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Schlafmittel: Wirkung und Nebenwirkungen

Was ist bei der Einnahme von Schlafmitteln zu beachten? Können sie Einschlafprobleme dauerhaft lösen? Und verursachen die Medikamente tatsächlich Krebs? Mehr dazu in diesem Beitrag.

Einführung

Was sind Hypnotika?

Hypnotikum ist ein anderer Begriff für Schlafmittel. Hypnotika ist die Pluralform. Durch diese synthetischen oder auch pflanzlichen Medikamente soll also das Schlafen gefördert werden. Hypnotika stehen damit aus pharmakologischer Sicht zwischen den Beruhigungsmitteln (Sedativa) und den Betäubungsmitteln (Narkotika), wobei die Übergänge fließend sind. 

Einteilung der Schlafmittel (Hypnotika)

Zu den heute am meisten verwendeten Schlafmitteln zählen die Benzodiazepine, die sogenannten Z-Substanzen und als Schlafmittel geeignete Histamin-Blocker. Sie sind allesamt nur in der Apotheke erhältlich, Benzodiazepine und Z-Substanzen nur gegen Rezept. Zu den Hypnotika oder Schlafmitteln werden folgende Gruppen von Wirkstoffen gerechnet:

  • Benzodiazepine (z.B. Diazepam (Valium®))
  • Z-Substanzen (Zolpidem, Zopiclon, Zaleplon)
  • Histamin-Blocker (Antihistaminika, auch gegen Allergien eingesetzt)
  • pflanzliche Extrakte (z.B. Hopfen, Baldrian)
  • Barbiturate
  • Bromharnstoff-Derivate
  • Chinazolon-Derivate
  • Alkohol-haltige Schlafmittel
  • Aldehyde
  • Phenothiazine
  • Glutethimid

Auch Neuroleptika (z.B. Clozapin) und Antidepressiva  mit schlaffördernder Wirkung werden als Schlafmittel eingesetzt. Es sind zudem zahlreiche Kombinationspräparate auf dem Markt, die mehrere Wirkstoffe enthalten. Aufgrund des Nebenwirkungs- und Vergiftungspotenzials und der schwierigeren Handhabung dieser Medikamente wird von medizinischer Seite aber zur Verwendung von Präparaten mit nur einem Wirkstoff geraten.

Wirkung

Können Schlafmittel Schlafstörungen heilen?

Nein, das können sie leider nicht. Bei mehr als 70% der Menschen bleibt der Schlaf trotz Schlafmitteleinnahme gestört. Nur etwa jeder Fünfte gelangt durch sie zum Wohlfühlschlaf. 

Das hängt vor allem damit zusammen, dass die Arzneimittel nur sehr selektiv das Einschlafen oder auch Durchschlafen unterstützen können. Sie beeinflussen jeweils spezifische Rezeptoren im Gehirn. In die Schlafstruktur ordnend und regulierend eingreifen können sie aber nicht. Und das ist für einen dauerhaft gesunden und erfolgreichen Schlaf notwendig. Deshalb stehen bei der Behandlung einer Schlaflosigkeit, die nicht durch andere Erkrankungen oder erkennbare äußere Faktoren bedingt ist, die nichtmedikamentösen Therapieverfahren im Vordergrund.

Keine Heilung möglich, auf Dauer eher Lebensverkürzung

Zweifellos werden die Wirkungen von Schlaftabletten aber zunächst als sehr positiv empfunden, wenn diese nach unsäglichen Schlafproblemen endlich einmal wieder zum Durchschlafen verhelfen. Es kommt allerdings häufig zu einer relativ raschen Gewöhnung, die dann zu ebenso rascher Dosissteigerung verleiten kann. Damit wächst aber auch das ohnehin beträchtliche Risiko für Nebenwirkungen.

Es gibt sogar eine Reihe von Studien, die eine erhöhte Sterblichkeit durch Schlafmittel zu belegen scheinen. Sogar bei Personen im jüngeren Alter unter 55 Jahren, bei vermeintlich gut verträglichen Mitteln (wie Zolpidem, Zopiclon oder Zaleplon) und bei relativ kurzer Anwendungsdauer, mit nicht mehr als 18 rezeptierten Nächten pro Jahr. Die direkten tödlichen Effekte werden als eher gering eingeschätzt. Relevanter sind wohl die indirekten Folgen der Nebenwirkungen und die schlicht ungenügende Wirkung der Medikamente gegen den lebensverkürzenden Schlafmangel.

Eines ist jedenfalls klar bei der Anwendung von Schlafmitteln: statt „viel hilft viel“ gilt hier „weniger ist mehr“. Und das gerade angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Schlafmittelabhängigen in Deutschland gegenwärtig auf etwa 1,5 Millionen geschätzt wird.

Können Schlafmittel auch über längere Zeit eingenommen werden?

Normalerweise sollten Schlafmittel nur als Notbehelf und kurzfristig über höchstens 2-4 Wochen zum Einsatz kommen. In Ausnahmefällen und unter bestimmten Voraussetzungen kann aber auch eine längerdauernde medikamentöse Behandlung sinnvoll sein. 

Mögliche Gründe für eine längere Anwendung

Dann sollten folgende Gegebenheiten erfüllt sein:

  • Ihre Schlafstörung dauert bereits über mehrere Monate an.
  • Sie sind dadurch erheblich beeinträchtigt und leiden sehr stark darunter.
  • Ein schlafmedizinisch erfahrener Arzt konnte keine behandelbare Ursache Ihrer Schlafstörung feststellen. Sie selbst auch nicht.
  • Die Schwere der Schlafstörung ist im Schlaflabor nachgewiesen worden. Ebenfalls ohne Hinweis auf eine behandelbare Ursache.
  • Sie haben bereits erfolglos andere, nichtmedikamentöse Maßnahmen ergriffen, um Ihre Schlafstörung zu überwinden.
  • Es sind auch ärztlicherseits mindestens zweimal erfolglos alternative Behandlungsverfahren durchgeführt worden.
  • Die von Ihnen eingenommenen Schlafmedikamente sind immer noch wirksam und sie mussten die Dosis nicht steigern.
  • Sie haben bereits mehrmals erfolglos versucht, das oder die Schlafmittel abzusetzen bzw. auszuschleichen.

Nach dem Absetzen wird es kurzfristig schlechter

Beim Versuch, auf die Schlafmittel zu verzichten, ist zu berücksichtigen, dass es in einem Übergangszeitraum zur akuten Schlafverschlechterung wegen des Absetzens kommen kann. Das wird als Rebound bezeichnet. Erst wenn auch danach die bekannten Schlafbeschwerden wieder auftreten ist der Absetzversuch als gescheitert zu bewerten.

Mit Ausschleichen ist gemeint, dass die Schlafmedikamente in immer niedrigerer Dosierung und mit immer größeren Pausen eingenommen werden. Der allmähliche Rückzug der schlaffördernden Wirkstoffe aus dem Körper kann dabei helfen, den Rebound-Effekt zu vermeiden. Nach einem abrupten Absetzen tritt er deutlich häufiger auf.

Absetzen unter Umständen nicht nötig, dennoch anzustreben

Entscheidend ist, dass Sie mit der Schlafmedikation und der Situation, so wie sie ist, gut zurecht kommen. Gerade wenn Sie etwas älter sind und die Schlafmittel schon über einen langen Zeitraum in der normalen Dosierung einnehmen und damit gut schlafen können, kann auf ein Absetzen der Schlafmittel unter Umständen auch verzichtet werden. Grundsätzlich und in alle Regel gilt aber: Sie können Ihren Schlaf auch selbst und ohne äußere Mittel positiv beeinflussen. Und das sollte Ihr Ziel sein.

Fragwürdige Verschreibungspraxis

Von vielen Ärzten werden Schlafmittel leider nach wie vor häufig über längere Zeiträume verschrieben, ohne dass die oben genannten Voraussetzungen erfüllt wären. Besonders bedauerlich daran ist, dass die Betroffenen oft nicht ausreichend über die Risiken informiert werden, die damit einhergehen. Und dass sie auch nicht adäquat darin unterstützt werden, ihre Schlafprobleme durch ein anderes Verhalten zu beseitigen. Die Anwendung alternativer, nichtmedikamentöser Verfahren unterbleibt häufig. Und die bloße Empfehlung, einen Entspannungskurs bei der Volkshochschule zu belegen, ist hier meist wenig hilfreich.

Anwendung

Wie nimmt man Schlafmittel richtig ein?

Für die sichere und wirkungsvolle Anwendung von Schlafmitteln gilt als generelle Faustregel: möglichst kurz, möglichst niedrig dosiert und möglichst ohne abruptes Absetzen. 

Und egal ob mit Rezept oder selbst gekauft: Vor der Einnahme von Schlafmitteln sollten Sie mit Ihrem Arzt ausführlich darüber sprechen und sich beraten lassen. Rät er Ihnen ausdrücklich dazu? Welches Mittel erscheint für Sie geeignet oder definitiv ungeeignet? Wie ist bei der Dosierung vorzugehen? Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Tipps zum Umgang mit Schlafmitteln

Folgende Hinweise für die richtige Anwendung von Schlafmitteln sind beachtenswert:

  • In manchen Fällen sollte möglichst gänzlich auf Schlafmedikamente verzichtet werden, etwa bei Schlafapnoe (Schnarchen und Atemaussetzer im Schlaf) oder bei einer Suchterkrankung.
  • Auch sonst sollte der Einsatz von Schlafmitteln immer kritisch hinterfragt werden und die Ausnahme bleiben. Das gilt vor allem für die stärkeren, synthetischen Präparate. Wegen der Gefahr der Gewöhnung sollten die Schlaftabletten möglichst nicht länger als vier Wochen geschluckt werden. Bis zu acht Wochen werden von verschiedenen Expertenkommissionen in aller Regel als noch vertretbar angesehen.
  • Bei manchen Wirkstoffgruppen, vor allem den Benzodiazepinen (Valium® u.v.a.), besteht ein gewisses Abhängigkeitsrisiko bei mehrwöchiger Einnahme. Zudem ist die Wirksamkeit von Schlafmitteln über lange Zeiträume nicht nachgewiesen. Häufig stellt sich ein Wirkungsverlust ein.
  • Deshalb sollten Sie bereits zu Beginn der Therapie deren Endzeitpunkt festlegen, am besten gemeinsam mit Ihrem Arzt.
  • Machen Sie öfter mal eine Tablettenpause. Nehmen Sie das Schlafmittel beispielsweise nur jede zweite Nacht oder nur dann, wenn Sie am nächsten Tag besonders ausgeruht sein müssen.
  • Verwenden Sie die geringste, noch wirksame Dosis.
  • Setzen Sie die Tabletten möglichst nicht abrupt ab. Sonst kommt es eventuell zu akuter Schlafverschlechterung, mitunter auch zu Albträumen, sowie zu Unruhe und Angst. Besser ist es, schrittweise immer weniger und seltener von dem Schlafmittel Gebrauch zu machen.
  • Auch wenn Ihnen eine gutmeinende Person aus Ihrem persönlichen Umfeld gerne die eigenen Schlaftabletten anbietet, sollten Sie dankend verzichten. Denn nicht nur die Schlafstörungen und ihre möglichen Ursachen sind verschieden, die Menschen sind es erst recht. Ein- und dasselbe Schlafmittel kann bei verschiedenen Menschen unterschiedlich anschlagen. Im besten Fall merken Sie dann gar nichts, vielleicht werden Sie aber noch munterer.
  • Beachten Sie, dass synthetische Schlafmittel, auch die in der Apotheke frei verkäuflichen, aufgrund ihrer längeren Wirkdauer einen sogenannten Hangover verursachen können, also Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Unkonzentriertheit am nächsten Morgen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch gefährlich werden, etwa im Straßenverkehr. Außerdem besteht die Gefahr der Gewöhnung mit einem Teufelskreis aus Wirkungsverlust und nachfolgender Dosissteigerung.
  • Pflanzliche Schlafmittel haben den Vorteil, dass sie weder einen Hangover noch eine Gewöhnung verursachen. Sie erzwingen den Schlaf nicht, sondern wirken schlafanstoßend. Daher kann es leider auch etwas dauern, bis ihre Wirkung eintritt. Wenn diese überhaupt ausreichend ist.
  • Achten Sie auf die Empfehlungen von Arzt und Apotheker und auf die Packungsbeilage, ob Sie das jeweilige Schlafmittel einnehmen dürfen. Dies ist etwa für die Wirkstoffe Diphenhydramin und Doxylamin der Fall, wenn Sie gleichzeitig einen Grünen Star (Glaukom) oder eine ausgeprägte Prostatavergrößerung haben.

Nebenwirkungen

Was ist beim Umgang mit Schlafmitteln zu beachten?

Schlafstörungen sind weit verbreitet und die Nachfrage nach medikamentösen Helfern ist dementsprechend groß. Schlafmittel werden in Deutschland jedes Jahr millionenfach verschrieben. Ihr Einsatz ist aber keineswegs unproblematisch und sollte stets kritisch hinterfragt werden.

Hilfreich beim gezielten, kurzfristigen Einsatz

Die stärkeren Schlafmittel sind allesamt synthetisch (also keine pflanzlichen Präparate) und meist auch verschreibungspflichtig. Sie können Ihnen bei schwerer Schlaflosigkeit zu einigen durchgeschlafenen Nächten verhelfen. Oder punktuell eingesetzt werden, wenn Sie aus wichtigem Grund den Durchschlaf sicherstellen wollen und dies kurzfristig nicht mit anderen Maßnahmen wie etwa Entspannungsverfahren zu bewerkstelligen ist.

Nicht als Dauermaßnahme geeignet

Als dauerhafte Hilfe eignen sich diese Medikamente allerdings nicht. Denn sie können bei längerem Gebrauch diverse Nebenwirkungen und auch zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen. Einige weitere Nachteile und Gefahren sind im folgenden skizziert:

  • Problematisch ist die mitunter verhängnisvolle Wirkungsverstärkung bei gleichzeitiger Einnahme von Beruhigungsmitteln oder dem Genuss von Alkohol.
  • Außerdem kommt es als Folge der Schlafmittel-Einnahme häufig zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit am nächsten Morgen, bedingt durch den nur sehr langsam Abbau vieler Wirkstoffe.
  • Medikamente wie die Benzodiazepine (Valium u.v.a.) können bei längerem Gebrauch abhängig machen und beim abrupten Absetzen Entzugserscheinungen auslösen.
  • Zudem verändern Schlafmittel die Schlaftiefe und Schlafstruktur. Das gilt auch auch für die leichteren, frei verkäuflichen Präparate. Die vermeintlichen kleinen Helfer können sogar selbst Schlafstörungen verursachen.

Nehmen Sie die Schlafmittel deshalb nur ausnahmsweise und unter Beachtung der Empfehlungen zur richtigen Anwendung ein. Und auch wenn es leichter gesagt als getan ist: Versuchen Sie mit therapeutischer Hilfe unbedingt, Ihre Schlafstörungen dauerhaft ohne pharmazeutisches Geschütz zu überwinden.

Warum können Schlafmittel selbst zu Schlafstörungen führen?

Das klingt paradox, ist aber leider so. Zu den Ursachen, die Schlafstörungen auslösen können, zählen gerade auch Schlafmittel selbst. Das gilt vor allem für die synthetischen Präparate, weniger für diejenigen auf pflanzlicher Basis. Allerdings auch für solche Schlafmittel, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind.  

Dazu muss man wissen, dass Medikamente eine Schlafstörung nicht heilen können. Sie wirken vor allem durch ihre dämpfenden und beruhigenden Effekte kurzfristig schlaffördernd, verhelfen also – wenn überhaupt – im besten Fall zum lange ersehnten Durchschlafen.

Auch der Entzug wird zum Problem

Da sich aber an der Schlafstruktur selbst und den tiefer liegenden Ursachen nichts ändert, droht im Verlauf der Tabletteneinnahme früher oder später ein Gewöhnungseffekt. Die Wirkung lässt nach, die Dosis muss gesteigert werden. Das wiederum beeinträchtigt den Erholungseffekt und verstärkt die Benommenheit am Tag.

Wird das Schlafmedikament abgesetzt, droht ein Entzugs-Syndrom. Und das ist besonders tückisch: Der Körper reagiert zwar "nur" vorübergehend auf den Entzug der künstlichen Schlafunterstützung mit erneuter Schlaflosigkeit. Von den Betroffenen wird dieses Phänomen aber meist als wiederkehrende Schlafstörung fehlinterpretiert. Die Folge: Es wird erneut zur Schlaftablette gegriffen. Ein Teufelskreis.

Gefahr der Medikamentenabhängigkeit

Vor allem bei Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine besteht die Gefahr der Medikamentenabhängigkeit. Dazu zählen Valium und praktisch alle Wirkstoffe, die auf "zepam" enden. In der Fachliteratur wird diese Abhängigkeit bei den moderneren Substanzen zwar als nicht mehr so relevant eingeschätzt. Die Einträge auf Patientenportalen zum Thema Schlafmittelanwendung sprechen allerdings eine andere Sprache.

Bevor es zur Schlaflosigkeit durch Schlafmittel kommt, können sich noch andere Nebenwirkungen der Schlafmedikamente einstellen. Etwa die als Hang-over-Effekt bekannte Benommenheit am nächsten Morgen sowie Gliederschmerzen, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Schweißausbrüche, Unruhezustände oder Stimmungsschwankungen. All dies passiert nie zu 100% und keineswegs bei jedem. Angesichts der vielen Millionen verordneten und auch rezeptfrei bezogenen Schlaftabletten ist aber von einem gehäuften Auftreten dieser unerwünschten Wirkungen auszugehen.

Erhöhen Schlafmittel die Sturzgefahr in höherem Alter?

Ja. Nicht bei jedem, aber im Schnitt schon. Und im Grunde ist das ja auch kein Wunder. Schlafmittel machen einen schläfrig, das ist ihr Zweck. Und wer etwas unaufmerksamer oder benommener ist, fällt leichter hin.

Generell gilt: Je älter wir Menschen werden, desto höher ist die Sturzgefahr. Und desto gefährlicher sind die möglichen Folgen. Bestimmte Medikamente erhöhen dieses Sturzrisiko zusätzlich.

Auch bei moderneren Präparaten ein Problem

Zu den relevanten Wirkstoffgruppen zählen neben Beruhigungsmitteln und Antidepressiva auch Schlafmittel. Das wurde in zahlreichen Studien ermittelt. Das gilt offenbar auch für die heute am häufigsten verschriebenen sogenannten Z-Substanzen Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon. Sie setzen an denselben Rezeptoren an wie die klassischen Benzodiazepine (Valium® & Co), wirken aber weniger benebelnd und haben ein geringeres Abhängigkeitsrisiko als diese.

Gerade ältere Menschen sind unter Schlafmittel-Einnahme nachts mitunter verwirrt und stürzen leichter, zumal die Substanzen auch die Muskelspannung herabsetzen.

Schlafmittel nur mit Bedacht einnehmen

Ein Grund, gänzlich auf die synthetischen Schlafförderer zu verzichten, ist das zwar nicht. Denn auch die Schlafstörungen selbst können die Ursache von Stürzen sein. Oft lässt sich das nur schwer vom Arzneimitteleinfluss abgrenzen. Die teilweise vorschnelle und unreflektierte Verschreibungs- und Einnahmepraxis von Schlaftabletten muss aber kritisch hinterfragt werden.

Natürliche Schlafmittel auf Heilpflanzenbasis sind nicht so wirksam wie die Chemieprodukte, erhöhen dafür aber auch nicht die Sturzgefahr.

Schlafmittel: Es drohen Krebs und Tod

Schlafmittel sollte man wirklich nur dann nehmen, wenn es unbedingt notwendig ist. Zwar können sie in der Regel zu einem verbesserten Schlaf verhelfen, doch das wird teuer erkauft. Denn die erheblichen Nebenwirkungen wiegen den Nutzen nach Ansicht von Ärzten mehr als auf. Eine neue Studie sagt nun sogar, dass Schlaftabletten nicht nur das Krebs-, sondern auch das Sterberisiko erhöhen.
Bis zu fünf mal mehr Todesfälle bei den Schlafmittel-Anwendern.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von rund 10.000 Personen aus, die Schlafmittel einnahmen. Als Kontrolle dienten über 23.000 Menschen, die derartige Mittel nicht benutzten. Dabei zeigte sich, dass selbst Schlaftabletten in geringen Mengen – gemeint sind bis zu 18 Pillen pro Jahr – das Sterberisiko um das 3,5-fache erhöhen. Bei denjenigen, die zwischen 18 und 132 Tabletten schluckten, stieg das Risiko auf das 4,4-fache, und bei denen, die über 132 Schlafmittel zu sich nahmen, war das Risiko sogar um das 5,4-fache höher.

In der Gruppe, die am meisten Schlafmittel einnahmen, stieg auch das Risiko, an Krebs zu erkranken, deutlich an: um 35%.

Viele Indizien, kein Beweis

Die Studienautoren verweisen auf zahlreiche frühere Untersuchungen, die ebenfalls einen Zusammenhang von Schlafmitteln und Sterberisiko ermittelt hatten. Ein endgültiger Beweis fehlt zwar, weil in diesen Studien nie nachgewiesen werden konnte, dass es wirklich die Schlafmittel waren, die für die Todesfälle verantwortlich waren. Aber zumindest gibt es ernstzunehmende Hinweise auf einen solchen Zusammenhang. Und das kann einem ja schon genügen, mit den Schlafmitteln eher vorsichtig umzugehen.

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Quellen:

  • Karow T, Lang-Roth R. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie

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