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Reise-Impfungen und Reisemedizin

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Was sollte man für den Winterurlaub in die Reiseapotheke packen? Werden Reiseimpfungen für den Urlaub in Deutschland und am Mittelmeer empfohlen? Und welche Tipps gibt es für Flug- und Autoreisen? Mehr zu diesen Themen lesen Sie in diesem Beitrag.

Impfungen

Bis wann soll ich mich vor Reisen um Impfungen kümmern?

Spätestens sechs Wochen vor Ihrer Reise sollten Sie mit Ihrem Arzt oder einem Reisemediziner über den richtigen Impfschutz sprechen. Denn je nach Reiseziel sind manchmal mehrere Impfungen notwendig.

Außerdem dauert es meist einige Tage, bei wenigen Impfungen sogar bis zu vier Wochen, bis der Körper einen kompletten Impfschutz aufgebaut hat.

Reiseimpfungen: Auch an Tetanus und Masern denken

Vor einer Reise, insbesondere vor einer Fernreise in tropische Gebiete, denken fast alle an Schutzimpfungen gegen Hepatitis oder die Malaria-Prophylaxe. Aber nicht an Tetanus, Masern oder andere "unspektakulärere" Gefahren. Darauf haben jetzt einmal mehr Experten aufmerksam gemacht.

Wichtig sind neben dem Schutz vor den klassischen Tropenkrankheiten wie Cholera oder Malaria aber auch die Schutzimpfungen vor "alltäglichen" Infektionen wie Tetanus. Denn die Gefahr, an solchen Infektionen zu erkranken, ist auf Reisen deutlich höher. Experten empfehlen auf allen Reisen innerhalb Europas bzw. gemäßigter Klimazonen einen Impfschutz gegen die "Kinderkrankheiten" Masern, Mumps und Röteln (die in Wirklichkeit für Erwachsene oft noch gefährlicher sind) sowie gegen Tetanus, Diphtherie und auch Schüttellähmung (Polio).

Speziellere Impfungen für speziellere Reisen

Bei Reisen in Länder oder Gebiete mit niedrigerem hygienischen Standard wird auch oft eine Impfung gegen Typhus und Hepatitis A empfohlen. Und bei Fernreisen in entsprechend ausgewiesene Länder kommt dann noch der Schutz vor Gelbfieber, Malaria und manchmal auch vor weiteren Tropenkrankheiten in Betracht.

So oder so: Lassen Sie sich im Vorfeld der Reise von einem Arzt, Apotheker oder - noch besser - von einem reisemedizinischen Zentrum beraten.

Ist es bei Last-Minute-Reisen nicht zu spät für Impfungen?

Gegen einige Erkrankungen, wie beispielsweise Hepatitis A, können Sie sich auch in letzter Minute noch impfen lassen. Wenn es denn überhaupt notwendig ist, denn die Bedrohung durch eine Hepatitis A ist ja überschaubar. Für andere Reiseimpfungen ist es dann aber tatsächlich zu spät – zumindest für diese Reise.

Gehen Sie in jedem Fall vor der Reise zum Arzt und lassen Sie sich beraten, welche Impfung notwendig und sinnvoll ist.

Brauche ich bei einem Urlaub in Deutschland zusätzliche Impfungen?

Es kommt darauf an, wohin Sie fahren und wie Sie Ihren Urlaub verbringen. Bei einem Wanderurlaub in Bayern, Baden-Württemberg oder Thüringen sollten Sie gegen die Zecken gewappnet sein.

Denn in diesen Gegenden übertragen Zecken die Erreger für die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Hirnhautentzündung. Schützen Sie sich mit einer FSME-Impfung.

Wir wollen Urlaub am Mittelmeer machen. Brauchen wir dafür Impfungen?

Zusätzlich zu den in Deutschland empfohlenen Standardimpfungen raten einige Experten zu einer Impfung gegen Hepatitis A. Diese Form der Gelbsucht kann man sich in den Mittelmeerländern schnell durch verunreinigte Speisen und Getränke einfangen.

So ist das Infektionsrisiko in Süditalien achtmal höher als hierzulande, in der Türkei sogar bis zu fünfzigmal höher.Typische Ansteckungsquellen sind Toiletten, Snacks am Straßenrand und Muscheln.

Aber dann müssten doch enorm viele Italiener und Türken eine Gelbsucht haben, werden Sie jetzt vielleicht denken. Ist auch richtig gedacht, allerdings ist das Hepatitis-A-Virus in diesen Ländern so präsent, dass sich schon die Kinder damit infizieren und dann immun sind.

Werden Reiseimpfungen von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet?

Das ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich. Erkundigen Sie sich am besten rechtzeitig bei Ihrer Krankenkasse, welche Impfungen sie erstattet und welche nicht.

Alle Impfungen, die auch in Deutschland empfohlen werden, bezahlt die Krankenkasse. Gegen Tetanus und Keuchhusten beispielsweise sollten Sie so oder so geimpft sein. Mittlerweile bezahlen viele Krankenkassen auch Impfungen, die für das jeweilige Reiseland empfohlen werden.

Bei privat Versicherten hängt es vom Versicherungsvertrag ab, ob die Impfkosten erstattet werden.

Winterurlaub

Welche Gesundheitstipps sind wichtig für Skifahrer?

Der Winterurlaub auf der Piste ist auch für den Körper etwas besonderes: Die Bewegung, die reichliche frische (und kühle) Luft und die Höhe sind für die meisten Winterurlauber eine Ausnahmesituation. Wie man sich dabei am besten fit und gesund hält, hat jetzt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung mit einigen praktischen Empfehlungen zusammengefasst:

  • Lassen Sie sich Zeit mit dem Frühstück. Essen Sie morgens reichlich und nährstoffreich. Ideal sind Müsli mit Haferflocken, Obst, Milch, Vollkornbrot, Wurst und Käse sowie ein wenig Rohkost.
  • Nehmen Sie kleine Snacks auf die Piste mit, z.B. Fruchtschnitten oder Müsliriegel.
  • Essen Sie mittags "auf der Hütte" lieber Nudeln statt Gänsebraten - sprich: leicht verdauliche Energiespeicher.
  • Füllen Sie beim Abendessen Ihre Kohlenhydratspeicher auf: mit Gemüse, Kartoffeln, Reis oder Nudeln, und dazu gern auch etwas Fleisch oder Fisch. Ein frischer Salat oder etwas Obst sollten auch dabei sein.
  • Trinken Sie viel, auch unterwegs. Und damit meinen wir keinen Alkokol. Ideal sind Mineralwasser und Fruchtsaftschorlen.
  • Achtung: Natürlich gehört Alkohol und "Aprés Ski" für die meisten zwingend zum Winterurlaub dazu. Aber übertreiben Sie es nicht - auch nicht am Tag danach. Alkohol ist die häufigste Ursache von schweren Skiunfällen. Und die machen dann keinen Spaß mehr.

Was gehört in die Reiseapotheke beim Winterurlaub?

Neben der üblichen Hausapotheke und Medikamenten, die Sie regelmäßig einnehmen müssen, sollten Sie im Winter- oder Skiurlaub vor allem an folgende Dinge denken:

  • Sonnenschutz-Creme mit hohem Lichtschutzfaktor (die Sonne im Schnee kann intensiver sein als am Meer)
  • Lippenschutzstift
  • wenn Sie Wintersport betreiben: Pflaster, Salben gegen Verstauchungen und elastische Binden
  • für Diabetiker: Achtung, Insulin verliert bei Temperaturen im Gefrierbereich seine Wirksamkeit, bewahren Sie es, wenn Sie unterwegs sind, am besten dicht am Körper auf, z.B. in der Jackeninnentasche

Autoreisen

Was sollte man bei Autoreisen beachten?

Lange Autofahrten sind nicht immer ein Vergnügen - zumindest für den Körper nicht. Und auch das Nervenkostüm kann in Staus oder angesichts der anderen Autofahrer relevant belastet werden. Was man tun kann, um trotzdem gesund und munter am Urlaubsort anzukommen, haben Experten unlängst zusammengefasst.

Wie sehr beispielsweise der Rücken bei längeren Autofahrten leidet, macht eine Zahl deutlich: Bis zu drei Zentimeter kann man während einer solchen Autoreise "schrumpfen". Grund sind Stauchungen der Wirbelsäule. Die Körpergröße verringert sich natürlich nicht auf Dauer, aber kurzfristig schon.

Die Empfehlungen der Experten betreffen die Sitzhaltung, aber auch allgemeinere Autoreisetipps:

Die Sitz-Tipps

  • Beim Sitzen das Gesäß immer ganz hinten bis zur Rückenlehne schieben.
  • Rückenlehne sollte etwa 20 Grad nach hinten geneigt sein.
  • Der Abstand zum Lenkrad ist optimal, wenn bei angelegtem Rücken die Hände oben auf dem Lenkrad liegen können.
  • Die Kniekehlen sollten sich etwa zwei bis drei Fingerbreiten vor der Sitzfläche befinden. Wenn nicht, dann an der Sitzneigung etwas verändern.
  • Beim Kuppeln sollten Sie nicht nach vorn rutschen müssen.
  • Landstraßen sind für den Körper besser als Autobahnen. Wegen der geringeren Geschwindigkeit und der häufigeren Kurven wird die Körpermuskulatur stärker aktiviert. Wird die meisten nicht vom Autobahnfahren abhalten, aber ein interessanter Tipp ist es trotzdem.

Die weiteren Tipps

  • Machen Sie alle zwei Stunden eine viertel Stunde Pause. Dabei unbedingt bewegen, am besten ein wenig Gymnastik. Das bringt sehr viel.
  • Gegen den steifen Nacken: Immer mal wieder die Schultern in Richtung Ohren hochziehen.
  • Immer mal wieder strecken und recken (ohne dabei freilich den Verkehr außer Acht zu lassen).
  • Immer mal wieder die Fenster öffnen und Sauerstoff hineinlassen.
  • Wenn irgend möglich während der Fahrt nicht rauchen. Schränkt die Konzentration ein.
  • Trinken Sie viel! Auch kleine Schlucke während der Fahrt wirken belebend.

Flugreisen

Was hilft gegen einen Jetlag?

Komplett vermeiden lässt sich ein Jetlag beim Überfliegen von mehreren Zeitzonen nicht. Aber immerhin gibt es einige Tricks, wie Sie die Beschwerden in den Tagen nach der Ankunft verringern können.

Beginnen Sie bereits einige Tage vor der Abreise, Ihren Tag-Nacht-Rhythmus nach und nach zu verschieben. Denn um sich an eine Stunde Zeitdifferenz zu gewöhnen, braucht der Körper etwa einen halben Tag. Flüge nach Westen verkraften die meisten Menschen allerdings besser als nach Osten.

Sind Sie dann endlich angekommen, lassen Sie sich Zeit, wirklich anzukommen: Erkunden Sie erst einmal in Ruhe die Umgebung. Versuchen Sie in der ersten Nacht viel zu schlafen.

Kann das Tragen von Kompressionsstrümpfen vor einer Thrombose auf langen Flügen oder Reisen schützen?

Ja, Kompressionsstrümpfe unterstützen die Blutzirkulation in den Venen, so dass es kaum zu einem Blutstau kommt, in dessen Folge sich eine Thrombose im Bein entwickeln kann.

Deshalb eignen sich Kompressionsstrümpfe als vorbeugende Maßnahme. Zusätzlich sollten Reisende darauf achten, ausreichend zu trinken und so oft wie möglich aufzustehen, um ein paar Schritte zu gehen. Zudem eignet sich Fußgymnastik, um die Unterschenkelmuskeln zu betätigen. Dies fördert den venösen Blutrückstrom zum Herzen.

Menschen mit einem erhöhten Thromboserisiko können bei geplanten längeren Reisen möglicherweise auch Heparin zur Blutverdünnung erhalten.

Langstreckenflüge: Bei einem von hundert kommt es zum Gefäßverschluss

Etwa 1% derjenigen, die einen Langstreckenflug machen, bekommen dadurch ein ernstes Problem. In einer neuseeländischen Studie kam es bei 9 von 900 Testpersonen nach solchen Flügen zu gefährlichen Thrombosen.

Die Studienteilnehmer waren mehr als 10 Stunden am Stück geflogen. Danach wurden sie gründlich auf das Vorhandensein von Blutgerinnseln oder Thrombosen untersucht. Bei allen neun Betroffenen handelte es sich um eine Beinvenenthrombose. Bei vier von ihnen wurde zusätzlich eine potentiell lebensbedrohliche Lungenembolie diagnostiziert. Sechs dieser neun Betroffenen hatte schon zuvor Herz- oder Gefäßprobleme gehabt.

Nicht nur ein Problem der Economy Class

Besonders interessant: Zwei der neun Personen mit Thrombose waren überwiegend in der Business Class gereist. Für die Studienleiter ein Indiz dafür, dass nicht nur in der "Holzklasse" die Gefahr von Thrombosen besteht.

Wie auch immer: Bei langen Flügen lohnt sich Gymnastik und Bewegung während des Fluges und bei gefährdeten Personen mit bereits bestehenden Gefäßproblemen das Tragen von Kompressionsstrümpfen.

Fördern Flugreisen die Entstehung von Embolien?

Auf Langstreckenflügen steigt das Risiko für Embolien. Da immer mehr ältere Passagiere Fernreisen unternehmen, wird diese Gefahr weiter zunehmen, wie jetzt eine Studie im renommierten Fachblatt "The Lancet" unterstreicht.

Bei langen Flügen drohen vor allem sogenannte Thromboembolien. Das sind akute Gefäßverschlüsse, die durch ein fortgespültes Blutgerinnsel entstehen. Meist ist ein Gerinnsel (Thrombus) in den Beinvenen der Ursprung. Verstopft der Thrombus ein Lungengefäß, kann das lebensbedrohlich sein.

Hauptursache solcher "venöser Thromboembolien" ist Bewegungsmangel. Und vorgeschädigte Beinvenen, aus dem Nichts bildet sich solch ein Gerinnsel nämlich nicht. Und genau diese Kombination (vorgeschädigte Gefäße und längerer Bewegungsmangel) kommt naturgemäß bei älteren Menschen, die sich auf einen Langstreckenflug begeben, besonders häufig vor. Vor allem in der Economy Class (der "Holzklasse"). Aber diese Erkenntnis hilft kaum weiter, denn wer kann sich einen Überseeflug in der Business Class schon leisten. Bereits nach vier Stunden im Flugzeug steigt das Risiko für Embolien relevant an.

Und wie schützt man sich am besten dagegen?

Drei Tipps zur Vorbeugung von Embolien im Flugzeug:

  • viel trinken
  • immer wieder aufstehen und bewegen (am besten kleine gymnastische Übungen, mindestens aber auf und ab gehen)
  • häufig die Sitzposition verändern
  • Stützstrümpfe anziehen (vor allem bei bekannten "schlechten Venen"), auch wenn das unangenehm warm ist

Was ist ein Economy-Class-Syndrom?

Das Economy-Class-Syndrom ist eine Reisethrombose. Der Ursprung des Namens geht auf das erhöhte Thromboserisiko auf Langstreckenflügen zurück.

Denn lange Reisen im beengten Flugzeug, im Auto, Bus oder auch Zug belasten das Venensystem aufgrund der mangelnden Bewegungsmöglichkeit und fördern die Entwicklung von Thrombosen - zumindest wenn man diesbezüglich schon ungünstige Vorbedingungen hat. Mit zunehmender Dauer der Reise erhöht sich das Risiko.

Ernährung

Wie lässt sich lästiger Reise-Durchfall vermeiden?

Reisedurchfall gehört auf Urlaubsreisen, vor allem in südliche und tropische Länder, zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden. Aber obwohl das so ist, halten sich nur etwa 3% aller Reisenden an die entsprechenden Ernährungsempfehlungen. Das hat eine aktuelle Studie ergeben.

Wahrscheinlich liegt es daran, dass die meisten denken, es würde sie nicht erwischen. Und natürlich auch daran, dass kaum einer Lust hat, sich gerade im Urlaub die Freuden des leckeren Essens zu nehmen. Drei bis fünf Tage Durchfall sind allerdings auch kein Vergnügen.

Vorsicht vor allem mit Leitungswasser und Eiswürfeln

Die Grundregel, mit der man sich bei selbst gekauftem Essen recht gut schützen kann, lautet: "Peel ist, cook it or forget it" ("Schäle es, koche es oder vergiss es"). Das gilt vor allem für Obst und Gemüse, das Sie außerhalb von überteuerten 5-Sterne-Hotels erwerben.

Darüber hinaus sind vor allem Leitungswasser und Eiswürfel eine häufige Quelle der Durchfall-Erreger (die übrigens den Einheimischen meist gar nichts ausmachen, weil deren Immunsystem von Kindesbeinen an daran gewöhnt ist). Also verzichten Sie lieber komplett auf Eiswürfel und trinken Sie Wasser lieber aus der gekauften Flasche. Auch rohe tierische Lebensmittel (Fleisch, Meerestiere, Eier) sind riskant.

Was tun, wenn es doch passiert?

Und wenn es doch passiert ist: Unbedingt viel trinken. Verschwindet der Durchfall nicht nach einem Tag (oft werden es eher drei bis fünf Tage), sind Zucker- und Mineralsalzlösungen wichtig. Die bekommen Sie bei Bedarf auch in der Apotheke. Sonst gilt: sechs Teelöffel Zucker und ein Teelöffel Salz (jeweils gestrichen) in einem Liter Wasser auflösen. Hält der Durchfall länger als drei Tage lang an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch, wenn der Stuhl blutig ist oder sich anhaltendes Erbrechen und Fieber hinzugesellen.

Kann ich Obst und Gemüse vom Markt essen?

Auch wenn es noch so lecker aussieht: Im Urlaub, insbesondere in südlichen und tropischen Ländern gilt die Regel: "Peel it, cook it or forget it" ("Schäle es, koche es, oder vergiss es").

Die Wärme, fehlende Kühlmöglichkeiten und schlechte Hygiene bieten ideale Wachstumsbedingungen für Bakterien. Dass die Einheimischen kein Problem damit haben, ist nur vermeintlich eine Beruhigung. Denn deren Immunsystem ist auf die Keime vor Ort bestens trainiert. Ihres aller Voraussicht nach nicht!

Waschen Sie Obst und Gemüse immer gründlich mit abgekochtem oder abgepacktem Wasser und schälen Sie es erst kurz vor dem Essen.

Exotisches Reiseland: Worauf achten beim Verzehr von Obst und Gemüse?

Obst sollten Sie zudem vorher mit Trinkwasser waschen, das aus original verschlossenen Verpackungen stammt oder das Sie erhitzt haben. Achten Sie weiterhin darauf, sich vor dem Schälen und Waschen des Obstes die Hände gründlich zu reinigen. Nutzen Sie möglichst kein Leitungswasser.

Ähnliches gilt für Gemüse, das Sie lediglich essen sollten, wenn es frisch zubereitet worden ist. Falls Sie rohes Gemüse zu sich nehmen möchten, gehen Sie am besten damit um wie mit Obst. Waschen Sie auch frische Blattsalate möglichst mit erhitztem Trinkwasser oder Trinkwassr, das aus original verschlossenen Verpackungen stammt, und nicht mit Leitungswasser.

Prinzipiell gibt für das Essen von Obst und Gemüse: Schälen und/oder kochen Sie es.

Kann man auf Reisen Fisch und Fleisch immer bedenkenlos essen?

Durchgebratenes Fleisch ist kein Problem. Mit Geflügel und Eiern sollten Sie allerdings vorsichtig sein – auch Salmonellen und andere Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen haben es gern schön warm.

Fisch und Meeresfrüchte sollten Sie besser meiden, wenn Sie nicht sicher sind, dass diese Nahrungsmittel unverdorben sind. Von rohem und nicht durchgebratenem Fleisch sowie von Wurst lassen Sie bitte die Finger.

Wie vorsichtig Sie sein müssen, hängt natürlich auch sehr vom Reiseland und auch von der Reise- und Ernährungsart ab. Sind Sie in Schweden oder im Kongo? Essen Sie im Sterne-Hotel oder am Stand an der Straße? Um so mehr zur Straße und zum Kongo hin die Tendenz geht, um so zurückhaltender sollten Sie bei Fisch und Fleisch sein.

Was ist beim Essen von Fleisch, Fisch und Milch bei Fernreisen zu beachten?

Exotische Gegenden locken so manchen mit Neugier auf fremde Kulturen. Doch treffen Sie nicht nur auf fremde Kulturen, sondern in der Regel auch auf fremde Nahrungsmittel oder Speisen. Vorsicht ist vor allem beim Essen von Fisch und Fleisch angebracht.

Verzehren Sie Fleisch und Fisch möglichst nur gut durchgegart, wenig oder halb (medium) Gegartes meiden Sie am besten. Denn mit zu viel Keimen versetztes Fleisch und Geflügel bzw. versetzter Fisch können das Risiko für schwer verlaufende Magen-Darm-Infektion erhöhen.

Bei Milch und Milchprodukten sollten Sie darauf achten, dass diese pasteurisiert, gekocht oder sterilisiert worden sind.

Wenn Sie einen empfindlichen Magen oder eine Magen-Darm-Erkrankung haben, nehmen Sie zudem nichts zu sich, was in Garküchen am Straßenrand oder Kiosken zubereitet wurde. Gehen Sie lieber in Restaurants mit guten hygienischen Bedingungen. Um diese zu finden, können Ihnen zum Beispiel Reiseführer oder Touristeninformationen vor Ort weiterhelfen.

Was ist bei Reisen in warme Länder beim Trinken zu berücksichtigen?

Grundsätzlich wird allen Reisenden, die sich in warmen Ländern mit weniger strengen hygienischen Standards aufhalten, empfohlen, kein Leitungswasser zu trinken. Stattdessen sollten Sie auf abgepackte Getränke mit Originalverschluss zurückgreifen.

Das gilt ebenso fürs Zähneputzen wie fürs Kochen und Waschen von Nahrungsmitteln. Auch in Restaurants oder ähnlichem trinken Sie am besten nur original verpackte Getränke. Zudem sollten Sie auf Eiswürfel in Ihrem Durstlöscher verzichten.

Sinnvoll ist auch, sich vorher zu informieren, welche Restaurants über gute hygienische Standards verfügen. Dabei können zum Beispiel Reiseführer, Reiseleiter oder die örtlichen Touristinformationen weiterhelfen.

Wo kann man das Wasser aus der Wasserleitung trinken?

Im Urlaub am besten nirgendwo. Es sei denn, Sie haben vom Hotel oder Gastgeber eine wirklich verlässliche Bestätigung der Unbedenklichkeit. Die Trinkwasserqualität ist in kaum einem Land so hoch wie in Deutschland.

Wenn Sie sich den Urlaub nicht mit Magen-Darm-Problemen verderben wollen, dann verwenden Sie nur industriell abgefülltes oder abgekochtes (5 Minuten) Wasser zum Trinken und zum Zähneputzen. Auf kühlende Eiswürfel in Getränken sollten Sie komplett verzichten.

Reisekrankheiten

Was sind häufigsten Krankheiten im Urlaub?

Männer bekommen auf Reisen andere Erkrankungen als Frauen. Mit Durchfall haben sie weniger, mit Geschlechtskrankheiten dagegen mehr zu tun. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Zürich.

Bei Frauen der Darm, bei Männern das Fieber

Die Reisemedizin-Experten aus der Schweiz werteten die Daten von knapp 60.000 Patienten aus, die wegen Reisekrankheiten in speziellen Kliniken dafür behandelt worden waren. Danach ergibt sich folgendes Bild:

Bei Frauen häufiger

  • Durchfallerkrankungen
  • Reizdarm
  • Infektionen der oberen Atemwege
  • Harnwegsinfekte
  • Zahnprobleme
  • Medikamenten-Unverträglichkeiten

Bei Männern häufiger

  • (fiebrige) Infektionskrankheiten
  • Erkrankungen durch Insektenstiche (Malaria, Gelbfieber)
  • Geschlechtskrankheiten, sexuell übertragbare Erkrankungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Höhenkrankheit
  • Erfrierungen

Männer: risikofreudiger und für Mücken attraktiver

Wenn man das so liest, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass Männer sich risikoreicher (bzw. unverantwortlicher) verhalten. Das betrifft nicht nur Sex, sondern auch Sport. Dazu passt auch, dass Männer auf Reisen häufiger im Krankenhaus landen als Frauen.

Was die Mücken angeht, sehen die Studienautoren aber einen anderen Grund: Wer mehr schwitzt, riecht intensiver und wird häufiger gestochen. Zumal dann auch das Mückenspray schneller verdunstet. Wobei Schwitzen und Risikoverhalten natürlich auch etwas miteinander zu tun haben.

Und noch ein interessantes Studienergebnis: Frauen lassen sich vor einer Reise sehr viel besser gesundheitlich beraten als Männer.

Wissenswertes

Warum darf man herumstreunende Katzen und Hunde nicht streicheln?

Weil sie verschiedene Krankheitserreger mit sich herumschleppen, die sie bei einem Biss auf den Menschen übertragen können. Am größten ist die Tollwutgefahr, vor allem in Ost- und Südeuropa sowie in Indien und China.

So niedlich die Hunde oder Katzen auch sein mögen, halten Sie Abstand! Und sagen Sie Ihren Kindern ganz deutlich, dass sie herumlaufende Tiere nicht anfassen dürfen.

Ob eine Impfung gegen Tollwut notwendig ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Im Normalfall eher nicht.

Lohnt sich eine Auslandskrankenversicherung?

Tatsache ist, dass der Versicherungsschutz der meisten gesetzlichen Krankenkassen bei Auslandsreisen begrenzt ist. Längst nicht alles wird bezahlt. Die Krankenkassen empfehlen daher meist sogar selbst, vor einer Reise eine private Auslandsversicherung abzuschließen.

Prüfen Sie in jedem Fall vor einer Reise Ihren individuellen Auslandsschutz bei Ihrem Krankenversicherer. Das gilt auch für private Krankenversicherungen, bei denen es auch vom jeweiligen Tarif abhängt, ob und in welchem Umfang Gesundheitsleistungen im Ausland bezahlt werden. Auch die EHIC (der europäische Versicherungskarte der gesetzlichen Krankenkassen, die bei diesen angefordert werden kann) bietet nur begrenzten Schutz (ist aber gleichwohl sinnvoll und sollte mitgenommen werden).

Alles in allem empfehlen wir, eine private Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Dafür gibt es diverse private Versicherungsanbieter. Aber auch die meisten Reiseveranstalter bieten solche Versicherungen an. Die Kosten halten sich in Grenzen, und im Fall der Fälle kann die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen im Ausland sehr teuer werden (nicht nur die Behandlung, ggf. auch der Rücktransport).

Quellen:

  • The Lancet
  • Clinical Infectious Diseases, 2010; 50:826-832, DOI: 10.1086/650575

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