Ja. Der Wirkstoff von Marcumar® ist Phenprocoumon. Außer Phenprocoumon gibt es zwei weitere Wirkstoffe aus der Gruppe der Cumarine: Warfarin und Acenocoumarol. Die Handelsnamen in Deutschland sind Coumadin® und Sintrom®.
Diese beiden Wirkstoffe werden im Ausland meist häufiger eingesetzt als in Deutschland, wo Marcumar® der am häufigsten verschriebene Gerinnungshemmer dieser Klasse ist.
Die drei Wirkstoffe unterscheiden sich vor allem in ihrer Wirkdauer bzw. Halbwertszeit (HWZ). Die HWZ ist die Zeit, die vergeht, bis die Hälfte eines Medikaments ausgeschieden ist.
- HWZ Marcumar®: 72 bis 96 Stunden
- HWZ Coumadin®: 30 bis 40 Stunden
- HWZ Sintrom®: 9 Stunden
Die Kenntnis von Alternativen ist hilfreich, falls man im Ausland doch einmal zu wenig eigene Tabletten dabei hat und umsteigen muss. Besser ist es aber natürlich, genug Tabletten dabei zu haben bzw. Tabletten mit dem gleichen Wirkstoff zu bekommen.



Etwa fünf Wochen nach dieser Reha, wurde bei einer bildgebenden Herzuntersuchung eine Thrombose an der Stelle in der Aorta festgestellt, wo der Draht eingedrungen war. Ich wurde sofort mit einer sehr hohen Dosis Marcumar behandelt (acht Tabletten auf einmal eingenommen!). Nach einer sehr kurzen Zeit war der Thrombus bei einer weiteren bildgebenden Kontrolle der Aorta nicht mehr festzustellen.
Seitdem lebe ich mit einem Draht im Blutstrom der Aorta und muss selbst darauf achten, dass der INR-Wert immer um ca. 2,5 liegt – ständige Arztbesuche sind erforderlich, die mich stark belasten! Meine Frage:
Ist eine Umstellung auf ein anderes Medikament anstelle von Marcumar möglich?
Bin um eine Antwort sehr verlegen!
Beste Grüße aus Braunschweig.
Jürgen Mönig
das ist eine Frage, die Sie an den Arzt oder die Ärztin vor Ort richten sollten. Wir dürfen aus rechtlichen Gründen keine konkreten Therapieempfehlungen geben, ohne Sie zu kennen.
Aber um Sie nicht im Regen stehen zu lassen, ein paar generelle Infos dazu:
Eine sichere und empfohlene Umstellung von Marcumar auf ein anderes Medikament ist in Ihrer speziellen Situation eher nicht möglich.
Der Grund ist, dass Sie dauerhaft einen Fremdkörper (Draht) im Blutstrom der Aorta haben und dort bereits eine Thrombose entstanden ist. Für solche Konstellationen gibt es nur für die Vitamin-K-Antagonisten wie Marcumar eine ausreichende Erfahrung und Absicherung. Die neueren Blutverdünner (DOAKs wie Apixaban, Rivaroxaban, Edoxaban, Dabigatran) sind für mechanische Klappen ausdrücklich ungeeignet und auch bei Fremdmaterialien ohne klare Studienlage, sodass sie hier nicht empfohlen werden.
Wenn die INR-Kontrollen Sie sehr belasten, könnte man zumindest prüfen, ob ein strukturiertes Gerinnungs-Selbstmanagement (Heimmessgerät mit ärztlicher Anbindung) für Sie infrage kommt. Das reduziert die Arztbesuche deutlich, ohne die Sicherheit zu verschlechtern.
Viele Grüße, Dr. med. Jörg Zorn