Unter Schirmherrschaft der
Deutschen Gesellschaft für Gesundheit e.V.
Navigator-Medizin.de
   X   

[Krankheiten von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Medikamente von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Diagnostik & Laborwerte von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Therapieverfahren von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Gesundheitsthemen von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Symptome von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   
Suche

Blut am Stuhl oder am Toilettenpapier: Woran erkennt man, dass es sich um Hämorrhoiden handelt?

Wenn Hämorrhoiden bluten, hat das Blut in der Regel eine hellrote Farbe. Das hängt damit zusammen, dass es sich um teilweise arterielles Blut handelt, noch mehr aber damit, dass die Blutungsquelle direkt am After sitzt. Denn umso weiter oben im Darm es blutet, desto dunkler erscheint das Blut beim Austritt. Magenblutungen zum Beispiel kann man im Stuhl kaum noch erkennen, höchstens an der sehr dunklen Farbe.

Hinweis, aber kein Beweis

Allerdings sind hellrote Blutspuren auf dem Toilettenpapier oder hellrote Blutschlieren auf dem Stuhl keineswegs ein Beweis für Hämorrhoiden. Denn es gibt auch andere mögliche Blutungsquellen in unmittelbarer Nähe des Afters. Dazu zählen eine Analvenenthrombose, Fisteln (kleine Gänge) oder Entzündungen. Sogar heftiger Alkoholgenuss oder Durchfall können zu kleineren Blutungen führen.

Außerdem bluten Hämorrhoiden zwar typischerweise hellrot, aber eben auch nicht zwangsläufig. Weder die Farbe noch die Intensität der Blutung erlauben letztlich einen sicheren Rückschluss auf die zugrundeliegende Ursache. Blutungen aus dem After müssen daher stets weiter abgeklärt werden.

Charakteristika einer Blutung bei Hämorrhoiden

Da aber doch das Häufige häufig und das Seltene selten ist, wollen wir Ihnen an dieser Stelle die typischen Merkmale der peranalen Blutung (aus dem Analkanal), dem häufigsten Symptom des Hämorrhoidalleidens, nennen:

  • Die Blutung kann einmalig, wiederkehrend oder kontinuierlich über einen längeren Zeitraum auftreten.
  • Meist tritt sie beim bzw. nach dem Stuhlgang auf.
  • Die Blutung kann unterschiedlich stark sein und im Verlauf die Intensität wechseln.
  • Oft fällt sie durch Blutauflagerungen auf dem Toilettenpapier auf.
  • Die Blutungen sind überwiegend hellrot.
  • Bei ausgeprägten Blutungen kann es zur Blutarmut (Anämie) kommen. Das kommt jedoch selten vor.

Blut im Stuhl und was dahinterstecken kann

Wie bereits erwähnt ist dunkles Blut im Stuhl eher ein Zeichen von Blutungen im oberen Magen-Darm-Bereich. Ärzte unterscheiden folgende Formen von Blut im Stuhl:

  • Hämotachezie (frische rote Blutung)
  • Melaena (Teerstuhl)
  • Blutauflagerungen
  • okkultes (verborgenes) Blut

Frische und ältere Blutungen

Eine frische Darmblutung mit dunkel- bis hellrotem Blut (Hämatochezie) ist charakteristisch für die unteren Darmabschnitte, wenn das Blut noch nicht lange im Darm verweilt hat. Sie kann z.B. durch entzündliche Darmerkrankungen hervorgerufen werden, aber auch durch Tumoren.

Allerdings können auch heftige Blutungen aus dem oberen Verdauungstrakt frisches Blut aus dem After freisetzen. Typisch ist hier aber eher tiefrotes bis schwarzes Blut, das wegen seiner charakteristischen Form und Farbe auch als Teerstuhl (Melaena) bezeichnet wird. Er ist schwarz, glänzend und hat einen übel riechenden, stechenden Geruch. Die dunkle Färbung beruht auf der Zersetzung des Blutes durch Magensäure und Darmbakterien. Teerstuhl kann z.B. auf Magengeschwüre oder Blutungen aus der Speiseröhre zurückgehen.

Blutspuren und verborgenes Blut

Mit Blutauflagerungen sind leichte Blutungen gemeint, die den Stuhl bedecken oder am Toilettenpapier auffallen. Sie kommen aus dem Analkanal und sind typisch für Hämorrhoiden oder eine Analfissur (Riss im Analkanal).

Mit okkultem (verborgenen) Blut schließlich sind sehr kleine Blutmengen < 10 ml/d gemeint, die nach außen hin gar nicht sichtbar sind. Es kann grundsätzlich aus dem gesamten Magen-Darm-Trakt stammen, ist aber oft kein gutes Zeichen. Die häufigste Ursache sind bösartige Tumoren.

Übrigens: Eine veränderte Stuhlfarbe kann auch ganz andere, völlig harmlose Ursachen haben, die ebenfalls bedacht werden müssen. So verfärbt etwa rote Beete den Stuhl rötlich. Heidelbeeren, Laktritze und eisenhaltige Medikamente verleihen ihm eine schwarze Farbe.

Blut im Stuhl immer abklären lassen

Auch wenn Art, Menge und Farbe der Blutung dem Arzt wichtige Anhaltspunkte liefern und zusammen mit einer ausführlichen Befragung oft schon zur richtigen Diagnose weisen, sind sie allein nicht eindeutig einer bestimmten Ursache zuzuordnen. Weiterführende Untersuchungen sind daher obligat.

Das ist aber kein Grund zur Panik: Hämorrhoiden sind mit Abstand die häufigste Ursache von Blut im Stuhl oder auf dem Toilettenpapier. Aber es ist ein Grund zur Vorsicht: Sie sollten in jedem Fall den Arzt aufsuchen. Denn zum einen ist sicherzugehen, dass nicht doch etwas anderes dahintersteckt, zum anderen müssen auch blutende Hämorrhoiden behandelt werden.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

Kommentar schreiben

Autoren unseres Artikels
 
Dr. med. Jörg Zorn, Arzt

Dr. med. Jörg Zorn
Arzt

    Studium:
  • Universitätsklinik Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag

mehr Informationen


 

Eva Bauer
Ärztin

    Studium:
  • Universitätsklinik Erlangen
    Berufliche Stationen:
  • Universitätsklinik Freiburg
  • Amtsärztin im Gesundheitsamt Haßberge

mehr Informationen

Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

mehr Informationen

Navigations-Menü & weitere Artikel zum Thema Top

Dr. med. Jörg Zorn, Arzt / medizinischer Fachautor

Haupt-Autor
Dr. med. Jörg Zorn
Arzt / medizinischer Fachautor

mehr Informationen

 

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin / Gutachterin für medizinische Fortbildung

mehr Informationen

 
 naturstoffe=

Navigator-Medizin.de
Gibt es Naturstoffe, die vor Krebs schützen?

12 Heilpflanzen, die unser Ärzte-Team empfiehlt

Sie glauben an die Wirksamkeit von Heilpflanzen? Wir auch!

Wir möchten Ihnen 12 Arzneipflanzen vorstellen, deren Wirkung mittlerweile auch in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde. Gegen Krebs, aber auch viele weitere Erkrankungen. Und die meisten dieser Naturstoffe kann man als Kombinationspräparate bekommen.

Mehr dazu lesen Sie hier!