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Exenatid (Byetta, Bydureon): Wirkung und Nebenwirkungen

Wie senkt Exenatid (Byetta, Bydureon) den Blutzucker? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Fragen dazu beantworten wir im folgenden Beitrag.

Wirkung

Was bewirkt Exenatid (Byetta, Bydureon) bei Diabetes?

Exenatid (Byetta®, Bydureon®) ist ein sogenanntes GLP-1-Rezeptoragonist, d.h. es ahmt die Wirkung des Hormons GLP-1 nach. GLP-1 regt nach dem Essen die Insulinherstellung in der Bauchspeicheldrüse an und bremst außerdem die Glukoseausschüttung aus der Leber.

Insgesamt bewirkt Exenatid folgendes:

  • erhöhte Insulinausschüttung
  • verringerte Produktion von Glukagon
  • verlangsamte Magenentleerung
Schnellkurs: Wie wirkt Exenatid auf den Zuckerstoffwechsel?

Geschickte Tarnung

Die Herstellung und Ausschüttung von Insulin verstärkt Exenatid durch einen raffinierten Trick. Es tarnt sich gewissermaßen als GLP-1-Hormon, das normalerweise vom Darm gebildet wird, wenn wir etwas gegessen haben, vornehmlich nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten.

Zum Verwechseln ähnlich

Derart verkleidet dockt es an die Bindungsstelle (Rezeptor) für das Darmhormon an der Oberfläche der entsprechenden Zellen der Bauchspeicheldrüse an, aktiviert sie und löst damit denselben Mechanismus aus wie das "Original".

Hypoglykämie: Risiko gering

Das Ganze geschieht allerdings abhängig von Glucose. Das heißt, nur wenn zuviel Zucker im Blut ist, wird auch vermehrt Insulin ausgeschüttet. Dadurch ist die Gefahr, dass der Blutzucker zu stark absinkt (Hypoglykämie), unter Exenatid gering.

Angriff an mehreren Fronten

Der Wirkstoff greift aber auch noch an anderer Stelle ein. Glukagon ist der Gegenspieler von Insulin. Es regt die Leber an, mehr Zucker zu bilden. Beim Diabetes mellitus ist die Glukagonsekretion typischerweise unangemessen hoch. Indem Exenatid sie in Schach hält, senkt es auch dadurch den Blutzuckerspiegel.

Hilfe beim Abnehmen

Und schließlich sorgt die Substanz dafür, dass der Magen sich nicht so schnell leert. Das hinterlässt ein nachhaltiges Sättigungsgefühl und verzögert außerdem die Glucoseaufnahme ins Blut.

2 Spritzen täglich

Mit Byetta® kam 2005 das erste GLP-1-Mimetikum auf der Markt. Es kann nicht als Tablette eingenommen werden, sondern wird ebenso wie Insulin unter die Haut gespritzt. Es muss zweimal pro Tag vor den Mahlzeiten gespritzt werden.

Länger wirksam: Bydureon® reicht einmal pro Woche

Sei 2011 gibt es einen Nachfolger, das Depotpräparat Bydureon®. Es ist deutlich länger wirksam und muss dadurch nur einmal wöchentlich gespritzt werden – im Vergleich zum Vorgänger eine deutliche Erleichterung für die Betroffenen.

Es kann ebenso wie Byetta® alleine oder in Kombination mit anderen Antidiabetika eingenommen werden und ist auch zusammen mit Insulin zugelassen.


Hinweise zur Einnahme

Diabetes: Wie und wie oft wird Byetta bzw. Bydureon eingenommen?

Exenatid (Byetta®, Bydureon®) wird als Injektion unter die Haut gespritzt. Während Byetta® zweimal täglich appliziert werden muss, reicht es bei Bydureon® einmal pro Woche.

Für Byetta® gilt:

  • Gabe zweimal täglich
  • Dosierung: zweimal 5 µg bis zweimal 10 µg täglich
  • Anwendung jeweils vor einer Hauptmahlzeit

Für Bydureon® gilt:

  • Gabe einmal wöchentlich am gleichen Wochentag
  • Dosierung: 2 mg
  • Anwendung unabhängig von den Mahlzeiten zu jeder Tageszeit möglich

Leider kann Exenatid nicht wie andere Diabetesmedikamente als Tablette eingenommen werden. Das hat allerdings auch Vorteile, vor allem seit mit Bydureon® ein langwirksames Präparat zur Verfügung steht, bei dem ein Pieks pro Woche genügt und Sie sich außerdem nicht ums Essen scheren müssen.

Kombi mit anderen Antidiabetika oder Insulin

Exenatid wird oft zusätzlich zu anderen Mitteln wie z.B. Metformin oder auch Insulin gegeben, um die Stoffwechsellage zu optimieren. Dann muss die Dosierung der ursprünglichen Medikamente allerdings unter Umständen angepasst werden. Wenn die Wirkungen der einzelnen Substanzen sich gegenseitig verstärken, kann es bei manchen Kombinationen zu gefährlich niedrigen Blutzuckerwerten kommen (Hypoglykämie).

Umstieg auf Bydureon®: Achtung vor Blutzuckeranstieg!

Falls Sie bisher Byetta® bekommen haben und zu Bydureon® wechseln sollen, kann der Blutzucker vorübergehend ansteigen, bis sich der Körper auf das neue Medikament eingestellt hat. In der Regel stabilisiert er sich jedoch spätestens nach zwei Wochen wieder.

Nebenwirkungen

Diabetes: Welche Nebenwirkungen hat Exenatid (Bydureon, Byetta)?

Die häufigsten Nebenwirkungen, die unter Bydureon® bzw. Byetta® auftreten, sind Magen-Darm-Beschwerden, Hautreaktionen an der Einstichstelle und Hypoglykämien (Unterzuckerungen).

Exenatid: Unerwünschte Nebeneffekte

Häufige Reaktionen, die 1-9 von 100 Behandelten treffen, sind u.a.:

  • Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Blähungen
  • Sodbrennen
  • Müdigkeit

Oft nur vorübergehend

Gerade die häufigen Probleme im Magen-Darm-Trakt treten allerdings vorwiegend zu Beginn der Behandlung auf und legen sich nach einer Weile wieder. Es lohnt sich daher durchaus, etwas Geduld aufzubringen und dem Medikament die Möglichkeit zu geben, seine eigentliche Wirkung zu entfalten.

Reizungen der Haut

Reaktionen an der Einstichstelle sind meist harmlos und bilden sich nach einigen Wochen wieder zurück. Neben Juckreiz und Rötungen können anfangs kleine Hauterhebungen auftreten, die auf bestimmte Bestandteile der Injektionslösung zurückgehen. Nach 4-8 Wochen sind sie in der Regel verschwunden.

Bydureon besser verträglich

Insgesamt wird Bydureon® von den meisten Betroffenen besser vertragen als sein Vorgänger Byetta®. Damit ist es nicht nur in der Anwendung leichter und angenehmer, sondern wird allgemein auch mehr akzeptiert.

So gibt es Nebenwirkungen, die unter Byetta® noch regelmäßig zu beobachten waren, bei der Behandlung mit Bydureon® jedoch, wenn überhaupt, nur sehr selten vorkommen.

Dazu gehören etwa:

  • verstärktes Schwitzen
  • Schwäche
  • innere Unruhe
  • Geschmacksstörungen
  • akute Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)
  • Beeinträchtigung der Nierenfunktion

Zuviel des Guten

Eine relevante und gefürchtete Nebenwirkung ist die Hypoglykämie. Exenatid alleine birgt ein geringes Risiko für Unterzuckerungen. Wenn es jedoch mit Insulin oder anderen Antidiabetika wie Sulfonylharnstoffen kombiniert wird, steigt die Gefahr. Dann muss die Dosis dieser Medikamente ggf. reduziert werden.

Bessere Blutzuckereinstellung mit Exenatid

Exenatid kann allerdings gerade in der Kombination mit anderen Diabetesmedikamenten den Effekt wirkungsvoll verstärken und den Blutzucker nachhaltig unter Kontrolle bringen. Wenn Ihr Arzt Ihnen die Behandlung empfiehlt, ist es allemal einen Versuch wert.

Vermeidung von Spätfolgen

Denn langfristig ist es für die Gefäße, Ihre Augen, Füße und sämtliche Organe enorm wichtig, dass der Blutzuckerspiegel gut eingestellt ist.


Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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