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Bluthochdruck: Behandlung

Welche Medikamente werden bei Bluthochdruck eingesetzt? Welche Nebenwirkungen haben diese und kann ich meinen Blutdruck auch ganz ohne Pillen in den Griff bekommen? Diese und viele weitere Fragen rund um die Behandlung von Bluthochdruck beantworten wir im folgenden Beitrag. 

Grundlagen der Behandlung

Was bringt die Senkung des erhöhten Blutdrucks?

Ja, die Frage mag man sich stellen, wo man doch weder von dem Bluthochdruck noch von der Senkung der Blutdruckwerte allzu viel spürt. Aber das täuscht: Mit der Senkung des Blutdrucks lassen sich verschiedene Krankheitsrisiken relevant senken.

Ein dauerhaft erhöhter Druck in den Arterien schädigt Organe und Gefäße. Am besten vorstellen kann man sich das, wenn man gedanklich mal den Körper verlässt: In jedem geschlossenen System, in dem dauerhaft ein Überdruck herrscht, wird es zu Materialschäden kommen.

Herz, Nieren, Augen und die Gefäße leiden

Betroffen sind vor allem das Herz, die Nieren und die Augen. An den Gefäßen kommt es durch Schädigungen der Innenauskleidung der Arterien zur Arterienverkalkung.

Folgendes haben große Studien zu diesem Thema einwandfrei nachgewiesen. Eine Senkung des systolischen Blutdrucks (oberer Wert) um nur 10 mmHg bedeutet:

  • ein um 11% geringeres Risiko für einen Herzinfarkt.
  • ein um 17% geringeres Risiko für einen Schlaganfall.
  • ein um 15% reduziertes Risiko für die Entwicklung einer Herzschwäche.

Kleine Schwankungen, große Auswirkung

Das bedeutet, dass bereits geringe Senkungen des Blutdrucks bedeutsam sind und auch nur geringfügige Steigerungen des Blutdrucks mit rasch steigenden Krankheitsrisiken verbunden sind.

Leider wird ein erhöhter Blutdruck oft erst entdeckt, wenn es bereits zu Organschäden und in der Folge zu Symptomen gekommen ist. Deshalb: Regelmäßige Blutdruckkontrollen beim Arzt tun nicht weh und sind durch und durch sinnvoll.

Wie intensiv muss Bluthochdruck behandelt werden?

Muss ein erhöhter Blutdruck auch bei älteren Menschen noch behandelt werden?

Ja, auch ältere Menschen profitieren von einer Senkung des Blutdrucks, wenn dieser zu hoch ist. Denn auch bei ihnen kann die Behandlung des Hochdrucks schwere Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall verhindern.

Das Alter an sich ist also kein Argument gegen eine Behandlung des erhöhten Blutdrucks. Wichtig ist allerdings, den Blutdruck behutsam senken, damit Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel und Leistungsminderung ausbleiben.

Ist bei über 80-Jährigen noch eine Senkung des Blutdrucks sinnvoll?

Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt für Menschen ab 80 Jahren die Senkung auf einen Zielwert von 150 zu 90 mmHg. Wichtig ist, die Blutdrucksenkung langsam vorzunehmen. Eine zu schnelle Senkung könnte mit Nebenwirkungen verbunden sein.

Wie tief sollten die Blutdruckwerte gesenkt werden?

Als Faustregel gilt: Die Blutdruckwerte sollten mit dem oberen Wert (systolisch) unter 140 mmHg und mit dem unteren Wert (diastolisch) unter 90 mmHg liegen, also unterhalb von 140/90 mmHg.

Ausnahme bei Nierenerkrankungen

Für Menschen mit Nierenkrankheiten gelten noch niedrigere Zielwerte. Bei ihnen sollte der systolische und der diastolische Druck jeweils noch um 10 mmHg darunter oder noch tiefer liegen, um weiteren Schäden an den Nieren vorzubeugen.

SPRINT-Studie: Stärkere Blutdrucksenkung senkt Mortalität um 27%?

Die im Jahre 2015 publizierte SPRINT-Studie zeigt allerdings: Für Nicht-Diabetiker mit hohem kardiovaskulären Risiko (ohne Schlaganfall) bringt eine zusätzliche Senkung des systolischen Blutdrucks von 140 mmHg auf 120 mmHg beträchtliche Vorteile. Wir fassen die wichtigsten Studiendaten für Sie zusammen:

Risikoreduktion unter Intensiv- versus Standardtherapie im Überblick:

  • kardiovaskuläre Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall): gesenkt um 25%
  • Herzinsuffizienz: gesenkt um 38%
  • kardiovaskuläre Sterblichkeit: gesenkt um 43%
  • Gesamtsterblichkeit: gesenkt um 27%

Selbsthilfe

Kann sich ein erhöhter Blutdruck von allein wieder zurückbilden?

In gewissen Grenzen können dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte auch ohne medikamentöse Therapie wieder sinken – allerdings nicht von ganz allein. Dafür sind konsequente Veränderungen der Lebensgewohnheiten notwendig.

Schnellkurs: Wie kann ich meinen Blutdruck senken?

Welche Empfehlungen zur Blutdrucksenkung gibt es?

Nach den aktuellen Leitlinien der europäischen Gesellschaft für Kardiologie ESC (European Society of Cardiology) aus dem Jahr 2018 können folgende Lebensstilmaßnahmen Blutdruckwerte verbessern und die Entstehung eines Bluthochdrucks (Hypertonie) verzögern beziehungsweise den Start einer medikamentösen Therapie hinausschieben:

  • Salzrestriktionen
  • moderater Alkoholkonsum
  • Ernährung mit hohem Anteil an Gemüse und Früchten sowie Vollkornprodukten, Fisch und Olivenöl (mediterrane Diät)
  • Gewichtsreduktion
  • regelmäßige körperliche Anstrengung
  • Nikotinverzicht

Wie viel Salz ist zu viel?

Exzessiver Salzkonsum kann den Blutdruck erhöhen. Exzessiv bedeutet > 5 g Natrium pro Tag, dies entspricht einem kleinen Teelöffel Salz. Besonders der systolische (erste) Wert steigt hierbei.

Wie effektiv senkt weniger Salz den Blutdruck?

Wenn Sie umgekehrt nun täglich weniger Natrium zu sich nehmen, so bessern sich die Zahlen. Bei Menschen mit Hypertonie sanken die Werte in Untersuchungen allein durch die reduzierte Salzaufnahme um 5,4 mmHg systolisch (erster Wert) und 2,8 mmHg diastolisch (zweiter Wert).

Wie wirkt sich ein Glas Wein auf den Blutdruck aus?

Alkohol erhöht den Druck im Gefäßsystem, besonders akut beim Binge Drinking (sporadischer exzessiver Konsum). Umgekehrt stabilisiert ein mäßiger Genuss mit alkoholfreien Tagen die Werte.

Wie sollte der Speiseplan bei Bluthochdruck idealerweise aussehen?

Betroffene sollten sich ausgewogen und gesund ernähren. Das bedeutet, dass die tägliche Nahrung große Mengen an Gemüse, frischen Früchten, fettarmen Milchwaren, Vollkornprodukten, Fisch und Olivenöl enthalten sollte.

Muss ich überflüssige Pfunde loswerden?

Kurze Antwort, ja. Laut Leitlinien zahlt sich aber bereits eine Gewichtsreduktion von circa 5 kg bei Menschen mit Bluthochruck aus. Gewicht zu reduzieren wird natürlich allen Betroffenen ans Herz gelegt. Da dieses Ziel aber nicht immer erreicht wird, sollte es wenigstens stabil gehalten werden.

Wie wichtig ist Sport im Kampf gegen Bluthochdruck?

Bei Personen mit erhöhtem Blutdruck kann regelmäßiger Ausdauersport die Werte im Schnitt um 8,3 mmHg systolisch und 5,2 mmHg diastolisch senken. So sollen an fünf bis sieben Tagen der Woche täglich 30 Minuten moderates Training helfen.


Medikamente gegen Bluthochdruck

Welche Medikamente können bei Bluthochdruck helfen?

Der Arzt hat es gar nicht so leicht, wenn er ein Medikament gegen zu hohen Blutdruck verschreiben will. Denn es gibt hunderte. Neben der Wirkstoffklasse und dem jeweiligen Präparat muss immer auch die Frage entschieden werden, ob man nur ein Medikament einnimmt oder mehrere. Denn bei Bluthochdruck ist es häufig so, dass eine Kombination verschiedener Substanzen (aus verschiedenen Gruppen, s.u.) besser wirkt als ein einzelnes Medikament.

Man unterscheidet fünf wesentliche Wirkstoffgruppen gegen Bluthochdruck:

  • Betablocker
    Ihren Namen kennt jeder. Betablocker reduzieren die Herzfrequenz und wirken auf die Kraft des Herzmuskels. Folge: Das Blut gelangt mit weniger Druck in die Gefäße und der Blutdruck sinkt.
  • Diuretika
    Die sogenannten Entwässerungsmittel. Sie erhöhen die Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren. Der Druck in den Gefäßen nimmt ab, der Blutdruck sinkt.
  • Kalziumantagonisten
    Kalziumblocker erweitern die Blutgefäße. Dadurch vermindern sie die Spannung der Gefäßwände. Die Adern werden dehnbarer und erweitern sich, das Blut kann besser fließen, der Blutdruck sinkt.
  • ACE-Hemmer
    ACE-Hemmer wirken auf das Hormonsystem, das an der Regulation des Blutdrucks maßgeblich beteiligt ist (das sogenannte Renin-Angiotensin-System). Der Effekt: Die Blutgefäße werden geweitet, so dass der Blutdruck sinkt.
  • Sartane
    (Angiotensin-II-Antagonisten) Sartane sind eine Art Weiterentwicklung der ACE-Hemmer. Ihr Vorteil ist die relativ gute Verträglichkeit.

Neu festgestellter Bluthochdruck: Warum wird er nur langsam über mehrere Wochen abgesenkt?

Da ein hoher Blutdruck über Jahre entsteht und sich der Körper an die erhöhten Gefäßdrücke angepasst hat, sollte der Blutdruck auch nicht zu schnell wieder abgesenkt werden. Das langsame Absenken des Blutdrucks über Wochen mit einer behutsam steigenden Dosierung der Medikamente soll dem Körper erlauben, sich an die sich verändernden Druckverhältnisse anzupassen. Dies ist auch ein Grund dafür, dass Blutdruckmedikamente nicht von heute auf morgen abgesetzt werden dürfen.

Vor allem bei älteren Menschen kann eine zu schnelle Senkung des Blutdrucks zu Beschwerden führen. Menschen mit hohem Blutdruck können bei zu plötzlicher Drucksenkung möglicherweise unter Müdigkeit, Schwäche, Schwindel und Leistungseinbußen leiden. Daher gilt: Langsam aber sicher in Richtung "normaler Blutdruck".

Schnellkurs: Blutdruck-Medikamente

Wie lange muss man blutdrucksenkende Medikamente einnehmen?

Blutdrucksenkende Medikamente beseitigen nicht die Ursache des Bluthochdrucks, so dass mit der Beendigung der Tabletteneinnahme auch kein Einfluss mehr auf den Blutdruck zu erwarten ist, wenn die Risikofaktoren des Bluthochdrucks nicht bekämpft wurden.

Typische Faktoren sind z.B. Übergewicht, erhöhte Blutfette, eine Zuckerkrankheit, Rauchen und Bewegungsmangel. Wurden diese Risikofaktoren erfolgreich bekämpft, kann die Tablettendosis nicht selten irgendwann reduziert, manchmal auch ganz darauf verzichtet werden.

Sollte ich Tabletten gegen Bluthochdruck einnehmen, wenn ich mich gesund fühle?

Ja, wurde bei Ihnen ein Bluthochdruck (Hypertonie) festgestellt, der der medikamentösen Behandlung bedarf, ist die Einnahme der Tabletten wichtig, um Sie vor langfristigen Schäden am Herz-Kreislauf-System durch den Bluthochdruck zu schützen.

Warum bekomme ich manchmal Herzrasen von meinem Notfall-Spray?

Das ist eine Nebenwirkung der sogenannten Beta-2-Sympathomimetika, die in den meisten Asthma-Bedarfssprays enthalten sind.

Diese Substanzen wirken ähnlich wie das Stresshormon Adrenalin, wenn auch viel schwächer. Sie können damit potentiell den ganzen Körper in Alarmbereitschaft versetzen. Das kann in Einzelfällen zu Herzrasen, Zittern, Unruhe und Schlaflosigkeit führen.

Mein Blutdruckmedikament wirkt nicht. Was tun?

Zeigt ein Medikament zur Blutdrucksenkung keine Wirkung, kann der Arzt entweder die Dosis verändern, einen anderen Wirkstoff ausprobieren oder aber man greift auf Kombinationen mehrerer Wirkstoffe zurück. Eine gute Blutdruckeinstellung braucht ihre Zeit, seien Sie also nicht enttäuscht, wenn es nicht auf Anhieb funktioniert.

Was kann man tun, wenn trotz blutdrucksenkender Behandlung der Blutdruck morgens zu hoch ist?

Haben Sie trotz einer blutdrucksenkenden Therapie insbesondere morgens hohe Blutdruckwerte, wirken die Medikamente eventuell nicht lang genug.

Ihr Arzt kann die Behandlung entsprechend anpassen. Es kann auch schon ausreichen, die Medikamenteneinnahme auf den Abend zu verlegen.

Gewöhnt man sich an blutdrucksenkende Medikamente, so dass sie nicht mehr wirken?

Nein, ein Gewöhnungseffekt tritt bei Medikamenten zur Senkung des Bluthochdrucks nicht auf. Allerdings handelt es sich bei der medikamentösen Behandlung um keine ursächliche, sondern um eine symptomatische Behandlung.

Was ist besser gegen Bluthochdruck: ein einzelnes Medikament oder mehrere in Kombination?

Ob ein Einzelpräparat oder eine Kombination aus zwei oder mehr Wirkstoffen wirksamer ist, um den Blutdruck zu senken, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Die Empfehlung lautet grundsätzlich, zunächst die Möglichkeiten eines Einzelpräparates auszunutzen.

Höhere Dosis, mehr Nebenwirkungen

Doch gelingt dies nicht immer, denn manchmal muss die Dosis gesteigert werden, um eine optimale Wirkung zu erreichen. Höhere Medikamentendosen sind jedoch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen verbunden.

Kann man einfach die doppelte Menge an Medikamenten gegen Bluthochdruck einnehmen, wenn man sie vergessen hat?

Nein, auf keinen Fall sollte man Medikamente nachträglich einnehmen oder gar die doppelte Menge schlucken, wenn man sie vergessen hat und schon erhebliche Zeit seit dem versäumten Zeitpunkt vergangen ist. Sonst können gefährliche Nebenwirkungen auftreten.

Helfen Blutdrucksenker auch gegen Schlaganfall?

Klares Ja. Wenn Sie einen Bluthochdruck haben, ist die Blutdrucksenkung nicht nur wichtig, um einem Herzinfarkt und anderen Herzproblemen vorzubeugen. Auch das Risiko für einen Schlaganfall wird damit reduziert.

Nach Expertenansicht sollte jeder Blutdruck, der über 140 mmHg (oberer Wert) bzw. 90 mmHg (unterer Wert) liegt, behandelt werden. Wenn Sie einen Diabetes haben, gilt als Grenzwert sogar schon 130/80 mmHg, weil dann ohnehin ein erhöhtes Schlaganfallrisiko besteht.

Welches Blutdruckmedikament schützt am besten vor Herzinfarkt und Schlaganfall?

Alle gleich gut. Hauptsache, der Blutdruck wird mit den Tabletten gut kontrolliert. Das ist jetzt vielleicht ein bisschen vereinfacht zusammengefasst, aber im Prinzip stimmt es. Ob nun Betablocker, Entwässerungstabletten, ACE-Hemmer oder Kalziumblocker: Unterm Strich wirken sie alle ähnlich gut.

Welche blutdrucksenkenden Medikamente eignen sich bei Diabetes besonders?

Aufgrund der nierenschützenden Wirksamkeit gelten sogenannte ACE-Hemmer bei Menschen mit Diabetes als Medikamente der ersten Wahl, um den Blutdruck zu senken.

Auch Sartane haben eine nierenschützende Wirkung und sind deshalb bei Diabetes besonders geeignet. Daneben sind aber auch andere Wirkstoffe wie Betablocker, Kalziumantagonisten und Diuretika bei Diabetes wirksam.

Bluthochdruck aufgrund einer Schilddrüsenüberfunktion: Muss man dann normale blutdrucksenkende Medikamente einnehmen?

Manchmal werden zumindest vorübergehend Medikamente wie Betablocker verabreicht, insbesondere um die Herzfunktion bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zu normalisieren.

Im Vordergrund der Behandlung eines Bluthochdrucks, der auf eine andere Krankheit zurückzuführen ist, steht aber immer die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung.

Welche Hilfen gibt es, wenn ältere Menschen ihre Tabletteneinnahme gegen den hohen Blutdruck häufig vergessen?

Gerade ältere Menschen, die aufgrund verschiedener Erkrankungen manchmal eine Vielzahl von Tabletten einnehmen müssen, nehmen ihre Medikamente aus verschiedenen Gründen nicht immer zuverlässig ein.

Wenn das bei Ihren Angehörigen der Fall ist, sollten Sie versuchen, die Ursache in einem Gespräch zu klären. Manche Senioren denken, die Medikamente würden keinen entsprechenden Erfolg haben, sie befürchten vielleicht Nebenwirkungen oder empfinden die einzunehmenden Medikamente einfach als zu viele. Auch eine gewisse Vergesslichkeit kann natürlich eine Rolle spielen.

Wird die Tabletteneinnahme tatsächlich einfach nur immer wieder vergessen, hilft ein Medikamentenspender. Es gibt mittlerweile sogar digitale Medikamentenboxen mit Alarmfunktion und Uhr, damit die Einnahme nicht vergessen wird.


Nebenwirkungen der Blutdruck-Medikamente

Verursachen mehrere blutdrucksenkende Medikamente nicht mehr Nebenwirkungen als ein Einzelpräparat?

Nein, das ist nicht der Fall, zumal das Auftreten von Nebenwirkungen häufig mit der Höhe der Dosis zusammenhängt. Anstatt die Maximaldosis eines Medikaments zu verabreichen, wenn der Blutdruck noch nicht ausreichend gesunken ist, kann der Arzt möglicherweise ein zweites Präparat verschreiben.

Vorteil: Dann muss die Dosis des ersten Medikaments nicht erhöht werden.

Es gibt auch Kombinationspräparate, in denen die Dosis der Einzelwirkstoffe reduziert ist, so dass es sogar seltener zu Nebenwirkungen kommt.

Schlafstörungen, Potenzprobleme & Co.: Was muss ich bei Blutdruckmedikamenten beachten?

Können Blutdruckmittel eine Schlafstörung auslösen?

Ja, bestimmte Blutdruckmittel können zu Schlafstörungen führen. Das betrifft vor allem Betablocker und Alphablocker. Deutlich häufiger verschrieben werden erstere. Zu den Nebenwirkungen der insgesamt gut verträglichen Betablocker zählen Alpträume sowie Ein- und Durchschlafstörungen.

Rezeptoren-Blockade im Gehirn behindert das Schlafgeschehen

Die Ursache für die Schlafprobleme durch Betablocker ist wahrscheinlich eine gestörte Bildung des Schlafhormons Melatonin. Offenbar ist dafür die Blockade von Beta-Rezeptoren an Zellen der Zirbeldrüse im Gehirn verantwortlich.

Denn auch an diese Rezeptoren binden die eingenommenen Betablocker, die eigentlich die aktivierende Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin auf die Beta-Rezeptoren des Herz-Kreislauf-Systems hemmen und dadurch die Herzfrequenz und den Blutdruck niedrig halten sollen.

Kann ein Präparate-Wechsel helfen?

Ja, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wenn Sie den Verdacht haben, Ihr Blutdruckmittel könnte der Auslöser für Ihre Schlafstörung sein. Erhärtet wird dieser Verdacht natürlich, wenn sich die Schlafbeschwerden mit dem Beginn der Tabletteneinnahme oder bei einer Dosiserhöhung einstellen oder verstärken.

Erhöhen Blutdrucksenker die Sturzgefahr?

Gute Nachrichten für Patienten mit Bluthochdruck: Die Gefahr, durch die Einnahme von Blutdruckmitteln häufiger zu stürzen, scheint doch geringer zu sein als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine aktuelle US-amerikanische Studie (Lipsitz et al.).

Aufbau der Studie

Das Teilnehmerfeld bestand aus 598 noch zu Hause wohnenden Menschen mit zu hohem Blutdruck (über 140/90 mmHg) im Alter von 70 bis 97 Jahren. Bei ihnen wurden über ein Jahr lang alle Stürze erfasst.

Interessante Ergebnisse in der Detailanalyse

In der Gesamtbetrachtung fand sich kein Zusammenhang zwischen Stürzen und der Einnahme von Antihypertensiva. Interessant waren die Ergebnisse der Detailanalyse:

Demzufolge senkten Kalziumantagonisten das allgemeine und das häusliche Sturzrisiko signifikant. Für ACE-Hemmer galt dies für Stürze mit Verletzungsfolge. Die beobachtete Sturzverminderung war dosisabhängig, was den positiven Effekt untermauert. Antihypertensiva scheinen demnach das Sturzrisiko bei halbwegs gesunden Älteren in häuslicher Umgebung zumindest nicht relevant zu erhöhen.

Welcher Effekt steckt hinter diesen Ergebnissen?

Die schützende Wirkung der Kalziumblocker könnte möglicherweise mit der Hirndurchblutung erklärt werden. Bei Sturzpatienten war der Blutfluss im Gehirn verringert, unter Behandlung mit Kalziumantagonisten dagegen signifikant erhöht.

Potenzprobleme durch Blutdrucksenker, was nun?

Zunächst muss von einem Arzt ausgeschlossen werden, dass nicht andere Ursachen hinter den Potenzproblemen stecken. Ist tatsächlich der Blutdrucksenker die Ursache, kann eine Verringerung der Dosis eine mögliche Verbesserung mit sich bringen, noch eher aber der Wechsel auf ein anderes Präparat.

Auch das Gegenteil möglich: Blutdrucksenker als Potenzwunder?

Es gibt auch Blutdrucksenker, bei denen positive Effekte auf die Potenz nachgewiesen wurden, vor allem sogenannte Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (auch Sartane genannt). Hier fehlt es aber noch an größeren Studien, die das bestätigen.


Alternativmedizin

Gibt es auch alternative Behandlungsmethoden bei Bluthochdruck?

Etwas Wichtiges vorab: Bluthochdruck ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die ohne Behandlung gefährliche Schäden an unseren Organen verursachen kann und deswegen unbedingt behandelt werden muss. Dafür gibt es inzwischen viele und gut verträgliche Medikamente.

Die Blutdruckwerte hängen allerdings auch eng mit der eigenen Belastung im Alltag zusammen: Stress im Berufsleben, psychische Belastungen im Privatleben, all das kann auf Dauer den Blutdruck in die Höhe treiben. Es ist daher durchaus sinnvoll - neben der medikamentösen Behandlung - auch nach anderen Strategien zu suchen, um Ihren Blutdruck zu senken. Hier gibt es von Yoga bis zur Akupunktur ganz verschiedene Methoden:

Schnellkurs für alle Interessierten

Lässt sich ein hoher Blutdruck mit Akupunktur senken?

Positive Wirkungen der Akupunktur bei Bluthochdruck ließen sich tatsächlich nachweisen (Studie: Circulation 2007; 115: 3121-3129). Gerade bei gering erhöhten Blutdruckwerten kann sich ein Behandlungsversuch also lohnen.

Bei höheren Blutdruckwerten kann die Akupunktur gegebenenfalls mit einer medikamentösen Behandlung kombiniert werden. Allerdings muss man die Akupunktur kontinuierlich durchführen lassen. Deshalb ist bei dieser Behandlungsform ein erheblicher Zeitaufwand einzukalkulieren.

Kann man einen Bluthochdruck auch homöopathisch behandeln?

Vorsicht: Bei relevant erhöhten Blutdruckwerten sollten Sie auf die "konventionellen" Mittel nicht verzichten. Dafür ist die Gefahr schwerwiegender Gesundheitsschäden bei langanhaltendem Bluthochdruck viel zu groß.

Welche homöopathischen Mittel stehen zur Auswahl?

Bei gering erhöhten Blutdruckwerten kann man nach eigenem Ermessen sicher auch einen vorgeschalteten homöopathischen Behandlungsversuch starten. Möglicherweise ist in Verbund mit der Reduktion von Risikofaktoren ein Erfolg zu verzeichnen, so dass zunächst keine medikamentöse Blutdrucksenkung nötig ist.

Hilft Yoga gegen Bluthochdruck?

Wahrscheinlich hilft Yoga bei Bluthochdruck (Hypertonie), es schadet auf keinen Fall. Noch fehlen große Studien, viele kleinere weisen aber auf einen Nutzen hin.

Zusatznutzen bei Medikamenten

Auch wenn Sie bereits Arzneimittel gegen eine Hypertonie benötigen, kann Yoga helfen. 2013 wurde eine kleine Studie aus Schweden veröffentlicht, die den Einfluss auf den Blutdruck bei 83 Menschen untersuchte, von denen fast alle (92%) Tabletten nahmen.

Ein Drittel der Gruppe besuchte auch hier eine Yogaklasse, das zweite Drittel führte hingegen täglich eigenständig Yogaübungen zu Hause durch. Die dritte Gruppe erhielt keine Extratherapie. Blutdruck (Einzelmessungen) und Fragen zur Lebensqualität wurden am Ende miteinander verglichen.

Ergebnisse

Der diastolische (zweite) Wert besserte sich um ca. 4,4 mmHg bei denen, die täglich alleine Yoga zu Hause ausübten. Bei den Teilnehmern der Klasse hingegen zeigte sich in dieser Studie kein Effekt, schlechter wurde der Blutdruck aber nicht.

Kann Blutdruckhochdruck durch Aderlass behandelt werden?

Das Abzapfen von Blut wird auch Aderlass genannt und ist ein seit der Antike bekanntes medizinisches Heilverfahren. Später fand man heraus, dass das Blut-Abzapfen nur bei den wenigsten Erkrankungen wirklich etwas bringt. Aus diesem Grunde war es aus der modernen Medizin fast vollständig verschwunden.

Bewiesen ist wenig

Zurzeit erlebt das medizinische Abzapfen von Blut eine gewisse Renaissance, vor allem in der Behandlung des zu hohen Blutdrucks. Befürworter sind überzeugt, dass es hier dauerhafte Wirkung erzielen kann. Allerdings kann der Aderlass auch negative gesundheitliche Konsequenzen haben.

Es gibt eine neuere Studie aus dem Immanuel-Krankenhaus für Naturheilkunde in Berlin. Hier gab es zwei Gruppen: Die eine Gruppe bekam am Anfang und am Ende der Studie einen Aderlass, die andere nicht. In der ersten Gruppe sank der Blutdruck um rund 16 mmHg und damit deutlicher als in der Vergleichsgruppe. Die Studie ließ aber leider fast alle wissenschaftlichen Standards, die man für eine verlässliche Aussage benötigt, vermissen.

Gefährliche Nebenwirkungen?

Ja, es bleiben zahlreiche Nebenwirkungen und Gefahren zu bedenken. Zum Beispiel die Tatsache, dass manchmal der Blutdruck durch das Abzapfen von Blut viel zu stark absinkt, was zu Schwindel, Schwäche und Ohnmacht führen kann.

Wann ein Aderlass definitiv nicht in Betracht kommt

Außerdem gibt es zahlreiche Gegenanzeigen (Kontraindikationen) zu bedenken, z.B.:

  • Schwangerschaft
  • körperliche Schwäche (Kinder, ältere Menschen)
  • Flüssigkeitsmangel
  • Herzschwäche
  • Herzrhythmusstörungen
  • Durchfall
  • Infektionen

Fazit: Nicht zu empfehlen

Daher raten wir Ihnen, von der Therapie des Blutabzapfens bei Bluthochdruck lieber abzusehen – eine Umstellung der Lebensweise (vor allem gesündere Ernährung und Bewegung) und die vom Arzt verschriebenen Medikamente zeigen hier verlässlichere und kalkulierbarere Ergebnisse.


Ernährung

Was ist die beste Ernährung gegen Bluthochdruck?

Auch zu hoher Blutdruck hat etwas mit der Ernährung zu tun. Sogar eine ganze Menge. Vor allem auf zu viele tierische Fette sollte man verzichten.

Die Deutsche Hochdruckliga – das ist ein Verein, der sich der Bekämpfung des Bluthochdrucks verschrieben hat – fasste unlängst die Ernährungstipps zur Vorbeugung von zu hohem Blutdruck zusammen:

  • Ersetzen Sie tierische Fette wann immer es geht durch pflanzliche Fette. Also Pflanzenöle statt Butter und fettem Fleisch.
  • Essen Sie regelmäßig und reichlich Obst und Gemüse. Empfohlen wird eine Gesamtmenge von 1 Kilogramm pro Tag.
  • Auch Pellkartoffeln oder frische Fruchtsäfte können dazu beitragen, dass man auf ein Kilo kommt.
  • Essen Sie zweimal pro Woche Fisch. Nicht den aus der Dose, sondern am besten Seefisch.
  • Ernähren Sie sich mit reichlich Vollkornprodukten (statt Weißmehl).
  • Wenn Sie Fleisch essen, bevorzugen Sie fettarme Sorten.
  • Trinken Sie viel. Am besten Mineralwasser oder Gemüsesäfte. Alkohol so wenig wie möglich. Zum Thema Wasser hier noch eine skurrile Anekdote, die Sie aber bitte nicht vom Wassertrinken abhalten soll.
  • Nehmen Sie ausreichend sekundäre Pflanzenstoffe zu sich. Resveratrol aus roten Trauben, Quercetin aus Apfel und Zwiebel und Extrakte aus der Aroniabeere helfen, das Herz zu schützen. Studien haben gezeigt, dass eine Wirkung erst bei einer relativ hohen Dosierung zu erwarten ist. Zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung empfehlen wir eine ergänzende Einnahme einiger Naturstoffe. (Mehr dazu hier.)
Welche Lebensmittel senken, welche erhöhen den Blutdruck?

Wie viel Kochsalz darf ich mit Bluthochdruck noch zu mir nehmen?

Die Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßkrankheiten e.V. empfiehlt maximal eine Kochsalzmenge von sechs Gramm pro Tag. Der tägliche Bedarf des Menschen liegt weit darunter. Es reichen zwei bis drei Gramm pro Tag aus. Der durchschnittliche Konsum beträgt jedoch zehn bis zwölf Gramm täglich.

Dabei ist zu bedenken, dass wir viel verstecktes Kochsalz zu uns zu nehmen. In Wurstwaren, Gepökeltem oder eingelegtem Fisch ist Salz enthalten, auch Fertiggerichte enthalten viel Kochsalz. Darüber hinaus sollte auch bei Getränken auf den Kochsalzgehalt geachtet werden.

Ist Salz weniger blutdrucksteigernd, wenn ich mich bewege?

Ja, die Auswirkungen von Kochsalz auf den Blutdruck sind offenbar von der körperlichen Aktivität abhängig. Je mehr Bewegung, desto geringer sind die Auswirkungen einer salzreichen Ernährung.

Dies ergaben Untersuchungen der American Heart Association. Besonders Menschen, die sich wenig bewegen, reagieren auf eine salzhaltige Ernährung häufig mit einem Blutdruckanstieg. Deshalb ergänzen sich eine salzärmere Ernährung und sportliche Aktivität optimal, wenn es um die Senkung des Blutdrucks geht.

Erhöht Alkohol den Blutdruck?

Kurze Antwort, zu viel davon ja. Deswegen müssen Sie aber nicht vollständig abstinent leben. Aber die Alkoholmenge sollte bei Frauen nicht über 20 Gramm am Tag liegen und bei Männern nicht über 30 Gramm. Das entspricht etwa einem kleinen Glas Bier oder Wein. Trinken Sie am besten nur gelegentlich, nicht regelmäßig.

Wie viel Kaffee, Tee oder Cola darf man trinken, wenn man Bluthochdruck hat?

Kaffee, Tee Und Cola wirken individuell unterschiedlich, dies hängt auch von der Gewöhnung ab. Die Getränke haben jedoch häufig eine leicht blutdrucksteigernde Wirkung, so dass man den Konsum zumindest einschränken sollte.

Auf den Kaffee am Morgen oder Nachmittag müssen die meisten Menschen mit erhöhtem Blutdruckwerten aber nicht verzichten. Überprüfen Sie am besten einfach selbst, welche Auswirkungen der Kaffee oder Tee auf Ihren Blutdruck hat: indem Sie vor dem Genuss und eine oder zwei Stunden danach Ihren Blutdruck messen.

Darf ich mit hohem Blutdruck noch Lakritze essen?

Besser nicht. Bei Bluthochdruck sollte man auf Lakritze verzichten, rät der Bundesverband Deutscher Internisten. Der Grund: Lakritze erhöht über einen seiner Inhaltsstoffe selbst den Blutdruck.

Daneben kann Lakritze Herzrhythmusstörungen auslösen, weshalb auch Menschen mit Herzschwäche auf die schwarze Süßigkeit verzichten sollten.

Bereits 100 Gramm täglich sind kritisch. Vorsicht ist auch bei Präparaten mit Inhaltsstoffen aus der Süßholzwurzel (z.B. gegen Husten, Halsschmerzen oder Magenprobleme) geboten.


Sport und Bluthochdruck

Ist es gefährlich, mit einem hohen Blutdruck Sport zu treiben?

Im Normalfall ist Sport gut für den Blutdruck. Mit einer Ausnahme: Ist der Blutdruck bereits in Ruhe sehr hoch (diastolisch über 115 mmHg und systolisch über 180 mmHg), kann eine weitere Erhöhung des Drucks durch Sport zu Problemen führen. Deshalb sollte zunächst der Blutdruck gesenkt werden.

Bei Druckwerten darunter darf Sport in der Regel getrieben werden, es sei denn, es bestehen schwere Begleiterkrankungen etwa des Herzens. Grundsätzlich sollten Sie mit dem behandelndem Arzt gegebenenfalls durch entsprechende Belastungstests klären, inwieweit körperliche Belastung erlaubt ist.

Eigene Belastungsgrenze beachten

Grundsätzlich ist auch Wettkampfsport mit Bluthochdruck möglich. Wann jedoch die Belastungsgrenze erreicht ist, ist grundsätzlich mit dem behandelnden Arzt zu klären. Denn diese Grenze ist nicht von den Druckwerten in Ruhe, sondern auch von den erreichten Werten bei Belastung abhängig. Die Herz-Kreislauf-Reaktion ist in Belastungstests zu ermitteln. Darüber hinaus können Folgekrankheiten und andere Erkrankungen die Belastbarkeit herabsetzen. Deshalb sollte man niemals in Eigenregie an seine Grenzen oder gar darüber gehen.

Bungee-Jumping, Bergsteigen & Co.: Was ist noch erlaubt mit Bluthochdruck?

Sind Sportarten wie Bungee-Jumping, Drachenfliegen oder Fallschirmspringen bei Bluthochdruck erlaubt?

Bei diesen Sportarten steht weniger die körperliche als die psychische Belastung im Vordergrund. Stressreaktionen können den Blutdruck in die Höhe treiben. Bei Kopfübersprüngen kommt es außerdem zu Druckanstiegen im Kopfbereich.

Also lieber auf dem Boden bleiben?

Ja und nein. Ungeübten Menschen mit Bluthochdruck ist von derartigen riskanten Sportarten eher abzuraten. Geübte Sportler mit gut eingestelltem Blutdruck sind weniger gefährdet. Dennoch sollte man darüber in jedem Fall mit seinem Arzt sprechen.

Kann ich mit Bluthochdruck bergsteigen?

Ob nun Bergsteigen oder Mountain-Biking: Ist man in einer Sportart bereits geübt und der Blutdruck medikamentös gut eingestellt, kann auch der potenziell gefährliche Sport normalerweise weiter betrieben werden.

Worauf muss ich achten?

Voraussetzung ist eine ansonsten gute körperliche Verfassung. Sollten das nicht erfüllt sein, ist vor extremen körperlichen Belastungen eher abzuraten.

Lieber vorher einmal beim Arzt nachfragen

Beim Bergsteigen in großen Höhen ist mit einem Blutdruckanstieg zu rechnen. Bei geplanten Unternehmungen in großen Höhen sollte man deshalb zuvor den behandelnden Arzt befragen.


Bluthochdruck im Alltag

Wie eingeschränkt bin ich mit Bluthochdruck im Alltag?

Das Wichtigste beim Bluthochdruck ist es, die Blutdruckwerte stabil zu halten. Das mag jetzt auf den ersten Blick für manche Betroffene einschränkend klingen, aber in den meisten Fällen lässt sich vieles ganz einfach in den Alltag integrieren. Im Grunde geht es darum, Stress und hohe Belastungen zu vermeiden. Das heißt jetzt aber auf keinen Fall, dass Sie nichts mehr machen dürfen, ganz im Gegenteil. Im folgenden Schnellkurs haben wir für Sie kurz zusammengefasst, auf welche Kleinigkeiten Sie im Alltag achten sollten und was weiterhin alles erlaubt ist:

Arbeitsleben und Freizeit mit Bluthochdruck: Was muss ich beachten?

Welche Dinge im Berufsleben wirken sich negativ auf einen Bluthochdruck aus?

  • Stress
  • hohe Arbeitsbelastung
  • Arbeiten unter Zeitdruck und Schichtarbeit
  • anhaltende Konflikte und Überforderung

Wie gefährlich ist körperliche Arbeit?

Grundsätzlich ist gegen körperliche Arbeit bei Bluthochdruck nichts einzuwenden. Vorsicht ist allerdings geboten bei Tätigkeiten, die mit Pressen verbunden sind, denn dies führt zu Druckerhöhungen im Gefäßsystem. Außerdem werden Arbeiten in großer Hitze von Menschen mit Bluthochdruck oft nicht sehr gut vertragen.

Wobei kommt es zu schädlichem „Pressen“?

Das kann z.B. das Heben schwerer Lasten wie Möbelschleppen, Getränkekisten heben, Autoanschieben u.a. sein. Grundsätzlich sollten Sie bei allen Tätigkeiten, die kurzzeitig einen hohen Kraftaufwand erfordern (und damit kurzfristig zu einer Erhöhung des Blutdruckes führen), eher zurückhaltend sein.

Verstärkt Hitze die Wirksamkeit blutdrucksenkender Medikamente?

Ja, das ist vor allem bei sehr hohen Temperaturen möglich. Der blutdrucksenkende Effekt von Medikamenten kann dadurch verstärkt sein, weil Hitze für eine Erweiterung der Gefäße sorgt, so dass der Blutdruck ohnehin abfällt.

Was passiert, wenn der Blutdruck zu stark abfällt?

Mögliche Folgen sind Beschwerden wie Schwindel und Schwäche, insbesondere wenn der systolische Blutdruck unter den Wert von 110 mmHg sinkt oder es zu einer sehr starken Blutdrucksenkung kommt.

Darf ich mit hohem Blutdruck in die Sauna?

Grundsätzlich ja, Wärme erweitert die Blutgefäße, so dass der Blutdruck abfällt. Vorsicht ist aber auch hier wieder bei Saunagängen mit Blutdruckmedikamenten geboten, wegen der verstärkten Wirkung. Steigern Sie daher Dauer und Temperatur Ihrer Saunabesuche lieber langsam.

Sollte man bei einem längeren Aufenthalt in sehr warmen Ländern die Dosis der Blutdruckmedikamente reduzieren?

Ja, wenn Sie Blutdrucksenker einnehmen und sich längere Zeit in sehr warmen Gebieten wie etwa den Tropen aufhalten, ist möglicherweise eine verringerte Dosis der Blutdruckmedikamente ratsam.

Wie wirkt Kälte auf den Blutdruck?

Kalte Temperaturen treiben den Blutdruck in die Höhe, denn die Gefäße im Körper verengen sich. Die Folge: Im Winter lässt sich häufiger ein Bluthochdruck feststellen.

Dies kann für Menschen mit bereits hohem Blutdruck zu einer weiteren Druckerhöhung und damit größerem Krankheitsrisiko führen. Beeinflusst ist auch die Wirksamkeit blutdrucksenkender Medikamente. Im Winter wird nicht selten eine verminderte Wirksamkeit festgestellt.

Kann die Familie einen Angehörigen mit Bluthochdruck unterstützen?

Ja, denn Menschen mit Bluthochdruck müssen ihren Lebensstil oft umstellen, um ihren Blutdruck zu senken. Dazu gehört zum Beispiel eine veränderte Ernährung oder körperliche Bewegung und Sport. Wenn hier alle Familienmitglieder an einem Strang ziehen …

… und sich an einer gesunden ausgewogenen Ernährung, Bewegung und sportlichen Aktivitäten beteiligen, ist das die beste Unterstützung. Denn allein ist es sehr schwer, von jahrelangen Gewohnheiten abzulassen. Gemeinsam sind Ziele wesentlich einfacher zu verfolgen und die Familienmitglieder können sich gegenseitig motivieren.

Was ist ein Blutdruckpass?

Im Blutdruckpass stehen alle eingenommenen Medikamente und deren Dosierung. Er sollte stets, z.B. im Geldbeutel, mitgeführt werden. Der Grund: In einer Notfallsituation kann es für die behandelnden Ärzte wichtig sein, alle Medikamente und deren Dosierung zu kennen.


Quellen:

  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft
  • Lipsitz et al.: Reexamining the Effect of Antihypertensive Medications On Falls in Old Age. Hypertension 2015; 66: 183-189.
  • The SPRINT Research Group. A Randomized Trial of Intensive versus Standard Blood-Pressure Control. N Engl J Med 2015;373(22):2103-16.
  • Mancia G et al. 2013 ESH/ESC Guidelines for the management of arterial hypertension: the Task Force for the management of arterial hypertension of the European Society of Hypertension (ESH) and of the European Society of Cardiology (ESC). J Hypertens 31:1281-357.
  • Cushman WC et al. Effects of intensive blood-pressure control in type 2 diabetes mellitus. N Engl J Med 2010;362:1575-85.
  • SPRINT Trial Finds Lowering BP Target May Lower Rate of CV Events, All-Cause Mortality. Veröffentlichung des American College of Cardiology vom 09.11.2015. (www.acc.org; Zugriff am 09.09.2016)
  • Positionierung zur SPRINT-Studie: Hochdruckliga empfiehlt Senkung der Zielwerte für Risikopatienten. Stellungnahme der Deutschen Hochdruckliga vom 11.05.2016. (www.hochdruckliga.de; Zugriff am 09.09.2016)

Kommentare: Archiv

Bluthochdruck: Medikamenten-Unverträglichkeit
Freitag, den 08. März 2019 um 09:00 Uhr, Loipolder
Habe 2006 einen Herzinfarkt gehabt. Seit letztem Jahr leide ich unter Bluthochdruck. Habe bis jetzt 3 Medikamente ausprobiert und nicht vertragen. Hausarzt und Kardiologe sind der Meinung, dass ich mir das nur einbilde und sind genervt. Habe keine Lust mehr zum Arzt zu gehen. Kardiologe ist der Meinung, dass mein Blutdruck normal sei - bei 160! Ich habe ständig das Brummen im Kopf und Kopfschmerzen bis hin zu Schwindelanfällen, werde aber vom Kardiologen und Hausarzt nur belächelt.
 
Bluthochdruck
Mittwoch, den 11. April 2018 um 16:06 Uhr, Sonja
Der Beitrag, in dem Zonulin erwähnt wird, ist ja sehr interessant. Ich werde es mal verfolgen. 
Nun zu mir: 
Seit einem Monat habe ich plötzlich starke Kopfschmerzen im Stirnbereich. Morgens ist es am schlimmsten. Jeden Morgen denke ich darüber nach, ins Krankenhaus zu gehen. Ich war in Panik. Ich leide zwar an Migräne, habe HWS-Probleme und auch manchmal Spannungskopfschmerzen. Doch das hier war/ist anders. In völlig entspanntem Zustand maß ich meinen Blutdruck: 180 (systolisch). Ich maß ihn einige Tage lang. 
Heute Morgen, bei extremen Kopfschmerzen, war er im Liegen bei 120/80. Das ist für die Liegeposition zwar "hoch", aber eben nicht zu hoch. Im Sitzen lag der systolische Wert bei 138, nach längerem Stehen sogar bei 110. Trotz dieser verwirrenden Blutdrucksituation, habe ich heute den ersten Betablocker meines Lebens eingenommen. Und die Schmerzen sind geringer. Deutlich, wenn ich mich kopfüber bücke. 
Und noch was zur Kälte: Die Kopfschmerzen wurden unerträglich stark, als ich - auf dem Weg zum Arzt - mit dem Fahrrad durch die kalte Morgenluft (7-10 Grad) radelte. Das Gefühl auf der Stirn war extrem übel. Tja, und nun lese ich die Infos zu Bluthochdruck/Kälte und es "fällt mir wie Schuppen von den Augen". Ich bin sehr gespannt, ob es mir morgen früh besser geht. 
Ich versuche auch, informatives beizusteuern: Auch HWS-Probleme (Arthrose, Bandscheibenvorfälle, Fehlstellungen) können zu Hochdruck führen. Ich habe noch einen Termin für eine Ultraschall-Untersuchung der HWS-Arterien. 
Eine wunderbare Webseite. Oftmals, wenn ich recherchiere, lande ich hier. Wirklich gut gemacht. Ärzte haben nicht die Zeit, Patienten all diese Details zu erklären...
 
Anfrage von Herrn Robert Schmidt
Dienstag, den 19. Dezember 2017 um 02:41 Uhr, Damerau Marlis
Ihren Artikel könnte ich geschrieben haben. Wäre beinahe gestorben an der Dosis Blutdruckmittel, die ich nehmen sollte. Wurde 3x mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren. Zum Glück habe ich einen wunderbaren Arzt, Allgemeinmediziner, der laufend Weiterbildung macht. Vom Spezialisten wurde ich nicht ernst genommen. 
Mein Hausarzt dagegen, ließ unter vielen anderen Laborabklärungen auch das Zonulin im Blut testen. Es war sehr erhöht, was auf eine durchlässige Darmschleimhaut (Dünndarm) schliessen ließ. Daraufhin musste ich eine Diät einhalten; ca. 1 Jahr lang. 
Das heißt: Kein Zucker, kein Weizen und keine Milchprodukte. Bereits kurz nach Beginn, hat sich mein Blutdruck normalisiert, ich hatte nie mehr Blutdruckattacken von 220/120 und brauche keine Medikamente mehr. 
Die Diät ist nicht schlimm. Man kann so viel essen: Reis, Kartoffeln, Mais, Gemüse, Früchte, Schaf- und Ziegenmilchprodukte. Bedingt durch die Diät, fließt kein Gift ungefiltert durch die Darmwand. Wie die erneuten Laboruntersuchungen ergaben, hat sich der Darm erholt.
 
Blutdruck und Kälte
Dienstag, den 25. Juli 2017 um 08:46 Uhr, Herbert Schmidt
Bin 83, fühle mich gesund und mache täglich meine Runde auf dem Fahrrad (außer die letzten 2 Tage), hatte vor einem Jahr Infarkt + 3-Bypass + (Nov) Defibrillator. Soll Betablocker, Votum (Blutdruck-Senker), Entwässerer und ASS 100 schlucken. Betablocker (2,5mg) (und die anderen Pillen) vor 4 Wochen eingestellt, da ich immer schwächer wurde, da der Puls stur auf ca. 72 blieb, selbst wenn ich vor Anstrengung auf dem Rad am Berg absteigen musste - und Schwitzen, wahnsinnig, und immer schwächer. 
Seit dem Absetzen ist der Puls wieder normal, Füße wurden sogar warm (!), Kräfte kommen langsam wieder zurück, Blutdruck-Senker habe ich ebenfalls eingestellt, da Nebenwirkung dicke Fußknöchel waren. Entwässerung eingestellt, da Fußknöchel jetzt schlank sind und der Blutdruck meistens um die 135/75 liegt. Aber: manchmal (wie heute) schießt der Blutdruck auf 200/110 hoch. Kein Grund zu erkennen. Nitro wirkt sofort, aber nicht lange, und ist mir unheimlich. 
Ich finde keine Ursachen für diese „Ausreißer“, aber in den letzten 4 Wochen hatte ich ca. 3 Mal solche Ausreißer, dann am nächsten Tag war wieder alles ok. Ich haue den Blutdruck dann nach einiger Zeit mit Nitro runter und setze mich ruhig in eine Ecke. 
Mir macht das Sorge, denn mit keinem Arzt kann man darüber sachlich reden; es kommen immer nur vorgestanzte Aussagen. Bin Ingenieur und will das WARUM wissen, nicht nur mit dem Hammer auf die Symptome einschlagen. Morgen früh habe ich ein Belastungs-EKG, aber ich weiß nicht, ob ich zugeben werde, dass ich die Medikamente nicht mehr nehme, denn die Nebenwirkungen waren zu massiv. Siehe Puls etc. 
Ärzte scheinen einen Hörschaden zu haben, hören nie zu und werden rabiat, wenn z.B. man gelegentlich unverständliches Fachchinesisch erklärt haben will. Ich fühle mich alleine gelassen. Nebenbei: ich nehme seit Mitte März wieder g-Strophantin (gab es längere Zeit nicht mehr zu kaufen, Ernteausfall), Interessant ist morgen für mich dabei! 
Meine Herzkapazität: Juli16 = 30%, Nov 16 = 25%, Ende April 17 = 45%. Über g-Strophantin darf ich bei den Ärzten auch lieber nicht reden! 
Herbert Schmidt
 
Erhöhter Blutdruck durch Kälteeinbruch
Mittwoch, den 09. November 2016 um 15:15 Uhr, Ganriela Catania
Ich leide unter Bluthochdruck und nehme Betablocker. Solange es mild war, brauchte ich nur die normale Dosis. Jetzt ist es ziemlich kalt, und mein Blutdruck fällt kaum auch nicht mit den Tabletten. Ich fühle mich elend und verkrampft.
 
Sport machen
Mittwoch, den 12. August 2015 um 14:43 Uhr, Di Horn
Ich nehme derzeit Blutdrucksenker. Ein konkreter Auslöser konnte nicht gefunden werden. Abnehmen tue ich von alleine, da ich keinen Hunger mehr verspüre. Sport kann ich nicht treiben, da die Medikamente mich total ausbremsen. Ich bin nicht mehr belastbar und kann nicht mal mit dem Hund raus. Wie soll man da nur wieder hoch kommen?
 
Nebenwirkung von Blutdrucksenkern
Dienstag, den 17. März 2015 um 19:38 Uhr, fueting
Übergewicht abbauen und mehr bewegen wird aber durch die Nebenwirkung von bestimmten Blutdrucksenkern unmöglich gemacht.
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