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EHEC-Infektion: Symptome und Behandlung

Wie gefährlich ist die EHEC-Infektion? Wie kann sie behandelt werden? Alle Fragen dazu beantworten wir in diesem Kapitel.

Basiswissen

Was ist EHEC?

Für den Menschen gefährlich

Die Abkürzung EHEC steht für enterohämorrhagische Escherichia coli (EC = E. coli). Es handelt sich um humanpathogene, also für den Menschen gefährliche Bakterienstämme.

EHEC kommen vor allem im Darm von (selbst nicht erkrankenden) Wiederkäuern in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung vor, werden mit dem Kot ausgeschieden und können wochenlang im Boden und im Wasser überleben.

Gründliches Händewaschen vermeidet Übertragung

Die Übertragung der Bakterien, von denen bereits eine kleine Anzahl zur Infektion führen kann, erfolgt über kontaminierte Lebensmittel und durch Schmierinfektion „von der Hand in den Mund“. Deshalb zählt gründliches Waschen der Hände und Nahrungsmittel (Gemüse und Obst) zu den wichtigsten Vorbeugemaßnahmen gegen eine Ansteckung mit EHEC.

Steckbrief EHEC: Herkunft und Verbreitung

Wie häufig kommen EHEC-Infektionen vor?

Jedes Jahr stecken sich in Deutschland rund 1.000 Menschen mit den EHEC-Erregern an. Das ist deutlich seltener der Fall als etwa mit Salmonellen oder Campylobacter (dem berühmten Magenkeim).

Die besondere Bedeutung der EHEC-Bakterien als Krankheitserreger liegt in der Gefahr von schweren Verläufen begründet, die zu lebenslangen Spätschäden und mitunter zum Tod führen können.

Für wen ist EHEC gefährlich?

Besonders gefährdet durch Komplikationen sind in erster Linie Säuglinge und Kleinkinder sowie alte und immungeschächte Menschen. Bei gesunden Erwachsenen werden dagegen häufiger unerkannte, da asymptomatische Verläufe vermutet.

Kommt EHEC nur in Deutschland vor?

Nein, Bakterien akzeptieren gemeinhin keine Ländergrenzen. Und in einer globalisierten Welt, in der in Deutschland Gurken aus Spanien verzehrt werden, wird ihnen das Reisen leichter gemacht als je zuvor. Die EHEC-Erreger führen weltweit immer wieder zu Krankheitsausbrüchen und sporadischen Einzelerkrankungen.

Erstes Auftreten: Fast-Food-Kette in den USA

Die humanpathogenen E. coli-Stämme sind seit dem Ende der 1970er Jahre bekannt. EHEC-Infektionen treten weltweit auf, Ausbrüche und sporadische Erkrankungsfälle werden seit 1983 in zunehmendem Maße registriert. Vorreiter waren die USA, wo als Infektionsquelle ungenügend erhitzte Hamburger einer Fast-Food-Kette ausgemacht wurden.

Woher kommen die EHEC-Erreger und wie wird er übertragen?

Es mag sich für uns eher unwirtlich anhören, aber EHECs lieben das Innere des Darms. Der Ort, am dem sie dauerhaft überleben und sich vermehren können – man spricht vom natürlichen Reservoir –, ist vor allem der Darm von (gesunden) Rindern und anderen Wiederkäuern. Darüber hinaus können auch noch andere Tiere wie Hühner, Kaninchen oder Schweine mit den gefährlichen Bakterien infiziert sein. Mit dem Kot der Tiere werden die Mikroben ausgeschieden und gelangen direkt zum menschlichen Infektionsopfer.

Übertragung direkt oder indirekt

Das geht entweder direkt, quasi „von der Hand in den Mund“ (Schmierinfektion), oder indirekt, z.B. über mit Gülle verunreinigte bodennahe Anbauprodukte, verschmutztes Wasser oder keimtragende Menschen.

Vom Tier zum Menschen

Es handelt sich bei der EHEC-Erkrankung folglich um eine sogenannte Zoonose (Infektion von Tier auf Mensch). Bei den Erregern der EHEC-Infektion handelt es sich um besondere, humanpathogene Stämme der Kolibakterien (E. coli).

Warum ist EHEC so gefährlich?

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) zählt die EHEC-Bakterien zu den gefährlichsten Keimen überhaupt. Das ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass – im Gegensatz zu vielen anderen Infektionserregern – nur wenige von ihnen (10–100) ausreichen, um die schützenden Abwehrmechanismen des menschlichen Körpers zu überwinden und ihn erkranken zu lassen.

Gefährlicher als ihre E.coli-Brüder

Im Gegensatz zu ihren harmlosen E.-coli-Verwandten, die als stäbchenförmige Darmbakterien auch den menschlichen Körper bevölkern, sind die EHEC-Bakterienstämme (man unterscheidet STEC und VTEC) in der Lage, die stark wirksamen Zellgifte Shigatoxin bzw. Verotoxin zu produzieren, die Darm- und Nervenzellen zerstören. So kommt es nicht nur zu Durchfällen, sondern auch zum Abbau von roten Blutkörperchen (Hämolyse) und Abnahme der für die Blutgerinnung wichtigen Blutplättchen.

Als Folge drohen Blutarmut (Anämie) und Funktionsstörungen der Nieren, wenn die erythrozytären Abbauprodukte dort die feinen Gefäße verkleben.

Vor allem die Nieren in Gefahr

Wird die Infektion nicht oder zu spät erkannt und behandelt, ist mit Todesfällen durch Nierenversagen und Harnvergiftung (Urämie) zu rechnen. Bei einem Teil der Betroffenen (ca. 5%) kommt es zu schweren, oft dauerhaften Nieren- und Nervenschäden. Ist die Nierenfunktion unwiderruflich zerstört, wird eine Nierentransplantation erforderlich.

Ansteckung

Wie kann EHEC übertragen werden?

Die Ansteckung mit EHEC, für die als Hauptreservoir der Darm von Wiederkäuern gilt, erfolgt durch unbeabsichtigte orale Aufnahme von Fäkalspuren. Mangelnde Hygiene begünstigt die Übertragung, die vielfältig erfolgen kann, z.B.:

  • durch Verzehr von kontaminierten, unerhitzten Lebensmitteln wie Rohmilch und deren Erzeugnissen, Fleisch und Gemüse
  • durch Kontakt zu Wiederkäuern (in der Großstadt eher unwahrscheinlich...)
  • von Mensch zu Mensch
  • durch belastetes Wasser, z.B. beim Baden

In den Sommer- und Herbstmonaten wird eine erhöhte Infektionsgefahr beobachtet.

Ein Bakterium bahnt sich seinen Weg

Kann EHEC durch die Luft übertragen werden?

Nein, eine aerogene Übertragung der EHEC-Erreger durch die Luft (wie z.B. bei Grippeviren) ist nicht bekannt. Die Übertragung von Mensch zu Mensch schon, dann aber durch eine sogenannte Schmierinfektion, bei der es zum Kontakt mit Fäkalspuren einer EHEC-infizierten Person kommt.

Äpfel und anderes Baumobst als EHEC-Infektionsquelle?

Das ist eher unwahrscheinlich. Verdächtig sind eher (z.B. Rohmilch oder Fleisch), die durch unsaubere Verarbeitung direkt mit den Erregern aus dem Tierkörperumfeld kontaminiert wurden. Oder auf mit Gülle gedüngte und damit bodennahe Gewächse wie Gemüse, Blattsalate oder Gurken.

Äpfel, Birnen und anderes Baumobst gelten als ungefährdet, bis das Gegenteil bewiesen ist. Denn natürlich sind, zumindest theoretisch, entlang der gesamten Lebensmittelkette nachträgliche Verunreinigungen – z.B. auch beim Transport oder der Lagerung – denkbar, die nahezu jedes Produkt zum Infektionsherd machen könnten.

Wie wahrscheinlich ist es, dass EHEC-Infektionsquellen identifiziert werden?

Nicht sehr: Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu hunderten von EHEC-Infektionen. In nur etwas mehr als einem Fünftel der Fälle werden die Infektionsquellen ausfindig gemacht, fast 80% bleiben unerkannt.

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr mit EHEC?

Grundsätzlich sehr hoch, da schon eine kleine Menge von EHEC-Bakterien (10-100 Keime), die sich beispielsweise auf verunreinigtem Fleisch oder Gemüse befindet, in der Lage ist, eine Infektion auszulösen. Außerdem sind die EHEC-Keime relativ unempfindlich und im Boden oder Wasser wochenlang überlebensfähig. Andererseits kann das Ansteckungsrisiko durch vergleichsweise einfache, konsequent angewandte Hygienemaßnahmen und (bei bekannter Infektionsquelle) durch ein angemessenes Vermeidungsverhalten deutlich reduziert werden.

Führt der Kontakt mit EHEC-Bakterien immer zur Erkrankung?

Nein. Zwar reicht schon eine kleine Menge von EHEC-Bakterien aus, um eine Infektion auszulösen. Dennoch erkrankt nur ein Teil der infizierten Personen mit sicht- bzw. spürbaren Auswirkungen, wobei die individuelle Konstitution und Abwehrkraft eine wichtige Rolle spielen.

Gefährlich: ahnungslose Überträger

Die Kehrseite dieser an sich guten Nachricht besteht darin, dass ein Mensch bei symptomloser Infektion mitunter monatelang zur wandelnden Ansteckungsquelle für seine Umgebung werden kann und damit zur Gefahr für weniger abwehrstarke Kontaktpersonen.

EHEC: Wer ist ansteckend – und wie lange?

Eine Ansteckungsgefahr mit EHEC-Bakterien besteht grundsätzlich, solange die Erreger im Stuhl einer infizierten Person nachweisbar sind. Dieser Zeitraum kann sich von einigen Tagen bis über mehrere Wochen oder sogar Monate erstrecken, auch dann, wenn der Betroffene keine Symptome zeigt.

Symptome

Welche Symptome treten bei einer EHEC-Erkrankung auf?

Bis nach einer Infektion mit EHEC-Bakterien die ersten Symptome auftreten, vergehen meist 3-4 Tage. Manchmal dauert es auch 2- bis 3-mal so lange. Die Angaben zur sogenannten Inkubationszeit schwanken zwischen 2 und 10 Tagen.  

Typisch: wässriger Durchfall

Das erste Anzeichen einer EHEC-Erkrankung ist häufig ein unblutiger, meistens wässriger Durchfall. Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Bauchschmerzen, selten auch Fieber, können sich als Begleitsymptome hinzugesellen.

Es sind aber auch stille Krankheitsverläufe möglich, die aufgrund fehlender oder sehr geringer Symptomatik nicht weiter auffallen.

Ab zum Arzt bei Blut im Stuhl

Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn der Durchfall blutig wird, denn das ist eine typische Entwicklung bei einer EHEC-Infektion.

Behandlung

Wie können EHEC-Infektionen behandelt werden?

Zur Zeit (Stand 2020) ist weder eine gegen die EHEC-Erreger gerichtete etablierte Kausaltherapie noch eine Impfung verfügbar.

Die Behandlung mit Antibiotika ist – anders als bei vielen anderen bakteriellen Infektionen – bei einer EHEC-Erkrankung meist kontraproduktiv.

Therapeutisch steht deshalb im Vordergrund:

  • Ausgleich der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste aufgrund von Durchfall und Erbrechen mit Elektrolytlösungen (oral oder per Infusion)

Bei Vorliegen eines hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS):

  • zumeist harntreibende Therapie
  • bei schwerem Verlauf Plasmapherese, um das Blut von Zellgiften der EHEC-Bakterien zu reinigen (kann auch bei Schwangeren und Kindern sinnvoll sein)
  • bei Nierenversagen: Dialyse
  • gentechnologisch hergestellter Antikörper gegen das Shigatoxin (also gegen den Bakterienstoff, der so krank macht)

Warum keine Antibiotika bei EHEC?

Warum ist EHEC ein Sonderfall beim Thema Antibiotika?

Im Normalfall haben Bakterien gegenüber Viren den Vorteil, dass es Medikamente gibt, die zielgerichtet gegen diese Erregerart eingesetzt werden können: Antibiotika. EHEC ist aber kein Normalfall und das hat vor allem zwei Gründe:

1. Zellgifte:

Diese besonders gefährlichen Koli-Stämme zeichnen sich durch die Produktion von Zellgiften aus, die für die gefürchteten Komplikationen verantwortlich sind. Bei der Gabe von Antibiotika ist zu befürchten, dass es zu einer vermehrten Produktion und Freisetzung dieser Zytokine (z.B. Shigellatoxin) kommt, wodurch sich die Gefahr eines Nierenversagens erhöhen würde. Eine antibiotische Behandlung – bei anderen Infektionen Mittel der Wahl – scheidet hier also in der akuten Krankheitsphase meistens aus.

2. Resistenz:

Obendrein sind die EHEC-Keime resistent gegenüber den meisten gängigen Antibiotika. Das Problem der Resistenzbildung ist auch von anderen bakteriellen Erregern bekannt, ein zu großzügiger bzw. unbedachter Einsatz der Medikamente leistet ihm Vorschub.

Welche Folge haben Resistenzen?

Zum einen wirken Antibiotika dann nicht mehr gegen die widerstandsfähigen Erreger. Zum anderen drohen behandelte Personen zum Dauerausscheider der resistenten Mikroben zu werden. So können sich die Bakterien immer weiter vermehren.

Tötet Eculizumab die EHEC-Erreger ab?

Nein, der Wirkstoff Eculizumab kann den EHEC-Bakterien leider nichts anhaben. Der monoklonale Antikörper blockiert vielmehr einen Teil des Immunsystems (Komplementkaskade) und mildert dadurch die Zerstörung der Blutkörperchen ab, zu der es im Rahmen des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) kommt.

Diese lebensbedrohliche Komplikation ist die Hauptgefahr bei einer EHEC-Infektion. Die Verabreichung des medikamentösen Hoffnungsträgers ist allerdings selbst alles andere als ungefährlich und kommt deshalb vorerst nur bei sehr schweren Krankheitsverläufen in Frage – ganz abgesehen von der derzeit (s.o.) noch ungesicherten Wirksamkeit, die wohl erst im Laufe von mehreren Wochen bis Monaten beurteilbar sein wird.

Vorbeugung

Was sind die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen gegen EHEC?

Die Infektion erfolgt „von der Hand in den Mund“, also wenn Hände mit Ausscheidungsprodukten infizierter Tiere in Berührung kommen und danach zum Mund geführt werden (oder wenn infizierte Lebensmittel ungewaschen verspeist werden).

EHEC kann sich auch auf mit Fäkalien gedüngtem Gemüse oder Obst befinden.

Deshalb sind die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gründliches Waschen von Gemüse und Obst vor dem Verzehr und natürlich gründliches Händewaschen. 30 Sekunden anhaltendes Waschen mit Seife reduziert die Ansteckungsgefahr erheblich.

Empfehlungen zum Schutz vor EHEC

Wie kann ich mich am besten vor EHEC schützen?

1. Händehygiene:

Regelmäßiges und gründliches Händewaschen, auch der Fingerzwischenräume, mit Seife für etwa 20-30 Sekunden und sorgfältiges Abtrocknen:

  • vor der Zubereitung von Speisen
  • vor dem Essen
  • nach dem Toilettengang
  • nach Kontakt mit Tieren

2. Lebensmittelhygiene:

  • Roh verzehrtes Gemüse und Obst gründlich waschen oder schälen.
  • Fleisch und Hackfleisch von Wiederkäuern ausreichend erhitzen (70°C für mindestens 10 Minuten).
  • Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten, auch verschiedene Bretter und Messer benutzen.
  • Auf Rohmilch-Produkte verzichten oder kühl lagern und vor dem Verzehr abkochen.
  • Flächen und Gegenstände nach Kontakt mit Lebensmitteln gründlich reinigen und abtrocknen.
  • Handtücher nach der Zubereitung von Obst oder Gemüse und rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei mindestens 60°C waschen.
Worauf sollte bei Kindern geachtet werden?

Auch bei den Kleinen gilt es, ein besonderes Augenmerk auf die Hygiene legen. Dazu gehört:

  • gründliches Händewaschen mit Seife und warmem Wasser nach jedem Toilettengang und vor dem Essen
  • Händewaschen direkt nach Betreten des Kindergartens
  • Rohkost (z.B. in Streifen geschnittene Gurke, Paprika oder Karotte) vorübergehend vom Speiseplan streichen
  • in Kitas und Kindergärten bei der Leitung nachfragen wegen Herkunft und Zubereitung des Mittagessens (u.a. Kochen des Gemüses) sowie Einhaltung der Hygienevorschriften
Worauf sollten Schwangere achten?

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfiehlt:

  • besondere Vorsicht beim Umgang mit Lebensmitteln
  • auf frisches, nicht abgekochtes Obst, Gemüse und Salat wegen nicht auszuschließender Kontaminationsgefahr vorübergehend verzichten
  • auf rohes Fleisch wie Tatar oder Mettwurst sowie Rohmilchprodukte aller Art verzichten.
Warum sind Hygienemaßnahmen in der Schwangerschaft besonders wichtig?

Bei einer Infektion mit den EHEC-Erregern drohen schwerste Durchfälle und Nierenversagen mit einem erhöhten Risiko für Fehl- und Frühgeburten.

Wie bringt man einen EHEC-Keim um die Ecke?

EHEC verträgt keine Hitze

Erhitzungsverfahren wie Kochen, Braten und Pasteurisieren töten die EHEC-Erreger zuverlässig ab. Voraussetzung ist, dass im Kern des Lebensmittels für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 °C erreicht wird.

Speisen, die ausreichend lange gekocht, gebraten, gegrillt oder gebacken wurden, sind demnach bedenkenlos verzehrbar.

Tiefgefrieren bringt nichts

Mit Tiefgefrieren sind die gefährlichen Keime dagegen nicht ohne Weiteres tot zu kriegen. Auch anderen Umwelteinflüssen gegenüber erweisen sich die EHEC-Bakterien als relativ unempfindlich, z.B. bei saurem Milieu, Kälte, Austrocknung oder hoher Salzkonzentration. Im Boden und im Wasser können die Erreger wochenlang überleben. Sie sind also unterm Strich sehr viel widerstandsfähiger als wir.

Prognose

Wie sehen die Heilungsaussichten bei einer EHEC-Infektion?

Die gute Nachricht zuerst: In den meisten Fällen heilt die EHEC-Erkrankung folgenlos aus.

Komplikationen und schwere Verläufe möglich

Allerdings entwickeln ca. 5-10% der Betroffenen ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS), das etwa zu 50% Langzeitschäden in Form von Eiweißausscheidung im Harn und Bluthochdruck nach sich zieht und eventuell eine Nierentransplantation erforderlich macht.

Ungefähr 2-3% der HUS-Verläufe enden tödlich. Zu beachten ist, dass die Betroffenen, insbesondere Kinder, auch nach überstandener Erkrankung noch wochenlang die EHEC-Erreger ausscheiden können.

Quellen:

  • BzgA: „INFEKTIONEN MIT EHEC: Hygiene beachten“, Bürgerinformation 1/2011

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