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Wie wirkt Dulaglutid (Trulicity) bei Diabetes?

Trulicity® (Wirkstoff Dulaglutid) gehört zu den GLP-1-Rezeptoragonist. Es ahmt das Darmhormon GLP-1 nach und hat damit folgende Wirkungen:

  • vermehrte Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
  • verringerte Ausschüttung von Glukagon
  • verzögerte Magenentleerung

Diese Mechanismen führen wiederum zu den gewünschten Effekten von Dulaglutid:

  • Senkung des Blutzuckerspiegels
  • Reduktion des Körpergewichts

Dulaglutid regt das Pankreas an

GLP-1-Rezeptoragonisten werden seit 2005 zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt. Sie haben einen raffinierten Wirkmechanismus.

Aufgebaut sind sie ähnlich wie bestimmte Darmhormone, die sogenannten Inkretine, zu denen auch GLP-1 (Glucagon-like-Peptide-1) gehört. Diese Botenstoffe werden in der Darmschleimhaut vermehrt gebildet, wenn wir etwas gegessen haben. Vor allem nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit steigt die Produktion an. Daraufhin machen sich die Inkretine auf in Richtung Pankreas, das spezielle Rezeptoren (Ankerstellen) für sie bereithält. Sobald sie sich daran anheften, wird eine Signalkaskade in den Zellen der Bauchspeicheldrüse angestoßen, die letztlich bewirkt, dass das Organ mehr Insulin freisetzt.

Gleichzeitig wird Glukagon, der Gegenspieler von Insulin, der den Blutzucker in die Höhe treibt, ausgebremst. Zu guter Letzt entleert sich der Magen unter Dulaglutid langsamer. Das vermittelt ein nachhaltiges Sättigungsgefühl und drosselt den Appetit.

Länger wirksam, weniger oft spritzen

Trulicity® ist seit 2014 auf dem Markt. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Liraglutid (Victoza®) und Exenatid (Byetta®) hat es den Vorteil, dass Betroffene es nur einmal wöchentlich einnehmen müssen. Das ist vor allem deshalb deutlich angenehmer, da GLP-1-Rezeptoragonisten nicht als Tablette geschluckt, sondern gespritzt werden müssen. Dulaglutid ist aber immerhin so konstruiert, dass es nur langsam abgebaut wird. Damit hält seine Wirkung etwa eine Woche lang an.

Die Wirksamkeit von Dulaglutid wurde in mehreren Studien nachgewiesen. Dabei zeigte sich, dass die Substanz sowohl den Nüchternzucker als auch den sogenannten postprandialen Blutzuckerspiegel nach dem Essen verringert. Das wirkt sich nachhaltig auf den Langzeitwert HbA1c aus, der bei Diabetikern gut eingestellt sein sollte.

Trulicity® kann entweder alleine eingenommen werden, wenn eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung nicht ausreichen, den Blutzucker unter Kontrolle zu bringen; oder es wird mit Insulin oder anderen Antidiabetika kombiniert, um den Effekt zu verstärken.

Noch ein Extra-Tipp:
Können natürliche Wirkstoffe bei Diabetes hilfreich sein?
Unsere Empfehlungen dazu finden Sie hier.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

Kommentare  

# Bezugsquelle TrulicitySchardt Stefan 16.09.2021 20:13
Ich hatte Diabet. II und habe als Kassenpatient bis vor 3 Jahren von meinem Hausarzt Trulicity verschrieben bekommen und gute Erfahrungen damit gemacht. Nachdem er die Praxis geschlossen hat, werde ich nun von einer Ärztin betreut, die mir das nicht mehr verschreibt und stattdessen das Medikament Icandra verordnet. Mit der Begründung: In der Ärzteempfehlung der Diabetischen Ordnung würde nicht gleich der Mercedes verordnet.
Zwar habe ich dafür Verständnis, aber mein Langzeitzucker hat sich verschlechtert. Daher die Frage: Wie komme ich an Trulicity ran? Selbst dann, wenn ich es aus eigener Tasche bezahlen müsste.
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