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Pigmentflecken: harmlos oder gefährlich?

Wie entstehen Pigmentflecken? Lassen sich die Hautveränderungen verhindern? Und wie können sie behandelt werden? Mehr zu diesen Themen lesen Sie in diesem Beitrag.

Basiswissen

Was sind Pigmentflecken?

Pigmentflecken (sog. Hyperpigmentierungen) sind bräunliche Verfärbungen der Haut. Sie treten meist an Hautstellen auf, die häufig der Sonne ausgesetzt sind – zum Beispiel im Gesicht, auf dem Dekolleté oder an den Händen.

Pigmentflecken können schon bei der Geburt vorhanden sein oder erst im Laufe des Lebens entstehen. Bei Pigmentflecken, die jenseits des 50. Lebensjahres entstehen, handelt es sich oft auch um sogenannte Altersflecken (Lentigo solaris). Hellhäutige Menschen neigen vermehrt zu Pigmentierungsstörungen.

Meist harmlos, dennoch bitte beobachten

Bei Pigmentflecken handelt es sich selten um bösartige Hautveränderungen. Die braunen Flecken sind meist völlig harmlos und für die Betroffenen eher ein ästhetisches Problem.

Pigmentflecken sind insgesamt sehr vielfältig im Erscheinungsbild. Sie können in Form von Sommersprossen, Muttermalen, Leberflecken oder Altersflecken auftreten. Wenn solche Pigmentveränderungen allerdings sehr unregelmäßig wirken, entweder am Rand oder auch in der Farbe, bedürfen sie einer ärztlichen Abklärung.

Formen: Café-au-Lait-Fleck

Der hell- bis dunkelbraun gefärbte „Nävus pigmentosus“ ist eine Sonderform der Pigmentstörung, den man wegen seines Aussehens auch Café-au-Lait-Fleck nennt. Er sieht ähnlich aus wie der „Nävus spilus“, der handtellergroß werden kann und dunklere Einsprenkelungen aufweist. Sowohl der Café-au-Lait-Fleck als auch der „Nävus spilus“ sind angeboren und können sich mit zunehmendem Alter vergrößern.

Die „Weißfleckenkrankheit“ Vitiligo zählt ebenfalls zu den Pigmentstörungen. Typische Merkmale dieser Erkrankung sind Pigmentstörungen in Form von weißen, pigmentfreien Hautflecken, die sich langsam ausweiten können.

Ursachen

Wodurch entstehen Pigmentflecken?

Pigmentflecken werden durch bestimmte Hautzellen (Melanozyten) verursacht, die den Hautfarbstoff Melanin produzieren. Sammelt sich an einer bestimmten Stelle übermäßig viel Melanin, entstehen braune Flecken.

Hauptursache für die Entstehung von Pigmentflecken sind UV-Strahlen. Zudem spielt auch die Veranlagung eine gewisse Rolle.

Folgende weitere Ursachen sind möglich:

Hormone

Hormone können die Bildung von Pigmentflecken begünstigen. Schwangere und Frauen, die die Anti-Baby-Pille einnehmen oder andere hormonhaltige Präparate verwenden, leiden häufig unter Pigmentflecken. Pigmentstörungen, die in der Schwangerschaft auftreten, nennt man auch Chloasmen. Sie treten als großflächiger, gelblich bis bräunlich pigmentierter Bereich im Gesicht auf. Chloasmen verschwinden nach der Entbindung von alleine wieder.

Medikamente

Bestimmte Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut und können eine Pigmentstörung begünstigen. Dazu zählen:

Krankheiten

Bestimmte Krankheiten können die Ursache für dunkle pigmentierte Hautstellen sein. Nach einer Verbrennung oder einer Infektionskrankheit (wie Gürtelrose oder Syphilis) beispielsweise können Pigmentflecken zurückbleiben. Aber auch ein Insektenstich oder Hauterkrankungen (wie Schuppenflechte oder Akne) können Pigmentflecken begünstigen.

Ein Überblick über Krankheiten, die häufiger zu Hautflecken führen können:

Hautkrebs

Im schlimmsten Fall kann hinter den Hauterscheinungen ein gefährlicher Hautkrebs (schwarzer Hautkrebs) stecken. In der Regel erweisen sich Pigmentstörungen aber als harmlos.

Welche Faktoren begünstigen Pigmentflecken?

Die beiden wichtigsten Einflussfaktoren sind Sonnenlicht und weibliche Hormone.

Weibliche Hormone

Frauen, die die Pille einnehmen, neigen häufig zu einer vermehrten Pigmentbildung. Die Ursache dafür ist, dass es durch den veränderten Hormonhaushalt zu einer vermehrten Produktion des Farbstoffes Melanin kommt, der in der Oberhaut abgelagert wird und dort als dunkler Fleck erscheint. Wichtig: Wenn ein Zusammenhang zwischen der Einnahme der Pille und der Entstehung von Pigmentflecken vermutet wird, sollte unbedingt ein Frauenarzt aufgesucht werden.

Auch eine Schwangerschaft kann Pigmentstörungen begünstigen. Durch den erhöhten Östrogenspiegel bilden sich vermehrt dunkle Flecken (sogenannte Chloasma oder Melasma) auf der Haut.

Zudem reagiert die Haut während einer Schwangerschaft besonders empfindlich auf Sonnenlicht. Vorhandene Hautflecken können dunkler werden und es können sich neue Flecken bilden. Oft treten die Flecken im Gesicht auf oder aber auch als dunkler Strich am Bauch (auch linea negra bezeichnet).

Sonnenlicht

Pigmentflecken entstehen vor allem als Reaktion auf Sonnenlicht. Das UV-Licht regt die Pigmentzellen in der Oberhaut dazu an, vermehrt braunen Farbstoff zu bilden, um sich vor dem Sonnenlicht zu schützen. Wer es mit dem Sonnenbaden allerdings übertreibt oder sich ungeschützt der Sonne aussetzt, fördert die Bildung von Pigmentflecken und riskiert zudem einen Sonnenbrand. Je nach Hauttyp kann die Eigenschutzzeit der Haut (man unterscheidet vier Hauttypen) unterschiedlich ausfallen.

Veranlagung und Medikamente

Neben der UV-Strahlung spielt auch die Veranlagung eine Rolle. Zudem können auch bestimmte Medikamente (z. B. Antibiotika, bestimmte Chemotherapeutika, aber auch Johanniskrautpräparate) die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen und somit Pigmentstörungen begünstigen.

Vorbeugung

Wie kann man sich vor Pigmentflecken schützen?

Wichtig ist es, die Haut vor der Sonne zu schützen. Denn ausgiebige Sonnenbäder können im Laufe der Jahre dazu führen, dass sich vermehrt Pigmentflecken bilden.

Der Grund dafür ist, dass bestimmte Zellen (die sogenannten Melanozyten) durch die häufige UV-Strahlung vermehrt Melanin produzieren. Wenn sich die Pigmente nicht mehr gleichmäßig verteilen, klumpen sie zusammen: Dunkle Pigmentflecken sind die Folge.

Die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme, um sich vor Pigmentflecken zu schützen, besteht darin, die Haut nicht zu häufig und zu lange der direkten Sonnenstrahlung auszusetzen. Zudem sollte man die Haut (vor allem häufig betroffene Körperstellen wie Gesicht, Handrücken und Unterarme) im Freien immer mit einer Sonnencreme schützen.

Richtiger Lichtschutzfaktor

Helle Hauttypen sind empfindlicher, als dunkle und sollten noch stärker auf einen Sonnenschutz mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor achten. Um festzustellen, welcher Lichtschutzfaktor am besten für einem geeignet ist, multipliziert man die Zahl des LSF mit der Zeit, die man normalerweise in der Sonne verbringen kann, ohne dass die Haut rot wird.

Das heißt: Wer zum Beispiel 20 Minuten in der Sonne bleiben kann, ohne dass sich die Haut rötlich verfärbt und einen LSF von 30 wählt, kann sich ca. 10 Stunden draußen aufhalten. Wichtig ist es außerdem, sich nach dem Baden oder nach dem Sport wieder einzucremen. Denn durch Schwitzen, Baden oder Reibung von Kleidung, kann ein Teil des Schutzes verloren gehen.

Medikamente

Außerdem: Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie Ihren Arzt nach möglichen Nebenwirkungen nachfragen. Einige Arzneimittel können die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen und Pigmentstörungen begünstigen.

Behandlung

Wie kann man Pigmentflecken entfernen lassen?

Pigmentflecken sind meist harmlos und müssen daher nicht behandelt werden. Im Gesicht sind sie allerdings häufig ein kosmetisches Problem.

Zur Entfernung von Pigmentflecken kommen mehrere Behandlungsmethoden infrage:

Laserbehandlung

Die Behandlung mit dem Laser ist eine wirksame Methode, um Pigmentflecken zu entfernen. Durch den Laserstrahl werden die Pigmentansammlungen zertrümmert und anschließend von den Immunzellen entsorgt.

Kältetherapie (Kryopeeling)

Bei der Kältetherapie wird die Hautoberfläche mit flüssigem Stickstoff vereist und stirbt ab.

Dermabrasion

Pigmentflecken können auch mit einer Art Schleifmaschine abgeschliffen werden. Dermabrasion heißt das im Fachjargon. Mithilfe einer motorgetriebenen rotierenden Bürste und hochtourigen Fräsen werden die dunklen Hautstellen einfach abgeschliffen. Die Dermabrasion wird unter örtlicher Betäubung oder Kurznarkose durchgeführt, insofern hört sie sich schlimmer an als sie ist.

Peelings und Säuren

Pigmentflecken können auch durch Peelings oder mit Säuren entfernt werden. Diese Methode ist allerdings relativ aggressiv für die Haut. Die verwendeten Säuren müssen tief in die Haut dringen, um ihre Wirkung entfalten zu können.

Bleichmittel

Bleichmittel, die im Handel frei erhältlich sind, eignen sich weniger gut zum Entfernen von Pigmentflecken. Oft können die Cremes und Tinkturen erhebliche Hautirritationen verursachen.

Wichtig

Wenn Sie sich für eine der oben genannten Behandlungsmethoden entscheiden, sollten Sie Ihre Haut im Anschluss und noch mehrere Monate danach besonders gut vor der Sonne schützen. Nach dem Eingriff ist die Haut nämlich besonders empfindlich und neigt vermehrt zur Neubildung von Pigmentflecken. Außerdem sollten die genannten Behandlungsverfahren nur von einem erfahrenen Dermatologen durchgeführt werden.

Welche Wirkstoffe helfen gegen Pigmentflecken?

Pflegeprodukte mit folgenden Wirkstoffen können zum Aufhellen dunkler Hautflecken verwendet werden:

Vitamin-A-Säure

Rezeptpflichtige Cremes mit Vitamin-A-Säure (Tretinoinum) können dabei helfen Pigmentflecken aufzuhellen. Bei regelmäßiger Anwendung soll der Hautfleck nach etwa sechs Wochen verblassen. Nachteil: Vitamin-A-Säure kann zur Bildung neuer Pigmentflecken führen, da es die Haut reizen kann und lichtempfindlicher macht.

Kojisäure

Kojisäure soll die Produktion des dunklen Farbstoffes hemmen und eine bessere Verteilung des Melanins in der Haut bewirken. Bei regelmäßiger Anwendung sollen die Flecken nach etwa acht Wochen zurückgehen.

Azelainsäure

Das Auftragen von Azelainsäure bewirkt, dass das für die Melaninbildung verantwortliche Schlüsselenzym gehemmt wird und sich dadurch die Pigmentstörungen verringern. Bei regelmäßiger Anwendung sollten die Flecken nach etwa zwei bis drei Monaten verblassen. Achtung: Azelainsäure kann die Haut irritieren und Entzündungen auslösen.

Dioic Acid

Durch den Wirkstoff Dioic Acid wird die hauteigene Melaninbildung verlangsamt. Bei regelmäßiger Anwendung sollen die Flecken nach etwa vier Wochen weniger werden und zurückgehen.

B-Resorcinol

B-Resorcinol stoppt die Melaninproduktion an ihrem Ursprung. Der Wirkstoff hemmt die Melanozyten (sind die pigmentbildenden Zellen der Haut) indem es eine Verbindung mit dem Enzym Tyrosinase eingeht. Die Aminosäure Tyrosin (Vorläufer des Hautfarbstoffs Melanin) wird blockiert und kann somit nicht mehr in Melanin umgewandelt werden. Cremes mit B-Resorcinol helfen auch gegen Sommersprossen. Bei regelmäßiger Anwendung sollten die Flecken nach etwa acht bis zwölf Wochen weniger werden.

Wichtig

Altersflecken können durch spezielle Wirkstoffe nur zum Teil aufgehellt werden, verschwinden aber nicht ganz. Zudem besteht eine Chance auf Verbesserung nur, wenn man sich zweimal täglich eincremt und gleichzeitig auf einen hohen Lichtschutz achtet, um damit der Bildung neuer Flecken vorzubeugen.

Lasertherapie bei Pigmentstörungen: Was passiert während der Behandlung? 

Bei der Lasertherapie werden die betroffenen Pigmente der oberen Hautschicht durch kurze Lichtpulse angegriffen. Das umgebende Gewebe wird dabei nicht beschädigt. Durch die Laserbestrahlung werden die Pigmentpartikel gezielt zertrümmert. Die Fragmente werden anschließend durch Phagozytose („Fresszellen“ des Körpers) resorbiert und über das Lymphsystem abtransportiert.

Die Lichtpulse erzeugen einen kurzen Schmerz, vergleichbar mit kleinen Nadelstichen. Eine Betäubung ist in den meisten Fällen nicht nötig. Eine narkotisierende Creme kann aber auf Wunsch aufgetragen werden.

Mehrere Behandlungen nötig

Zur Entfernung der Pigmentstörungen sind mehrere Laser-Behandlungen notwendig. Wie oft gelasert werden muss, hängt unter anderem von der Hautdicke ab. Zudem kommt es darauf an, was man  will: Manchen reicht eine Aufhellung, andere wollen eine vollständige Entfernung. In der Regel dauert eine Sitzung nur wenige Minuten. Die Dauer der Behandlung richtet sich allerdings immer auch nach der Größe der Pigmentstörung.

Risiko: Narben

Nach der Lasertherapie muss die betroffene Hautpartie mindestens 15 Minuten lang mit einem Gelkissen gekühlt werden. Meist bildet sich nach dem Eingriff eine feine Kruste, die einige Tage lang mit einer Wundsalbe behandelt werden kann. Gegebenenfalls kann zusätzlich ein Pflaster angelegt werden. Die durch den Laser entstandene Hautrötung klingt meist nach einigen Tagen von selbst ab.

Wichtig

Nach dem Eingriff sollte die gereizte Haut einige Zeit lang gut vor der Sonne geschützt werden (am besten mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor). Mit einer Narbenbildung ist normalerweise nicht zu rechnen, sie kann aber nie ganz ausgeschlossen werden – besonders nicht bei sensiblen Hauttypen.

Quellen:

  • Sterry W, Paus R. Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie. Thieme Verlag. (2000)
  • Moll I. Dermatologie. Thieme Verlag. (2005)

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