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Ernährung mit Diabetes: Fragen und Antworten

Die Ernährung spielt bei Diabetes naturgemäß eine große Rolle. Aber worauf sollten Betroffene achten? Welche Lebensmittel sind geeignet, welche eher zu meiden? Was ist beim Einkauf zu beachten? Und darf ich mir mit Diabetes auch mal was gönnen? Im folgenden Beitrag finden Sie zahlreiche Fragen und Antworten rund um die richtige Ernährung bei Diabetes mellitus.

Im Überblick: richtig essen und trinken bei Diabetes mellitus

Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik hat unlängst noch einmal die wichtigsten Ernährungsempfehlungen für Diabetiker zusammengefasst. Demnach sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Vermeiden Sie generell Übergewicht.
  • Schon eine Gewichtsabnahme von zwei bis drei Kilogramm kann die Blutzuckerwerte verbessern.
  • Mit Typ-2-Diabetes empfiehlt sich vor allem eine ballaststoff- und kohlenhydratreiche, aber fettarme Kost. Damit gelingt es oftmals, den Blutzuckerspiegel zu normalisieren und somit nicht (mehr) auf Medikamente angewiesen zu sein.
  • Auch Typ-1-Diabetiker verbessern ihre Stoffwechseleinstellung vor allem durch eine ballaststoffreiche, kohlenhydratberechnete und fettmodifizierte Kost.
  • Ballaststoffe haben für Diabetiker zweifachen Nutzen: Sie sättigen und machen die Gewichtsreduktion leichter. Zudem verzögern sie die Blutzuckersteigerung nach dem Essen. Deshalb: Statt auf Weißmehlprodukte auf Vollkornprodukte zurückgreifen.
  • Pflanzliche Fette sollten tierischen vorgezogen werden, da diese den Cholesterinspiegel erhöhen.

Welche Diät ist bei Diabetes am besten? 

Fettreduziert, vegetarisch, mediterran, kohlenhydratarm – was ist denn nun das Richtige für Diabetiker? Darüber gehen die Meinungen auch in Fachkreisen auseinander. Eine Forschungsgruppe am Deutschen Institut für Ernährungsforschung hat recherchiert.

Studien im Visier

Insgesamt wurden 56 Studien zu 9 unterschiedlichen Diäten unter die Lupe genommen. Bei solchen Metaanalysen können die jeweiligen Ergebnisse ausgewertet und die Effekte miteinander verglichen werden. Den Wissenschaftlern ging es darum herauszufinden, welcher Ernährungsansatz am vielversprechendsten ist, um den Blutzuckerspiegel in den Griff zu bekommen.

Die sogenannte glykämische Kontrolle bezieht sich dabei auf zwei Werte. Sie kann anhand des aktuellen Nüchternglukosewerts oder in Form des Langzeitwerts HbA1c bestimmt werden. Dieser wiederum besagt, wie viel des Farbstoffs Hämoglobin in den roten Blutkörperchen mit Glukose (Traubenzucker) beladen ist und liefert einen Überblick über den Blutzuckergehalt der letzten Wochen. Er sollte bei 6,5-7,5% liegen, d.h. mehr Hämoglobin sollte nicht "glykiert" sein.

Testsieger: die mediterrane Diät

Aber zurück zur Auswertung. Was den HbA1c-Wert anbelangt, konnte die Diät mit wenig Kohlenhydraten am meisten punkten. An zweiter Stelle stand die mediterrane Kost, auf Platz drei landete die Paläodiät, eine Ernährungsform, die sich an unseren Vorfahren in der Steinzeit orientiert.

Beim Nüchternblutzuckerwert schnitt dagegen die mediterrane Diätform am besten ab. Ihr folgte wiederum die Steinzeiternährung, während diesmal die vegane Kost den dritten Rang belegte.

Auch noch interessant: Die Methode mit wenig Fett konnte hinsichtlich der glykämischen Kontrolle am wenigsten ausrichten.

Fazit: Die mediterrane Diät, basierend auf viel frischem Obst und Gemüse, aber auch Olivenöl und Teigwaren, scheint nach dieser Untersuchung am besten geeignet zu sein, um den Blutzucker zu kontrollieren.

Vorteile der Mittelmeer-Küche

Der Hintergrund: Unter Mittelmeer-Diät versteht man eine Ernährung, die den Gepflogenheiten der Mittelmeer-Länder, und hier vor allem Italien entspricht (dass die Menschen dort mittlerweile auch immer mehr zum Fast Food übergehen, klammern wir hier mal elegant aus).

Die italienische Küche hat vor allem drei Vorteile für Menschen mit Diabetes:

    • Kohlenhydrate in Form von Teigwaren (Pasta, Nudeln) führen zu einem langsameren Blutzuckerantieg als z.B. nach Brot oder Reis. Sie haben einen niedrigen Glykämischen Index, wie man es im medizinischen Fachchinesisch ausdrückt. Auf deutsch: Gefährliche Blutzuckerspitzen direkt nach dem Essen treten deutlich seltener auf.
    • Das in der Mittelmeer-Küche verwandte Olivenöl hat einen schützenden Effekt auf die Blutgefäße und wirkt damit einer Arteriosklerose und der Gefahr eines Herzinfarkts entgegen. Olivenöl enthält v.a. mehrfach ungesättigte Fettsäuren (also "gutes" Fett) und außerdem viele der ebenfalls gesundheitsfördernden Antioxidantien.
    • In den Mittelmeer-Ländern wird traditionell mehr Obst und Gemüse als hierzulande gegessen, außerdem wird deutlich weniger tierisches Fett verzehrt.

    "Dass" ist wichtiger als "wie"

    Wie auch immer man die Ergebnisse der Auswertung aber auch bewerten mag – feststeht, dass es wichtig ist, überhaupt konsequent etwas an seiner Ernährung zu verändern. Denn alle Formen der Diät zeigten Wirkung. In anderen Studien wurde außerdem nachgewiesen, dass eine fettreduzierte Ernährung das Gewicht am effektivsten senken kann. Auch das ist schließlich bei vielen Diabetikern wünschenswert.

    Lassen Sie sich daher am besten beraten, und versuchen Sie, die Ernährung für sich zu finden, mit der Sie persönlich zurechtkommen und die Ihnen am ehesten entspricht. Es nützt nichts, ein paar Wochen lang verbissen an den vermeintlich besten Empfehlungen festzuhalten, um irgendwann frustriert aufzugeben, weil man es einfach nicht schafft, sie konsequent durchzuhalten.

    Am wichtigsten ist, dass Sie am Ball bleiben und bewusst einkaufen, kochen und essen. Ob Sie dabei mit Fleisch und Wurst oder mit Backwaren zurückhaltender sind, hängt natürlich auch von Ihren bisherigen Essgewohnheiten ab, ist aber letztlich nicht allein entscheidend.

    Fasten mit Diabetes?

    Übrigens: Fasten ist zwar generell auch für Menschen mit Diabetes möglich, sollte aber unbedingt vorher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Eine sogenannte Nulldiät ist zum Beispiel nicht empfehlenswert. Auch müssen die blutzuckersenkenden Medikamente in der Dosis angepasst werden.

    Muss man als Diabetiker spezielle Diabetiker-Lebensmittel kaufen?

    Nein, das wird heute nicht mehr empfohlen. Man kann sich als Diabetiker auch mit "normalen" Lebensmitteln optimal ernähren.

    Für Diabetiker geeignet?

    Viele Hersteller versuchen mit der Aufschrift "Für Diabetiker geeignet" Betroffene als Käufer zu gewinnen. Den Hinweis tragen oft Lebensmittel-Produkte, in denen Haushaltszucker durch Fruchtzucker oder Zuckeralkohole ersetzt wurde. Dieser Zuckeraustausch ist aber wissenschaftlich überholt. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) rät sogar ausdrücklich davon ab, diese Produkte zu kaufen, weil die Bezeichnung "Für Diabetiker geeignet" wissenschaftlich nicht geprüft und oftmals nicht gerechtfertigt ist.

    Vorsicht bei speziellem Gebäck

    Im übrigen ist bei "Diabetiker-Gebäck" nach Untersuchungen der Stiftung Warentest vor einigen Jahren sowieso Vorsicht angeraten, denn jedes dritte Produkt war mit erhöhten Mengen an Acrylamid belastet. Und Acrylamid steht spätestens seit der Diskussion um Bratkartoffeln, Pommes frites und Kartoffelchips unter Verdacht, Krebs auszulösen.

    Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen. Kalorien und Fettgehalt sollten eingeschränkt werden. Sogenannter Junk-Food (Fertiglebensmittel, Pommes Frites etc.), der viele Kalorien mit wenig Nährwert enthält, sollte unbedingt vermieden werden.

    Eine sehr gute Beratung, wie und was man essen sollte, bieten diabetisch geschulte Diätassistentinnen oder auch die Diabetiker-Schulungen.

    Ernährungstipps im Alltag

    5 am Tag: Mehr Obst und Gemüse essen

    Wir sollten möglichst viel Obst und Gemüse essen. Das wissen zwar die meisten, aber im täglichen Leben wird es dann doch gern mal vernachlässigt. Wenn Sie Diabetes haben, sollten Sie 45-60% der täglichen Energiemenge als Kohlenhydrate aufnehmen und dabei Lebensmittel bevorzugen, die reichlich Ballaststoffe enthalten. Ideal: die meisten Obst- und Gemüsesorten.

    Optimal sind 5 kleine Portionen Obst bzw. Gemüse pro Tag. Eine kleine Portion ist etwa eine Handvoll, also z.B. ein Apfel. Da beim Obst wiederum der Fruchtzucker zu bedenken ist, sollte die Verteilung optimalerweise folgendermaßen aussehen: 3 Portionen Gemüse, 2 Portionen Obst.

    Restaurantbesuch mit Diabetes und Übergewicht: Was soll man essen?

    Wenn Sie einen Typ-2-Diabetes und zugleich noch Übergewicht haben, ist ein Restaurantbesuch dennoch nicht verboten. Allerdings sollten Sie Ihre Wahl aus der Speisekarte mit Bedacht treffen.

    Versuchen Sie auch im Restaurant, bei der kalorienarmen Kost zu bleiben. Günstig sind z.B. Salate, Gemüse, Fisch oder mageres Fleisch. Als Nachtisch sind Früchte empfehlenswert, auf die Süßspeise sollten Sie lieber verzichten. Trinken Sie dazu reichlich (auch schon vor dem Essen), am besten Wasser oder ein anderes energiearmes Getränk.

    Warum ist ein Salat vor dem Hauptgericht empfehlenswert?

    Zum einen enthält Salat natürlich viele Vitamine. Aber im Falle von Diabetes noch entscheidender: Salat enthält auch viel Zellulose. Also pflanzliche Kohlenhydrate und Faserstoffe.

    Zellulose hat den Vorteil, dass es den Darm und die Zuckerverarbeitung eine Weile "beschäftigt" und die übrigen Kohlenhydrate langsamer verarbeitet werden. Die Folge: Der Blutzucker steigt nach dem Essen langsamer an. Deshalb ist es auch so wichtig, den Salat vor, und nicht nach dem Hauptgericht zu essen. Wenn Sie das tun, erniedrigen Sie automatisch den sogenannten Glykämischen Index Ihrer Speise.

    Einladung bei Freunden: Wie vermeide ich Blutzuckerausreißer?

    Wenn Sie bei Freunden zum Essen eingeladen sind, sollten diese im besten Fall wissen, dass Sie Diabetes haben und den Speiseplan entsprechend ausrichten. Wenn sie es nicht wissen und Sie um "ein bisschen zu viel essen aus Höflichkeit" nicht herumkommen (Vorsicht: Betrügen Sie sich nicht selbst!), sollten Sie die überschüssigen Broteinheiten (BE) einkalkulieren. Wenn Sie Insulin spritzen, nehmen Sie eine kleine Extradosis mit, die Sie nach dem Essen spritzen können.

    Auch ein ausgiebiger Verdauungsspaziergang, z.B. auf dem Nachhauseweg, ist ein gutes Mittel, um Blutzuckerspitzen zu korrigieren.

    Nudeln lieber al dente genießen

    Überkochte Pasta wird sehr weich und gibt Glukose noch leichter ab, was zu höheren Blutzuckerwerten führen kann. Lassen Sie Nudeln daher nicht zu lange kochen, sondern genießen Sie sie lieber mit etwas Biss.

    Guten Appetit!

    Muss ich vor dem Schlafengehen noch etwas essen, um eine nächtliche Unterzuckerung zu vermeiden?

    Das lässt sich nicht generell beantworten. Bei bestimmten Diabetes-Formen bzw. bestimmten Behandlungs-Schemata sollte aber vor dem Zubettgehen noch etwas gegessen werden.

    Dies sind:

    • Insulin-Behandlung mit dem Zwei-Spritzen-Rhythmus
    • wenn der Blutzucker vor dem Schlafengehen ungewöhnlich niedrig ist
    • wenn schon mehrfach nächtliche Hypoglykämien aufgetreten sind
    • nach besonders großen körperlichen Anstrengungen während des Tages
    • Besprechen Sie dieses Thema aber auf jeden Fall auch mit Ihrem betreuenden Arzt.


    Zucker und Süßes

    Darf man mit Diabetes noch Haushaltszucker zu sich nehmen?

    In Reinform sollte Haushaltszucker eher gemieden werden. Als Inhaltsstoff in Früchten oder verdünnten Fruchtsäften ist er okay (in Maßen). Insgesamt gilt: Wer seine Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Ballaststoffen ausstattet und zuckerhaltige Lebensmittel nicht ohne zusätzliche Eiweiße und Fette aufnimmt, der kann sich durchaus auch den Zucker im Kaffee erlauben.

    Anders sieht es bei einer drohenden Unterzuckerung (Hypoglykämie) aus. Hier ist ein Stück Zucker das ideale Gegenmittel. Jeder Diabetiker, der Insulin spritzt, sollte daher immer Stücke aus Rohrzucker oder Traubenzucker bei sich haben

    Diabetes: Sind auch Süßigkeiten und Gebäck noch erlaubt?

    Auch mit Diabetes darf man noch Süßigkeiten und Gebäck essen. Die Zeiten, in denen das verboten war, sind längst vorbei. Allerdings kommt es schon darauf an, was man genau isst und wie man die Behandlung darauf abstimmt. Folgende Regeln sollten Sie beim Naschen beachten:

    • Nach einer erhöhten Zufuhr an Kohlenhydraten muss auch die Dosierung der Diabetes-Tabletten oder des Insulins angepasst werden.
    • Wichtig sind dabei die Brot- oder Berechnungseinheiten, die Sie den sogenannten BE-Tabellen entnehmen können.
    • Diabetiker, die Insulin spritzen, müssen ihre Insulindosis an die Essenswünsche anpassen.
    • Und für alle gilt: Messen Sie regelmäßig Ihren Blutzucker, nach dem Naschen noch mehr als sonst.

    Tipps für Weihnachtsbäcker

    Das Thema Süßigkeiten und Gebäck wird traditionell einmal im Jahr besonders brisant: Weihnachten. Hier einige Tipps, wie man auch als Weihnachtsbäcker das Risiko einer Überzuckerung minimieren kann:

    • Bei den meisten Rezepten lässt sich der Zuckergehalt um rund ein Drittel senken, ohne dass mit geschmacklichen Einbußen zu rechnen ist.
    • Sowohl bei Hefeteig, Mürbeteig, Brandteig als auch bei Quark-Öl-Teig kann man den Zucker durch Süßstoffe ersetzen.
    • Statt Butter können Sie auch pflanzliche Fette oder Öle verwenden.
    • Vollkornmehl ist besser als Weißmehl. Der Wechsel funktioniert nicht bei jedem Gebäck, aber bei einigen schon. Wenn Sie Vollkornmehl verwenden, müssen Sie allerdings mehr Flüssigkeit dazugeben und den Teig noch intensiver kneten oder rühren als sonst, damit er nicht zu fest wird.
    • Generell sollten Sie trotz Weihnachten Maß halten: Es weder mit Süßigkeiten noch mit fetthaltigen Speisen übertreiben.

    Wie und womit kann ich meine Speisen süßen?

    Sie sollten zum Süßen eher keinen Zucker, sondern Süßstoffe verwenden. Zu den Süßstoffen gehören Saccharin, Aspartam, Cyclamat und Acesulfam K. Sie enthalten keinen Zucker und sind daher beim Süßen der Speisen unbedenklich.

    Können Süßstoffe auch zum Zubereiten von Kuchen oder Desserts verwendet werden?

    Ja. Allerdings verleihen sie der Speise lediglich die notwendige Süße, die sonstigen Eigenschaften des Zuckers (Masse, Klebrigkeit, Konsistenz) haben sie nicht. Wichtig ist, dass Sie beim Kochen oder Zubereiten mit Süßstoffen nach einem entsprechenden Rezept dosieren, damit Sie nicht versehentlich zu viel Süßstoff verwenden. Diese sind bei gleichem Gewicht sehr viel süßer als Zucker und verleihen, wenn Sie zuviel davon verwenden, den Speisen einen bitteren Geschmack.

    Für Backwaren, die aufgehen sollen, wie z.B. Gebäck oder Biskuits, sind Süßstoffe in Pulverform ungeeignet. Hier am besten in den Tipps der zahlreichen Diabetiker-Rezeptsammlungen stöbern.


    Fett und Eiweiß

    Günstige Fettlieferanten für Diabetiker

    Fette sollten bei Diabetikern im Idealfall etwa 25-35% der Nahrungsaufnahme ausmachen.

    Günstige Fettlieferanten sind z.B.:

    • pflanzliche Öle (besonders Rapsöl, Olivenöl, Nuss-Öl, Sojaöl, Sonnenblumenöl, Distelöl,)
    • Avocados
    • Nüsse
    • Fisch

    "Schlechtes" Fett

    Auf besonders fetthaltige Lebensmittel bzw. bestimme Fette sollte man mit Diabetes hingegen verzichten. Im Prinzip könnte hier eine unüberschaubar lange Liste an besonders fetthaltigen Lebensmitteln stehen. Wir wollen uns auf die besonders beliebten beschränken:

    • alle vollfetten Käsesorten
    • fast alle Wurstwaren
    • fettes Fleisch (v.a. Schweinefleisch)
    • Sahneprodukte

    Gute Eiweißquellen für Diabetiker

    Eiweiße sollten bei Diabetikern im Idealfall etwa 10-20% der Nahrungsaufnahme ausmachen.

    Günstige pflanzliche Eiweißlieferanten sind z.B.:

    • Getreideprodukte
    • Kartoffeln
    • Hülsenfrüchte
    • Nüsse
    • Soja
    • Tofu
    • fettarme Milchprodukte
    • mageres Fleisch (Huhn, Kalb, Lamm, Rind)

    Zu viel Eiweiß verschlechtert Insulin-Wirkung

    Eine hohe Eiweißaufnahme verschlechtert zumindest vorübergehend die Wirkung von Insulin bei übergewichtigen Menschen, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung zeigte. Offenbar führen die zugeführten Proteine über zelluläre Signalketten zu einer Abschwächung der Insulinwirkung. Die Folge könnte dann bei länger andauernder Eiweißzufuhr und entsprechender Risikokonstellation eine Insulinresistenz sein.

    Ballaststoffe aus Getreide verbessern dagegen die Insulinempfindlichkeit. Sie sind nicht nur unverdaulich, sondern reduzieren offenbar auch die Menge der über den Darm aufgenommenen Eiweiße. Vorausgesetzt, beide gelangen zeitgleich in den Darm. Günstig ist daher eine Kombination eiweißreicher Kost mit Ballaststoffen.

    Vitamine und Mineralstoffe

    Welche Mineralstoffe sind bei Diabetes besonders wichtig?

    Von besonderer Bedeutung sind bei Diabetes Zink, Chrom und Magnesium. Alle drei Mineralstoffe haben eine stimulierende Wirkung auf Insulin. Oder andersherum: Bei einem Mangel an diesen drei Mineralstoffen wird die Wirkung von Insulin herabgesetzt. Zink ist zudem gut für die Blutbildung und das Immunsystem. Besonders günstig wirkt Zink auf die Wundheilung, was gerade bei Diabetes sehr wichtig sein kann.

    In welchen Lebensmittel sind Chrom, Zink und Magnesium enthalten?

    Chrom ist u.a. in Fleisch, Haferflocken, Tomaten, Kopfsalat und Pilzen enthalten. Zink findet sich in tierischen Produkten wie Rindfleisch, Schweine- und Kalbsleber. Aber auch pflanzliche Lebensmittel enthalten Zink, allen voran Weizenkeime, Sesamsamen, Kürbiskerne und Kakao.

    Magnesiumreiche Lebensmittel sind Vollkornprodukte, grünes Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Tierische Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Milch und Käse enthalten nur wenig Magnesium, allerdings ist dieses für den Körper besser verwertbar. Gute Magnesiumlieferanten sind auch magnesiumreiche Mineralwässer. Achten Sie darauf, dass mindestens 100 Milligramm Magnesium pro Liter enthalten sind.

    Wie wichtig ist Vitamin B12 bei Diabetes?

    Vitamin B12 gehört wie alle Vitamine zu den Nährstoffen, die wir von außen zuführen müssen, um unseren Bedarf zu decken. Gut aufgefüllt reichen die Speicher in der Regel eine ganze Weile, um den Körper ausreichend zu versorgen.

    Bei Diabetikern kann es allerdings auch mal knapp werden. Und zwar dann, wenn jemand über längere Zeit mit Metformin behandelt wird. Metformin verändert nämlich die Schleimhautzellen des Darms, so dass sie weniger Vitamin B12 aufnehmen können. Die Folge ist eine Malabsorption (gestörte Aufnahme von Nahrungsbestandteilen), die letztlich in eine unzureichende Nährstoffversorgung mündet.

    Wie macht sich ein Mangel an Vitamin B12 bemerkbar?

    Ab einem gewissen Grenzwert können Mangelerscheinungen auftreten. Zu wenig Vitamin B12 führt langfristig zu folgenden Problemen:

    • Blutbildveränderungen: Anämie
    • neurologisch-psychiatrische Beschwerden wie Denkstörungen, Depressionen, Demenz

    Oft kommt ein Vitamin-B12-Mangel zunächst recht unscheinbar daher. Erste Anzeichen können Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Kopfschmerzen sein. Im Verlauf können Taubheitsgefühle an Armen und Beinen, Verwirrtheit und Koordinationsstörungen hinzukommen. Außerdem steigt die Anfälligkeit für Infekte.

    Was kann ich einem Vitamin-B12-Mangel vorbeugen?

    Gefährdet sind vor allem Menschen, die bereits seit längerer Zeit Metformin in höheren Dosen einnehmen. Wer länger als ein Jahr mehr als 1000 mg täglich zu einnimmt, sollte daher auf einen möglichen Mangel gescreent werden. Das gilt vor allem dann, wenn weitere Risikofaktoren wie ein höheres Lebensalter oder bestimmte Krankheiten wie entzündliche Darm- oder Magenerkrankungen bestehen.

    Aber auch Sie selbst können über die Ernährung etwas gegen drohende Mangelerscheinungen tun. Quellen für Vitamin B12 sind vor allem tierische Produkte. Auch Kalzium schützt indirekt vor erniedrigten Vitamin-B12-Spiegeln, da es die entsprechenden Effekte von Metformin entschärft. Kalzium findet sich in Milch und Milchprodukten. Veganer können sich an Grünkohl, Porree, Brokkoli oder Spinat halten, um ihren Bedarf an Kalzium zu decken. Auch kalziumreiches Mineralwasser eignet sich.

    Was bringt Vitamin B3 (Niacin) bei Diabetes?

    Niacin hat laut einer Studie einen positiven Einfluss auf die Bakterien in unserem Darm (Mikrobiom) und scheint damit indirekt auch den Blutzucker zu regulieren. Wichtig für eine gesunde Darmflora ist eine reiche Vielfalt an verschiedenen Bakterienarten. Und genau dafür sorgte Vitamin B3 in Untersuchungen.

    Vitamin B3 könnte damit in Zukunft eine wichtige Bedeutung in der Prävention und Therapie des Diabetes mellitus einnehmen. Wenn es gelingt, eine entgleiste Stoffwechsellage schon in ihren Anfängen (sogenannter Prädiabetes) aufzufangen, bricht die Erkrankung mit all ihren schädlichen Folgen womöglich gar nicht erst aus.

    Enthalten ist Niacin übrigens vor allem in tierischen Produkten und in Nüssen, findet sich aber auch in Vollkornprodukten und Gemüse.

    Diabetes: bessere Prognose mit Vitamin B1?

    Die Folgeschäden durch eine Diabetes-Erkrankung können möglicherweise eingedämmt werden, wenn man ausreichend Vitamin B1 (Thiamin) zu sich nimmt. Das deutet sich zumindest in Studien an. Endgültig wissenschaftlich gesichert sind die Erkenntnisse nicht, aber immerhin ein Indiz.

    Wer vorsorglich einem Vitamin-B1-Mangel vorbeugen möchte, sollte in seinen Speiseplan Sonnenblumenkerne, Weizenkeime, Sojabohnen und Vollkorngetreide einbauen. Auch Schweinefleisch enthält viel Vitamin B1, aber das ist aus vielen anderen Gründen kein ideales Nahrungsmittel.


    Getränke

    Mehr trinken – aber wie?

    Wenn der Blutzuckerspiegel erhöht ist, kommt es häufig zu vermehrtem Harndrang. Durch diesen Flüssigkeitsverlust droht Dehydration, d.h. die Austrocknung des Körpers. Gerade Diabetiker und Menschen, bei denen mehrmals erhöhte Glukosewerte im Blut gefunden wurden, sollten also über den Tag verteilt ausreichend trinken. Nur wie schafft man das im Alltag?

    Zunächst einmal sollte es das richtige Getränk sein. Kaffee, Schwarztee, Cola und Alkohol entziehen dem Körper Wasser. Fruchtsäfte oder Limonaden lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen – beides also letztlich ungünstig.

    Am besten geeignet ist und bleibt reines Wasser. Gönnen Sie sich hier unbedingt Ihre Lieblingsvariante: Wenn Sie z.B. gern eiskaltes Mineralwasser mit Kohlensäure trinken, dann sollten Sie nicht mit stillem Wasser aus dem Hahn vorlieb nehmen – und umgekehrt. Sinnvoll sind auch feste Rituale, wie das Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen oder das Glas direkt vor jeder Mahlzeit – was nebenbei auch den Hunger zügelt. Wenn Sie Flasche und Gläser gut sicht- und erreichbar platzieren und sich auch bei der Arbeit z.B. ein Memo-Kärtchen TRINKEN an den Computer heften, sollten Sie Ihren Wasserkonsum bald deutlich steigern können.

    Und vor allem: Wenn Sie erst einmal merken, wie viel besser Sie sich mit der ausreichenden Flüssigkeitsmenge fühlen, werden Sie sicher auch spontan öfter zum Wasserglas greifen.

    Was sind ideale Durstlöscher für Diabetiker?

    Ideal zum Durstlöschen sind Mineralwasser und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees. Versuchen Sie auf mindestens 1,5 Liter pro Tag zu kommen.

    Alle gesüßten Getränke wie Limonaden, Coca Cola etc. sollten Sie eher meiden bzw. nur in Maßen zu sich nehmen. Auch auf Bier als Durstlöscher müssen Sie verzichten. In geringen Mengen zum Genuss (nicht mehr als ein kleines Bier am Tag) ist auch Bier erlaubt, nicht aber zum Durstlöschen in größeren Mengen. Sprechen Sie darüber bitte auch mit Ihrem Arzt.

    Warum sind Getränke mit gelöstem Zucker so ungünstig bei Diabetes?

    Zucker, der in Flüssigkeit gelöst ist, lässt den Blutzucker sehr viel schneller ansteigen. Deshalb ist bei Kaffee oder Tee mit Zucker zum Beispiel Vorsicht geboten. Das gilt auch für gezuckerte Limonaden, Cola und Energy-Drinks.

    Darf ich mit Diabetes Kaffee trinken?

    Gegen ein, zwei Tassen Kaffee am Tag spricht grundsätzlich nichts, auch wenn Sie Diabetes haben. Es gibt sogar Studien, die dem Kaffee einen schützenden Effekt bei Diabetes nachsagen. Verantwortlich dafür könnten sogenannte Antioxidantien sein. Das sind Substanzen, die im Körper sauerstoffreiche und schädliche Stoffwechselzwischenprodukte abfangen. Sie finden sich im Kaffee, allerdings auch in vielen anderen Nahrungsbestandteilen, unter anderem in Vitaminen. Die Untersuchungen sind insgesamt mit Vorsicht zu genießen.

    Aufpassen sollten Sie allerdings beim Süßen. Am besten, Sie genießen Ihren Kaffee pur oder mit Milch (Probieren Sie es mal, man gewöhnt sich schnell daran.). Alternativ nutzen Sie Süßstoffe, keinen Zucker.

    Darf man als Diabetiker noch Alkohol trinken?

    Ja, aber nur in Maßen. Ein Glas Wein oder ein Bier am Tag sind in der Regel kein Problem. Wichtig: Diese Menge bezieht sich auf einen Tag, das heißt, eine Woche ohne Alkohol und es dann am Wochenende so richtig krachen lassen, ist keine schlaue Strategie. 

    Alkohol ist bei Menschen mit Diabetes vor allem deshalb ein Problem, weil er noch bis zu zwölf Stunden nach dem Genuss den Blutzuckerspiegel stark senken kann. Und eine plötzliche Unterzuckerung, das wissen die meisten Diabetiker, kann richtig gefährlich werden.

    Vermeiden lässt sich dieses Risiko vor allem dadurch, dass Sie beim Alkoholkonsum Maß halten. Zur Sicherheit sollten Sie immer zusätzlich einen zuckerhaltigen Snack zu sich nehmen. Und spätestens vor dem Schlafengehen noch einmal den Blutzucker messen. Ist er im normalen bis unteren Bereich, nehmen Sie lieber noch ein paar Broteinheiten zu sich.

    Warum führt Alkohol zur Unterzuckerung?

    Neben seinem Zucker- und Kaloriengehalt beschäftigt der aufgenommene Alkohol vor allem die Leber. Und hält sie damit von einer ihrer anderen Aufgaben ab, nämlich als Zuckerspeicherorgan kontinuierlich den Energielieferanten Zucker ins Blut abzugeben. Die Folge ist eine drohende Unterzuckerung. Schon ab einem Blutalkoholspiegel von 0,45 Promille ist die Zuckerfreisetzung gestört. Je mehr Alkohol im Körper ist, desto stärker wird dieser Stoffwechselprozess unterdrückt. Blutzuckersenkende Medikamente oder Insulin lassen den Blutzucker noch weiter sinken.

    Die Gefahren einer Unterzuckerung (Hypoglykämie), die im Extremfall zu Krampfanfällen bis hin zum Tod führen kann, werden zu allem Überfluss noch dadurch erhöht, dass das klassische "Notfall-Gegenmittel" Glukagon in diesem Fall nicht mehr sicher wirkt, weil die Leber unter Alkoholbelastung nicht mehr adäquat auf das Glukagon anspricht. Helfen tut dann im Notfall nur noch eine Injektion mit Traubenzucker.

    Welche alkoholischen Getränke sollten komplett gemieden werden?

    Generell sollten Sie mit Alkohol sehr zurückhaltend sein. Wenn Sie überhaupt Alkohol trinken, sollten Sie trockenen Wein bevorzugen. Der ist weniger blutzuckerwirksam als süßer Wein und übrigens auch als Bier. Ungeeignet sind alkoholische Getränke mit hohem Zuckergehalt. Dazu gehören z.B.:

    • aufgesetzte Brände (Apfelkorn)
    • Liköre
    • Dessertweine
    • halbtrockener und milder Sekt


    Quellen:

    • Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik
    • American Journal of Clinical Nutrition (Weickert et al., 2011; 94:1-13; DOI: 10.3945/ajcn.110.004374)
    • Paper online at: http://www.springerlink.com/content/r4723142882735l5/?p=de1637f799b94f9eaf1affc684404efb&pi=1
    • Deutsches Grünes Kreuz, Bundesinstitut für Risikobewertung

    Kommentare: Archiv

    Ernährung für Diabetiker
    Donnerstag, den 27. Juni 2019 um 13:20 Uhr, Manuela
    Hallo,
    es ist traurig, dass es hierzulande nicht möglich sein soll, die Verbraucher vollumfänglich und korrekt über die Inhaltsstoffe ihrer Nahrung zu informieren. In dem genannten Fall kann es ja zu ernsten Gesundheitlichen Folgen kommen. Die Ernährung für Diabetiker ist eben grundsätzlich anders, als die für Gesunde. Ich hoffe, dass der Gesetzgeber in Zukunft auch die Interessen der Konsumenten im Blick hat.
    LG Manu
    Alkoholgenuss in Verbindung mit Diabetes
    Sonntag, den 20. März 2016 um 13:05 Uhr, Leidecker
    Gerade das ist mein Problem. Ich habe Diabetes 2 und nehme regelmäßig morgens und abends je 1 Tablette Glucophage bei normaler Verträglichkeit, solange ich vorher keinen Alkohol getrunken habe, vielleicht 2 Gläser Rot- oder Weißwein.
    In dem Fall, habe ich am nächsten Morgen flüssigen bis etwas festeren Stuhl, aber jedenfalls keine normale Konsistenz. Was bedeutet das? Sollte ich evtl. das Medikament wechseln?
    Natürlich könnte ich problemlos auf den Alkohol verzichten, aber mir schmecken die beiden Gläser Wein gelegentlich am Abend sehr gut. Danke für eine hilfreiche Antwort.
    Fass Wein
    Mittwoch, den 11. Februar 2015 um 14:56 Uhr, Häwwelmann
    Ein wenig mehr wie nur ein Glas Wein macht doch sicher den Kohl auch nicht fetter als er schon ist. Ich fühle mich danach immer wohler als ohne.
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