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Blutdruck messen und Bluthochdruck-Diagnostik

Die Blutdruckmessung erfolgt in den meisten Fällen mit der bekannten Druckmanschette um den Oberarm. Möglich ist aber auch eine Langzeitmessung über 24 Stunden. Viele Menschen haben auch ein eigenes Blutdruckmessgerät zuhause. Im folgenden Beitrag beantworten Ärzte die häufigsten Fragen zum Thema, worauf man bei der Blutdruckmessung achten muss und woran man eine Hochdruckkrankheit erkennt.

Wie kann man einen Bluthochdruck feststellen?

Jeder kennt die Untersuchung, bei der eine Manschette um den Oberarm gelegt und dann aufgepumpt wird. So simpel ist die Blutdruckmessung.

Bluthochdruck – oft unbemerkt

Dabei ist es gar nicht so einfach, Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonie) überhaupt aufzuspüren. Oft haben Betroffene nämlich keinerlei Beschwerden und lassen sich daher ihren Blutdruck auch nicht messen. Noch immer sind sich 20% aller Hypertoniker ihrer Erkrankung nicht bewusst.

Der erste Schritt liegt also darin, den Blutdruck überhaupt zu messen. Zeigt die Kontrolle erhöhte Werte, müssen weitere Untersuchungen erfolgen. Ein einzelner erhöhter Wert reicht noch nicht aus, um eine Hypertonie sicher zu diagnostizieren.

Blutdruckmessung beim Arzt und daheim

Bei der Blutdruckmessung selbst unterscheidet man mehrere Arten. So gibt es die manuelle Untersuchung, bei der Arzt, Pflegekraft oder Apotheker eine Manschette um Ihren Oberarm platzieren und sie mit der Hand aufpumpen. Beim Ablassen der Luft horchen sie mit dem Stethoskop über dem Ellbogen nach Pulsgeräuschen, die die Höhe von systolischem (erstem) und diastolischem (zweitem) Wert angeben.

Daneben sind automatische Geräte auf dem Markt, die an Oberarm oder Handgelenk angelegt werden können. Sie ermöglichen, den Blutdruck nicht nur in Arztpraxen oder Apotheken, sondern auch daheim zu messen. Dies ist für Menschen mit sogenannter Weißkittelhypertonie von Vorteil. Bei ihnen sind die Werte in der Praxis immer erhöht, zu Hause aber normal.

Weitere Untersuchungen

Wenn mehrere Einzelzahlen auf einen Bluthochdruck hinweisen, wird in der Regel eine 24-Stunden-Langzeitmessung durchgeführt, bei der die Werte einen Tag lang halb- oder gar viertelstündlich automatisch kontrolliert werden. Auch ein Belastungs-EKG, bei dem unter definierter körperlicher Anstrengung der Druck regelmäßig gemessen wird, kann weitere Anhaltspunkte für die Diagnose Hypertonie liefern.

Wann ist der Blutdruck zu hoch?

Bei der Messung des Blutdrucks sind zwei Werte relevant. Der erste, höhere Messwert gibt den Druck des Blutes im arteriellen Gefäßsystem an, der herrscht, wenn das Herz das Blut ausgeworfen hat (Systole). Der zweite Wert ist der im Gefäßsystem herrschende Druck, wenn der Herzmuskel entspannt ist (Diastole).

Für Erwachsene hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Normwerte eingeteilt. Demnach ist ein systolischer Wert von unter 120 mmHg und ein diastolischer Wert von unter 80 mmHg optimal. Systolische Werte von 120-140 mmHG und diastolische Werte von 80-90 mmHg sind zwar leicht erhöht, gelten aber noch als normal.

Von Bluthochdruck spricht man bei regelmäßigen systolischen Werten über 140 mmHg und diastolischen Werten über 90 mmHg. Je nach der tatsächlichen Blutdruckhöhe werden dann noch verschiedene Schweregrade unterschieden.

Habe ich auch dann Bluthochdruck, wenn nur einer der beiden Blutdruckwerte erhöht ist?

Ja, auch wenn nur einer der beiden gemessenen Blutdruckwerte erhöht ist, handelt es sich um einen Bluthochdruck. Zur Erläuterung: Eine Blutdruckmessung ergibt ja immer einen hohen und einen zweiten, niedrigeren Wert.

Der erste von Haus aus höhere Wert (systolischer Wert) liegt gerade bei älteren Menschen häufig über dem Normbereich. Ursache ist meist eine Arteriosklerose der großen Körperarterien bzw. der Aorta. Durch die Versteifung und Verengung der Arterien nimmt dann der Blutdruck zu.

Ist nur dieser erste Wert erhöht und der zweite, diastolische Wert normal, muss dennoch behandelt werden. Wobei wir jetzt davon ausgehen, dass der Blutdruckwert mehrmals gemessen wurde, die Ergebnisse also verlässlich sind.

Ist eine einzige Blutdruckmessung ausreichend?

Nein, der einzelne gemessene Wert kann immer mal verfälscht sein. Außerdem unterliegt der Blutdruck während des Tages natürlichen Schwankungen. Deshalb werden generell mehrere Messungen an mindestens drei verschiedenen Tagen empfohlen, bevor man endgültige Schlüsse zieht.

Eine noch bessere Überprüfung des Blutdrucks lässt sich mit einer Langzeitmessung über 24 Stunden erreichen. Dabei trägt man einen Tag lang ein kleines Gerät mit sich und zusätzlich eine Manschette um den Oberarm. Das Gerät pumpt die Druckmanschette automatisch und regelmäßig auf (oft im stündlichen Rhythmus) und misst den Blutdruckwert. Der wird dann elektronisch gespeichert.

Kann ich meinen Arzt dazu auffordern, den Blutdruck zu messen?

Ja, und das sollten Sie auch regelmäßig tun. Es ist wichtig, auch bei jüngeren Menschen den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren, um einen Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen.

Auch Vorsorgeuntersuchungen sind geeignet, den Blutdruck kontrollieren zu lassen. Männer und Frauen haben mit Vollendung des 35. Lebensjahres alle zwei Jahre Anspruch auf einen Gesundheitscheck. Diese Vorsorgeuntersuchung dient der Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und von Nierenkrankheiten.

Auch zur gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung, die alle Frauen einmal jährlich durchführen lassen sollten, gehört eine Blutdruckmessung.

Beim Arzt war der Blutdruck zu hoch - wie kann ich sicher gehen, dass das auch im Alltag so ist?

War der Blutdruck beim Arzt zu hoch und ist bisher kein Bluthochdruck bekannt, sollte ein wenig später eine Wiederholungsmessung vorgenommen werden. Sind die Werte auch dann erhöht, folgt zur Sicherheit häufig noch eine Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden.

Mit der Langzeitblutdruckmessung wird ein Blutdrucktagesprofil erstellt. Man erhält dafür ein transportables Blutdruckmessgerät, das den Blutdruck in regelmäßigen Abständen automatisch während des Tages und der Nacht misst. So kann der Arzt den Blutdruckverlauf und die Art des möglichen Bluthochdrucks genauer bestimmen.

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Wann sollte man seinen Blutdruck selbst messen?

Bei der Blutdruckselbstmessung empfehlen sich regelmäßige Messungen am besten nach Absprache mit dem behandelnden Arzt. Sinnvoll kann etwa eine zweimal tägliche Messung am Morgen und am Abend sein.

Eine häufiger als drei- bis viermalige Messung pro Tag ist nicht sinnvoll. Wichtig ist, dass man immer etwa zur selben Zeit unter denselben Bedingungen den Blutdruck misst. Es ist also nicht sinnvoll, einmal den Blutdruck in Ruhe zu messen und ein anderes Mal nach dem Sport oder dem Wohnungsputz, denn dann kommen zwangsläufig sehr unterschiedliche Messwerte heraus.

Man sollte außerdem vor der Tabletteneinnahme messen, um den Behandlungserfolg zu überprüfen.

An welchem Arm sollte der Blutdruck gemessen werden?

Zunächst sollte einige Male an beiden Armen der Blutdruck gemessen werden, denn nicht selten unterscheiden sich die gemessenen Werte. In folgenden Messungen sollte man dann immer an dem Arm messen, der die höheren Werte geliefert hat.

So steht es im Lehrbuch. Im hektischen Betrieb in Praxen und Kliniken hält sich freilich kaum einer daran. Zu zeitaufwändig, zu vermeintlich unwichtig. Darüber kann man aber streiten. Zumindest dann, wenn sich aus den Blutdruckwerten Konsequenzen ergeben (z.B. die Verschreibung eines Blutdruckmittels), sollten Sie im Zweifel eine "lehrbuchgemäße" Blutdruckmessung einfordern.

An welchem Arm sollte man den Blutdruck messen, wenn eine Seitendifferenz in der Blutdruckhöhe besteht?

Handelt es sich um eine Seitendifferenz im Normbereich (Unterschiede des oberen Wertes zwischen rechts und links bis 20 mmHg), sollte man immer an dem Arm gemessen, der die höheren Werte ergibt. Bei größeren Seitendifferenzen muss die Ursache untersucht werden. Denn es gibt Gefäßerkrankungen, die zu einer geringeren Durchblutung eines Arms führen, was niedrige Blutdruckwerte erklären könnte.

Studie bestätigt: Aufpassen bei größeren Unterschieden

Aus zusammenfassenden Daten verschiedener Studien ergab sich folgendes: Bei Personen, bei denen zwischen den Armen eine Blutdruck-Differenz von 10 mmHg bestand, war die Wahrscheinlichkeit für eine arterielle Verschlusskrankheit deutlich erhöht. Lag der Unterschied gar über 15 mmHg, war auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht. Das bedeutet unterm Strich ein um 70% vermehrtes Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Dabei macht es im übrigen keinen Unterschied, welcher Arm den höheren bzw. niedrigeren Wert zeigt (Quelle: The Lancet, s.u.)

Einige Ärzte fordern, das Messen an beiden Armen zur Routineuntersuchung zu machen, um frühzeitig diejenigen Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme zu identifizieren. Bisher wird der Blutdruck fast immer nur an einem Arm gemessen.

Um welche Uhrzeit sollte der Blutdruck gemessen werden?

Der Blutdruck sollte möglichst am Morgen gemessen werden. Davor sollte man keine Medikamente einnehmen und keinen Kaffee oder Alkohol trinken, da dies die Werte beeinflussen kann.

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Zudem ist eine mehrere Minuten andauernde Pause vor der Messung wichtig, um auch wirklich Ruhewerte zu ermitteln.

Wann ist der hohe Blutdruck ein Notfall?

Den Notarzt sollten Sie auf jeden Fall verständigen, wenn der Blutdruck anhaltend stark erhöht ist (z.B. auf über 200/120) und gleichzeitig Brustschmerzen und Atemnot auftreten. Dies kann eine Hochdruckkrise (hypertensive Krise) oder eine andere gefährliche Komplikation sein, die eine Therapie im Krankenhaus erfordert. Dies gilt übrigens auch dann, wenn der Blutdruck plötzlich stark fällt.

Schwere Krise mit Bluthochdruck – Symptome wie ein Schlaganfall

Auch Symptome, die an einen Schlaganfall erinnern, sind sehr verdächtig, vor allem bei Lähmungserscheinungen. Wenn durch den zu hohen Blutdruck die Hirndurchblutung nicht mehr richtig funktioniert, können verschiedene Symptome auftreten:

  • Schwindel
  • starke Kopfschmerzen
  • Lähmungserscheinungen
  • Sehstörungen
  • Störungen des Bewusstseins
  • Krampfanfälle
  • Übelkeit

Immer zum Arzt!

Wichtig: Wenn Sie feststellen, dass Ihre gesundheitliche Krise wahrscheinlich mit dem Bluthochdruck zusammenhängt, sollten Sie diesen nicht selbsttätig zu therapieren versuchen (z.B. mit einer zusätzlichen Tablette). Der Grund: Wenn der Blutdruck stark steigt und Symptome hervorruft, müssen in einer Klinik bestimmte Notfallmedikamente gegeben werden, die den Bluthochdruck langsam senken. Denn durch eine zu schnelle Blutdrucksenkung kann ebenfalls der Organismus geschädigt werden.

Der Blutdruck ist viel zu hoch, zeigt aber keine Symptome

Wenn der Bluthochdruck viel zu hoch ansteigt, aber keine Beschwerden verursacht, messen Sie nach 30 Minuten noch einmal. Wenn der Blutdruck nicht nachgelassen hat, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Klären Sie auch alle möglichen Ursachen:

  • Haben Sie vielleicht Ihr Blutdruckmedikament vergessen einzunehmen?
  • Haben Sie eine starke Anspannung, Angst oder Erregung erlebt?
  • Nehmen Sie MAO-Hemmer (gegen Depressionen) oder andere Mittel, die den Blutdruck steigen lassen?
  • Nehmen Sie Drogen (z.B. Amphetamine oder Kokain)?
  • Haben Sie eine Nierenschädigung, Störungen im Hormonhaushalt oder sind Sie schwanger?

Wie genau sind Blutdruckmessgeräte?

Die Blutdruckselbstkontrolle ermöglicht es, festzustellen, ob die Blutdruckwerte in der häuslichen Umgebung im angestrebten Bereich liegen. Dennoch erwiesen sich viele Messgeräte unterschiedlicher Hersteller als unzureichend hinsichtlich ihrer Messgenauigkeit.

Bei jeder vierten bis sechsten Messung ist laut der Deutschen Hochdruckliga mit falschen Ergebnissen zu rechnen. Es spricht also einiges dagegen, sich irgendein möglichst günstiges Gerät anzuschaffen ohne Kenntnis, ob das Gerät entsprechend geprüft wurde. Empfehlungen zu Geräten erhält man bei der Stiftung Warentest.

Welche Typen von Messgeräten für den Blutdruck gibt es?

Es gibt zwei mögliche Verfahren, die beiden Werte des Blutdrucks zu ermitteln. Erstens: Man kann die Geräusche der Blutströmung an der Armschlagader mit dem Stethoskop abhören. Dies nennt man auskultatorische Methode.

Dieses Verfahren wenden die meisten Arztpraxen und Krankenhäuser an, denn es ist sehr genau. Zuhause ist dies schwer anzuwenden, weil man diese Methode nicht allein durchführen kann. Daher sind die Geräte zur Selbstmessung in der Regel mit der oszillometrischen Methode ausgestattet, womit wir bei der zweiten Methode sind. Hierbei misst eine Sensorik in der Manschette des Geräts die Schwingungen elektronisch, die durch das fließende Blut an der Wand des Blutgefäßes ausgelöst werden. Dieses Verfahren ist etwas ungenauer als das auskultatorische, aber einfacher handzuhaben.

Wie komme ich an ein gutes Blutdruckmessgerät?

Sie können ein entsprechendes Gerät in der Apotheke oder im Sanitätshaus erstehen. Seien Sie vorsichtig mit Geräten aus Supermärkten oder dem Internet, wenn Sie deren Qualität nicht genau überprüfen können. Es gibt viele vollautomatische Blutdruckmessgeräte. Der Manschettendruck wird per Knopfdruck ausgelöst und das Ablassen des Drucks erfolgt dann automatisch. Meist werden dann nicht nur der systolische (obere) und der diastolische (untere) Wert des Blutdrucks angezeigt, sondern auch der Puls.

Achten Sie auf ein Gerät, das neuesten Standards entspricht. Es gibt auch Apparate, die bis zu 200 Werte abspeichern können, um den Verlauf des Blutdrucks zu dokumentieren. Wenn das Gerät eine USB-Schnittstelle hat, ist es in der Arztpraxis einfacher, die Messungen zu übernehmen.

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Probleme bei der Blutdruckmessung, zum Beispiel bei Herzstolpern

Wenn Sie Herzrhythmusstörungen haben, kann es problematisch sein, den Blutdruck zu messen, weil dieser von Herzschlag zu Herzschlag stark schwanken kann. Im Falle von Vorhofflimmern sollte der Blutdruck drei Mal gemessen werden und aus diesen drei Werten sollte man einen Durchschnittswert bilden. Es gibt Apparate, bei denen Sie das automatisch anwählen können.

Sie sollten auch darauf achten, dass das Gerät einen unregelmäßigen Puls erkennt und anzeigt, wenn die Messung aus diesem Grunde nicht verlässlich ist. Am besten lassen Sie sich die Handhabung des Geräts in der Apotheke oder in der Arztpraxis zeigen. Auch können Sie dort durch Vergleichsmessungen testen, ob Ihr Gerät verlässliche Werte liefert.

Welches Blutdruckmessgerät soll man sich anschaffen?

Welches Gerät man sich für die Blutdruckselbstmessung zuhause anschaffen sollte, ist gar nicht so leicht zu entscheiden. Denn viele Messgeräte fielen in der Vergangenheit durch ungenaue Messungen auf, die den Sinn einer Selbstmessung in Frage stellen.

Grundsätzlich gibt Ihnen die Blutdruckselbstmessung einen Überblick darüber, wie gut Ihre Werte über einen bestimmten Zeitraum eingestellt sind. Da viele Faktoren die Messung zu Hause direkt beeinflussen können, sollten Sie einige Punkte wie zum Beispiel eine fünfminütige Ruhepause vor der Blutdruckkontrolle beachten.

Oberarm- und Handgelenkgeräte

Prinzipiell können Sie zwischen Oberarm- und Handgelenkgeräten wählen. Bei den Manschetten für den Oberarm werden unterschiedliche Größen angeboten. Der Umfang sollte dabei zu Ihrem Oberarm passen. Zu enge oder weite Manschetten führen zu verfälschten Werten.

Bei der Selbstkontrolle des Blutdrucks zu Hause ist zudem wichtig, dass Sie die Manschette beim Messen auf Herz- bzw. Brusthöhe anlegen. Bei Oberarmgeräten ist dies meist automatisch der Fall, bei Handgelenkmanschetten müssen Sie hierauf etwas genauer achten. Eine Höhe ober- oder unterhalb des Herzens verfälscht sonst die Werte.

Siegel der Deutschen Hochdruckliga

Auch auf die Qualität des Gerätes sollten Sie Wert legen. Ein Vielzahl von Anbietern ist auf dem Markt, und nicht alle automatischen Messgeräte arbeiten ausreichend genau. Eine besondere technische Herausforderung stellen zum Beispiel Rhythmusstörungen wie das Vorhofflimmern dar.

Die Deutsche Hochdruckliga prüft regelmäßig verschiedene Geräte auf Qualität und Messgenauigkeit und vergibt Prüfsiegel. Damit ein Gerät ein Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga erhält, wird es an 95 Probanden getestet. Dabei wird der Blutdruck mit dem zu testenden Gerät automatisch gemessen. Die Ergebnisse werden dann manuell, also auf die herkömmliche Art, von zwei unabhängigen, gut geschulten Personen kontrolliert.

Auf der Internetseite der deutschen Hochdruckliga finden Sie eine lange Liste von Geräten, die ab dem Jahr 2001 von der Deutschen Hochdruckliga ein Prüfsiegel erhalten haben.

Warum sind Blutdruckmessgeräte mit unterschiedlich breiten Blutdruckmanschetten erhältlich?

Die Breite der Blutdruckmessmanschette muss dem Umfang des Oberarmes angepasst sein, damit die richtigen Messwerte ermittelt werden können. Deshalb ist vor dem Kauf eines Blutdruckmessgerätes die Messung des Oberarmumfangs wichtig.

Umfang des Oberarms Größe der Manschette (Breite / Länge)
unter 33 cm 12-13 cm / 24 cm
33-41 cm 15 cm / 30 cm
über 41 cm 18 cm / 36 cm

Worauf müssen Sie achten, wenn Sie Ihren Blutdruck am Handgelenk messen?

Wie bei der Blutdruckmessung am Oberarm auch ist es wichtig, vor der Messung einige Minuten im Sitzen Ruhe zu halten. Darüber hinaus sollte das Handgelenk während des Messvorgangs in Herzhöhe gehalten werden.

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Sinnvoll ist es auch, die Blutdruckmessung vor der Tabletteneinnahme durchzuführen, um besser beurteilen zu können, wie die Behandlung anschlägt. Das gilt aber natürlich für alle anderen Messarten auch. Grundsätzlich sollte man nicht zu viele, d.h. nicht mehr als drei oder vier Messungen am Tag vornehmen.

Warum ist mein Blutdruck beim Arzt höher als zuhause?

Ist der Blutdruck bei der Messung in der Arztpraxis höher als zuhause, liegt das häufig daran, dass man in der Arztpraxis nicht zur Ruhe gekommen ist. Ursache kann zum einen eine nach Eintreffen in die Praxis zu frühe Messung des Blutdrucks sein. Zum anderen aber auch die emotionale Erregung aufgrund des Arztbesuchs. Bei letzterem spricht auch von "Weißkittelbluthochdruck". Als Ärzte können wir Ihnen sagen: Das ist zuviel des Respekts.

Auch bei Blutdruckmessungen im Krankenhaus sind die Werte oft höher als normal. Auch das hat einen naheliegenden Grund. Im Krankenhaus sind viele Menschen aufgeregt, was den Blutdruck sofort reagieren lässt.

Fazit: In der häuslichen Umgebung ist man ruhiger, weshalb die Blutdruckwerte durchschnittlich niedriger sind. Der Unterschied kann 5 bis 10 mmHg betragen.

Kann es sein, dass der Blutdruck zuhause höher ist als beim Arzt?

Ja, das ist zwar selten, aber möglich. Man nennt das einen "maskierten Bluthochdruck" (weil er sich beim Arzt "versteckt").

Der maskierte Bluthochdruck, wenn die Blutdruckwerte in der Arztpraxis oder Klinik also niedriger sind als zuhause bei der Selbstmessung, ist ein Hinweis auf erhöhte Krankheitsrisiken des Herz-Kreislauf-Systems. Gerade dann also ist die abermalige Kontrolle beim Arzt sehr wichtig.

Handelt es sich um einen Bluthochdruck, wenn die Blutdruckwerte am Tag stark schwanken?

Bei manchen Menschen schwankt der Blutdruck, so dass sie im Verlauf des Tages manchmal recht hohe Werte und dann wieder niedrigere Werte haben. Diese Schwankungen sagen für sich genommen noch nichts darüber aus, ob ein Bluthochdruck vorliegt.

Ob es sich um normale Blutdruckschwankungen oder behandlungsbedürftige hohe Blutdruckwerte handelt, muss im Zweifel eine Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden klären. Diese kann vom Hausarzt veranlasst werden.

Sollte ich ein Blutdruck-Tagebuch führen?

Die Dokumentation der Blutdruckwerte bei der Selbstmessung zuhause ist vorteilhaft, denn so kann sich der behandelnde Arzt rasch einen Überblick über die Entwicklung des Blutdrucks unter der Behandlung verschaffen. Auch ein Anstieg des Blutdrucks ist frühzeitig erkennbar, so dass schneller Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden können.

Man selbst kann erkennen, welche Maßnahmen oder Verhaltensänderungen sich positiv auf den Blutdruck auswirken und welche den Druck eher in die Höhe treiben. Wichtig ist aber die Beobachtung über längere Zeiträume, da sich innerhalb kurzer Zeit oft kaum etwas verändert.

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Wie funktioniert die Langzeit-Blutdruckmessung?

Der Blutdruck lässt sich mit einem tragbaren Aufzeichnungsgerät über 24 Stunden aufzeichnen. Die dann automatisch erfolgende Blutdruckmessung in regelmäßigen Abständen hat den Vorteil, dass sie nicht nur einen einzelnen Wert liefert. Der kann zufällig gerade hoch oder niedrig sein und ist damit nur bedingt aussagekräftig.

Blutdruckmessung über 24 Stunden für zu Hause

Eine Langzeit- oder 24-Stunden-Blutdruckmessung können verschiedene Ärzte durchführen. Hierzu gehören Hausärzte, Internisten, Kardiologen und viele andere. Meist müssen Sie vormittags in die Praxis kommen, um das Gerät abzuholen, und es am Folgetag morgens wieder zurückbringen.

 Blutdruckmanschette und Messcomputer

Den Blutdruckapparat erhalten Sie vor Ort von einer Arzthelferin oder medizinischen Fachangestellten. Sie legt die Messmanschette an einen Ihrer Oberarme an, in der Regel ist es der linke. Ein Kabel führt um Ihre Schultern, hinter ihrem Nacken herum auf die andere Körperseite. Am Kabelende ist ein kleiner Computer befestigt, der die Messungen ausführt und die Ergebnisse speichert. Sein Gehäuse wird mit einer Art Gürtel oder Schlaufe am Oberkörper oder der Hüfte befestigt.

Messungen alle 15 bis 30 Minuten

Das Gerät misst tagsüber meist im Rhythmus von 15 min, nachts dann alle 30 Minuten. So entsteht ein relativ klares Bild von der Blutdrucksituation. Die Langzeitmessung ist zur Überwachung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, des Therapieerfolgs bei Bluthochdruck und zur Aufdeckung von Blutdruckspitzen bei sonst eher normalen Werten sinnvoll.

Was ist ein Blutdrucktagesprofil?

Ein Blutdrucktagesprofil ist die Messung des Blutdrucks über mindestens 24 Stunden. Es handelt sich damit um eine Langzeitblutdruckmessung.

Damit das funktioniert, wird ein transportables Messgerät am Gürtel oder in einer Tasche mitgeführt. Gemessen wird automatisch und in regelmäßigen Abständen (am Oberarm), meist tagsüber alle 15 Minuten und nachts alle 30 Minuten.

Wann sollte ein Blutdrucktagesprofil erstellt werden?

Das Blutdrucktagesprofil dient der Überwachung des Blutdrucks über 24 Stunden. Ein solches Tagesprofil kann wichtig sein, denn die Blutdruckwerte schwanken natürlicherweise während eines Tages.

Die typischen Schwankungen am Tag und in der Nacht (zirkadianer Rhythmus) sowie Abweichungen davon lassen sich mit dem Blutdrucktagesprofil feststellen. Daneben wird es möglich, einen in Einzelmessungen erhöhten Blutdruck genauer zu bestimmen. Außerdem kann man eine blutdrucksenkende Behandlung mit Hilfe der Langzeitmessung überwachen.

Und nicht zuletzt lässt sich ein sogenannter Praxishochdruck ausschließen – dieser entsteht häufig durch die Aufregung beim Arztbesuch.

Welche Werte werden in einem Blutdrucktagesprofil ermittelt?

In einem Blutdrucktagesprofil wird u.a. der Mittelwert des Blutdrucks in 24 Stunden errechnet. Dieser sollte nach den Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga und der Deutschen Hypertonie Gesellschaft nicht mehr als 130/80 mmHg betragen.

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Der Tagesdurchschnitt sollte 135/85 mmHg nicht überschreiten. In der Nacht gelten Blutdruckwerte von 120/75 mmHg als Grenze.

Wichtig ist die Ermittlung ausreichend vieler einzelner Messwerte, um auch wirklich alle Blutdruckschwankungen zu erfassen und zuverlässige Durchschnittswerte errechnen zu können.

Hoher Blutdruck: Was muss dann zusätzlich untersucht werden?

Wenn Sie zu hohen Blutdruck haben oder zumindest der Verdacht besteht, wird meist der Blutdruck über einen längeren Zeitraum regelmäßig gemessen oder eine 24-Stunden-Messung durchgeführt. Aber auch andere Faktoren müssen geprüft werden.

So wird der Arzt beispielsweise feststellen wollen, ob der hohe Blutdruck eine eigenständige Erkrankung ist (primärer Bluthochdruck), oder ob er auf eine andere Erkrankung zurückzuführen ist (sekundärer Bluthochdruck). Der primäre Bluthochdruck ist die weitaus häufigere Form.

Mögliche Zusatzuntersuchungen bei Verdacht auf eine andere Ursache

  • Wenn eine Verengung der Arterien der Nieren die Ursache für den Bluthochdruck ist, kann eine solche oft mit dem Stethoskop gehört werden.
  • Auch kann die Untersuchung von Blut und Urin sinnvoll sein. Wenn Sie zu viel Eiweiß im Urin haben, deutet dies auf eine Erkrankung der Nieren hin.
  • Wenn hormonelle Ursachen ausgeschlossen werden sollen, werden die Hormone der Nebennieren im Blut oder im Urin geprüft.

Zu den Zusammenhängen zwischen Blutdruck und anderen Faktoren zählen also vor allem die Risikofaktoren. Diese sind:

  • Nicht beeinflussbare Risikofaktoren:
    • Schweregrad des Bluthochdrucks
    • Alter (bei Frauen ab 55 Jahren, bei Männern ab 65)
    • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems in der Familie
  • Beeinflussbare Risikofaktoren:
    • starker Verzehr von Kochsalz
    • Übergewicht / Adipositas
    • Bewegungsmangel
    • andauernder Stress
    • Rauchen
    • starker Alkoholkonsum
  • Befunde des Arztes:
    • zu hohe Blutzuckerwerte
    • zu hohe Blutfettwerte
    • Albumin im Urin
    • zu viel Kreatinin im Blut
    • vergrößerte Muskulatur des Herzens in der linken Herzkammer (feststellbar durch ein EKG, auch linksventrikuläre Hypertrophie genannt)
    • verdickte Arterien oder Ablagerungen in den Arterien (feststellbar durch eine Ultraschalluntersuchung der Halsarterien)
  • Erkrankungen, die Bluthochdruck begünstigen:
    • Schlaganfall
    • Erkrankungen des Herzens
    • Diabetes
    • Erkrankungen der Nieren
    • Störungen der Beindurchblutung
    • Schlafapnoe (Atemstillstände während des Schlafens)
    • metabolisches Syndrom
    • Retinopathie (fortgeschrittene Netzhauterkrankung)

Neu entdeckter Bluthochdruck: Welche Blutwerte müssen bestimmt werden?

Zwar entsteht ein zu hoher Blutdruck häufig einfach so bzw. durch ungesunde Lebensweise. Dennoch muss bei einem neu entdeckten Bluthochdruck immer abgeklärt werden, ob nicht eine andere Ursache dahinter steckt. Dazu gehören auch bestimmte Laboruntersuchungen.

Folgende Werte werden meist bestimmt:

Im Blut:

  • Cholesterin und Triglyceride
  • Nierenwerte
  • Salzgehalt (Natrium)
  • Blutzucker
  • Harnsäure

Im Urin:

  • Eiweiß
  • Zucker
  • weitere spezielle Harnbestandteile

Weitere Diagnostik: vom EKG bis zur Angiographie

Um den Ursachen eines zu hohen Blutdrucks auf die Spur zu kommen oder andere Krankheiten als Ursache auszuschließen, sind folgende apparative Untersuchungen gängig (allerdings oft auch nur eine davon):

  • Elektrokardiogramm (EKG)
    Das EKG kennt fast jeder. Es zeigt die elektrischen Ströme des Herzens an. Dazu werden Elektroden auf die Brust geklebt und dann eine Weile gemessen. 
    Der Arzt erkennt am EKG, ob das Herz möglicherweise durch den Bluthochdruck schon geschädigt ist oder ob Durchblutungsstörungen vorliegen.
  • Ultraschall (Sonographie, Echokardiographie)
    Die Ultraschalldiagnostik kennen die meisten von Untersuchungen am Bauch oder von Schwangerschaften. Man kann aber auch das Herz mit Ultraschall messen. Dafür sind spezielle Geräte notwendig, die das Herz in Bewegung darstellen (Echokardiographie). Um Folgeschäden des Bluthochdrucks auszuschließen, werden aber über eine Ultraschalluntersuchung des Bauchs meist auch die Nieren untersucht.
  • Angiographie
    Die Angiographie ist im Prinzip eine bildliche Darstellung der Blutgefäße. Dafür wird radioaktives Kontrastmittel gespritzt und danach mit einem Röntgengerät der Blutfluss dargestellt.  Gefährliche Gefäßveränderungen werden so gut sichtbar. Werden speziell die Herzkranzgefäße dargestellt, spricht man von Koronarangiographie.

Was bedeutet bei der Blutdruckmessung mmHg?

Das ist die Maßeinheit, in der der Blutdruck gemessen wird. Das "mm" steht für Millimeter, Hg für das chemische Element Quecksilber. Es handelt sich um eine historische Druckeinheit aus dem 17. Jahrhundert, die aber aus irgendeinem Grund alle modernen physikalischen Entwicklungen unbeschadet überstanden hat.

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Die Erklärung, wie man mit mmHg den Blutdruck misst, ist kompliziert. 1 mmHg entspricht dem statischen Druck, den eine 1 mm hohe Quecksilbersäule ausübt. Die Einheit wird als Millimeter-Quecksilbersäule oder auch als Torr benannt. Das Torr leitet sich vom Italiener Evangelista Torricelli ab, der Assistent bei Galileo Galilei war. Er erfand im 17. Jahrhundert das Quecksilberbarometer, nachdem er die zugrundeliegenden physikalischen Zusammenhänge entdeckt hatte.

Die mittlerweile historische Druckeinheit wird heute fast nur noch in der Medizindiagnostik gebraucht, vor allem zur Angabe des Blutdrucks und des Augeninnendrucks. Auf Druckmessgeräten (Manometern) wird teilweise eine Parallelskala mit mmHg und Pa (Pascal) angezeigt. Es gilt: 1 mmHg = 133,322 Pa = 0,00133 bar.

Quellen:

  • The Lancet, doi:10.1016/S0140-6736(11)61710-8.

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