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Atkins-Diät: Ablauf, Vorteile & Nachteile

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Woher kommt die Atkins-Diät? Welches Prinzip steckt dahinter? Lässt sich dadurch wirklich langfristig das Gewicht reduzieren? Diese und viele weitere Fragen haben wir für Sie in diesem Beitrag beantwortet.

Prinzip der Diät

Wie funktioniert die Atkins-Diät?

Die Atkins-Diät geht auf den US-amerikanischen Arzt Dr. Robert Atkins zurück, der diese Methode zum Abnehmen an sich selbst ausprobiert und für hilfreich befunden hatte. Sie ist eine Variante der Low-Carb-Diät, also dem weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate. Als Energielieferanten werden auch bei der Atkins-Diät Fett und Eiweiß eingesetzt. Letztere darf man so viel verzehren, wie man möchte.

Die Grundidee war dabei nicht völlig neu: Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Empfehlung ausgesprochen, sich kohlenhydratarm zu ernähren, wenn man abnehmen möchte. In den 1970er Jahren galt die Atkins-Diät als revolutionär und löste einen regelrechten Boom aus. Atkins verstand es zudem auch, seine Idee zu vermarkten und gründete eine eigene Firma, die entsprechende Lebensmittelprodukte verkaufte.

Die Methode der Atkins-Diät

Atkins entwickelte für seine Diät ein Modell aus vier aufeinanderfolgenden Phasen. Dabei formulierte er zu Beginn, dass man in der ersten Phase (Einleitungsdiät) nur maximal 5 Gramm Kohlenhydrate am Tag zu sich nehmen darf, jedoch unbegrenzt Fett und Eiweiß. Später erhöhte er diese Zahl auf 20 Gramm und integrierte so kleine Mengen Kohlenhydrate in die Diät.

Das Ziel der Atkins-Diät ist es, den Blutzuckerspiegel niedrig zu halten. Vitamine und Mineralstoffe soll man sich dabei mit Nahrungsergänzungsmitteln – z.B. Vitaminpillen – zuführen. Die mit der Nahrung aufgenommenen Eiweiße kann der Körper nicht speichern, die überschüssigen Mengen werden also ausgeschieden. Als Energiequelle bleibt so in erster Linie Fett übrig.

Die erste Phase soll möglichst schnell in die sogenannte Lipolyse (Fettabbau) bzw. Ketose (Umwandlung von gespeichertem Fett in kleinere Moleküle) führen. Diese Begriffe klingen zunächst kompliziert, bedeuten jedoch im Grunde nur, dass der Körper das gespeicherte Fett abbaut, um die Muskeln und Organe mit Energie zu versorgen. Da unser Gehirn keine Fette verwerten kann, wandelt unser Körper die großen Fettsäuren in kleinere Moleküle (Ketonkörper) um und transportiert sie als alternativen Energielieferanten ins Gehirn.

Die beiden folgenden Phasen beinhalten ein langsames Wiederheranführen an die Kohlenhydrate, bei gleichzeitigem weiteren Abnehmen. Phase 4 ist eine Stabilisierung des Gewichts, man soll also weder zu- noch abnehmen. Diese Phase ist also im Prinzip eine lebenslange bestimmte Ernährungsform, wie sie Atkins vorschwebte. Diese ist der LOGI-Methode ähnlich. Bei der Atkins-Diät brauchen Sie keine Kalorien zu zählen, auch Sport ist weitgehend überflüssig.

Die Ketose bei der Atkins-Diät

Kohlenhydrate werden entweder in Energie umgewandelt und verbraucht, oder als Körperfett gespeichert. Bleibt die Zufuhr an Kohlenhydraten aus, nutzt der Körper eben diese Fettdepots als Energiequelle – man nimmt ab. In diesem Prozess verwandelt die Leber die Fettsäuren in sogenannte Ketonkörper. Ketone werden bei jedem Fasten hergestellt, nämlich immer dann, wenn körpereigenes Fett verbraucht wird. Ist die Konzentration von Ketonkörper besonders hoch, nennt man das Ketose. Man erkennt sie am fruchtigen Mundgeruch. Die Ketonkörper werden nämlich auch über die Atmung ausgeschieden.

Die Theorie besagt, dass eine hohe Keton-Konzentration appetitzügelnd wirkt. Die Anhänger von Atkins nennen sich auch "Ketarier".

Aufbau

In welche Phasen ist die Atkins-Diät unterteilt?

Die Atkins-Diät besteht aus vier aufeinander folgenden Phasen:

Phase 1: Einleitungsdiät

Während der ersten zwei Wochen der Diät nimmt man höchstens 20 Gramm Kohlenhydrate am Tag zu sich. Die laut Atkins optimale Zusammensetzung an Aminosäuren ist in Fleisch und Eiern enthalten. Sie dürfen kein Brot essen. Die geringe Menge an Kohlenhydraten, die erlaubt ist, sollte aus Salat und Gemüse bestehen, auch um Verdauungsprobleme zu vermeiden.

Wichtig: Man sollte unbedingt die sogenannten Ketonkörper beim Arzt regelmäßig untersuchen lassen, denn diese Stoffwechselprodukte entstehen in der Folge der geringen Zuckerzufuhr und können mitunter auch zu Problemen führen; es gibt hierfür Urinteststreifen.

Phase 2: Grundlegende Reduktionsdiät

Die Ernährung wird im Wesentlichen genauso weitergeführt, aber es dürfen wöchentlich mehr Kohlenhydrate wie Gemüse, Nüsse, Samen, Bohnen und Beeren in die Diät integriert werden, und zwar jede Woche um 5 Gramm Kohlenhydrate täglich. Wenn man dann aufhört abzunehmen, wird die Menge der Kohlenhydrate wieder um 5 Gramm verringert. Damit steht die maximale Kohlenhydratmenge fest, die man zu sich nehmen darf, um weiter abzunehmen. Diese dauerhafte Menge sollte in der Regel zwischen 40 und 60 Gramm liegen.

Phase 3: Vor-Erhaltungsdiät

In dieser Phase sollte man fast aufhören abzunehmen (aber eben nur fast!). Dafür kann man die Kohlenhydrate um 10 Gramm erhöhen, oder an zwei Wochentagen 20 bis 30 Gramm zusätzliche Kohlenhydrate essen.

Phase 4: Lebenslange Erhaltungsdiät

Wenn Sie bei der Gewichtsreduktion das anvisierte Gewicht geschafft haben, wird die Auswahl der gestatteten Nahrungsmittel stark ausgeweitet: Sie sollten dann viel Fisch, Gemüse und Obst essen. Gebäck, Brot und Kartoffeln sind aber nach wie vor die Ausnahme. Diese Phase ist dauerhaft.

Vorteile und Nachteile

Welche Vorteile hat die Atkins-Diät?

Der Vorteil der Atkins-Diät besteht darin, dass Sie in relativ kurzer Zeit relativ viel abnehmen können. Dies hat seinen Grund darin, dass das aufgenommene Eiweiß nicht gespeichert werden kann und überschüssige Mengen einfach ausgeschieden werden. Auch das Fett macht nicht dick. Beim Ausbleiben der Kohlenhydrate kann der Körper das Fett nicht wie sonst verarbeiten.

Welche Nachteile hat die Atkins-Diät?

Vitaminmangel

Bei der Atkins-Diät entsteht aufgrund der einseitigen Ernährung schnell ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Diese soll man sich laut dem "Diät-Erfinder" Atkins künstlich zuführen. Es ist allerdings wissenschaftlich nicht erwiesen, ob z.B. Vitaminpillen und ähnliche Präparate wirklich ausreichen, um einen entsprechenden Mangel auszugleichen. So weiß man beispielsweise, dass Vitaminpräparate Schlaganfälle nicht unwahrscheinlicher machen.

Kein Sport: Klingt gut, ist aber nicht gut

Ein weiterer Nachteil: Aus gesundheitlichen Gründen ist es sicherlich fragwürdig, einen Diät-Vorschlag zu machen, der keinen Sport erfordert. Zwar ist Sport in der Atkins-Diät nicht verboten, aber angeblich eben auch nicht nötig für den Erfolg. Wer sich jedoch auf Dauer zu wenig bewegt, ist anfälliger für viele Erkrankungen. Außerdem hilft Muskelmasse beim Abnehmen, da sie den Energieumsatz erhöht. Wenn Sie also absolut keinen Sport treiben und sich auf eine Weise ernähren, die den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln erfordert, ist dies Ihrer Gesundheit mit Sicherheit nicht zuträglich.

Weitere Nachteile

  • Die Atkins-Diät führt, ähnlich wie alle Low-Carb-Diäten, meist schnell zu einem starken Appetit auf Kohlenhydrate, z.B. Nudeln, Brot oder Kartoffeln.
  • Das in Massen zugeführte Fett kann die Cholesterinwerte negativ beeinflussen.
  • Wenn viel salzreiche Produkte verzehrt werden, z.B. Käse oder Wurst, ist dies ebenfalls ungesund für das Herz-Kreislauf-System.

Nebenwirkungen der Diät

Als Nebenwirkungen der Atkins-Diät können auftreten:

  • Verstopfung
  • Kopfschmerzen
  • starke Abgeschlagenheit
  • Mundgeruch (durch das Ausscheiden der Ketonkörper über die Atemluft)
  • Muskelkrämpfe

Das viele Eiweiß ist ein Risiko vor allem für Nierenkranke. Eine schwache Niere kann die große Menge von Abbauprodukten der Proteine nicht mehr herausfiltern und nimmt weiteren Schaden. Harnsäure im Blut kann Gicht begünstigen. Tierische Produkte belasten außerdem die Umwelt. Dies beschäftigt vor allem Menschen, die sich über Tierschutz Gedanken machen.

Fazit:

Wer sich diese lange Liste der Nachteile anschaut, stellt fest: Diese Diät ist nicht wirklich empfehlenswert.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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Bluthochdruck, Arteriosklerose, Krebs, chronisch-entzündliche Erkrankungen, Wechseljahre

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