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Brustkrebs: Behandlung

Wie wird Brustkrebs behandelt? Was ist für mich die individuell richtige Therapie? Spielt die Auswahl der Klinik eine Rolle? Im folgenden Beitrag finden Sie allgemeine Fragen und Antworten zur Behandlung von Brustkrebs.

Wie wird Brustkrebs behandelt?

Brustkrebs kann heutzutage vielfältig bekämpft werden. Welche Behandlung jeweils die beste ist, hängt sowohl vom Tumor als auch von Ihnen ab.

Mittel und Wege gegen den Krebs

Grundsätzlich besteht das therapeutische Arsenal bei Krebserkrankungen aus den folgenden drei Grundpfeilern:

Beim Brustkrebs und anderen Tumorarten, die entsprechend reagieren, kommt noch eine weitere wichtige Säule hinzu: die Hormontherapie.

Durch die rasante Entwicklung, die die Forschung im Bereich der Tumorentstehung, -biologie und -behandlung in den letzten Jahren genommen hat, geht die Tendenz immer mehr zu sehr speziellen und individuellen Therapien, die den Krebs an seiner jeweiligen Schwachstelle direkt angreifen und in seinem Wachstum behindern. Diese neuen Verfahren nennt man auch zielgerichtete Therapieformen (targeting therapies). Dazu gehört z.B. eine Behandlung mit Antikörpern.

Letztlich geht es um Sie

Welches dieser vielen Behandlungsmethoden bzw. welche Kombination daraus nun für Sie geeignet ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Prinzipiell ist jede Therapie individuell und erfolgt stets in Absprache mit Ihnen. Denn es geht nicht nur darum, den Krebs möglichst radikal anzugehen, sondern auch, Sie dabei so gut wie möglich zu schonen. Dabei muss man oft abwägen und auf der einen oder anderen Seite Abstriche machen.

Zunächst einmal ist entscheidend, in welchem Stadium der Krebs bei Ihnen entdeckt wurde. Ein Tumor kann entweder (noch) lokal begrenzt sein und allein in der Brust sein Unwesen treiben; oder er ist schon weiter fortgeschritten, hat die Lymphbahnen oder gar innere Organe befallen.

Vielleicht gehören Sie aber auch zu den Frauen, die bereits eine Brustkrebsbehandlung hinter sich haben und bei denen sich der Tumor erneut gebildet hat (sogenanntes Rezidiv). In all diesen Fällen wird die Erkrankung anders behandelt.

Manchmal reicht die Operation

Grob gesagt wird in frühen Stadien, die auf die Brust begrenzt sind, in erster Linie operiert. In manchen Fällen reicht es schon aus, den Tumor an Ort und Stelle zu beseitigen. Meist schließt sich aber zumindest noch eine Strahlentherapie an, um dem Krebs ein für allemal Einhalt zu gebieten.

Je weiter der Tumor fortgeschritten ist, umso mehr wird die Therapie "eskaliert", wie die Ärzte auch sagen. Eine Chemotherapie erhalten beispielsweise Frauen mit sehr großen oder aggressiven Tumoren oder diejenigen, bei denen der Tumor aus irgendeinem Grund nicht operiert werden kann.

Die Behandlung ist aber auch bei manchen Tumorarten angebracht. Krebs hat nämlich nicht nur bestimmte Ausmaße und Stadien, sondern auch ganz individuelle biologische Eigenschaften. Er kann z.B. Rezeptoren (Ankerstellen) für Hormone oder andere Substanzen ausbilden, auf die er reagiert. Bei diversen Tumortypen ist eine zusätzliche Chemotherapie dann von vorne herein sinnvoll. Eine Hormontherapie wiederum bietet sich logischerweise nur bei solchen Krebsarten an, die auch darauf reagieren.

Auch Alter und Vitalität spielen eine Rolle

Eine weitere Rolle spielt das Alter. Je nach dem, wann sich ein Brustkrebs entwickelt, ist die Prognose nämlich eher besser oder eher schlechter. Die Therapie richtet sich entsprechend danach, wie radikal man gegen den Tumor vorgehen muss. Außerdem ist natürlich relevant, ob eine Frau noch ihre Regelblutung bekommt oder schon in der Menopause ist. Für eine mögliche Hormontherapie ist diese Frage ganz entscheidend.

Das Alter und der Allgemeinzustand sind darüber hinaus auch deshalb wichtig, weil die Behandlung sich stets daran orientieren muss, was der jeweiligen Betroffenen zuzumuten ist. Wenn Sie jung und fit sind, stecken Sie eine Operation mit vorheriger und/oder anschließender Behandlung mit Tabletten oder Infusionen leichter weg als eine ältere, gebrechliche Dame.

Es gibt Leitlinien, die genaue Vorgaben machen, wann wer wie behandelt wird. An ihnen orientieren sich die Ärzte. Letztlich lässt sich aber kein "Fall" in eine Leitlinie pressen. Wie genau Sie behandelt werden, entscheiden Spezialisten verschiedener Fachrichtungen gemeinsam mit Ihnen.

Ist die geplante Behandlung richtig für mich?

Die Diagnose Brustkrebs wirft einen erstmal aus der Bahn. Viele Fragen, Ängste und Zukunftssorgen kommen auf. Und natürlich möchte jeder optimal behandelt werden und sicher sein, dass die Ärzte das Richtige tun.

Ein schmaler Grat

Tatsächlich ist es gar nicht so einfach, die individuell passende Therapie zu finden. Manchmal müssen Medikamente oder andere Behandlungsverfahren auch einfach ausprobiert und beobachtet werden, wie der Betroffene darauf reagiert, ob er davon profitiert, ohne zuviele Nebenwirkungen zu riskieren.

Jede Krebsbehandlung ist ein kritische Abwägen zwischen Nutzen und Risiken. Schließlich geht es nicht allein darum, den Krebs möglichst effektiv zu bekämpfen, sondern auch, Sie dabei so gut wie möglich zu schonen.

Mit Vertrauen und Überzeugung

Die Grundlage jeder Behandlung ist Vertrauen. Es ist sehr wichtig, dass Sie sich in der Klinik gut betreut und bei Ihren behandelnden Ärzten in guten Händen wissen. Das gibt Ihnen und Ihren Angehörigen nicht nur ein sicheres Gefühl, sondern ist auch für Ihre weitere Genesung entscheidend.

Denn bei aller wissenschaftlichen Evidenz und statistisch vorhersagbarem Nutzen einzelner Behandlungsoptionen bleiben Sie mit Ihrer Erkrankung in Ihrer individuellen Lebenssituation einzigartig. Jeder reagiert unterschiedlich auf Medikamente, steckt eine Operation anders weg als ein Mitbetroffener, verträgt eine Bestrahlung vielleicht weniger gut. Das liegt an der individuellen körperlichen, aber auch emotionalen und seelischen Verfassung.

Entscheidend für den Behandlungserfolg sind daher nicht nur bewährte Therapieverfahren, sondern auch Ihre persönliche Einstellung dazu. Je mehr Sie selbst hinter der Behandlung stehen, umso besser sind Sie im Kampf gegen den Krebs gerüstet.

Die richtige Klinik finden

Aber woher nimmt man dieses Vertrauen? Manches lässt sich recht gut steuern und vorhersagen. Es gibt qualifizierte Kliniken und Brustkrebszentren, die sich auf die Behandlung der Erkrankung spezialisiert haben. Sie durchlaufen regelmäßige Qualitätskontrollen und müssen nicht nur bei der Behandlung auf dem aktuellen Stand sein, sondern auch ein entsprechendes Umfeld und die dazugehörige Betreuung anbieten. So gehört heutzutage beispielsweise eine psychoonkologische Unterstützung zur Behandlung von Brustkrebs dazu.

Informieren Sie sich über die Kliniken und Ihre Angebote. Sehen Sie sich die Internetseiten an und schauen Sie, ob Sie sich dadurch angesprochen fühlen. Fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unklar ist. Am besten wenden Sie sich dabei erst einmal an Ihren behandelnden Frauen- oder Hausarzt, der Sie bei Bedarf auch in eine entsprechende Klinik überweisen wird.

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In guten Händen

In der Klinik selbst und auch bei der ambulanten Weiterbehandlung nach der Entlassung kommt es sehr auf den Draht zu den jeweiligen Ärzten an, die Sie betreuen. Bei der Behandlung von Brustkrebs sind mehrere Ärzte aus unterschiedlichen Fachdisziplinen beteiligt, die auch alle zusammen über Ihre Behandlung entscheiden und den Verlauf regelmäßig kritisch hinterfragen – natürlich alles gemeinsam mit Ihnen.

Der Arzt, der Sie operiert, wird ein anderer sein als derjenige, der Sie bestrahlt oder der Ihnen eine Infusion mit Chemotherapeutika anhängt. In der Regel haben Sie aber einen festen Ansprechpartner, der Sie betreut und die Behandlung koordiniert. Bei ihm sollten Sie ein gutes Gefühl haben. In der Klinik können Sie sich das natürlich weniger gut aussuchen als im ambulanten Bereich.

Bringen Sie sich ein

Letztlich müssen Sie sich auf das Ärzteteam verlassen können. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben oder mit einer Entscheidung nicht einverstanden sind, und bringen Sie Ihre Wünsche und Sorgen mit ein. Vielleicht müssen Sie auch erstmal eine Strategie ausprobieren und sehen, ob sie sich bewährt.

Während und nach der Behandlung werden regelmäßig Nachuntersuchungen erhoben, um die jeweiligen Maßnahmen beurteilen zu können. Hat sich der Tumor verkleinert? Wurde er bei der Operation komplett erwischt? Sind die Nebenwirkungen erträglich? All das müssen Ihre Ärzte und Sie regelmäßig im Blick haben.

Ob die Behandlung für Sie richtig ist und wohin Sie führt, kann Ihnen am Anfang niemand genau sagen. Letztlich müssen Sie sich darauf einlassen und sich in die Hände erfahrener Spezialisten geben. Sehen Sie sich und Ihre Ärzte dabei stets als gemeinsame Verbündete gegen den Krebs.

Welche Leitlinie gibt es für die richtige Behandlung von Brustkrebs?

Auch wenn jede Krebstherapie individuell ist und stets die jeweilige Situation berücksichtigt werden muss, gibt es doch Leitlinien, an denen sich Ärzte orientieren können. Sie gewährleisten eine Behandlung in hoher Qualität nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Up to date

Im Jahr 2008 hat die Deutsche Krebsgesellschaft zusammen mit der Deutschen Krebshilfe und dem Zusammenschluss sämtlicher medizinischer Fachgesellschaften das "Leitlinienprogramm Onkologie" ins Leben gerufen. Das Anliegen dahinter ist, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung, die gerade im Bereich der Onkologie rasant voranschreitet, rasch in die Versorgung zu integrieren und den Betroffenen Zugang zu den neuesten Errungenschaften zu gewähren. Außerdem sollen die Ärzte in dem oft kaum mehr zu durchschauenden Dickicht an Behandlungsoptionen eine Orientierung bekommen, welche Behandlung für welchen Erkrankten die besten Aussichten verspricht.

Jede Aussage kritisch unter die Lupe genommen

Sämtliche Empfehlungen, die in einer Leitlinie ausgesprochen werden, sind evidenzbasiert. Das bedeutet, die Angaben wurden in Studien untersucht und für mehr oder weniger gut befunden. Je nach Nutzen bekommen sie ein bestimmtes Level an Evidenz (lat. evidentia: "Ersichtlichkeit", "Klarheit") zugeschrieben. Danach richtet sich der jeweilige Empfehlungsgrad der Maßnahme.

Ein Beispiel: In der aktuellen Leitlinie zu Brustkrebs hat die Empfehlung, einen noch nicht weiter fortgeschrittenen Tumor zu operieren, den Evidenzgrad 1a erhalten. Damit hat sie die strengen wissenschaftliche Bewährungsproben allesamt mit Bravour bestanden und erhält entsprechend einen Empfehlungsgrad A, was einer starken Empfehlung entspricht und dem Arzt vermittelt, dass er in diesen Fällen operieren soll – wohl gemerkt: nicht muss. Es ist und bleibt eine Einzelfallentscheidung, bei der immer auch der Betroffene selbst ein Wort mitzureden hat.

Neben den einzelnen Empfehlungen werden auch die Leitlinien selbst entsprechend ihrer methodischen Qualität klassifiziert. Die höchste Qualitätsstufe haben S3-Leitlinie, zu denen auch die aktuelle Brustkrebs-Leitlinie gehört.

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Alle paar Jahre aktualisiert

Zur wissenschaftlichen Qualität gehören natürlich auch regelmäßige Aktualisierungen. An großen Kliniken und Zentren laufen ständig Studien zur Diagnostik und Behandlung; laufend werden neue Wirkstoffe entwickelt; hinzu kommen aktuelle Fragen zur Versorgung, die früher eher eine geringe Rolle gespielt haben (Stichwort Palliativ- und Komplementärmedizin). All diese neuen Erkenntnisse fließen regelmäßig in die Empfehlungen ein.

Übrigens sind die Leitlinien nicht nur an Ärzte und medizinisches Fachpersonal adressiert, sondern sollen auch Betroffenen und jedem interessierten Laien offenstehen. Es gibt auch jeweils Kurzversionen, die einen breiteren Überblick verschaffen. Die Empfehlungen sind frei zugänglich und können bei der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) abgerufen werden.

Soll ich mit Brustkrebs in ein onkologisches bzw. ein Brustzentrum?

Wenn Sie Brustkrebs haben und operiert werden müssen, stellt sich natürlich die Frage, wem Sie sich für den Eingriff anvertrauen möchten. Es gibt in Deutschland hochqualifizierte Zentren zur Krebsbehandlung. Das macht die Suche aber nicht unbedingt leichter.

Lassen Sie sich beraten

Ihr erster Ansprechpartner sollte sicherlich Ihr behandelnder Frauenarzt oder auch der Hausarzt sein. Gerade Fachärzte kennen sich in ihrem Bereich gut aus und wissen meist am besten, wohin sie die ihnen anvertrauten Menschen schicken können. Und für manch einen Betroffenen ist es auch ganz angenehm, wenn er sich in der ohnehin schwierigen Situation nicht auch noch mit solchen organisatorischen Fragen herumschlagen muss.

Hohe Anforderungen an Zentren

Dennoch sind es letztlich Sie, die entscheiden müssen bzw. können. Wenn Sie selbst recherchieren möchten, wo Sie am besten aufgehoben sind, haben wir bei der Suche ein paar Tipps und Hinweise für Sie.

Grundsätzlich ist eine Klinik zu empfehlen, die auf Brustkrebs spezialisiert ist und viel Erfahrung in der Behandlung hat. Um die Spreu vom Weizen zu trennen, gibt es seit einiger Zeit das sogenannte Zentrensystem. Es sieht allgemeine onkologische Kliniken vor wie auch solche, die ganz speziell nur auf eine Krebsart spezialisiert sind, wie z.B. auf Brustkrebs.

Diese Krankenhäuser müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, um als Zentrum zertifiziert zu werden, die sie auch regelmäßig bestätigen müssen. Neben der apparativen Ausstattung ist dabei vor allem eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung spezialisierter Fachärzte und anderer Berufsgruppen (z.B. Psychoonkologen und Sozialarbeiter) obligat. Außerdem muss jährlich eine bestimmte Anzahl an Patienten behandelt werden, um eine ausreichende Routine zu gewährleisten.

Behandlung auf dem neuesten Stand

Eine weitere Besonderheit spezialisierter Zentrum sind die klinischen Studien, die dort durchgeführt und jedem Betroffenen angeboten werden müssen. Aber keine Sorge: Viele denken dabei an unausgereifte Verfahren, die an ihnen ausprobiert werden und fühlen sich als Versuchskaninchen. Natürlich werden in Studien neue Behandlungsoptionen erprobt. Bevor sie allerdings am Menschen getestet werden, durchlaufen sie zahlreiche Vorstudien im Labor und in Tierversuchen und müssen sämtliche Sicherheitskontrollen bestehen.

Sie müssen also keine Angst haben, Schaden davonzutragen – im Gegenteil: Wenn Sie innerhalb einer Studie behandelt werden, haben Sie die Möglichkeit, von den neuesten Erkenntnissen in Diagnostik und Therapie zu profitieren und von führenden Experten auf diesem Gebiet behandelt zu werden.

Für Sie muss es passen

Neben all diesen fachlichen Kriterien spielen oft aber auch ganz pragmatische Fragen eine Rolle. Viele Betroffene wünschen sich eine möglichst nahe Klinik, um nicht zu weit von ihren Bezugspersonen entfernt zu sein. Das hat auch wiederum den Vorteil, dass Ihr behandelnder niedergelassener Arzt, der Sie dahin überweist, das Krankenhaus und die Ärzte dort womöglich gut kennt und einschätzen kann.

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Auch für den weiteren Ablauf nach der Operation kann eine nahegelegene Klinik von Vorteil sein. Zwar können Nachbehandlungen wie eine Hormon- oder Chemotherapie auch extern erfolgen; oft ist es aber leichter, sie direkt in der Ambulanz der Klinik anzuschließen.

Wenn Sie sich weiter informieren möchten, können Sie auf der Homepage der Deutschen Krebsgesellschaft gezielt nach Zentren suchen. Dort finden Sie alle relevanten Hintergründe und eine Suchoption für die einzelnen Zentren je nach Fachrichtung.

Egal, ob Sie auf Ihren Haus- bzw. Frauenarzt vertrauen oder sich selbst auf die Suche machen: Wichtig ist, dass Sie sich gut aufgehoben und betreut fühlen, damit Sie sich möglichst zuversichtlich und vertrauensvoll auf den Weg begeben können, der vor Ihnen liegt.

Kann die Krankenkasse die Klinik bestimmen?

Nein, in Deutschland können Sie sich sowohl Ihre Ärzte als auch die Klinik aussuchen, in der Sie behandelt werden möchten. Die Krankenkasse hat dabei kein Mitspracherecht.

Die Entscheidung liegt bei Ihnen

Natürlich können Sie sich nicht willkürlich irgendein Krankenhaus auswählen, das Sie für gut befinden. Die Klinik muss die für Sie notwendige Ausstattung und Expertise haben und über ausreichende Kapazitäten verfügen. Das dürfte aber ohnehin auch in Ihrem Sinn sein.

In der Regel wird Ihnen Ihr Frauenarzt oder auch der Hausarzt eine gute Anlaufstelle empfehlen und Sie dorthin überweisen. Ihre Krankenkasse kann Ihnen nicht vorschreiben, wo Sie sich behandeln lassen sollen. Sie trägt zwar die Kosten, wird dies aber natürlich anstandslos übernehmen, wenn eine entsprechende stationäre Behandlung erforderlich ist.

Absprachen zwischen Kassen und Kliniken

Es gibt allerdings zum Teil eigene Verträge zwischen einzelnen Kassen und Kliniken, die auch für Sie von Vorteil sein können. Die Versorgung erfolgt dabei oftmals strukturierter, da die Angebote genau aufeinander abgestimmt sind und die Schnittstellen zwischen ambulantem und stationärem Bereich harmonisiert sind.

Oft ist in solchen "Komplettpaketen" auch bereits die Nachsorge mit bedacht, so dass etwa Apotheken eingebunden werden, damit Sie im Anschluss an die Klinik direkt mit allen nötigen Medikamenten versorgt werden.

DMP: Versorgung aus einem Guss

Außerdem gibt es seit einiger Zeit bestimmte Behandlungsprogramme, die von den Krankenkassen angeboten werden und an denen Sie teilnehmen können, wenn Sie das möchten. Diese sogenannten DMP (Disease-Management-Programme), auch unter dem Namen "Chronikerprogramme" bekannt, wurden eingeführt, um die Versorgung von Menschen mit chronischen oder bösartigen Erkrankungen zu verbessern.

Die Krankenkassen organisieren dabei Ihren Klinikaufenthalt, vernetzen die behandelnden Ärzte miteinander und stellen außerdem eine ausreichende Qualität sicher. Zu den DMP gehören auch Schulungen, die Ihnen regelmäßig angeboten werden.

Bei der Reha wird’s schon schwieriger

Während die Entscheidung für ein Krankenhaus letztlich immer bei Ihnen liegt, sieht es bei der Reha etwas anders aus. Hier müssen Sie zusammen mit Ihrem Arzt in der Regel bei Ihrer Rentenversicherung einen Antrag stellen, der zunächst bewilligt werden muss. Sie können zwar eigene Wünsche nach einer bestimmten Rehaklinik angeben; letztlich entscheidet aber der Kostenträger. Lehnt er Ihren Wunsch ab, muss er dies allerdings genau begründen, und Sie können Widerspruch dagegen einlegen.

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Sie sehen also, hier wird es etwas komplizierter. Aber jetzt finden Sie zusammen mit Ihrem Arzt erst einmal die für Sie passende Klinik. Sie können jedenfalls sicher sein, dass es viele sehr gute Anlaufstellen gibt, die auf Brustkrebs spezialisiert sind und die für Sie richtige Behandlung finden.

Entstehen bei einer stationären Therapie Kosten, die die Patientin tragen muss?

Bei stationären Aufenthalten sind tägliche Zuzahlungen zu leisten. Diese betragen 10 Euro pro Tag. Die Zuzahlungen sind auf maximal 28 Tage im Jahr beschränkt.

Quellen:

  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. Stand August 2019. Online unter www.leitlinienprogramm-onkologie.de (Zugriff am 04.11.2019).
  • Deutsche Krebsgesellschaft, Onko Internetportal, Brustkrebs: Basis-Infos für Patientinnen und Angehörige. Online unter www.krebsgesellschaft.de (Zugriff am 04.11.2019).

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