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Diuretika: Wirkung und Nebenwirkungen

Diuretika sind Entwässerungsmittel. Sie werden auch Wassertabletten genannt und spielen insbesondere bei Herzschwäche und Bluthochdruck eine große Rolle. Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe werden mithilfe der Diuretika über die Nieren ausgeschwemmt und damit Herz und Gefäße entlastet. Im folgenden Beitrag beantworten wir alle Fragen zur Wirkung, zur Anwendung und zu möglichen Nebenwirkungen.

Welche Medikamente gehören zu den Diuretika?

Zu den Diuretika (Wassertabletten) gehören zum Beispiel folgende Wirkstoffe:

  • Amilorid
  • Eplerenon
  • Furosemid
  • Hydrochlorothiazid (HCT)
  • Spironolacton
  • Torasemid
  • Xipamid

Auf welche Weise schwemmen Diuretika eigentlich mehr Wasser über die Nieren aus?

Um das zu beantworten, muss man ein wenig in die Anatomie der Nieren eintauchen. Wirkungsort der Diuretika (Entwässerungsmittel) sind die sogenannten Nephrone. Das Nephron ist die Funktionseinheit in den Nieren.

Die Nieren besitzen etwa eine Million Nephrone, die den Wasser-und Elektrolythaushalt des Körpers regulieren. Ein einzelnes Nephron ist ein komplexes Kanal- und Filtersystem, das mit einer winzigen Kläranlage verglichen werden kann. Es besteht aus dem Nierenkörperchen (Corpusculum renale) und dem angeschlossenen Nierenkanälchen (Tubulus).

Im Nierenkörperchen wiederum befindet sich eine Art Gefäßknäuel, bestehend aus winzigen Kapillaren (Glomerulus). Hier findet die Feinarbeit des Stoffaustausches zwischen Blut und Harn statt. Die verschiedenen Abschnitte des Nierenkanälchens (Tubulus) haben unterschiedliche Aufgaben der Abgabe und Aufnahme verschiedener Stoffe.

Zusammengefasst: Ein Nephron filtriert Primärurin aus dem Blut und gibt im Kanalsystem bestimmte Stoffe ab oder nimmt diese je nach Bedarf aus dem Primärharn auf. Ergebnis dieses Prozesses ist der endgültige Urin.

Diuretika beeinflussen in den Nieren die Abgabe von Flüssigkeit und von Elektrolyten. So wird beispielsweise das Ausscheiden von Natrium (Salz) gefördert und auf diese Weise Wasser ausgeschwemmt.

Wann sind Diuretika bei Bluthochdruck sinnvoll?

Besonders empfohlen werden Diuretika bei Bluthochdruck, wenn zusätzlich eine Herzschwäche besteht. Diuretika sind Entwässerungsmittel, sie schwemmen das Wasser aus, das sich durch die Herzinsuffizienz im Körpergewebe und im Kreislauf sammelt. So wird die Herztätigkeit erleichtert.

Hydrochlorothiazid & Co vor allem bei Älteren

Es gibt verschiedene Formen von Diuretika, die auch unterschiedliche Vorteile haben. Entwässerungstabletten aus der Gruppe der Thiazide werden in erster Linie bei älteren Menschen verordnet, wenn der Blutdruck nicht zu stark ausgeprägt ist. Zu den Thiaziden gehören z.B.:

Sehr ähnlich wie Thiazide wirken außerdem:

  • Chlorthalidon (Hygroton®)
  • Clopamid (Briserin®)
  • Indapamid (Natrilix®)
  • Mefrusid
  • Xipamid

Bei Asthma oft günstiger als Betablocker

Wenn gleichzeitig zu dem hohen Blutdruck auch eine Asthma-Erkrankung oder COPD vorliegt, werden Diuretika oft den Betablockern vorgezogen (weil einige Betablocker die Atemwege verengen können).

Die sogenannten Schleifendiuretika (Furosemid u.a.) werden vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei starker Herzschwäche gegeben, sie wirken besonders stark und schnell.

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Warum soll ich wegen meiner Herzschwäche Entwässerungsmittel einnehmen?

Bei einer Herzschwäche lagert der Körper leichter Wasser ein. Dies kann problematisch werden, wenn sich Wasser in den Beinen oder den Lungen sammelt. Medikamente können Ihnen dann helfen.

Team aus Herz und Nieren

Die Nieren sind hauptverantwortlich für unseren Wasserhaushalt. Sie produzieren jeden Tag bis zu 200 Liter sogenannten Primärharn. Das ist eine große Menge. 99% davon werden dann über ein ausgetüfteltes Röhrensystem wieder zurückgewonnen und nur circa 1 bis 1,5 Liter Endharn als Urin ausgeschieden. Auch den Haushalt verschiedener Salze wie Natrium und Kalium steuern die Nieren.

Das Herz greift über den Kreislauf und ein komplexes Hormonsystem regulierend ein. Damit findet ein enges Zusammenspiel zwischen Herz und Nieren statt. Erkrankt eines der beiden Organe, kann dieses Gleichgewicht in Schieflage geraten.

Wasser in den Beinen – wenn das Gewicht steigt

Wenn die Pumpkraft des Herzens abnimmt, scheiden die Nieren weniger Wasser aus. Dieses sammelt sich daraufhin im Körper an. Die Betroffenen haben dann wortwörtlich Wasser in den Beinen. Drückt man auf die Vorderseite der Schienbeine, so bleibt eine Delle im Unterhautgewebe zurück.

Außerdem leiden viele an Luftnot, anfangs bei körperlicher Anstrengung, später auch in Ruhe oder im Liegen. Manch einer benötigt nachts mehrere Kissen und kann nur im Sitzen schlafen.

Eine Überwässerung zeigt auch der Blick auf die Waage an. Ein Liter Wasser entspricht einer Gewichtszunahme von einem Kilogramm.

Tabletten helfen

Diuretika (Wassertabletten) setzen an den Nieren an. Sie fördern die Wasser- und Natriumausscheidung und helfen Ihrem Körper, ein neues, stabiles Gleichgewicht im Wasserhaushalt aufzubauen. Die gesteigerte Urinproduktion und vermehrte Abgabe von Urin entlastet außerdem die Gefäße und senkt den Blutdruck, so dass das Herz weniger pumpen muss.

Zu guter Letzt werden Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe oder in der Lunge ausgeschwemmt. Das verschafft Ihnen Erleichterung beim Gehen und Atmen. Außerdem verschwinden die zusätzlichen Kilos auf der Waage wieder.

Sie sehen also, dass es durchaus seinen Grund hat, wieso Ihr Arzt Ihnen Entwässerungsmittel verschrieben hat. Auch wenn es lästig sein kann, da Sie durch die Medikamente vermehrt zur Toilette gehen müssen, ist es wichtig, dass Sie sie wie empfohlen einnehmen. Achten Sie außerdem auf Zeichen einer Überwässerung wie Luftnot oder geschwollene Beine und auf Ihr Gewicht.

Diuretika gegen Herzschwäche: lieber morgens oder abends einnehmen?

Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort. Es gibt Für und Wider und die Entscheidung, ob man die Diuretika (Entwässerungstabletten) morgens oder abends einnimmt, ist eher eine Frage der Abwägung.

Wer abends Diuretika einnimmt, muss während der Nacht häufiger Wasser lassen. Je nachdem, wie gut man danach wieder einschlafen kann, kann es also zu einem gestörten Nachtschlaf kommen.

Dann kann die Einnahme der Tablette morgens empfehlenswert sein. Zu bedenken ist allerdings, dass dann tagsüber mit einer erhöhten Häufigkeit von Toilettengängen zu rechnen ist. Dies erfordert häufig eine Tagesplanung, die sich diesem Umstand anpasst. Dafür verläuft die Nacht jedoch ruhiger als bei der abendlichen Tabletteneinnahme.

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Welche Nebenwirkungen können Diuretika haben?

Es gibt unterschiedliche Diuretika, die auch verschiedene Nebenwirkungen haben können.

Die Diuretika werden in drei Hauptwirkstoffklassen eingeteilt:

  • Thiazide & Analoga
  • Schleifendiuretika
  • kaliumsparende Diuretika

Der Name beschreibt, wie und wo das jeweilige Medikament in den Nieren andockt und dem Körper Wasser entzieht.

Zu den gängigen Wassertabletten gehören Hydrochlorothiazid HCT (Esidrix®), Furoresmid (Lasix®), Torasemid (Torem®) und Spironolacton (Aldactone®). Furosemid bzw. Torasemid entfalten dabei ihren entwässernden Effekt an den Schleifen, Hydrochlorothiazid und Spironolacton jeweils an den Tubuli.

Sie alle entziehen dem Körper überschüssige Flüssigkeit und werden zur Ausschwemmung von Wasser in Beinen, Bauch oder Lunge bei schwerer Herzschwäche sowie Nieren- und Lebererkrankungen eingesetzt.

Kritisch sind Blutdruck, Nieren und Kalium

Durch die Ausschwemmung von Wasser durch die Diuretika kommt es zu starkem Harndrang. Damit Sie in der Nacht nicht zu oft zur Toilette gehen müssen, sollten Sie Ihr Diuretikum morgens nehmen. Wenn Sie das Medikament in geringer Dosis nehmen, ist diese Nebenwirkung weniger stark. Daher bieten sich u.U. die lang wirkenden Diuretika an.

Eine gemeinsame mögliche Nebenwirkung aller Diuretika ist eine zu starke Entwässerung (Dehydratation) oder "Austrocknung" (Exsikkose), die mit niedrigem Blutdruck, Schwindel und Unwohlsein verbunden sein kann. Auch die Niere leidet unter einer Dehydratation, und ihr Wert, das Kreatinin, steigt im Blut an. Wenn Sie unter Mundtrockenheit, Durst, Schwächegefühl und Schwindel, vielleicht sogar unter Schmerzen oder Krämpfen an den Muskeln oder Kopfschmerzen leiden, könnte dies auf den Verlust von Flüssigkeit, Salz oder Kalium zurückzuführen sein. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.

Nebenwirkungen einzelner Stoffe

Grundsätzlich ähneln sich Hydrochlorothiazid und Furoresmid bzw. Torasemid in ihren Nebenwirkungen. Beide können Zucker und Fettwerte erhöhen, die Blutgerinnung negativ beeinflussen und bei entsprechender Neigung Thrombosen verursachen. Auch allergische Reaktionen mit Juckreiz, Muskelkrämpfe und Blutbildveränderungen (reduzierte Zahl an Blutplättchen) sind möglich.

Spironolacton hingegen ist strukturell anders aufgebaut als die beiden zuvor genannten Medikamente. Es gleicht unter anderem den Sexualhormonen, wirkt daher antiandrogen (d.h. es hemmt die männlichen Sexualhormone) und kann Nebenwirkungen an Brust und Behaarung (Brustwachstum bei Männern, vermännlichte Behaarung bei Frauen), Impotenz oder Menstruationsstörungen auslösen.

Detaillierte Informationen zu den Medikamenten, ihrer Wirkungsweise und ihren Nebenwirkungen finden Sie auch bei den einzelnen Wirkstoffen, z.B. HCTFurosemidTorasemidSpironolacton.

Stimmt es, dass es durch Diuretika zu einem Kaliummangel kommen kann?

Ja. Allerdings ist dieser unerwünschte Begleiteffekt der Diuretika unterschiedlich, je nachdem, um welchen Wirkstoff es sich handelt und in welcher Dosierung er eingenommen wird.Während Arzneimittel wie Hydrochlorothiazid und Furosemid bzw. Torasemid Kalium mit dem Urin ausscheiden und zu niedrigen Werten führen (Hypokaliämie), erhöht Spironolacton das Kalium im Blut (Hyperkaliämie). Beides kann im Verlauf Herzrhythmusstörungen auslösen. Bei einer Therapie mit Diuretika müssen daher Kalium und Nierenwerte regelmäßig kontrolliert werden. 

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Einen Kaliummangel können Sie mit Bananen, Aprikosen, Gemüse und Trockenobst auszugleichen versuchen. Es gibt aber auch kaliumsparende Diuretika. Wenn Sie von Erbrechen, Übelkeit und Schmerzen im Bauch betroffen sind, sollten Sie das Medikament wechseln.

Lösen Diuretika (Wassertabletten) Muskel- und Wadenkrämpfe aus?  

Diese Frage ist nicht so leicht mit Ja oder Nein zu beantworten. Studien konnten bisher keinen klaren Zusammenhang zwischen Diuretika und Muskelkrämpfen zeigen. Die klinische Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Menschen verstärkt darunter leiden, wenn sie entwässernde Medikamente einnehmen.

Schuld daran sollen Veränderungen von Magnesium, Kalium und Calcium sein. Alternativ wird die "Volumenkontraktion", ein Volumenmangel, für die gerne nachts wiederkehrenden Schmerzen verantwortlich gemacht.

Wadenkrämpfe – gutartig, aber lästig

Viele Menschen leiden unter Wadenkrämpfen, und einige von ihnen nehmen Wasser- oder kombinierte Wasser-/Blutdrucktabletten ein. Die Beschwerden selbst sind von benigner, gutartiger Natur, aber schmerzhaft und lästig für die Betroffenen.

Ein klarer Zusammenhang zwischen Wadenschmerzen und Wassertabletten konnte in medizinischen Studien bisher jedoch nicht sicher nachgewiesen werden. Gleichwohl zeigen Beobachtung und klinische Erfahrung von Ärzten und Betroffenen, dass Muskelkrämpfe doch regelmäßig auftreten, wenn Diuretika im Spiel sind.

Dies wird auch beobachtet, wenn zum Beispiel einem Blutdruckmedikament eine Wassertablette hinzugefügt wird. In einigen Fällen wird das ursprüngliche Arzneimittel alleine gut vertragen, die Kombinationstablette mit Entwässerung führt jedoch zu Beschwerden und Krämpfen.

Fehlen Magnesium und Kalium?

Ein Grund für die lästigen Schmerzen können Veränderungen im Elektrolythaushalt (Salzhaushalt) sein, schließlich verliert der Körper je nach Diuretikum Magnesium, Kalium und/oder Calcium. Um Krämpfe auszulösen, müssen Elektrolytmängel jedoch deutlich und schwer ausfallen. Leichtere oder laborchemisch nicht nachweisbare Defizite führen in der Regel eher nicht zu Beschwerden. Eine weitere Erklärung für die Muskelprobleme wird in der sogenannten Volumenkontraktion vermutet, dem Flüssigkeitsmangel.

Unabhängig von Salz- und Wasserhaushalt führen verschiedene Krankheiten nachweislich zu Wadenkämpfen. Hierzu gehören zum Beispiel neurologische Krankheiten, verkalkte Beingefäße bei einer peripher vaskulären Erkrankung (pAVK), Veränderungen der Venen, Arthritis und eine Dialysetherapie.

Was hilft bei Wadenkrämpfen?

Leider gibt es dafür kein Allheilmittel. Viele Ratschläge und Mythen sind im Umlauf. Ein Stretching scheint am verlässlichsten zu helfen. Der Effekt von Magnesium ist fraglich, schadet aber in geringer Menge nicht.

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Wenn Sie Wassertabletten einnehmen und bei Ihnen Wadenkrämpfe auftreten, sollten Kalium, Magnesium und Calcium kontrolliert werden. Sind die Werte tatsächlich viel zu niedrig, müssen sie substituiert und ersetzt werden.

Verschiedene Therapiemöglichkeiten werden außerdem diskutiert und empfohlen. So soll die Gabe von Vitaminen helfen, in schweren Fällen werden stärkere neurologische Medikamente verordnet. 

Sprechen Sie beim Auftreten von Muskelkrämpfen mit Ihrem Arzt und fragen Sie ihn, was Sie tun können. In manchen Fällen hilft auch der Wechsel auf ein anderes Diuretikum.

Mythos Magnesium

Ob Magnesium-Tabletten bei Wadenkrämpfen tatsächlich helfen, ist nicht ausreichend erforscht und eher fraglich. Nur wenn ein schwerer Mangel eines Salzes wie Magnesium (oder auch Kalium und Calcium) in der Blutuntersuchung nachgewiesen wird, ist die Gabe des entsprechenden Elements hilfreich und auch notwendig. Das kann z.B. bei Menschen, die eine Dialyse bekommen, der Fall sein. Liegen die Werte jedoch im Normbereich, hilft zusätzliches Magnesium an sich nicht.

Dennoch hält sich die Annahme, dass Magnesium Krämpfe lindert und akut Beschwerden reduzieren kann. Sicher ist, dass zumindest in der üblichen Dosierung keine schwerwiegenden Nebenwirkungen zu erwarten sind. Werden jedoch zu viele Tabletten eingenommen, kann zum Beispiel Durchfall auftreten. Aufgrund mangelnder Alternativen und geringer Nebenwirkungen wird Magnesium von Laien und auch von Ärzten aber weiterhin empfohlen.

Regelmäßiges Stretching der Muskulatur

Bei einem Krampf liegt eine Störung in der Kommunikation von Nerv und Muskel vor. Der Muskel verharrt in einer Daueranspannung. Ein regelmäßiges Stretching scheint physiologisch gesehen sinnvoll und soll vorbeugend helfen. Auch bei einem akuten Krampf wird empfohlen, den Fuß nach oben zu ziehen und dem Krampf entgegenzuwirken.

Es gibt auch Medikamente auf dem Markt, die nachweislich Wadenkrämpfe lindern. Sie enthalten teilweise Chinin, sind verschreibungspflichtig und nicht ganz ungefährlich. Sie können zum Beispiel zu Herzrhythmusstörungen führen und werden daher sehr zurückhaltend eingesetzt.

Obwohl es sich um ein weitverbreitetes Problem handelt, hat die Medizin keine wirklich passende Antwort auf Ihre Frage. Falls Sie es noch nicht probiert haben, testen Sie doch einmal, ob auch Ihnen ein regelmäßiges Stretchen der Beine und Muskeln vor dem Schlafengehen hilft. Hierzu gibt es einige Videos im Internet. Wenn Muskelkrämpfe häufig und regelmäßig auftreten, sollten Sie das von Ihrem Arzt abklären lassen.

Was kann man gegen den Anstieg des Blutzuckers durch Diuretika tun?

Die Einnahme von Kalium kann der blutzuckersteigernden Wirksamkeit einiger Diuretika (Entwässerungstabletten) entgegen wirken. Auch wirksam ist eine Dosisreduktion oder die zusätzliche Einnahme kaliumsparender Diuretika wie Triamteren oder Amilorid.

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Zum Hintergrund:
Es ist bekannt, dass verschiedene Diuretika in den Nieren zu einer vermehrten Ausscheidung von Kalium führen. Die Bauchspeicheldrüse reagiert auf den nun geringeren Kaliumwert im Blut mit einer gedrosselten Insulinausschüttung. Da kommt dann der Blutzucker ins Spiel: Insulin sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Zellen aufgenommen wird. Verringert sich die Insulinwirkung, steigt der Blutzucker an.

Welche Diuretika (Medikamente zur Entwässerung) können bei Männern Erektionsstörungen verursachen?

Unter Behandlung mit den Entwässerungsmitteln aus der Gruppe der Thiazide (Clopamid, Hydrochlorothiazid) und Spironolacton kann es in seltenen Fällen zu Erektionsstörungen kommen. Dies ist allerdings kein Grund, diese Medikamente (auch Diuretika genannt) nicht weiter einzunehmen, zumindest nicht im Vorwege und ohne Rücksprache mit dem Arzt.

Erstens ist der Schutz des Herzens und der Gefäße im Zweifel sehr viel wichtiger, zweitens sind Schwierigkeiten mit der Erektion als Nebenwirkung selten. Sollte ein solches Problem auftauchen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt ganz offen darüber. Dann empfiehlt sich meist ein Medikamentenwechsel.

Die Präparate-Namen zu oben genannten Wirkstoffen:

Warum können Diuretika mitunter zu Erektionsproblemen führen?

Einige Diuretika haben einen hemmenden Einfluss auf das männliche Geschlechtshormon Testosteron.

Thiazide und verwandte Stoffe wie Hydrochlorothiazid, Spironolacton und Amilorid (allesamt Medikamente zur Entwässerung, Diuretika) können in Einzelfällen deshalb die Erektionsfähigkeit bei Männern beeinträchtigen.

Seltene, schwere Nebenwirkungen

Auch in den folgenden Fällen – die selten auftreten – müssen Sie sofort zum Arzt:

  • Jucken und Ausschlag auf der Haut deuten auf eine Allergie hin- Zusätzlich Herzrasen, Schwächegefühl und Atemnot auf einen schwereren Verlauf der Allergie.
  • Gelbliche Färbung und Jucken der Haut deutet auf eine Schädigung der Leber durch das Mittel hin.
  • Fieber und Schüttelfrost, Blut im Stuhl oder Urin oder kaffeesatzartiges Erbrechen sind Hinweise auf eine schwerwiegende Störung bei der Blutbildung.
  • Krämpfe oder Verwirrtheit mit raum-zeitlicher Desorientierung durch Austrocknung oder zu wenig ausgeschiedener Urin sind ebenfalls gravierende Störungen.

Diuretika: Bei welchen anderen Medikamenten muss man dann aufpassen?

Durch die gleichzeitige Einnahme von Diuretika und bestimmten Medikamenten kann es zu unerwünschten Effekten kommen. Deshalb sollte man über diese Wechselwirkungen Bescheid wissen, zumal einige dieser "gefährlichen" Parallel-Medikamente mitunter von ganz anderen Ärzten verordnet werden.

Wechselwirkungen von Diuretika mit häufig verschriebenen anderen Medikamenten sind (nur die wichtigsten):

  • Sogenannte NSAR, die bei Rheuma und Schmerzen verabreicht werden (zum Beispiel Ibuprofen, Diclofenac oder auch Acetylsalicylsäure), können die Wirkung der Diuretika beeinträchtigen.
  • Kortison-Präparate können bei gleichzeitiger Einnahme von Diuretika den Kalium-Spiegel im Blut zu stark sinken lassen.
  • Blutzuckersenkende Präparate bei Diabetes. Der Blutzucker muss öfter kontrolliert werden und die Medikamente müssen oft anders dosiert werden. Denn Diuretika können den Blutzucker ansteigen lassen.
  • Lithium gegen Depressionen: Diuretika erhöhen die Gefahr einer Überdosierung, weil sie die Lithium-Ausscheidung behindern können.
  • Digitalis bei Herzschwäche. Diuretika erhöhen die Wirkung von Digitalis.
  • Auch bei einigen Antibiotika ist Vorsicht geboten. Bitte studieren Sie dafür im Fall des Falles den Beipackzettel des Antibiotikums.

Warum soll ich mein Gewicht täglich kontrollieren, wenn ich Entwässerungstabletten (Diuretika) einnehme?

Das Gewicht liefert wichtige Hinweise auf die Wirksamkeit von Diuretika. Bei einer Gewichtszunahme ist die Dosierung des Diuretikums möglicherweise zu niedrig, so dass zu wenig Flüssigkeit ausgeschieden wird und sich diese in Körpergeweben eingelagert.

Eine zu starke Gewichtsabnahme wiederum kann eine zu hohe Ausscheidungsmenge bedeuten, so dass das Diuretikum zu hoch dosiert ist. Mögliche Folge ist eine Austrocknung (Dehydrierung) des Körpers. Hinweise auf eine Dehydrierung liefern auch Symptome wie Schwindel, Müdigkeit und Verwirrung.

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Die tägliche Gewichtskontrolle dient also auch der Anpassung der optimalen Dosis eines Entwässerungsmittels.

Welche Nachteile haben Diuretika?

Einige Diuretika können den Blutzucker ansteigen lassen, sollten also bei Diabetes oder Vorstufen von Diabetes (gestörte Glukosetoleranz) nur unter besonderer Vorsicht eingesetzt werden. Bei schweren Schäden an der Leber oder an den Nieren darf man nur Schleifendiuretika und Xipamid einnehmen. Die entsprechenden Werte müssen dann regelmäßig getestet werden. Da Diuretika die Harnsäurekonzentration im Blut steigen lassen, ist bei Gicht Vorsicht geboten.

Autoren: , Dr. med. Julia Hofmann, Fedor Singer & Dr. med. Jörg Zorn

 

Kommentare: Archiv

Nebenwirkungen bei Diuretika-Einnahme
Samstag, den 27. Juni 2015 um 07:10 Uhr, Eckard Müller
Leider habe ich jetzt feststellen müssen, dass ich in Verbindung mit Diuretika-Einnahme (dicke Füße sicher in Verbindung mit Blutdrucksenker) fürchterliche Wadenkrämpfe bekam und dann schon zweimal links und rechts Muskelfaserriss. Jetzt habe ich diese Entwässerungspillen weg gelassen - und die Wadenkrämpfe sind weg - und ich habe da auch keine Angst mehr, wieder diesen Muskelfaserriss zu bekommen. Also, da sind die dicken Füße wohl noch das kleinere Übel! 
Eckard
 
Diuretika und Nebenwirkungen
Dienstag, den 03. März 2015 um 07:37 Uhr, Simon
Ich nehme diese Diuretika ärztlich verordnet wegen dicken Füßen (Ursache dafür sicher der Blutdrucksenker) - und habe grad hier gelesen, daß diese Thrombose bewirken können. Diese hatte ich jetzt schon zweimal, sogar einmal mit Lungenembolie. Deshalb nehme ich nun Marcumar und soll das immer nehmen. Wer weiß, was das dann wieder für Nebenwirkungen auslöst. 
Ich habe den Eindruck, dass bei Tabletten die Nebenwirkungen das Zuverlässigste an der Wirkung sind. Momentan bin ich versucht, mal sämtliche Medikamente weg zu lassen, ich glaube, dass es mir dann wieder so gut gehen könnte, wie seit Jahren nicht mehr. SIMON
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