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Schwangerschaftstest und Frühtest

Bin ich schwanger? Wie funktionieren Schwangerschaftstests? Was ist der Unterschied zwischen Standardtest und Früh-Tests? In diesem Kapitel beantworten wir alle Fragen rund um den Schwangerschaftsnachweis.

Überblick

Wie kann eine Schwangerschaft festgestellt werden?

Verschiedene Tests können nachweisen, ob Sie schwanger sind. Mitunter fällt es schwer den, Überblick zu bewahren. Wir haben die geläufigen Schwangerschaftstests für Sie aufgelistet:

  • Der Standardtest aus Apotheke oder Drogerie ist für viele Frauen die erste Wahl.
  • Urin-Frühtests können früher als Standardtests Ergebnisse liefern.
  • Ein Blut-Schwangerschaftstest bringt schnell sichere Ergebnisse.
  • Ein Ultraschall liefert schließlich den Beweis, dass der Embryo in seiner Fruchtblase richtig platziert ist.

Ab wann sind Schwangerschaftstests eindeutig und wie sicher sind sie?

Wenn Sie den Standardtest nach dem Ausbleiben der Periode vornehmen bzw. frühestens 14 Tage nach der möglichen Befruchtung, ist sein Ergebnis mit etwa 99%iger Sicherheit recht eindeutig, von Ausnahmen abgesehen.

Urin-Frühtests sollten in dieser Hinsicht eher mit Vorsicht genossen werden. Das frühzeitigste nahezu eindeutige Ergebnis (99% Sicherheit) liefert der Blut-Schwangerschaftstest ab 6-9 Tagen nach der Befruchtung. Wirklich beweisend ist allerdings erst die Darstellung des richtig platzierten Embryos in seiner Fruchtblase per Ultraschall. Dieser Nachweis ist möglich ab der 5. Schwangerschaftswoche (gerechnet ab der letzten Periode). Herztöne sind übrigens ab der 7. Schwangerschaftswoche nachweisbar.

Standardtest

Wie funktioniert der handelsübliche Schwangerschaftstest?  

Die am häufigsten angewandten, handelsüblichen Schwangerschaftstests, die rezeptfrei in der Apotheke oder Drogerie erhältlich sind, beruhen auf dem Nachweis des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin) im Urin.

Gemessen wird dabei nicht die genaue Menge des Schwangerschaftshormons (hCG), sondern nur dessen Vorkommen, das auf eine bestehende Schwangerschaft rückschließen lässt.

Standardtest ab Ausbleiben der Monatsblutung möglich 

Dieses Hormon wird bereits in den ersten Schwangerschaftstagen von der sich entwickelnden Plazenta produziert, nachdem sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter eingenistet hat. Im Blutserum kann ein Ansteigen der Hormonkonzentration schon etwa 1 Woche (6.-9. Tag) nach dem Eisprung festgestellt werden und im Urin nach zwei Wochen – also bereits zum Zeitpunkt der ausbleibenden Regelblutung.

Was dann die Verfärbung im Schwangerschaftstest herbeiführt, sind im Test-Set bereitgehaltene Antikörper gegen das hCG-Hormon.

Standardtest: Ablauf und Test-Sicherheit

Wie sicher ist der Test?

Ein Schwangerschaftstest aus der Apotheke ist, wenn er nicht zu früh durchgeführt wird, sehr verlässlich. Nach dem Ausbleiben der Periode bzw. 14 Tage nach der erfolgten Befruchtung liegt seine Zuverlässigkeit bei rund 99%.

Positiver Test garantiert zu 99% eine Schwangerschaft

Die Verfärbung des Kontrollstreifens zeigt an, dass der Test grundsätzlich funktionstüchtig ist. Entscheidend ist der andere Teststreifen, der nur bei Kontakt mit hCG-Antigen reagiert. Verfärben sich also beide, besteht nach Herstellerangaben mit 99%iger Sicherheit eine Schwangerschaft.

Fehlalarm ist dennoch möglich

Beweisend ist das Ergebnis zwar nicht, denn die Anzeige des Teststäbchens kann in seltenen Fällen fälschlicherweise negativ oder (noch wesentlich seltener) positiv ausfallen. Sie sollten daher den Test ggf. wiederholen. Spätestens bei einer zweiten Messung, die ebenfalls "schwanger" ergibt, ist die Wahrscheinlichkeit schon sehr hoch, dass das stimmt.

Ultraschall beim Frauenarzt bietet Sicherheit

Dennoch sollten Sie bei Verdacht auf eine Schwangerschaft immer den Frauenarzt aufsuchen. Den endgültigen Beweis liefert dann die Ultraschalluntersuchung in der Arztpraxis.

Ist es egal, wann am Tag ich den Test mache?

Da der Morgenurin normalerweise die höchste Konzentration von hCG aufweist, ist er am besten als Testsubstrat geeignet. Aufgrund der verbesserten Empfindlichkeit sollen die Tests heute aber auch zu jeder anderen Tages- und Nachtzeit funktionieren.

Tipp: vor dem Test Trinkmenge reduzieren

Empfehlenswert ist es, vor der Messung nicht zu viel zu trinken. Zwar sind die Schwangerschaftstests mittlerweile noch zuverlässiger geworden, aber zu große Trinkmengen können auch heute noch in seltenen Fällen das Ergebnis verfälschen.

Resultat nach wenigen Minuten

Halten Sie das Teststäbchen einige Sekunden lang in den Urinstrahl oder in ein Gefäß mit der aufgefangenen Harnflüssigkeit. Nach einigen Minuten (genaue Angabe im Beipackzettel) können Sie das Ergebnis ablesen.

Frühtest

Wie funktioniert ein Frühtest?

Die gängigen Schwangerschaftsfrühtests sind – wie die normalen Schwangerschaftstests auch – Teststäbchen bzw. Plastikstäbe, die dem Nachweis des Schwangerschaftshormons hCG im Morgenurin dienen. Ein Vorteil der Schwangerschaftsfrühtests ist der Zeitgewinn von bis zu 4 Tagen, wenn es um die Feststellung einer (heiß ersehnten) Schwangerschaft geht. Ein Nachteil sind die im Vergleich zu den herkömmlichen Tests erhöhten Fehlerraten.

Frühtest: Ablauf und Test-Sicherheit

Wie zuverlässig sind Frühtests?

Frühe Resultate, aber unzuverlässig

Bei einem Frühstest kommen vor allem sogenannte falschnegative Ergebnisse häufiger vor. Das heißt, der Test sagt "nicht schwanger", obwohl man schwanger ist. Ein weiterer Schwangerschaftstest zu einem späteren Zeitpunkt bleibt also erforderlich.

Die Abwägung, welcher Umstand für Sie mehr Gewicht hat (frühe Aussage oder sichere Aussage), können Sie nur selbst treffen.

Wie wende ich den Frühtest richtig an?

Morgenurin

Verwenden Sie möglichst den hochkonzentrierten ersten Morgenurin, um falschnegative Ergebnisse zu vermeiden. Während diese Empfehlung für die normalen Schwangerschaftstests heute nicht mehr unbedingt gilt, erscheint sie für Frühtests durchaus relevant.

Trinkmenge reduzieren:

In jedem Fall sollten Sie vor dem Test nicht übermäßig viel trinken (und damit eventuell Ihren Urin verdünnen).

Kappe:

Beachten Sie die Kappe, die bei einer Reihe von Schwangerschaftsfrühtests während des Testens abgenommen und unmittelbar danach wieder aufgesetzt werden muss.

Teststäbchen:

Es gibt drei Möglichkeiten zur Urinuntersuchung mit dem Teststäbchen:

  • Sie halten es direkt in den Urinstrahl (in der Regel für ein paar Sekunden) und legen es danach – falls im Beipackzettel so vorgesehen – flach auf eine ebene Unterlage.
  • Sie halten das Teststäbchen in ein Gefäß mit einer aufgefangenen Urinprobe (häufig etwas länger als bei der ersten Variante).
  • Eine Urinprobe wird auf einen bestimmten Punkt des Teststäbchens getröpfelt (übliche Labormethode).

Testfeld:

  • Um sicherzugehen, dass tatsächlich Urin aufgenommen wurde, können Sie beobachten, wie dieser über das Testfeld hinweg gesaugt wird.
  • Die meisten Tests haben im Resultatfenster Platz für zwei Streifen: ein Kontrollstreifen, der immer da sein muss (häufig als Minuszeichen), und ein Streifen, der nur bei einem positiven Ergebnis erscheint (und aus dem Minus- ein Pluszeichen macht).
  • Achten Sie darauf, dass der Kontrollstreifen angezeigt wird – andernfalls ist die korrekte Funktionsweise des Tests und damit seine Aussagekraft nicht gewährleistet. Wenigstens eine Linie muss im Kontrollfenster also immer zu sehen sein!

Bei negativem Ergebnis:

Bedenken Sie, dass Sie sich mit dem möglichen Befruchtungszeitpunkt um 1-2 Tage verschätzt haben könnten. Wegen der sehr niedrigen hCG-Werte zu Schwangerschaftsbeginn können 24 Stunden den Unterschied zwischen einem (falsch-) negativen und positiven Ergebnis machen. Versuchen Sie es am (über-) nächsten Tag ggf. noch einmal. Der Kauf mehrerer Tests bzw. eines Multipacks kann deshalb sinnvoll sein.

Ablesung:

Lesen Sie das Ergebnis gleich ab (je nach Testausführung nach einigen Sekunden bis Minuten), da die Verfärbungen häufig nur eine begrenzte Lebensdauer haben.

Arztbesuch:

Ein positives Testergebnis gibt Anlass zum Arztbesuch: zur Bestätigung desselben und ggf. zum Start der Schwangerschaftsbetreuung.

Einzelne Tests

Wie funktioniert der "Kade Schwangerschaftstest"?

Der Kade® Schwangerschaftstest beruht wie die meisten anderen derartigen Testsysteme auch auf der Messung des hCG-Hormons. Der Test kann schon am ersten Tag, nachdem die Periode ausgeblieben ist, angewendet werden. Die Sicherheit liegt bei etwa 99%. Spätestens, wenn man den Schwangerschaftstest wiederholt und das Ergebnis das gleiche ist, hat man damit ein so gut wie sicheres Resultat. Auch wenn der wirkliche Beweis immer erst beim Frauenarzt per Ultraschall erfolgt.

Das Produkt ist im Vergleich zu ähnlichen Tests relativ preiswert (Stand: 2013), ohne deshalb weniger zuverlässig zu sein.

Quellen:

  • Axel M. Gressner: Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-12921-6

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Autoren unseres Artikels
 
Dr. med. Jörg Zorn, Arzt

Dr. med. Jörg Zorn
Arzt

    Studium:
  • Universitätsklinik Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag

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Dr. Hubertus Glaser, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

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  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag
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Dr. med. Monika Steiner, Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

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Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
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  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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