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Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS): Wirkung und Nebenwirkungen

Wie wirkt ASS (Aspirin®, Acetylsalicylsäure) gegen Schmerzen und wie verdünnt es das Blut? Welche Nebenwirkungen sind zu befürchten? Alle Fragen dazu beantworten wir im folgenden Beitrag.

Überblick

Was ist Acetylsalicylsäure (ASS)?

Acetylsalicylsäure – einfacher auszusprechen und zu merken in seiner Kurzform ASS – ist der Name des Wirkstoffs, der im allseits bekannten Aspirin® steckt und damit zu den meisteingenommenen Medikamenten zählt.

Aspirin® ist der wohl bekannteste Handelsname des Wirkstoffs Acetylsalicylsäure, es gibt aber noch zahlreiche weitere.

Wirkung

Wie wirkt Acetylsalicylsäure (ASS)?

Der Stoff Acetylsalicylsäure (ASS) kommt in den Blättern und der Rinde der Silberweide vor. ASS wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Ein Medikament, zwei Effekte

Darüber hinaus hat es blutgerinnungshemmende Eigenschaften, in dem es das Zusammenhaften der Blutplättchen (Thrombozyten) bereits in geringen Dosierungen beeinflusst. Man spricht von Thrombozytenaggregationshemmung. Die Folge ist eine Verlängerung der Blutgerinnungszeit.

ASS kommt bei arteriellen Gefäßerkrankungen zum Einsatz, wie etwa nach überstandenem Herzinfarkt oder bei der arteriellen Verschlusskrankheit.

Einfluß durch die Nahrung

Die Wirkung von Acetylsalicylsäure (ASS) kann sich allerdings nicht immer so entfalten, wie sie sollte. Manchmal liegt es nur am Vollkornbrot zum Frühstück:

Wirkungsverlust von ASS durch die Ernährung

ASS nicht auf vollen Magen

Wenn Sie wegen Kopf-, Gelenk- oder sonstigen Schmerzen mal zur Schmerztablette (z.B. ASS) greifen möchten, oder sollten Sie dieses nicht unmittelbar vor, bei oder kurz nach dem Essen tun – sondern optimalerweise zwischen den Mahlzeiten.

Eine Tabletteneinnahme zu einer Mahlzeit schadet zwar nicht, aber die Wirkung kann deutlich reduziert ausfallen, trotz der empfohlenen Medikamentendosis.

Vollkornprodukte und ASS vertragen sich nicht

Vor allem Vollkornprodukte wie Müsli oder Körnerbrot schließen mit den enthaltenen Ballaststoffen einen Teil des Wirkstoffs ein, wodurch dieser nicht mehr vom Körper aufgenommen wird.

Wie sieht es mit anderen Schmerzmitteln aus?

Dieser Hinweis gilt sowohl für Paracetamol (z.B. ben-u-ron®, Captin®) als auch für ASS (Aspirin®, Alka-Seltzer®). Letzteres Schmerzmittel sollte zur Vermeidung von Magenproblemen allerdings auch nicht auf ganz nüchternen Magen eingenommen werden.


ASS gegen Schmerzen

Wie wirkt Acetylsalicylsäure (ASS) bei Schmerzen?

ASS wird von Vielen als schnelles Schmerzmittel geschätzt. Der Wirkstoff entfaltet seine schmerzlindernde Wirkung über eine Hemmung der körpereigenen Enzyme Cyclooxygenase I und II.

Diese Enzyme sind an der Produktion von Prostaglandinen beteiligt. Und Prostaglandine wiederum sind die wichtigsten Schmerz-Botenstoffe. Werden die Prostaglandine gehemmt, wird gewissermaßen die Schmerzleitung unterbrochen und demzufolge nimmt der Schmerz ab.

ASS für Herz und Gefäße

Schützt die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) vor der koronaren Herzkrankheit und dem Herzinfarkt?

Bei Menschen, die bereits eine koronare Herzkrankheit (KHK) haben oder sogar schon einen Herzinfarkt erlitten haben, gilt die regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®) als etablierte Maßnahme, um vor einem (weiteren) Herzinfarkt zu schützen.

ASS hält Herz und Gefäße fit

Wer sollte ASS einnehmen und warum?

Die regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®) als Herzschutz-Maßnahme ist sinnvoll nach einem Herzinfarkt oder bei Gefäßerkrankungen. ASS fungiert dann als Blutverdünner. Ziel der Behandlung ist es, die Fließeigenschaften des Blutes und die Durchblutung zu verbessern.

ASS als Prophylaxe

Mitunter wird eine ASS-Einnahme auch empfohlen, wenn noch gar nichts Großes vorgefallen ist, das Risiko für einen Herzinfarkt aber als sehr hoch eingeschätzt wird.

Das kann zum Beispiel der Fall sein bei nachgewiesener Arteriosklerose und Verengung der Herzgefäße, bei schlecht kontrolliertem Bluthochdruck oder auch bei stark erhöhten Blutfettwerten.

Wie lange muss ich ASS einnehmen?

Bei solchen Vorerkrankungen wird vom Arzt häufig eine Dauerbehandlung mit ASS verschrieben.

Wie hoch sollte die Dosierung von ASS sein?

Während Acetylsalicylsäure (ASS) als Schmerzmittel häufig in der Dosierung von 500 mg verabreicht wird, ist für eine Dauertherapie zum Schutz vor Gefäßereignissen eine deutliche niedrigere Dosierung nötig. Fachgesellschaften empfehlen die tägliche Einnahme von 75 bis 100 mg ASS.

Stimmt es, dass ASS nicht bei allen Menschen das Blut verdünnt?

Ja, es gibt Menschen, die auf eine Behandlung mit Acetylsalicylsäure (ASS) nicht reagieren. Die Ursache dieser Unempfindlichkeit oder Resistenz ist bislang nicht vollständig geklärt.

Diskutiert werden Erbkomponenten, Einnahmefehler, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, eine erhöhte Aktivität der Blutplättchen und weitere Ursachen.

Gibt es einen Test, der eine ASS-Resistenz im Vorfeld der Behandlung feststellen kann?

Es wurden verschiedene Tests entwickelt, um eine ASS-Resistenz zu untersuchen. Unklar ist bislang allerdings die Zuverlässigkeit solcher Tests, so dass sie in der Praxis bislang kaum angewendet werden.

Nicht sicher geklärt ist auch, welches Medikament mit ähnlichen Eigenschaften alternativ gegeben werden sollte. Ein möglicher Kandidat ist Clopidogrel.

Ist meine Prognose schlechter, wenn ich auf Acetylsalicylsäure (ASS) nicht reagiere?

Eine Analyse mehrerer Studien ergab, dass eine ASS-Resistenz bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Risiko eines Herzinfarkts erhöht. Wichtig ist es daher, bei nachgewiesener ASS-Resistenz auf andere Herzschutz-Medikamente auszuweichen.

Der Umkehrschluss gilt übrigens nicht: Ein Herzinfarkt trotz vorbeugender Einnahme von ASS bedeutet nicht automatisch, dass man gegen Acetylsalicylsäure resistent ist.


ASS gegen Schlaganfall

Wann sollte man Acetylsalicylsäure (ASS) zum Schutz vor einem Schlaganfall einnehmen?

Die regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®) zum Schutz vor einem (weiteren) Schlaganfall ist sinnvoll nach einem bereits erfolgten Schlaganfall, einem Herzinfarkt oder bei Gefäßerkrankungen. ASS fungiert dann als Blutverdünner. Ziel der Behandlung ist es, die Fließeigenschaften des Blutes und die Durchblutung zu verbessern.

Alles Wissenswerte zu ASS beim Schlaganfall

Wie hoch sollte die Dosierung von Acetylsalicylsäure (ASS) sein?

Die exakten Dosisempfehlungen hängen immer auch ein wenig von der jeweiligen Situation und dem persönlichen Risikoprofil ab, liegen aber meist zwischen 50-100 mg täglich. Oft wird Acetylsalicylsäure auch mit anderen, ähnlich wirkenden Substanzen kombiniert. Dann ist eine niedrigere ASS-Dosis notwendig.

Wie lange muss ich ASS nach einem Schlaganfall einnehmen?

Nach einem Schlaganfall, der durch einen Gefäßverschluss entstanden ist (ischämischer Schlaganfall), wird häufig die dauerhafte Einnahme von Acetylsalicylsäure (Abk.: ASS, z.B. Aspirin®) empfohlen, um das Blut zu verdünnen.

Ist die tägliche Einnahme von ASS oder Aspirin nicht schädlich für den Magen?

Nein. Zumindest nicht im gleichen Maße, wie das für denselben Wirkstoff in Schmerzmitteln gilt. Und das hängt mit der Dosis zusammen: Gegen Kopfschmerzen & Co nimmt man viel höhere Dosen. Oft 500 mg, was etwa dem Fünffachen einer ASS-Tablette gegen Schlaganfall oder Herzinfarkt entspricht.

Und bei diesen geringeren Dosierungen ist die Gefahr für den Magen deutlich geringer. Erst bei regelmäßiger Einnahme von mehr als 150 mg ASS täglich steigen die Risiken für Blutungen.

Mit Magenschutztabletten auf Nummer sicher

Um es noch weiter zu reduzieren, werden oft parallel Säurehemmer für den Magen verschrieben, sogenannte Protonenpumpenhemmer (Pantoprazol oder verwandte Substanzen).

Fazit

Die Gefahr für den Magen ist in diesem Fall nicht so hoch, jedenfalls nicht vergleichbar mit der Gefahr für Kopf und Herz, wenn man solche Blutverdünner nicht einnimmt. Bei Unverträglichkeiten gibt es übrigens auch alternative Substanzen, die magenverträglicher sind (dafür aber andere Nebenwirkungen haben können).

Studie: Was passiert, wenn ich ASS einfach selber absetze?

Ihnen wurde ASS oder Aspirin als Schutz vor einem Schlaganfall verschrieben? Dann setzen Sie diese Medikamente auf keinen Fall ohne Rücksprache mit dem Arzt ab. Denn wie jetzt eine Studie gezeigt hat, geht das Absetzen mit einer drastischen Risikoerhöhung einher.

Die britische Forschungsarbeit zeigte unlängst, dass in diesem Fall das Risiko für einen Schlaganfall um rund 50% ansteigt. Wenn Sie ASS selber absetzen (oder sie auf Dauer vergessen), kann es gefährlich werden, wie Prof. Joachim Röther, Schlaganfall-Experte aus Hamburg betont.


ASS als Prophylaxe

Verhindert ASS Herzinfarkt und Schlaganfall auch bei Gesunden?

Viele Menschen, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben oder knapp daran vorbeigerauscht sind, bekommen heute zur Vorbeugung eine geringe tägliche Menge ASS (Acetylsalicylsäure, z.B. Aspirin®) verschrieben, die sie ein Leben lang einnehmen. Diese Maßnahme ist sehr sinnvoll, da sie die Gefahr weiterer, neuer Gerinnsel deutlich senkt.

Nun hört man in Medien von Zeit zu Zeit von der Möglichkeit, dass auch Gesunde oder Menschen mit nur geringen Risikofaktoren vorsorglich ASS einnehmen sollten, um damit ihr Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall per se zu reduzieren.

Was ist davon zu halten? Eine großartige Idee – oder vielleicht doch eher nicht?

ASS zur Vorbeugung bei Gesunden

Herzschutz mit ASS und Aspirin: Bei gesunden Menschen unsinnig

ASS dient nur der Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall bei gefährdeten Personen, wie jetzt ein Experte in einem Fachartikel betont. Bei herzgesunden Menschen seien die Nachteile größer als der Nutzen.

ASS für alle

Hintergrund des Artikels ist die fast schon inflationäre Anwendung von Acetylsalicylsäure als Herzschutz-Medikament. Vor allem in den USA wird das Mittel teilweise allen verschrieben, die nicht rechtzeitig auf die Bäume kommen. Und auch in Deutschland nimmt die Verschreibungsquote kontinuierlich zu.

Nur bei relevanter Gefahr für Herz oder Hirn

Zwar ist ASS unbestritten ein effektiver "Blutverdünner". Und bei stark gefährdeten Personen (z.B. nachgewiesene Gefäßverengung in den Herzkranzgefäßen, überstandener Herzinfarkt oder Schlaganfall) kann das Medikament nachweislich die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls senken.

Nebenwirkungen nicht unterschätzen

Trotz recht niedriger Dosierung bleibt die Hauptnebenwirkung der Arzneimittel – die Gefahr von Magenschleimhautschäden bis hin zu Blutungen – ein Problem.

Ein Problem, das nur zu rechtfertigen ist, wenn tatsächlich eine größere Gefahr besteht, wie Andreas Waltering vom "DieM-Institut für evidenzbasierte Medizin" in Köln in seinem Artikel betont.

Fazit:

Statt ohne ärztliche Empfehlung ASS vorsorglich zu nehmen, sorgen Sie bitte lieber mit einer gesunden Lebensweise und regelmäßigen Check-Ups beim Arzt vor.


Nebenwirkungen

Welche Komplikationen können unter der Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) auftreten?

Die häufigsten Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure (ASS) betreffen den Magen-Darm-Trakt. Es kann nach ASS-Behandlung zu Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen und an der Magenwand zu Schleimhautreizungen, Blutungen oder sogar Magengeschwüren kommen.

Kaum negative Effekte bei niedriger Dosis

Allerdings treten alle diese möglichen Nebenwirkungen nur in Ausnahmefällen und, wenn überhaupt, auch in der Regel nur bei häufiger und schmerzreduzierender Dosierung auf (also nicht bei Acetylsalicylsäure-Tabletten gegen Gefäßverengung und Herzinfarkt).

Warum zusätzlich zu ASS auch ein Magenschutz empfohlen wird, und welche weiteren Begleiterscheinungnen auftreten können, erfahren Sie hier:

Nebenwirkungen von ASS

ASS kann Grunderkrankungen verschlimmern

Vorsicht geboten ist bei Asthmatikern, da ASS die Menge bronchienverengender Botenstoffe (Leukotriene) erhöhen kann. Bei Menschen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wird ebenfalls zur Vorsicht geraten, da ASS Krankheitsschübe begünstigen kann.

Kann ASS Sodbrennen auslösen?

Ja. Acetylsalicylsäure ist (genau wie z.B. auch Diclofenac oder Ibuprofen) zwar ein vorzügliches Schmerzmittel, dafür aber nicht sehr magenfreundlich. Vor allem wenn es häufig in höherer Dosierung eingenommen wird. Neben Sodbrennen kann es auch zu Übelkeit, Erbrechen, Schleimhautblutungen oder sogar zu Magengeschwüren kommen.

Warum erhält man bei Blutverdünnung mit ASS einen Magenschutz?

Auch unter einer niedrig dosierten Behandlung mit ASS entwickeln einige Betroffene Geschwüre im Magen, Zwölffingerdarm oder in der Speiseröhre.

Deshalb ist es wichtig bei regelmäßiger Einnahme von ASS zusätzlich Medikamente einzunehmen, die den Magen-Darm-Trakt schützen. Diese Medikamente, im medizinischen Jargon bekannt als „Magenschutz“, sind sogenannte Protonenpumpenhemmer, die in den säureproduzierenden Zellen des Magens die Säureherstellung eindämmen.

Ohne Magenschutz: 10% kriegen ein Geschwür

Der Vergleich einer ASS-Behandlung ohne Magenschutz und mit Magenschutz zeigt, dass die Häufigkeit von Geschwüren des Magen-Darm-Traktes ohne begleitenden Magenschutz signifikant erhöht ist. Man kann davon ausgehen, dass ohne die Einnahme von Säurehemmern einer von zehn Behandelten ein Geschwür entwickelt.

Sollte man wegen der Risiken nicht lieber auf eine Behandlung mit ASS verzichten?

Nein. Wurde vom Arzt vorsorglich aufgrund der Gefahr eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles Acetylsalicylsäure (ASS) verordnet, um die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern, sollte man die Behandlung in jedem Fall fortführen.

Und was, wenn ich schon ein Geschwür habe?

Besprechen Sie das Thema mit Ihrem Arzt, ob man die Blutverdünnung ggf. auf ein anderes Präparat umstellen kann. Mitunter geht aber die ASS-Therapie vor.

Wägt man nämlich die Risiken einer ASS-Einnahme - im schlimmsten Fall eine Magenblutung oder Darmblutung– mit der möglichen Folge eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls ab, fällt die Entscheidung zugunsten der ASS-Behandlung aus. So zumindest lautet die Empfehlung der Experten.


Wann nicht einnehmen?

Wer sollte ASS lieber nicht anwenden?

Acetylsalicylsäure ist zwar ein großartiges Medikament zur Behandlung von Schmerzen und Vorbeugung erneuter Herz- und Gefäßerkrankungen, aber unter bestimmtem Umständen sollte man doch lieber nach einer Alternative zu ASS zu suchen:

ASS: Kontraindikationen

Geschwüre im Magen-Darm-Trakt

Wenn bei Ihnen schon einmal ein Magengeschwür aufgetreten ist oder Sie sogar aktuell darunter leiden, sollten Sie ASS möglichst vermeiden. Gleiches gilt für Geschwüre im Darm.

Der Magen dankt es: Alternative zu ASS

Im Falle von Magen-Darm-Problemen gibt es alternative Blutverdünner für den medikamentösen Herzschutz. Auch die sind nicht nebenwirkungsfrei, haben aber zumindest keine Auswirkungen auf die Magenschleimhaut. Ein häufig verschriebener Wirkstoff ist dann z.B. Clopidogrel (Iscover®, Plavix®).

Vorsicht bei Marcumar

Nicht einnehmen sollte man ASS bei gleichzeitiger Einnahme von Cumarinderivaten (das sind andere Blutverdünner, u.a. Marcumar), die ebenfalls die Blutgerinnung herabsetzen.

Kein ASS bei Blutgerinnungsstörung und Allergie

Auch bei erhöhter Blutungsneigung, etwa aufgrund einer Blutgerinnungsstörung, ist ASS nicht geeignet. Und natürlich gilt auch bei bekannter Unverträglichkeit gegen ASS ein Einnahmeverbot.

Kein ASS bei Wundschmerzen oder nach Operationen

Weil Acetylsalicylsäure (ASS) nicht nur ein gutes Schmerzmittel, sondern auch ein effektiver Gerinnungshemmer ist, soll es bei frischen Wunden oder kurz nach Operationen nicht eingenommen werden.

Achtung: Blutungsgefahr

Gerade dann ist ja gerade eine gut funktionierende Gerinnung wichtig. Ist diese gestört, kann es unter Umständen zu gefährlichen Nachblutungen kommen.

Darf man Kindern Acetylsalicylsäure (ASS) gegen Schmerzen geben?

Nein. Bei Kindern wird von der Einnahme von Schmerzmitteln mit Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin® u.v.a.) dringend abgeraten. Der Grund: In seltenen Fällen kann es, ausgelöst durch ASS, bei Kindern zum sogenannten Reye-Syndrom kommen (eine akute, lebensbedrohliche Erkrankung mit Befall von Gehirn und Leber).

Zwar ist dieses Reye-Syndrom extrem selten, aber das Risiko verbietet, es darauf ankommen zu lassen, zumal es auch andere effektive Schmerz- und Fiebermittel gibt (z.B. Paracetamol oder Ibuprofen).

Darf man während der Schwangerschaft Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) einnehmen?

Während der Schwangerschaft wird von der Einnahme von Schmerzmitteln mit Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin® u.v.a.) abgeraten. Wenn überhaupt, sollten Sie nur geringe Mengen davon verwenden.

Die Gründe:

ASS kann vor allem im dritten Schwangerschaftsdrittel (3. Trimenon) zu einem vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus botalli (Verbindung zwischen Aorta und Lungenarterie im fetalen Kreislauf) des ungeborenen Kindes führen.

Außerdem kann die Hemmung der Blutgerinnung durch Acetylsalicylsäure zu einer erhöhten Blutungsneigung der Mutter bei der Geburt führen.


Wissenswertes

Wer erhielt im Zusammenhang mit der Acetylsalicylsäure den Medizin-Nobelpreis?

John Robert Vane. ein britischer Biochemiker. Vane entdeckte, auf welche Weise Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®) seine schmerzlindernde Wirkung entfaltet (nämlich über die Hemmung von bis dahin unbekannten Schmerzbotenstoffen, den Prostaglandinen).

Die Bestandteile von Acetylsalicylsäure werden schon seit der Antike in der Schmerzbehandlung angewandt, nämlich als Extrakt der Weidenrinde. Die Synthese der reinen Acetylsalicylsäure gelang aber erst Ende des 19. Jahrhunderts. Und auch damals wusste man noch nicht, auf welche Weise die Substanz schmerzlindernd wirkt. Dieser Nachweis gelang John Robert Vane erst 1971. Den Nobelpreis erhielt er, weil das immer ein bisschen dauert, 1982 (zusammen mit Sune Bergström und Bengt Samuelsson).

Quellen:

  • Aliment Pharmacol Ther. 2005; 22: 795-801
  • Deutsche Medizinische Wochenschrift 2005; 130 (49): 2847-2852
  • Neurology 2011; 76: 740-6

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