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Brustkrebs: Wie kann ich die Heilung unterstützen?

Darf ich mit Brustkrebs Sport treiben? Wie soll ich mich am besten ernähren? Wie gehe ich mit sexuellen Problemen um? Im folgenden Beitrag erfahren Sie, wie Sie mit der Krebserkrankung im Alltag zurechtkommen und die Heilung unterstützen können.

Darf ich mit Brustkrebs Sport treiben?

Auf jeden Fall! Sport kann die Erkrankung positiv beeinflussen, Nebenwirkungen lindern und sogar die Prognose insgesamt verbessern.

Wer krank ist, meint oft, sich körperlich schonen und einen Gang zurückschalten zu müssen. Natürlich kann eine Erkrankung den Körper schwächen und die Leistungsfähigkeit einschränken. Um dem entgegenzuwirken und den Teufelskreis zu durchbrechen, ist es aber gerade wichtig, sich fit zu halten und den Körper soweit wie möglich zu fordern.

Therapie effektiver und besser verträglich

Auch wenn die einzelnen Aspekte und Wirkungen von Sport auf Krebserkrankungen aller Art noch nicht vollständig aufgeklärt sind, belegen immer mehr Studien den positiven Aspekt von körperlicher Aktivität. Die Behandlung wird dadurch insgesamt besser vertragen, und der Körper spricht sensibler darauf an.

Für manche Nebenwirkungen gibt es gerade bei Brustkrebs bereits klare Nachweise, dass Sport förderlich und oft die beste Maßnahme dagegen ist. Tierexperimentelle Versuche legen außerdem nahe, dass Bewegung sogar einen direkten Einfluss auf die Krebszellen haben und das Tumorwachstum aufhalten könnte. Damit wäre Sport sogar eine therapeutische Maßnahme.

Man geht davon aus, dass körperliche Fitness nicht nur die Muskulatur und den gesamten Bewegungsapparat stärkt, was unmittelbar naheliegt; sondern vermutlich hat sie auch sogenannte systemische Effekte, die den ganzen Körper, den Stoffwechsel und die Immunabwehr betreffen. Auch die Psyche profitiert von der wohltuenden Wirkung.

Es muss kein Marathon sein

Dabei ist mit Sport nicht unbedingt Leistungstriathlon gemeint. Schon die Bewegung im Alltag, der Gang zur Arbeit, das tägliche Treppensteigen und die Hausarbeit zählen als körperliche Aktivität und wirken sich positiv aus. Der Krebs in Ihrer Brust ist also kein Grund, von jetzt an den Aufzug zu nehmen und mit dem Auto von Haustür zu Haustür zu fahren – ganz im Gegenteil.

Beginnen können Sie jederzeit. Wenn Sie schon vor der Diagnose aktiv waren, machen Sie unbeirrt weiter. Natürlich abhängig von Ihrer Leistungsfähigkeit, der momentanen Behandlung und immer in Absprache mit Ihrem Arzt. Wenn Sie bisher eher keine Sportskanone waren, ist die Erkrankung vielleicht ein Anlass, es einfach mal zu probieren mit etwas mehr Bewegung.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich fit zu halten, so dass eigentlich jeder das Passende für sich finden müsste. Nebenbei kann Sport auch sehr gesellig sein und neue Kontakte ermöglichen. Auch das ist wichtig und nützlich bei Krebs: weiterhin aktiv am Leben teilzunehmen und sich auszutauschen statt sich im einsamen Kämmerlein mit der Erkrankung zurückzuziehen.

Was Spaß macht und guttut

Als Richtwert sollten Sie sich in der Woche mindestens zweieinhalb Stunden leicht belasten oder 75 Minuten richtig ins Schwitzen kommen. Das entspricht im übrigen genau den Empfehlungen für gesunde Menschen.

Wie Sie sich körperlich belasten, ob mit Ausdauer oder eher mit Krafttraining, ist abhängig von Ihrer Vorliebe und Ihrer individuellen Situation. Wenn Sie z.B. ganz gezielt bestimmte Nebenwirkungen bekämpfen möchten, können jeweils unterschiedliche Programme sinnvoll sein. Dabei kann Ihnen Ihr Arzt oder der Physiotherapeut nützliche Ratschläge geben.

Wann Sie vorsichtig sein sollten

Natürlich gibt es Phasen und Situationen, in denen Sie sich tatsächlich schonen oder zumindest nicht allzu stark belasten sollten. Ebenso wie gesunde Menschen sollten auch Sie keinen Dauerlauf machen, wenn Sie einen akuten Infekt haben. Auch starke Schmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sind mit körperlicher Aktivität schwer vereinbar.

Was die Erkrankung und Behandlung anbelangt, gibt es außerdem einiges zu berücksichtigen. So können sich vor allem unter einer Chemotherapie die Blutwerte verändern. Wenn die roten Blutkörperchen, die Abwehrzellen des Körpers (Leukozyten) oder die Blutplättchen stark abfallen, ist Sport eine Zeit lang nicht das Richtige für Sie.

Training für die Knochen

Bestehende Knochenmetastasen, die die Stabilität des Skeletts gefährden, schränken das Sportprogramm zumindest ein. Besteht allerdings keine akute Frakturgefahr, ist Bewegung wiederum sogar nützlich. Je mehr Sie Ihren Bewegungsapparat beanspruchen, umso mehr stärken und wappnen Sie ihn vor den eindringenden Krebszellen. Auch eine drohende Osteoporose (Knochenbrüchigkeit) als Nebenwirkung von Medikamenten lässt sich mit körperlicher Aktivität abfangen.

Fazit: Brustkrebs ist beileibe kein Grund, die Füße hochzulegen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, wie Sie sich fit halten und Ihren Körper stärken können. Ansonsten zählt, was Ihnen entgegenkommt und Ihren Vorlieben entspricht. Denn bei allen förderlichen Aspekten von Sport sollte auch eines nicht fehlen: die Freude an dem Ganzen.

Was bringt Sport bei Brustkrebs?

Eine ganze Menge. Gerade beim Brustkrebs weisen zahlreiche Studien die positiven Aspekte von Sport dezidiert nach. Das Allgemeinbefinden bessert sich, Nebenwirkungen lassen nach, und sogar der Tumor selbst könnte mit körperlicher Aktivität kleingehalten werden.

Wer einmal angefangen hat, kennt es: Regelmäßige Bewegung macht fitter, ausgeglichener und gut gelaunt. Wer sich richtig verausgabt hat, wird hinterher mit einem Schub an Glückshormonen belohnt und fühlt sich richtig gut. Aber auch schon leichtere Belastungen im Alltag und in der Freizeit wirken sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus.

Schonung bringt nichts

Aber gilt das alles auch, wenn man krank ist und die Diagnose Brustkrebs erhalten hat? Ja, sogar gerade dann ist körperliche Aktivität geboten. Warum das so ist, wollen wie Ihnen im Folgenden erläutern. Zumindest, was man bis heute weiß und vermutet. Denn noch sind die genauen Effekte von Sport auf diverse Krebserkrankungen nicht abschließend erforscht.

Vermutlich gehen sie aber weit über einen bloßen Muskelaufbau hinaus. Es werden wohl zahlreiche Prozesse im Körper in Gang gesetzt, Botenstoffe ausgesendet und die Immunabwehr gestärkt. Und das wiederum könnte sich positiv auf die Erkrankung selbst auswirken und den Körper dabei unterstützen, sich gegen den Krebs zur Wehr zu setzen.

Vorbeugend und im Nachhinein

Bewegung und körperliche Aktivität wirken nachweislich vorbeugend. Wer sich ausreichend bewegt und außerdem gut ernährt, mindert sein Risiko, an Krebs zu erkranken – zumindest, soweit es in unserer Hand liegt. Aber auch bei bestehenden Krebserkrankungen ist es nicht zu spät, mit dem Laufen oder Krafttraining zu beginnen.

Konkret konnten inzwischen folgende Wirkungen von Sport bei Krebserkrankungen nachgewiesen werden:

  • Linderung bzw. Vermeidung von Nebenwirkungen
  • verbesserte Wirksamkeit/Ansprechen der Therapie
  • Senkung der Rezidivrate und der Mortalität

Der letzte Punkt meint, dass körperliche Aktivität und Fitness dazu beitragen können, den Tumor unter Kontrolle zu halten, damit er nach der Behandlung möglichst nicht wiederkehrt. Folglich sinkt längerfristig auch die Mortalität, d.h. die Wahrscheinlichkeit, am Brustkrebs frühzeitig zu versterben.

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Gegen die Krebszellen und die Entzündung

Das geht wohl auf die zahlreichen indirekten positiven Wirkungen von Sport zurück. Forscher diskutieren inzwischen aber, ob die Krebszellen dadurch sogar direkt bekämpft werden. Zumindest legen das tierexperimentelle Studien nahe. Damit ersetzt verstärkte Bewegung zwar nicht die Behandlung, könnte aber ein wichtiger therapeutischer Baustein sein.

Wie genau es dazu kommt, darüber rätseln Wissenschaftler noch. Vermutlich wirken die Reduktion des Körperfettgehalts sowie die gezielte Stimulierung von Abwehrzellen antientzündlich. Und entzündliche Reaktionen gelten als mitverantwortlich bei der Entstehung und dem weiteren Verlauf von Krebs. Bei Tumorerkrankungen wie Brustkrebs, die zum Teil hormonabhängig wachsen, könnte außerdem die Beeinflussung mancher Stoffwechselwege eine Rolle spielen.

Sport gegen Nebenwirkungen

Zu einigen Therapienebenwirkungen gibt es bei Brustkrebs bereits aussagekräftige Studien, die den Effekt von körperlichem Training nahelegen und zum Teil sogar nachweisen.

Folgende Beschwerden, die unter der Behandlung auftreten können, lassen sich durch Sport abmildern oder gänzlich vermeiden:

  • ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue)
  • Lymphödem
  • Polyneuropathie (Störung der Nervenfunktionen)
  • kognitive Einbußen
  • Kachexie (starker Gewichts- und Kraftverlust)
  • Osteoporose (Knochenbrüchigkeit)
  • Schlafstörungen

Mehr Lebensqualität

Darüber hinaus gibt es diverse Untersuchungen zur Verbesserung der Lebensqualität und der allgemeinen Befindlichkeit. Auch hier schneiden Sportprogramme gut ab. Soweit man Wohlbefinden in Zahlen messen kann, steigt es bei körperlich Aktiven um knapp 50% an verglichen mit Betroffenen, die während und nach der Krebsbehandlung keinen Sport treiben.

Dazu tragen nicht nur die Glückshormone ihren Teil bei, sondern auch ganz basale Effekte wie eine gewisse Strukturierung des Alltags, ein verbessertes Körperempfinden und das Gefühl, dem Krebs auf eigene Faust die Stirn zu bieten. Auch der soziale Aspekt vieler Sportarten ist gerade bei Krebserkrankungen, die die Betroffenen leicht isolieren können, nicht zu vernachlässigen.

Kaum Einschränkungen

Es gibt, auch das erkennt man immer mehr, nur wenige Situationen, in denen Sie sich tatsächlich zurückhalten und zumindest eine Zeit lang schonen sollten. Das können akute Infekte mit Fieber oder auch bestimmte Therapiefolgen wie Veränderungen des Blutbildes sein. Auch direkt am Tag der Behandlung, wenn Sie z.B. eine Chemotherapie erhalten, sollten Sie pausieren.

Ansonsten gibt es für Krebserkrankte im Grunde keine Einschränkungen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie ein passendes Trainingsprogramm für Sie aussehen könnte.

Brustkrebs: Was gibt es bei der Ernährung zu beachten?

Die Ernährung hat vermutlich nicht nur großen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko, sondern auch darauf, wie der Krebs verläuft. Auch wenn sich nicht jedem Nahrungsmittel im Einzelnen eine bestimmte Wirkung zuschreiben lässt, kann man doch einige Empfehlungen aussprechen.

Während bestimmte Lebensmittel (wie Zucker, Fleisch und Alkohol) im Verdacht stehen, den Verlauf der Erkrankung negativ zu beeinflussen, gibt es einige, die genau das Gegenteil bewirken sollen.

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Was die Ernährungsempfehlungen bei Brustkrebs angeht, sind sich Wissenschaftler und Mediziner einig: Eine ausgewogene Vollwertkost, die viele pflanzliche Lebensmittel (und damit sekundäre Pflanzenstoffe) beinhaltet, ist während der Krebstherapie und darüber hinaus am besten geeignet. Zudem spielen die Energiebilanz und das Körpergewicht eine wichtige Rolle. Daher sollten Frauen mit Brustkrebs auch darauf achten, sich regelmäßig zu bewegen.

Folgende Ernährungsempfehlungen sollten Sie beachten:

Täglich Obst und Gemüse

Ernähren Sie sich abwechslungsreich und ausgewogen, um Ihren Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Vollkornprodukte, Gemüse, Salat und Obst sollten täglich auf Ihrem Speiseplan stehen. Am besten orientieren Sie sich an dem Grundsatz "5 am Tag" (= 5 Portionen Gemüse und 3 Portionen Obst täglich), der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird.

Außerdem: Bevorzugen Sie saisonales Gemüse und Obst. So bringen Sie automatisch viel Abwechslung in Ihren Speiseplan und stellen sicher, dass Sie die ganze Bandbreite an sekundären Pflanzenstoffen zu sich nehmen.

Lebensmittel, die besonders viele sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, sind:

  • Leinsamen
  • Kartoffeln
  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte
  • fermentierte Lebensmittel (z.B. Sauerkraut)
  • Sojaprodukte wie Sojamilch, Tofu, Sojasprossen oder Sojasoße

Käse und Fisch statt Zucker und Fleisch

Bei einer Tumorerkrankung ist der Eiweißbedarf erhöht. Daher sollten Sie mehr eiweißreiche Lebensmittel wie Milchprodukte, Käse, Fisch – auch zwischendurch – zu sich nehmen.

Schränken Sie Ihren Zucker- und Fleischkonsum dagegen ein. Einige Studien haben gezeigt, dass ein hoher Verzehr von Zucker und Fleisch mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden kann. Fleisch sollte daher nicht öfter als dreimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen und Süßes nur in Maßen (täglich nicht mehr als eine Hand voll) gegessen werden.

Studien legen außerdem nahe, dass Omega-3-Fettsäuren das Wachstum von Brustkrebszellen hemmen und ihre Zerstörung fördern können. Lebensmittel, die besonders viele Omega-3-Fettsäuren beinhalten, sind fettreiche Seefische wie Lachs, Sardellen, Hering, Makrele, Thunfisch sowie Leinsamen und Lein- und Rapsöl.

Über- und Untergewicht ausgleichen

Während der Krebstherapie leiden viele Frauen unter Gewichtsverlust. Bei starker Gewichtsabnahme sollten Sie auf eine ausgewogene Ernährung setzen, die möglichst viele fett- und eiweißreiche Lebensmittel enthält. Das heißt, bevorzugen Sie Milchprodukte und Käse mit hohem Fettgehalt, z.B. Butter, Sahne und Creme fraîche.

Einige Frauen mit Brustkebs hingegen nehmen während der Therapie an Gewicht zu. Bei starker Gewichtszunahme oder Übergewicht ist es wichtig, das Körpergewicht mit einer entsprechenden Diät, die individuell abgestimmt ist, und ausreichend Bewegung zu reduzieren.

Auf Vitaminpräparate verzichten

Eine Brustkrebserkrankung verändert zwar den gesamten Stoffwechsel im Körper und auch den Vitaminbedarf. Durch eine gesunde Ernährung, die reichlich pflanzliche Lebensmittel beinhaltet, ist es allerdings problemlos möglich, dass Sie Ihren Bedarf an Vitaminen decken.

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Die Einnahme von Vitaminpräparaten ist daher in der Regel nicht notwendig. In hohen Dosierungen können sie sogar giftig wirken. Zudem können Antioxidantien wie Vitamin C, E oder Betakarotin die Wirkung einer Chemotherapie herabsetzen.

Ausreichend trinken

Trinken Sie ausreichend, vor allem, wenn Sie aufgrund von Erbrechen oder Durchfall viel Flüssigkeit und Salze verlieren.

Außerdem wichtig: Eine optimale Ernährung bei Brustkrebs, die für alle gleichermaßen gilt, gibt es nicht. Die Ernährungstherapie bei Brustkrebs muss daher immer individuell an die Bedürfnisse und die Situation (Stadium der Brustkrebserkrankung, Art der Behandlung, Auftreten von Nebenwirkungen usw.) der einzelnen Betroffenen angepasst werden.

Tritt der Brustkrebs bei Übergewicht häufiger erneut auf?

Das Körpergewicht hat Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs. Neueste Erkenntnisse belegen, dass erhebliches Übergewicht nicht nur das Risiko erhöht, Brustkrebs erstmals zu bekommen, sondern auch, dass er nach einer Operation erneut auftritt. Die gute Nachricht: Das ist ein Risikofaktor, der sich beeinflussen lässt.

US-amerikanische Wissenschaftler aus Boston haben die Daten von knapp 2.000 Brustkrebspatientinnen überprüft. 33% waren übergewichtig, 33% sogar fettleibig. 65% hatten einen Östrogenrezeptor-postiven Tumor, bei dieser Brustkrebsform gehen die Wachstumssignale an die Krebszellen von den Hormonen aus. 70% wurden mit einer Hormontherapie (Tamoxifen) behandelt.

Die Forscher ermittelten, dass Übergewicht oder Fettleibigkeit zum Zeitpunkt der erstmaligen Brustkrebs-Diagnose das Risiko für eine Wiederkehr des Tumors erhöhte. Auch die rückfallfreie Zeit und das Überleben waren bei den schlankeren Frauen länger.

Fazit: Nach erfolgreicher Brustkrebstherapie lohnt sich gesunde Ernährung und viel Bewegung noch mehr als ohnehin schon.

Rauchen, Alkohol und Übergewicht meiden

Nach einer überstandenen Brustkrebserkrankung sollten Sie möglichst nicht rauchen, wenig Alkohol trinken und Übergewicht vermeiden. Denn alle drei Faktoren erhöhen das Risiko eines Rückfalls. Das hat eine US-amerikanische Studie ergeben.

Alkohol und Übergewicht steigern Östrogen

Für Frauen, die bereits einmal an Brustkrebs erkrankt waren, ist das Risiko eines Rückfalls oder eines zweiten Karzinoms höher als das Risiko für bisher gesunde Frauen, zum ersten Mal an Brustkrebs zu erkranken. Aber dieses Risiko ist beeinflussbar. Übergewicht erhöht die Gefahr um 50%. Eine Gewichtsabnahme lohnt sich im Zweifel also nicht nur wegen der Figur. Und auch ein Verzicht auf zu viel Alkohol ist sinnvoll. Bei Frauen, die pro Tag mindestens ein alkoholisches Getränk zu sich nehmen, nimmt die Wahrscheinlichkeit eines Zweittumors um 90% zu!

Und warum? Sowohl die überschüssigen Pfunde als auch der Alkohol steigern bis zum Abschluss der Wechseljahre die Östrogenwerte im Blut. Und Östrogen kann förderlich auf das Wachstum von Brustkrebszellen wirken.

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Rauchen der größte Risikofaktor

Rauchen ist sogar noch gefährlicher. Die Gefahr eines Rückfalls ist bei Raucherinnen um 120% höher. Verantwortlich sind hier die direkten krebsfördernden Inhaltsstoffe.

Rund 1.000 Frauen waren in der Studie untersucht und befragt worden.

Wechseljahre nach Brustkrebs: Was hilft?

Eine klassische Hormonersatztherapie ist für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, nicht geeignet. Es gibt aber durchaus Alternativen.

Doppelte Belastung

Viele Frauen mit Brustkrebs haben nicht nur unter der Diagnose und der Behandlung zu leiden, sondern kommen oft auch früher als gewöhnlich in die Wechseljahre – eine zusätzliche körperliche, aber auch seelische Belastung. Vor allem Hitzewallungen und Beschwerden im Urogenitalbereich machen vielen Betroffenen zu schaffen. Scheidentrockenheit zum Beispiel kann zu Schmerzen beim Geschlechtsakt führen und das Sexualleben erheblich beeinträchtigen. Manche Chemotherapien führen zusätzlich zu Schlafstörungen und depressiver Stimmung.

Auch wenn sich die Wechseljahresbeschwerden nach Brustkrebs im Grunde nicht von denen gesunder Frauen unterscheiden, leiden die Betroffenen doch oft stärker darunter. Sie haben bereits eine schwere Zeit mit Angst, Unsicherheit und möglicherweise stark belastenden Therapien hinter sich. Setzen anschließend auch die Wechseljahre noch früher ein als erwartet, ist das für viele ein zusätzlicher Schlag, der als weitere Verletzung der Weiblichkeit empfunden wird.

Hormone erhöhen das Rezidivrisiko

Eine Hormontherapie wird nach heutigem Wissensstand nach einer Brustkrebserkrankung nicht empfohlen. In Studien erhöhte sich dadurch das Risiko, dass die hormonsensitive Erkrankung wieder ausbricht.

Auch mit lokalen Östrogensalben, die direkt auf die Vaginalschleimhaut aufgetragen werden, ist Zurückhaltung geboten, da sie auch in den Blutkreislauf und damit vom gesamten Körper aufgenommen werden könnten. In Einzelfällen kann eine solche sogenannte topische Behandlung nach sorgfältiger Abwägung der Risiken jedoch gerechtfertigt sein. Ansonsten helfen oft auch bereits feuchtigkeitsspendende Cremes, die bedenkenlos einzusetzen sind.

Es geht auch ohne Hormone

Eine gute Alternative zur Hormonersatztherapie bieten Medikamente, die ursprünglich aus der Psychiatrie stammen und daher bei vielen Frauen zunächst auf Skepsis und Ablehnung stoßen. Zu Unrecht, denn die Substanzen aus der Gruppe der Antidepressiva verbessern nicht nur die Stimmung, sondern können auch Hitzewallungen effektiv entgegenwirken. Der antidepressive Aspekt steht hier also gar nicht im Vordergrund, kann aber gleichwohl ebenfalls sinnvoll sein und den Betroffenen helfen, die Beschwerden leichter zu ertragen und die Erkrankung besser zu verarbeiten.

Speziell gegen Scheidentrockenheit kann in manchen Fällen eine Lasertherapie sinnvoll sein. Dadurch wird die Schleimhaut angeregt und die Scheide besser durchblutet. Die Behandlung hat keine Nebenwirkungen, ist aber recht kostspielig. Außerdem stehen noch weitere Studien aus, wenngleich das Verfahren bereits erfolgreich angewendet wird. Besprechen Sie diese Option am besten mit Ihrem Arzt.

Vorsicht mit pflanzlichen Wirkstoffen

Bei vielen Frauen beliebt sind außerdem pflanzliche Mittel. Sie zeigten in vielen Studien Wirkung und können für Frauen am Übergang zur Menopause daher grundsätzlich durchaus sinnvoll sein und Linderung verschaffen. Im Zusammenhang mit Brustkrebs ist die Wirkung jedoch bislang nicht belegt. Außerdem greifen viele Pflanzenstoffe ähnlich wie Östrogene in den Hormonhaushalt ein und können daher auch mit Medikamenten wechselwirken. Sie sind daher für Frauen mit Brustkrebs keine gute und harmlose Option.

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Was dagegen sowohl gesunden als auch an Brustkrebs erkrankten Frauen hilft, sind einfache allgemeine Maßnahmen. Dazu gehören Bewegung, frische Luft und gesunde Ernährung, Stressreduktion und Entspannung. Manch einer Betroffenen hilft Yoga, andere haben mit Hypnose gute Erfahrungen gemacht. Außerdem empfiehlt es sich bei Hitzewallungen, sich leicht und locker zu bekleiden und die Raumtemperatur entsprechend anzupassen.

Brustkrebs: Wie gehe ich mit sexuellen Problemen um?

Viele Frauen haben nach einer Brustkrebserkrankung ein verändertes Körperempfinden und tun sich schwer mit ihrer Sexualität. Das kann auch die Partnerschaft auf eine harte Probe stellen.

Erschütterung der Weiblichkeit

Die Diagnose Krebs ist für jeden Betroffenen ein einschneidendes Ereignis. Plötzlich verändert sich das gesamte Leben. Angst, Wut und Verzweiflung kommen auf, aber auch Fragen nach der Zukunft. Bis die ganze Tragweite der Erkrankung erfasst wird, dauert es meist eine Weile.

Bei Brustkrebs kommt hinzu, dass er einen sehr sensiblen Bereich betrifft und eine Frau unmittelbar in ihrer weiblichen Identität anrührt. Die Brust ist nicht nur ein nach außen hin sichtbares Geschlechtsmerkmal und Ausdruck der Weiblichkeit. Sie gehört auch zur engsten Intimsphäre einer Frau, die in der Regel nur mit dem Partner geteilt wird.

Bleibende Spuren der Behandlung

Zur Behandlung von Brustkrebs gehört in den allermeisten Fällen eine Operation. Auch wenn heute sehr schonend operiert wird und die Brust als Ganze meist erhalten werden kann, hinterlässt der Eingriff seine Spuren. Narben bleiben zurück, Haut und Gewebe verändern sich, und kein Implantat kann eine Brust genauso wiederherstellen, wie sie davor war. Auch die Empfindsamkeit kann gestört sein, Berührungen werden anders wahrgenommen.

Hinzu kommen Folgen der innerlichen Behandlung mit Medikamenten. Eine Chemotherapie verändert oft das äußere Erscheinungsbild. Die Haare fallen aus, die Haut wird blass. Sie schlaucht den Körper außerdem, macht müde und antriebslos. Auch sexuelle Lust und Erregung können dementsprechend eingeschränkt sein. Nicht zuletzt kann die Behandlung die Keimdrüsen schädigen und die Fertilität beeinträchtigen.

All das rüttelt am eigenen Körperbild und Selbstwertgefühl. Manche Frauen empfinden sich nicht mehr als attraktiv, fühlen sich in ihrer Weiblichkeit beschnitten, spüren vielleicht sogar Scham anderen gegenüber.

Herausforderung für die Beziehung

Eine Partnerschaft kann in dieser Zeit eine große Stütze sein, aber auch zusätzliche Fragen und Sorgen aufwerfen: Was, wenn mein Freund bzw. Mann mich nicht mehr anziehend findet? Wie sieht es mit der weiteren Familienplanung aus? Können und sollten wir überhaupt noch Kinder bekommen?

Es ist wichtig, dass Sie sich diesen Fragen stellen und sie offen mit Ihrem Partner besprechen. Das gelingt oft nur mit Unterstützung von außen. Grundsätzlich gehört das Thema Sexualität zu einer umfassenden Betreuung von Frauen mit Brustkrebs – und deren Partnern – selbstverständlich dazu. Aber wie es mit intimen und tabuisierten Bereichen so ist, fällt es auch manchen Ärzten und Therapeuten nicht leicht, die entsprechenden Fragen direkt zu stellen.

Sexualität und Zärtlichkeit trotz Brustkrebs

Dabei fühlen sich die meisten Betroffenen deutlich entlastet, wenn sie auf Probleme ihrer Sexualität angesprochen werden. Der Dammbruch hilft vielen dabei, sich manche Probleme überhaupt erst einzugestehen und gemeinsam mit dem Partner an der Bewältigung zu arbeiten.

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Denn es gibt Möglichkeiten, sein Selbst- und Körperbild zu revidieren und als Paar neu zueinander zu finden, auch wenn der Krebs und die Behandlung bleibende Spuren hinterlassen haben. Sexuelles Empfinden und Erotik können verändert sein, lassen sich aber auf anderen Wegen erleben. Vielleicht werden Zärtlichkeiten und kleine Aufmerksamkeiten wichtiger. Das kann auch die gegenseitige Sensibilität und Achtsamkeit stärken.

Offenheit ist entscheidend

Wer dagegen in einer veränderten Wahrnehmung und Bewertung des eigenen Körpers verhaftet bleibt, tendiert dazu, sich zurückzuziehen, Nähe und Austausch zu vermeiden. Das macht es auch für den Partner nicht leicht, mit der Situation umzugehen. Er fühlt sich hilflos, möchte nichts Falsches sagen oder tun, um Sie nicht noch mehr zu belasten. Das kann in ein gegenseitiges Rückzugs- und Vermeidungsverhalten münden, das Sie zunehmend einander entfremdet.

Wenn Sie zu Ihrem Arzt Vertrauen gefasst haben, scheuen Sie sich nicht, Ihre körperbezogenen und sexuellen Probleme anzusprechen, sofern er nicht von sich aus die Initiative ergreift. Wenn Sie psychoonkologisch betreut werden, kann auch der Therapeut ein wichtiger Ansprechpartner sein. Andernfalls kann Ihr Arzt Ihnen entsprechende Hilfen anbieten.

Quellen:

  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. Stand August 2019. Online unter www.leitlinienprogramm-onkologie.de (Zugriff am 04.11.2019).
  • Deutsche Krebsgesellschaft, Onko Internetportal, Brustkrebs: Basis-Infos für Patientinnen und Angehörige. Online unter www.krebsgesellschaft.de (Zugriff am 04.11.2019).
  • Journal of Clinical Oncology, Fred Hutchinson Cancer Research Center.

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