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Refluxkrankheit und Refluxösophagitis

Was ist der Unterschied zwischen Refluxkrankheit und Sodbrennen? Kann der Rückfluss des Magensaftes eine Ursache für Krebs sein? Und was sind die typischen Anzeichen für die Refluxkrankheit? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir im folgenden Beitrag.

Basiswissen

Was versteht man unter der Refluxkrankheit?

"Reflux" heißt Zurückfließen. Von der Refluxkrankheit sprechen Ärzte, wenn dauerhaft saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Das führt zu Schmerzen hinter dem Brustbein. Es handelt sich also im weitesten Sinne um chronisches Sodbrennen.

Eine Refluxkrankheit kann entstehen, wenn der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht mehr richtig funktioniert, aber auch bei erhöhtem Druck im Bauchraum (z.B. Schwangerschaft). Fast immer kommen dann aber auch konkrete Auslöser wie zu üppiges Essen, Rauchen oder Alkohol hinzu. Wie auch beim vereinzelten Sodbrennen treten die Beschwerden bevorzugt nachts auf, weil dann die Schwerkraft den Mageninhalt nicht mehr unten hält.

Gefahr der Spätfolgen

Das Problem an der Refluxkrankheit sind nicht nur die unangenehmen, zum Teil sogar richtig heftigen Schmerzen. Unterm Strich noch gefährlicher sind die Langzeitfolgen. Denn durch die ständige Reizung der Innenwände im Bereich der unteren Speiseröhre kann es zu einer chronischen Entzündung der Schleimhaut kommen, die nach Jahren auch bösartig entarten kann. Deshalb muss eine Refluxkrankheit unbedingt behandelt werden – wenn möglich durch eine Bekämpfung der anatomischen Ursache, in jedem Fall aber durch Eliminierung der Auslöser (Essensverhalten, Rauchen, Alkohol) und durch die Einnahme von Säurehemmern.

Da die Speiseröhre im Fach-Jargon Ösophagus heißt, bezeichnen Ärzte die Erkrankung übrigens auch oft - typisch unaussprechlich - als Refluxösophagitis (Ösophagitis = entzündete Speiseröhre).

Refluxösophagitis: wichtige Hinweise und Begriffe

Was ist eine Refluxösophagitis?

Refluxösophagitis ist der medizinische Fachbegriff für eine Entzündung der Speiseröhre, die durch zurückfließenden Mageninhalt entsteht. Reflux bedeutet Rückfluss, Ösophagus heißt die Speiseröhre, daher der Name.

Zur Refluxösophagitis kann es kommen, wenn der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr richtig arbeitet und Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen kann. Zunächst äußert sich das durch Sodbrennen, wenn es aber über einen längeren Zeitraum immer wieder dazu kommt, wird die Schleimhaut der Speiseröhre so gereizt, dass sie sich entzündet. Eine Refluxösophagitis tritt daher auch meist im unteren Bereich der Speiseröhre auf.

Die Refluxösophagitis muss behandelt werden, da bei sehr langem Bestehen aus den entzündlichen Veränderungen auch bösartiges Tumorgewebe entstehen kann.

Was ist der Unterschied zwischen der Refluxkrankheit und Sodbrennen?

Die Refluxkrankheit ist eine Erkrankung, Sodbrennen ist ein Symptom. Unter Sodbrennen wird ein brennender Schmerz in der oberen Magengegend und hinter dem Brustbein verstanden, der oftmals nachts im Liegen, nach üppigen Mahlzeiten sowie nach Genussmittelkonsum auftritt. Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure aus dem Magen in die Speiseröhre zurückfließt (Reflux) und die dortige Schleimhaut reizt.

Da die Speiseröhrenschleimhaut nicht für den Kontakt mit dem sauren Mageninhalt beschaffen ist, entstehen vor allem am unteren Drittel der Speiseröhre entzündliche Reizungen, die als brennender Schmerz, dem sogenannten Sodbrennen, wahrgenommen werden können.

Refluxkrankheit die Folge von länger bestehendem Sodbrennen

Bleibt der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre über einen längeren Zeitraum bestehen, wird von einer Refluxkrankheit gesprochen. Sie geht häufig mit einer Reihe weiterer Beschwerden einher: Magenschmerzen, Aufstoßen von Luft und Nahrungsbrei, Blähungen, Schluckbeschwerden, Mundgeruch und teilweise ein trockener Reizhusten sind dabei besonders zu nennen. Sodbrennen kann also ein wichtiges Symptom einer zugrundeliegenden Refluxkrankheit darstellen.

Während Sodbrennen auch einmalig auftreten kann, wie beispielsweise am Morgen nach einem Abend reichlichen Alkoholkonsums, besteht die Refluxkrankheit in der Regel über einen längeren Zeitraum. Unbehandelt kann der ständige Säureeinfluss auf die Speiseröhrenschleimhaut zu ernsthaften Schäden führen, die mit starken Schmerzen einhergehen und zu bleibenden Schleimhautveränderungen führen können.

Schlimmeres verhüten!

Wenn Sie nur hin und wieder unter Sodbrennen leiden, ist dies in der Regel nicht als gefährlich einzustufen. Bestehen Ihre Beschwerden jedoch bereits über einen längeren Zeitraum, lassen sich durch Hausmittel nicht behandeln und haben sich vielleicht sogar verschlimmert, sollten Sie zeitnah einen Arzt aufsuchen. Denn aus den entzündlichen Reizungen des Anfangsstadiums können sich mit der Zeit ernsthafte Veränderungen der Schleimhaut entwickeln, die in seltenen Fällen zu einer bösartigen Tumorerkrankung führen können. Besonders in den Anfangsstadien sind diese Veränderungen aber sehr gut medikamentös behandelbar.

Symptome

Was für Beschwerden verursacht eine Refluxkrankheit?

Bei der Refluxkrankheit kommt es zu einem ständigen Zurückfließen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre. Daher sind Schmerzen hinter dem Brustbein, also auf Höhe der unteren Speiseröhre, so etwas wie ein Leitsymptom. Meist äußert sich eine Refluxkrankheit im wesentlichen wie sehr häufiges Sodbrennen.

Weitere typische Anzeichen und Beschwerden sind:

  • Auftreten der Schmerzen vor allem nachts bzw. im Liegen
  • Druckgefühl im Brustbereich
  • saures Aufstoßen oder auch normales "Rülpsen"; danach oft ein leicht salzig-saurer oder seifiger Geschmack im Mund
  • Schluckbeschwerden
  • Übelkeit und Erbrechen

Im Verlauf einer Refluxkrankheit kann es außerdem auch zu verstopften Nasennebenhöhlen, zu Husten oder sogar zu asthmatischen Beschwerden kommen. Das klingt zunächst vielleicht etwas befremdlich, aber der ständig hochlaufende saure Mageninhalt kann über den Mund- und Rachenraum auch in die oberen und unteren Atemwege gelangen und dort chronische Entzündungsreaktionen auslösen. Bei neu auftretender Sinusitis oder Asthma im Erwachsenalter, ohne dass eine Allergie vorliegt, muss immer auch an den Magen als mögliche Ursache gedacht werden.

Quellen:

  • S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit. Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) (2014). www.awmf.org.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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