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Kopfschmerzen: Ursachen und Diagnostik

Welche Ursachen können ständige Kopfschmerzen haben? Wieviele Kopfschmerztabletten darf ich einnehmen? Wann sollte ich zum Arzt gehen, und welche Untersuchungen macht er? Im folgenden Beitrag erfahren Sie mehr zu Ursachen, Auslösern und Diagnostik von Kopfschmerzen.

Warum man Kopfschmerzen bekommt – und wie man sie vermeidet

Manche Menschen leiden häufig unter Kopfschmerzen. Und manche so gut wie nie. Warum ist das so? Neben erblichen Faktoren ist es vor allem die tägliche Lebensweise, die darüber entscheidet, ob Kopfschmerzen ein häufiger Begleiter werden oder nicht.

Wie Studien zeigen, gibt es einige typische Lebensstil-Faktoren, die Kopfschmerzen fördern.

Typische Kopfschmerz-Auslöser

  • wenig Bewegung, wenig Sport
  • Rauchen
  • viel Alkohol
  • viel Kaffee
  • Stress, hohe berufliche Anforderungen
  • Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf (Weglassen von Mahlzeiten, unterschiedliche Schlafzeiten)
  • Schlafmangel
  • Flüssigkeitsmangel
  • Übergewicht

Kopfschmerz-Tagebuch kann sich lohnen

Damit ist auch klar, wie man Kopfschmerzen am besten vermeiden kann. Neben dem Weglassen der genannten Faktoren (soweit das geht) hilft es laut Förderreuther häufig, ein sogenanntes Kopfschmerztagebuch zu führen. Darin trägt man ein, was am Tag los war (Ernährung, Bewegung, Stress, Alkohol etc.) und dann parallel dazu, ob Kopfschmerzen auftraten oder nicht. So lässt sich oft schon nach kurzer Zeit recht gut eingrenzen, woher bei einem selbst die Kopfschmerzen am ehesten kommen.

Kopfschmerztabletten sind natürlich auch okay, sollten aber nie zur Dauerlösung werden. Wer regelmäßig mehr als zehn davon pro Monat benötigt, sollte unbedingt mit einem Arzt über alternative Möglichkeiten sprechen. Im übrigen kann ein Zuviel an Kopfschmerztabletten auf Dauer sogar selbst zum Kopfschmerzauslöser werden.

Welche "Alltagskrankheiten" können Ursache von Kopfschmerzen sein?

Nicht selten sind Kopfschmerzen lediglich die Folge einer anderen Erkrankung oder körperlichen Beeinträchtigung. Theoretisch können auch schwere Erkrankungen hinter Kopfschmerzen stecken, sehr viel häufiger sind aber die "Alltagsursachen". Dazu gehören:

  • Kopfschmerzen als Folge von Erkältungen oder Grippe
  • Kopfschmerzen als Folge von Magen-Darm-Erkrankungen
  • Kopfschmerzen nach zu hohem Alkoholkonsum (“Katerkopfschmerz”)
  • Kopfschmerzen wegen "angestrengter Augen" (Weit- oder Kurzsichtigkeit)
  • Kopfschmerzen als Folge von Nasennebenhöhlenentzündungen

Können Kopfschmerzen auch durch Sehschwäche entstehen?

Ja. Das ist sogar relativ häufig. Wenn eine Kurz- oder Weitsichtigkeit nicht entdeckt bzw. durch eine Brille oder Kontaktlinsen korrigiert ist, kann die Überbelastung der Augen auch zu Kopfschmerzen führen.

Auch zu langes Starren auf den Computer-Monitor kann übrigens zu Kopfschmerzen führen, letztlich auch über eine Überanstrengung der Augen. Im Zweifel lassen Sie bei wiederkehrenden Kopfschmerzen auch mal Ihre Sehschärfe prüfen.

Wieso habe ich im Sommer vermehrt Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen haben viel mit der Durchblutung zu tun und mit der Eng- und Weitstellung der Blutgefäße. Allein damit wird schon verständlich, dass es typische Sommerkopfschmerzen gibt – zumindest bei dafür empfänglichen Menschen. Auch Migräne-Attacken häufen sich bei vielen Betroffenen in der warmen Jahreszeit.

Einige andere Ursachen für Kopfschmerzen im Sommer:

  • Feuchtigkeitsverlust durch vermehrtes Schwitzen (Dehydrierung)
  • Absinken des Blutzuckerspiegels
  • weniger Schlaf durch gefühlt längere Tage
  • häufige Heiß-Kalt-Wechsel (z.B. beim Betreten Klimaanlagen-gekühlter Räume)
  • erhöhte Ozonwerte und schwüles, stickiges Wetter
  • sehr helles Licht (z. B. am Strand)

Welche ernsteren Ursachen können Kopfschmerzen haben?

Meistens sind Kopfschmerzen zwar lästig, aber im Grunde harmlos. Doch es gibt Ausnahmen. In seltenen Fällen können Kopfschmerzen auch das erste Symptom einer lebensbedrohlichen Erkrankung sein. Mögliche Ursachen "gefährlicher" oder gar lebensbedrohlicher Kopfschmerzen sind unter anderem:

Unklare Kopfschmerzen: Habe ich einen Hirntumor?

Gerade bei neu auftretenden, unklaren Kopfschmerzen haben viele Betroffene die Sorge, dass dahinter ein Hirntumor stecken könnte. Das ist zwar verständlich; zum Glück ist das aber nur extrem selten der Fall. Fast immer stecken andere und in der überwiegenden Zahl auch deutlich harmlosere Ursachen hinter den Kopfschmerzen.


Kopfschmerzen: Wie erkenne ich, ob sie gefährlich sind?

Zwar ist das selten der Fall, im Prinzip können Kopfschmerzen aber immer auch eine ernste Ursache oder eine schwere Grunderkrankung als Ursache haben. Wichtig ist, dass Sie bei entsprechenden Hinweisen frühzeitig einen Arzt aufsuchen.

Stärkste Schmerzen und weitere Begleitsymptome

Folgende Hinweise und Beschwerdebilder im Zusammenhang mit Kopfschmerzen sollten in jedem Fall umgehend von einem Arzt abgeklärt werden:

  • alle Kopfschmerzen nach Kopfverletzungen
  • alle Kopfschmerzen, die sehr plötzlich aufgetreten und heftig sind
  • extrem starke Kopfschmerzen ("wie noch nie")
  • steifer Nacken
  • begleitendes Fieber
  • begleitende Sehstörungen
  • begleitende Sprachstörungen
  • begleitende Hörstörungen
  • Gefühlsstörungen oder Lähmungserscheinungen (Ausnahme: bekannte Migräne, Auraphase der Migräne)
  • Bewusstseinsstörungen
  • psychische Auffälligkeiten
  • neu aufgetretene Kopfschmerzen im Alter über 40 Jahren

Warum sind bei Kopfschmerzen ein steifer Nacken und Fieber Warnhinweise?

Weil Nackensteifigkeit und Fieber im Verbund mit Kopfschmerzen die klassischen Symptome einer Hirnhautentzündung (Meningitis) sind. Bei einem solchen Beschwerdebild bitte nicht lange zögern, sondern sofort zum Arzt.

Allerdings muss man auch sagen, dass eine Hirnhautentzündung insgesamt sehr selten ist. Wenn ihr Nacken ohnehin immer verspannt ist und nun noch Spannungskopfschmerzen hinzukommen, gibt es also keinen Grund, gleich das Schlimmste anzunehmen.

Wahrscheinlichkeit extrem gering

Natürlich kann aber auch ein Hirntumor Kopfschmerzen verursachen. Und zur Sicherheit sollten Sie mit unklaren, länger anhaltenden Kopfschmerzen ohnehin zum Arzt gehen. Aber bevor Sie jetzt unnötige Ängste aufbauen, bedenken Sie folgendes:

  • Hirntumoren sind sehr selten.
  • Hirntumoren verursachen meist noch eine ganze Reihe weiterer Symptome, die nichts mit Kopfschmerzen zu tun haben, sondern eher auf den Verdrängungsprozess im Hirngewebe zurückgehen.
  • Etwa die Hälfte aller Hirntumoren verursacht überhaupt keine Kopfschmerzen.

Warum sollte man nicht zu häufig Kopfschmerztabletten einnehmen?

Wer Migräne oder andere Arten von Kopfschmerzen hat, wünscht sich natürlich eine schnelle Linderung. Ein Griff in den Apothekenschrank zu Voltaren K® und Co – und schon sieht die Welt wieder ganz anders aus.

Kopfschmerzen durch Kopfschmerzmedikamente

An die rasche Hilfe sollte man sich allerdings lieber nicht allzu sehr gewöhnen. Denn wer Schmerzmittel länger als drei Tage am Stück oder öfter als zehn Tage im Monat einnimmt, kann von den Medikamenten selbst Kopfschmerzen bekommen. Diesen Teufelskreis sollte man vermeiden.

Wenn Sie häufig oder gar chronisch unter Migräne oder anderen Schmerzzuständen leiden, suchen Sie bitte ärztlichen Rat. Möglicherweise steckt ja eine Ursache dahinter, die behebbar ist und die eine Dauermedikation mit Schmerzmitteln überflüssig macht.

Können auch Kopfschmerztabletten Kopfschmerzen auslösen?

Ja. man nennt das auch Medikamenten-Kopfschmerz oder Entzugskopfschmerz.

Der Name deutet schon an, wie es dazu kommt. Werden Schmerzmittel über einen zu langen Zeitraum regelmäßig eingenommen, kann sich der Körper daran gewöhnen – und reagiert dann mit Entzugserscheinungen, sobald die Tabletten nicht mehr eingenommen werden. Diese Entzugserscheinungen können sich paradoxerweise als Kopfschmerzen äußern.

Vorsicht vor dem Teufelskreis

Während die Betreffenden dann glauben, der ursprüngliche Kopfschmerz kehre zurück und abermals Tabletten einnehmen, handelt es sich in Wirklichkeit um Kopfschmerzen, die nur noch auf die hohe Schmerzmitteleinnahme zurückgehen. Ein Teufelskreis also, aus dem nur das konsequente Absetzen der Medikamente führt.

Welche Kopfschmerzmittel lösen am ehesten selbst Kopfschmerzen aus?

Kombinations-Präparate besonders brisant

Am häufigsten tritt der Medikamenten-Kopfschmerz bei sogenannten Kombinationspräparaten auf, also Tabletten, die mehrere Wirkstoffe enthalten (z.B. Thomapyrin mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein) und zunächst oft sehr gut gegen Kopfschmerzen wirken. Allerdings kann es prinzipiell auch unter allen anderen Kopfschmerzmitteln zu diesem Effekt kommen. Übrigens auch bei zu regelmäßigem Gebrauch von Migräne-Medikamenten.

Wie äußert sich ein Medikamenten-Kopfschmerz üblicherweise?

Kopfschmerzen, die auf zu häufige Einnahme von Kopfschmerztabletten zurückgehen, werden meist als dumpf oder bohrend beschrieben. Nicht selten werden sie von Übelkeit begleitet.

Die Schmerzen treten nahezu immer beidseitig auf, also nicht nur auf einer Kopfseite wie bei der Migräne.

Stimmt es, dass Tabletten gegen Wechseljahresbeschwerden Kopfschmerzen und Migräne auslösen können?

Ja. Und zwar kann das bei Einnahme von Hormon-Präparaten gegen Wechseljahresbeschwerden vorkommen. Allerdings insbesondere bei Frauen, die schon früher vor oder während der Regelblutung mit diesem Problem zu kämpfen hatten.

Vor allem zu hohe Östrogen-Dosierungen können Kopfschmerz- und Migräne-Anfälle provozieren. Dazu kann es bei Frauen kommen, deren Eierstöcke noch eine relativ große Menge an Hormonen produzieren. Dann gilt es, die individuell optimale Dosis zu finden.

Interessanterweise gibt es aber auch noch eine andere Seite der Medaille: Mitunter wirken kontinuierlich stabile Hormonspiegel auch vorbeugend bei Migräne in den Wechseljahren.

Was versteht man unter "Nitratkopfschmerz"?

Bestimmte Herzmedikamente oder Tabletten gegen zu hohen Blutdruck können als Nebenwirkung Kopfschmerzen verursachen. Da dieses Phänomen unter anderem bei sogenannten Nitraten beobachtet wird, nennt man diese Kopfschmerzform auch "Nitrat-Kopfschmerz".

Meist treten diese Kopfschmerzen aber nur zu Beginn der Behandlung auf. Dass sie zum dauerhaften Problem werden, ist sehr selten.

Können Kalziumblocker gegen Bluthochdruck und Herzerkrankungen Kopfschmerzen auslösen?

Ja, Kopfschmerzen und Schwindel sind bekannte Nebenwirkungen aller Kalziumblocker. Denn diese Medikamentengruppe wirkt auf die glatten Muskelzellen der Gefäße und führt über eine Weitstellung zu einem Blutdruckabfall. Die erweiterten Gefäße können zu Symptomen wie Kopfschmerzen und Schwindel führen. Möglich sind darüber hinaus eine plötzliche Gesichtsrötung (Flush), Rötung der Brust und ein Wärmegefühl. Zudem kann Flüssigkeit ins Gewebe austreten, was zu Schwellungen an den Knöcheln und Hautausschlägen führen kann.

Kann der Blutverdünner Marcumar® Kopfschmerzen verursachen?

Kopfschmerzen werden von Menschen, die Marcumar® einnehmen, tatsächlich immer wieder beschrieben. Auch chronische Kopfschmerzen kommen manchmal vor. Im Beipackzettel von Marcumar® sind Kopfschmerzen als Nebenwirkung nicht aufgeführt. Eine mögliche Ursache, dass sie dennoch mitunter auftreten, könnte ein niedriger Blutdruck sein, den Cumarin-Derivate verursachen können. Bei starken Kopfschmerzen muss aber immer auch an eine Hirnblutung gedacht werden, die ein absoluter Notfall ist.

Was Sie außerdem wissen sollten:

Können Kopfschmerztabletten abhängig machen?




Kopfschmerzen im Alter: vieles anders

Immer häufiger suchen alte Menschen wegen Kopfschmerzen den Arzt auf. Das liegt nicht nur daran, dass es immer mehr alte Menschen gibt, sondern auch daran, dass Kopfschmerzen im Alter häufiger vorkommen. Allerdings ist bei älteren Menschen vieles anders.

Zum Beispiel kommt es im Gegensatz zu jüngeren Leuten häufiger zu sogenannten sekundären Kopfschmerzen. Das sind solche, die aufgrund eines anderen Problems ("sekundär") entstehen. Typische Ursachen sind Durchblutungsstörungen im Gehirn, Medikamenten-Nebenwirkungen, manchmal aber auch bösartige Erkrankungen. Bei über 65jährigen handelt es sich in 15% der Fälle um solche sekundären Kopfschmerzen.

Bei Medikamentenwahl auf Begleiterkrankungen achten

Auch bei der Behandlung müssen ältere Kopfschmerz-Patienten einige Besonderheiten beachten. Vor allem Begleiterkrankungen der Gefäße, der Nieren und auch der Psyche seien wichtig zu bedenken, weil sie Einfluss auf die richtige Wahl der Medikation hätten.

Sind Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen normal?

Wenn sie dauerhaft oder mit großer Regelmäßigkeit auftreten, natürlich nicht. Dann müssen Sie mit Ihrem Kind unbedingt zum Arzt. Das gilt auch und insbesondere, wenn die Kopfschmerzen plötzlich aufgetreten oder sehr heftig sind. Davon mal abgesehen scheinen "harmlose" Kopfschmerzen im Kindes- und Jugendalter aber immer häufiger zu werden. Also sind sie in gewisser Weise "normal", weil immer mehr der Norm entsprechend. Normal im Sinne von "okay" aber sicher nicht.

Mehr Mädchen als Jungen betroffen

In einer aktuellen Studie gaben rund 70% aller Teenager an, mindestens einmal während der letzten drei Monate Kopfschmerzen gehabt zu haben. Dabei waren Mädchen (80%) sehr viel öfter betroffen als Jungen (60%). Auch Migräne tritt bei Mädchen deutlich häufiger auf. Rund 12% der 15jährigen Mädchen leiden unter wiederkehrenden Migräne-Attacken. Bei den Jungen sind es im gleichen Alter nur 4%. Aber auch im Erwachsenalter ist Migräne bei Frauen häufiger als bei Männern, so ganz überraschend ist das also nicht.

Bemerkenswert an den Studienergebnissen war auch die deutlich höhere Kopfschmerzrate bei Gymnasiasten. Im Vergleich zu Hauptschülern liegt der Unterschied bei Jungen bei 28% zu 18% und bei Mädchen bei 51% zu 39%. Die Studienautoren erklären sich das mit dem höheren Leistungsdruck an den höheren Schulen.

Tabletten beliebter als Entspannungstechniken

Ein Problem ist sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen die Behandlung von Kopfschmerzen. Alles, was die Ursachen regelmäßig wiederkehrender Kopfschmerzen beseitigen könnte, ist schwer zu vermitteln. Entspannungstechniken sind das letzte, was Jugendliche mitmachen. Da sind Tabletten sehr viel attraktiver. Und ein Tagebuch zu führen, um die Auslöser zu ermitteln, empfinden die meisten als "nervig". Also machen sie es nicht.

Experten empfehlen daher den "edukativen" Ansatz. Das ist typisches Psychologen-Kauderwelsch, im Kern aber ganz geschickt: Immer wenn Ihre Kinder unter Kopfschmerzen leiden, sollten Sie – ohne daraus große Vorwürfe zu machen – über die wahrscheinlichen Auslöser sprechen. Alkohol und Rauchen zum Beispiel. Oder zu wenig Schlaf. Das bleibt dann doch irgendwann hängen.

Wann muss man mit Kopfschmerzen auf jeden Fall zum Arzt?

Kopfschmerzen gelten als Allerwelts-Symptom, und es muss schon viel zusammenkommen, damit Betroffene damit zum Arzt gehen. Eine Kopfschmerztablette ist ja einfach zu bekommen und viel bequemer.

Doch gerade regelmäßig wiederkehrende oder länger andauernde Kopfschmerzen sollten Sie unbedingt ernst nehmen und darüber mit einem Arzt sprechen. Denn manchmal kann auch eine Erkrankung dahinterstecken und dann gilt: Um so früher dies entdeckt wird, um so besser.

Bei bleibenden, wiederkehrenden und stärksten Kopfschmerzen

Auf jeden Fall zum Arzt gehen sollten Sie, wenn eine der folgenden Situationen eintritt:

  • Die Kopfschmerzen kommen immer wieder und bestehen an mehr als zehn Tagen im Monat.
  • Ihre Kopfschmerzen werden zunehmend stärker oder verändern sich in ihrer Schmerzart.
  • Sie benötigen immer häufiger Kopfschmerztabletten (häufiger als 10 Tage im Monat).
  • Sie sind über 40 Jahre alt und haben zum ersten Mal Kopfschmerzen bekommen.
  • Kopfschmerzen dieser Art, an dieser Stelle oder mit dieser Intensität haben Sie noch nie zuvor gehabt.
  • Zusätzlich zu den Kopfschmerzen sind Sie kurzatmig, haben Fieber oder andere Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren- oder Augenbereich.
  • Zusätzlich zu den Kopfschmerzen haben Sie einen steifen Nacken (und dazu evtl. auch Fieber). In diesem Fall ist absolute Eile geboten, denn es kann sich um eine Hirnhautentzündung handeln. Gehen Sie sofort zum Arzt!
  • Zusätzlich zu den Kopfschmerzen haben Sie Sehstörungen, Lähmungserscheinungen oder Schwindel. Auch das ist ein Grund, sofort zum Arzt zu gehen.
  • Zusätzlich zu den Kopfschmerzen leiden Sie unter Übelkeit.
  • Die Kopfschmerzen sind nach einer Kopfverletzung bzw. einem Stoß oder Schlag auf den Kopf entstanden. Sofort zum Arzt!

Welche Untersuchungen werden bei der Abklärung von Kopfschmerzen durchgeführt?

Fragen und körperliche Untersuchung

In der Regel genügt dem Arzt ein ausführliches Gespräch mit Ihnen, um herauszufinden, um was für eine Kopfschmerzform es sich handelt und wie sie zu behandeln ist. Darüber hinaus wird er Sie, wenn er Sie nicht ohnehin schon länger kennt, auch körperlich untersuchen.

Weiterführende Untersuchungen, wie z.B. Röntgen oder andere bildgebende Verfahren, werden in aller Regel nur dann eingesetzt, wenn zur Sicherheit eine andere Erkrankung, die die Kopfschmerzen verursachen könnte, ausgeschlossen werden soll.

Der Eine oder Andere, der zur Abklärung seiner Kopfschmerzen zum Arzt geht, ist womöglich überrascht oder gar beunruhigt, wenn der Arzt zwar viele Fragen stellt und vielleicht noch körperlich untersucht, aber keinerlei technische Untersuchungen des Kopfes veranlasst (Röntgen, EEG, MRT, PET). Schließlich könnte ja auch was Ernstes hinter den Kopfschmerzen stecken.

Typische Beschwerden

Diese Sorge ist aber meistens unbegründet. In aller Regel genügen dem Arzt tatsächlich Befragung und körperliche Untersuchung, um die Art von Kopfschmerzen zu differenzieren. So sind z.B. die beiden häufigsten Kopfschmerzformen, Spannungskopfschmerzen und Migräne, in ihrem Erscheinungsbild und ihren Begleitbeschwerden so typisch, dass nach einem informativen Gespräch keine technischen Untersuchungen mehr notwendig sind, weil die Diagnose damit feststeht.

Wichtig ist, dass Sie dem Arzt möglichst genau beschreiben, wann und wie die Kopfschmerzen auftreten, wie sie sich anfühlen und ob Sie noch weitere Beschwerden haben. Ein erfahrener Arzt wird, soweit das notwendig ist, dann auch von sich aus weiterführende Untersuchungen veranlassen, um sicherzustellen, dass nichts anderes hinter den Kopfschmerzen steckt.

Warum kann das Führen eines Kopfschmerz-Tagebuchs so sinnvoll sein?

Wichtig für Sie und Ihren Arzt

Wenn Sie häufiger unter Kopfschmerzen leiden, ist das Führen eines Tagebuchs gleich aus mehreren Gründen sinnvoll. Zum einen hilft es Ihnen bei der Einschätzung, welche Faktoren bei Ihnen die Kopfschmerzen auslösen. Zum anderen hilft es auch dem Arzt, wenn es um die Frage geht, welche Art von Kopfschmerzen vorliegen und wie diese am besten zu behandeln sind.

Wie kann so ein Tagebuch aussehen? Natürlich wären tägliche Eintragungen am besten. Aber wenn Ihnen das zu viel ist, ist es auch schon sehr hilfreich, wenn Sie zumindest immer dann, wenn Sie Kopfschmerzen haben, Eintragungen machen.

Das kommt ins Kopfschmerz-Tagebuch

Notieren Sie:

  • wann die Kopfschmerzen aufgetreten sind (Tageszeit)
  • wie lange sie angehalten haben
  • wie stark sie waren
  • welchen Charakter sie hatten (dumpf?, pochend?, hämmernd?)
  • wo im Kopf der Schmerz saß
  • was Sie an diesem Tag getan haben (Aktivitäten?, Stress?, frische Luft?, Sport?, Reisen? etc.)
  • ob Sie Alkohol getrunken haben (auch am Vortag), und wenn ja, welche Getränke und wie viel
  • ob Sie Kaffee getrunken haben
  • wie viel Sie geraucht haben
  • was Sie gegessen haben
  • und weitere Besonderheiten, die Ihnen wichtig erscheinen

Autoren: 

Quellen:

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