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Hashimoto-Thyreoiditis: Symptome, Behandlung und Prognose

Was ist eine Hashimoto-Thyreoiditis? Welche Symptome sind typisch? Muss ich bei einer Hashimoto-Thyreoiditis lebenslang Schilddrüsenhormone einnehmen? Wie soll ich mich am besten ernähren? Diese und weitere Fragen zur Hashimoto-Thyreoiditis beantworten wir Ihnen im folgenden Beitrag.

Grundlagen

Was ist eine Hashimoto-Thyreoiditis?

Häufigste Schilddrüsen-Entzündung

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse und die häufigste Ursache für eine (nicht angeborene) Schilddrüsenunterfunktion. Die Erkrankung wird mitunter auch chronische lymphozytäre Thyreoiditis genannt. Der berühmtere Name der Krankheit geht auf den japanischen Arzt Hakaru Hashimoto zurück, der die Erkrankung im Jahr 1912 zum ersten Mal beschrieb.

Es trifft meist Frauen

Es gibt ganz unterschiedliche Formen von Schilddrüsen-Entzündungen. Der "Hashimoto", wie man die Erkrankung auch einfach nennt, ist die mit Abstand häufigste. Im Gegensatz zu den anderen Formen ist ihr Verlauf chronisch und fällt anfangs oft gar nicht auf.

Betroffen sind meist Frauen zwischen 30 und 50 Jahren. Bei ihnen tritt die Erkrankung etwa neun mal häufiger auf als bei Männern.

Zunächst Schilddrüsenüberfunktion

Am Anfang entwickelt sind häufig zunächst eine Überfunktion der Schilddrüse. Das liegt daran, dass durch die Entzündungsreaktion Schilddrüsenzellen geschädigt werden und daraufhin ihre Hormone, die sie bereits hergestellt haben, ausschütten. Meist verspüren die Betroffenen dabei aber noch gar keine Symptome, so dass die Erkrankung oft ein reiner Zufallsbefund ist. Im Gegensatz zu anderen Entzündungen ist ein Hashimoto auch nicht schmerzhaft.

Es kann aber zu Beginn der Erkrankung durchaus auch zu den entsprechenden Beschwerden einer Überfunktion kommen. So kann sich ein Kropf bilden, Betroffene können sich unruhig und nervös fühlen, an Gewicht verlieren und Schweißausbrüche bekommen.

... dann Unterfunktion

Im weiteren Verlauf führt die Autoimmunerkrankung aber fast immer zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, also einem Mangel an Schilddrüsenhormonen. Wenn nämlich die Schilddrüsenzellen durch den Entzündungsprozess erst einmal zerstört sind, können sie natürlich auch keine Hormone mehr bilden. Spätestens jetzt machen sich Symptome bemerkbar, und zwar die einer Unterfunktion, wie z.B. Müdigkeit, trockene Haut und Kälteempfindlichkeit.

Die Krankheit kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich verlaufen. In einigen Fällen kann auch der ganze Körper von der Entzündung betroffen sein. Bei einer Verbindung zu anderen Autoimmunerkrankungen können entsprechend weitere Beschwerden auftreten. Mit der entsprechenden Behandlung lässt sich die Erkrankung zwar nicht heilen, aber in der Regel gut in den Griff bekommen.

Ursachen und Auslöser

Hashimoto: Angriff des Körpers gegen sich selbst

Wie kommt es zu einer Hashimoto-Thyreoiditis?

Die Entzündung wird durch das eigene Immunsystem verursacht. Ähnlich wie bei anderen Autoimmunerkrankungen greifen die Abwehrzellen "versehentlich" körpereigenes Gewebe, in diesem Fall Schilddrüsengewebe an und zerstören es.

Ursache unklar

Der Hashimoto wird deshalb auch als "Autoimmunthyreoiditis" bezeichnet. Wieso der Körper sich auf diese Weise selbst angreift und schädigt, ist nach wie vor nicht geklärt.

Hashimoto und andere Autoimmunerkrankungen

Auch der Zusammenhang mit anderen Autoimmunerkrankungen liegt weitestgehend im Dunkeln. Es kommt aber häufig vor, dass sie miteinander gekoppelt sind:

So können Menschen mit Hashimoto beispielsweise auch unter einem Diabetes mellitus vom Typ 1, einer Sprue/Zöliakie oder einer Vitiligo/Weißfleckenkrankheit leiden.

Die Rolle der Gene

Da die Erkrankung in einigen Familien gehäuft vorkommt, vermutet man, dass es für den Hashimoto eine gewisse erbliche Veranlagung gibt. Außerdem…

... tritt die Erkrankung häufig während (oder unmittelbar nach) hormonellen Umstellungsphasen (z.B. in der Pubertät, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren) und in akuten Belastungssituationen auf.

Zu viel Jod ist auch nicht gut

Und schließlich scheint auch eine zu hohe Jodzufuhr (Jodexzesse) die Schilddrüsenentzündung auslösen zu können.


Symptome

Welche Symptome verursacht eine Hashimoto-Thyreoiditis?

Die Krankheit bleibt oft lange Zeit unbemerkt, da sie vor allem zu Beginn oft kaum Beschwerden verursacht. Sie kann ganz zufällig entdeckt werden oder sich allenfalls mit einem beginnenden Kropf bemerkbar machen.

Überschwemmung mit Hormonen

Am Anfang können aber auch kurzzeitig Symptome auftreten, die für eine Schilddrüsenüberfunktion typisch sind. Im Rahmen akuter Entzündungsattacken nämlich ist es möglich, dass Gewebezellen in der Schilddrüse angegriffen werden und platzen. Die in ihnen gespeicherten Schilddrüsenhormone gelangen dann mit einem Mal ins Blut.

Schnellkurs Symptome: erst zu viele, dann zu wenig Hormone

Wie äußert sich ein Hashimoto zu Beginn der Erkrankung?

Im Anfangsstadium einer Hashimoto-Thyreoiditis kommt es durch die Hormonschwemme häufig zu Unruhe und Nervosität. Betroffene können auch an Gewicht verlieren.

Weitere mögliche Symptome sind:

  • Haarausfall
  • Durchfall
  • Herzklopfen
  • Schwitzen
  • Zittern
  • Den Betroffenen ist schnell zu warm.

Manchmal ist es nötig, die Beschwerden kurzzeitig mit sogenannten Thyreostatika zu behandeln.

Welche Beschwerden treten im weiteren Verlauf auf?

Wenn das Schilddrüsengewebe mit der Zeit zerstört wird und die Hormonproduktion einstellt, treten folgende Beschwerden in den Vordergrund:

  • Antriebsarmut, Müdigkeit
  • Gewichtszunahme
  • Haarausfall
  • Heiserkeit
  • Verstopfung
  • niedriger Puls
  • Schwellungen im Gesicht (Augenlider), an Armen und Beinen
  • Die Betroffenen frieren schnell.
  • Zyklusstörungen

Da sich die Schilddrüse nicht mehr erholt, besteht die langfristige Behandlung einer Hashimoto-Thyreoiditis in der lebenslangen Einnahme von Hormontabletten.


Weitere Symptome

Des Weiteren kann die Entzündung zu einer Verkleinerung oder einer Vergrößerung der Schilddrüse führen. Wächst die Schilddrüse nach außen, kann sich ein Kropf bilden, der unter Umständen zu Schluckbeschwerden und einem Kloßgefühl im Hals führt.

Außerdem: Da die Hashimoto-Thyreoiditis oft mit anderen Autoimmunkrankheiten einhergeht, die ihrerseits weitere Beschwerden verursachen, können noch viele andere Symptome auftreten. Zu diesen sogenannten assoziierten Erkrankungen gehört z.B. der Diabetes mellitus vom Typ 1, die Sprue/Zöliakie oder die Vitiligo, auch Weißfleckenkrankheit genannt. Häufig leiden Menschen mit Hashimoto auch unter einem unerfüllten Kinderwunsch.

Behandlung

Wie behandelt man eine Hashimoto-Thyreoiditis?

Hashimoto-Betroffene müssen sich auf eine lebenslange Therapie mit Hormontabletten einstellen. In der Anfangsphase kann auch eine kurzzeitige Therapie mit Medikamenten erforderlich sein, die die Schilddrüse hemmen.

Am Anfang oft zu viele Hormone

Hashimoto ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Schilddrüsengewebe angreift und zerstört. Dies führt dazu, dass sich die Schilddrüsenzellen entzünden.

In manchen Fällen kann es zu Beginn der Erkrankung zu einer Überfunktion der Schilddrüse kommen, die auch Leckhyperthyreose genannt wird. Dabei platzen die entzündeten Schilddrüsenzellen, und die darin gespeicherten Hormone gelangen unkontrolliert ins Blut. Zudem werden vom Immunsystem Antikörper produziert, die sich an bestimmten Rezeptoren festsetzen können und diese zur Produktion von Schilddrüsenhormonen stimulieren. Die Erkrankung kann daher kurzfristig eine Überfunktion der Schilddrüse bewirken.

Die Überfunktion ist allerdings meist nur vorübergehend und kann mit Schilddrüsen-hemmenden Medikamenten (sogenannte Thyreostatika wie Carbimazol und Thiamazol) behandelt werden.

Von der Über- zur Unterfunktion

Im Laufe der Erkrankung nimmt die Entzündung wieder ab und damit auch die unkontrollierte Hormonfreisetzung. Dies führt meistens dazu, dass sich aus der ursprünglichen Überfunktion eine Unterfunktion entwickelt und plötzlich zu wenige Hormone vorhanden sind.

Generell lässt sich sagen, dass eine Hashimoto-Thyreoiditis die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion ist und fast immer irgendwann zu einem Hormonmangel führt. Die fehlende Menge an Schilddrüsenhormonen muss dann in Form von Tabletten – durch die Einnahme künstlich hergestellter Schilddrüsenhormone (L-Thyroxin) – ersetzt werden.

Schnellkurs: lebenslang L-Thyroxin

Wieso ist die Einnahme von L-Thyroxin bei Hashimoto so wichtig?

Die regelmäßige Einnahme ist sehr wichtig, da der Körper die Hormone dringend benötigt. Hormone sind Botenstoffe, die zahlreiche Vorgänge im Körper steuern und koordinieren.

Ohne Thyroxin läuft wenig

Das L-Thyroxin ist elementar für Wachstum und Entwicklung. Es wirkt auf das Nervensystem und damit u.a. auch auf unsere Stimmung. Außerdem beeinflusst es die Muskulatur, das Herz und ist für den gesamten Stoffwechsel verantwortlich.

Man kann sich also vorstellen, dass ohne die Schilddrüsenhormone viele Funktionen zusammenbrechen würden. Die Medikamenteneinnahme muss daher ähnlich wie bei einem Diabetiker, dem das lebenswichtige Insulin fehlt, meist ein Leben lang erfolgen und darf nicht unterbrochen werden, da der sensible Hormonstoffwechsel sonst leicht aus dem Gleichgewicht geraten kann.

Ist die lebenslange Einnahme nicht gefährlich?

Die Tabletten sind in ihrem Aufbau mit dem natürlichen Schilddrüsenhormon T4 völlig identisch, sodass die lebenslange Einnahme der Medikamente dem Körper nicht schadet. Ganz im Gegenteil:

Bei regelmäßiger Tabletteneinnahme und gut eingestellter Dosis sind keine Nebenwirkungen zu befürchten, und ein weitgehend beschwerdefreies Leben ist möglich. Bis auf die etwas lästige Tatsache, dass man jeden Tag daran denken muss, birgt die Therapie also keinerlei Risiken.

Therapie langsam einschleichen

Wichtig bei der Einnahme von Schilddrüsenhormon-Tabletten ist eine einschleichende Therapie. Das bedeutet, sie wird mit einer möglichst niedrigen Anfangsdosis begonnen. Im Laufe der Behandlung kann die Dosis dann allmählich gesteigert werden, bis die richtige gefunden wird.

Das ist unter Umständen gar nicht so leicht. Werden noch zu wenig Hormone eingenommen, bleibt es bei der Unterfunktion. Ist die Dosis hingegen zu hoch, kann es zu einer Überfunktion kommen, die ebenfalls nicht gewünscht ist. Meist dauert es mehrere Monate, bis die individuell passende L-Thyroxin-Dosis gefunden ist.

TSH entscheidet über Dosis

Entscheidender Kontrollparameter ist der TSH-Wert, der indirekt Aufschluss über die Schilddrüsenfunktion gibt. Er sollte regelmäßig überprüft werden. Die Hormonersatztherapie wird zu Beginn alle vier bis sechs Wochen und nach erfolgreicher Einstellung etwa ein- bis zweimal im Jahr kontrolliert.

Individuelle Wohlfühldosis

Und auch Sie selbst haben ein Wörtchen mitzureden. Denn neben den bloßen Laborwerten kommt es vor allem darauf an, wie Sie sich subjektiv fühlen. Einige Menschen mit Hashimoto-Thyreoditis fühlen sich trotz eines ausgeglichenen Hormonhaushaltes nicht gesund. In diesem Fall muss der Arzt herausfinden, wieso die Beschwerden weiterhin bestehen und was dagegen hilft.


Was bringen Thyreostatika bei Hashimoto?

Thyreostatika sind wichtige Medikamente zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion. Sie hemmen die Hormonbildung in der Schilddrüse und gleichen damit den entgleisten Hormonhaushalt wieder aus. Menschen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis müssen sie zu Beginn der Erkrankung unter Umständen eine Zeit lang einnehmen.

Schnellkurs: Thyreostatika bei der Hashimoto-Thyreoiditis

Hormonschwemme am Anfang

Anfänglich kann eine Hashimoto-Thyreoiditis mit den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion einhergehen, die auch „Hashitoxikose“ genannt wird.

Wie wirken Thyreostatika dagegen?

Thyreostatika richten zwar nichts gegen die Schilddrüsenhormone aus, die bereits ins Blut gelangt sind; indem sie die weitere Hormonproduktion jedoch stoppen, bringen sie den Hormonhaushalt unterm Strich wieder ins Gleichgewicht.

Gehen damit auch die Beschwerden weg?

Ja. Durch die Einnahme der Tabletten verbessern sich in der Regel auch jene Symptome, die durch die Schilddrüsenüberfunktion aufgetreten sind.

Muss man mit Hashimoto immer Thyreostatika einnehmen?

Nein. Es das ist nicht zwingend notwendig, sondern sogar eher die Ausnahme. Oft nämlich verläuft die Anfangsphase völlig symptomfrei. Die ersten Beschwerden treten meist erst dann auf, wenn die Zellen so zerstört sind, dass sie keine Hormone mehr produzieren. Dann kommt es zum typischen Bild einer Unterfunktion der Schilddrüse, die mit Hormonen ausgeglichen werden muss.


Welche weiteren Therapieoptionen gibt es bei der Hashimoto-Thyreoiditis?

Keine entzündungshemmenden oder immunsuppressiven Medikamente

Im Gegensatz zu anderen Autoimmunerkrankungen, die oft mit entzündungshemmenden Substanzen (Kortison) und sogenannten Immunsuppressiva, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken, behandelt werden, ist eine solche Therapie bei der Hashimoto-Thyreoiditis nicht angebracht. Diese Substanzen haben zum Teil tatsächlich erhebliche Nebenwirkungen, die von Hashimoto-Betroffenen aber nicht zu befürchten sind.

Operation nur in Ausnahmefällen

Auch eine Operation ist in der Regel nicht erforderlich. Besteht der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung, kann sie notwendig werden. Auch bei schweren Krankheitsverläufen mit starkem Wachstum der Schilddrüse, das zu mechanischen Komplikationen im Halsbereich führt, ist eine Operation zu erwägen. Die Schilddrüse wird dabei teilweise oder ganz entfernt. Insgesamt kommt es aber nur selten dazu.

Was kann ich gegen einen Hashimoto-Schub tun?

Gegen einen Hashimoto-Schub gibt es leider kein Universalheilmittel, genauso wenig lässt er sich verhindern. Allerdings können Betroffene versuchen, etwas gegen die unangenehmen Beschwerden zu tun.

Schub ist nicht gleich Schub

Von einem Krankheitsschub spricht man dann, wenn Symptome an manchen Tagen verstärkt auftreten und anschließend wieder nachlassen. Wie genau sich ein solcher Schub äußert, ist jedoch individuell sehr unterschiedlich. Meist sind es Kombinationen aus verschiedenen Beschwerden, die einen Schub definieren. Dabei können sowohl Symptome einer Unter- wie auch einer Überfunktion auftreten.

Bei dieser Fülle an verschiedenen Möglichkeiten wird verständlich, dass es keine einheitlichen Therapiemaßnahmen geben kann.

Bieten Sie dem Schub die Stirn

Jeder Betroffene sollte grundsätzlich gut mit Schilddrüsenhormonen eingestellt sein. Es gibt aber daneben noch weitere "Vorsichtsmaßnahmen", die jeder einzelne treffen kann.

Es ist nämlich bekannt, dass bestimmte äußere Faktoren einen Schub begünstigen können. Insbesondere Spiegelschwankungen anderer Hormone, allen voran die Sexual- und Stresshormone, können sich negativ auswirken. Auch der Speiseplan und der Konsum von Genussmitteln beeinflussen die Schubrate.

Wenn Sie daher auf ein paar Dinge achten, können Sie einen Schub lindern oder ihm manchmal sogar vorbeugen, so dass er gar nicht erst ausbricht. Folgendes können Sie versuchen:

Schnellkurs: Hilfe gegen den Hashimoto-Schub

Low-Carb-Ernährung

Viele Betroffene berichten, dass sich der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel – vor allem Nahrungsmittel, die den Blutzuckerspiegel hoch ansteigen lassen – positiv auswirken und einen Schub lindern kann. Generell wird empfohlen, …

… die Kohlenhydratzufuhr einzuschränken, auf Weizen (wie Brot, Nudel, Reis) zu verzichten und stattdessen auf eine eiweißbetonte Kost umzustellen. Zudem sollte viel Obst und buntes Gemüse (je nach Verträglichkeit) auf dem Speiseplan stehen.

Nicht zuviel Jod

Größere Mengen an Jod können die Beschwerden eines Hashimoto-Schubes verstärken. Sie sollten daher auf eine eher jodarme Ernährung achten. Generell gilt eine Zufuhr von bis zu 200 Mikrogramm Jod pro Tag als unbedenklich. Das heißt, die geringen Mengen Jod, die in Nahrungsmitteln enthalten sind, sind in der Regel unproblematisch.

Auf jeden Fall meiden sollten Sie hingegen jodhaltige Medikamente, zum Beispiel Schilddrüsenhormone wie Jodthyrox und Thyronajod, die mit Jod kombiniert sind. Stattdessen sollten Hormone ohne zusätzliches Jod wie L-Thyroxin gewählt werden.

Immunsystem stärken mit Antioxidantien

Die Erkrankung kann Darmbeschwerden auslösen und dadurch eine verminderte Nährstoffaufnahme bewirken. Daher ist auf eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen und Vitaminen (insbesondere antioxidative Substanzen, da sie das Immunsystem stärken und die Entzündungsaktivität bei Hashimoto lindern) zu achten.

Wichtige Nährstoffe sind vor allem: Vitamin A, C, E, Selen, Zink, Magnesium, Calcium, Eisen, Vitamin D, Vitamine des B-Komplex, Bromelain, Coenzym Q10, Omega-3-Fettsäuren (Lachsöl), L-Carnitin und Aminosäuren.

Stressabbau durch Entspannungsübungen

Neben einer erblichen Veranlagung geht man davon aus, dass Stress und stark belastende Lebenssituationen (z. B. eine Schwangerschaft, Wechseljahre der Frau) den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können. Oft auch kann ein Schub ausbrechen, wenn sich das Immunsystem im Frühjahr umstellt und Infekte bekämpft oder auf Pollen reagiert.

Prinzipiell sollten alle Faktoren vermieden werden, die das Immunsystem belasten und aus der Balance bringt. Entspannungsübungen, krankengymnastische Übungen, Akupunktur oder ggf. auch eine psychologische Verhaltenstherapie können helfen, den Verlauf der Schübe positiv zu beeinflussen.

Auf gesunden Lebensstil achten

Was nach einer Binsenweisheit klingt, kann tatsächlich segensreiche Auswirkungen haben. Regelmäßige Bewegung etwa bringt den Stoffwechsel wieder in Schwung und trägt allgemein zu einem besseren Wohlbefinden bei. Außerdem sollten Sie dringend auf das Rauchen verzichten, da es sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

Wichtig: Ein Hashimoto-Schub kann bei jedem Menschen unterschiedliche Beschwerden auslösen. Das heißt, was dem einen vielleicht hilft, kann beim anderen wirkungslos sein. Jeder Erkrankte muss daher seinen persönlichen Weg finden, mit der Erkrankung umzugehen, und versuchen herauszufinden, mit welchen Mitteln sich die Symptome am besten in den Griff bekommen lassen.


Ernährung

Hashimoto: Muss ich meine Ernährung umstellen?

Wenn der Arzt bei Ihnen die Diagnose "Hashimoto-Thyreoiditis" gestellt hat, heißt das nicht, dass Sie Ihre Ernährung von einem Tag auf den anderen radikal umstellen müssen. Sie sollten sich allerdings an einige Regeln halten, denn die Symptome und der Verlauf der Erkrankung können durch eine bewusste Ernährung verbessert werden.

Kleine Umstellung, große Wirkung

Wie bei nahezu jeder Erkrankung ist der individuelle Verlauf auch bei der Hashimoto-Thyreoiditis von zahlreichen Faktoren abhängig. Das macht ihn zwar in gewisser Hinsicht unberechenbar. Das Gute daran ist aber, dass er auch von außen zu beeinflussen ist. Jeder Erkrankte hat es daher ein Stück weit selbst in der Hand, wie er mit der Erkrankung umgeht und sie in seinen Lebenswandel einbezieht.

Dabei spielt das Thema Ernährung eine ganz entscheidende Rolle. Gerade beim Hashimoto können Sie viel bewirken, wenn Sie ein paar Dinge beherzigen. Folgendes sollten Sie in Ihrer Ernährung beachten:

Schnellkurs: die richtige Ernährung bei Hashimoto

Gesund und ausgewogen

Grundsätzlich sollten Sie versuchen, sich ausgewogen und abwechslungsreich zu ernähren. Zudem sollten Sie besonders darauf achten, Lebensmittel auszuwählen, die den Blutzuckerspiegel nicht hoch ansteigen lassen (Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index).

Weniger Kohlenhydrate, mehr Eiweiß

Wichtig ist vor allem, dass Sie versuchen, Ihren Kohlenhydratkonsum einzuschränken und stattdessen auf eine eiweißbetonte Ernährung achten.

Ausreichend viel Trinken

Weiterhin wichtig ist, dass Sie über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit (in Form von Wasser, ungesüßtem Kräuter- und Früchtetee) trinken, um so den Stoffwechsel in Schwung zu bringen. Zudem…

... verbraucht der Körper auch beim Trinken zusätzlich Energie (ca. 50 Kilokalorien pro 0,5 Liter Wasser). Durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr können Sie somit auch etwas gegen eine Gewichtszunahme unternehmen.

Nährstoffmängel vermeiden

Wichtig ist es außerdem, den Körper mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Obst und Gemüse sollten reichlich auf dem Speiseplan stehen. Vor allem Selen und Zink sind wichtige Spurenelemente für den Schilddrüsenstoffwechsel und sollten mit der Nahrung (oder, wenn das nicht möglich ist, durch die Einnahme von Vitaminpräparaten) in ausreichender Menge zugeführt werden. Darüber hinaus…

... ist eine ausreichende Zufuhr von Magnesium und Vitaminen (insbesondere die Vitamine B12, A, E sowie D) wichtig, da sich auch diese positiv auf die Beschwerden der Erkrankung auswirken können.

Stress meiden

Die Ursache, warum jemand an Hashimoto erkrankt, konnte bis heute noch nicht eindeutig geklärt werden. Man geht allerdings davon aus, dass Stress und starke (körperliche wie auch geistige) Belastungssituationen die Beschwerden verschlimmern bzw. einen Ausbruch der Erkrankung bewirken können.

Leben Sie gesund

Wer unter Hashimoto leidet, sollte daher nicht nur auf seine Ernährung achten, sondern auch auf einen möglichst gesunden Lebensstil. Das heißt, vermeiden Sie Stress (so gut wie möglich), treiben Sie regelmäßig Sport (mindestens 3 mal 30 Minuten pro Woche) und verzichten Sie auf das Rauchen.


Was darf man bei Hashimoto nicht essen?

Wenn Sie unter eine Hashimoto-Thyreoiditis leiden, sollen Sie Kost vermeiden, die den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen lässt. Folgende Nahrungsmittel sollten Sie so gut wie möglich reduzieren:

  • Weißmehlprodukte (Weizen): Brot, Brötchen, Croissant, Toast, Nudeln, Kuchen, Kekse, Pizza etc.
  • Zucker: Kuchen, Schokolade, Süßigkeiten, Kekse, Trockenfrüchte, süße Limonaden und Säfte (und auch nicht so viel Obst essen wegen des Fruchtzuckers)
  • bestimmte Gemüsesorten: Brokkoli, Grünkohl und Rosenkohl zum Beispiel enthalten Enzyme, die die Schilddrüse belasten.
  • jodreiche Lebensmittel: Man geht davon aus, dass hohe Joddosen (Jodexzesse) die Krankheit ungünstig beeinflussen.
  • Sojaprodukte, da sie die Funktion und Aktivität der Schilddrüsenhormone zusätzlich einschränken können

Einfach ausprobieren

Oft kann auch das Weglassen (oder Einschränken) von Milch und Milchprodukten wie Käse, Quark, Joghurt, Sahne sowie von Nachtschattengewächsen (Kartoffeln, Tomaten, Auberginen) eine Verbesserung der Symptome bewirken. Einige Lebensmittel enthalten außerdem eine Vielzahl an Allergenen und können Unverträglichkeitsreaktionen (Allergien bzw. Pseudoallergien) auslösen. Dazu gehören zum Beispiel Eier, Nüsse, Hülsenfrüchte, Fisch/Meerestiere und Kaffee.

Wichtig: Jeder Hashimoto-Betroffene muss selber ausprobieren, ob das Meiden bestimmter Lebensmittel zu einer Verbesserung seiner Beschwerden führt oder nicht. Zudem empfiehlt es sich, eine professionelle Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen.

Genießen ist weiterhin wichtig

Zu guter Letzt: Niemand sollte sich sklavisch an irgendwelche Essensvorschriften halten. Ab und zu kann man sich auch mal etwas gönnen. Denn wie gesagt: Auch das allgemeine Wohlbefinden spielt eine entscheidende Rolle für den Verlauf jeder Erkrankung

Prognose und Verlauf

Ist eine Hashimoto-Thyreoiditis heilbar?

Nein, eine Hashimoto-Thyreoiditis ist nicht heilbar. Die Erkrankung führt langfristig fast immer zu einer Schilddrüsenunterfunktion, da die Schilddrüsenzellen aufgrund der chronischen Entzündung zunehmend zerstört werden. Mit Hormonen ist die Krankheit aber gut zu behandeln. Die Beschwerden lassen sich bei einer optimalen Einstellung der Hormonbehandlung vollständig beheben. Auch die drohenden Folgen für den gesamten Organismus, die der Mangel der lebenswichtigen Schilddrüsenhormone mit sich bringt, können dadurch vermieden werden.

Unaufhaltsamer Untergang

Die Hashimoto-Thyreoditis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich der Körper irrtümlicherweise gegen die eigene Schilddrüse richtet und sie schädigt. Durch die andauernde Entzündung, die dadurch ausgelöst wird, sind die Zellen irgendwann so zerstört, dass sie nicht mehr ausreichend Schilddrüsenhormone herstellen können. Das kann so weit voranschreiten, dass das Gewebe letztlich verhärtet oder verkümmert.

Diesen Prozess können auch Hormontabletten nicht aufhalten. Sie können zwar die Schilddrüsenunterfunktion beheben, indem sie den Hormonhaushalt normalisieren; heilen können sie die zugrundeliegende Autoimmunkrankheit und den damit verbundenen Zelluntergang jedoch nicht.

Quellen:

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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Kommentare: Archiv

Ernährungsumstellung = Schub?

Samstag, den 02. Februar 2019 um 14:12 Uhr, Henrieke
Seit knapp zwei Wochen habe ich meine Ernährung umgestellt auf Low Carb, mit viel Eiweiß und Gemüse, da ich durch die Hashimoto-Erkrankung etliche kg zugenommen habe. Ich fühlte mich mit 100er L-Thyroxin bisher ganz gut eingestellt. Nehme zusätzlich NEMs u. a. auch Selen 100. Seit einigen Tagen habe ich Herzbeschwerden bekommen und dann seit zwei Tagen das Selen weggelassen. Seit heute habe ich alle Symptome eines ordentlichen Hashi-Schubs. Was läuft bei mir falsch?
Vielen Dank für eine Antwort!
VG Henrieke

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