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Lisinopril: Wirkung und Nebenwirkungen

Welche Wirkung hat der ACE-Hemmer Lisinopril (Lisibeta®, Acerbon®) auf die Herzfunktion? Und was für Nebenwirkungen können bei der Einnahme des Arzneimittels auftreten? Mehr zu diesen Themen lesen Sie in folgendem Beitrag.

Wirkung

Wie wirkt Lisinopril (Lisibeta®) auf Blutdruck und Herz?

Lisinopril senkt den Blutdruck und entlastet das Herz. Entsprechend wird das Medikament vor allem bei Bluthochdruck oder bei Herzschwäche (oder beidem) verschrieben. Das war die vereinfachte Erklärung.

Um das zu verstehen, muss man etwas tiefer einsteigen. Lisinopril gehört zur Gruppe der ACE-Hemmer. Alle Wirkstoffe dieser Gruppe greifen in einen komplexen Stoffwechselprozess ein, der als Renin-Angiotensin-Aldosteron-System bezeichnet wird – und zwar, in dem sie ein bestimmtes Enzym blockieren.

Blutdrucksenkung durch Gefäßentspannung

Im Endeffekt reduziert Lisinopril – wie andere ACE-Hemmer auch – die Bildung des gefäßverengenden Botenstoffs Angiotensin II. Gleichzeitig steigert es die Bildung des gefäßerweiternden Botenstoffs Bradykinin. Das Ergebnis: Die Gefäßspannung nimmt ab, der Blutdruck sinkt, das Herz wird entlastet.

Zudem führt der erniedrigte Angiotensin-II-Spiegel zu einer verminderten Freisetzung von Aldosteron aus der Nebennierenrinde, was sich unter anderem auf den Wasserhaushalt auswirkt und die Situation bei bestehendem Bluthochdruck oder einer Herzschwäche ebenfalls günstig beeinflussen kann. Damit ist auch das Haupteinsatzgebiet von Lisinopril beschrieben.

Auch nach Herzinfarkt eine Option

Aufgrund günstiger Effekte im Zellstoffwechsel am Herzen dient Lisinopril in den Wochen nach einem Herzinfarkt auch zur Vorbeugung gegen einen erneuten Infarkt. Wegen seiner nierenschützenden Eigenschaften wird Lisinopril zudem für die Behandlung bei Diabetes und/oder Bluthochdruck und beginnender Nierenerkankung herangezogen.

Oft kombiniert mit anderen Blutdrucksenkern

Lisinopril wird sowohl als alleiniges Medikament eingesetzt (Monotherapie) als auch in Kombination mit anderen Arzneimitteln, weil dann häufig synergistische Effekte beobachtet werden. Das bedeutet, dass sich die Substanzen in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken. Beobachtet wird das beispielsweise in der Behandlung des Bluthochdrucks durch Zwei- oder Dreifachkombinationen von Lisinopril (oder anderen ACE-Hemmern) mit Diuretika oder Kalziumantagonisten. Durch Kombination mit Diuretika können auch die Symptome einer Herzschwäche häufig  stärker gebessert werden als in Monotherapie.

Lisinopril ist als ACE-Hemmer der zweiten Generation schon länger am Markt und heute auch in Form zahlreicher Generika und in diversen Kombinationspräparaten verfügbar, z.B.

  • Acerbon®
  • Acercomp®
  • Coric®
  • Lisibeta®
  • LisiHEXAL®
  • Lisinopril TEVA®
  • Lisi TAD HCT®

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können unter Lisinopril (Lisibeta®) auftreten?

Insgesamt ist Lisinopril in der Regel gut verträglich. Die meisten Nebenwirkungen ergeben sich aus dem Wirkspektrum des ACE-Hemmers, also aus der Entspannung der Blutgefäße und dem Blutdruckabfall. Auch der Wasser- und Elektrolythaushalt wird durch das Medikament beeinflusst. Zu häufigen Nebenwirkungen zählen:

  • zu niedriger Blutdruck
    mit Folgen wie
    • Kopfschmerzen
    • Schwindel oder Benommenheit (vor allem beim Aufstehen)
  • Beschwerden im Verdauungstrakt wie Erbrechen und Durchfall
  • Probleme mit der Nierenfunktion

Auch der für die meisten ACE-Hemmer typische Reizhusten kann unter Lisinopril auftreten. Während dieser trockene Husten (manchmal mit Heiserkeit und Halsschmerzen) unabhängig von der Dosis auftritt, lässt sich ein zu starker Blutdruckabfall durch eine zunächst niedrige und dann langsam gesteigerte (einschleichende) Dosierung vermeiden.

Weitere, seltenere Nebenwirkungen

Auch Hautveränderungen wie Ausschläge und Nesselsucht (Urtikaria) mit Juckreiz können gelegentlich auftreten. Das ist der verstärkten Freisetzung von Bradykinin durch Lisinopril geschuldet. Dieser Botenstoff erweitert die Gefäße. Zur Senkung eines erhöhten Blutdrucks ist das gut, für eine intakte Haut weniger.

Die lange Liste der weiteren möglichen Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der Gebrauchsinformation zum Medikament. Für die Mehrzahl der Patienten ist die Einnahme von Lisinopril mehr oder weniger unproblematisch. In seltenen Fällen kann es allerdings auch zu heftigeren Ereignissen wie einem Asthmaanfall und starker Atemnot kommen. Oder zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Die werden als „gelegentlich“ (bei weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten) gelistet, mit der Bemerkung „möglicherweise als Folge eines übermäßigen Blutdruckabfalls bei Hochrisiko-Patienten“.

Weitere Präparate

Wie wirken Lisi-Puren, Lisi-Lich, Lisi-Henning, LisiHEXAL oder Lisigamma?

Alle genannten Medikamente enthalten den Wirkstoff Lisinopril. Es handelt sich also nur um Präparate verschiedener Hersteller, die alle komplett gleich zu bewerten sind.

Lisinopril ist ein ACE-Hemmer, der den Blutdruck senkt und das Herz entlastet. Der Effekt beruht auf einer Hemmung eines speziellen Enzyms. Das klingt einfach, der Wirkmechanismus von ACE-Hemmern und damit auch von Lisinopril ist aber durchaus kompliziert. Das Medikament greift mit seiner Enzymblockade in einen sehr komplexen Stoffwechselprozess ein, den selbst die meisten Ärzte nicht spontan erklären können.

Ob Sie Lisi-Puren®, Lisi-Lich®, Lisi-Henning®, LisiHEXAL®, Lisigamma®, Lisodura® oder das "Original" Acerbon® verschrieben bekommen, ist aber letztlich medizinisch einerlei. Ansonsten nur eine Preisfrage und für den Arzt oft auch davon abhängig, welche Krankenkasse mit welchen Anbietern welche Verträge abgeschlossen hat.

Quellen:

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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Kommentare: Archiv

Acerbon
04. April 2016 um 14:32 Uhr, Marion Burkhardt
Ich habe immer das Original-Produkt erhalten, bis die Kasse dieses nicht mehr bezahlte und meine Ärztin nicht mehr verschreiben durfte. Seitdem habe ich nur Probleme. Ich nehme jetzt Lisy Lich 10 mg. Seitdem leide ich unter Herzrasen, schwitzen und massiven Schlafstörungen. Ich schlafe seitdem nur 2-3 Stunden nachts. Keiner glaubt mir, dass es an dem neuen Präparat liegt. Aber die verschiedenen Hersteller können dies ja auch in ihrem Verfahren anders herstellen, es ist eben nicht egal, ob nur der Wirkstoff vorhanden ist, sondern auch die Herstellung. Ich bin total enttäuscht von den Krankenkassen und unserem Gesundheitssystem.
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