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Kortison-Salben: Wirkung und Nebenwirkungen

Topische Glukokortikoide (äußerlich anzuwendende Kortison-Präparate) gehören zu den am häufigsten verschriebenen Hautarzneimitteln. Je nach Erkrankung kommen hierbei Kortison-Wirkstoffe mit wechselnder Wirkstärke und in unterschiedlichen Grundlagen zum Einsatz. Mehr zum Thema Kortison und Haut erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Was ist was – Creme, Salbe, Paste?

Zum besseren Verständnis eines kurz vorweg: Obwohl wir chemisch gesehen eigentlich von völlig unterschiedlichen Grundlagen sprechen, werden die Begriffe Salbe, Creme oder auch Paste umgangssprachlich häufig gleichbedeutend verwendet.

Das ist zwar nicht ganz korrekt, erleichtert aber vielen ungemein die alltägliche Kommunikation, wenn es um das Thema „äußere Hautbehandlung“ geht. Der Einfachheit halber haben auch wir uns an dieser Stelle dazu entschieden, die Begriffe gleichwertig zu behandeln und im Text (stellvertretend für die gängigsten Grundlagen) vorwiegend das Wort „Salbe“ zu benutzen.

Grundlagen zur Hautbehandlung

Für alle diejenigen, die es dennoch etwas genauer wissen wollen, hier ein ganz kleiner Exkurs zu den Grundlagen der äußerlichen dermatologischen Therapie.

Damit ein Arzneimittel (z. B. Kortison) möglichst schnell, effektiv und nachhaltig wirken kann, muss es optimal durch die obere Hautschicht aufgenommen und in tiefere Ebenen weitergeleitet werden. Neben der Art und Stärke des Kortisons ist hierfür vor allem auch die Wirkstoff-Grundlage entscheidend.

Je nach Auftragungsort (Gesicht, Hände, Körper), Hautbeschaffenheit (trocken, nässend, dick schuppend) oder auch Alter des Behandelten (Kinder, Senioren) muss der Arzt deshalb genau entscheiden, welche die geeignetste Grundlage (Salbe, Creme, Paste, Gel, Lotion, Lösung, Schaum, Emulsion, Suspension etc.) für die Therapie der Hauterkrankung ist.

Fett – Feuchtigkeit – Austrocknung

Während Salben typischerweise fettig sind und weniger schnell einziehen, ist es bei Cremes eher umgekehrt. Sie ziehen in der Regel zwar schnell in die Haut ein, dafür ist ihr pflegender und schützender Effekt weniger anhaltend.

Pasten haben dagegen mehr austrocknende, hautschützende und wundheilungsfördernde Eigenschaften. Diese Grundlage verwendet man deshalb auch gerne beispielsweise bei nässenden Hauterkrankungen oder bei Pilzinfektionen im Leisten- und Anogenital-Bereich.

Das ist natürlich nur ein ganz grober Ausschnitt möglicher Grundlagen, in denen u. a. der Wirkstoff Kortison verwendet werden kann. Selbst innerhalb der einzelnen Kategorien Salbe, Creme, Gel etc. gibt es noch große individuelle Strukturunterschiede, deren detaillierte Darstellung an dieser Stelle jedoch den Rahmen sprengen würde.  

Wie wirkt Kortison auf der Haut?

Äußerlich anzuwendende Kortison-Präparate findet man häufig auch unter dem Begriff Dermokortikoide oder topische Glukokortikoide. Sie sind von unseren körpereigenen Glukokortikoiden abgeleitet und haben ein sogenanntes Steroidgrundgerüst.

Die lokal auf der Haut zu applizierenden kortikoiden Arzneistoffe haben dabei folgende Eigenschaften – sie wirken:

  • entzündungshemmend
  • gefäßverengend
  • juckreizlindernd
  • antiallergisch
  • antiproliferativ (wachstumshemmend)
  • immunsuppressiv (das Immunsystem unterdrückend)

Allesamt Effekte, die durch die Bindung an intrazelluläre Glucocorticoid-Rezeptoren (spezielle Andockstellen innerhalb unserer Körperzellen) ausgelöst werden.

Optimierung der Kortison-Wirksamkeit

Durch gezielte Veränderungen des Steroidgrundgerüsts (z. B. durch chemische Reaktionsmechanismen wie Halogenierung, Methylierung oder Veresterung) lassen sich zudem bestimmte pharmakologische Eigenschaften der topischen Glukokortikoide verbessern. So ist es beispielsweise möglich, sowohl die Wirkstärke zu erhöhen als auch die Penetrationsfähigkeit (Fähigkeit, in die Haut einzudringen) zu verbessern oder gar den Abbau des Wirkstoffs Kortison zu verlangsamen. Charakteristika, die man sich nicht nur in der lokalen Behandlung der akuten und chronischen Hauterkrankungen zunutze macht. 

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Was man bei Kortison-Salben noch beachten sollte

Wie gut und wie schnell der Arzneistoff Kortison auf Ihrer Haut wirkt, hängt übrigens von verschiedenen Faktoren ab. Neben der persönlichen Hautbeschaffenheit spielen u. a. die eigentliche Kortison-Wirksubstanz bzw. die Wirkstärke und die entsprechende Arzneistoff-Grundlage eine Rolle.

Einflussfaktoren, die in der Hautbehandlung mit kortisonhaltigen Salben berücksichtigt werden müssen, sind deshalb u. a. folgende:

  • das Alter des Betroffenen (Kinderhaut nimmt Wirkstoffe beispielsweise schneller auf als Erwachsenenhaut.)
  • das zu behandelnde Hautareal (Z. B. ist die Haut im Gesicht oder im Genitalbereich stärker durchblutet als die Haut an Rücken, Armen oder Beinen. Arzneistoffe wie Kortison werden hier viel intensiver aufgenommen und müssen deshalb niedriger dosiert werden.)
  • die Beschaffenheit der Hornschicht (Dicke Psoriasis-Plaques oder eine ausgeprägte Hornhaut an den Fußsohlen sorgen für eine deutlich verzögerte bzw. schlechtere Aufnahme von Kortison in tiefere Hautschichten.)
  • die Auswahl der geeigneten Grundlage (Je nach zu behandelnder Hautregion und Hautbeschaffenheit sorgt erst die richtige Salben-, Creme- oder Gel-Grundlage für eine adäquate Wirkung des Kortisons.)
  • die Wirkklasse des ausgewählten Kortisons (Klasse I ist am schwächsten und eher für die empfindliche Gesichtshaut geeignet, Klasse IV ist am stärksten und sehr ausgeprägten bzw. speziellen Hauterkrankungen vorbehalten.)

Welche Wirkstärken gibt es bei Kortison-Salben?

In den 1950er-Jahren wurde als erster topischer (äußerlich anzuwendender) Wirkstoff das Hydrocortison eingesetzt. Heutzutage gibt es im Bereich der topischen Glukokortikoide (Dermokortikoide) inzwischen so viele verschiedene Einzel- und Kombinationspräparate, dass eine einheitliche Gliederung irgendwann unumgänglich wurde.

In Zentraleuropa wird folgende Viererklassifikation der topischen Glukokortikoide bevorzugt:

  • Klasse I (schwach wirksam), z. B. Hydrocortison (Soventol®)
  • Klasse II (mittelstark wirksam), z. B. Prednicarbat (Dermatop®), Hydrocortisonbutyrat (Alfason®)
  • Klasse III (stark wirksam), z. B. Mometasonfuroat (Ecural®), Betamethasonvalerat (Betagalen®)
  • Klasse IV (sehr stark wirksam), z. B. Clobetasolpropionat (Dermoxin®)

Neben der Klassifikation nach Wirkstärke gibt es aber noch den sogenannten Therapeutischen Index (TIX). Er wird aus dem Quotienten von Wirkung zu Nebenwirkung gebildet.

Was bedeutet bei Kortison-Salben ein “hoher therapeutischer Index”?

Der therapeutische Index (TIX) gibt das Verhältnis von erwünschten zu unerwünschten Wirkungen eines Medikaments in Abhängigkeit von seiner Dosierung an. Je höher der therapeutische Index, desto sicherer ist ein Arzneimittel.

Nutzen-Risiko-Abwägung

Deutsche Experten haben den therapeutischen Index für die acht am häufigsten zur äußerlichen Behandlung verordneten Glukokortikoide (= Kortison-Präparate) ermittelt und eine Einteilung der Wirkstoffe in zwei Kategorien vorgenommen:

Kategorie 1 (Verhältnis zwischen Nutzen und Risiken nur in etwa ausgeglichen):

  • Betamethasonvalerat (z. B. Betagalen®) – Wirkstärke Klasse III
  • Clobetasolpropionat (z. B. Dermoxin®) – Wirkstärke Klasse IV
  • Hydrocortison (z. B. Soventol®) – Wirkstärke Klasse I
  • Triamcinolonacetonid (z. B. Volon A) – Wirkstärke Klasse II

Kategorie 2 (erwünschte Wirkungen überwiegen deutlich gegenüber den unerwünschten):

  • Hydrocortisonbutyrat (z. B. Alfason®) – Wirkstärke Klasse II
  • Methylprednisolonaceponat (z. B. Advantan®) – Wirkstärke Klasse III
  • Mometasonfuroat (z. B. Ecural®) – Wirkstärke Klasse III
  • Prednicarbat (z. B. Dermatop®) – Wirkstärke Klasse II

Wann ist Kortison bei Neurodermitis sinnvoll?

Allgemeingültig lässt sich das nicht beantworten. Es ist aber so, dass Kortison-Präparate bzw. Salben und Cremes, die Kortison enthalten, auch heute noch zu den effektivsten Mitteln gehören, wenn es darum geht, einen akuten Entzündungsreiz der Haut zu lindern bzw. zu stoppen.

Akut oft unverzichtbar

Leider können Kortison-Präparate auf längere Sicht einige unerwünschte Nebenwirkungen haben. Bei dauerhafter Anwendung auf der Haut kann diese z.B. sehr dünn, spröde und brüchig werden.

Dennoch gilt: Im akuten Schub der Neurodermitis sind Kortison-haltige Salben, Lotionen oder Cremes oft sehr effektiv und helfen, die akute Symptomatik rasch zu lindern.

Warum muss man die Kortison-Therapie der Haut heute anders bewerten als z.B. vor 10-20 Jahren?

Es gibt heute Kortison-Wirkstoffe für die Haut, die wesentlich besser verträglich sind als "ältere" Kortison-Salben und -Cremes. Die bekannten Nebenwirkungen bei längerer Anwendung treten unter diesen neuen Präparaten seltener auf.

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Wichtig ist gleichwohl auch hier, die Dauer der Anwendung so kurz wie möglich zu halten. Denn völlig bedenkenlos, also ohne jede Nebenwirkung, sind auch die neueren Kortison-Salben nicht.

Welche Nebenwirkungen können Kortison-Salben haben?

Viele Menschen haben Angst vor Kortison, mindestens genauso viele betreiben dagegen einen etwas zu lockeren Umgang mit diesem Arzneimittel. Fakt ist: Bezogen auf die lokale, äußere Hauttherapie mit kortisonhaltigen Salben ist es heutzutage so, dass die modernen topischen Glukokortikoide im Gegensatz zu ihren Vorgängern deutlich weniger Nebenwirkungen aufweisen – vorausgesetzt, Sie halten sich an die Dosierungs- bzw. Anwendungshinweise.

Topische Kortison-Präparate werden in der Regel ein- bis zweimal täglich aufgetragen, wobei (insbesondere bei Verwendung mehrerer Salben) immer penibelst darauf geachtet werden sollte, dass auch das dafür vorgesehene Kortison auf das entsprechende Hautareal aufgetragen wird. Verwechslungen könnten sonst böse Überraschungen mit sich bringen.

Lokale und systemische Nebenwirkungen

Auftreten und Ausmaß unerwünschter Wirkungen bei Anwendung topischer Glukokortikoide kann von verschiedenen Faktoren abhängen. Dazu gehören u. a.:

  • die Wirkstärke des verwendeten Kortisons
  • die Häufigkeit der Anwendung
  • das definierte Therapieareal (Gesicht, Rücken, Beine etc.)
  • die Flächengröße der zu behandelnden Hautpartien
  • die individuelle Hautbeschaffenheit

Grundsätzlich sollte man bei Kortison-Salben zwischen lokalen und den eher selteneren systemischen (den ganzen Körper betreffenden) Nebenwirkungen unterscheiden. Letztere können vergleichsweise häufiger bei Kindern und Jugendlichen auftreten, insbesondere bei längerer, großflächiger Anwendung stark wirksamer Glukokortikoide.

Zu Ihrer Beruhigung: Dank moderner Präparate ist in den letzten Jahrzehnten sowohl die Häufigkeit als auch das Ausmaß potenzieller Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Kortison-Salben deutlich zurückgegangen.

Gefahr von Osteoporose & Diabetes

Wie sonst eher aus der innerlichen Kortison-Therapie mit Tabletten oder Infusionen bekannt, kann es unter besonderen Umständen (s. o.) auch im Rahmen einer topischen Behandlung mit Kortison zu systemischen Nebenwirkungen kommen.

Mögliche unerwünschte, systemische Arzneimittelwirkungen im Rahmen einer äußerlichen Kortison-Behandlung sind u. a.:

Als Cushing-Syndrom werden die typischen körperlichen Veränderungen in Folge eines zu hohen Kortisolspiegels im Blut bezeichnet. Dazu gehören eine zentrale Fettansammlung ("Stammfettsucht"), ein rundes, rotes Gesicht ("Vollmondgesicht") sowie ein herausstehender, prominenter Nacken ("Stiernacken"). Auch Hautveränderungen, Muskelschwäche, brüchige Knochen (Osteoporose) und Bluthochdruck gehören zum klinischen Bild eines Cushing-Syndroms.

Veränderte Hautstruktur

Zu den potenziellen lokalen Nebenerscheinungen topischer Glukokortikoide gehören beispielsweise:

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  • akute allergische Hautreaktionen (z. B. allergische Kontaktdermatitis durch bestimmte Inhaltsstoffe in der Grundlage)
  • Hautatrophie (Verdünnung der Haut)
  • Hypertrichose (vermehrter Haarwuchs, vor allem im Gesicht)
  • Steroidakne
  • Pigmentstörungen
  • Teleangiektasien im Gesicht (sichtbare Erweiterungen oberflächlich gelegener kleinster Blutgefäße)
  • Schwächung der lokalen Immunabwehr (mit der Gefahr einer erhöhten Keimbesiedlung durch Bakterien, Pilze, Viren) 
  • „Rebound-Effekt“: sogenannter Rückschlageffekt, bei dem es zu einem verstärkten Wiederauftreten von Symptomen kommt, nachdem das Kortison abgesetzt worden ist

Halten Sie sich an die Anweisungen

Es ist vor allem die unsachgemäße Anwendung von Kortison-Salben, die zu ausgeprägten Hautschädigungen und ggf. sogar zu ernsthaften systemischen (innerlichen) Nebenwirkungen führen kann.

Nehmen Sie also die Tatsache, dass es sich „nur“ um eine Salbe handelt, nicht auf die leichte Schulter, sondern halten Sie sich an Ihre Verordnung. So haben Sie dann in der Regel auch nichts zu befürchten.

Wie schädlich sind Kortison-Salben für die Haut?

Es gibt zu Kortison zwei Grundmeinungen, und beide sind falsch. Die eine lautet, dass Kortison hochgradig wirksam ist und man keine Angst vor Nebenwirkungen haben muss. Das stimmt nicht, denn völlig unbedenklich sind Kortison-Präparate nie.
Die Gegenmeinung, dass Kortison extrem schädlich ist und nach Möglichkeit gar nicht angewendet werden sollte, ist aber auch Unsinn. Die Wahrheit liegt dazwischen.

Unterschied zwischen älteren und moderneren Kortison-Salben

Bei einem akuten Schub der Neurodermitis sind Salben oder Cremes mit einem Kortison-Wirkstoff nach wie vor eines der besten verfügbaren Mittel. Wobei man hier eigentlich differenzieren muss, denn es gibt zahlreiche verschiedene Kortison-Varianten. Und natürlich hängt gerade die Verträglichkeit auch entscheidend von der Stärke des Kortisons, von der Dosis und von der Dauer der Anwendung ab.

Die heute verfügbaren, moderneren Kortison-Salben haben im Gegensatz zu älteren Präparaten den Vorteil, dass der Wirkstoff nur noch sehr begrenzt in den Blutkreislauf gelangt. Die sogenannte Hautbarriere wird nicht mehr so leicht überwunden wie bei älteren Mitteln. Damit treten "systemische", also den ganzen Körper betreffende Nebenwirkungen kaum noch auf.

Trotzdem möglichst nur zeitlich begrenzt anwenden

Allerdings gibt es bei länger andauernder Anwendung auch die Gefahr rein örtlicher Nebenwirkungen. Dazu zählt vor allem eine nachlassende Elastizität und Stabilität, die Haut kann spröde und rissig werden. Denn Kortison schädigt auf Dauer die Kollagenfasern in der Haut, die die Haut geschmeidig machen. Zwar treten bei den moderneren Präparaten auch solche lokalen Nebenwirkungen seltener auf als früher, aber die Gefahr besteht gleichwohl. Umso wichtiger ist es, die Dosierung und Dauer der Anwendung immer genau mit dem Arzt abzustimmen.

Fazit: Ein radikaler Verzicht auf Kortison ist im akuten Schub nicht zu empfehlen, ein "zu viel" und "zu lange" sollten Sie aber auch vermeiden.

Stimmt es, dass die Haut bei längerer Anwendung von Kortison dünner wird?

Ja. Der Grund: Kortison kann bei längerer Anwendung auf der Haut die sogenannten Kollagenfasern zerstören. Die Kollagenfasern sind dafür zuständig, dass die Haut elastisch und stabil bleibt.

Art und Dauer der Behandlung sind entscheidend

Werden sie unter dem Dauerkontakt mit Kortison zerstört, wird die Haut in dem entsprechenden Areal dünn und brüchig. Das kann vor allem bei älteren Kortison-Präparaten und bei Anwendung an besonders dünnen Hautstellen vorkommen, u.a. leider auch im Gesicht.

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Entscheidend ist dafür aber auch die Dauer der Anwendung. Sprechen Sie zur Sicherheit mit Ihrem Arzt darüber.

Gibt es einen natürlichen Ersatz für Kortison-Cremes?

Ja, als natürlicher Ersatz für Hydrocortison hat sich die Ballonrebe bewährt. Sie bildet schwarze Samen mit einem weißen herzförmigen Fleck und wird deshalb auch Herzsame, lateinisch Cardiospermum halicacabum, genannt.

Cardiospermum: bei akuten Beschwerden etwas schwächer, insgesamt aber mögliche Alternative

Cardiospermum wird hauptsächlich äußerlich angewendet, meist in Form der Urtinktur. Dazu gibt es eine Reihe an Produkten auf dem Markt, in denen der Wirkstoff Cardiospermum-Urtinktur in einer Salben- oder Cremegrundlage eingearbeitet ist, wie in der Dermaplant® Salbe der Firma Dr. Schwabe oder in Halicar Salbe N von DHU. Man kann den Wirkstoff auch als homoöpathische Verdünnung anwenden, dabei sollte man aber bei den Niedrigdilutionen (Verdünnungen) bis maximal D6 verbleiben.

Cardiospermum enthält neben anderen Bestandteilen Phytosterine, die antientzündlich, antiallergisch und juckreizlindernd wirken und damit den Eigenschaften des Kortisons ähneln, daher wird es auch als „homöopathisches Kortison“ bezeichnet. Die Phytosterine greifen modulierend in den Entzündungsprozess ein, sie mildern Hautrötungen und Schmerzen und fördern die Abheilung. Die Tinktur wird besonders im chronischen oder subakuten Stadium verwendet.

Bei Neurodermitis & Co

Salben oder Cremes mit Cardiospermum-Urtinktur werden angewendet bei:

  • Neurodermitis (atopisches Ekzem)
  • generell Ekzemen aller Genese
  • Kontaktekzemen
  • Entzündungen der Haut
  • allergischen Reaktionen auf Medikamente, Detergenzien und Kosmetika
  • juckenden Insektenstichen
  • leichten Verbrennungen

Bei der Anwendung von Cardiospermum wurden bislang keine Nebenwirkungen beobachtet. Für eine Langzeitbehandlung ist Cardiospermum daher eine gute Alternative zum Hydrokortison.

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