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Magen-Darm-Infekt / Magen-Darm-Grippe

Es beginnt meist mit Übelkeit, begleitet von Durchfall und Krankheitsgefühl: Eine Magen-Darm-Grippe hat fast jeder von uns schon mal erlebt. Der Begriff Grippe ist dabei natürlich irreführend, mit der echten Grippe hat der typische Magen-Darm-Infekt nichts zu tun. Mit Viren aber sehr wohl. Im folgenden Beitrag, der sich noch im Aufbau befindet, versuchen wir alle Fragen dazu zu beantworten.

Welches Virus führt am häufigsten zu Darminfektionen bei Kindern? 

Das Rotavirus ist die häufigste Ursache viraler Darminfektionen bei Kindern. Bis zum Alter von 3 Jahren sind 90% aller Kinder mit dem Keim in Berührung gekommen. Längst nicht bei allen Kindern kommt es dann zu einer massiven Durchfallerkrankung. Aber manchmal eben schon.

Gefährlich daran ist vor allem die mitunter lebensbedrohliche Austrocknung (Dehydratation), zu der es bei heftigem Durchfall relativ rasch kommen kann. Deswegen lautet das erste Gebot bei Durchfall immer: So viel trinken wie möglich!

Weitere häufige Erreger von Magen-Darm-Infektionen im Kindesalter sind Salmonellen und Staphylokokken. Das sind allerdings Bakterien, keine Viren.

Was sind typische Beschwerden bei einer Magen-Darm-Infektion? 

Eine Magen-Darm-Infektion geht typischerweise mit den folgenden Beschwerden einher (wobei keines dieser Symptome zwingend auftreten muss):

  • oft schwerer Durchfall mit breiigem bis wässrigem Stuhlgang
  • krampfartig Bauchschmerzen
  • Übelkeit, oft auch Erbrechen
  • meist Fieber
  • eventuell Anzeichen einer Austrocknung

Eine Magen-Darm-Infektion erfordert, insbesondere bei Kindern unter 3 Jahren, den umgehenden Arztbesuch. Von einer Ansteckungsgefahr ist auszugehen.

Magen-Darm-Grippe beim Kind: Wie kann man eine Ansteckung verhindern?

Fast gar nicht. Der typische Magen-Darm-Infekt bei Kindern wird durch Viren verursacht, meist Rotaviren. Und deren Übertragung von Kind zu Kind lässt sich praktisch nicht verhindern. Denn erstens sind diese Viren hoch ansteckend, brauchen also nicht viel, um sich anzusiedeln. Zweitens sind sie Überlebenskünstler und halten auch längeren Aufenthalten auf "neutralen Flächen" wie Türklinken oder Tischplatten lange stand.

Außerdem sind Rotaviren sehr weit verbreitet und werden zudem oft zu einem Zeitpunkt übertragen, an dem das ansteckende Kind noch gar keinen Durchfall oder Erbrechen hat, man also von dem Problem noch gar nichts ahnt. Das Virus wird über den Stuhl ausgeschieden und kann gerade bei kleinen Kindern immer mal unbemerkt an Kleidungsstücken oder Gegenständen hängenbleiben. Da es dann dort lange überlebt, genügt zum Beispiel in einer Kita eine einzige minimale Verunreinigung, um das Virus auf mehrere andere Kinder zu übertragen.

Zur Sicherheit zuhause bleiben?

Wenn in der heimischen Kita eine Magen-Darm-Grippe die Runde macht, stellt sich den Eltern oft die Frage, ob sie ihr Kind zuhause lassen sollen. Das ist natürlich unterm Strich die größtmögliche Absicherung, aber es muss auch nicht sein. Zumindest dann nicht, wenn es sich um eine harmlose Darmvirus-Welle handelt, und um die handelt es sich meistens. Gefährliche Keime wie EHEC sind zum Glück ausgesprochen selten und darauf würde im Zweifel ja auch rasch hingewiesen werden.

Außerdem sollten Sie bedenken: Wenn bereits eine kleine Durchfall-Epidemie aufgetreten ist, hat sich Ihr Kleines wahrscheinlich eh schon angesteckt. Oder es widersteht dem Virus. Eine Quarantäne mit hermetischer Abriegelung von allen anderen Kindern ist also meist nicht notwendig. Und übertriebene Sorgen auch nicht. Denn selbst, wenn es Ihr Kleines erwischt, verschwinden die lästigen Durchfallsymptome ja in aller Regel genauso schnell wie sie gekommen sind.

Sind Kinder nach einer einmaligen Rotavirus-Infektion dagegen immun?

Meistens ja. Zwar gibt es unter den Rotaviren mehrere Subtypen und sie alle können eine Durchfallerkrankung auslösen. Wenn aber einmal Rotaviren eine Magen-Darm-Infektion verursacht haben, bilden die Kinder Antikörper und diese Antikörper sind meist auch gegen die Brüder und Schwestern der Rotaviren wirksam.

Zum Hintergrund: Rotaviren sind die häufigste Ursache von Durchfallerkrankungen bei kleinen Kindern. Bis zum dritten Lebensjahr haben rund 90% aller Kinder Bekanntschaft mit dem Virus gemacht. Nicht immer geht diese Bekanntschaft mit Durchfall und Erbrechen einher (die typische "Magen-Darm-Grippe"), aber in vielen Fällen eben doch. Da beim ersten Kontakt das kindliche Immunsystem noch keine Möglichkeit hatte, gezielte Antikörper zu bilden, kann es die Viren noch nicht wirksam bekämpfen und es wird ungemütlich im Darm. Bei späteren Kontakten wird es dann eher ungemütlich für die Rotaviren.

Warum spielt ausgerechnet im Urlaub bei vielen Menschen der Magen verrückt?

Weil der Magen ein Gewohnheitstier ist. Im Urlaub ist oftmals vieles anders als zu Hause: andere Umgebung, ungewohnter Lebensrhythmus, fremde, fette und scharf gewürzte Speisen.

Und nicht zuletzt treiben sich im Ausland auch andere Keime herum. Die sind nicht unbedingt schlimmer als unsere hiesigen, aber unser Magen und das Immunsystem sind nicht darauf eingestellt.

All das zusammen verträgt nicht jeder Magen. Die Folge: Sodbrennen, Völlegefühl, Magenschmerzen und Aufstoßen. Denn der Magen produziert aufgrund dieser ungewohnten Einflüsse oder auch verunreinigter Nahrungsmittel mehr Säure, die dann die Beschwerden verursacht.

Was mache ich, wenn im Urlaub mein Magen rebelliert?

Steigen Sie ein paar Tage auf leichte Kost um, bei stärkeren Beschwerden am besten auf Zwieback und Kamillentee. Vor allem sollten Sie um fette Speisen einen großen Bogen machen.

Oft hilft auch ein Medikament, das die Produktion von Magensäure hemmt. In Betracht kommen insbesondere sogenannte Antazida oder Protonenpumpenhemmer. Viele davon gibt es auch rezeptfrei – fragen Sie in der Apotheke danach.

Dauern die Magenbeschwerden allerdings länger als drei Tage und bekommen Sie dazu Durchfall oder Fieber, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Was ist eine Gastroenteritis?

Zunächst einmal ein grässliches Wort. Und ansonsten die medizinische Bezeichnung für einen Magen-Darm-Infekt. Wenn also zum Beispiel eine Durchfall-Welle durch die Kita schwappt oder eine "Magen-Darm-Grippe" die Runde macht, dann ist das im Mediziner-Jargon eine Gastroenteritis.

Zur Erklärung: Das "Gastro" steht für Magen. Die "Enteritis" für eine Darmentzündung. In der Regel sogar noch spezieller für eine Entzündung im Dünndarm, also dem oberen Darmabschnitt, der direkt hinter dem Magen beginnt. Sind Magen und Dünndarm entzündet, entsteht so also der Zungenbrecher Gastroenteritis.

Als Medizinstudent muss man so lernen. Warum aber Ärzte diesen Begriff so konsequent gern benutzen und sogar in die Befundberichte ihrer Patienten schreiben, entzieht sich unserer Kenntnis. Der Wunsch, verstanden zu werden, kann es jedenfalls nicht sein.

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Es geht aber auch noch schlimmer. Mitunter findet man in Arztbriefen auch die Bezeichnung „Pädiatrische Rotavirus-Gastroenteritis“ oder – kurz, aber genauso unverständlich – PRG. Das ist nichts anderes als eine Rotavirus-Infektion bei einem Kind. Und damit übrigens die häufigste Ursache von Durchfallerkrankungen bei Kleinkindern.

Welche Komplikationen können bei Darmentzündungen auftreten? 

Zu den typischen Komplikationen, die sich bei Dünndarmentzündungen (Enteritiden) entwickeln können, zählen u.a.:

  • starker Durchfall mit gefährlichem Verlust an Flüssigkeit und Mineralien
  • Thrombophlebitis (Entzündung des Venensystems mit Thrombose)
  • Abszesse
  • Cholezystitis (Gallenblasenentzündung)
  • Karditis (Herzentzündung)

Bis auf den Durchfall handelt es sich bei allen genannten Komplikationen um Folgen einer Ausbreitung der Erreger.

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