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Welche Symptome sind typisch für eine Diphtherie? Wie gefährlich ist die Erkrankung und wie wird sie behandelt? Fragen und Antworten dazu finden Sie im folgenden Beitrag.

Grundlagen

Was ist Diphtherie für eine Erkrankung?

Diphtherie ist eine Infektionserkrankung, die durch das Corynebacterium diphtheriae, genauer gesagt dessen Toxin, ausgelöst wird. Nach der Infektion kommt es zu einem grippeähnlichen Krankheitsbild mit Schmerzen im Rachenbereich. Gefährlich wird es, wenn die Bakterien auf den Kehlkopf übergehen und dort eine akute Entzündungsreaktion auslösen, die zu einer lebensgefährlichen Verengung der Atemwege mit akuter Erstickungsgefahr führen kann.

Wo kommt Diphtherie vor und wie wird die Krankheit übertragen?

Grundsätzlich kommt die Erkrankung weltweit vor, in den Industrieländern gibt es heutzutage aber seit Einführung der Impfung so gut wie keine Krankheitsfälle mehr. Übertragen wird das Bakterium über engen Kontakt mit infizierten Menschen, vor allem in Ballungsräumen mit schlechten hygienischen Bedingungen.

Hat sich ein Betroffener mit dem Erreger infiziert, kommt es sehr schnell, innerhalb weniger Stunden bis Tage zum Ausbruch der Erkrankung.

Führt jede Ansteckung mit Diphtherie auch zur Erkrankung?

Nein, nicht jeder Kontakt mit Infektionserregern führt auch zu einem Krankheitsausbruch. Ob es zu einer Erkrankung kommt oder nicht, hängt zum einen von der sogenannten Virulenz der Keime ab. Es gibt auch innerhalb einer Keimart aggressivere und harmlosere Mutanten. Außerdem spielt auch die individuelle Abwehrstärke des infizierten Menschen eine Rolle.

Gefahr bei Abwehrschwäche oder unhygienischen Zuständen

Ein Diphtherie-Ausbruch droht insbesondere bei Schwächung der körpereigenen Abwehrkräfte und bei insgesamt schlechten sozialen und hygienischen Verhältnissen.

Symptome

Was sind typische Beschwerden bei Diphtherie?

Früher war die Diphtherie eine gängige (und gefürchtete) Krankheit, heute kennt sie kaum mehr jemand. Typische Beschwerden sind:

  • Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
  • anfangs leichtes Fieber, Unwohlsein
  • Schwellung des Halses und der Halslymphknoten
  • Rachen und Mandeln gerötet, grau-weißliche flächige Beläge auf den Mandeln
  • faulig-süßlicher Mundgeruch
  • eventuell Atemnot, Heiserkeit, ziehende, hörbare Einatmung

Gibt es unterschiedliche Formen bei der Diphtherie?

Ja, grundsätzlich werden drei Formen der Erkrankung unterschieden:

  • Rachen- und Kehlkopfdiphtherie: Zu Beginn treten grippeähnliche Symptome auf, die auf den Rachen und im schlimmsten Fall auf den Kehlkopf übergehen können. In diesem Fall führt die Entzündung zur Verengung der Atemwege und es besteht eine lebensbedrohliche Erstickungsgefahr. Typisch bei diesen Erkrankten ist ein süßlicher Mundgeruch und ein weiß-grau belegter Rachen.
  • Nasendiphtherie: Leichtere Form der Diphtherie, die vor allem Kleinkinder betrifft. Insgesamt verläuft die Erkrankung eher schleichend, mit blutigem Schnupfen, leichtem Fieber und Appetitlosigkeit.
  • toxische Diphtherie: Schwerste Form der Erkrankung, bei der es zu einer schweren Entzündung des Rachens, Kehlkopfs und der Luftröhre kommt, mit blutigen, grau-braunen Belägen. Die Betroffenen leiden an akuter Atemnot mit hoher Erstickungsgefahr. Auch andere Organe sind betroffen, es kann zu spontanen Hauteinblutungen, Herzrhythmusstörungen und Erbrechen kommen.

Nervenschäden durch Diphtherie-Toxin

Bei allen drei Formen kann es durch das Toxin des Erregers zu Schäden des Nervensystems kommen, die zu Lähmungen führen können. Ist auch die Atemmuskulatur von der Lähmung betroffen, besteht zusätzlich zur Schwellung im Kehlkopfbereich auch deswegen eine lebensbedrohliche Situation durch die Behinderung der Atmung.

Behandlung

Wie wird eine Diphtherie behandelt?

Die Diphtherie ist eine schwere Erkrankung, bei der Betroffene so schnell wie möglich im Krankenhaus behandelt werden müssen. Allein bei dem Verdacht auf die Krankheit wird sofort ein Antitoxin zur Abschwächung der Toxin-Wirkung verabreicht. Gleichzeitig werden hochdosiert Antibiotika gegeben.

Ist die Entzündung bereits auf den Kehlkopf übergegangen, müssen intensivmedizinische Maßnahmen durchgeführt werden, um die Atmung und damit den Kreislauf der Betroffenen sicherzustellen.

Isolierung und Auffrischimpfung als Schutz

Außerdem müssen Infizierte sofort isoliert werden, um andere Patienten vor einer Infektion zu schützen. Alle Personen, die engen Kontakt zu dem Betroffenen hatten, müssen umgehend gegen Diphtherie geimpft werden. Je nach Impfstatus erfolgt eine Grundimmunisierung, wenn kein Impfschutz vorhanden ist oder falls dieser vorliegt, eine Auffrischimpfung.

Vorbeugung

Wie kann ich eine Diphtherie verhindern?

Den effektivsten Schutz bietet eine Impfung. Dank dieser tritt die Diphtherie in Deutschland und anderen Industrieländern quasi nicht mehr auf.

Vorgesehen ist die Schutzimpfung laut STIKO (ständige Impfkommission) für Kinder für den 2., 3., 4. und 11.-14. Lebensmonat. Danach folgen noch zwei weitere Auffrischimpfungen im Alter von 5-6 und 9-17 Jahren. Da der Schutz über die Zeit hinweg nachlässt, wird Erwachsenen empfohlen alle 10 Jahre eine Auffrischung vornehmen zu lassen. Bei unklarem, oder unvollständigem Impfschutz wird eine Impfung bestehend aus drei Dosen empfohlen.

Unschädliche gemachtes Diphtherie-Toxin

Der Impfstoff enthält modifiziertes Diphtherie-Toxin, gegen das der Körper nach Verabreichung Antikörper bildet. Demnach schützt eine Diphtherie-Impfung nicht direkt vor der Infektion mit dem Corynebacterium diphtheriae, sondern vor der Wirkung des Toxins, welche die schweren Symptome auslöst. Es ist also weiterhin eine Ansteckung möglich, nur verläuft die Erkrankung nach der Impfung symptomfrei, bzw. mit milden Beschwerden, statt in voller Ausprägung bis hin zur Erstickung.

Quellen:

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Autoren unseres Artikels
 
Dr. med. Chiara Grabmann, Ärztin

Dr. med. Chiara Grabmann
Ärztin

    Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Klinikum Großhadern

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Dr. Hubertus Glaser, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

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Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V. (DEUGE) und medizinischer Fachautor

    Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
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  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag
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Dr. med. Jörg Zorn, Arzt

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Dr. med. Jörg Zorn
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