmer können mit den Diabetes-Medikamenten interagieren und den Blutzucker senken.

Stimmt es, dass ACE-Hemmer gut für die Nieren und die Augen sind?

Ja, neben der blutdrucksenkenden Wirkung entlasten ACE-Hemmer aufgrund einer Gefäßerweiterung die Nieren und verbessern deren Durchblutung. Ähnliches lässt sich auch an den Gefäßen der Netzhaut des Auges beobachten.

Dies ist besonders bei Menschen wichtig, deren Nieren und Netzhaut etwa infolge eines Bluthochdrucks oder einer Zuckerkrankheit bereits geschädigt sind.

Darf man bei vorgeschädigten Nieren (Niereninsuffizienz) ACE-Hemmer einnehmen?

Ja. Nicht selten liegen ein Bluthochdruck und eine Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) gemeinsam vor und verstärken sich gegenseitig. Die Einnahme von ACE-Hemmern (und auch von Angiotensin-Rezeptoren-Blockern, einer anderen Wirkstoffgruppe gegen Bluthochdruck) halten das Fortschreiten einer Nierenschwäche auf.

ACE-Hemmer nutzen offenbar in jedem Stadium der Nierenschwäche. Wichtig ist es jedoch, gerade zu Beginn der Behandlung die Nierenfunktion und die Kaliumwerte im Blut engmaschig zu überwachen.

Unterstützen ACE-Hemmer möglicherweise eine Gewichtsabnahme?

Ja, das ist möglich. Denn das Renin-Angiotensin-System, in das das Medikament eingreift, spielt offenbar nicht nur für den Blutdruck eine Rolle, sondern auch für den Zucker- und Fettstoffwechsel, so dass Zucker- und Fettwerte sinken.

Dies ergaben Untersuchungen an Mäusen, denen ACE fehlte (PNAS 2008; doi: 10.1073/pnas.0802690105). Dass sich die Stoffwechsellage verbessert, ist für viele Menschen mit Herz- und Nierenerkrankungen sowie der Zuckerkrankheit von Bedeutung. 

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Welche Nebenwirkungen sind typisch für ACE-Hemmer?

Sehr häufig führen ACE-Hemmer zu Reizhusten, nicht zuletzt nachts. Dies kann auch erst nach Monaten der Einnahme von ACE-Hemmern auftreten. Wenn er sie zu sehr stört, kommen alternativ die sehr ähnlichen Sartane zur Blutdrucksenkung infrage.

Weitere typische Nebenwirkungen sind Hautausschläge und Geschmacksstörungen. Bei allen Medikamenten dieser Wirkstoffklasse kann es zudem zu übermäßiger Blutdrucksenkung (Hypotonie) und zu Nierenfunktionsstörungen kommen. Die Betonung liegt auf "kann", viele Menschen, die ACE-Hemmer einnehmen, haben diese Probleme nicht.

Die Nierenprobleme können entstehen, weil ACE-Hemmer die Nierendurchblutung beeinträchtigen, was zumindest bei vorgeschädigten Nieren oder ausgeprägter Herzschwäche gefährlich werden kann. Bei langfristiger Einnahme kommt es mitunter auch zu einer erhöhten Kalium-Konzentration im Blut (Hyperkaliämie).

Weitere Nebenwirkungen von ACE-Hemmern sind mitunter Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall. 

Nicht gleich die volle Dosis

Die Mehrzahl der relevanten Nebenwirkungen wird durch einen Anstieg des gefäßaktiven Botenstoffs Bradykinin verursacht.

Da es vor allem zu Beginn der Einnahme dosisabhängig zu einem starken Blutdruckabfall mit Schwindelgefühl kommen kann, erfolgt der Behandlungsbeginn üblicherweise mit einer geringen Einstiegsdosis, die anschließend nach Bedarf gesteigert wird.

Selten, aber gefährlich: Schwellung der Schleimhäute

Eine spezielle, für ACE-Hemmer charakteristische Nebenwirkung ist das Anschwellen der Schleimhäute, etwa an den Lippen oder im Mund. Medizinisch wird dieses Phänomen als angioneurotisches Ödem oder Angioödem bezeichnet. Es tritt häufig erst nach jahrelanger Einnahme auf. Wenn es die Schleimhäute von Hals und Rachen betrifft, kann es sich mitunter zu einem sehr beängstigenden, eventuell sogar lebensbedrohlichen Zustand entwickeln.

Diese gravierende Nebenwirkung wird zum Glück nur selten beobachtet. Angesichts der Häufigkeit, mit der die ACE-Hemmer und verwandte Substanzen weltweit eingenommen werden, ist das aber jedes Jahr bei etwa 30.000 Patienten der Fall.

Warum ist es häufig sinnvoll, den ACE-Hemmer abends einzunehmen?

Aufgrund der blutdrucksenkenden Wirkung von ACE-Hemmern kann es besonders zu Beginn der Behandlung zu Schwindel, Müdigkeit, Benommenheit und Seh- wie Gleichgewichtsstörungen kommen. Deshalb ist es sinnvoll, die Behandlungsdosis langsam zu steigern und die Tabletteneinnahme auf den Abend zu legen.

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Hat der Körper sich an den Wirkstoff gewöhnt, verschwinden die anfänglichen Symptome meist völlig.

Stimmt es, dass ACE-Hemmer manchmal zu Husten führen?

Ja, Husten ist eine bekannte und häufige Nebenwirkung von ACE-Hemmern. Dabei handelt es sich um einen trockenen Reizhusten, der meist innerhalb der ersten Wochen nach Beginn der Behandlung auftritt. Ein späteres Auftreten ist aber auch möglich.

Ursache dieser Nebenwirkung ist wahrscheinlich die Wirkung eines gefäßwirksamen Hormons (Bradykinin), das normalerweise durch das Enzym Angiotensin II abgebaut wird. Da Angiotensin II aber durch die ACE-Hemmer blockiert ist, reichert sich das Hormon im Gewebe an und löst Husten aus.

Manchmal verschwindet der Husten nach einer gewissen Behandlungszeit. Ist dies aber nicht der Fall und wird der Husten als belastend empfunden, muss man evtl. auf ein Medikament einer anderen Wirkstoffgruppe wechseln. Sprechen Sie ggf. mit Ihrem Arzt darüber!

Darf ich ACE-Hemmer auch dann einnehmen, wenn ich asthmatische Beschwerden habe?

Unter der Einnahme von ACE-Hemmern kann es zu Reizungen der Atemwege kommen. Dies kann zu chronischem Husten, selten aber auch zu Asthma und entzündlichen Erkrankungen der Lunge führen.

Dem liegen vermutlich verschiedene Ursachen zugrunde. ACE-Hemmer können die entzündliche Aktivität in den Atemwegen grundsätzlich steigern. Vermutet werden immunologische Faktoren.

Treten diese Nebenwirkungen auf, sollte das Medikament nicht eingenommen und auf eine andere Wirkstoffklasse gewechselt werden.

Kann es unter Behandlung mit ACE-Hemmern zu Haarausfall kommen?

Ja, das ist allerdings eher selten. Bei einem Haarausfall unter der Behandlung mit ACE-Hemmern handelt es sich um einen diffusen, also nicht örtlich begrenzten Haarausfall.

Als Ursache wird ein Zusammenhang mit dem Zinkstoffwechsel vermutet. Der Haarausfall bessert sich mit zeitlicher Verzögerung, wenn der ACE-Hemmer abgesetzt wird. Er ist also rückbildungsfähig. Sprechen Sie ggf. mit Ihrem Arzt darüber.

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Können ACE-Hemmer den Geschmackssinn beeinträchtigen?

Ja, einige Medikamente, darunter auch ACE-Hemmer, können zu Störungen des Geschmackssinns führen. Typische Symptome sind eine Reduktion des Geschmackempfindens oder auch ein metallischer Geschmack.

Nach Absetzen des Medikaments verschwindet diese Beeinträchtigung wieder.

Stimmt es, dass ACE-Hemmer zu Schwellungen von Rachen und Lippen (Angioödem) führen können?

Ja, eine seltene, aber schwere Nebenwirkung von ACE-Hemmern ist das sogenannte Angioödem, eine örtlich begrenzte Schwellung von Haut und Schleimhäuten.

Schwellen Lippe, Zunge oder Rachen an, kann dies sehr gefährlich werden, da die Atemwege verlegt werden können.

Das Risiko für das Auftreten dieser Nebenwirkung ist in den ersten drei Wochen der Behandlung am höchsten. Doch kann es auch später noch dazu kommen, was das Erkennen eines Zusammenhangs mit der ACE-Hemmer-Behandlung erschwert.

Schwellungen im Bereich des Kopfes sind ein medizinischer Notfall, auch wenn die Schwellungen zunächst gering ausgeprägt sind. Der ACE-Hemmer muss in einem solchen Fall sofort abgesetzt werden.

Neu verschriebene ACE-Hemmer: Welche Kontrolluntersuchungen sind wichtig?

Wenn ACE-Hemmer neu verschrieben wurden, sollten einige Zeit nach Behandlungsbeginn folgende Blutwerte überprüft werden: Blutbild, Blutsalze (Elektrolyte) und hier v.a. Kalium, Leberwerte und Nierenwerte.

Für Diabetiker sind auch engmaschigere Kontrollen des Blutzuckerspiegels wichtig, denn ACE-Hemmer können mit den Diabetes-Medikamenten interagieren und den Blutzucker senken.

Warum wird bei der Einnahme von ACE-Hemmern der Kaliumspiegel regelmäßig überprüft?

ACE-Hemmer beeinflussen neben ihren sonstigen Wirkungen auch die Nierenfunktion. Es wird unter der Behandlung tendentiell mehr Flüssigkeit ausgeschieden, aber auch mehr Kalium im Körper zurückgehalten. Der Arzt kontrolliert deshalb den Kaliumspiegel des Blutes regelmäßig.

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Darüber hinaus können auch Entwässerungsmittel (Diuretika ) zu erhöhten Kaliumspiegeln im Blut führen. Da beide Medikamente häufig gleichzeitig eingenommen werden, ist die Kontrolle des Kaliumspiegels besonders wichtig. Ein weiterer Faktor, der zu erhöhten Kaliumwerten beiträgt, sind Nierenfunktionsstörungen bzw. eine Nierenschwäche.

Wann dürfen ACE-Hemmer nicht eingenommen werden?

Insgesamt zählen die häufig verschriebenen ACE-Hemmer zu den vergleichsweise gut verträglichen Medikamenten. In der Schwangerschaft dürfen sie aber nicht eingesetzt werden, da sie beim heranwachsenden Kind Störungen des Wachstums und der Knochenbildung hervorrufen und sein Sterblichkeitsrisiko erhöhen können. Auch in der anschließenden Stillzeit sind die ACE-Hemmer zu meiden.

Zu weiteren Situationen, in denen ACE-Hemmer nicht eingenommen werden sollen, zählen u.a.:

  • Verengung der Nierenarterie;
  • wenn nur noch eine Niere vorhanden ist;
  • nach einer Nierentransplantation;
  • stark geschwächte Nierenfunktion (Laborwert: Kreatinin-Clearance < 30 ml/min);
  • Funktionsstörung der Leber;
  • Herzklappenfehler (Mitral- oder Aortenklappenstenose);
  • Verengung der Hauptschlagader (Aortenstenose);
  • hypertrophe Kardiomyopathie (spezielle Form einer Herzmuskelerkrankung);
  • primärer Hyperaldosteronismus (spezielle Form des Bluthochdrucks);
  • vermindertes Blutvolumen;
  • Kalium-Erhöhung im Blut vor Beginn der Behandlung.

ACE-Hemmer: Welche anderen Medikamente sind dann bedenklich?

Negative Effekte können bei der Kombination von ACE-Hemmern mit den folgenden Medikamenten zustande kommen (nur eine Auswahl, bitte dazu auch den Beipackzettel lesen):

  • Mittel, die Kalium enthalten
  • kaliumsparende Diuretika (Entwässerungstabletten mit den Wirkstoffen Amilorid oder Trimateren): Durch ACE-Hemmer kann noch mehr Kalium im Körper verbleiben.
  • nichtsteroidale Antirheumatika zum Einnehmen (bei Rheuma und Schmerzen): Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure. Sie beeinträchtigen die blutdrucksenkende Wirkung der ACE-Hemmer.
  • Lithium (gegen Depressionen): Die Ausscheidung von Lithium wird durch ACE-Hemmer beeinträchtigt.
  • Glukokortikoide zum Einnehmen (bei Entzündungen): Damit gemeint sind alle Kortison-Tabletten. ACE-Hemmer können die Auswirkungen der Immuntherapeutika auf Blutbild und Blutzellen erhöhen.
  • Substanzen, die das Abwehrsystem hemmen (z.B. bei Rheuma oder chronischen Entzündungen im Darm): ACE-Hemmer können die Auswirkungen der Immuntherapeutika auf Blutbild und Blutzellen erhöhen.
  • Allopurinol (bei Gicht)
  • Komplett verboten sind ACE-Hemmer während einer Hyposensibilisierung gegen eine Allergie.

Vorsicht mit Medikamenten bei Diabetes

Die ACE-Hemmer intensivieren die blutzuckersenkenden Medikamente bei Diabetes mellitus, der Blutzucker wird also stärker gesenkt. Die Gefahr einer Unterzuckerung ist so größer. Daher müssen Sie den Blutzucker öfter kontrollieren, insbesondere am Anfang der Therapie mit ACE-Hemmern. Eventuell müssen Ihre Diabetes-Mittel auch reduziert werden.

Können Rheumamedikamente Ursache für eine mangelnde Wirksamkeit von ACE-Hemmern sein?

Ja. Rheuma-Medikamente, sogenannte Antirheumatika, sind entzündungshemmende Schmerzmittel. Sie werden auch nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR) genannt.

Diese Mittel gehören zu den Basismedikamenten bei rheumatischen Erkrankungen, weil sie die entzündliche Aktivität herabsetzen. NSAR erhöhen allerdings den Blutdruck und können deshalb für eine unzureichende Wirksamkeit von Blutdruckmedikamenten wie ACE-Hemmern verantwortlich sein.

Können Schmerzmittel die Wirksamkeit von ACE-Hemmern herabsetzen?

Die gleichzeitige Einnahme von Schmerzmitteln des Typs der nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR) wie Diclofenac und Ibuprofen kann den blutdrucksenkenden Effekt von ACE-Hemmern schmälern. Denn NSAR erhöhen den Blutdruck über verschiedene Mechanismen.

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Dauerhafte Schmerzmitteleinnahme kann problematisch sein

Dies ist v.a. für Menschen relevant, die dauerhaft NSAR einnehmen müssen (z.B. bei rheumatischen Beschwerden), denn der über längere Zeit erhöhte Blutdruck kann sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Ist der Blutdruck trotz blutdrucksenkender Behandlung zu hoch, muss möglicherweise auf ein anderes Schmerzmittel ausgewichen werden oder aber die Dosis des NSAR reduziert werden.

Eine vorübergehende Behandlung mit NSAR über ein bis zwei Wochen stellt dagegen in der Regel kein Problem dar.

Gibt es Medikamente, die die blutdrucksenkende Wirkung von ACE-Hemmern verstärken?

ACE-Hemmer führen zu einem verstärken blutdrucksenkenden Effekt. Dies ist bei der Behandlung des erhöhten Blutdruckes auch erwünscht.

Blutdrucksenkend können darüber hinaus aber auch Psychopharmaka, Beruhigungsmittel und Alkohol wirken. Wichtig ist deshalb, dass Sie dem behandelnden Arzt alle eingenommenen Medikamente nennen, damit er solche Wechselwirkungen einschätzen und bei der Verordnung berücksichtigen kann.

Bluthochdruck oder Herzschwäche: Warum werden normalerweise ACE-Hemmer statt Sartane verschrieben?

Das liegt vor allem am Preis. Die Sartane, die auch als Angiotensin-Rezeptorblocker oder AT1-Antagonisten bezeichnet werden, sind eine Weiterentwicklung der ACE-Hemmer. Beide Medikamentengruppen haben eine ähnliche Wirkung, die Sartane aber eine etwas längere Wirkdauer.

Auch bei der Verträglichkeit sind die Sartane ihren Vorläufersubstanzen, den ACE-Hemmern, etwas überlegen, da sie nicht so häufig wie diese einen trockenen Husten auslösen. Bezüglich einiger seltener, aber gefährlicher Nebenwirkungen schneiden die Sartane nach derzeitigem Kenntnisstand ebenfalls etwas besser ab.

Etwas besser, deutlich teurer

Allerdings haben die Sartane auch beim Preis die Nase vorn, sind also deutlich teurer. Sie bleiben deshalb meist den Patienten vorbehalten, die die ACE-Hemmer nicht so gut vertragen. Ob das gut oder schlecht ist, ist eine Frage mit gesundheitspolitischer Dimension. Man könnte argumentieren, dass ein nur geringfügig besseres Wirkprofil nicht rechtfertigt, allen Menschen mit Bluthochdruck oder Herzschwäche Sartane statt ACE-Hemmer zu verordnen und damit die Krankenkassenbeiträge zu belasten. Und dass Sartane überhaupt nur entwickelt wurden, weil auf diesem Sektor unglaublich viel Geld zu verdienen ist (von den Pharmafirmen). Man könnte aber auch sagen, dass ein therapeutischer Vorteil immer wert ist, auch allen Menschen zur Verfügung gestellt zu werden. Also nicht nur den Privatpatienten.

Aber zurück zum Thema: Unabhängig vom Nebenwirkungsprofil werden die Sartane häufig gegen Bluthochdruck verschrieben, wenn zusätzlich eine Nierenerkrankung oder eine Zuckerkrankheit mit Nierenschädigung vorliegt. Hier wirkt sich ein Zusatznutzen der Sartane im Nierenbereich positiv aus: Sie bremsen das Fortschreiten des Nierenschadens und vermindern die Ausscheidung von Eiweißstoffen

Wer ist ACE-Hemmer, wer ist Sartan?

Die einzelnen ACE-Hemmer sind zu beginn dieses Beitrags aufgelistet.

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Einige typische Sartane (Wirkstoffname):

  • Candesartan
  • Eprosartan
  • Irbesartan
  • Losartan
  • Telmisartan
  • Valsartan

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