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Thomapyrin: Wirkung und Nebenwirkungen

Wie wirkt Thomapyrin? Bei welchen Kopfschmerzen kann ich es einnehmen? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Im folgenden Beitrag finden Sie alles Wichtige zu Thomapyrin.

Thomapyrin® ist eine Kombination aus den Wirkstoffen Paracetamol, Acetylsalicylsäure sowie Koffein. Es wird bei leichten bis mittelstarken Schmerzen verwendet. Allgemein ist es gut verträglich. Da es aber nicht verschreibungspflichtig ist, müssen eventuelle Wechselwirkungen und Einnahmehinweise selbst im Auge behalten werden.

Wie wirkt Thomapyrin?

Um die Wirkweise des Schmerzmittels Thomapyrin® besser zu verstehen, muss man sich zunächst die einzelnen Wirkstoffe genauer ansehen. Neben den altbewährten Schmerzmitteln Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und z.T. auch Ibuprofen kommt auch der Wirkstoff Coffein in unterschiedlicher Dosierung zum Einsatz.

Zusammensetzung der drei Produktvarianten von Thomapyrin®:

  • Thomapyrin® Classic enthält 250 mg ASS, 200 mg Paracetamol und 50 mg Coffein.
  • Thomapyrin® Intensiv enthält 250 mg ASS, 250 mg Paracetamol und 50 mg Coffein.
  • Thomapyrin® Tension Duo enthält 400 mg Ibuprofen und 100 mg Coffein.

ASS – schmerzlindernd & entzündungshemmend

Acetylsalicylsäure hemmt in unserem Körper die Enzyme COX-1 und -2. Diese Eiweiße sind normalerweise an der Produktion von entzündungsverstärkenden Prostaglandinen beteiligt. Und Prostaglandine sind wiederum mit die wichtigsten Botenstoffe bei der Schmerzentstehung. Hemmt man die Prostaglandine, wird die Schmerzleitung unterbrochen, und der Schmerz nimmt ab.

Paracetamol – schmerzlindernd & fiebersenkend

Paracetamol wirkt vor allem analgetisch und antipyretisch, also schmerzlindernd und fiebersenkend. Bis heute ist der Wirkungsmechanismus zwar noch nicht vollständig geklärt, man geht beim schmerzstillenden Effekt aber von einer stärkeren zentralen (von Gehirn und Rückenmark ausgehenden) Hemmung der Prostaglandinsynthese aus.

Ibuprofen – von allem etwas

Wie ASS auch, hemmt Ibuprofen die Cyclooxygenase I (COX-1) und II (COX-2) und damit die für das Entzündungs- und Schmerzgeschehen wichtige Prostaglandinsynthese. Der Wirkstoff Ibuprofen hat sowohl analgetische und antipyretische als auch antiphlogistische (entzündungshemmende) Eigenschaften.

Coffein – Verstärker & Beschleuniger

Coffein als Bestandteil von vielen Genussmitteln hat bekanntermaßen eine zentral anregende Wirkung und hilft z. B. kurzfristig bei Ermüdungserscheinungen. Der Wirkstoff ist aber auch in der Lage, u. a. die schmerzhemmenden Übertragungswege im zentralen Nervensystem zu verstärken. Hierfür blockiert Coffein als Antagonist (Gegenspieler) des Botenstoffes Adenosin die sogenannten Adenosin-Rezeptoren (spezielle Andockstellen) im Gehirn.

Die Kombination macht's

Die Idee hinter schmerzstillenden Kombinationspräparaten wie Thomapyrin® ist u. a. folgende:

  • Die verwendeten Analgetika haben teilweise unterschiedliche Zielstrukturen. Die Kombination der einzelnen Komponenten soll die vorherrschende Schmerzart deutlich effektiver bzw. präziser bekämpfen, als wenn sie einzeln eingenommen werden würden.
  • Durch eine gegenseitige Wirkungsverstärkung der kombiniert eingesetzten Analgetika kann zudem die Einzeldosis der schmerzstillenden Wirkstoffe reduziert und Nebenwirkungen damit verringert werden.
  • Coffein verstärkt nicht nur die schmerzlindernde Wirkung von Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen, es beschleunigt auch ihre Aufnahme in den Körper und somit den Wirkungseintritt.

Kombinationspräparate haben also den Vorteil, dass sie oft relativ schnell wirken (vor allem durch das Koffein) und die einzelnen Substanzen niedriger dosiert werden können. Dem steht der Nachteil gegenüber, dass ein sogenannter Entzugskopfschmerz (Kopfschmerzen nach Abklingen der Medikamentenwirkung) häufiger auftritt als bei Mono-Präparaten.

Letztlich ist das auch ein bisschen Glaubenssache. Es gibt auch unter Ärzten zwei Lager: strikte Vertreter der Ein-Wirkstoff-Präparate und Befürworter der Kombinationspräparate. Geht man nach den offiziellen Leitlinien, neigen die eher zur ersten Gruppe. Aber solange Ihnen ein solches Mittel hilft und Sie es nicht zu häufig einnehmen (mehr als 10 Tabletten pro Monat oder mehr als drei Tage nacheinander sind zu viel), ist alles okay.

Bei wem kommt Thomapyrin® in Frage?

Haupteinsatzgebiete für das schmerzstillende Kombinationspräparat Thomapyrin® sind laut Hersteller akute Kopfschmerzen unterschiedlichster Art.

Je nach Produktvariante sind die Indikationsgebiete von Thomapyrin® folgende:

  • leichte bis mäßige "normale", drückende Kopfschmerzen – Classic
  • stärkere (Spannungs-)Kopfschmerzen sowie Migräne – Intensiv
  • Kopfschmerzen mit Schulter- und Nackenverspannungen – Tension Duo

Während die beiden erstgenannten Arzneimittel bereits ab dem 12. Lebensjahr zugelassen sind, sollte das neuere Präparat Thomapyrin® Tension Duo dagegen erst ab 18 Jahren eingenommen werden.

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Gegenanzeigen beachten

Obwohl frei verkäuflich heißt es selbstverständlich noch lange nicht, dass Sie diese Präparate auch unbedenklich einnehmen können. Je nachdem, ob Sie Thomapyrin® in der Variante ASS, Paracetamol, Coffein oder in der Variante Ibuprofen plus Coffein zu sich nehmen, müssen Sie einiges berücksichtigen.

So sollten Sie Thomapyrin® beispielsweise nicht einnehmen, wenn Sie:

  • eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe haben
  • unter Magen- und/oder Darmgeschwüren leiden
  • eine erhöhte Blutungsneigung haben
  • unter schweren Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen leiden
  • eine schwere Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) haben
  • schwanger sind (insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel)

Thomapyrin bei Schilddrüsenüberfunktion nicht verwenden

Außerdem sollten gerade aufgrund des Koffein-Anteils Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) dieses Medikament nicht oder zumindest nicht häufiger bzw. in größeren Mengen einnehmen. Hier sollte man auf die Kombination verzichten und lieber zu den Einzelwirkstoffen ohne Koffeinzusatz greifen.

Wechselwirkungen & Grunderkrankungen

Sollten Sie ferner unter chronischen Erkrankungen leiden oder regelmäßig bestimmte Medikamente einnehmen, ist es generell ratsam, Thomapyrin® nicht ohne Rücksprache mit Ihren behandelnden Ärzten bzw. Ihrem Hausarzt einzunehmen.

Neben einer ganzen Reihe von Arzneimitteln, die in schwere Wechselwirkungen mit den einzelnen schmerzstillenden Wirkstoffen von Thomapyrin® treten könnten, gibt es auch diverse Krankheiten zu berücksichtigen, die bei einer Schmerztabletten-Einnahme einer besonderen ärztlichen Überwachung unterliegen.

Handeln Sie also nicht leichtsinnig und informieren Sie sich vorher, ob eine (wenn auch nur kurzzeitige) Kopfschmerz-Behandlung mit einer der genannten Kombinationspräparate für Sie auch wirklich unbedenklich ist.

Wie wird Thomapyrin® eingenommen?

Die Schmerzmittel Thomapyrin® Classic, Intensiv und auch Tension Duo stehen Ihnen in Tablettenform zur Verfügung. Bei der Einnahme von Thomapyrin® sollten Sie folgendes beachten:

  • Nehmen Sie die Tabletten immer mit einem Glas Wasser, vorzugsweise kurz vor oder mit einer Mahlzeit ein.
  • Die Einzeldosis beträgt sowohl bei Thomapyrin® Classic als auch bei Thomapyrin® Intensiv 1-2 Tabletten alle 4-8 Stunden. Maximal dürfen Sie 6 Tabletten pro Tag einnehmen.
  • Aufgrund des in Thomapyrin® Tension Duo enthaltenen Ibuprofens entspricht die Einzeldosis hier lediglich einer Tablette alle 6-8 Stunden. Maximal dürfen Sie 3 Tabletten pro Tag einnehmen.

In diesem Zusammenhang sollten Sie außerdem folgendes beachten: Da Kopfschmerzen in vielen Varianten auftreten und ihnen sehr unterschiedliche Ursachen zugrundeliegen können, sollten Sie frei verkäufliche Medikamente wie Thomapyrin® ohne ärztliche Rücksprache nicht länger als drei bis vier Tage einnehmen.

Welche Nebenwirkungen kann Thomapyrin® haben?

Zu den häufigsten möglichen Nebenwirkungen von Thomapyrin® (bei 1-10% der Behandelten) gehören u. a.:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung
  • leichter Blutverlust in Magen und/oder Darm
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Nervosität

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen) kommt es unter der Schmerztherapie mit Thomapyrin® auch zu Herzklopfen, Überempfindlichkeitsreaktionen an der Haut oder Sehstörungen. Viele weitere, seltenere Nebenwirkungen hängen in der Regel mit einer längeren und ggf. auch höher dosierten Einnahme der Schmerzmedikation zusammen.

Generell gilt aber: Sollte Ihnen unter der Einnahme von Thomapyrin® irgendetwas seltsam vorkommen, Sie sich zunehmend unwohl fühlen oder plötzlich Bauchschmerzen entwickeln, setzen Sie das Präparat umgehend ab und stellen Sie sich schnellstmöglich einem Arzt vor.

Quellen:

  • Rote Liste Service GmbH, Fachinformation Thomapyrin®.

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