Navigator-Medizin.de
   X   

[Krankheiten von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Medikamente von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Diagnostik & Laborwerte von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Therapieverfahren von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Gesundheitsthemen von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Symptome von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   
Suche

Ernährung mit Diabetes: Fragen und Antworten

Die Ernährung spielt bei Diabetes naturgemäß eine große Rolle. Aber welche Lebensmittel sind geeignet, welche eher zu meiden? Und darf ich mir auch mal was gönnen? Im folgenden Beitrag finden Sie zahlreiche Fragen und Antworten rund um die richtige Ernährung bei Diabetes mellitus.

Überblick

Wie isst und trinkt man richtig als Diabetiker?

Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik hat unlängst noch einmal die wichtigsten Ernährungsempfehlungen für Diabetiker zusammengefasst. Demnach sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Vermeiden Sie generell Übergewicht.
  • Schon eine Gewichtsabnahme von zwei bis drei Kilogramm kann die Blutzuckerwerte verbessern.
  • Mit Typ-2-Diabetes empfiehlt sich vor allem eine ballaststoff- und kohlenhydratreiche, aber fettarme Kost. Damit gelingt es oftmals, den Blutzuckerspiegel zu normalisieren und somit nicht (mehr) auf Medikamente angewiesen zu sein.
  • Auch Typ-1-Diabetiker verbessern ihre Stoffwechseleinstellung vor allem durch eine ballaststoffreiche, kohlenhydratberechnete und fettmodifizierte Kost.
  • Ballaststoffe haben für Diabetiker zweifachen Nutzen: Sie sättigen und machen die Gewichtsreduktion leichter. Zudem verzögern sie die Blutzuckersteigerung nach dem Essen. Deshalb: Statt auf Weißmehlprodukte auf Vollkornprodukte zurückgreifen.
  • Pflanzliche Fette sollten tierischen vorgezogen werden, da diese den Cholesterinspiegel erhöhen.

Diäten

Fasten mit Diabetes: Geht das?

Übrigens: Fasten ist zwar generell auch für Menschen mit Diabetes möglich, sollte aber unbedingt vorher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Eine sogenannte Nulldiät ist zum Beispiel nicht empfehlenswert. Auch müssen die blutzuckersenkenden Medikamente in der Dosis angepasst werden. Generell ist es aber möglich auch als Diabetiker bestimmte Diäten auszuprobieren, es ist sogar gut, denn ein gesundes Gewicht hilft auf Dauer vielen Erkanungen vorzubeugen. Und mit ein paar Hinweisen und Tipps lässt sich auch schnell die passende Diät finden:

Die beste Diabetiker-Diät

Welche Diät ist für Diabetiker am besten geeignet?

Fettreduziert, vegetarisch, mediterran, kohlenhydratarm – was ist denn nun das Richtige für Diabetiker? Darüber gehen die Meinungen auch in Fachkreisen auseinander. Eine Forschungsgruppe am Deutschen Institut für Ernährungsforschung hat recherchiert:

Studien im Visier

Insgesamt wurden 56 Studien zu 9 unterschiedlichen Diäten unter die Lupe genommen. Den Wissenschaftlern ging es darum herauszufinden, welcher Ernährungsansatz am vielversprechendsten ist, um den Blutzuckerspiegel in den Griff zu bekommen.

Welche Diäten sind in puncto HbA1c Testsieger?

  • 1. Platz: Diät mit wenig Kohlenhydraten
  • 2. Platz: mediterrane Diät
  • 3. Platz: Paläodiät (Ernährungsform, die sich an unseren Vorfahren in der Steinzeit orientiert)

Und wer ist Testsieger beim Nüchternblutzuckerwert?

  • 1. Platz: mediterrane Diät
  • 2. Platz: Paläodiät (Steinzeitdiät)
  • 3. Platz: vegane Kost

Auch noch interessant:

Die Methode mit wenig Fett konnte hinsichtlich der glykämischen Kontrolle am wenigsten ausrichten.

Fazit

Die mediterrane (Mittelmeer-) Diät, basierend auf viel frischem Obst und Gemüse, aber auch Olivenöl und Teigwaren, scheint nach dieser Untersuchung am besten geeignet zu sein, um den Blutzucker zu kontrollieren.

Welche Vorteile hat die Mittelmeer-Diät?

Die italienische Küche hat vor allem drei Vorteile für Menschen mit Diabetes:

1. Vorteil:

Kohlenhydrate in Form von Teigwaren (Pasta, Nudeln) führen zu einem langsameren Blutzuckerantieg als z.B. nach Brot oder Reis. Sie haben einen niedrigen Glykämischen Index, wie man es im medizinischen Fachchinesisch ausdrückt. Auf deutsch: Gefährliche Blutzuckerspitzen direkt nach dem Essen treten deutlich seltener auf.

2. Vorteil:

Das in der Mittelmeer-Küche verwandte Olivenöl hat einen schützenden Effekt auf die Blutgefäße und wirkt damit einer Arteriosklerose und der Gefahr eines Herzinfarkts entgegen. Olivenöl enthält v.a. mehrfach ungesättigte Fettsäuren (also "gutes" Fett) und außerdem viele der ebenfalls gesundheitsfördernden Antioxidantien.

3. Vorteil:

In den Mittelmeer-Ländern wird traditionell mehr Obst und Gemüse als hierzulande gegessen, außerdem wird deutlich weniger tierisches Fett verzehrt.

Schlusstipp: "Dass" ist wichtiger als "wie"

Wie auch immer man die Ergebnisse einzelner Studien bewerten mag – feststeht, dass es wichtig ist, überhaupt konsequent etwas an seiner Ernährung zu verändern. Denn alle Formen der Diät zeigten Wirkung. In anderen Studien wurde außerdem nachgewiesen, dass eine fettreduzierte Ernährung das Gewicht am effektivsten senken kann.

Und woher weiß ich nun, welche Diät für mich geeignet ist?

Lassen Sie sich am besten beraten, und versuchen Sie, die Ernährung für sich zu finden, mit der Sie persönlich zurechtkommen und die Ihnen am ehesten entspricht. Hierfür gibt es spezielle Ernährungsberatungen für Diabetiker, nutzen Sie also diese Möglichkeit, um sich nützliche Tipps und Infos abzuholen.


Lebensmittel

Darf ich mit Diabetes nur spezielle Diabetiker-Lebensmittel kaufen?

Nein, das wird heute nicht mehr empfohlen. Man kann sich als Diabetiker auch mit "normalen" Lebensmitteln optimal ernähren. Viele Hersteller versuchen mit der Aufschrift "Für Diabetiker geeignet" Betroffene als Käufer zu gewinnen.

Den Hinweis tragen oft Lebensmittel-Produkte, in denen Haushaltszucker durch Fruchtzucker oder Zuckeralkohole ersetzt wurde. Dieser Zuckeraustausch ist aber wissenschaftlich überholt. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) rät sogar ausdrücklich davon ab, diese Produkte zu kaufen, weil die Bezeichnung "Für Diabetiker geeignet" wissenschaftlich nicht geprüft und oftmals nicht gerechtfertigt ist.

Vorsicht bei speziellem Gebäck

Im übrigen ist bei "Diabetiker-Gebäck" nach Untersuchungen der Stiftung Warentest vor einigen Jahren sowieso Vorsicht angeraten, denn jedes dritte Produkt war mit erhöhten Mengen an Acrylamid belastet. Und Acrylamid steht spätestens seit der Diskussion um Bratkartoffeln, Pommes frites und Kartoffelchips unter Verdacht, Krebs auszulösen.

Junk-Food-Effekt vermeiden

Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen. Kalorien und Fettgehalt sollten eingeschränkt werden. Sogenannter Junk-Food (Fertiglebensmittel, Pommes Frites etc.), der viele Kalorien mit wenig Nährwert enthält, sollte unbedingt vermieden werden.

Eine sehr gute Beratung, wie und was man essen sollte, bieten diabetisch geschulte Diätassistentinnen oder auch die Diabetiker-Schulungen.

Zucker und Süßes für Diabetiker

Ist mit Diabetes noch Haushaltszucker erlaubt?

In Reinform sollte Haushaltszucker eher gemieden werden. Als Inhaltsstoff in Früchten oder verdünnten Fruchtsäften ist er - in Maßen - in Ordnung. Insgesamt gilt: Wer seine Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Ballaststoffen ausstattet und zuckerhaltige Lebensmittel nicht ohne zusätzliche Eiweiße und Fette aufnimmt, der kann sich durchaus auch mal den Zucker im Kaffee erlauben.

Gibt es auch Ausnahmesituationen?

Ja, anders sieht es bei einer drohenden Unterzuckerung (Hypoglykämie) aus. Hier ist ein Stück Zucker das ideale Gegenmittel. Jeder Diabetiker, der Insulin spritzt, sollte daher immer Stücke aus Rohrzucker oder Traubenzucker bei sich haben

Sind auch Süßigkeiten und Gebäck noch erlaubt?

Auch mit Diabetes darf man noch Süßigkeiten und Gebäck essen. Die Zeiten, in denen das verboten war, sind längst vorbei. Allerdings kommt es schon darauf an, was man genau isst und wie man die Behandlung darauf abstimmt. Folgende Regeln sollten Sie beim Naschen beachten:

1. Regel

Nach einer erhöhten Zufuhr an Kohlenhydraten muss auch die Dosierung der Diabetes-Tabletten oder des Insulins angepasst werden.

2. Regel

Rechnen Sie mit den Brot- oder Berechnungseinheiten, die Sie den sogenannten BE-Tabellen entnehmen können.

3. Regel

Diabetiker, die Insulin spritzen, müssen ihre Insulindosis an die Essenswünsche anpassen.

4. Regel

Messen Sie regelmäßig Ihren Blutzucker, nach dem Naschen noch mehr als sonst.

Wie sieht es mit der Weihnachtsbäckerei aus?

Das Thema Süßigkeiten und Gebäck wird traditionell einmal im Jahr besonders brisant: Weihnachten. Hier einige Tipps, wie man auch als Weihnachtsbäcker das Risiko einer Überzuckerung minimieren kann:

  • Bei den meisten Rezepten lässt sich der Zuckergehalt um rund ein Drittel senken, ohne dass mit geschmacklichen Einbußen zu rechnen ist.
  • Sowohl bei Hefeteig, Mürbeteig, Brandteig als auch bei Quark-Öl-Teig kann man den Zucker durch Süßstoffe ersetzen.
  • Statt Butter können Sie auch pflanzliche Fette oder Öle verwenden.
  • Vollkornmehl ist besser als Weißmehl. Wenn Sie Vollkornmehl verwenden, müssen Sie allerdings mehr Flüssigkeit dazugeben und den Teig noch intensiver kneten oder rühren als sonst, damit er nicht zu fest wird.

Darf ich dann naschen, so viel ich möchte?

Nein, Sie sollten trotz Weihnachten Maß halten und es weder mit Süßigkeiten noch mit fetthaltigen Speisen übertreiben.

Wie und womit kann ich meine Speisen süßen?

Sie sollten zum Süßen eher keinen Zucker, sondern Süßstoffe verwenden. Zu den Süßstoffen gehören Saccharin, Aspartam, Cyclamat und Acesulfam K. Sie enthalten keinen Zucker und sind daher beim Süßen der Speisen unbedenklich.

Können Süßstoffe auch zum Zubereiten von Kuchen oder Desserts verwendet werden?

Ja. Allerdings verleihen sie der Speise lediglich die notwendige Süße, die sonstigen Eigenschaften des Zuckers (Masse, Klebrigkeit, Konsistenz) haben sie nicht. Wichtig ist, dass Sie beim Zubereiten mit Süßstoffen richtig dosieren. Diese sind bei gleichem Gewicht sehr viel süßer als Zucker. Zu viel davon kann schnell bitter schmecken.

Sind Süßstoffe für alle Desserts geeignet?

Nein, für Backwaren, die aufgehen sollen, wie z.B. Gebäck oder Biskuits, sind Süßstoffe in Pulverform ungeeignet. Hier am besten in den Tipps der zahlreichen Diabetiker-Rezeptsammlungen stöbern und eine passende Alternative finden.


Was sind günstige Fettlieferanten für Diabetiker?

Fette sollten bei Diabetikern im Idealfall etwa 25-35% der Nahrungsaufnahme ausmachen.

Günstige Fettlieferanten sind z.B.:

  • pflanzliche Öle (besonders Rapsöl, Olivenöl, Nuss-Öl, Sojaöl, Sonnenblumenöl, Distelöl,)
  • Avocados
  • Nüsse
  • Fisch

Wichtige Vitamine und Mineralstoffe für Diabetiker

Warum sind Mineralstoffe bei Diabetes wichtig?

Von besonderer Bedeutung sind Zink, Chrom und Magnesium. Alle drei Mineralstoffe haben eine stimulierende Wirkung auf Insulin. Oder anders: Bei einem Mangel an diesen drei Mineralstoffen wird die Wirkung von Insulin herabgesetzt. Zink ist zudem gut für die Blutbildung und das Immunsystem. Außerdem hilft Zink bei der Wundheilung, was gerade bei Diabetes sehr wichtig sein kann.

In welchen Lebensmittel sind Chrom und Zink enthalten?

Chrom ist u.a. in Fleisch, Haferflocken, Tomaten, Kopfsalat und Pilzen enthalten. Zink findet sich in tierischen Produkten wie Rindfleisch, Schweine- und Kalbsleber. Aber auch pflanzliche Lebensmittel enthalten Zink, allen voran Weizenkeime, Sesamsamen, Kürbiskerne und Kakao.

Und wo findet sich Magnesium?

Vor allem in Vollkornprodukten, grünem Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen. Tierische Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Milch und Käse enthalten nur wenig Magnesium, allerdings ist dieses für den Körper besser verwertbar. Gut sind auch magnesiumreiche Mineralwässer. Achten Sie darauf, dass mindestens 100 Milligramm Magnesium pro Liter enthalten sind.

Wie wichtig ist Vitamin B12 bei Diabetes?

Vitamin B12 gehört wie alle Vitamine zu den Nährstoffen, die wir von außen zuführen müssen, um unseren Bedarf zu decken. Gut aufgefüllt reichen die Speicher in der Regel eine ganze Weile, um den Körper ausreichend zu versorgen. Bei Diabetikern kann es allerdings auch mal knapp werden...

...und zwar dann, wenn jemand über längere Zeit mit Metformin behandelt wird. Metformin verändert nämlich die Schleimhautzellen des Darms, so dass sie weniger Vitamin B12 aufnehmen können. Die Folge ist eine Malabsorption (gestörte Aufnahme von Nahrungsbestandteilen), die letztlich in eine unzureichende Nährstoffversorgung mündet.

Wie macht sich ein Mangel an Vitamin B12 bemerkbar?

Ab einem gewissen Grenzwert können Mangelerscheinungen auftreten. Zu wenig Vitamin B12 führt langfristig zu folgenden Problemen:

  • Blutbildveränderungen: Anämie (Blutarmut)
  • neurologisch-psychiatrische Beschwerden wie Denkstörungen, Depressionen, Demenz

Fällt ein Vitamin-B12-Mangel schnell auf?

Nein, oft kommt ein Vitamin-B12-Mangel zunächst recht unscheinbar daher. Erste Anzeichen können Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Kopfschmerzen sein. Im Verlauf können Taubheitsgefühle an Armen und Beinen, Verwirrtheit und Koordinationsstörungen hinzukommen. Außerdem steigt die Anfälligkeit für Infekte.

Wer ist von einem Vitamin-B12-Mangel betroffen?

Gefährdet sind vor allem Menschen, die bereits seit längerer Zeit Metformin in höheren Dosen einnehmen. Wer länger als ein Jahr mehr als 1000 mg täglich zu einnimmt, sollte daher auf einen möglichen Mangel gescreent werden. Das gilt vor allem dann, wenn weitere Risikofaktoren wie ein höheres Lebensalter oder bestimmte Krankheiten wie entzündliche Darm- oder Magenerkrankungen bestehen.

Wie kann ich einem Mangel vorbeugen?

Sie selbst können über die Ernährung etwas gegen drohende Mangelerscheinungen tun. Quellen für Vitamin B12 sind vor allem tierische Produkte. Auch Kalzium schützt, da es die entsprechenden Effekte von Metformin entschärft. Es findet sich in Milchprodukten. Veganer können sich an Grünkohl, Porree, Brokkoli oder Spinat halten, um ihren Bedarf an Kalzium zu decken. Auch kalziumreiches Mineralwasser eignet sich.

Was bringt Vitamin B3 (Niacin) bei Diabetes?

Vitamin B3 (Niacin) hat laut einer Studie einen positiven Einfluss auf die Bakterien in unserem Darm (Mikrobiom) und scheint damit indirekt auch den Blutzucker zu regulieren. Wichtig für eine gesunde Darmflora ist eine reiche Vielfalt an verschiedenen Bakterienarten. Und genau dafür sorgte Vitamin B3 in Untersuchungen.

Welche Lebensmittel haben viel Vitamin B3 (Niacin)?

Enthalten ist Niacin vor allem in tierischen Produkten und in Nüssen, findet sich aber auch in Vollkornprodukten und Gemüse.

Haben Diabetiker eine bessere Prognose mit Vitamin B1?

Die Folgeschäden durch eine Diabetes-Erkrankung können möglicherweise eingedämmt werden, wenn man ausreichend Vitamin B1 (Thiamin) zu sich nimmt. Das deutet sich zumindest in Studien an. Endgültig wissenschaftlich gesichert sind die Erkenntnisse nicht, aber immerhin ein Indiz.

Für den Fall: Worin ist viel Vitamin B1 enthalten?

Wer vorsorglich einem Vitamin-B1-Mangel vorbeugen möchte, sollte in seinen Speiseplan Sonnenblumenkerne, Weizenkeime, Sojabohnen und Vollkorngetreide einbauen. Auch Schweinefleisch enthält viel Vitamin B1, aber das ist aus vielen anderen Gründen kein ideales Nahrungsmittel.


Was sind gute Eiweißquellen für Diabetiker?

Eiweiße sollten bei Diabetikern im Idealfall etwa 10-20% der Nahrungsaufnahme ausmachen.

Günstige pflanzliche Eiweißlieferanten sind z.B.:

  • Getreideprodukte
  • Kartoffeln
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • Soja
  • Tofu
  • fettarme Milchprodukte
  • mageres Fleisch (Huhn, Kalb, Lamm, Rind)

Zu viel Eiweiß verschlechtert Insulin-Wirkung

Eine hohe Eiweißaufnahme verschlechtert zumindest vorübergehend die Wirkung von Insulin bei übergewichtigen Menschen, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung zeigte. Offenbar führen die zugeführten Proteine über zelluläre Signalketten zu einer Abschwächung der Insulinwirkung. Die Folge könnte dann bei länger andauernder Eiweißzufuhr und entsprechender Risikokonstellation eine Insulinresistenz sein.

Ballaststoffe aus Getreide verbessern dagegen die Insulinempfindlichkeit. Sie sind nicht nur unverdaulich, sondern reduzieren offenbar auch die Menge der über den Darm aufgenommenen Eiweiße. Vorausgesetzt, beide gelangen zeitgleich in den Darm. Günstig ist daher eine Kombination eiweißreicher Kost mit Ballaststoffen.

Ernährungstipps im Alltag

Mehr Obst und Gemüse essen?

Wir sollten möglichst viel Obst und Gemüse essen. Das wissen zwar die meisten, aber im täglichen Leben wird es dann doch gern mal vernachlässigt. Wenn Sie Diabetes haben, sollten Sie 45-60% der täglichen Energiemenge als Kohlenhydrate aufnehmen und dabei Lebensmittel bevorzugen, die reichlich Ballaststoffe enthalten. Ideal: die meisten Obst- und Gemüsesorten.

Und wie viel Obst und Gemüse?

Optimal sind 5 kleine Portionen Obst bzw. Gemüse pro Tag. Eine kleine Portion ist etwa eine Handvoll, also z.B. ein Apfel. Da beim Obst wiederum der Fruchtzucker zu bedenken ist, sollte die Verteilung optimalerweise folgendermaßen aussehen: 3 Portionen Gemüse, 2 Portionen Obst.

Restaurantbesuch mit Diabetes und Übergewicht: Überhaupt noch erlaubt?

Auch ein Restaurantbesuch ist natürlich nicht verboten. Allerdings sollten Sie Ihre Wahl aus der Speisekarte mit Bedacht treffen:

Bei kalorienarmer Kost bleiben

Günstig sind z.B. Salate, Gemüse, Fisch oder mageres Fleisch. Als Nachtisch sind Früchte empfehlenswert, auf die Süßspeise sollten Sie lieber verzichten. Trinken Sie dazu reichlich (auch schon vor dem Essen), am besten Wasser oder ein anderes energiearmes Getränk.

Warum ist ein Salat vor dem Hauptgericht empfehlenswert?

Zum einen enthält Salat natürlich viele Vitamine. Aber im Falle von Diabetes noch entscheidender: Salat enthält auch viel Zellulose. Also pflanzliche Kohlenhydrate und Faserstoffe. Zellulose hat den Vorteil, dass ...

... es den Darm und die Zuckerverarbeitung eine Weile "beschäftigt" und die übrigen Kohlenhydrate langsamer verarbeitet werden. Die Folge: Der Blutzucker steigt nach dem Essen langsamer an. Deshalb ist es auch so wichtig, den Salat vor, und nicht nach dem Hauptgericht zu essen. Wenn Sie das tun, erniedrigen Sie automatisch den sogenannten Glykämischen Index Ihrer Speise.

Einladung bei Freunden: Wie vermeide ich Blutzuckerausreißer?

Die Gastgeber sollten im besten Fall natürlich wissen, dass Sie Diabetes haben und den Speiseplan entsprechend ausrichten. Wenn das nicht der Fall ist und Sie um "ein bisschen zu viel essen aus Höflichkeit" nicht herumkommen (Vorsicht: Betrügen Sie sich nicht selbst!), sollten Sie die überschüssigen Broteinheiten (BE) einkalkulieren. Wenn Sie Insulin spritzen, nehmen Sie eine kleine Extradosis mit, die Sie nach dem Essen spritzen können.

Noch ein Tipp für den Heimweg

Ein ausgiebiger Verdauungsspaziergang, z.B. auf dem Nachhauseweg, ist auch ein gutes Mittel, um Blutzuckerspitzen zu korrigieren.

Wie bereite ich Nudeln am besten zu?

Überkochte Pasta wird sehr weich und gibt Glukose noch leichter ab, was zu höheren Blutzuckerwerten führen kann. Lassen Sie Nudeln daher nicht zu lange kochen, sondern genießen Sie sie lieber mit etwas Biss.

Guten Appetit!

Muss ich vor dem Schlafengehen noch etwas essen, um eine nächtliche Unterzuckerung zu vermeiden?

Das lässt sich nicht generell beantworten. Bei bestimmten Diabetes-Formen bzw. bestimmten Behandlungs-Schemata sollte aber vor dem Zubettgehen noch etwas gegessen werden. Dies sind:

  • Insulin-Behandlung mit dem Zwei-Spritzen-Rhythmus
  • wenn der Blutzucker vor dem Schlafengehen ungewöhnlich niedrig ist
  • wenn schon mehrfach nächtliche Hypoglykämien aufgetreten sind
  • nach besonders großen körperlichen Anstrengungen während des Tages
  • wenn Ihr betreuender Arzt dies aus speziellen Gründen empfohlen hat

Für Sie vielleicht auch noch interessant:

Kann man sich mit Diabetes rein vegetarisch ernähren?


Getränke

Mehr trinken – aber was genau?

Wenn der Blutzuckerspiegel erhöht ist, kommt es häufig zu vermehrtem Harndrang. Durch diesen Flüssigkeitsverlust droht Dehydration, d.h. die Austrocknung des Körpers. Gerade Diabetiker und Menschen, bei denen mehrmals erhöhte Glukosewerte im Blut gefunden wurden, sollten also über den Tag verteilt ausreichend trinken. Nur wie schafft man das im Alltag?

Lieber Wasser als zuckersüße Limonaden

Zunächst einmal sollte es das richtige Getränk sein. Kaffee, Schwarztee, Cola und Alkohol entziehen dem Körper Wasser. Fruchtsäfte oder Limonaden lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen – beides also letztlich ungünstig.

Am besten geeignet ist und bleibt reines Wasser. Gönnen Sie sich hier unbedingt Ihre Lieblingsvariante: Wenn Sie z.B. gern eiskaltes Mineralwasser mit Kohlensäure trinken, dann sollten Sie nicht mit stillem Wasser aus dem Hahn vorlieb nehmen – und umgekehrt.

Rituale können helfen, mehr zu trinken

Sinnvoll sind auch feste Rituale, wie das Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen oder das Glas direkt vor jeder Mahlzeit – was nebenbei auch den Hunger zügelt. Wenn Sie Flasche und Gläser gut sicht- und erreichbar platzieren und sich auch bei der Arbeit z.B. ein Memo-Kärtchen TRINKEN an den Computer heften, sollten Sie Ihren Wasserkonsum bald deutlich steigern können.

Wer mehr trinkt, hat auch mehr Durst

Wenn Sie erst einmal merken, wie viel besser Sie sich mit der ausreichenden Flüssigkeitsmenge fühlen, werden Sie sicher auch spontan öfter zum Wasserglas greifen.

Diabetes-Durstlöscher: Was ist gut und was gefährlich?

Was sind ideale Getränke für Diabetiker?

Ideal zum Durstlöschen sind Mineralwasser und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees. Versuchen Sie auf mindestens 1,5 Liter pro Tag zu kommen.

Und wenn es doch mal etwas süßes sein soll?

Alle gesüßten Getränke wie Limonaden, Coca Cola etc. sollten Sie eher meiden bzw. nur in Maßen zu sich nehmen. Auch auf Bier als Durstlöscher müssen Sie verzichten. In geringen Mengen zum Genuss (nicht mehr als ein kleines Bier am Tag) ist auch Bier erlaubt, nicht aber zum Durstlöschen in größeren Mengen.

Warum sind Getränke mit gelöstem Zucker so ungünstig bei Diabetes?

Zucker, der in Flüssigkeit gelöst ist, lässt den Blutzucker sehr viel schneller ansteigen. Deshalb ist bei Kaffee oder Tee mit Zucker zum Beispiel Vorsicht geboten. Das gilt auch für gezuckerte Limonaden, Cola und Energy-Drinks.

Darf ich mit Diabetes Kaffee trinken?

Gegen ein, zwei Tassen Kaffee am Tag spricht grundsätzlich nichts, auch wenn Sie Diabetes haben. Es gibt sogar Studien, die dem Kaffee einen schützenden Effekt bei Diabetes nachsagen. Aufpassen sollten Sie allerdings beim Süßen. Am besten, Sie genießen Ihren Kaffee pur oder mit Milch (Sie gewöhnen sich schnell daran). Alternativ nutzen Sie Süßstoffe, keinen Zucker.

Darf man als Diabetiker noch Alkohol trinken?

Ja, aber nur in Maßen. Ein Glas Wein oder ein Bier am Tag sind in der Regel kein Problem. Wichtig: Diese Menge bezieht sich auf einen Tag, das heißt, eine Woche ohne Alkohol und es dann am Wochenende so richtig krachen lassen, ist keine schlaue Strategie.

Warum nur in Maßen?

Alkohol ist bei Menschen mit Diabetes vor allem deshalb ein Problem, weil er noch bis zu zwölf Stunden nach dem Genuss den Blutzuckerspiegel stark senken kann. Und eine plötzliche Unterzuckerung, das wissen die meisten Diabetiker, kann richtig gefährlich werden.

Warum führt Alkohol zur Unterzuckerung?

Alkohol beschäftigt vor allem die Leber. Und hält sie damit von einer ihrer anderen Aufgaben ab, nämlich als Zuckerspeicherorgan kontinuierlich den Energielieferanten Zucker ins Blut abzugeben. Die Folge ist eine drohende Unterzuckerung. Schon ab einem Blutalkoholspiegel von 0,45 Promille ist die Zuckerfreisetzung gestört. Je mehr Alkohol im Körper ist, desto stärker wird dieser Stoffwechselprozess unterdrückt.

Lebensgefährliche Situation

Die Gefahren einer Unterzuckerung (Hypoglykämie), die im Extremfall zu Krampfanfällen bis hin zum Tod führen kann, werden zu allem Überfluss noch dadurch erhöht, dass das klassische "Notfall-Gegenmittel" Glukagon in diesem Fall nicht mehr sicher wirkt, weil die Leber unter Alkoholbelastung nicht mehr adäquat auf das Glukagon anspricht. Helfen tut dann im Notfall nur noch eine Injektion mit Traubenzucker.

Welche alkoholischen Getränke sollten Sie unbedingt meiden?

Wenn Sie Alkohol trinken, sollten Sie trockenen Wein bevorzugen. Der ist weniger blutzuckerwirksam als süßer Wein und übrigens auch als Bier. Ungeeignet sind alkoholische Getränke mit hohem Zuckergehalt. Dazu gehören z.B.:

  • aufgesetzte Brände (Apfelkorn)
  • Liköre
  • Dessertweine
  • halbtrockener und milder Sekt

Quellen:

  • Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik
  • American Journal of Clinical Nutrition (Weickert et al., 2011; 94:1-13; DOI: 10.3945/ajcn.110.004374)
  • Paper online at: http://www.springerlink.com/content/r4723142882735l5/?p=de1637f799b94f9eaf1affc684404efb&pi=1
  • Deutsches Grünes Kreuz, Bundesinstitut für Risikobewertung

Kommentare: Archiv

Ernährung für Diabetiker
Donnerstag, den 27. Juni 2019 um 13:20 Uhr, Manuela
Hallo,
es ist traurig, dass es hierzulande nicht möglich sein soll, die Verbraucher vollumfänglich und korrekt über die Inhaltsstoffe ihrer Nahrung zu informieren. In dem genannten Fall kann es ja zu ernsten Gesundheitlichen Folgen kommen. Die Ernährung für Diabetiker ist eben grundsätzlich anders, als die für Gesunde. Ich hoffe, dass der Gesetzgeber in Zukunft auch die Interessen der Konsumenten im Blick hat.
LG Manu
an Herrn Heitz
Montag, den 20. November 2017 um 09:46 Uhr, Navigator-Medizin
Hallo Herr Heitz,
bevor man öffentlich jemandem Quatsch vorwirft, sollte man besser richtig lesen. Der Tipp hier lautet, vor der Mahlzeit etwas zu trinken und Leichtes wie einen Salat zu essen, nicht etwa als Ersatz für die Hauptmahlzeit, sondern als Vorspeise. Dadurch wird von der Hauptmahlzeit dann weniger benötigt. Und da zu reichhaltiges Essen häufig gar nicht mit Hunger, sondern eher mit zu viel Appetit zu tun hat, ist ein gesunder Appetitstiller vor dem Essen viel wert. Zumindest dann, wenn man Übergewicht hat.
Ob das dann zwei große Glas Wasser oder zwei etwas kleinere Gläser Wasser sind, ist eine Nebensache, es geht darum, das Prinzip zu verstehen.
Viele Grüße
Ihr Navigator-Team
Selten so einen Quatsch gelesen
Montag, den 20. November 2017 um 01:23 Uhr, Dennis Heitz
Also erstmal sollte man schon quantitativ spezifizieren, wie viel "zwei Glas" sein sollen. Zweitens wird man bei dieser dummen Methode zwangsläufig bald wieder Hunger bekommen, weil Wasser und "Salat" normalerweise nicht lange vorhalten...
Alkoholgenuss in Verbindung mit Diabetes
Sonntag, den 20. März 2016 um 13:05 Uhr, Leidecker
Gerade das ist mein Problem. Ich habe Diabetes 2 und nehme regelmäßig morgens und abends je 1 Tablette Glucophage bei normaler Verträglichkeit, solange ich vorher keinen Alkohol getrunken habe, vielleicht 2 Gläser Rot- oder Weißwein.
In dem Fall, habe ich am nächsten Morgen flüssigen bis etwas festeren Stuhl, aber jedenfalls keine normale Konsistenz. Was bedeutet das? Sollte ich evtl. das Medikament wechseln?
Natürlich könnte ich problemlos auf den Alkohol verzichten, aber mir schmecken die beiden Gläser Wein gelegentlich am Abend sehr gut. Danke für eine hilfreiche Antwort.
Fass Wein
Mittwoch, den 11. Februar 2015 um 14:56 Uhr, Häwwelmann
Ein wenig mehr wie nur ein Glas Wein macht doch sicher den Kohl auch nicht fetter als er schon ist. Ich fühle mich danach immer wohler als ohne.
Inhaltsverzeichnis Top

Bluthochdruck

Bluthochdruck natürlich senken

Sie wollen sich und Ihrer Gesundheit etwas Gutes tun und sich vor Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall schützen? Fangen Sie bei Ihren Gefäßen an! Wie das auf ganz natürlichem Weg geht, erfahren Sie hier.

weiterlesen

 
Anzeige
Anzeige