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Schlafapnoe: Symptome und Behandlung

Auf einen Blick

  • Schlafapnoe ist eine Schlafstörung, die sich durch Schnarchen, wiederkehrende Atemaussetzer und eine starke Tagesmüdigkeit auszeichnet.
  • Ursache für den Atemstillstand sind typischerweise Übergewicht und eine verminderte Muskelspannung im Rachenraum.
  • Zur Behandlung der Schlafapnoe wird eine Gewichtsabnahme und Vermeidung der Rückenlage empfohlen. Weitere Therapieoptionen sind eine Maskentherapie (CPAP) oder auch ein Zungenschrittmacher.

Alle Fragen zur Schlafapnoe beantworten wir im folgenden Beitrag.

Basiswissen

Was ist eine Schlafapnoe?

Als Apnoe bezeichnen Mediziner einen Atemstillstand von mehr als 10 Sekunden Dauer. Geschieht dies unbemerkt im Schlaf und öfter als fünfmal pro Stunde, handelt es sich um eine Schlafapnoe. Von einer richtigen Erkrankung geht man aus, wenn der Apnoe-Index größer als 10 ist, also mindestens 10 längere Atemaussetzer in der Stunde erfolgen.

Leitsymptome: Heftiges Schnarchen und ausgeprägte Müdigkeit

Häufig wird eine Schlafapnoe zuerst vom Bettpartner bemerkt. Und zwar am Schnarchen. Lautes und unregelmäßiges Schnarchen gehört nämlich fast immer zu ihrem Erscheinungsbild.

Der Schlafapnoiker selbst leidet unter den Auswirkungen des unerholsamen Schlafs, der sich vor allem durch eine erhöhte Tagesmüdigkeit bemerkbar macht. Zur Liste der typischen Anzeichen zählen auch dumpfe Kopfschmerzen oder auch Schwindel nach dem Erwachen mit dem Eindruck, sich wie gerädert zu fühlen. Die Konzentrationsfähigkeit tagsüber ist geschwächt und die Neigung zum Sekundenschlaf erhöht – auf der Autobahn kann das tödlich enden. Tatsächlich gilt die Schlafapnoe als einer der häufigsten Unfallverursacher im Straßenverkehr.

Überblick: Formen, Verbreitung und Co.

Was sind obstruktive, zentrale oder gemischte Schlafapnoe?

In Abhängigkeit von den Auslösern werden drei verschiedene Formen unterschieden:

  • das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom
  • das zentrale Schlafapnoe-Syndrom
  • das gemischte Schlafapnoe-Syndrom

Allen gleich ist der Umstand, dass nicht so viel Luft wie benötigt in der Lunge ankommt und dadurch die Sauerstoffsättigung im Blut abnimmt, während der Kohlendioxid-Gehalt ansteigt.

Bei der obstruktiven Schlafapnoe sorgt eine erschlaffte Rachenmuskulatur für eine zeitweise mechanische Blockade. Beim viel selteneren zentralen Schlafapnoe-Syndrom ist die Atmungsregulation im Gehirn gestört. An der Mischform sind beide Ursachen beteiligt.

Die Unterscheidung ist unter anderem für die Therapie mit Überdruckbeatmung bedeutsam. Im Gegensatz zu einer obstruktiven Apnoe darf der Druck bei einer zentralen Apnoe auf keinen Fall erhöht werden, weil dadurch das Wiedereinsetzen der Atmung behindert wird.

Wie weit ist die Schlafapnoe verbreitet? Und welche verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Schlafapnoe ist zwar deutlich weniger verbreitet als das massenhafte Schnarchen, aber mit 2-4% bei den Männern und 1-2% bei den Frauen immer noch vergleichsweise häufig. In absoluten Zahlen sind das schätzungsweise etwa 800.000 Menschen.

Die Auswirkungen können schwerwiegend bis tödlich sein, deshalb ist dringender Handlungsbedarf angesagt. In jedem Fall sind bei Übergewicht, eine Gewichtsabnahme und körperliches Training dringend zu empfehlen. In leichteren Fällen bestehen sogar gute Chancen, die Schlafapnoe alleine damit wieder loszuwerden. Desweiteren stehen medizinische Hilfsmittel wie etwa die Anti-Schnarchschiene zur Verfügung, Medikamente dagegen nicht.

Wenn Sie das Problem nicht anderweitig in den Griff bekommen, ist eine Überdruckbeatmung mit Nasenmaske während des Schlafs notwendig. Die Wirksamkeit ist hoch – die Gewöhnungsbedürftigkeit am Anfang allerdings auch. Wenn Sie sich aber klar machen, welche Belastung Ihrem Körper bei dieser Erkrankung mit dem ständigen Wechsel von Atemnot und Weckreaktion zugemutet wird, werden Sie sich für die eine oder andere Behandlungsvariante entscheiden. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken, und Ihr Bettpartner auch.

Was passiert während einer Apnoe?

Die Apnoe im Begriff Schlafapnoe steht für einen kurzen Atemstillstand. Diese nächtlichen Atemaussetzer haben erhebliche Folgen, die den ganzen Körper betreffen.

Aufgrund der Atempause kommt es zu einem Sauerstoffmangel und Anreicherung von Kohlendioxid im Blut. Das wird von Rezeptoren erfasst und löst eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems aus. Adrenalin und Noradrenalin werden ausgeschüttet und bewirken einen Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz. Das Ziel des Körpers ist eine Aufweckreaktion, um die Atempause zu unterbrechen. Das gelingt auch, ohne dass Sie das bewusst mitbekommen und sich später daran erinnern könnten.

50mal pro Stunde keine Seltenheit

Der Zyklus kann dann wieder von vorne starten. Bis zu 50mal in der Stunde sind keine Seltenheit. Das hört sich nicht nur anstrengend an, das ist es auch. Ihr Körper wird auf diese Weise ganz schön mitgenommen und Sie fühlen sich am nächsten Morgen nicht wirklich wohl. Wenn sich das Ganze über einen langen Zeitraum immer wieder abspielt, droht ein gesundheitlicher Dominoeffekt für den gesamten Organismus.

Ursachen

Wodurch entsteht eine Schlafapnoe?

Etwas vereinfacht könnte man sagen: durch Übergewicht und eine verminderte Muskelspannung im Rachenraum. Die etwas ausführlichere Erklärung folgt in den nächsten Absätzen.

Schlafapnoe: Ursachen

Sind anatomische Gründe oder eine Fehlfunktion verantwortlich?

Beides kommt als Auslöser in Frage. Die Ursachen für eine Schlafapnoe können organischer oder funktioneller Natur sein. Organisch bedeutet, dass es einen körperlichen Grund gibt. Im Fall der Schlafapnoe also irgendeine Abweichung vom Normalzustand im Rachenraum, der den ungehinderten Luftstrom bei der Atmung behindert. Zum Beispiel Übergewicht bzw. zu viel Fettgewebe in dieser Region. Das ist der häufigste Fall.

Mit funktionell ist dagegen gemeint, dass zwar die Anatomie der beteiligten Körperstrukturen stimmt, nicht aber die ordnungsgemäße Ausführung ihrer Aufgaben. Bei der Schlafatmung kann dies zum einen die Muskulatur und zum anderen das Gehirn betreffen. Das ist aber die Ausnahme. Auch Mischformen sind möglich.

Körperlicher Grund, muskulärer Spannkraftverlust oder zentralnervöse „Vergesslichkeit“

Im Schlaf verringert sich die Muskelspannung gegenüber dem Wachzustand, das gilt auch für die gesamte Atemmuskulatur. Normalerweise verursacht dieser natürliche Mechanismus keine Probleme. Bei manchen Menschen ist der Verlust an muskulärer Spannkraft allerdings so groß, dass die Atmung nicht mehr ungestört ablaufen kann.

Eine weitere Ursache für die Schlafapnoe hat ihren Ursprung in einer Fehlleistung des Gehirns. Das Atemzentrum im Gehirn steuert durch seine Impulse die muskuläre Arbeit beim Atmungsvorgang. Fehlen diese zentralnervösen Impulse, „vergisst“ sozusagen der zuständige Gehirnbereich die Aussendung der erforderlichen Botschaften an die betreffenden Muskeln, kommt es ebenfalls zu Atmungsproblemen im Schlaf.

Kann eine dauernd verstopfte Nase zur Schlafapnoe führen?

Dass man oft schnarcht, wenn man eine verstopfte Nase hat, kennen die meisten vom Schnupfen. Dieses Phänomen ist aber normalerweise nur vorübergehender Natur, da die Infektion irgendwann abgeheilt ist. Ein Schlafapnoe-Syndrom kann sich allein daraus nicht entwickeln.

NARE-Syndrom: eine spezielle Variante der verstopften Nase

Es gibt aber eine Form der Nasenschleimhautentzündung, die als Ursache der Schlafapnoe bekannt ist. Sie ist weder infektiös noch allergisch bedingt. Vielmehr wird eine Fehlregulation der Blutgefäße in der Nasenschleimhaut für deren Entzündung und die fehlgesteuerte Schwellung der Nasenmuscheln verantwortlich gemacht. In der Fachsprache wird diese Form der dauerhaft verstopften Nase Rhinitis vasomotorica genannt, oder auch NARE-Syndrom (non-allergic rhinitis with eosionophilia syndrome).

Nasenöl und Reizabbau

Die Folgen sind eine behinderte Nasenatmung, eine Verlegung der Nasengänge, ein eingeschränkter bis aufgehobener Geruchssinn und unter Umständen die Ausbildung eines Schlafapnoe-Syndroms. Zwar sind die Ursachen dieser Nasenentzündung unbekannt. Es wird aber teilweise auch die Bezeichnung Rhinitis nervosa dafür verwendet. Dahinter steckt die Annahme, dass Reizzustände für Mund und Nase (Temperaturwechsel, Gerüche, Alkohol, heiße Getränke etc.) und fürs Gemüt (Stress, Belastungen) eine Rolle spielen. Zur örtlichen Anwendung kann ein Nasenöl hilfreich sein, aber kein Nasenspray.

Symptome

Was sind Anzeichen für eine Schlafapnoe?

Der erste Hinweis kommt meistens vom Partner bzw. der Partnerin. Nämlich dann, wenn er oder sie Ihr Schnarchen hört und nicht mehr einschlafen kann. Im Gegensatz zu Ihnen hört Ihr Partner dabei nicht nur das Schnarchen, sondern auch die ständig wiederkehrenden Atemaussetzer. Kommt noch eine starke Tagesmüdigkeit hinzu, besteht grundsätzlich der Verdacht auf eine Schlafapnoe.

Weitere Anzeichen sind:

  • unruhiger Schlaf
  • häufiges Wasserlassen
  • starkes Schwitzen in der Nacht
  • dumpfe Kopfschmerzen
  • Mundtrockenheit beim Erwachen
  • Schwindel nach dem Aufstehen
  • Konzentrationsschwäche, Sekundenschlaf und gesteigerte Reizbarkeit tagsüber

Auch eine Erektionsstörung kann sich zu den Beschwerden gesellen. Da es sich um eine Erkrankung mit potenziell schwerwiegenden Folgen handelt, sollten Sie diese Warnzeichen nicht einfach abtun, sondern einen Arzt aufsuchen.

Schnarchen, Schlafprobleme und Müdigkeit

Wie unterscheidet sich normales Schnarchen von der Schlafapnoe?

Das Schnarchen bei der Schlafapnoe ist meist sehr unregelmäßig und wird immer wieder von besonders lauten Schnarchgeräuschen und von Pausen durchzogen. Das "normale" Schnarchen hingegen behält seinen Rhythmus weitgehend bei.

Zum Hintergrund: Obwohl die Schlafapnoe nahezu immer mit Schnarchen einhergeht, sind Schnarchen und Schlafapnoe nicht das Gleiche. Denn nicht jedes Schnarchen ist behandlungsbedürftig, eine Schlafapnoe aber schon.

Ist unregelmäßiges Schnarchen ein Indiz für Atemaussetzer?

Zu den Schnarchgeräuschen kommt es durch Hindernisse und Verengungen in den Atemwegen, die der Luftstrom passiert. Das kann ein vergrößertes, vibrierendes Gaumensegel sein, die zurückverlagerte Zunge oder eine Engstelle als Folge einer zu starken Erschlaffung der Rachenmuskulatur. Zum normalen Schnarchen gesellen sich aber keine Atemaussetzer hinzu.

Das ist bei der Schlafapnoe der Fall und führt zu dem typischen lauten, unregelmäßig unterbrochenen Schnarchen. Der Lärm kann den Bettnachbarn zwar auch schon gewaltig nerven, richtig gefährlich wird es aber durch die abnehmende Sauerstoffsättigung. Eine ausgeprägte Schlafapnoe kann sehr ernste, ja sogar fatale Folgen haben.

Weisen unerholsamer Schlaf und Tagesmüdigkeit auf Schlafapnoe hin?

Neben dem Schnarchen, von dem der Betroffene alleine kaum Kenntnis haben kann, sind vor allem das mangelnde Erholungsgefühl nach dem Schlaf und die ständige Tagesmüdigkeit Hinweise auf eine Schlafapnoe.

Mit zunehmendem Alter wird ein großer Teil der Bevölkerung zu Schnarchern. Die publizierten Zahlen hierzu erreichen Werte von bis zu 60% für die Herren und 40% für die Damen. Kinder sind angeblich mit einer Häufigkeit von etwa 10% dabei.

Von einer Schlafapnoe sind etwa 4% der Männer betroffen, vor allem im mittleren Lebensalter und nicht nur, aber häufig im übergewichtigen Zustand. Auch Frauen werden von der Krankheit nicht verschont, bei ihnen wird der Anteil auf etwa 2% geschätzt.

Behandlung

Was ist das beste Mittel gegen Schlafapnoe?

Das beste Mittel gegen die Schlafapnoe ist das Abnehmen. Zumindest dann, wenn Sie übergewichtig sind. Das ist zu 80% der Fall. Das erhöhte Körpergewicht ist der wichtigste und erste Faktor, an dem anzusetzen ist.

Kampf gegen den inneren Schweinehund

Eigentlich eine tolle Nachricht, da eine Gewichtsreduktion für jeden aus eigener Kraft machbar ist und noch dazu keine finanziellen Kosten verursacht.

Kosten nicht, aber Anstrengungen. Und das Ändern von Gewohnheiten. Eine Ernährungsumstellung zum Beispiel. Das Essen isoliert zu betrachten, wird aber in der Praxis scheitern, erst recht auf längere Sicht. Also auch mehr Bewegung und Sport. Mühsam. Aber lohnend. Sehr lohnend. Nicht für den Medizinbetrieb, sondern für Sie selbst und Ihre Gesundheit. Ganzheitlich. Dann ist mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht nur die Schlafapnoe bald kein Thema mehr.

Schade, dass die Wenigsten sich dazu in der Lage sehen. Oder vom eigenen Willen noch nicht ganz überzeugt sind.

Maskentherapie bei Schlafapnoe

Wie wirksam ist die Maskentherapie (CPAP) bei Schlafapnoe?

Ziemlich wirksam. In etwa 95-98% der Fälle wird damit eine deutliche Besserung der Schlafapnoe erzielt. Und das betrifft nicht nur den Schlaf selbst, sondern auch begleitende Beschwerden wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Sodbrennen.

Eine totale Beschwerdefreiheit ist allerdings nicht garantiert. Denn je nachdem, wodurch die Schlafapnoe bedingt ist oder welche anderen Störungen sich eventuell überlagern, ist durch die verbesserte nächtliche Atmung nicht gleich jedes Problem beseitigt. Etwa dann, wenn eine Depression oder das Syndrom der unruhigen Beine zusätzlich schlafstörend wirken.

Die Vorteile schlagen die Nachteile

Unterm Strich aber bleibt ein eindeutig positiver Effekt. Zumindest bei den allermeisten Anwendern der Maskentherapie. Allein die Tatsache, nicht mehr den ganzen Tag todmüde und gereizt zu sein, ist eine enorme Verschönerung des Lebens. Wenn man dann noch bedenkt, dass mit dem verbesserten Schlaf auch die Gefahr anderer Erkrankungen (v.a. des Herzens) oder schwerer Unfälle deutlich sinkt, lassen sich die Unannehmlichkeiten mit der Atemmaske sehr viel leichter akzeptieren.

Was bedeutet CPAP?

Die Abkürzung CPAP steht für eine nächtliche Überdruckbeatmung (continuous positive airway pressure). Es handelt sich um ein Verfahren, das nach Studienlage als die effektivste Behandlungsmethode der Schlafapnoe gilt.

Das Prinzip besteht darin, für Überdruck beim Einatmen zu sorgen, um die Atemwege freizuhalten und die Atemluft an ihr Ziel gelangen zu lassen. Es ist also keine Fremdbeatmung, wie sie im bewusstlosen Zustand bei Atemstillstand durchgeführt wird.

Atemmaske mit Schlauch und Gebläse-Einheit

Der Druck wird über eine Maske zugeführt. Die sitzt über der Nase oder dem Nasen- und Mundbereich und wird mit einer speziellen Halterung am Kopf befestigt. Über einen Schlauch ist die Atemmaske mit einem Gebläse verbunden, mit dem Raumluft in die Atemwege gepumpt wird.

Als Alternative zu dieser Darth-Vader-Anmutung gibt es statt der Maske auch eine Variante mit kleinen Endstücken aus weichem Plastik, die auf die Nasenlöcher aufgesetzt werden. Es sind eine Reihe verschiedener Geräte und Marken erhältlich. Um herauszufinden, welches für Sie am besten passt, lohnt sich die ausführliche Beratung durch Ihren Arzt und die Recherche im Internet. Interessant sind etwa die Erfahrungen von Maskenträgern in entsprechenden Internetforen (wobei man dabei immer bedenken muss, dass Unzufriedene mehr schreiben als Zufriedene).

Nachteil: Gewöhnungsbedürftigkeit

Die CPAP-Therapie führt in der Regel innerhalb kürzester Zeit zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden. Durch den besseren Schlaf fühlt man sich auch tagsüber fitter und nicht mehr so müde. Die Atemmaske ist allerdings gewöhnungsbedürftig, weshalb sich ein gewisser Teil der Patienten damit nicht anfreunden kann. Beim Schlafzentrum der Berliner Charité sind das etwa 30%.

Diejenigen, die über die Eingewöhnungsphase der ersten beiden Wochen hinwegkommen, sind von der schnell eintretenden Wirkung und ihrer verbesserten Lebensqualität häufig begeistert. Deshalb werden in der Regel auch die Nebenwirkungen in Kauf genommen, die hin und wieder auftreten. Dazu zählen trockene Schleimhäute, eine Behinderung der Nasenatmung oder auch ein unangenehmes, bedrohlich wirkendes Engegefühl (Klaustrophobie).

Gegen alle diese Nebenwirkungen lässt sich etwa tun. Sich nach dem Aufstehen wieder richtig erholt und leistungsfähig zu fühlen und tagsüber nicht mehr von einer bleiernen Müdigkeit belastet zu werden, lohnt offensichtlich die Mühen.

Was ist eine Bi-Level CPAP-Therapie?

Die CPAP-Therapie (Continious Positive Airway Pressure) ist eine nächtliche Überdruckbeatmung mit Nasenmaske zur Behandlung der Schlafapnoe. In der Mehrzahl der Fälle wird mit nur einer einzigen Druckeinstellung gestartet. Wenn diese Mono-Level-Therapie nicht (mehr) den gewünschten Behandlungserfolg erbringt oder zur Freihaltung der Atemwege ein Druck von 10 hPa oder mehr erforderlich ist, kommt die Bi-Level-Therapie ins Spiel.

Bei ihr werden zwei Druckwerte am CPAP-Gerät eingestellt. Während der Ausatmung sinkt der Druck vom oberen zum unteren Wert, während der Einatmung erhöht er sich wieder. Damit werden die Druckverhältnisse der körpereigenen Atempumpe nachgeahmt und deren Arbeit unterstützt. Die Atempumpe besteht aus dem Brustkorb, den Atemmuskeln und dem Atemzentrum im Gehirn.

Viele Menschen mit Schlafapnoe beginnen die Maskentherapie mit konstantem Druck und müssen nach einigen Jahren auf die Bi-Level-Therapie umgestellt werden.

Maske: Hilfe bei Bluthochdruck und Diabetes?

Hilft die Maskentherapie bei Schlafapnoe auch gegen den Bluthochdruck?

Ja, das ist mittlerweile auch mit Studiendaten belegt. Die Anwendung der Atemmaske (CPAP-Therapie) reduziert den Bluthochdruck signifikant, der Effekt ist damit aus wissenschaftlicher Sicht bestätigt. Die Behandlung mit der Überdruckmaske führt zu niedrigeren Blutdruckwerten sowohl in der Nacht als auch am Tag. Im Gegensatz übrigens zur nächtlichen Sauerstofftherapie, die zwar für die Patienten wesentlich angenehmer ist, aber für eine Blutdrucksenkung nicht ausreicht.

Gewichtsreduktion (trotzdem) erforderlich

Da Blutdruck als ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von Herzgefäßerkrankungen gilt, müssten die verbesserten Blutdruckwerte auch mit einem verminderten Risiko dieser Bedrohung einhergehen. Es gibt tatsächlich Daten, die das bestätigen. Allerdings ist die Welt und vor allem unser Organismus nicht so einfach, dass damit schon alles beim Besten wäre. Denn in einer weiteren Studie wurde festgestellt, dass die Maskentherapie zwar den Blutdruck senken kann, nicht aber wichtige weitere Parameter aus dem Entzündungs- und Stoffwechselgeschehen wie Insulinresistenz, Blutfettwerte und C-reaktives Protein (CRP). Nur eine Gewichtsreduktion – in der betreffenden Studie waren es durchschnittlich 7 kg – scheint dies bewirken zu können. Und für die reicht wiederum das Maskentragen leider nicht aus.

Hilft die Atemmaske bei Schlafapnoe wirklich auch gegen Diabetes?

Ja. Die Anwendung der Atemmaske verhilft Ihnen, soweit Sie zusätzlich Diabetes haben, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur zu einem besseren Schlaf, sondern auch zu einer verbesserten Stoffwechselsituation.

Weniger nächtlicher Stress = weniger Blutzuckerspitzen

Der Grund ist folgender: Bei der Schlafapnoe sorgt die reduzierte Sauerstoffversorgung aufgrund von Atemaussetzern und Minderatmung für unbewusste Aufweck- und Stressreaktionen des Körpers. In der Folge wird vermehrt Cortisol ausgeschüttet, dass die Insulinwirkung behindert. Deshalb ist der nächtliche Blutzuckerspiegel umso höher, je öfter die Atmung während einer Schlafstunde aussetzt.

Mit einsetzender Behandlung nimmt die Sauerstoffsättigung während der Nacht zu und die Zuckerneubildung ab. Die morgendlichen Blutzuckerwerte sinken. Wie positiv die Effekte der Behandlung ausfallen, hängt davon ab, wie stark die Schlafapnoe und der Diabetes jeweils ausgeprägt sind.

Schlafapnoe: Fünftes Rad am Wagen des tödlichen Quartetts

Die Schlafapnoe gilt als begünstigender Faktor für eine Reihe von Krankheiten, unter anderem für das Metabolische Syndrom. Mediziner verstehen darunter das ungünstige Zusammenwirken von starkem Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und Insulinresistenz. Diese vier Faktoren werden auch als tödliches Quartett bezeichnet, da sie im Verbund als entscheidender Risikofaktor für die Entwicklung von Erkrankungen der Herzkranzgefäße gelten. Die Schlafapnoe ist hier gewissermaßen das fünfte Rad am Wagen.

OP: Zungenschrittmacher

Was bringt der Schrittmacher für die Zunge?

Die Stimulation der Zungenmuskulatur über einen implantierten Schrittmacher ist erst seit kurzem in Deutschland zugelassen. Einer ausgewählten Gruppe von Patienten mit Schlafapnoe konnte damit nachweislich geholfen werden. Allerdings steckt das Verfahren noch in den Kinderschuhen und ist ziemlich teuer.

Einsatz nur bei Patienten mit schlaffer Zungenmuskulatur

Grundsätzlich kommt der Zungenschrittmacher gegenwärtig nur zum Einsatz, wenn andere Therapiemöglichkeiten ausscheiden oder versagt haben. Er kann auch nur bei Patienten wirken, deren Schlafapnoe maßgeblich durch eine erschlaffte Zungenmuskulatur bedingt ist, die im Schlaf nach hinten fällt und die Atemwege blockiert. Das ist immerhin bei zwei von drei Betroffenen mit obstruktiver Schlafapnoe der Fall.

Einigen von ihnen kann mit diesem neuartigen Verfahren tatsächlich geholfen werden, wie Untersuchungen zeigen. Die gemessenen Episoden mit Atemaussetzern nehmen ab, ebenso die Tagesschläfrigkeit, während der Sauerstoffgehalt im Blut sowie die Lebensqualität steigen. Nach Absetzen der Stimulationstherapie verschlechtern sich die Werte wieder.

Wie wird der Zungenschrittmacher eingesetzt?

Zum Ausschluss anderer Erkrankungsursachen und Behandlungsmöglichkeiten werden die in Frage kommenden Patienten im Schlaflabor intensiv untersucht. Auch mit einem Endoskop, das über die Nase bis in den Rachenraum geschoben wird, um die Mechanik der Atemwege zu analysieren. Keine Sorge, diese Maßnahme geschieht natürlich im Schlaf.

Die Implantation des Zungenschrittmachers erfolgt in Vollnarkose und dauert im Schnitt über zwei Stunden. Dabei wird ein Neurostimulator, ähnlich wie beim Herzschrittmacher, unterhalb des Schlüsselbeins unter der Haut eingesetzt. Ein Kabel führt zum Rippenbogen, wo eine Fühlereinheit die Bewegungen der Atemmuskulatur und damit die Atemtätigkeit erfasst. Ein zweites Kabel hat an seinem Ende eine Stimluations-Elektrode, die auf dem Zungennerv platziert wird.

Der Schrittmacher sendet bei jeder Einatmung einen Impuls dorthin. Die Erschlaffung der Zungenmuskeln wird verhindert, die Atemwege bleiben frei. Das Gerät wird mit einer Fernbedienung vor dem Schlafengehen an- und morgens wieder abgeschaltet.

Schrittmacher: Nachteile und Nebenwirkungen

Ein paar Nachteile und Nebenwirkungen gibt es allerdings auch. Wurde der Schrittmacher versehentlich falsch platziert oder ist er verrutscht, wird ein erneuter Eingriff erforderlich. Neben gelegentlichen Wund- und Muskelschmerzen empfinden viele Patienten die nächtliche Stimulation der Zunge zunächst als unangenehm. Das Problem der Eingewöhnung ist allerdings bei anderen Therapiemethoden wie der Maskenbeatmung oder der Gebissschiene ebenfalls gegeben. Nach ärztlicher Aussage stören sich im weiteren Verlauf nur wenige Patienten an einem leichten Kribbeln in der Zunge.

Beachten müssen Sie, dass mit einem Zungenschrittmacher Kernspin-Untersuchungen (MRT) nicht mehr ohne weiteres möglich sind. Auch bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen heißt es aufzupassen.

Der gravierendste Nachteil sind die Kosten, die mit weit über 10.000 Euro pro Behandlung veranschlagt werden. Deren Übernahme können Sie bei Ihrer Krankenkasse beantragen, garantiert ist sie allerdings nicht. Denn die abschließende, erstattungsrelevante Analyse zu Risiken, Kosten und Nutzen des Verfahrens steht noch aus.

Leben mit Schlafapnoe

Was kann man selbst gegen die Schlafapnoe tun?

Sehr viel! Und zwar sowohl, um eine Schlafapnoe gar nicht erst zu bekommen, als auch, um sie zu bekämpfen, wenn bereits Atemaussetzer während der Nacht auftreten. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin führt in der Behandlung der Schlafapnoe nicht ohne Grund an erster Stelle eine Änderung der Lebensweise an.

Im folgenden haben wir die wichtigsten Empfehlungen für Sie zusammengefasst:

Veränderung der Schlafposition

Eine bei Schlafapnoe naheliegende und relativ unaufwändige Maßnahme ist die Änderung der Schlafposition. Allein die Vermeidung der Rückenlage kann oft schon einiges bewirken.

Gewichtsabnahme und Sport

Ja, immer die alter Leier. Alte Leiern haben halt leider oft auch recht. Sie sollten immer ein Körpergewicht anstreben, mit dem Sie sich wirklich wohlfühlen. Das liegt im Normalfall im Bereich Ihres Normal- oder Idealgewichts. Damit können Sie nicht nur einer Schlafapnoe vorbeugen. Die Chancen stehen gut, dass Sie eine solche auch wieder loswerden können, wenn sie bereits besteht. Je früher und je leichter der Schweregrad, desto besser.

Das gilt übrigens auch für viele andere Erkrankungen, wie z.B. Diabetes. Entscheidend ist dabei nicht das einzelne Kilogramm, das Sie abbauen. Sondern die Selbstwahrnehmung, das Ändern von Gewohnheiten, das Aneignen neuer Kenntnisse, um sich umstellen und eine gesunde und dauerhafte Gewichtsabnahme erzielen zu können. Und es gilt: Kommt das Übergewicht zurück, kommt auch die Schlafapnoe zurück.

Nicht rauchen

Sie haben es vermutlich bereits geahnt. Es bedarf ja auch keiner überschießenden Fantasie, um sich die negative Beeinflussung einer atembezogenen Schlafstörung durch das Rauchen vorstellen zu können. Die wissenschaftliche Beweislage ist indes gar nicht so eindeutig. Das sollte Sie von der Beerdigung Ihres Tabakkonsums nicht abhalten. Aber bitte ohne Gewichtszunahme, sondern mit gesunder, nachhaltiger Lebensstiländerung.

Alkohol nur in Maßen

Aller schlechten Dinge sind drei ... zumindest, wenn es um den Konsum in falscher Menge und zu falscher Zeit geht. Es wird empfohlen, vier Stunden vor dem Schlafengehen keinerlei Alkohol mehr zu trinken. Sonst könnte das Schnarchen verstärkt und die Dauer und Häufigkeit der Atemaussetzer (Apnoen) gesteigert werden. Die Lebensrealität sieht meist anders aus, meinen Sie? Stimmt. Aber genau da liegt das Problem – und die Chance. Es muss ja nicht gleich die 100%-Lösung sein. Ein seltenerer Alkoholkonsum bringt auch schon viel.

Schlafposition bei Schlafapnoe

Was bringt eine veränderte Schlafposition bei Schlafapnoe?

Beim Schnarchen kann eine Veränderung der Schlafposition mitunter Erstaunliches bewirken und das Sägen von einem Moment auf den anderen zum Schweigen bringen. Und auch bei einer leichten Schlafapnoe lässt sich die Situation manchmal entscheidend verbessern, wenn man sich auf die Seite legt.

Die Erklärung dafür ist simpel: Sowohl das Schnarchen als auch die Atemaussetzer bei der Schlafapnoe werden oft durch eine Rückenlage begünstigt. Denn wenn man auf dem Rücken liegt, verengen sich die oberen Atemwege stärker als in Seitenlage. Der Grund dafür ist die Schwerkraft, die den Zungengrund in Rückenlage verstärkt nach hinten und unten zieht. Allerdings tritt eine Schlafapnoe nur in seltenen Fällen ausschließlich in Rückenlage auf.

Welche Hilfsmaßnahmen zur Vermeidung der Rückenlage sind empfehlenswert?

Auch wenn Sie sich von der alleinigen Maßnahme nicht zu viel versprechen dürfen, ist eine Veränderung der Schlafposition durchaus empfehlenswert. Falls nötig, gibt es dafür eigens ein Lagetraining. Wenn das nichts bringt, stehen etablierte Hilfsmittel zur Verfügung, die die Rückenlage relativ zuverlässig verhindern, wie etwa eine Schlafweste. Zu beachten ist dabei, dass durch solche Helfer die Schlafqualität ebenfalls gemindert werden kann. Die tatsächlichen Effekte sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Kritisch zu bewerten ist der berüchtigte Tennisball, der hinten in das Oberteil des Schlafanzuges eingenäht wird. Er kann Rückenschmerzen auslösen.

Folgen

Wie gefährlich sind Atemaussetzer beim Schlafen?

Bei der Schlafapnoe treten während der Nacht zahlreiche Atemaussetzer (Apnoen) mit einer Dauer von über 10 Sekunden auf. Sie können im wahrsten Sinne des Wortes fatale, also tödliche Folgen haben. Bei schweren Fällen dieser nächtlichen Atmungsstörung sinkt die Sauerstoffsättigung auf etwa 70% ab. Zum Vergleich: Im Krankenhaus wird bei einer Sättigung von unter 80% notbeatmet.

Die große Gefahr besteht nicht darin, an einem der zahlreichen Atemaussetzer zu versterben, sondern an deren Folgen. Denn sie lösen – vom Schlafenden unbemerkt – immer wieder Stressreaktionen im Körper aus. Damit erhöhen sie auf Dauer das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. 65% der Opfer, die der plötzliche Herztod fordert, sind einer Studie zufolge Schlafapnoiker gewesen.

Todesfälle wegen plötzlichem Herztod und im Verkehr

Eine Gefahr, die sich rascher, aber ebenso drastisch auswirken kann, ist die Müdigkeit und Unkonzentriertheit tagsüber. Das Risiko von Fehlern und Unfällen nimmt zu. Die mangelnde Schlaferholung fördert die Neigung zum Sekundenschlaf am Steuer. Etwa 12% der tödlichen Verkehrsunfälle führen Experten auf die Schlafstörung zurück. Allein unter den fatalen Ereignissen auf deutschen Autobahnen sollen es 40% sein.

Mehrere hundert Atemstillstände pro Nacht

Solange sich die Häufigkeit der Atempausen auf 5 pro Schlafstunde beschränkt, ist das noch im grünen Bereich. Steigt aber die Frequenz von Atemaussetzern und reduzierten Atemzügen (Apnoe-Hypopnoe-Index) auf über 10 pro Stunde, besteht Handlungsbedarf.

Der Körper ist in der Regel zwar geduldig und kann vieles kompensieren. Aber bei einem ausgeprägten Schlafapnoe-Syndrom sind mehrere hundert Atemstillstände pro Nacht keine Seltenheit. Bis zu 200 Atemaussetzer pro Stunde wurden schon beobachtet. Dass die körperliche Kompensationsfähigkeit damit irgendwann überfordert sein wird, leuchtet ein.

Herzinfarkt, Arteriosklerose und Co.

Was sind mögliche Folgen einer Schlafapnoe?

Machen Sie sich bitte klar, dass die Schlafapnoe nicht als isoliertes Phänomen existiert, sondern vielfältige Auswirkungen auf den ganzen Körpers hat. Folglich sind die auffälligsten Symptome wie das Schnarchen, die Tagesmüdigkeit und die reduzierte Fitness aufgrund der ausbleibenden Schlaferholung nur die Spitze eines drohenden Eisbergs.

Erhöhte Unfallgefahr

Allerdings kann auch die Schläfrigkeit allein schon zu drastischen Konsequenzen führen, etwa beim Einnicken am Steuer. Dass dies keine Panikfantasien sind, zeigen Daten von Versicherungsunternehmen: Demnach wird die Schlafapnoe für ein verdoppeltes Unfallrisiko im Straßenverkehr, für ein Viertel aller Autounfälle und für die meisten Autobahnunfälle mit tödlichem Ausgang verantwortlich gemacht.

Schnarchen und Müdigkeit sind nur die Spitze des drohenden Eisbergs

Auf längere Sicht drohen zudem schädliche bis tödliche Auswirkungen auf Herz und Hirn sowie auf den Stoffwechsel. Im Einzelnen können das sein:

Last but not least ist auch Ihre soziale Gesundheit bedroht, und dies häufig bereits in der Frühphase: Zum einen trägt ständige Müdigkeit nicht dazu bei, ein immer angenehmer Zeitgenosse zu sein. Zum anderen sind für Ihren Bettpartner die meist recht lautstarken Schnarchgeräusche eine Zumutung. Die räumliche Verlegung Ihrer Schlafstatt ist allenfalls eine vorübergehende Behelfsmaßnahme, aber keine Lösung des Problems (s.o.).

Studie: Wie beeinflusst die Schlafapnoe das Herzinfarkt-Risiko?

Beim sogenannten Schlafapnoe-Syndrom ist das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht, wie jetzt eine Studie aus München zeigt.

Herz unter nächtlichem Stress

Die Gruppe um Prof. Thomas von Arnim hat am Rotkreuz-Krankenhaus in München 209 Herzinfarktpatienten auch in Bezug auf ihren Schlaf untersucht. Und stellte überraschend fest, dass bei fast der Hälfte der Patienten Atemaussetzer im Schlaf nachweisbar waren. In der Bevölkerung liegt die Häufigkeit des Schlafapnoe-Syndroms hingegen bei 2% (Frauen) bzw. 4% (Männer).

Schnarchen mit Atemaussetzern unbedingt untersuchen lassen

Zwar ist das kein Beweis dafür, dass die Schlafapnoe direkt einen Herzinfarkt verursachen kann. Aber nach Ansicht der Autoren zumindest ein deutlicher Hinweis. Zumal bei denjenigen Patienten mit den Atemstillständen der Infarkt überzufällig häufig in den Morgen-. und Vormittagsstunden stattgefunden hatte.

Zudem haben jüngere Studien gezeigt, dass Menschen mit einem Schlafapnoe-Syndrom deutlich seltener an einem Herzinfarkt sterben, wenn sie sich konsequent behandeln lassen.

Steigert die Schlafapnoe das Risiko für Arterienverkalkung?

Dass Schlafapnoe zusätzlich die Verkalkung der Arterien fördert, belegen jetzt Untersuchungen an über 1.500 Personen im Alter zwischen 50 und 80 Jahren. Als Atemstörungen während des Schlafes wurden eine starke Verringerung des Atmungsflusses oder Atemstillstände (Apnoe) gewertet, die mehr als 15mal pro Stunde auftraten.

Insgesamt litten unter derartigen gefährlichen Vorfällen 22% der Studienteilnehmer, bei Frauen waren es 16%, bei Männern 29%. Bei beiden Geschlechtern nahm die Häufigkeit mit dem Alter zu.

Eine Verkalkung der Herzgefäße stand in direktem Zusammenhang mit der Häufigkeit der Atemaussetzer. So betrug der sogenannte Verkalkungswert bei nicht schnarchenden Männern 49. Bei Männern mit schweren nächtlichen Atemstörungen (30 Vorfälle und mehr pro Stunde) lag er jedoch bei 165.

Wissenswertes

Was bedeutet obstruktiv?

Obstruktiv bedeutet in der Medizin so viel wie verschlossen, verengt, verlegt oder verstopft. Damit sind Gefäße oder Kanäle gemeint, wie etwa die Atemwege. Bei der COPD, einer chronischen Verengung der Luftwege, steckt auch das "Wort" obstruktiv drin (COPD = Chronic Obstructive Pulmonary Disease).

Aber hier sind wir ja beim Schlaf. Die obstruktive Schlafapnoe ist die häufigste Form der Schlafapnoe. Während des Schlafes kommt es, begünstigt durch die Muskelentspannung und andere Faktoren, wiederholt zu längeren Atempausen (Apnoen), in denen der Rachenraum kollabiert. Die Folge ist ein teilweiser oder kompletter Verschluss der Atemwege und ein Sauerstoffmangel im Blut.

Bei der zentralen Schlafapnoe sind es dagegen fehlende Impulse aus dem Atemregulationszentrum des Gehirns, die zu Atemaussetzern führen. Die Unterscheidung ist unter anderem wichtig im Hinblick auf die in Frage kommenden Behandlungsmaßnahmen.

Quellen:

  • Deutsche Medizinische Wochenschrift, 19.12.05
  • G. Weinreich et al, Abstract P1032, Clin Res Cardiol 101, 2012
  • S3 Leitlinie: Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörung Kapitel „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“. Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. www.awmf.org.

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Kommentare: Archiv

Schlafapnoemaske
Dienstag, den 12. Januar 2021 um 16:53 Uhr, Leni
Nach 3 Wochen Verwendung: Tinnitus wesentlich minimiert, Libido gestiegen, Verdauung verbessert und trotz Maske tieferer Schlaf. Ich könnte Lieder singen...

Schwergradig obstruktive und zentrale Schlafapnoe
Montag, den 02. September 2019 um 21:43 Uhr, Michaela
Ja, das geht. Ich habe zb Ahi 186 St. 41.7 Minuten die Stunde mit Apparat noch Ahi von 68 St. Hatte im Klinikum den Apparat während der Nacht überholt, denn der zählte bis 1250 Aussetzer. Ich war drüber.

200 Atemaussetzer pro Stunde
Montag, den 29. April 2019 um 14:26 Uhr, Klaramus
Naja, 3 Aussetzer pro Minute und das fortgesetzt, wie soll das denn gehen...

Mir hat der Zungenschrittmacher geholfen
Mittwoch, den 28. November 2018 um 20:27 Uhr, Peter
Ich fühle mich frisch unterm Tag und ich träume viel beim Schlafen

Einfluss der Position des Kopfes auf Schlafapnoe
Freitag, den 07. September 2018 um 08:37 Uhr, Markus Baumgartner
Viele Artikel erklären gut den Einfluss der Körperposition auf die Schlafapnoe: In Rückenlage sinkt die Zunge im Entspannungszustand nach hinten und verengt oder blockiert die Atmung. Erwähnt wird auch, dass die Seitenlage besser sei, aber nicht zwingend das Problem löst. Wenig Information ist zu finden über die Position des Kopfes. Auch in Seitenlage kann die Zunge nach hinten rutschen, insbesondere wenn der Kopf einfach in die Mitte des Kissens gelegt wird. Dabei sinkt der mittlere und hintere Teil des Kopfes tiefer in das Kissen, während das Gesicht leicht nach oben gedrückt wird. Damit liegt die Zunge mehr oder weniger schräg und rutscht so auch wieder nach hinten, wenn auch weniger stark als in Rückenlage. Seit ich mich bemühe, den Kopf nicht IN das Kissen zu legen, sondern so an den Rand lege, dass das Gesicht leicht nach unten schaut, habe ich viel weniger Aufwachen. Vermutlich sinkt in dieser Stellung die Zunge durch die Schwerkraft nicht mehr in den Rachen zurück, sondern vom Rachen weg und beengt dadurch den Atemweg weniger. Dies ist eine Beobachtung und keine auf wissenschaftlichen Untersuchung beruhenden Fakten. Aber vielleicht ist es einen Versuch Wert, die Stellung in den langen 'night sessions' zu ändern oder ein Anstoß, diesen Effekt einmal zu untersuchen. Über Rückmeldungen an baumarpublic@gmail.com würde ich mich freuen.

An den Leser SL
Sonntag, den 19. November 2017 um 19:59 Uhr, Navigator-Redaktion
Lieber Leser SL, dass bestimmte Faktoren wie Übergewicht, Rauchen oder Bewegungsmangel das Risiko für eine Schlafapnoe erhöhen, steht außer Frage. Das bedeutet aber nicht, dass jeder mit Schlafapnoe einen dieser Risikofaktoren hat. Es kommt also durchaus vor, dass man auch ohne einen dieser Einflussfatoren die Erkrankung entwickelt. Wir reden in solchen Fällen immer von relativen Wahrscheinlichkeiten, nicht von absoluten Wahrscheinlichkeiten. Das ist wie mit Lungenkrebs: Rauchen erhöht das Risiko deutlich, aber auch hier gibt es Fälle von Nichtrauchern, die praktisch nichts falsch machen und trotzdem von diesem Schicksal getroffen werden. Viele Grüße Ihr Navigator-Team

Alles Quatsch
Sonntag, den 19. November 2017 um 17:28 Uhr, SL
Ich rauche nicht, trinke so gut wie nie, mache Sport und habe auch kein Übergewicht. Und trotzdem habe ich eine mittelschwere Schlafapnoe. Besser recherchieren.

Apnoe wegen verstopfter nase
Mittwoch, den 26. Juli 2017 um 11:56 Uhr, urs
Guten Tag. Ich denke, dass ich genau dieses Leiden habe und möchte mich gerne austauschen, wie ich dies in den Griff bekommen kann. Meine Nase sondert viel zu viel Schleim ab und besonders in der Nacht führt dies zu Apnoe.
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