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Wochenbett und Wochenfluss: alle Fragen, alle Antworten

Welche Tage nach der Geburt bezeichnet man als Wochenbett? Wie lange muss ich nach der Geburt in der Klinik bleiben, was passiert körperlich in dieser Phase? In diesem Kapitel beantworten wir alle Fragen rund um das Wochenbett.

Basiswissen

Was ist das Wochenbett? 

Als Wochenbett (Kindbett, Puerperium) werden die ersten 6-8 Wochen nach der Entbindung bezeichnet. In diesem Zeitraum erfolgt die physiologische Rückbildung eines Großteils der körperlichen Veränderungen durch Schwangerschaft und Geburt, während die Wöchnerin sich von den enormen seelischen und körperlichen Anstrengungen erholt und dabei Zeit hat, ihr Baby ausgiebig zu bewundern und in liebevoller Zuwendung und gegenseitiger Gewöhnung in ihr Herz zu schließen.

Auch heißt es jetzt für die Mutter, die wichtigsten Handgriffe im Umgang mit ihrem Säugling zu erlernen.

Mutterschutz ernst nehmen

Insbesondere im Frühwochenbett (1.-10. Tag nach der Geburt) bedarf die Wöchnerin besonderer Ruhe und Pflege. Sie sollte in der – in früherer Zeit gefürchteten, da lebensgefährlichen – Kindbettphase keinerlei körperliche Arbeit verrichten, sondern sich voll und ganz auf ihr Neugeborenes und sich selbst konzentrieren. Die meisten Staaten gewähren dafür eine gesetzliche Mutterschutzzeit, in der ein strenges Beschäftigungsverbot für die jungen Mütter gilt. So besteht auch in Deutschland seit 1952 im Rahmen des Mutterschutzgesetzes ein absolutes Beschäftigungsverbot für Mütter in den ersten acht Wochen nach der Geburt.

Wochenbett: Was bedeutet Nachsorge eigentlich genau? 

Schwangerschaft und Geburt sind zwar keine Krankheit, sondern der Ursprung jedes gesunden menschlichen Lebens. Dennoch gehen mit ihnen körperliche und seelische Veränderungen und Beanspruchungen einher, die eine Nachsorge während des Wochenbetts mehr als rechtfertigen.

Hebammen-Betreuung gesetzlich garantiert

Deshalb haben Sie auch einen gesetzlich garantierten Anspruch auf die Betreuung durch eine Hebamme. Diese kümmert sich bei den anfangs täglichen Hausbesuchen um Ihre Gesundheit und die Ihres Kindes, kontrolliert die Rückbildung der Gebärmutter und den Wochenfluss, gibt Ihnen Tipps zum Stillen und zur Brustpflege und hilft Ihnen, falls nötig, beim richtigen Anlegen Ihres Säuglings.

Weitere Maßnahmen wie die Nabelpflege bis hin zur Blutentnahme bei Verdacht auf Neugeborenengelbsucht gehören ebenfalls zum medizinischen Betreuungsspektrum Ihrer Hebamme. Darüber hinaus wird sie auch für persönliche Fragen, beispielsweise hinsichtlich der neuen Familiensituation und Ihrer Mutterrolle, eine wichtige Ansprechpartnerin sein.

Brauche ich eine Hebamme zur Nachsorge nach der Geburt und wo finde ich sie? 

Ob Sie sich zur Nachsorge im Wochenbett von einer Hebamme unterstützen lassen oder nicht, liegt natürlich in Ihrem eigenen Ermessen. Auch wenn sie bereits über eigene Schwangerschaftserfahrungen verfügen und deshalb auf eine Betreuung vor der Geburt verzichten, schätzen es viele Frauen, mit der Hebamme eine kompetente Fachfrau an ihrer Seite zu haben, die sie durch die immer wieder neue Zeit der Regeneration und des (körperlichen und seelischen) Umbruchs im Anschluss an die Niederkunft begleitet.

Schauen Sie in die Hebammen-Listen

Die Hebamme ist außerdem dazu in der Lage, Abweichungen vom gesunden Verlauf des Puerperiums (Zeit nach der Geburt) bei Mutter und Kind frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Zu finden sind die Betreuungsprofis in so genannten Hebammenlisten, die als regionale Verzeichnisse in Arztpraxen, Apotheken, Gesundheitszentren und Naturkostläden sowie bei den Krankenkassen ausliegen. Ferner natürlich in Telefonbüchern wie den „Gelben Seiten“ und im Internet, wo es spezielle „Hebammensuchmaschinen“ gibt.

Wann nach Hause?

Wie lange muss ich nach der Entbindung in der Klinik bleiben? 

Das hängt natürlich davon ab, wie die Geburt verlief. Nach einer komplikationslosen vaginalen Entbindung beträgt die mittlere Verweildauer im Krankenhaus 3,8 Tage, nach einem Kaiserschnitt dagegen 6,3 Tage.

Sie entscheiden mit

Ob Sie die ersten Tage nach der Geburt lieber in der Klinik oder zuhause verbringen, hängt ganz von Ihnen und Ihren Vorlieben ab. Die Einen genießen die Sicherheit in der Klinik und die Gewissheit, die Verantwortung für sich und ihr Baby auch in andere Hände legen und sich ganz ihrem Bedürfnis nach viel Schlaf und Ruhe hingeben zu können. Die Anderen bevorzugen die Vertrautheit und Privatsphäre der eigenen vier Wände.

Solange es weder für Sie selbst noch für Ihr Kind einen Grund zur medizinischen Beobachtung gibt, haben Sie zwischen diesen beiden Alternativen die freie Wahl. Wenn Sie sich für zuhause entscheiden, sollte aber eine ausreichende Unterstützung gesichert sein – durch Ihren Partner, andere Familienmitglieder, Freunde und eventuell eine Haushaltshilfe. Zur medizinischen Betreuung können Sie (täglich) eine Hebamme in Anspruch nehmen und im Bedarfsfall auch Ihren Arzt zum Hausbesuch bitten.

Wochenfluss

Was ist der Wochenfluss? 

Panta rhei – alles fließt. Das kann auch als Motto für die ersten Tage nach der Geburt dienen, wenn mit dem Wochenfluss (Lochien) abgestorbenes Material und Wundgewebe aus der Gebärmutter ausgeschwemmt und damit der notwendige Heilungsprozess angezeigt wird.

Wundsekret und Keime werden ausgespült

Nach Ablösung des Mutterkuchens, der mit der Nachgeburt ausgeschieden wird, verbleibt in der Gebärmutterhöhle eine handballgroße Wunde, die unter der Einwanderung von weißen Blutkörperchen innerhalb mehrerer Wochen abheilt. Zellreste, Wundsekrete, Keime und Blutgerinnsel werden dabei mit dem Wochenfluss ausgeschwemmt.

In der Folge schrumpft die zur Geburt bis zu 1 Kilogramm schwere Gebärmutter wieder auf das vorgeburtliche Gewicht von etwa 80 g. Das kann man auch von außen mit der tastenden (palpierenden) Hand nachverfolgen: Unmittelbar nach der Geburt noch in Nabelhöhe spürbar, ist der zu tastende Gebärmutterrand nach 10 Tagen wieder knapp oberhalb des Schamhaardreiecks angelangt.

Erst blutig, dann schmutzig-gelblich

Die Beschaffenheit des Wochenflusses ändert sich mit der Zeit. Zunächst ist der Ausfluss noch blutig-hellrot (3 bis 5 Tage), danach einige Tage bräunlich wie bei einer Schmierblutung, dann schmutzig-gelblich und nach ungefähr drei Wochen grau-gelblich-weiß. Der Geruch des Wundsekrets ist fade und nicht übelriechend.

Wie lange dauert der Wochenfluss?

Normalerweise versiegt der Wochenfluss nach bis zu sechs Wochen. Gleichzeitig nehmen die Eierstöcke die Östrogenproduktion wieder auf und sorgen dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut regeneriert und spätestens nach dem Abstillen der Monatszyklus wieder einsetzt.

Wenn Sie stillen, geht es schneller vorbei

Das Stillen begünstigt in der Regel ein schnelleres Ende des Wochenflusses. Wenn dieser allerdings vorzeitig und plötzlich aufhört, sollte abgeklärt werden, ob es sich um einen behandlungsbedürftigen Wochenfluss- bzw. Lochialstau (Lochiometra) handelt.

Wozu sind Flockenwindeln nützlich? 

Flockenwindeln sind größer und dicker und können mehr Flüssigkeit aufnehmen als normale Slipeinlagen. Und das ist in den ersten Tagen nach der Geburt, in denen der Wochenfluss noch recht stark ist, auch vonnöten.

Zudem bestehen sie in der Regel aus Baumwolle, die atmungsaktiver und oft besser verträglich ist als Synthetikfasern.

Stimmt es, dass der Wochenfluss infektiös ist?

Nein, auch wenn es immer wieder im Internet und bei vermeintlich kompetenten Informationsanbietern zu lesen ist. Die Ansicht, dass der Wochenfluss infektiös sei, hält sich immer noch hartnäckig seit der lange vergangenen Zeit, als die hygienischen Bedingungen miserabel und die mütterlichen Sterbefälle aufgrund von „Kindbettfieber“ an der Tagesordnung waren.

Wochenfluss ungefährlich

Der Wochenfluss ist normalerweise genauso wenig infektiös wie das Menstruationsblut. Allerdings ist das Sekret, das sich auf Ihrer Binde sammelt, ein idealer Nährboden für Infektionserreger. Ein häufiger Bindenwechsel ist also angebracht, eine normale Körperhygiene im Intimbereich nach der Geburt im übrigen aber völlig ausreichend.

Achtung, wenn der Ausfluss unangenehm riecht

Sollte es durch aufsteigende Krankheitskeime doch zu einem infektiösen Wochenfluss kommen, so wird er nicht mehr richtig fließen und sehr unangenehm zu riechen beginnen, eventuell auch eitrig erscheinen. Sie werden dann Fieber bekommen und möglicherweise auch Schmerzen spüren.

Die Kontrolle des Wochenflusses fällt in den Aufgabenbereich Ihrer Hebamme. Sprechen Sie sie an, wenn Sie vermuten, dass mit Ihrem Wochenfluss etwas nicht stimmt.

Wochenflussstau

Was ist eine Lochiometra?

Unter Lochiometra oder Lochialstau versteht man einen Rückstau des Wochenflusses. Grund dafür ist häufig ein unzureichend geöffneter Muttermund, wie er z.B. nach einem Kaiserschnitt vorkommt oder bei Verstopfung etwa durch Eihautgewebe oder geronnenes Blut.

Auch das Abknicken des Gebärmutterhalses (Zervix) bei nach hinten gerichteter Gebärmutter (Retroflexio uteri) kann einen gestörten Abfluss der Lochien bewirken.

Nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, können die in der Gebärmutter verbliebenen Reste sich infizieren und zu einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis puerperalis), in seltenen Fällen auch zum Kindbettfieber führen.

Wie wird eine Lochiometra behandelt?

Der Wochenfluss-Stau ist für den Arzt anhand der Symptomatik erkennbar, die Darstellung der flüssigkeitsgefüllten Gebärmutterhöhle im Ultraschall sichert die Diagnose.

Um den Wochenfluss wieder in Gang zu bringen, wird zunächst das Wehenmittel Oxytocin gespritzt bzw. infundiert oder als Nasenspray verabreicht. Alternativ kann Methylergometrin als Dragee oder Tropfen eingenommen werden. Diese Medikamente bewirken über Kontraktionen der Gebärmmuttermuskulatur ein Zusammenziehen des Organs.

Gleichzeitig werden krampflösende Arzneimittel eingesetzt, die den Muttermund entspannen (z.B. Buscopan). Eventuell dehnt der Arzt den Muttermund während der gynäkologischen Untersuchung auch leicht auf.

Was kann ich bei einem Lochialstau selbst tun?

Mit einer Selbstbehandlung können Sie einen Wochenfluss-Stau zwar nicht beheben, aber zur schnelleren Genesung beitragen: Stehen Sie schon bald nach der Geburt oft auf, führen Sie die Rückbildungsgymnastik konsequent durch und legen Sie Ihr Kind häufig an die Brust an – dies fördert die körpereigene Ausschüttung von Oxytocin.

Durch eine „Bauchmassage“ in Gebärmutterhöhe können Sie zudem Ihre Gebärmutter dazu anregen, sich zusammenzuziehen.

Auch Wärme verstärkt den Wochenfluss. Deshalb können heiße Sitzbäder, beispielsweise mit Eichenrindenextrakt oder Kamillenextrakt, sowie Wärmepackungen bei Lochialstau helfen. Als bewährte pflanzliche Hausmittel gegen Rückbildungsstörungen gelten Hirtentäschel- und Frauenmanteltee.

Blutungen

Sind Blutungen nach der Geburt normal?

Ja, im Anschluss an die Geburt kommt es zu Blutungen von der Stelle aus, an der der Mutterkuchen mit der Gebärmutter verbunden war. Der postnatale Wochenfluss (Lochien) enthält neben dem restlichen Blut auch Schleim und Plazentagewebe.

Wann kommt es nach der Geburt zu gefährlichen Blutungen?

Heftige Blutungen in der Nachgeburtsperiode (postpartale Blutungen) mit einem Verlust von mehr als 500 ml Blut in den ersten 24 Stunden nach der Geburt sind seltene, aber sehr gefährliche Ereignisse. Die Wöchnerinnen können theoretisch sogar daran verbluten.

Eine schwere Komplikation ist die durch den Blutverlust verursachte Abwehrschwäche, mit der Gefahr von Infektionen (Puerperalinfektion).

Starke nachgeburtliche Blutungen, die bei einem unkomplizierten Verlauf des Wochenbetts auch später auftreten können, gehen am ehesten auf die folgenden Ursachen zurück:

  • Blutungen aus Gebärmutterhals-, Scheiden-, oder Dammrissen
  • Blutungen bei unvollständiger Entleerung der Gebärmutterhöhle mit zurückgebliebenen Plazentaresten oder wandständigen Blutklumpen (Koageln)
  • Blutungen bei Gebärmuttererschlaffung (Uterusatonie) nach vollständiger Ausstoßung von Plazenta und Eihäuten

Was ist eine Spätblutung?

In einigen seltenen Fällen kommt es nach der Geburt zu einer Spätblutung (atonische Blutung), weil die Gebärmutter sich nicht ausreichend zusammenziehen kann und deshalb die Blutstillung gemindert ist.

Der Grund kann beispielsweise ein zurückgebliebenes Stück Plazenta sein. Ungewöhnlich starke Blutungen sind die Folge. Für die Schwangere macht sich das u.a. dadurch bemerkbar, dass die Binde innerhalb einer Stunde durchtränkt wird. Rufen Sie in so einem Fall sofort Ihren Arzt oder Ihre Hebamme, wenn Sie sehr heftig bluten und Ihnen schwindelig wird, auch den Notarzt.

Sex und Zyklus

Wann ist wieder Sex nach der Geburt möglich?

Das ist individuell sehr verschieden. Wie schnell Sie nach einer Geburt wieder mit Ihrem Partner schlafen (können), hängt zum einen von der Entwicklung Ihrer beider Lustgefühle ab. Und zum anderen davon, ob irgendwelche Beschwerden, z.B. aufgrund eines Dammschnitts, oder andere Hindernisse dem Geschlechtsverkehr entgegenstehen.

Kondom bis der Wochenfluss versiegt

Zu letzteren gehört der nach der Geburt einsetzende Wochenfluss, dessen Versiegen nach etwa 4 bis 6 Wochen abgewartet werden sollte. Paaren, die solange nicht warten möchten und sich an den Ausscheidungen nicht stören, wird aus Gründen des Schutzes vor einer Infektion bei noch geöffnetem Muttermund (und vor einer erneuten Schwangerschaft) die Benutzung eines Kondoms empfohlen.

Ruhig etwas Zeit lassen

Bei vielen Paaren dauert es allerdings Monate, bis sie wieder miteinander schlafen. Und das nicht selten nach einem missglückten Versuch im Anschluss an das Wochenbett. Eine längere sexfreie Phase nach der Geburt ist also ganz normal. Dazu trägt auch die Erschöpfung der Eltern oder zumindest der Mutter bei, die dankbar für jede Minute ungestörten Schlafes ist, wenn das Baby natürlicherweise viel Zeit in Anspruch und dabei keine Rücksicht auf Tages- oder Nachtzeiten nimmt. Schmusen und Streicheleinheiten sind dann die bessere Alternative. Ein liebevoller Partner wird das bestimmt verstehen …

Wann setzt nach der Geburt die erste Periode wieder ein?

Wann nach der Geburt die Periode wieder einsetzt, ist zum einen von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt andererseits auch von Ihrem Stillverhalten ab. Grundsätzlich kann der Eisprung bereits drei Wochen nach der Geburt Ihres Kindes wieder erfolgen.

Das bedeutet, dass schon ab fünf Wochen nach der Geburt mit dem ersten Menstruationszyklus zu rechnen ist, sofern die Milchbildung gestoppt wird. Wenn Sie dagegen voll stillen, bleibt die Menstruationsblutung in der Regel bis zum Abstillen aus. Das liegt an dem Hormon Prolaktin, das während der Stillzeit freigesetzt wird und nicht nur die Milchproduktion fördert, sondern auch einen hemmenden Einfluss auf den Eisprung ausübt.

Doch Vorsicht: Trotz allem bietet das Stillen keinen sicheren Schutz vor einer erneuten Schwangerschaft

Wie schnell bin ich nach einer Geburt wieder empfänglich?

Schneller als man bzw. frau häufig denkt: Theoretisch ist bereits ab der dritten Woche nach der Niederkunft wieder ein Eisprung möglich.

Tipps

Kann plötzliches Abnehmen nach der Geburt schädlich sein? 

Ja. Direkt nach der Geburt mit der Gewichtsabnahme zu beginnen, ist weder nötig noch sinnvoll. Im Gegenteil: Ein übermäßiges oder allzu plötzliches Abnehmen nach der Entbindung durch strenge Diät oder zu viel körperliche Bewegung kann zu einer Abnahme von Menge und/oder Qualität der Muttermilch führen.

Wichtig ist deshalb die wissende Gelassenheit: Wenn das in der Schwangerschaft zugenommene Gewicht in den Monaten nach der Geburt nur allmählich wieder weniger wird, ist das völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung. Eine gesunde Ernährung und Sport in Maßen können Ihnen bei der Wiedererlangung Ihres Normalgewichts helfen.

Ist Baden während des Wochenbetts erlaubt? 

Vom Baden im Wochenbett wird abgeraten. Der möglicherweise infektiöse Wochenfluss sollte nicht mit den hochempfindlichen Brustdrüsen in Berührung kommen (z.B. durch Badewasser), da dadurch eine Brustentzündung entstehen kann.

Warum sind Tampons nach der Geburt tabu? 

Tampons sind in den ersten sechs Wochen nach der Geburt aufgrund der Infektionsgefahr für die gerade verheilende Gebärmutter tabu. Denn ein Tampon behindert die Ausscheidung von Klümpchen (Koagel), die sich durch Verklumpung des Wochenfluss-Sekrets in der Scheide bilden können. Sie stauen sich dann vor der Gebärmutter, was das Infektionsrisiko erhöht.

Zudem trocknet der stark saugende Tampon die durch die Geburt beanspruchte Scheidenschleimhaut zusätzlich aus und verzögert damit die Regeneration der Scheidenflora.

Verwenden Sie stattdessen solche extrastarken, eventuell etwas altmodisch wirkenden Binden, wie sie auch in der Geburtsklinik zum Einsatz kommen. In der Zeit des Wochenflusses sollte es normalerweise nur eine Richtung geben: Alles muss raus und nichts darf rein …

Was kann ich gegen Haarausfall nach der Geburt tun? 

Nach der Geburt kann es, individuell sehr unterschiedlich, zu verstärktem Haarausfall kommen. In der Regel besteht kein Grund zur Besorgnis, da es sich um eine ganz normale Hormonumstellung handelt und der hohe Östrogenspiegel, der während der Schwangerschaft für eine besonders volle Haarpracht sorgte, jetzt schlagartig wieder abflaut.

Sollte Sie der Haarausfall dennoch stören, kann neben einer besonders schonenden Haarpflege die Einnahme von Zinkkapseln helfen. Auch die Mineralstoffe Selen und Eisen sowie Kieselerde werden empfohlen. Wenn der Haarschwund ein Ausmaß von geschätzten 100 Haaren pro Tag annimmt, empfiehlt es sich allerdings, einen Arzt aufzusuchen.

Noch ein Tipp dazu

Wenn es Ihnen im normalen Alltag nicht gelingt, sich ausgewogen zu ernähren und Sie eine ausreichende Zufuhr nicht nur an Zink und Eisen, sondern auch an den übrigen Vitalstoffen sicherstellen möchten, empfehlen wir Ihnen einen speziellen Gesundheitssaft, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist. Ein Löffel pro Tag deckt alle wichtigen Vitalstoffe ab, eine Flasche reicht damit für etwa 50 Tage.

Was kann ich gegen Hämorrhoiden tun, die ich durch die Geburt bekommen habe? 

Das Pressen bei der Geburt zählt zu den möglichen Ursachen von Hämorrhoiden. Die können lästig und unangehm sein, sind aber ungefährlich und bilden sich in aller Regel im Verlauf des Wochenbetts von selbst zurück.

Ist dem nicht so, können Sie folgende Maßnahmen gegen die vergrößerten Hämorrhoiden – die relativ häufig bereits während der Schwangerschaft erworben werden – ergreifen:

  • Gründliche Reinigung des Afters nach dem Stuhlgang, günstigerweise unter fließendem Wasser.
  • Kühlen bewirkt Linderung und angenehmes Abschwellen, z.B. mit einem Eiswürfel aus verdünnter Arnika-Essenz. Einfache Herstellung: 20 Tropfen Arnika-Essenz auf einen halben Becher Wasser geben und im Eiswürfelbehälter gefrieren lassen.
  • Behandlung mit geeigneten Salben und Zäpfchen, die z.B. Teebaumöl, Eichenrinde und Kamille als wundheilende Wirkstoffe enthalten. Der hohe Fettanteil dieser Medikamente schützt die zarte Analschleimhaut beim Stuhlgang. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt nach dessen Empfehlungen.
  • Reichlich trinken (2-3 Liter pro Tag) und den Beckenboden regelmäßig stärken.
  • Ballaststoffreich ernähren: viel Vollkornprodukte, Gemüse und Obst.

Quellen:

  • Vergleich der G-DRG-Entbindungsfallpauschalen O01E und O60D für 2006.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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