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Hashimoto-Thyreoiditis: Behandlung und Prognose

Muss ich bei einer Hashimoto-Thyreoiditis lebenslang Schilddrüsenhormone einnehmen? Haben die Hormontabletten Nebenwirkungen? Wie wird ein Hashimoto-Schub behandelt? Diese und weitere Fragen zur Behandlung und Prognose einer Hashimoto-Thyreoiditis beantworten wir Ihnen im folgenden Beitrag.

Wie behandelt man eine Hashimoto-Thyreoiditis?

Hashimoto-Betroffene müssen sich auf eine lebenslange Therapie mit Hormontabletten einstellen. In der Anfangsphase kann auch eine kurzzeitige Therapie mit Medikamenten erforderlich sein, die die Schilddrüse hemmen.

Am Anfang oft zu viele Hormone

Hashimoto ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Schilddrüsengewebe angreift und zerstört. Dies führt dazu, dass sich die Schilddrüsenzellen entzünden.

In manchen Fällen kann es zu Beginn der Erkrankung zu einer Überfunktion der Schilddrüse kommen, die auch Leckhyperthyreose genannt wird. Dabei platzen die entzündeten Schilddrüsenzellen, und die darin gespeicherten Hormone gelangen unkontrolliert ins Blut. Zudem werden vom Immunsystem Antikörper produziert, die sich an bestimmten Rezeptoren festsetzen können und diese zur Produktion von Schilddrüsenhormonen stimulieren. Die Erkrankung kann daher kurzfristig eine Überfunktion der Schilddrüse bewirken.

Die Überfunktion ist allerdings meist nur vorübergehend und kann mit Schilddrüsen-hemmenden Medikamenten (sogenannte Thyreostatika wie Carbimazol und Thiamazol) behandelt werden.

Von der Über- zur Unterfunktion

Im Laufe der Erkrankung nimmt die Entzündung wieder ab und damit auch die unkontrollierte Hormonfreisetzung. Dies führt meistens dazu, dass sich aus der ursprünglichen Überfunktion eine Unterfunktion entwickelt und plötzlich zu wenige Hormone vorhanden sind.

Generell lässt sich sagen, dass eine Hashimoto-Thyreoiditis die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion ist und fast immer irgendwann zu einem Hormonmangel führt. Die fehlende Menge an Schilddrüsenhormonen muss dann in Form von Tabletten – durch die Einnahme künstlich hergestellter Schilddrüsenhormone (L-Thyroxin) – ersetzt werden.

L-Thyroxin, meist ein Leben lang

Die regelmäßige Einnahme ist sehr wichtig, da der Körper die Hormone dringend benötigt. Hormone sind Botenstoffe, die zahlreiche Vorgänge im Körper steuern und koordinieren. Das L-Thyroxin ist elementar für Wachstum und Entwicklung. Es wirkt auf das Nervensystem und damit u.a. auch auf unsere Stimmung. Außerdem beeinflusst es die Muskulatur, das Herz und ist für den gesamten Stoffwechsel verantwortlich.

Man kann sich also vorstellen, dass ohne die Schilddrüsenhormone viele Funktionen zusammenbrechen würden. Die Medikamenteneinnahme muss daher ähnlich wie bei einem Diabetiker, dem das lebenswichtige Insulin fehlt, meist ein Leben lang erfolgen und darf nicht unterbrochen werden, da der sensible Hormonstoffwechsel sonst leicht aus dem Gleichgewicht geraten kann.

Richtig dosiert ohne Nebenwirkungen

Die Tabletten sind in ihrem Aufbau mit dem natürlichen Schilddrüsenhormon T4 völlig identisch, sodass die lebenslange Einnahme der Medikamente dem Körper nicht schadet. Ganz im Gegenteil: Bei regelmäßiger Tabletteneinnahme und gut eingestellter Dosis sind keine Nebenwirkungen zu befürchten, und ein weitgehend beschwerdefreies Leben ist möglich. Bis auf die etwas lästige Tatsache, dass man jeden Tag daran denken muss, birgt die Therapie also keinerlei Risiken.

Therapie langsam einschleichen

Wichtig bei der Einnahme von Schilddrüsenhormon-Tabletten ist eine einschleichende Therapie. Das bedeutet, sie wird mit einer möglichst niedrigen Anfangsdosis begonnen. Im Laufe der Behandlung kann die Dosis dann allmählich gesteigert werden, bis die richtige gefunden wird.

Das ist unter Umständen gar nicht so leicht. Werden noch zu wenig Hormone eingenommen, bleibt es bei der Unterfunktion. Ist die Dosis hingegen zu hoch, kann es zu einer Überfunktion kommen, die ebenfalls nicht gewünscht ist. Meist dauert es mehrere Monate, bis die individuell passende L-Thyroxin-Dosis gefunden ist.

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Entscheidender Kontrollparameter ist der TSH-Wert, der indirekt Aufschluss über die Schilddrüsenfunktion gibt. Er sollte regelmäßig überprüft werden. Die Hormonersatztherapie wird zu Beginn alle vier bis sechs Wochen und nach erfolgreicher Einstellung etwa ein- bis zweimal im Jahr kontrolliert.

Keine entzündungshemmenden oder immunsuppressiven Medikamente

Im Gegensatz zu anderen Autoimmunerkrankungen, die oft mit entzündungshemmenden Substanzen (Kortison) und sogenannten Immunsuppressiva, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken, behandelt werden, ist eine solche Therapie bei der Hashimoto-Thyreoiditis nicht angebracht. Diese Substanzen haben zum Teil tatsächlich erhebliche Nebenwirkungen, die von Hashimoto-Betroffenen aber nicht zu befürchten sind.

Operation nur in Ausnahmefällen

Auch eine Operation ist in der Regel nicht erforderlich. Besteht der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung, kann sie notwendig werden. Auch bei schweren Krankheitsverläufen mit starkem Wachstum der Schilddrüse, das zu mechanischen Komplikationen im Halsbereich führt, ist eine Operation zu erwägen. Die Schilddrüse wird dabei teilweise oder ganz entfernt. Insgesamt kommt es aber nur selten dazu.

Hashimoto: Ist die lebenslange Einnahme von Tabletten gefährlich?

Lebenslang auf Medikamente angewiesen zu sein, mag für viele Menschen erschreckend klingen. Allerdings hört es sich schlimmer an, als es ist. Da der künstlich hergestellte Wirkstoff Levothyroxin in seiner chemischen Zusammensetzung mit dem körpereigenen Schilddrüsenhormon T4 völlig identisch ist und die gleiche Wirkung besitzt, schadet die lebenslange Einnahme der Gesundheit nicht.

Gefährlich wird es ohne Hormone

Ganz im Gegenteil: L-Thyroxin ist normalerweise sehr gut verträglich, und die Einnahme (bei richtig eingestellter Dosis) mit keinerlei Risiken und/oder Nebenwirkungen verbunden. Der Körper ist vielmehr auf die lebenslange medikamentöse Therapie angewiesen, um richtig zu funktionieren und sämtliche Stoffwechselvorgänge in Gang zu halten.

Die Schilddrüsenhormone sind unter anderem zuständig für die Verwertung von Nährstoffen, unseren Energieumsatz und für die Aktivität des Herz-Kreislauf- wie auch des Nervensystems. Kinder benötigen die Botenstoffe zudem dringend für ihre geistige und körperliche Entwicklung.

Zeit der Eingewöhnung

Allerdings kann es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis sich Betroffene zusammen mit ihrem Arzt an die passende Dosis herangetastet haben. Ist die Dosis zu hoch, können typische Beschwerden einer Schilddrüsenüberfunktion (wie Herzklopfen, Zittern, Hitzewallungen, innere Unruhe) auftreten.

Zudem kann es vorkommen, dass sich zu Beginn der Therapie die Ausgangssymptome zunächst verstärken, da die Schilddrüse durch die Einnahme von Thyroxin ihre Funktion vollständig einstellt. Der Körper muss sich an die Hilfe von außen somit erst gewöhnen. Diese Nebenwirkungen verschwinden aber wieder vollständig, sobald man die Dosis verringert.

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Wichtig: regelmäßige Kontrollen

Um solche unerwünschten Nebenwirkungen erst gar nicht aufkommen zu lassen, ist es wichtig, mit einer geringen Anfangsdosis zu beginnen und diese dann schrittweise bis zur individuellen "Wohlfühldosis" zu erhöhen.

Die genaue Dosierung von Thyroxin richtet sich nach den jeweiligen Blutwerten (Stoffwechsellage der Schilddrüse) und sollte auf jeden Fall mit dem Arzt besprochen werden. Zudem ist es wichtig, den Hormonspiegel in regelmäßigen Abständen kontrollieren zu lassen, um sicherzugehen, dass der Körper gut mit den Schilddrüsenhormonen eingestellt ist.

Und auch Sie selbst haben ein Wörtchen mitzureden. Denn neben den bloßen Laborwerten kommt es vor allem darauf an, wie Sie sich subjektiv fühlen. Einige Menschen mit Hashimoto-Thyreoditis fühlen sich trotz eines ausgeglichenen Hormonhaushaltes nicht gesund. In diesem Fall muss der Arzt herausfinden, wieso die Beschwerden weiterhin bestehen und was dagegen hilft.

Was bringen Thyreostatika bei Hashimoto?

Thyreostatika sind wichtige Medikamente zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion. Sie hemmen die Hormonbildung in der Schilddrüse und gleichen damit den entgleisten Hormonhaushalt wieder aus. Menschen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis müssen sie zu Beginn der Erkrankung unter Umständen eine Zeit lang einnehmen.

Zu wenig Hormone oder zu viele?

Um zu erklären, wie Thyreostatika nun bei Hashimoto genau wirken, muss aber zunächst erläutert werden, warum es bei der Erkrankung überhaupt zu einer Überfunktion der Schilddrüse kommt. Denn wer schon einmal davon gehört hat, verbindet womöglich eher eine Unterfunktion damit.

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Schilddrüse von einer chronischen Entzündung betroffen ist, die vom Körper selbst ausgelöst wird. Die Erkrankung führt im Laufe der Zeit regelhaft zu einer Schilddrüsenunterfunktion, also einem Mangel an Schilddrüsenhormonen. Es ist daher eigentlich üblich, dass die Betroffenen Schilddrüsenhormone einnehmen müssen. Das ist genau die gegenteilige Therapie zu den Thyreostatika.

Hormonschwemme am Anfang

Anfänglich aber kann eine Hashimoto-Thyreoiditis auch mit den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion einhergehen, die auch „Hashitoxikose“ genannt wird. Das hat folgenden Grund:

Bei der Autoimmunerkrankung wird das Schilddrüsengewebe durch das eigene Immunsystem angegriffen und zerstört. Dabei können entzündete Schilddrüsenzellen platzen und ihre gespeicherten Hormone ins Blut ausschütten. Die Folge dieser Ausschwemmung ist eine Überfunktion der Schilddrüse, die man aufgrund der Schädigung der Zellen auch als Leckhyperthyreose bezeichnet.

Außerdem können Antikörper, die der Körper in diesem Fall selbst bildet, die Schilddrüse dazu anregen, mehr Schilddrüsenhormone zu produzieren, was ebenfalls zu einer vermehrten Freisetzung von Hormonen beitragen kann.

Hormonhaushalt wieder ausgleichen

Thyreostatika können daher bei Hashimoto auf folgende Weise helfen: Sie richten zwar nichts gegen die Schilddrüsenhormone aus, die durch die Zellschädigung bereits ins Blut gelangt sind; indem sie die weitere Hormonproduktion jedoch stoppen, bringen sie den Hormonhaushalt unterm Strich wieder ins Gleichgewicht. Durch die Einnahme der Tabletten verbessern sich in der Regel auch jene Beschwerden, die durch die Schilddrüsenüberfunktion aufgetreten sind.

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Es ist allerdings nicht zwingend notwendig, dass Sie als Betroffener Thyreostatika einnehmen müssen. Das ist sogar eher die Ausnahme. Oft nämlich verläuft die Anfangsphase völlig symptomfrei. Die ersten Beschwerden treten meist erst dann auf, wenn die Zellen so zerstört sind, dass sie keine Hormone mehr produzieren. Dann kommt es zum typischen Bild einer Unterfunktion der Schilddrüse, die mit Hormonen ausgeglichen werden muss.

Was kann ich gegen einen Hashimoto-Schub tun?

Gegen einen Hashimoto-Schub gibt es leider kein Universalheilmittel, genauso wenig lässt er sich verhindern. Allerdings können Betroffene versuchen, etwas gegen die unangenehmen Beschwerden zu tun.

Schub ist nicht gleich Schub

Von einem Krankheitsschub spricht man dann, wenn Symptome an manchen Tagen verstärkt auftreten und anschließend wieder nachlassen. Wie genau sich ein solcher Schub äußert, ist jedoch individuell sehr unterschiedlich. Meist sind es Kombinationen aus verschiedenen Beschwerden, die einen Schub definieren. Dabei können sowohl Symptome einer Unter- wie auch einer Überfunktion auftreten.

Bei dieser Fülle an verschiedenen Möglichkeiten wird verständlich, dass es keine einheitlichen Therapiemaßnahmen geben kann.

Bieten Sie dem Schub die Stirn

Jeder Betroffene sollte grundsätzlich gut mit Schilddrüsenhormonen eingestellt sein. Es gibt aber daneben noch weitere "Vorsichtsmaßnahmen", die jeder einzelne treffen kann.

Es ist nämlich bekannt, dass bestimmte äußere Faktoren einen Schub begünstigen können. Insbesondere Spiegelschwankungen anderer Hormone, allen voran die Sexual- und Stresshormone, können sich negativ auswirken. Auch der Speiseplan und der Konsum von Genussmitteln beeinflussen die Schubrate.

Wenn Sie daher auf ein paar Dinge achten, können Sie einen Schub lindern oder ihm manchmal sogar vorbeugen, so dass er gar nicht erst ausbricht. Folgendes können Sie versuchen:

Low-Carb Ernährung

Viele Betroffene berichten, dass sich der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel – vor allem Nahrungsmittel, die den Blutzuckerspiegel hoch ansteigen lassen – positiv auswirken und einen Schub lindern kann. Generell wird empfohlen, die Kohlenhydratzufuhr einzuschränken, auf Weizen (wie Brot, Nudel, Reis) zu verzichten und stattdessen auf eine eiweißbetonte Kost umzustellen. Zudem sollte viel Obst und buntes Gemüse (je nach Verträglichkeit) auf dem Speiseplan stehen.

Jod meiden

Größere Mengen an Jod können die Beschwerden eines Hashimoto-Schubes verstärken. Sie sollten daher auf eine eher jodarme Ernährung achten. Generell gilt eine Zufuhr von bis zu 200 Mikrogramm Jod pro Tag als unbedenklich. Das heißt, die geringen Mengen Jod, die in Nahrungsmitteln enthalten sind, sind in der Regel unproblematisch.

Auf jeden Fall meiden sollten Sie hingegen jodhaltige Medikamente, zum Beispiel Schilddrüsenhormone wie Jodthyrox und Thyronajod, die mit Jod kombiniert sind. Stattdessen sollten Hormone ohne zusätzliches Jod wie L-Thyroxin gewählt werden.

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Immunsystem stärken mit Antioxidantien

Die Erkrankung kann Darmbeschwerden auslösen und dadurch eine verminderte Nährstoffaufnahme bewirken. Daher ist auf eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen und Vitaminen (insbesondere antioxidative Substanzen, da sie das Immunsystem stärken und die Entzündungsaktivität bei Hashimoto lindern) zu achten.

Wichtige Nährstoffe sind vor allem: Vitamin A, C, E, Selen, Zink, Magnesium, Calcium, Eisen, Vitamin D, Vitamine des B-Komplex, Bromelain, Coenzym Q10, Omega-3-Fettsäuren (Lachsöl), L-Carnitin und Aminosäuren.

Stressabbau durch Entspannungsübungen

Neben einer erblichen Veranlagung geht man davon aus, dass Stress und stark belastende Lebenssituationen (z. B. eine Schwangerschaft, Wechseljahre der Frau) den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können. Oft auch kann ein Schub ausbrechen, wenn sich das Immunsystem im Frühjahr umstellt und Infekte bekämpft oder auf Pollen reagiert.

Prinzipiell sollten alle Faktoren vermieden werden, die das Immunsystem belasten und aus der Balance bringt. Entspannungsübungen, krankengymnastische Übungen, Akupunktur oder ggf. auch eine psychologische Verhaltenstherapie können helfen, den Verlauf der Schübe positiv zu beeinflussen.

Auf gesunden Lebensstil achten

Was nach einer Binsenweisheit klingt, kann tatsächlich segensreiche Auswirkungen haben. Regelmäßige Bewegung etwa bringt den Stoffwechsel wieder in Schwung und trägt allgemein zu einem besseren Wohlbefinden bei. Außerdem sollten Sie dringend auf das Rauchen verzichten, da es sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

Wichtig: Ein Hashimoto-Schub kann bei jedem Menschen unterschiedliche Beschwerden auslösen. Das heißt, was dem einen vielleicht hilft, kann beim anderen wirkungslos sein. Jeder Erkrankte muss daher seinen persönlichen Weg finden, mit der Erkrankung umzugehen, und versuchen herauszufinden, mit welchen Mitteln sich die Symptome am besten in den Griff bekommen lassen.

Hashimoto: Muss ich meine Ernährung umstellen?

Wenn der Arzt bei Ihnen die Diagnose "Hashimoto-Thyreoiditis" gestellt hat, heißt das nicht, dass Sie Ihre Ernährung von einem Tag auf den anderen radikal umstellen müssen. Sie sollten sich allerdings an einige Regeln halten, denn die Symptome und der Verlauf der Erkrankung können durch eine bewusste Ernährung verbessert werden.

Kleine Umstellung, große Wirkung

Wie bei nahezu jeder Erkrankung ist der individuelle Verlauf auch bei der Hashimoto-Thyreoiditis von zahlreichen Faktoren abhängig. Das macht ihn zwar in gewisser Hinsicht unberechenbar. Das Gute daran ist aber, dass er auch von außen zu beeinflussen ist. Jeder Erkrankte hat es daher ein Stück weit selbst in der Hand, wie er mit der Erkrankung umgeht und sie in seinen Lebenswandel einbezieht.

Dabei spielt das Thema Ernährung eine ganz entscheidende Rolle. Gerade beim Hashimoto können Sie viel bewirken, wenn Sie ein paar Dinge beherzigen. Folgendes sollten Sie in Ihrer Ernährung beachten:

Weniger Kohlenhydrate, mehr Eiweiß

Grundsätzlich sollten Sie versuchen, sich ausgewogen und abwechslungsreich zu ernähren. Zudem sollten Sie besonders darauf achten, Lebensmittel auszuwählen, die den Blutzuckerspiegel nicht hoch ansteigen lassen (Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index). Wichtig ist vor allem, dass Sie versuchen, Ihren Kohlenhydratkonsum einzuschränken und stattdessen auf eine eiweißbetonte Ernährung achten.

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Ausreichend Trinken

Weiterhin wichtig ist, dass Sie über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit (in Form von Wasser, ungesüßtem Kräuter- und Früchtetee) trinken, um so den Stoffwechsel in Schwung zu bringen. Zudem verbraucht der Körper auch beim Trinken zusätzlich Energie (ca. 50 Kilokalorien pro 0,5 Liter Wasser). Durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr können Sie somit auch etwas gegen eine Gewichtszunahme unternehmen.

Nährstoffmängel vermeiden

Wichtig ist es außerdem, den Körper mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Obst und Gemüse sollten reichlich auf dem Speiseplan stehen. Vor allem Selen und Zink sind wichtige Spurenelemente für den Schilddrüsenstoffwechsel und sollten mit der Nahrung (oder, wenn das nicht möglich ist, durch die Einnahme von Vitaminpräparaten) in ausreichender Menge zugeführt werden.

Darüber hinaus ist eine ausreichende Zufuhr von Magnesium und Vitaminen (insbesondere die Vitamine B12, A, E sowie D) wichtig, da sich auch diese positiv auf die Beschwerden der Erkrankung auswirken können.

Leben Sie gesund

Die Ursache, warum jemand an Hashimoto erkrankt, konnte bis heute noch nicht eindeutig geklärt werden. Man geht allerdings davon aus, dass Stress und starke (körperliche wie auch geistige) Belastungssituationen die Beschwerden verschlimmern bzw. einen Ausbruch der Erkrankung bewirken können.

Wer unter Hashimoto leidet, sollte daher nicht nur auf seine Ernährung achten, sondern auch auf einen möglichst gesunden Lebensstil. Das heißt, vermeiden Sie Stress (so gut wie möglich), treiben Sie regelmäßig Sport (mindestens 3 mal 30 Minuten pro Woche) und verzichten Sie auf das Rauchen.

Was darf man bei Hashimoto nicht essen?

Wenn Sie unter eine Hashimoto-Thyreoiditis leiden, sollen Sie Kost vermeiden, die den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen lässt. Folgende Nahrungsmittel sollten Sie so gut wie möglich reduzieren:

  • Weißmehlprodukte (Weizen): Brot, Brötchen, Croissant, Toast, Nudeln, Kuchen, Kekse, Pizza etc.
  • Zucker: Kuchen, Schokolade, Süßigkeiten, Kekse, Trockenfrüchte, süße Limonaden und Säfte (und auch nicht so viel Obst essen wegen des Fruchtzuckers)
  • bestimmte Gemüsesorten: Brokkoli, Grünkohl und Rosenkohl zum Beispiel enthalten Enzyme, die die Schilddrüse belasten.
  • jodreiche Lebensmittel: Man geht davon aus, dass hohe Joddosen (Jodexzesse) die Krankheit ungünstig beeinflussen.
  • Sojaprodukte, da sie die Funktion und Aktivität der Schilddrüsenhormone zusätzlich einschränken können

Einfach ausprobieren

Oft kann auch das Weglassen (oder Einschränken) von Milch und Milchprodukten wie Käse, Quark, Joghurt, Sahne sowie von Nachtschattengewächsen (Kartoffeln, Tomaten, Auberginen) eine Verbesserung der Symptome bewirken. Einige Lebensmittel enthalten außerdem eine Vielzahl an Allergenen und können Unverträglichkeitsreaktionen (Allergien bzw. Pseudoallergien) auslösen. Dazu gehören zum Beispiel Eier, Nüsse, Hülsenfrüchte, Fisch/Meerestiere und Kaffee.

Wichtig: Jeder Hashimoto-Betroffene muss selber ausprobieren, ob das Meiden bestimmter Lebensmittel zu einer Verbesserung seiner Beschwerden führt oder nicht. Zudem empfiehlt es sich, eine professionelle Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen.

Genießen ist weiterhin wichtig

Zu guter Letzt: Niemand sollte sich sklavisch an irgendwelche Essensvorschriften halten. Ab und zu kann man sich auch mal etwas gönnen. Denn wie gesagt: Auch das allgemeine Wohlbefinden spielt eine entscheidende Rolle für den Verlauf jeder Erkrankung

Ist eine Hashimoto-Thyreoiditis heilbar?

Nein, eine Hashimoto-Thyreoiditis ist nicht heilbar. Die Erkrankung führt langfristig fast immer zu einer Schilddrüsenunterfunktion, da die Schilddrüsenzellen aufgrund der chronischen Entzündung zunehmend zerstört werden. Mit Hormonen ist die Krankheit aber gut zu behandeln.

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Unaufhaltsamer Untergang

Die Hashimoto-Thyreoditis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich der Körper irrtümlicherweise gegen die eigene Schilddrüse richtet und sie schädigt. Durch die andauernde Entzündung, die dadurch ausgelöst wird, sind die Zellen irgendwann so zerstört, dass sie nicht mehr ausreichend Schilddrüsenhormone herstellen können. Das kann so weit voranschreiten, dass das Gewebe letztlich verhärtet oder verkümmert.

Diesen Prozess können auch Hormontabletten nicht aufhalten. Sie können zwar die Schilddrüsenunterfunktion beheben, indem sie den Hormonhaushalt normalisieren; heilen können sie die zugrundeliegende Autoimmunkrankheit und den damit verbundenen Zelluntergang jedoch nicht.

Der Schilddrüse die Arbeit abnehmen

Allerdings lassen sich die Beschwerden, die mit der Erkrankung einhergehen, gut behandeln. Und auch die drohenden Folgen für den gesamten Organismus, die der Mangel der lebenswichtigen Schilddrüsenhormone mit sich bringt, können vermieden werden.

Das wird erreicht, indem man die Funktion der Schilddrüse einfach selbst übernimmt und Hormone von außen zuführt. Mit der Einnahme von synthetisch hergestelltem L-Thyroxin (auch Levothyroxin genannt, entspricht dem körpereigenen Hormon T4) können die fehlenden Schilddrüsenhormone problemlos ausgeglichen werden.

Durch die Therapie mit L-Thyroxin kann sich der Hormonhaushalt wieder erholen und ins Gleichgewicht gelangen. Gleichzeitig nehmen auch die Beschwerden ab. Die Tabletten müssen allerdings lebenslang eingenommen werden. Setzt man sie ab, kehrt die Unterfunktion mit großer Wahrscheinlichkeit wieder zurück.

Quellen:

 

Kommentare: Archiv

Ernährungsumstellung = Schub?

Samstag, den 02. Februar 2019 um 14:12 Uhr, Henrieke
Seit knapp zwei Wochen habe ich meine Ernährung umgestellt auf Low Carb, mit viel Eiweiß und Gemüse, da ich durch die Hashimoto-Erkrankung etliche kg zugenommen habe. Ich fühlte mich mit 100er L-Thyroxin bisher ganz gut eingestellt. Nehme zusätzlich NEMs u. a. auch Selen 100. Seit einigen Tagen habe ich Herzbeschwerden bekommen und dann seit zwei Tagen das Selen weggelassen. Seit heute habe ich alle Symptome eines ordentlichen Hashi-Schubs. Was läuft bei mir falsch?
Vielen Dank für eine Antwort!
VG Henrieke

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