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Brustkrebs: Risiko und Vorbeugung

Welche Risikofaktoren gibt es für Brustkrebs? Wird Brustkrebs vererbt? Was kann ich im Alltag tun, um mich vor Brustkrebs zu schützen? Im folgenden Beitrag beantworten wir Ihnen diese und zahlreiche weitere Fragen zu Risiken und Vorbeugung von Brustkrebs.

Welche Faktoren erhöhen das Brustkrebsrisiko?

Es gibt eine ganze Reihe an Faktoren, die statistisch das Brustkrebsrisiko erhöhen, unter anderem:

  • Alter (Brustkrebs nimmt mit steigendem Lebensalter zu)
  • Brustkrebs in der engeren Familie (Mutter oder Schwester)
  • nicht oder nur wenig gestillt (Frauen ohne Kinder erkranken häufiger)
  • Hormon-Einnahme in den Wechseljahren

Keine unnötige Angst, aber lieber regelmäßig untersuchen lassen

Bevor Sie sich jetzt beim Lesen dieser Zeilen zu große Sorgen machen: Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Sie bei Vorliegen dieser Kriterien ständige Angst haben müssen, Brustkrebs zu bekommen. Absolut ist das Risiko immer noch relativ gering, d.h. auch bei Vorliegen dieser Faktoren erkranken die meisten Frauen nicht! Allerdings ist bei Vorhandensein eines oder mehrerer dieser Kriterien eine häufigere Brustuntersuchung ratsam. Daher auch die regelmäßigeren Früherkennungsuntersuchungen in höherem Alter.

Ein Sonderfall ist das sogenannte Brustkrebs-Gen. Hierbei handelt es sich um eine genetische Veränderung, bei der das Risiko deutlich erhöht ist. Allerdings ist dieses Gen sehr selten, so dass eine Routine-Untersuchung auf das Brustkrebs-Gen von der Mehrzahl der Experten nicht empfohlen wird.

Ab welchem Alter besteht ein erhöhtes Brustkrebsrisiko?

Krebs ist grundsätzlich eine Erkrankung des höheren Lebensalters. Deshalb spielt er heutzutage bei einer alternden Bevölkerung auch eine weitaus größere Rolle als noch vor einigen Jahrzehnten.

Wie es aber mit den Risiken und den numerischen Statistiken dazu so ist, sagen sie für den Einzelfall wenig aus. Jeder bringt eine andere Veranlagung und mögliche auslösende Faktoren mit, die sein individuelles Risiko bestimmen.

So erkranken, wenn auch seltener, auch sehr junge Frauen an Brustkrebs. Wieder andere werden steinalt und bleiben dennoch ihr Leben lang von einer bösartigen Tumorerkrankung verschont.

Sonderfall Genetik

Wer in jungen Jahren an Krebs erkrankt, hat meist eine genetische Veranlagung dazu. Bei der Befragung durch den Arzt stellt sich oft heraus, dass auch Verwandte im engeren Familienkreis erkrankt sind. Das müssen nicht unbedingt dieselben Tumoren gewesen sein. Manche Genveränderungen sind auch für mehrere Krebsarten verantwortlich.

Spätestens, wenn bereits die Mutter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt ist, sollten die Alarmglocken schrillen. Dann können auch eine genetische Untersuchung und entsprechende Vorkehrungen sinnvoll sein.

Die Genetik ist aber nur das eine und bei weitem nicht die häufigste Ursache. Auch viele andere Faktoren wie Hormone, Kinderzahl und nicht zuletzt der individuelle Lebensstil spielen eine Rolle. Der wichtigste Risikofaktor ist und bleibt aber das Alter.

Brustkrebs in Zahlen

Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen und trifft sie im Vergleich zu anderen Krebsarten statistisch gesehen relativ früh, nämlich im Schnitt mit etwa 64 Jahren. Grundsätzlich steigt das Risiko ab dem 40. Lebensjahr, nimmt ab 50 nochmal deutlich zu und sinkt jenseits der 70 wieder ab.

An diesen Zahlen orientieren sich auch die gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen, auf die Frauen regelmäßig Anspruch haben. Ab dem 30. Lebensjahr steht jeder Frau eine jährliche Untersuchung mit Abtasten der Brust zu. Zwischen 50 und 69 Jahren wird zusätzlich ein Mammographie-Screening angeboten. Eine Einladung dazu erfolgt schriftlich alle zwei Jahre.

Wenn eine genetische Veranlagung besteht, können die Vorsorgeuntersuchungen vorgezogen werden und bereits ab dem 25. Lebensjahr erfolgen. Dann sind unter Umständen auch andere Methoden wie Ultraschall oder eine Kernspintomographie (MRT) sinnvoll, weil eine junge Brust sich hier besser darstellen lässt.

Fit ins Alter

Wie hoch das individuelle Risiko ist, kann Ihnen niemand sagen. Und das ist wohl auch gut so. Für Leib und Seele ist es allemal gut, sich fit zu halten und auf den eigenen Körper zu achten. Um gut ins Alter zu kommen, ist ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung das beste Patentrezept – übrigens nicht nur gegen Brustkrebs.

Kann Brustkrebs auch schon bei jungen Frauen auftreten?

Ja. Allerdings ist das selten. Wenn es schon in jungen Jahren zur Entwicklung von Brustkrebs kommt, spielen meistens genetische Ursachen eine Rolle.

Am häufigsten tritt Brustkrebs jenseits des 50. Lebensjahres und nach den Wechseljahre auf. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 64 Jahren. Aber Vorsicht: Das ist Statistik. Sie müssen deshalb mit 64 Jahren keineswegs besonders beunruhigt sein.

Wie häufig ist Brustkrebs genetisch verursacht?

Auch wenn den sogenannten Brustkrebsgenen in den Medien eine hohe Aufmerksamkeit zuteil wurde, sind sie nur an einer geringen Zahl an Brustkrebserkrankungen tatsächlich beteiligt. Von 100 Erkrankungen sind nach aktuellen Schätzungen etwa 5 bis 10 genetisch bedingt.

Allerdings gibt es über die "Brustkrebsgene" (BRCA 1 und BRCA 2) hinaus noch eine Reihe weiterer möglicher genetischer Zusammenhänge, die nur andeutungsweise erforscht sind. So oder so muss man aber davon ausgehen, dass die Gene nur einer von sehr vielen möglichen Faktoren bei der Entstehung von Brustkrebs sind.

Warum erkranken asiatische Frauen seltener an Brustkrebs als Europäerinnen?

Das ist noch nicht abschließend geklärt. Lange Zeit war man sich sicher, dass das geringere Brustkrebsrisiko der asiatischen Frauen mit der Ernährung zusammenhängt, insbesondere mit bestimmten Inhaltsstoffen in Sojaprodukten.

Mittlerweile ist man sich da nicht mehr so sicher, weil die Studiendaten hierzu uneinheitlich sind. Eine aktuelle These geht davon aus, dass die Frauen in Asien vor allem deshalb seltener an Brustkrebs erkranken, weil sie sich mehr bewegen und sehr viel seltener übergewichtig sind.

Stimmt es, dass Schwangerschaften und Stillen das Brustkrebsrisiko verringern?

Ja. Statistisch betrachtet haben Frauen ein um so geringeres Brustkrebsrisiko, je mehr Schwangerschaften und Stillperioden sie erlebt haben. Zurückgeführt wird dieser Zusammenhang auf die hormonellen Einflüsse während einer Schwangerschaft bzw. einer Stillperiode.

Es ist sogar so, dass die Länge des Stillens schon für sich einen Einfluss hat: Je länger das Stillen angedauert hat, desto geringer das Brustkrebsrisiko.

Erst Risiko, dann Schutz

Der protektive Effekt von Schwangerschaften lässt allerdings eine Weile auf sich warten. Forscher haben in einer breit angelegten Studie herausgefunden, dass Frauen erst viele Jahre nach der Schwangerschaft von dem schützenden Effekt profitieren. Nach Schwangerschaft und Geburt steigt das Risiko für Brustkrebs sogar zunächst an und sinkt erst nach etwa fünf Jahren wieder ab.

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Kinderkriegen lohnt sich

Allerdings galt das nur für Tumoren, die sensibel auf Östrogene reagierten. Diese Krebsarten nutzen die weiblichen Geschlechtshormone, um zu wachsen und zu gedeihen. Da während einer Schwangerschaft mehr Östrogene im Körper der Frau gebildet werden, finden bösartige Zellen hier reichlich Nahrung.

Das sollte jedoch keine Frau davon abhalten, ein Kind zu bekommen. Denn unterm Strich wirkt sich der Risikoanstieg kaum aus, da Brustkrebs vor der Menopause insgesamt selten ist. Wer dann als Mutter in das kritische Alter kommt, profitiert nach all den Jahren nicht nur vom fortan schützenden Effekt der Mutterschaft, sondern kann sich vielleicht auch schon über Enkelkinder freuen.

Außerdem: Wie immer ist bei derartigen statistischen Daten Vorsicht bei der Interpretation angebracht. Nur ganz wenige Frauen, die keine Kinder haben, erkranken tatsächlich an Brustkrebs. Und auch vier oder mehr Schwangerschaften bieten keinen hundertprozentigen Schutz. Für so einfache und trügerische Schlüsse ist die Entstehung von Brustkrebs ein viel zu komplexes und von vielen Faktoren abhängiges Geschehen.

Erhöhen Fehlgeburten oder Abtreibungen das Brustkrebsrisiko?

Nein! Für einen solchen Zusammenhang gibt es keinerlei wissenschaftlichen Hinweis. Leider wird dieser Mythos dennoch immer wieder diskutiert und – man könnte meinen künstlich – am Leben gehalten.

Welchen Einfluss hat die Regelblutung auf das Brustkrebsrisiko?

Es gibt einen nachgewiesenen Einfluss des Hormonhaushaltes (den weiblichen Geschlechtshormonen) und das Brustkrebsrisiko. Das gilt auch für die Regelblutung bzw. den Monatszyklus. Allerdings sind die genauen Zusammenhänge sehr komplex und noch immer nicht eindeutig geklärt.

Fest steht aber: Frauen, die ihre Regelblutung schon in relativ jungen Jahren bekommen haben und bei denen sie relativ spät wieder aufhört, haben ein erhöhtes Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Offenbar hat die kumulierte Menge der mit dem Monatszyklus einhergehenden Hormonschwankungen einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, dass sich Zellen bösartig verändern.

Allerdings sei hier auch ausdrücklich vor unnötigen Ängsten gewarnt: Die meisten Frauen, die früh ihre Regel bekommen haben und bei denen sie spät wieder aufgehört hat, bekommen trotzdem keinen Brustkrebs. Ihr Risiko ist zwar "relativ" erhöht, aber absolut betrachtet immer noch gering. Statistik ist halt extrem trügerisch.

Habe ich mit großen Brüsten ein höheres Risiko für Brustkrebs?

Das Wichtigste zuerst: Frauen mit großen Brüsten erkranken nicht häufiger an Brustkrebs als Frauen mit kleineren Brüsten.

Allerdings ist die Abtastung der Brust erschwert, d.h. evtl. vorhandene Knoten werden bei der Selbstabtastung oder auch bei der ärztlichen Untersuchung bei ungünstigen Lagen evtl. erst später entdeckt. Somit besteht indirekt doch ein etwas höheres Risiko – nicht für die Erkrankung selbst, aber für das Übersehen eines kleinen Knotens in der Vorsorge.

Stimmt es, dass Deos und Antitranspirantien das Brustkrebsrisiko erhöhen?

Wissenschaftliche Beweise dafür gibt es nicht. Das Gerücht freilich, die Anwendung von Deos oder Antitranspirantien könnte die Entstehung von Brustkrebs fördern, hält sich hartnäckig.

Genährt wird die Annahme einerseits durch seit Jahren herumgeisternde unseriöse Rund-Mails. Andererseits aber auch durch eine noch relativ junge Studie, in der in Tumorproben von Frauen mit Brustkrebs Rückstände von Konservierungsstoffen gefunden wurden. Und diese Konservierungsmittel waren solche, die auch in Deos und ähnlichen Kosmetika verwendet werden und die, wie sich jetzt herausgestellt hat, hormonähnliche Wirkung haben können.

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Mehr Mythos als Beweis

Aber selbst die Herausgeber der Zeitschrift, in der oben genannte Studie veröffentlicht wurde, weisen darauf hin, dass dies alles andere als ein Beweis für einen Zusammenhang sei. Sie fordern weitere Untersuchungen zu diesem Thema. Das Deutsche Krebsforschungszentrum weist auf seiner Internetseite ebenfalls sehr deutlich darauf hin, dass es für eine krebserzeugende Wirkung von Deos keinerlei Beweise gibt und führt das Thema im Kapitel "Keine Panik – Krebsmythen".

Kann man durch das Aluminium in Deos Brustkrebs bekommen?

Es gibt nur eine wahre Antwort auf diese Frage: Das ist unklar. Man weiß es einfach noch nicht. Alle anderen Antworten, die vermeintlich klare Wahrheiten vermitteln – von Horrormeldungen über Aluminium als todsicheren Krebsauslöser, bis hin zu abwiegelnden Kommentaren – sind falsch. Dahinter stehen entweder Hersteller, die weiter ihre Produkte verkaufen wollen, oder professionelle Panikmacher und Verschwörungstheoretiker.

Die Fakten

Manchmal ist es schwer, zu akzeptieren, dass man über bestimmte Risiken einfach noch zu wenig weiß. Aber im Falle von Aluminium in Deos und die damit einhergehende Brustkrebsgefahr ist das so.

Um Ihnen dennoch eine vernünftige Antwort auf die Frage nach der Gefahr durch Aluminium zu geben, fassen wir im folgenden einfach das zusammen, was definitiv fest steht:

  • In mehreren jüngeren Studien wurden in Gewebeproben von Brustkrebsknoten erhöhte Aluminium-Konzentrationen gefunden. Eine mögliche (aber nicht bewiesene) Quelle dieses Aluminiums sind Deodorants, da viele von ihnen schweißhemmende Aluminium-Salze enthalten.
  • Eine sogenannte Meta-Analyse aus dem Jahre 2008, in der die Ergebnisse aller verfügbaren Studien zu diesem Thema zusammengefasst wurden, lieferte keinen Beweis einer Krebsgefahr durch Aluminium bzw. Deodorants.
  • Die eher für ihre kritische Haltung bekannten Organisationen "Deutsches Bundesinstitut für Risikobewertung" und "Deutsches Krebsforschungszentrum") gaben im Jahre 2010 aufgrund der vorliegenden Daten Entwarnung.
  • In einer noch aktuelleren Einschätzung der Amerikanischen Krebsgesellschaft wird darauf hingewiesen, dass Aluminium-Verbindungen die Östrogen-Rezeptoren im Körper und speziell an der weiblichen Brust verändern können. Das ist durchaus von Bedeutung. Denn das weibliche Geschlechtshormon Östrogen hat bei bestimmten Brustkrebs-Formen wachstumsstimulierende Effekte.
  • Insbesondere wegen dieser letztgenannten Erkenntnis werten viele Experten Aluminium – und damit auch Aluminium-haltige Deodorants – als zwar nicht bewiesenen, aber als möglichen Risikofaktor für Brustkrebs.
  • Eine andere Labor-Studie aus dem Jahre 2012 hat Hinweise geliefert, dass Aluminium bei Brustzellen "atypisches Verhalten" auslösen kann, das mit Vorstufen einer Entartung vergleichbar ist. Allerdings wurde das Aluminium hier direkt in die Zellen injiziert, während das Aluminium in Deodorants diverse Barrieren überwinden muss, um zur Brust zu gelangen (also wahrscheinlich in deutlich kleineren Mengen dort ankommt).
  • Wie groß ein möglicherweise bestehendes Risiko durch Aluminium-haltige Deodorants ist, wie hoch also die Gefahr ist, deshalb tatsächlich Brustkrebs zu bekommen (1%?, 0,1%?, 00,1%?), ist noch völlig unklar.

Fazit

Eine Gefahr durch Aluminium in Deodorants ist zum jetzigen Zeitpunkt (2013) weder bewiesen noch auszuschließen. Um das zu klären, sind weitere, sehr viel gezieltere Studien notwendig. Bis das passiert, vergehen erfahrungsgemäß noch einige Jahre. Deshalb kann man allen besorgten Frauen nur dazu raten, aus Sicherheitsgründen auf Aluminium-haltige Deos und Kosmetika zu verzichten, bis hier mehr Klarheit herrscht.

Vorsicht mit Deos, die Paraben enthalten

Frauen sollten auf Deodorants verzichten, die den Konservierungsstoff Paraben enthalten. Dazu rät zumindest die Deutsche Krebsgesellschaft. Der Grund: Paraben erhöht möglicherweise das Risiko für Brustkrebs.

Konservierungsmittel in Tumoren gefunden

In einer britischen Studie wurde unlängst nachgewiesen, dass in Brustkrebs-Gewebeproben überzufällig häufig Paraben enthalten ist. Das ist zwar kein Beweis für einen direkten Zusammenhang, aber doch ein deutlicher Hinweis. Und es ist auch wissenschaftlich nachvollziehbar. Paraben nämlich hat eine dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ähnliche Wirkung – und Östrogen wirkt auf bestimmte Brustkrebsarten wachstumsfördernd. Über das Auftragen eines Deodorants könnte die Substanz ins Brustgewebe gelangen.

Bevor jetzt aber unnötige Ängste geschürt werden:

  • Paraben ist nur in den wenigsten Deodorants enthalten.
  • Da Paraben im Körper schnell abgebaut wird, ist eine Anwendung von Paraben-haltigen Kosmetika in anderen Körperregionen ungefährlich.
  • Bewiesen ist bislang nichts. Eine US-amerikanische Studie aus dem Jahre 2000 kam z.B. zum Ergebnis, dass Deos nichts mit dem Brustkrebsrisiko zu tun haben.

Wahrscheinlich ist die Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft wirklich der beste Rat: Einfach zur Sicherheit keine Deodorants kaufen, die Paraben als Konservierungsmittel enthalten.

Stimmt es, dass Bewegungsmangel und Übergewicht das Brustkrebsrisiko erhöhen?

Ja. Frauen mit Übergewicht erkranken statistisch häufiger an Brustkrebs. Und auch Bewegungsmangel hat einen nachgewiesenen ungünstigen Effekt.

Übergewicht gleich doppelt schädlich

Übergewicht ist ungesund, nicht nur für krebskranke Menschen. Forscher fanden nun heraus, dass überschüssiges Fett obendrein den Krebs anschüren kann.

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Es ist schon länger bekannt, dass Fettzellen einen bestimmten Botenstoff abgeben, der das Hungergefühl eindämmt. Dieses sogenannte Leptin sorgt somit dafür, dass wir weniger essen. Außerdem wird der Energieverbrauch angekurbelt, so dass der Körper mehr verbrennt. Dadurch wird die Fettmasse bei normalgewichtigen Personen recht konstant gehalten.

Zu viel Fett bringt dieses ausgewogene Gleichgewicht durcheinander. Die Fettzellen geben überproportional viel Leptin ab, das mit der Regulation aber irgendwann nicht mehr hinterherkommt.

Leptin im Übermaß beflügelt Krebszellen

Stattdessen könnte es sein, dass das Hormon anderweitig sogar Schaden anrichtet. Genau das vermuten die Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum München. Sie konnten zeigen, dass hohe Leptinspiegel, wie sie übergewichtige Menschen aufweisen, bösartige Brustkrebszellen beeinflussen. Diese werden dadurch noch aggressiver, breiten sich schneller aus und bilden leichter Tochtergeschwüre (Metastasen). Die Forscher stiegen noch tiefer in die dahinterliegenden Mechanismen ein und fanden heraus, dass über Leptin letztlich bestimmte Gene aktiviert werden, die die Krebszellen mobiler machen.

Übergewicht gilt schon länger als einer von vielen Risikofaktoren bei der Entstehung von Krebserkrankungen. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass die überschüssigen Pfunde auch bei bereits bestehenden Tumoren weiteres Unheil anrichten können. Es lohnt sich daher stets, auf sein Gewicht zu achten.

Zum Thema Sport:

Bereits seit einiger Zeit ist bekannt, dass sporttreibende Frauen seltener an Brustkrebs erkranken. Jetzt belegt eine neue Studie, wie wenig körperliche Bewegung bereits ausreicht, um einen Schutzeffekt zu erreichen. Es gibt nur ein großes Aber: Zunehmen darf man nicht.

Ein bisschen Sport und nicht zunehmen

Wie positiv sich sportliche Aktivität auf das Brustkrebsrisiko auswirkt, haben US-amerikanische Wissenschaftler in einem Vergleich von je 1.500 Frauen mit und ohne Brustkrebs nachgewiesen. Diejenigen, die sportlich aktiv waren, erkrankten weniger häufig an Brustkrebs. Am größten war dieser Effekt zwar bei den extrem sportlichen Frauen (10-20 Stunden Bewegung pro Woche). Aber eine Verminderung des Erkrankungsrisikos gab es auch schon bei sehr geringen Trainingszeiten.

Dieser positive Effekt der Bewegung zahlte sich aber nur aus, wenn die Frauen nicht zu viel Gewicht zulegten. Eine hohe Gewichtszunahme – insbesondere in und nach den Wechseljahren – steigert das Risiko für Brustkrebs erheblich. Die Studie belegt, dass eine stärkere Gewichtszunahme die durch den Sport gewonnenen Vorteile komplett aufzehrt.

Erhöht Alkohol das Brustkrebsrisiko?

Ja, ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und dem Brustkrebsrisiko ist nachgewiesen. Je mehr Alkohol eine Frau im Laufe ihres Lebens trinkt, desto höher ist ihre Wahrscheinlichkeit, Brustkrebs zu bekommen.

Eine US-amerikanische Studie kam unlängst sogar zu dem Schluss, dass 11% aller Brustkrebsfälle auf Alkoholgenuss zurückzuführen sind.

Allerdings mahnen wir zur Vorsicht bei der Interpretation dieser Daten. Wenn Sie ab und zu und in Maßen Alkohol trinken, müssen Sie sich deshalb keine Gedanken um Brustkrebs machen. Das wäre so, als würden Sie bei jedem Spaziergang an mögliche Autos denken, die auf den Bürgersteig geraten könnten. Das ist halt immer die Crux an derartigen statistischen Daten.

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Fest steht: Die meisten Frauen, die häufiger Alkohol trinken, erkranken nicht an Brustkrebs. Fest steht auch: Sie erkranken aber ein klein bisschen häufiger.

Erhöht Rauchen das Brustkrebsrisiko?

Nikotingenuss ist bekanntermaßen ein wesentlicher Risikofaktor für eine ganze Reihe schwerer Erkrankungen, darunter auch diverse Krebsarten. Lange Zeit ging man aber davon aus, dass Rauchen mit der Entstehung von Brustkrebs nichts zu tun zu hat. Doch das scheint nicht zu stimmen.

Eine US-amerikanische Studie stellte unlängst fest, dass Raucherinnen nicht nur häufiger an Brustkrebs erkranken, sondern auch öfter besonders bösartige Tumoren entwickeln. Und eine weitere Studie, ebenfalls aus den USA, kam zu dem Schluss, dass Frauen, die regelmäßig Zigarettenrauch ausgesetzt sind, doppelt so häufig an Brustkrebs erkranken.

Erhöhen belastende Umweltfaktoren das Brustkrebsrisiko?

Das wird immer wieder vermutet, vor allem auch von den Betroffenen selbst. Allerdings sprechen alle bisher vorliegenden Daten eher dagegen.

Demnach haben Umweltbelastungen zumindest mit dem Brustkrebsrisiko nichts zu tun. Allerdings sind solche Zusammenhänge auch nur sehr schwierig nachzuweisen.

Erhöhen zu enge Büstenhalter (BHs) das Brustkrebsrisiko?

Nein. Zumindest gibt es dafür nicht den geringsten wissenschaftlichen Anhaltspunkt. Gleichwohl ging das Gerücht, enge BH's würden Brustkrebs verursachen, eine ganze Weile hartnäckig um.

Und die Anfeuerer dieses Gerüchts hatten sogar "gute" Argumente: Ein zu enger Büstenhalter würde die Lymphbahnen abdrücken und damit den Abfluss schädlicher Stoffe aus der Brust behindern. Aber Tatsache ist: Sie müssen sich keine Sorgen wegen Ihrer zu kleinen BH's machen. Das Thema reiht sich nahtlos in die lange Liste von unbewiesenen bzw. falschen Krebsmythen ein.

Leider entstehen diese Mythen nicht selten sogar gezielt, entweder aus wirtschaftlichem oder aus politischem Interesse. Wer das Gerücht mit den Büstenhaltern aufbrachte, wissen wir allerdings nicht mit Sicherheit.

Wie kann ich mich vor Brustkrebs schützen, wenn ich ein stark erhöhtes genetisches Risiko habe? Muss ich mir die Brüste abnehmen lassen, wenn ich das Brustkrebs-Gen trage?

Als die Brustkrebs-Gene entdeckt wurden, wurde für Frauen, die ein solches Gen tragen, neben engmaschigen Kontrolluntersuchungen mitunter auch die Empfehlung ausgesprochen, sich vorbeugend beide Brüste abnehmen zu lassen ("prophylaktische Mastektomie"). Eine grausame Wahl (hohes Krebsrisiko oder keine Brüste mehr), die hierzulande zum Glück kaum noch getroffen werden muss.

Zum einen weiß man mittlerweile, dass die sogenannten Brustkrebs-Gene nur bei ganz wenigen Frauen mit Brustkrebs tatsächlich eine Rolle spielen. Zum anderen wird in Deutschland, wenn überhaupt, eher eine medikamentöse Prophylaxe mit bestimmten Hormonpräparaten empfohlen (Tamoxifen, Raloxifen). Allerdings gibt es einige andere Länder, in denen die prophylaktische Mastektomie sehr viel positiver beurteilt wird.

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Was kann ich im Alltag tun, um mein Brustkrebsrisiko zu verringern?

Das Brustkrebsrisiko wird u.a. durch Bewegungsmangel, Übergewicht und zu viel Alkohol erhöht. Deshalb gelten folgende Empfehlungen, um das Brustkrebsrisiko zu verringern: Bewegen Sie sich ausreichend viel, vermeiden Sie Übergewicht (auch und gerade nach den Wechseljahren) und trinken Sie nur wenig Alkohol.

Im Prinzip also alles Dinge, die auch sonst für eine gute Gesundheit wichtig ist.

Hat die Ernährung einen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko?

Sicher nachgewiesen ist das noch nicht. Allerdings gibt es zahlreiche Hinweise, dass dem so ist.

Ein Beispiel: Japanische Frauen erkranken deutlich seltener an Brustkrebs als Frauen in Europa oder Nordamerika. Lange Zeit hielt man das für einen genetisch angelegten besseren Schutz. Nun hat man aber festgestellt, dass in den USA lebende japanische Frauen, deren Familien schon seit mehreren Generationen in den Vereinigten Staaten leben, genauso häufig an Brustkrebs erkranken wie Amerikanerinnen. Dies sieht man als starkes Indiz für den Ernährungsfaktor, da sich die Ernährung über mehrere Generationen fast immer den Gepflogenheiten des jeweiligen Landes annähert.

Schützen Obst und Gemüse vor Brustkrebs?

Ein hoher Anteil an Obst und Gemüse in der Ernährung schützt vor vielem – allerdings nach bisheriger Datenlage nicht vor Brustkrebs. Zumindest konnten das groß angelegte Bevölkerungsstudien nicht nachweisen.

Bis vor einigen Jahren hatte man angenommen, dass derartige Ernährungsfaktoren einen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko haben. Der Hintergrund: Bei asiatischen Frauen, die in westliche Industrienationen eingewandert waren, stieg das (normalerweise eher geringere) Brustkrebsrisiko nach der Einwanderung deutlich an. Aber an der leichteren sowie gemüse- und obstreicheren Ernährung in Asien scheint das nicht zu liegen.

Angesichts der zahlreichen anderen positiven Effekte auf die Gesundheit sollte das aber Ihren Drang, reichlich Obst und Gemüse zu essen, nicht schmälern.

Mit mediterraner Küche gegen Brustkrebs

Eine gesunde Kost verringert das Risiko für Brustkrebs. Dabei ist vor allem die sogenannte mediterrane Küche zu empfehlen: Viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch und Wurstwaren, dafür mehr Fisch, eine Reduktion tierischer Fette und dafür reichlich pflanzliche Öle. Wer sich so ernährt und zudem noch sein Gewicht in Maßen hält, hat eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken. Dies zeigte nun einmal mehr eine Studie in Bad Kissingen.

Professor Monika Reuss-Borst und ihr Team befragten 165 Frauen mit Brustkrebs nach ihren Ernährungsgewohnheiten. Das Ergebnis: Die erkrankten Frauen hatten zuvor überdurchschnittlich viel Fleisch und Wurstwaren zu sich genommen. Rund 75% waren übergewichtig. Leider sei dieser Zusammenhang immer noch zu wenigen Frauen bekannt, betonte die Professorin.

Mit Jodsalz und Fisch Brustkrebs verhüten?

Dass ein Jodmangel in der Ernährung zum "Kropf" – einer vergrößerten Schilddrüse – führen kann, ist bekannt. Doch nun haben Forscher in Laborstudien festgestellt, dass eine zu geringe Jodzufuhr auch das Wachstum von Brustkrebszellen fördern kann.

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Genauer gesagt ist der entdeckte Zusammenhang eigentlich anders herum. Mit stark jodhaltigen Meeresalgen kann bei Tieren ein Brustkrebsherd wieder zurückgedrängt werden. Das liegt nach Ansicht der Studienautoren daran, dass Jod im Körper bestimmte zelluläre Wachstumsfaktoren hemmen kann. Im Entstehungsprozess von bösartigen Tumoren spielen auch spezielle Fettsäuren eine Rolle, die in zu großer Menge die Zellteilung beschleunigen können. Jod bildet mit diesen Fettäuren sogenannte Jodlaktone und bremst den Prozess auf diese Weise ein.

Statt Algen oder Jodtabletten lieber vollwertige Ernährung mit Jodsalz

Da man als Mensch nicht unbegrenzt Jod zu sich nehmen kann und getrocknete Algenextrakte, wie die in den oben genannten Studien bei Tieren angewandten, zu jodhaltig sind, bleibt es bei der ohnehin sinnvollen Empfehlung, sich vollwertig und damit auch jodhaltig zu ernähren. Häufiger mal Fisch oder andere Meerestiere auf dem Speiseplan sowie die Verwendung von Jodsalz sind also auch zur Verhütung von Brustkrebs zu empfehlen - auch wenn die Laborstudien kein endgültiger Beweise für diesen Zusammenhang sind.

Hormonstoffe aus Pflanzen senken Brustkrebsrisiko

Die Inhaltsstoffe von Pflanzen können krebshemmende Eigenschaften entfalten. Das haben jedenfalls Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) nachgewiesen. Die sogennanten Phytoöstrogene sollen insbesondere bei Brustkrebs das Sterberisiko sowie das Risiko für Metastasen oder einen Folgetumor um bis zu 40% verringern.

Phytoöstrogene sind pflanzliche Stoffe, die Ähnlichkeiten mit den menschlichen Hormonen aufweisen. Deshalb können sie in unserem Körper verarbeitet und zu Enterolakton umgewandelt werden. Und Enterolakton ist anscheinend in der Lage, das Wachstum von Brustkrebszellen zu hemmen. Prof. Dr. Jenny Chang-Claude und ihre Kollegen vom DKFZ ermittelten, dass Frauen mit einem hohen Enterolakton-Spiegel ein wesentlich geringeres Sterberisiko hatten als die Frauen mit dem niedrigsten Enterolakton-Spiegel. Das galt genauso für das Auftreten von Metastasen und Zweittumoren.

Warum die Skandinavier seltener erkranken

Dass Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere die Phytoöstrogene, krebshemmende Wirkungen entfalten, ist schon seit spätestens 1997 bekannt. Im sogenannten NordFood-Programm hatten Wissenschaftler den Grund dafür gesucht, dass die Bewohnerinnen der skandinavischen Länder seltener an Brust- und Darmkrebs erkranken. Dabei wurde als eine der Ursachen ermittelt, dass Skandinavier viel mehr Getreideballaststoffe zu sich nehmen. Aber gerade in der Schale des Vollkornroggens befinden sich hohe Anteile von Lignanen, die zu den Phytoöstrogenen gehören.

Chang-Claude betont in diesem Zusammenhang noch einmal, wie wichtig die Ernährung für die Vorbeugung vor Brustkrebs ist. Sie empfiehlt eine Kost reich an Vollkornprodukten, Salaten und Gemüse. Von zusätzlichen Nahrungsergänzungsmitteln rät sie ab.

Fahrradfahren schützt vor Brustkrebs

Frauen, die in ihrer Jugend und im jungen Erwachsenenalter regelmäßig Sport treiben, erkranken später seltener an Brustkrebs. Am ausgeprägtesten ist dieser Effekt beim Radfahren. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Rund 1.250 Frauen, darunter ein Viertel mit Brustkrebs, waren nach ihren sportlichen Aktivitäten in früheren Jahren befragt worden. Insgesamt bestätigte sich, was auch zuvor schon mehrfach beobachtet worden war: Regelmäßige Bewegung schützt vor der Entwicklung von Brustkrebs. Aufgeschlüsselt nach Sport- und Bewegungsarten, lag das Radfahren auf Platz 1: Frauen, die im Schnitt drei Stunden pro Woche radelten, hatten ein um 34% geringeres Brutskrebsrisiko.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass durch die körperliche Aktivität das Immunsystem trainiert wird und der Körper damit später gegen die Bildung von Krebsherden besser gewappnet ist. Dazu passt auch ein zweites Studienergebnis: Bei Frauen, die extrem viel Sport treiben, lässt sich kein schützender Effekt mehr nachweisen. Der wahrscheinlichste Grund: Ein Zuviel an Anstrengung schwächt die körperliche Abwehr eher.

Quellen:

  • Deutsche Krebsgesellschaft, Onko Internetportal, Brustkrebs: Basis-Infos für Patientinnen und Angehörige. Online unter www.krebsgesellschaft.de (Zugriff am 04.11.2019).
  • DocCheck.com; Rios Garcia M et al. (2017) Cell Metab. DOI: 10.1016/j.cmet.2017.09.018.
  • Journal of Clinical Oncology, 2011, DOI: 10.1200/JCO.2011.34.6478.
  • Dtsch Arztebl 1997; 94(47): A-3202 / B-2710 / C-2517.
  • DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2011; 136 (12): S. 575-581.
  • American Journal of Epidemiology, 157, 2, 121-130.
  • Cancer, DOI: 10.1002/cncr.27433.

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