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EKG: Ablauf, Anlegen, Auswertungen

Was genau ist ein EKG? Wie erfolgt die Untersuchung des Herzens? Und was lässt auch aus den Kurven, Zacken und Linien lesen? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie in diesem Beitrag.

Basiswissen

Was ist ein EKG?

Das EKG (Elektrokardiogramm) ist eine Ableitung und Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Herzens. Im EKG sieht man nicht nur, in welchem Rhythmus das Herz schlägt und ob Herzrhythmusstörungen vorliegen, sondern man erkennt auch mögliche Schäden im Herzmuskel oder den Herzgefäßen. Auch ein schwerer Bluthochdruck kann manchmal an EKG-Veränderungen erkannt werden.

Herzspannung auf Papier

Der erste elektrische Impuls eines Herzschlags kommt aus dem sogenannten Sinusknoten, einem wenige Millimeter großen Areal spezialisierter Zellen in der rechten Vorhofkammer des Herzens. Hier wird die elektrische Erregung erzeugt und über besondere Leitungsbahnen zu den Zellen des Herzmuskels weitergeleitet, der sich daraufhin zusammenzieht (kontrahiert). Ein Herzschlag folgt.

Den Ablauf der elektrischen Erregung können Mediziner an der Körperoberfläche mit kleinen Elektroden messen und aufzeichnen. Hierzu werden insgesamt zehn flache Elektrodenaufkleber (manchmal sind es auch Saugnäpfe) an Brustkorb, Armen und Beinen verteilt. Das EKG misst immer die Spannung zwischen zwei solcher Ableitungspunkte. In der Regel werden insgesamt 12 Einzellinien aufgezeichnet, weshalb es auch 12-Kanal-EKG heißt.

Ablauf

Wie wird eine EKG durchgeführt?

Ein EKG wird entweder in Ruhe oder unter Belastung wie zum Beispiel beim Fahrradfahren durchgeführt. Die Untersuchung in Ruhe ist einfach, die meisten Ärzte bieten sie in ihrer Praxis an. Ein Belastungs-EKG hingegen ist etwas aufwändiger.

Sammelsurium an Kabeln

Das Ruhe-EKG erfolgt im Liegen auf dem Rücken. Arzt, medizinische Fachangestellte oder Krankenschwester verteilen insgesamt zehn Elektroden an Ihnen. Die erste liegt wenige Zentimeter unterhalb Ihres Schlüsselbeins, von Ihnen aus gesehen rechts vom Brustbein. Das zweite folgt nah daneben, aber links vom Brustbein. Nummer drei, vier und fünf werden in einem kleinen Bogen der linken Brust entlang geklebt, die sechste Elektrode schließt den Bogen ab und befindet sich circa 10 cm unterhalb des Achselhöhle. Die Bein- und Armelektroden werden in der Regel kurz vor dem Hand- beziehungsweise Fußgelenk auf beiden Seiten angelegt.

Interpretation der Linie nicht einfach

Das EKG mit seiner zeitlichen Aufzeichnung von elektrischer Spannung und Herzaktion lässt Rückschlüsse darauf zu, ob Muskelkontraktion und Gefäßdurchblutung in Ordnung sind oder ob in einem oder mehreren Gefäßen die Durchblutung eingeschränkt ist. Rhythmusstörungen werden in einem EKG ebenfalls sichtbar.

Was sich einfach anhört, ist in Wirklichkeit recht komplex. Tatsächlich können nur Mediziner und gut geschultes Personal die aufgezeichnete Kurve sicher deuten. Langjährige Erfahrung ist unerlässlich. Vertrauen Sie daher am besten Ihrem Arzt bei der Frage, was Ihr EKG zeigt.

Auswertung

Was ist im EKG ein QRS-Komplex?

Die QRS-Komplexe sind, etwas vereinfacht gesagt, die EKG-Zacken pro Herzschlag. Also die hohen, regelmäßigen Ausschläge, die in Filmen und Krankenhaus-TV-Serien immer als "Beep" auf dem Monitor zu sehen sind, um dann – kurz nach dramatisch anschwellender Musik – auszusetzen, damit die Notärzte zum Einsatz kommen. In Wirklichkeit passiert das zum Glück höchst selten.

QRS = Erregung der Herzkammer

Der QRS-Komplex zeigt in der EKG-Kurve die elektrische Erregung der Herzkammer an. Er besteht normalerweise aus drei Zacken: einer Q-Zacke nach unten, einer folgenden R-Zacke nach oben und am Ende einer S-Zacke, die wieder nach unten zeigt. Der hohe Zacken, den wir im Fernsehen immer auf den Monitoren sehen, ist also die R-Zacke. Nach dem QRS-Komplex folgt in einer normalen EKG-Kurve eine wellige Linie, bevor der nächste QRS-Komplex kommt.

An der Art des QRS-Komplexes können Ärzte und vor allem Herzspezialisten eine Unzahl an möglichen Problemen erkennen. Manchmal mehr, als einem lieb ist. Von der Rhythmusstörung mit Extraschlägen, die selbst ein Ungeübter erkennt, bis hin zu Durchblutungsstörungen oder Spuren eines früheren Herzinfarkts.

Herzuntersuchung: Was bedeutet Extrasystole?

Eine Extrasystole ist ein Herzschlag, der zusätzlich zum normalen Herzrhythmus auftritt. Mitunter kann man solche Extraschläge als Herzstolpern spüren. Extrasystolen sind oft völlig harmlos und nur Ausdruck einer größeren Erregung oder die Folge von Genussgiften wie Nikotin oder Alkohol. Sie können aber auch ein Symptom einer ernsteren Herzerkrankung sein.

Was bedeutet im EKG-Bericht VES? 

VES ist die Abkürzung für ventrikuläre Extrasystolen. Das sind Extraschläge der Herzkammer, die also außerhalb des normalen Rhythmus auftreten. Im Volksmund nennt man das Herzstolpern.

Quellen:

  • Hampton JR. EKG. 9. Auflage. Verlag: Urban & Fischer.

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