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Blutdruck messen und Bluthochdruck-Diagnostik

Wie oft muss der Blutdruck gemessen werden? Wann macht es Sinn, sein eigenes Blutdruckmessgerät zuhause zu haben? Und in welchen Fällen ist eine Langzeitmessung über 24 Stunden notwendig? Im folgenden Beitrag beantworten wir alle Fragen zu diesem Thema.

Bluthochdruck erkennen

Wie wird ein Bluthochdruck festgestellt?

Jeder kennt die Untersuchung, bei der eine Manschette um den Oberarm gelegt und dann aufgepumpt wird. So simpel ist die Blutdruckmessung.

Bluthochdruck – oft unbemerkt

Dabei ist es gar nicht so einfach, Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonie) überhaupt aufzuspüren. Oft haben Betroffene nämlich keinerlei Beschwerden und lassen sich daher ihren Blutdruck auch nicht messen. Noch immer sind sich 20% aller Hypertoniker ihrer Erkrankung nicht bewusst.

Der erste Schritt liegt also darin, den Blutdruck überhaupt zu messen. Zeigt die Kontrolle erhöhte Werte, müssen weitere Untersuchungen erfolgen. Ein einzelner erhöhter Wert reicht noch nicht aus, um eine Hypertonie sicher zu diagnostizieren.

Weitere Untersuchungen

Wenn mehrere Einzelzahlen auf einen Bluthochdruck hinweisen, wird in der Regel eine 24-Stunden-Langzeitmessung durchgeführt, bei der die Werte einen Tag lang halb- oder gar viertelstündlich automatisch kontrolliert werden. Auch ein Belastungs-EKG, bei dem unter definierter körperlicher Anstrengung der Druck regelmäßig gemessen wird, kann weitere Anhaltspunkte für die Diagnose Hypertonie liefern.

Skurrile Einheit: Woher kommt das mmHg?

Was bedeutet bei der Blutdruckmessung mmHg?

Das ist die Maßeinheit, in der der Blutdruck gemessen wird. Das "mm" steht für Millimeter, Hg für das chemische Element Quecksilber. Es handelt sich um eine historische Druckeinheit aus dem 17. Jahrhundert, die aber aus irgendeinem Grund alle modernen physikalischen Entwicklungen unbeschadet überstanden hat.

Welches Prinzip steckt dahinter?

Die Erklärung, wie man mit mmHg den Blutdruck misst, ist kompliziert, wir versuchen es trotzdem einmal etwas anschaulicher zu erklären:

1 mmHg entspricht dem statischen Druck, den eine 1 mm hohe Quecksilbersäule ausübt. Die Einheit wird als Millimeter-Quecksilbersäule oder auch als Torr benannt. Das Torr leitet sich vom Italiener Evangelista Torricelli ab, der Assistent bei Galileo Galilei war. Er erfand im 17. Jahrhundert das Quecksilberbarometer, nachdem er die zugrundeliegenden physikalischen Zusammenhänge entdeckt hatte.

Wird diese Einheit häufiger verwendet?

Nein, die mittlerweile historische Druckeinheit wird heute fast nur noch in der Medizindiagnostik gebraucht, vor allem zur Angabe des Blutdrucks und des Augeninnendrucks. Auf Druckmessgeräten (Manometern) wird teilweise eine Parallelskala mit mmHg und Pa (Pascal) angezeigt. Es gilt: 1 mmHg = 133,322 Pa = 0,00133 bar.


Blutdruck selber messen

Wann sollte ich meinen Blutdruck selber messen?

Bei der Blutdruckselbstmessung empfehlen sich regelmäßige Messungen am besten nach Absprache mit dem behandelnden Arzt. Sinnvoll kann etwa eine zweimal tägliche Messung am Morgen und am Abend sein.

Zu oft messen hat keinen Vorteil

Eine häufiger als drei- bis viermalige Messung pro Tag ist nicht sinnvoll. Wichtig ist, dass man immer etwa zur selben Zeit unter denselben Bedingungen den Blutdruck misst. Es ist also nicht sinnvoll, einmal den Blutdruck in Ruhe zu messen und ein anderes Mal nach dem Sport oder dem Wohnungsputz, denn dann kommen zwangsläufig sehr unterschiedliche Messwerte heraus.

Beachten Sie außerdem:

  • Vor der Messung keine Medikamente einnehmen und keinen Kaffee oder Alkohol trinken, da dies die Werte beeinflussen kann.
  • Vor der Messung mehrere Minuten Pause einhalten, um auch wirklich Ruhewerte zu ermitteln.
  • Vor der Tabletteneinnahme messen, um den Behandlungserfolg zu überprüfen.

Das richtige Blutdruckmessgerät für Zuhause

Welche Typen von Messgeräten für den Blutdruck gibt es?

Es gibt zwei mögliche Verfahren, die beiden Werte des Blutdrucks zu ermitteln.

  • auskultatorische Methode
  • oszillometrischen Methode

1. Auskultatorische Methode:

Hierbei werden die Geräusche der Blutströmung an der Armschlagader mit dem Stethoskop abgehört. Dieses Verfahren wenden die meisten Arztpraxen und Krankenhäuser an, denn es ist sehr genau. Zuhause ist dies schwer anzuwenden, weil man diese Methode nicht allein durchführen kann.

2. Oszillometrische Methode:

Geräte zur Selbstmessung sind in der Regel mit der oszillometrischen Methode ausgestattet. Hierbei misst eine Sensorik die Schwingungen elektronisch, die durch das fließende Blut an der Wand des Blutgefäßes ausgelöst werden. Dieses Verfahren ist etwas ungenauer als das auskultatorische, aber einfacher handzuhaben.

Praktische Geräte für Zuhause

Es gibt viele vollautomatische Blutdruckmessgeräte. Der Manschettendruck wird per Knopfdruck ausgelöst und das Ablassen des Drucks erfolgt dann automatisch. Meist werden dann nicht nur der systolische (obere) und der diastolische (untere) Wert des Blutdrucks angezeigt, sondern auch der Puls.

Wie komme ich an ein gutes Blutdruckmessgerät?

Sie können ein entsprechendes Gerät in der Apotheke, im Sanitätshaus oder online erstehen. Seien Sie vorsichtig mit Geräten aus Supermärkten oder dem Internet, wenn Sie deren Qualität nicht genau überprüfen können. Laut Stiftung Warentest ist bei jeder 4.-6. Messung mit falschen Ergebnissen zu rechnen.

Was muss ich noch beim Kauf bedenken?

Achten Sie auch darauf, dass das Gerät den neuesten Standards entspricht. Es gibt auch Apparate, die bis zu 200 Werte abspeichern können, um den Verlauf des Blutdrucks zu dokumentieren. Wenn das Gerät eine USB-Schnittstelle hat, ist es in der Arztpraxis einfacher, die Messungen zu übernehmen.

Können Probleme bei der Blutdruckmessung auftreten?

Ja, wenn Sie z.B. Herzrhythmusstörungen haben, kann das Messen problematisch sein, weil dieser von Herzschlag zu Herzschlag stark schwanken kann.

Im Falle von Vorhofflimmern sollten Sie den Blutdruck drei Mal messen und anschließend den Durchschnittswert bilden. Es gibt Apparate, bei denen Sie das automatisch anwählen können.

Was gilt es noch zu beachten?

Sie sollten auch darauf achten, dass das Gerät einen unregelmäßigen Puls erkennt und anzeigt, wenn die Messung aus diesem Grunde nicht verlässlich ist. Am besten lassen Sie sich die Handhabung des Geräts in der Apotheke oder in der Arztpraxis zeigen. Auch können Sie dort durch Vergleichsmessungen testen, ob Ihr Gerät verlässliche Werte liefert.

Welches Blutdruckmessgerät soll mir für Zuhause anschaffen?

Das ist gar nicht so leicht zu entscheiden. Prinzipiell können Sie zwischen Oberarm- und Handgelenkgeräten wählen. Bei den Manschetten für den Oberarm werden unterschiedliche Größen angeboten. Der Umfang sollte dabei zu Ihrem Oberarm passen. Zu enge oder weite Manschetten führen zu verfälschten Werten.

Warum gibt es unterschiedlich breite Blutdruckmanschetten?

Die Breite der Blutdruckmessmanschette muss dem Umfang des Oberarmes angepasst sein, damit die richtigen Messwerte ermittelt werden können. Deshalb ist vor dem Kauf eines Blutdruckmessgerätes die Messung des Oberarmumfangs wichtig.

Die richtige Manschette für Ihren Oberarm:

  • Oberarmumfang < 33 cm: 13 cm / 24 cm (Breite / Länge der Manschette)
  • Oberarmumfang 33-41 cm: 15 cm / 30 cm (Breite / Länge der Manschette)
  • Oberarmumfang > 41 cm: 18 cm / 36 cm (Breite / Länge der Manschette)

Siegel der Deutschen Hochdruckliga

Auch auf die Qualität des Gerätes sollten Sie Wert legen, denn nicht alle automatischen Messgeräte arbeiten ausreichend genau. Die Deutsche Hochdruckliga prüft regelmäßig verschiedene Geräte auf Qualität und Messgenauigkeit und vergibt Prüfsiegel.

Nach welchen Kriterien werden die Messgeräte geprüft?

Damit ein Gerät ein Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga erhält, wird es an 95 Probanden getestet. Dabei wird der Blutdruck mit dem zu testenden Gerät automatisch gemessen. Die Ergebnisse werden dann manuell, also auf die herkömmliche Art, von zwei unabhängigen, gut geschulten Personen kontrolliert.

Worauf muss ich beim Messen selbst achten?

Bei der Selbstkontrolle des Blutdrucks zu Hause ist zudem wichtig, dass Sie die Manschette beim Messen auf Herz- bzw. Brusthöhe anlegen. Bei Oberarmgeräten ist dies meist automatisch der Fall, bei Handgelenkmanschetten müssen Sie hierauf etwas genauer achten. Eine Höhe ober- oder unterhalb des Herzens verfälscht sonst die Werte.


An welchem Arm muss ich den Blutdruck messen?

Zunächst sollte einige Male an beiden Armen der Blutdruck gemessen werden, denn nicht selten unterscheiden sich die gemessenen Werte.

Bei Seitendifferenz an der Höhe der Werte orientieren

Handelt es sich um eine Seitendifferenz im Normbereich (Unterschiede des oberen Wertes zwischen rechts und links bis 20 mmHg), sollte man immer an dem Arm gemessen, der die höheren Werte ergibt. Bei größeren Seitendifferenzen muss die Ursache untersucht werden. Denn es gibt Gefäßerkrankungen, die zu einer geringeren Durchblutung eines Arms führen, was niedrige Blutdruckwerte erklären könnte.

Studie bestätigt: Aufpassen bei größeren Unterschieden

Aus zusammenfassenden Daten verschiedener Studien ergab sich folgendes: Bei Personen, bei denen zwischen den Armen eine Blutdruck-Differenz von 10 mmHg bestand, war die Wahrscheinlichkeit für eine arterielle Verschlusskrankheit deutlich erhöht. Lag der Unterschied gar über 15 mmHg, war auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht.

Um 70% erhöhtes Risiko für tödlche Herz-Kreislauf-Probleme

Das bedeutet unterm Strich ein um 70% vermehrtes Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Dabei macht es im übrigen keinen Unterschied, welcher Arm den höheren bzw. niedrigeren Wert zeigt (Quelle: The Lancet, s.u.)

Einige Ärzte fordern, das Messen an beiden Armen zur Routineuntersuchung zu machen, um frühzeitig diejenigen Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme zu identifizieren. Bisher wird der Blutdruck fast immer nur an einem Arm gemessen.

Was bedeuten schwankende Blutdruckwerte?

Warum ist mein Blutdruck beim Arzt höher als zuhause?

Ist der Blutdruck bei der Messung in der Arztpraxis oder im Krankenhaus höher als zuhause, liegt das häufig daran, dass man in der Arztpraxis nicht zur Ruhe gekommen ist. Ursache kann zum einen eine nach Eintreffen in die Praxis zu frühe Messung des Blutdrucks sein.

Zum anderen aber auch die emotionale Erregung aufgrund des Arztbesuchs. Bei letzterem spricht auch von "Weißkittelbluthochdruck". Als Ärzte können wir Ihnen sagen: Das ist zuviel des Respekts.

Fazit: In der häuslichen Umgebung ist man ruhiger, weshalb die Blutdruckwerte durchschnittlich niedriger sind. Der Unterschied kann 5 bis 10 mmHg betragen.

Kann es auch sein, dass der Blutdruck zuhause höher ist als beim Arzt?

Ja, das ist zwar selten, aber möglich. Man nennt das einen "maskierten Bluthochdruck" (weil er sich beim Arzt "versteckt"). Er ist ein Hinweis auf erhöhte Krankheitsrisiken des Herz-Kreislauf-Systems. Gerade dann also ist die abermalige Kontrolle beim Arzt sehr wichtig.

Handelt es sich um einen Bluthochdruck, wenn die Blutdruckwerte am Tag stark schwanken?

Bei manchen Menschen schwankt der Blutdruck, so dass sie im Verlauf des Tages manchmal recht hohe Werte und dann wieder niedrigere Werte haben. Diese Schwankungen sagen für sich genommen noch nichts darüber aus, ob ein Bluthochdruck vorliegt.

Eine Langzeitblutdruckmessung gibt Aufschluss

Ob es sich um normale Blutdruckschwankungen oder behandlungsbedürftige hohe Blutdruckwerte handelt, muss im Zweifel eine Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden klären. Diese kann vom Hausarzt veranlasst werden.

Sollte ich ein Blutdruck-Tagebuch führen?

Die Dokumentation der Blutdruckwerte bei der Selbstmessung zuhause ist vorteilhaft, denn so kann sich der behandelnde Arzt rasch einen Überblick über die Entwicklung des Blutdrucks unter der Behandlung verschaffen. Auch ein Anstieg des Blutdrucks ist frühzeitig erkennbar, so dass schneller Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden können.

Man selbst kann erkennen, welche Maßnahmen oder Verhaltensänderungen sich positiv auf den Blutdruck auswirken und welche den Druck eher in die Höhe treiben. Wichtig ist aber die Beobachtung über längere Zeiträume, da sich innerhalb kurzer Zeit oft kaum etwas verändert.


Blutdruckkrisen

Wann ist der hohe Blutdruck ein Notfall?

Den Notarzt sollten Sie auf jeden Fall verständigen, wenn der Blutdruck anhaltend stark erhöht ist (z.B. auf über 200/120) und gleichzeitig Brustschmerzen und Atemnot auftreten. Dies kann eine Hochdruckkrise (hypertensive Krise) oder eine andere gefährliche Komplikation sein, die eine Therapie im Krankenhaus erfordert. Dies gilt übrigens auch dann, wenn der Blutdruck plötzlich stark fällt.

Schwere Krise mit Bluthochdruck – Symptome wie ein Schlaganfall

Auch Symptome, die an einen Schlaganfall erinnern, sind sehr verdächtig, vor allem bei Lähmungserscheinungen. Wenn durch den zu hohen Blutdruck die Hirndurchblutung nicht mehr richtig funktioniert, können verschiedene Symptome auftreten:

  • Schwindel
  • starke Kopfschmerzen
  • Lähmungserscheinungen
  • Sehstörungen
  • Störungen des Bewusstseins
  • Krampfanfälle
  • Übelkeit

Immer zum Arzt!

Wichtig: Wenn Sie feststellen, dass Ihre gesundheitliche Krise wahrscheinlich mit dem Bluthochdruck zusammenhängt, sollten Sie diesen nicht selbsttätig zu therapieren versuchen (z.B. mit einer zusätzlichen Tablette). Der Grund: Wenn der Blutdruck stark steigt und Symptome hervorruft, müssen in einer Klinik bestimmte Notfallmedikamente gegeben werden, die den Bluthochdruck langsam senken. Denn durch eine zu schnelle Blutdrucksenkung kann ebenfalls der Organismus geschädigt werden.

Der Blutdruck ist viel zu hoch, zeigt aber keine Symptome

Wenn der Bluthochdruck viel zu hoch ansteigt, aber keine Beschwerden verursacht, messen Sie nach 30 Minuten noch einmal. Wenn der Blutdruck nicht nachgelassen hat, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Klären Sie auch alle möglichen Ursachen:

  • Haben Sie vielleicht Ihr Blutdruckmedikament vergessen einzunehmen?
  • Haben Sie eine starke Anspannung, Angst oder Erregung erlebt?
  • Nehmen Sie MAO-Hemmer (gegen Depressionen) oder andere Mittel, die den Blutdruck steigen lassen?
  • Nehmen Sie Drogen (z.B. Amphetamine oder Kokain)?
  • Haben Sie eine Nierenschädigung, Störungen im Hormonhaushalt oder sind Sie schwanger?

Blutdruck-Langzeitmessung

Wie funktioniert die Langzeit-Blutdruckmessung?

Mit dieser Methode wird Ihr Blutdruck mit einem tragbaren Aufzeichnungsgerät über 24 Stunden aufzeichnen. In diesem Zeitraum erfolgen durch das Gerät automatisch Blutdruckmessungen in regelmäßigen Abständen, das hat den Vorteil, dass nicht nur ein einzelner Wert gemessen wird. Sondern der Arzt hat die Möglichkeit Ihren Blutdruck über einen längeren Zeitraum und bei unterschiedlichen Aktivitäten in Ihrem Alltag zu beurteilen. Die Aussagekraft einer Langzeitmessung ist damit wesentlich höher als eine einzelne Blutdruckmessung zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Blutdruckmessung über 24 Stunden für zu Hause

Eine Langzeit- oder 24-Stunden-Blutdruckmessung können verschiedene Ärzte durchführen. Hierzu gehören Hausärzte, Internisten, Kardiologen und viele andere. Meist müssen Sie vormittags in die Praxis kommen, um das Gerät abzuholen, und es am Folgetag morgens wieder zurückbringen.

 Blutdruckmanschette und Messcomputer

    Das erwartet Sie bei einer Langzeitmessung:

    Woher bekomme ich mein Messgerät?

    Den Blutdruckapparat erhalten Sie vor Ort in Ihrer Praxis. Dort wird Ihnen die Manschette auch direkt an einen Ihrer beiden Oberarme angelegt, in der Regel an den linken Arm. Ein Kabel führt um Ihre Schultern, hinter Ihrem Nacken herum auf die andere Körperseite. Am Kabelende ...

    … ist ein kleiner Computer befestigt, der die Messungen ausführt und die Ergebnisse speichert. Sein Gehäuse wird mit einer Art Gürtel oder Schlaufe am Oberkörper oder der Hüfte befestigt.

    Wie oft misst das Gerät meinen Blutdruck?

    Das Gerät misst tagsüber meist im Rhythmus von 15 min, nachts dann alle 30 Minuten. So entsteht ein relativ klares Bild von der Blutdrucksituation. Die Langzeitmessung ist deshalb sehr gut zur Überwachung bei Bluthochdruck und zur Aufdeckung von Blutdruckspitzen bei sonst eher normalen Werten geeignet.

    Was ist ein Blutdrucktagesprofil?

    Ein Blutdrucktagesprofil ist die Messung des Blutdrucks über mindestens 24 Stunden. Es handelt sich damit um eine Langzeitblutdruckmessung.

    Welche Werte werden in einem Blutdrucktagesprofil ermittelt?

    Hierbei wird unter anderem der Mittelwert des Blutdrucks über die 24 Stunden errechnet. Dieser sollte nach den Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga und der Deutschen Hypertonie Gesellschaft nicht mehr als 130/80 mmHg betragen.

    Auch für Tag und Nacht werden die Durchschnittswerte ermittelt

    • Der Tagesdurchschnitt sollte 135/85 mmHg nicht überschreiten.
    • In der Nacht gelten Blutdruckwerte von 120/75 mmHg als Grenze.

    Worauf muss ich während der Messung achten?

    Wichtig für die Ermittlung der Durchschnittwerte sind ausreichend viele einzelne Messwerte, um auch wirklich alle Blutdruckschwankungen zu erfassen. Deswegen sollten Sie während der 24-Stunden-Messung regelmäßig überprüfen, ob das Gerät auch ordnungsgemäß den Blutdruck misst.



    Diagnostik beim Arzt

    Was untersucht der Arzt bei Verdacht auf Bluthochdruck zusätzlich?

    Wenn Sie zu hohen Blutdruck haben oder zumindest der Verdacht besteht, wird als erste Untersuchung in der Regel die oben genannte Langzeitmessung über 24 Stunden durchgeführt. Aber für das weitere Vorgehen müssen oft noch weitere Faktoren abgeklärt werden.

    So wird der Arzt beispielsweise feststellen wollen, ob der hohe Blutdruck eine eigenständige Erkrankung ist (primärer Bluthochdruck), oder ob er auf eine andere Erkrankung zurückzuführen ist (sekundärer Bluthochdruck). Der primäre Bluthochdruck ist die weitaus häufigere Form.

    Blutabnahme, EKG & Co.: Was kommt beim Arztbesuch auf mich zu?

    Wie läuft der Arztbesuch ab?

    In der Regel wird Ihnen zunächst Blut abgenommen und ein EKG geschrieben. Dem können sich dann je nach vermuteter Ursache des Arztes noch weitere Untersuchungen wie Urin-Status, ein Ultraschall von Herz und Gefäßen oder eine Angiografie anschließen.

    Warum wird das alles untersucht?

    • Wenn eine Verengung der Arterien der Nieren die Ursache für den Bluthochdruck ist, kann eine solche oft mit dem Stethoskop gehört werden.
    • Auch die Untersuchung von Blut und Urin kann sinnvoll sein. Wenn Sie zu viel Eiweiß im Urin haben, deutet dies auf eine Erkrankung der Nieren hin.
    • Wenn hormonelle Ursachen ausgeschlossen werden sollen, werden die Hormone der Nebennieren im Blut oder im Urin geprüft.

    Folgende Blutwerte werden meist bestimmt:

    • Cholesterin und Triglyceride
    • Nierenwerte
    • Salzgehalt (Natrium)
    • Blutzucker
    • Harnsäure
    • Hormone

    Im Falle einer Urin-Untersuchung werden dort folgende Parameter gemessen:

    • Eiweiß
    • Zucker
    • spezielle Harnbestandteile

    Elektrokardiogramm (EKG)

    Das EKG kennt fast jeder. Es zeigt die elektrischen Ströme des Herzens an. Dazu werden Elektroden auf die Brust geklebt und dann eine Weile gemessen.
    Der Arzt erkennt am EKG, ob das Herz möglicherweise durch den Bluthochdruck schon geschädigt ist oder ob Durchblutungsstörungen vorliegen.

    Ultraschall (Sonographie, Echokardiographie)

    Die Ultraschalldiagnostik kennen die meisten von Untersuchungen am Bauch oder von Schwangerschaften. Man kann aber auch das Herz mit Ultraschall messen. Dafür sind spezielle Geräte notwendig, die das Herz in Bewegung darstellen (Echokardiographie).

    Um Folgeschäden des Bluthochdrucks auszuschließen, werden aber über eine Ultraschalluntersuchung des Bauchs meist auch die Nieren untersucht.

    Angiographie

    Die Angiographie ist im Prinzip eine bildliche Darstellung der Blutgefäße. Dafür wird radioaktives Kontrastmittel gespritzt und danach mit einem Röntgengerät der Blutfluss dargestellt. Gefährliche Gefäßveränderungen werden so gut sichtbar. Werden speziell die Herzkranzgefäße dargestellt, spricht man von Koronarangiographie.


    Hintergrund dieser vielen Untersuchungen ist die Ermittlung der genauen Ursache und eventuell vorliegender Risikofaktoren, die bei Ihnen vorhanden sind. So kann Ihr Arzt die optimale Behandlungsstrategie für Sie erarbeiten, damit Sie durch den Bluthochdruck gesundheitlich möglichst wenig eingeschränkt sind.

    Quellen:

    • The Lancet, doi:10.1016/S0140-6736(11)61710-8.

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