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Malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs): Symptome und Behandlung

Wie entsteht Hautkrebs? Was für Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Und wie sind die Heilungsaussichten? Antworten auf diese Fragen finden Sie in diesem Beitrag.

Basiswissen

Was sollte man über den schwarzen Hautkrebs wissen?

In der Medizin gibt es nicht „das Maligne Melanom“, sondern stattdessen mehrere, sich deutlich voneinander unterscheidende Unterformen. Maligne Melanome kommen in abnehmender Häufigkeit in folgenden Erscheinungsformen vor:

  • Superfiziell spreitendes Melanom (SSM) in 55-70% aller Melanomfälle
  • Noduläres malignes Melanom (NMM) in 20-30%
  • Lentigo-maligna-Melanom (LMM) in 10-15%
  • Akrolentiginöses Melanom (ALM) in 4-8%
  • Amelanotisches Melanom (AMM)
  • sowie andere seltene Sonderformen etwa 1%

Weltweit starker Anstieg der Erkrankungsfälle

Das Superfiziell spreitende Melanom ist das hierzulande am häufigsten diagnostizierte Maligne Melanom. Es wird im Amerikanischen Sprachraum „Melanoma of intermittently sun-exposed skin“ genannt und deutet somit an, dass es diejenige Form ist, die meist mit einer jahrelang unmittelbaren Sonnenexposition in Verbindung steht. Weltweit ist es das mit Abstand häufigste Melanom der „weißen“ Bevölkerung und dasjenige, dessen Vorkommen am stärksten ansteigt.

Erkrankte werden immer jünger

Das Durchschnittsalter der Betroffenen ist mit 51 Jahren deutlich niedriger als das aller anderen Melanomerkrankten. Die Altersspanne liegt meist bei 30 bis 70 Jahren, wobei aber jedes Alter betroffen sein kann. Das Vorkommen bei Kindern vor Pubertätsbeginn ist allerdings extrem selten. Im Moment zeichnet sich ab, dass das durchschnittliche Erkrankungsalter weltweit spürbar sinkt - möglicherweise infolge „lifestyle-trends“ wie exzessiver Sonnenbäder und Solariennutzung insbesondere in jungen Jahren. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Bei ihnen entwickelt sich ein Melanom besonders oft an den unteren Extremitäten, bei Männern bevorzugt am Rücken.

„Buntes Bild“ typisch für diese Form

Das superfiziell spreitende Melanom ist bei der Diagnose oft schon über einen Zentimeter groß, wobei die Spanne bei der Feststellung von 2 mm bis 15 cm (und mehr!) reicht. Optisch kann diese Form einige oder auch alle Kriterien des sogenannten ABCDE-Schemas erfüllen: Es ist oft asymmetrisch geformt, unregelmäßig gefärbt mit schwarzen, braunen, roten, grauen oder ganz hellen Anteilen, unscharf begrenzt, häufig auch erhaben. Oft werden Blutungen, Juckreiz und/ oder deutliche Größenveränderungen innerhalb relativ kurzer Zeit beschrieben.

Frühe Diagnose ist ganz entscheidend

Das Wort „superfiziell spreitend“ bedeutet, dass sich diese Melanomform zunächst oberflächlich und horizontal ausbreitet, bevor es dann in die Tiefe eindringt. Ab diesem Zeitpunkt können sich die Krebszellen durch Anschluss an Blut- und Lymphbahnen sehr schnell im ganzen Körper verteilen und sogenannte Metastasen, also Tochtergeschwülste bilden. Beim malignen Melanom finden sich solche besonders häufig in den Lymphknoten (in Leiste, Achsel oder am Hals) sowie an anderen Körperstellen der Haut. Gerade bei dieser Melanomform ist es für die Prognose entscheidend, dass man die Pigmentveränderung noch rechtzeitig vor dem Eindringen in die Tiefe entdeckt und behandelt. Bei frühzeitiger Diagnose ist das superfiziell spreitende Melanom fast zu 100% heilbar. Sobald Lymphknoten betroffen sind, sinkt die sogenannte 5-Jahres-Überlebensrate (mit der Ärzte die Prognose von Krebserkrankungen meist einschätzen) bereits auf 10 - 50%! Bei weit fortgeschrittenen Stadien und Absiedlung von Metastasen in fernabgelegenen Organsystemen beträgt die Lebenserwartung oft nur noch wenige Monate.

Ursachen

Wodurch entsteht ein Malignes Melanom?

Das Maligne Melanom ist ein bösartiger Tumor in der Haut, der umgangssprachlich auch „schwarzer Hautkrebs“ genannt wird. Genau genommen geht diese Art von Karzinom allerdings nicht von der Haut aus, sondern vom sogenannten melanozytärem System. Dieses ist eine nervenähnliche Zellstruktur, welche die vom UV-Licht abhängige Produktion des Hautpigments Melanin steuert.

Hellhäutige Menschen häufiger betroffen

Das ist auch der Grund, weshalb die häufigste Ursache für ein Malignes Melanom eine über Jahre summierte, hohe Bestrahlung mit Sonnen-/UV-Licht ist. Hinzu kommt aber eine genetische und typabhängige Veranlagung, wobei hellhäutige und rothaarige Menschen gefährdeter sind als beispielsweise Schwarzhaarige mit dunklerer Hautpigmentierung. Da sich Maligne Melanome häufig auch aus bestehenden Leberflecken bzw. Muttermalen bilden, sind Menschen, die eine Vielzahl solcher – an sich gutartiger – Hautpigmentstörungen haben, ebenfalls überdurchschnittlich häufig betroffen.

Melanome entwickeln sich nicht nur in der Haut

Kommt es im melanozytärem System nun zur Entartung einiger weniger Zellen, zeigt sich dieses nach einiger Zeit am häufigsten als Tumor in der Haut, in selteneren Fällen aber auch an Schleimhäuten oder am Auge, z.B. als sogenanntes Aderhautmelanom.

Übrigens kann sich der „schwarze Hautkrebs“ auch außerhalb vorab bestehender Muttermale bilden. Pigmentflecken, die sich erst im Erwachsenenalter neu bilden und möglicherweise noch schnell an Größe zunehmen, sollten im Zweifel ärztlich abgeklärt werden.

Wächterlymphknoten

Was sind Sentinel-Lymphknoten beim Malignes Melanom?

Wächter- bzw. Sentinel-Lymphknoten sind Lymphknoten, die im Lymphabflussgebiet eines bösartigen Tumors (z. B. Malignes Melanom) an erster Stelle liegen. Bildet ein Tumor Metastasen, werden die Wächterlymphknoten meist zuerst befallen. Sie sind somit wichtige Indikatoren im Rahmen der Krebsdiagnostik.

Vielseitiges Lymphsystem

Die Lymphbahnen sind nicht nur Teil unseres körpereigenen Abwehrsystems, sondern dienen auch der Regulation unserer Körperflüssigkeiten. Die Lymphe wird dazu in den Lymphgefäßen und -knoten gesammelt, gefiltert und wieder abgegeben. Damit dieses System seine Aufgaben erfüllen kann, haben wir überall im Körper Lymphknoten und -bahnen verteilt.

Leider nutzen auch manche Krebszellen wie die des Malignen Melanoms sehr gerne dieses breitgefächerte Transportnetzwerk, um sich ebenfalls rasch und effektiv im Körper auszubreiten. Und weil man das heutzutage weiß, wird in der Regel bereits ab einer Tumordicke von einem Millimeter empfohlen, die Wächterlymphknoten auf Krebszellen zu untersuchen.

Markieren – erkennen – entfernen

Um einen Wächterlymphknoten jedoch richtig untersuchen zu können, muss dieser zunächst gefunden und anschließend operativ entfernt (biopsiert) werden. Dazu wird eine Flüssigkeit mit radioaktiv markierten Teilchen in die Haut unmittelbar um das Tumorareal gespritzt. Diese Flüssigkeit reichert sich anschließend im Wächterlymphknoten an.

Mit Hilfe spezieller Kameras (Gammakameras) kann der im Lymphabflussgebiet des Tumors liegende Sentinel-Lymphknoten nun identifiziert, entnommen und feingeweblich untersucht werden. Sollten sich allerdings mehrere Lymphknoten markieren lassen, müssen im Zweifelsfall auch mehrere Knoten biopsiert werden.

Sind die untersuchten Lymphknoten von Krebszellen befallen, kann man davon ausgehen, dass noch weitere Knoten betroffen sind. Sind die Wächterlymphknoten allerdings tumorfrei, so darf man relativ sicher sein, dass das Maligne Melanom bislang noch nicht gestreut hat.

Was ist eine Sentinel-OP beim Malignen Melanom?

Die Sentinel-Lymphonodektomie (SLNE), auch Wächterlymphknoten-OP genannt, ist eine frühe und einfache diagnostische Maßnahme, um festzustellen, ob das Maligne Melanom bereits in die angrenzende Lymphknotenregion gestreut hat.

Die Gefährlichkeit des schwarzen Hautkrebses liegt nämlich hauptsächlich in seiner Fähigkeit, sehr früh Tochtergeschwülste (Metastasen) zu bilden, die im fortgeschrittenen Stadium kaum noch beherrschbar und somit lebensbedrohend sind.

Ziel-Haltestelle "lokale Lymphknoten"

Bei den meisten Betroffenen mit schwarzem Hauskrebs finden sich die ersten Metastasen in den sogenannten regionären Lymphknoten. Dorthin gelangen sie über die Lymphwege. Innerhalb dieser Lymphknoten-Station sind die Wächterlymphknoten meist als erste befallen und somit wichtige Indikatoren im Rahmen der Krebsdiagnostik.

Da der Lymphabfluss variabel und damit oft nicht vorhersagbar ist, muss bei jedem Betroffenen zunächst die individuelle Lage des Wächterlymphknotens mittels einer Lymphszintigraphie dargestellt werden. Erst im Anschluss (meist einen Tag später) wird der so lokalisierte Sentinel-Lymphknoten im Rahmen eines kleinen operativen Eingriffs entfernt und feingeweblich untersucht.

Schritt eins: Radioaktive Markierung

Die Lymphszintigraphie ist eine strahlungsarme nuklearmedizinische Methode zur Darstellung von Lymphgefäßen und Lymphknoten. Hierbei wird eine radioaktiv markierte Substanz mit einer dünnen Nadel in die Umgebung des Hauttumors (bzw. bei bereits erfolgter Operation in die Umgebung der Operationsnarbe) gespritzt. Das Verfahren wird meist von einem Facharzt für Nuklearmedizin bzw. in einem Krankenhaus mit entsprechender Abteilung durchgeführt.

Das injizierte Radiopharmakon fließt nun über die Lymphbahnen der Umgebung ab und führt direkt zum Wächterlymphknoten. Nach etwa einer Stunde wird die dabei abgegebene radioaktive (Gamma-)Strahlung von einer Gammakamera gemessen und in einem Szintigramm bildlich dargestellt. Gelegentlich kann es auch erforderlich sein, zu einem späteren Zeitpunkt nochmal ergänzende Bilder zu machen.

Kleine Anmerkung: Es gibt auch Zentren, die die Sentinel-Lymphknotenbiopsie nicht nur mit einer Radionuklid-, sondern zusätzlich mit einer Farbstoffmarkierung durchführen.

Schritt zwei: Sentinel-OP

Nachdem alle Aufnahmen ausgewertet und der oder ggf. auch mehrere Sentinel-Lymphknoten markiert worden sind, erfolgt die eigentliche Wächterlymphknoten-OP bzw. die Probeentnahme (Biopsie) erst am nächsten Tag. Während der Operation kann dann nochmal mit einem Messgerät (Handgammasonde) der Wächterlymphknoten erkannt und zielsicher entfernt werden.

Meist wird dieser Eingriff mit der stadiengerechten Entfernung des Malignen Melanoms oder (falls bereits erfolgt) mit der Nachoperation um die Erstoperationsnarbe herum kombiniert.

Falls der Sentinel-Lymphknoten bereits Metastasen zeigt, sollten auch die restlichen angrenzenden Lymphknoten entfernt werden. Es muss dann nämlich davon ausgegangen werden kann, dass auch sie bereits Tochtergeschwülste enthalten.

Das sagen die Experten

Vielleicht fragen Sie sich schon die ganze Zeit, wann eine solche Wächterlymphknoten-Biopsie überhaupt in Betracht gezogen werden muss. Dazu machen die Experten klare Angaben. Falls der Hauttumor bereits entfernt und feingeweblich untersucht wurde, wird empfohlen, die Sentinel-OP ab einer Tumordicke von 1,0 mm durchzuführen.

Bestehen zusätzliche Risikofaktoren für einen positiven Wächterlymphknoten (feingeweblich nachgewiesene Geschwürbildung und/oder erhöhte Zellteilungsrate und/oder ein Lebensalter unter 40 Jahren), sollte die Sentinel-Biopsie auch bei dünneren Hauttumoren (0,75-1 mm) erfolgen.

Vor- und Nachteile

Die Sentinel-Biopsie hat den Vorteil, dass im Gegensatz zu früher unnötig großflächige prophylaktische Ausräumungen der Lymphknoten vermieden werden. Die damit häufig einhergehenden typischen Nebenwirkungen wie Gefühlsverminderung im OP-Bereich, Bewegungseinschränkungen oder Schwellungen durch Lymphödeme sind dadurch deutlich zurückgegangen.

Bei der zusätzlichen Anwendung der Farbmarkierungsmethode können gelegentlich allergische Reaktionen und bleibende Tätowierungen auftreten.

Stadien

Was bedeutet TNM-Klassifikation beim Malignen Melanom?

Die TNM-Klassifikation dient der genauen Einteilung sämtlicher Tumoren (nicht nur des Malignen Melanoms) nach verschiedenen Kriterien, und zwar international. T steht hierbei für den Ursprungstumor, N für Lymphknoten (Noduli) und M für Metastasen, also die Absiedelung von Krebszellen in andere Körperregionen.

Schaffung einer einheitlichen Sprache

Die bereits in den 50er Jahren entwickelte und im Verlauf optimierte TNM-Klassifikation ist inzwischen ein weltweit etabliertes homogenes System zur Stadieneinteilung verschiedener Krebserkrankungen. Nach Vorgaben der "Internationalen Vereinigung gegen Krebs" (UICC) lässt sich das Maligne Melanom dadurch in fünf Tumorstadien (von 0 bis 4) mit entsprechender Untergruppierung (A bis C) einordnen und somit bewerten.

Die T-Klassifikation gibt dabei die Größe und Ausbreitung des Ursprungstumors (Primärtumor) wieder und beruht auf der mikroskopisch-feingeweblichen Untersuchung des Gewebes. Bei seiner Beurteilung bezieht der Histologe neben der Tumordicke nach Breslow auch die Geschwürbildung (Ulzeration) und zum Teil die Zellteilungsrate (Mitoserate) des untersuchten Hautkrebses mit ein.

Die N-Klassifikation gibt an, ob und in wie vielen benachbarten Lymphknoten bzw. Lymphabflussgebieten Krebszellen gefunden wurden. Das M steht dagegen für (Fern-)Metastasen und beschreibt, ob Tochtergeschwülste bereits in andere Körperregionen bzw. Organe abgesiedelt sind.

An dieser Stelle folgende Übersicht:

  • T (Tumor)
    • Tis: Krebsvorstufe
    • T0: kein Primärtumor nachweisbar
    • T1-4: Tumor in zunehmender Größe
  • N (Noduli)
    • N0: keine Lymphknoten befallen
    • N1-3: zunehmender Befall von Lymphknoten (bzw. Metastasen im benachbarten Lymphabflussgebiet)
  • M (Metastasen)
    • M0: keine Fernmetastasen
    • M1: eine oder mehrere Fernmetastasen

Vorteile der TNM-Klassifikation

Das TNM-System hat einige Vorzüge. So ermöglicht die Einteilung beispielsweise, dass alle beteiligten Personen (u. a. Haut- und Hausarzt, Histologe und Laborarzt, evtl. einbezogene Chirurgen und Radiologen) die gleichen Informationen über die Art und Ausbreitung einer Hautkrebserkrankung erhalten.

Dadurch kommt es in der Kommunikation nicht nur zu weniger Missverständnissen, sondern es besteht auch für Sie ggf. ein leichterer Zugang zu innovativen Behandlungsoptionen im Rahmen von internationalen Studien. Die einheitliche Systematik in der Stadieneinteilung von bösartigen Tumoren trägt nämlich maßgeblich dazu bei, dass sich Experten auch länderübergreifend problemlos austauschen und beraten können.

Weitere Vorteile der TNM-Klassifikation sind neben der besseren Aussage zur Prognose des Malignen Melanoms auch die zielgerichteteren Therapiemöglichkeiten entsprechend dem diagnostizierten Tumorstadium.

Was bedeutet Stadium 0 bis IV beim Malignen Melanom?

Melanome lassen sich in fünf Stadien einteilen, bei denen u. a. die Einzelmerkmale Tumordicke, Lymphknotenbefall und Fernmetastasen berücksichtigt werden.

Das Stadium ist entscheidend

Eine offiziell anerkannte Stadieneinteilung des Melanoms ist wichtig, um Betroffene (im Hinblick auf den Krankheitsverlauf) besser einer definierten Risikogruppe zuordnen zu können. Erst die genaue Einteilung in ein klar definiertes Melanom-Stadium ermöglicht es den Ärzten, gezielt diagnostische und therapeutische Entscheidungen zu treffen.

Die mit römischen Ziffern versehenen Melanom-Stadien sind folgendermaßen definiert:

  • Stadium 0 entspricht dem Melanoma in situ. Es handelt sich um eine Vorstufe, die sich unbehandelt jedoch zum schwarzen Hautkrebs weiterentwickeln kann.
  • Stadium I hat eine maximale Tumordicke von zwei Millimeter, es existieren weder nahe noch ferne Metastasen (Tochtergeschwülste).
  • Im Stadium II ist der Tumor entweder bereits über zwei Millimeter dick oder er weist mit über einem Millimeter Ulzerationen (Geschwürbildung) auf.
  • Unter das Stadium III fällt jegliche Tumordicke (mit und ohne Ulzeration), wenn bereits Metastasen in nahen Lymphknoten bzw. innerhalb des Lymphabflussgebiets existieren.
  • Stadium IV ist durch Fernmetastasen gekennzeichnet.

Je höher die Ziffer, desto ungünstiger

Die Tumorstadien werden zusätzlich in eine A-, B- und C-Kategorie unterteilt. Diese Untergruppen berücksichtigen beim Melanom nochmal genauer die Kombination aus Tumordicke, Geschwürbildung und ggf. Anzahl der nahen Metastasen.

Sie sehen, das System ist nicht ganz unkompliziert und insbesondere für Nicht-Mediziner recht unübersichtlich. Grob zusammengefasst kann man aber sagen, dass die Prognose beim Melanom umso schlechter ist, je größer die Stadium-Ziffer ist.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Das Stadium IIC (Tumordicke über vier Millimeter, mit Ulzerationen, keine Metastasen) hat eine schlechtere Prognose als das Stadium IIIA (jegliche Tumordicke, aber ohne Ulzeration, mit nur mikroskopisch nachweisbaren Metastasen in bis zu drei Lymphknoten).

Was bedeutet Malignes Melanom im Stadium I für mich?

Das Stadium I beim Malignen Melanom bedeutet, dass die Hautkrebserkrankung noch nicht weit fortgeschritten ist und gute Chancen auf Heilung bestehen.

Kriterien für das Stadium I beim Malignen Melanom sind:

  • Der Tumor hat eine maximale Eindringtiefe in die Haut von zwei Millimetern.
  • Die benachbarten Lymphknoten und das zugehörige Lymphabflussgebiet sind komplett tumorfrei.
  • Es existieren keine Fernmetastasen (Tochtergeschwülste in anderen Organen).

Es gibt zwei Untergruppen

Beim Stadium I des Malignen Melanoms unterscheidet man zusätzlich nochmal zwischen A und B. Diese Aufteilung charakterisiert den Tumor in der feingeweblichen Untersuchung etwas genauer und hat Auswirkung sowohl auf die Ausbreitungsdiagnostik als auch auf die Nachsorge.

Unterschied zwischen Stadium IA und IB beim Malignen Melanom:

  • Stadium IA: Tumor ist kleiner als 1,0 mm, ohne Ulzeration (Geschwürbildung)
  • Stadium IB: Tumor ist  kleiner als 1,0 mm, aber mit Ulzeration bzw. Tumor ist zwischen 1,01 und 2,0 mm, aber ohne Ulzeration

Während beim Stadium IA nach der vollständigen chirurgischen Entfernung keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind, werden beim Stadium IB zusätzlich folgende diagnostische Untersuchungen empfohlen:

  • Sonographie (Ultraschall) der benachbarten Lymphknotenregion
  • Bestimmung des Tumormarkers S100B im Blut
  • Wächterlymphknoten-Biopsie

Unterschiede auch in der Nachsorge

Auch die Nachsorge gestaltet sich unterschiedlich. Wenn bei Ihnen ein Malignes Melanom im Stadium IA festgestellt worden ist, dann lautet die Empfehlung, dass Sie sich in den ersten drei Jahren nach OP alle sechs Monate zur körperlichen Untersuchung beim Hautarzt vorstellen sollen. Danach sind nur noch jährliche Kontrollen erforderlich.

Die Diagnose Stadium IB erfordert dagegen eine etwas engmaschigere Nachsorge. Es wird empfohlen, sich alle drei Monate sowohl der körperlichen als auch der Blutuntersuchung zu unterziehen, die Lymphknoten sollten alle sechs Monate sonographiert werden. Wenn die Untersuchungsbefunde allesamt unauffällig sind, fallen die Abstände zwischen den Terminen im Verlauf größer aus.

Was bedeutet Malignes Melanom im Stadium II für mich?

Melanome im Stadium II haben eine Tumordicke von über 1 mm. Sie weisen weder Metastasen in den Lymphknoten noch in anderen Körperregionen auf.

Die Prognose dieses Tumorstadiums ist abhängig von der Untergruppierung (A bis C) und kann somit individuell sehr unterschiedlich ausfallen.

Subklasse ist entscheidend

In Abhängigkeit von der Eindringtiefe in die Haut und der feingeweblichen (histologischen) Struktur wird das Maligne Melanom im Stadium II wie folgt untergliedert:

  • Stadium IIA: Tumordicke von 1,01 bis 2 mm mit Ulzeration (Geschwürbildung) oder Tumor von 2,01 bis 4 mm ohne Ulzeration
  • Stadium IIB: Tumordicke von 2,01 bis 4 mm mit Ulzeration oder Tumordicke größer als 4 mm ohne Ulzeration
  • Stadium IIC: Tumordicke über 4 mm mit Ulzeration

Weist das Tumorgewebe also eine Geschwürbildung auf und ist es außerdem über 4 mm dick, dann entspricht diese Konstellation dem Stadium IIC mit der schlechtesten Prognose innerhalb der Gruppe.

Sonderfall Stadium IIC

Ein Malignes Melanom mit dem Tumorstadium IIC muss gesondert von den Stadien IIA und IIB betrachtet werden. Grund ist, dass Betroffene im Stadium IIC ein hohes Risiko für ein Wiederauftreten des Melanoms haben.

Dieses sogenannte "Rezidivrisiko" ist vergleichbar mit einer mikroskopisch sichtbaren Lymphknoten-Metastasierung im Stadium III. Deshalb ist sowohl die Ausbreitungsdiagnostik als auch das Nachsorgeschema beim Stadium IIC an das von Stadium III angelehnt.

OP und Diagnostik

Nach der chirurgischen Entfernung und der feingeweblichen Untersuchung des Melanoms schließt sich sogleich die weitere Diagnostik an, um eine mögliche Ausbreitung der Krebszellen im restlichen Körper festzustellen bzw. auszuschließen.

Routinemäßig werden bis einschließlich Stadium IIB folgende diagnostische Untersuchungen empfohlen:

  • Bestimmung des Tumormarkers S100B im Blut
  • Sonographie (Ultraschall) der benachbarten Lymphknotenregion
  • Wächterlymphknoten-Biopsie

Das Stadium IIC erfordert zudem noch folgende ergänzende Ausbreitungsdiagnostik:

  • bildgebende (tomographische) Verfahren wie MRT, CT und/oder PET zur Ganzkörper-Untersuchung
  • MRT des Kopfes
  • Bestimmung des Tumormarkers LDH im Blut

Auch die Nachsorge unterscheidet sich

Das bei einem Stadium IIC empfohlene Nachsorgeschema orientiert sich, wie bereits erwähnt, an den Empfehlungen zum Malignen Melanom ab Stadium III. Neben engmaschigen körperlichen Untersuchungen (1. bis 5. Jahr alle drei Monate), Lymphknoten-Sonographien und Bestimmung der Tumormarker beinhaltet die Nachsorge auch regelmäßige bildgebende Verfahren.

Ab Stadium IIC wird in den ersten drei Jahren konsequent alle sechs Monate ein MRT, CT oder PET im Rahmen der Nachsorge empfohlen. Sollten in den ersten drei Jahren die Befunde allerdings unauffällig sein, sind diese aufwendigen Tomographien im Verlauf nicht mehr erforderlich.

Bei einem Melanom im Stadium IIA oder IIB gilt folgendes Nachsorgeschema:

  • 1. bis 3. Jahr alle drei Monate zur körperlichen Untersuchung inkl. Bestimmung des Tumormarkers S100B im Blut
  • 1. bis 3. Jahr alle sechs Monate zum Lymphknoten-Ultraschall
  • Bei unauffälligen Befunden werden im Verlauf größere Untersuchungsabstände gewählt.

Was bedeutet Malignes Melanom im Stadium III für mich?

Das Stadium III des Malignen Melanoms ist gekennzeichnet durch nahe Lymphknotenmetastasen und/oder Metastasen im Lymphabstromgebiet des Tumors.

Innerhalb dieses Tumorstadiums gibt es nochmal eine dreistufige Einteilung (A, B, C), die unterschiedliche feingewebliche Eigenschaften des Tumors berücksichtigt. Die Prognose variiert dementsprechend stark.

Untergruppen – komplex, aber klar definiert

Obwohl das Stadium III des schwarzen Hautkrebses in der Zuordnung der Stufen A, B und C ganz klar definiert ist, würde eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Kategorien den Rahmen an dieser Stelle bei weitem sprengen. Zur besseren Übersicht haben wir daher die charakteristischen Merkmale des Stadium III für Sie zusammengefasst.

Kriterien, nach denen das Stadium III (Stufe A bis C) des Malignen Melanoms eingeteilt wird:

  • jede Tumordicke "mit und ohne Ulzeration (Geschwürbildung)"
  • kein Nachweis von Metastasen in anderen Organen (Fernmetastasen)
  • Lymphknoten- und nahe Hautmetastasen (können je nach Stufe variieren)

Sie werden auf den Kopf gestellt

Alle Betroffenen, bei denen der Verdacht auf oder bereits der Nachweis einer nahen (lokoregionalen) Metastasierung besteht, werden generell sehr umfangreich untersucht. Das ist unumgänglich und sehr wichtig, da nur so sicher festgestellt werden kann, wie weit die Krebserkrankung bei Ihnen fortgeschritten ist.

Neben der Bestimmung von Tumormarkern im Blut beinhaltet diese Ausbreitungsdiagnostik auch die Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten sowie bildgebende Verfahren wie MRT und/oder CT. Erst nach dieser Prozedur steht letztendlich die vollständige Diagnose Malignes Melanom im Stadium III mit der entsprechenden Einstufung A, B oder C.

Besprechung im großen Kreis

Unabhängig von der Untergruppe wird empfohlen, alle Melanom-Betroffenen ab Tumorstadium III im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz zu besprechen. Was das bedeutet? Fachärzte verschiedener Disziplinen beraten im großen Kreis, welche Therapie oder welches Vorgehen für Sie persönlich am vielversprechendsten bzw. am geeignetsten ist.

Hierfür ist wiederum die Stufe eines Melanoms im Stadium III entscheidend. Die Langzeit-Überlebensprognose in diesem Tumorstadium ist nämlich äußerst variabel und im Falle der Untergruppe C beispielsweise deutlich schlechter als bei Stufe A.

Engmaschige Nachsorge

Im Hinblick auf die Nachsorgetermine spielt die Untergruppe allerdings keine Rolle. Das Nachsorgeschema ist ab Stadium IIC für alle Betroffenen identisch.

Die körperlichen Untersuchungen bei Ihrem Hautarzt bzw. im Hauttumor-Zentrum sollten engmaschig erfolgen, und zwar in den ersten fünf Jahren alle drei Monate. Lymphknoten-Ultraschall und die Bestimmung der Tumormarker werden anfangs auch alle drei Monate, später mit abnehmender Frequenz durchgeführt. Bildgebende Untersuchungen wie MRT, CT oder PET werden in den ersten drei Jahren alle sechs Monate empfohlen. Bei unauffälligen Befunden sind diese aufwendigen Tomographien im Verlauf nicht mehr erforderlich.

Was bedeutet Malignes Melanom im Stadium IV für mich?

Das Stadium IV entspricht dem fortgeschrittenen Malignen Melanom. Da bereits Metastasen in anderen Organen vorliegen, hat dieses Tumorstadium leider die schlechteste Prognose.

Sobald feststeht, dass das Melanom bereits Tochtergeschwülste fernab seines Entstehungsortes gebildet hat, geht es im nächsten Schritt zunächst darum, das genaue Ausmaß seiner Verbreitung zu identifizieren und einzuschätzen.

Es geht auf Spurensuche

Sie werden also erstmal gründlich von Kopf bis Fuß untersucht. Die breit angelegte Ausbreitungsdiagnostik ist die einzige Möglichkeit, um sicher feststellen zu können, wie weit die Krebserkrankung fortgeschritten ist. Das Fatale am Melanom ist nämlich, dass dieser Tumor seine Zellen sowohl über die Blutbahnen (hämatogen) als auch über den Lymphweg (lymphogen) unheimlich schnell verstreuen kann.

Empfohlene Untersuchungsmethoden im Stadium IV des Malignen Melanoms sind:

  • Bestimmung der Tumormarker (S100B, LDH) im Blut
  • Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten
  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraums (Abdomen-Sonographie)
  • Schnittbildgebungen (Tomographien) des Körpers wie MRT, CT und PET
  • MRT des Kopfes
  • Skelettszintigraphie (nuklearmedizinisches Verfahren zur Darstellung des Knochenstoffwechsels)

Austausch unter Experten

Haben Sie erstmal den Untersuchungsmarathon hinter sich gebracht, geht es im nächsten Schritt um die individuelle, adäquate und vor allem zeitnahe Behandlung.

Da das fortgeschrittene Maligne Melanom sämtliche Organsysteme betreffen kann, ist es wichtig, dass sich die behandelnden Ärzte mit Kollegen aus anderen Fachgebieten beraten. Im Rahmen sogenannter Tumorkonferenzen wird dann beschlossen, welche Therapiestrategie für jeden einzelnen Betroffenen sinnvoll und zielführend erscheint.

Lebenswerte Zeit schaffen

In der Behandlung des Melanoms im Stadium IV geht es nicht mehr um heilende, sondern um rein palliative (beschwerdelindernde) Maßnahmen. Betroffenen Menschen und ihren Angehörigen soll trotz schwerer Krebserkrankung eine noch möglichst lange und lebenswerte gemeinsame Zeit ermöglicht werden.

Ziele einer Tumorbehandlung im Stadium IV des Malignen Melanoms sind somit:

  • Verlängerung des Gesamtüberlebens
  • Verlängerung der Zeit, in der die Erkrankung nicht weiter fortschreitet
  • Linderung von Begleitsymptomen (Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Einschränkung der körperlichen Bewegungsmöglichkeiten etc.)
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Wiederherstellung der Teilhabe am Sozial- und/oder Berufsleben

Moderne Therapien lassen hoffen

War es früher leider so, dass die Diagnose eines fortgeschrittenen Malignen Melanoms gleichbedeutend war mit einer stark reduzierten Überlebenszeit von nur wenigen Wochen, so hat sich diese Prognose heutzutage glücklicherweise deutlich verbessert. Moderne Therapeutika, sogenannte "targeted therapies", greifen gezielt in den Stoffwechsel der bösartigen Tumorzellen ein und verhindern dadurch ein weiteres ungehemmtes Wachstum des Melanoms.

Obwohl nicht bei jedem Betroffenen einsetzbar oder auch nicht gleich gut wirksam, so hat sich bereits in vielen Studien gezeigt, dass diese Wirkstoffe die Lebensqualität deutlich verbessern und wertvolle Lebenszeit schenken können. Die Zukunft der modernen Immuntherapie zur Behandlung des Malignen Melanoms ist daher vielversprechend und gibt Grund zur Hoffnung.

Malignes Melanom: Was bedeutet die Tumordicke nach Breslow?

Die Tumordicke nach Breslow, auch Breslow-Level genannt, ist eine Messgröße beim Malignen Melanom. Die mikroskopisch-feingeweblich gemessene Tumordicke ist geeignet, um die Stadien des schwarzen Hautkrebses zu beurteilen und den sich daraus ergebenden Krankheitsverlauf einzuschätzen.

Und so läuft's praktisch

Beim dringenden Verdacht eines Malignen Melanoms ist das vorrangige Ziel, die suspekte Hautveränderung baldmöglichst vollständig zu entfernen und feingeweblich untersuchen zu lassen. Im Labor wird das eingeschickte Gewebepräparat entsprechend der Fragestellung von einem spezialisierten Histologen (Experte für die Beurteilung von Geweben) aufbereitet und beurteilt.

Der Histologe misst hierfür zunächst die absolute Dicke des eingedrungenen Tumorgewebes, und zwar angefangen von der obersten Zellschicht unserer Oberhaut (Epidermis) bis hin zum tiefsten noch nachweisbaren Tumorgewebe. Die ermittelte Tumordicke wird in Millimetern angegeben und ist benannt nach Alexander Breslow, einem US-amerikanischen Pathologen.

Je oberflächlicher, desto besser

Der Pathologe Breslow entwickelte und veröffentlichte sein Einteilungssystem bereits 1970. Obwohl inzwischen fast 50 Jahre vergangen sind, stellt die Tumordicke nach Breslow nach wie vor den wichtigsten Faktor in der Einordnung und Prognose des Malignen Melanoms dar.

Je nachdem, wie weit der vorliegende Hautkrebs bereits in tiefere Hautschichten vorgedrungen bzw. wie groß die gemessene Tumordicke ist, erfolgt die entsprechende Tumoreinteilung in folgende fünf Bereiche:

  • Tis: Krebsvorstufe
  • T1: ≤ 1 mm
  • T2: 1,01 - 2,0 mm
  • T3: 2,02 - 4,0 mm
  • T4: ≥ 4,01 mm

Hierbei gilt: Je geringer die Eindringtiefe, desto höher ist die 10-Jahres-Überlebensrate. Sie fragen sich, was das nun konkret bedeutet? Ein Beispiel:

Während diese Rate bei einer Tumor-Eindringtiefe von unter einem Millimeter mit 88-97% angegeben wird, liegt sie bei einer Tumordicke von über vier Millimetern nur noch bei knapp über 50%. Diese Zahlen beziehen sich allerdings nur auf das Maligne Melanom ohne vorliegende Metastasen.

Inzwischen wird noch mehr berücksichtigt

Der Vollständigkeit halber sei noch folgendes erwähnt: Die Tumordicke nach Breslow ist seit einigen Jahren nicht mehr das einzige Kriterium, das zur Tumor-Klassifikation des Primärtumors beim Malignen Melanom berücksichtigt wird. Heutzutage bezieht der Histologe in seiner Beurteilung generell sowohl die Geschwürbildung (Ulzeration) als auch – seit 2009 – zusätzlich bei Melanomen ≤ 1,0 mm noch die Zellteilungsrate (Mitoserate) mit ein.

Malignes Melanom: Was sind Satelliten- und In-transit-Metastasen?

Metastasen sind Absiedelungen eines bösartigen Ursprungstumors (z. B. Melanom) in entferntes Gewebe. Je nach Lokalisation bzw. Entfernung vom Primärtumor werden hierbei verschiedene Formen differenziert – Satelliten- und In-transit-Metastasen sind der lokoregionären Metastasierung zuzuordnen.

Neben dem Abstand zum Ursprungstumor unterscheidet man bei der Verschleppung der Krebszellen übrigens auch noch den Ausbreitungsweg. Meist erfolgt die Absiedelung von Krebszellen über das Blut (hämatogen) und/oder über die Lymphe (lymphogen). Das Maligne Melanom neigt leider dazu, sich sehr schnell sowohl über die Blut- als auch über die Lymphbahnen im Körper auszubreiten.

Aufteilung je nach Lokalisation

Entsprechend der sogenannten TNM-Klassifikation (System zur Einteilung bösartiger Tumoren in verschiedene Stadien) unterscheidet man bei Krebserkrankungen lokale, regionäre und Fernmetastasen.

Lokale Metastasen bilden sich direkt in der Umgebung des Tumors. Die regionären Metastasen entstehen dagegen hauptsächlich durch eine Abwanderung der Krebszellen über die Lymphbahnen und einem Festsetzen im nächsten "regionären" Lymphknoten. Zur Bildung von Fernmetastasen kommt es in der Regel durch die hämatogene Verschleppung von Tumorzellen in weiter entfernte Organe.

Unter den primär metastasierten Melanomen finden sich bei etwa zwei Dritteln dieser Tumoren ausschließlich Metastasen innerhalb des lokoregionären Lymphabflussgebietes. Dazu gehören Satelliten-Metastasen, In-transit-Metastasen und lokoregionäre Lymphknotenmetastasen.

Unterscheidung wichtig für die Therapie

Die Hautmetastasierung erfolgt vom primären Melanom aus normalerweise zunächst über die Lymphe in die umgebende Haut oder in den Hautbereich zwischen Tumor und regionale Lymphknoten. Liegt eine Metastase näher als zwei Zentimeter am Melanom, spricht man von einer Satelliten-Metastase. Liegen die Tochtergeschwülste dagegen weiter als zwei Zentimeter weg, aber noch vor dem nächsten Lymphknoten, spricht man von In-transit-Metastasen.

Diese genauen Unterscheidungen sind wichtig, da die Therapieempfehlungen bei einem regionären Lymphknotenbefall u. a. ganz anders definiert sind als beim Vorliegen von Satelliten- oder In-transit-Metastasen. So kommen spezielle Behandlungsverfahren wie z. B. die isolierte Extremitätenperfusion auch nur für wenige Betroffene mit lokoregionären Hautmetastasen in Frage.

Behandlung

Wie wird ein Malignes Melanom therapiert?

Wenn ein Malignes Melanom diagnostiziert ist, muss zunächst festgestellt werden, ob dieses bereits Krebszellen in andere Organsysteme gestreut hat. Dazu werden meist in einer Klinik verschiedene Tests gemacht: Vor allem eine Kontrolle der gesamten Haut sowie eine körperliche Untersuchung der Organsysteme – mit besonderem Blick auf die Lymphknoten, die Leber und die Lunge.

In der Therapie der Malignen Melanoms kommen folgende Methoden zum Einsatz:

Welche Therapie für die Betroffenen am besten geeignet ist, wird individuell nach Krankheitsstadium und charakteristischen Tumoreigenschaften entschieden.

Flache Tumore ohne Metastasen haben eine hervorragende Prognose

Wenn es auch im Ultraschall und auf Röntgenaufnahmen keinen Hinweis auf Tochtergeschwülste gibt, genügt in der Regel die Entfernung des Tumors. Der Chirurg wird bei einer Melanomdicke von 2 mm (oder weniger) dabei meist einen Sicherheitsabstand von 1 cm zum gesunden Gewebe halten, bei einer Tumordicke von mehr als 2 mm in der Regel einen Abstand von 2 cm. Die Prognose bei einem Malignen Melanom, welches noch nicht allzu tief ins Gewebe eingedrungen ist und, das noch keine Metastasen (Tochtergeschwülste) gebildet hat, ist nach der chirurgischen Entfernung ausgesprochen gut. Bei einer Tumordicke von unter 0,75 mm ohne Streuung geht man sogar von bis zu 100% Heilungschance aus. Auch begrenzte Tumore mit bis zu 1,5 mm Dicke haben eine gute Prognose: laut Studien beträgt die Überlebensrate hier über 90%. Trotzdem oder gerade deshalb ist es in den ersten Jahren nach Diagnose und OP wichtig, regelmäßige Check-Ups beim Arzt wahrzunehmen. In diesem Fall sind die Kontrolluntersuchungen anfänglich meist halbjährlich, danach für ein paar Jahre einmal jährlich eingeplant.

Wächter-Lymphknoten sind wichtige Indikatoren

Eine besondere Untersuchungsmethode beim „schwarzen Hautkrebs“ ist übrigens die gezielte Biopsie der sogenannten Wächter-Lymphknoten. Sie wird meist empfohlen, wenn die Tumordicke einen Millimeter übersteigt. Hierbei werden die Lymphknoten, die unmittelbar im Einflussgebiet des jeweiligen Tumors liegen, durch Einspritzen spezieller Marker identifiziert und anschließend genauer untersucht: Sind diese von Krebszellen befallen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch weitere Lymphknoten betroffen sind. Sind diese, auch Sentinel-Lymphknoten genannten, Wächter-Lymphknoten frei von Krebszellen, so sind es in der Regel auch alle nachfolgenden Lymphknoten. Diese verhältnismäßig einfache Methode kann also wichtige Aufschlüsse über eine eventuell vorhandene Ausbreitung von Tumorzellen geben.

Operation ist in fast allen Stadien die wichtigste Therapiemaßnahme

Werden bei den oben genannten Kontrollen Absiedlungen von Krebszellen gefunden, müssen meist noch weitere Untersuchungen folgen, um das genaue Ausmaß der Erkrankung zu ermitteln. Auch hier ist die Entfernung des Tumors mit ausreichend Abstand zum gesunden Gewebe das Mittel der Wahl. Leider gibt es zurzeit noch keine weitere Therapiemöglichkeit, die eine Heilung verspricht. Je nach genauem Krankheitsbild werden verschiedene Chemotherapeutika (Fotemustin, DTIC) oder auch Immuntherapien mit Interferon angewendet. Auch Strahlentherapie, operative Verkleinerung der Tumormasse oder einige experimentelle neue Therapien werden im Einzelfall versucht.

Genaues Ausmaß der Streuung ist entscheidend

Die Prognose bei alleinigem Befall angrenzender Lymphknoten liegt bei maximal 50% 5-Jahres-Überlebensquote. Das bedeutet aber auch, dass aus dieser Gruppe fast jeder zweite Betroffene damit rechnen kann, dauerhaft krebsfrei zu bleiben. Sind allerdings viele und auch entferntere Lymphknoten befallen sinkt diese Quote stetig ab. Hier sind die regelmäßigen, meist im 3-Monats-Intervall empfohlenen Nachsorgetermine besonders wichtig.

Hat das Maligne Melanom bereits in diverse Organsysteme (Lunge, Leber, Gehirn oder Knochen) gestreut, ist die Überlebenswahrscheinlichkeit leider nur gering. In sehr fortgeschrittenen Fällen können dem Betroffenen auch nur noch wenige Monate oder Wochen bleiben. Allerdings kommt es auch hier ganz auf den genauen individuellen Befund an.

Medikamente

Welche Medikamente werden zur Therapie des Malignen Melanoms eingesetzt?

Nur die frühzeitige und vollständige Entfernung des Melanoms kann die Krebserkrankung heilen. Dagegen ist das vorrangige Ziel der aktuell eingesetzten medikamentösen Therapeutika, Betroffenen zu einem möglichst langen und beschwerdefreien Leben zu verhelfen.

In diesem Zusammenhang unterscheidet man beim Malignen Melanom deshalb zwei medikamentöse Behandlungsansätze:

  • adjuvant (unterstützend)
  • palliativ (symptomlinderndend, gegebenenfalls lebensverlängernd)

In beiden Fällen gibt es wiederum verschiedene Wirkstoffgruppen mit sehr unterschiedlichen Kampfstrategien gegen den Krebs. Was derzeit leider noch nicht existiert, ist eine kurative (heilende) medikamentöse Behandlung.

Die Forschung boomt

War man bis vor einigen Jahren noch ausschließlich auf Chemotherapie und Interferone in der Behandlung des schwarzen Hautkrebses angewiesen, so hat die Wissenschaft vor allem in letzter Zeit sehr vielversprechende innovative Therapien hervorgebracht.

Insbesondere das Wissen um die zellulären und molekularen Wirkmechanismen von Arzneimittel gestattet es heute schon, für einige Erkrankungen Medikamente "nach Maß" zu entwickeln. Bezogen auf das Maligne Melanom werden momentan vor allem die sogenannten "targeted therapies", die zielgerichteten Therapien, erfolgreich eingesetzt.

Aber das ist noch nicht alles. Die Pharmabranche boomt, es wird nonstop geforscht und entwickelt. Das Stichwort in der modernen Krebsbehandlung heißt Immuntherapie und lässt uns positiv in die Zukunft blicken.

Targeted Therapies: Wer ist hier das Zielobjekt?

Zielgerichtete Krebstherapien bzw. Medikamente haben es auf bestimmte Merkmale abgesehen, die es so nur in Tumorzellen gibt oder die beim Wachstum der Krebszellen jedenfalls eine wichtigere Rolle spielen als im gesunden Gewebe. Dadurch sollen diese Therapien wirksamer und verträglicher sein als beispielsweise Chemotherapeutika, die auch gesunde Zellen angreifen.

Es gibt im Bereich der zielgerichteten Krebstherapie unzählige Untergruppen mit unterschiedlichen Wirkprinzipien. Allen gemeinsam ist, dass sie direkt in den Stoffwechsel der bösartigen Tumorzellen eingreifen. Zu den derzeit eingesetzten "targeted therapies" beim Melanom gehören die Proteinkinase-Inhibitoren (Signalwege-Hemmer) und die Checkpoint-Inhibitoren (Immuntherapie mit Antikörpern) – Stand 2018.

Signalwege-Hemmer:

  • BRAF-Inhibitoren (Dabrafenib, Vemurafenib)
  • MEK-Inhibitoren (Trametinib, Cobimetinib)
  • c-KIT-Inhibitoren (Imatinib)

Checkpoint-Inhibitoren:

  • CTLA-4-Antikörper (Ipilimumab)
  • PD-1-Antikörper (Nivolumab, Pembrolizumab)

Im Falle einer Genmutation

Bei 50-60 % aller Malignen Melanome findet sich im Tumorgewebe ein bestimmtes genverändertes (mutiertes) Eiweiß namens BRAF. Das "gesunde" BRAF sorgt gewöhnlich in unserem Körper für eine kontrollierte Signalübertragung im Rahmen des normalen Zellwachstums. Im Falle einer BRAF-Mutation kann es allerdings zu einer Funktionsstörung dieses Signalweges und demzufolge zu einem unkontrollierten Wachstum des Melanoms kommen.

Mit einem speziellen Test kann festgestellt werden, ob diese Mutation im Einzelfall vorliegt und somit die Voraussetzung für eine zielgerichtete Therapie mit einem BRAF-Inhibitor gegeben ist. Sollte dies zutreffen, so wird die Behandlung übrigens gerne mit einem weiteren Arzneimittel, einem MEK-Inhibitor, kombiniert. Beide Medikamente haben die Fähigkeit, gleichzeitig an verschiedenen Stellen den fehlgesteuerten Signalweg an der Krebszelle zu unterbrechen und so das ungehinderte Wachstum des Melanoms effektiv zu stoppen.

Bremsen lösen, Immunsystem aktivieren

Unabhängig von irgendwelchen genveränderten Eiweißen können dagegen die Checkpoint-Inhibitoren eingesetzt werden. Es handelt sich um künstlich hergestellte Antikörper, die sich gezielt gegen Brems- bzw. Kontrollpunkte (Checkpoints) in unserem Abwehrsystem richten.

Normalerweise sorgen diese Bremsen in unserem Körper dafür, dass unser Immunsystem nicht unnötig überreagiert und nur in Falle eines "Fremdangriffs" (durch Viren, Bakterien, Krebszellen) stimuliert wird. Tumoren wie das Melanom haben dieses System dummerweise durchschaut und aktivieren gezielt die Checkpoints, um sich so geschickt vor dem Immunsystem zu schützen.

Checkpoint-Inhibitoren wie die CTLA-4- und PD-1-Antikörper lösen diese aktivierten Bremsen gezielt wieder und ermöglichen somit dem Immunsysten, den Krebs nun verstärkt anzugreifen.

Chemotherapie ist out

Im Gegensatz zur modernen Immuntherapie ist die altbewährte aggressive "Chemo" mit Zytostatika fast jedem ein Begriff. In der Behandlung des Malignen Melanoms wird diese medikamentöse Therapieoption inzwischen jedoch kaum noch eingesetzt.

Die aktuelle Leitlinie zum Management des fortgeschrittenen Malignen Melanoms empfiehlt eine Chemotherapie erst dann einzuleiten, wenn überlegenere Behandlungen (BRAF/MEK-Inhibitoren oder PD-1-Antikörper) nicht möglich sind.

Zukunftsaussichten

Übrigens zeichnet sich ab, dass auch die sonst regelmäßig in der adjuvanten (unterstützenden) Therapie des schwarzen Hautkrebses verordneten Interferone (INF-alpha) abgelöst werden könnten. Mitte 2018 hat bereits der Checkpoint-Inhibitor Nivolumab (Opdivo®) eine Erweiterung seiner Zulassung zur adjuvanten Behandlung des Malignen Melanoms bekommen – weitere vielversprechende Medikamente werden sicher demnächst folgen.

Der Vollständigkeit halber: Signalwege-Hemmer wie der c-KIT-Inhibitor Imatinib (Glivec®) werden zukünftig wohl auch nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Erstens ist die Voraussetzung für deren Einsatz eine sehr seltene Genveränderung (c-KIT-Mutation), die vor allem bei speziellen Melanom-Varianten wie den akral-lentiginösen sowie Schleimhaut-Melanomen auftritt. Zweitens stehen alternativ Checkpoint-Inhibitoren wie die PD-1-Antikörper zur Verfügung.

Wann werden beim Malignen Melanom Interferone eingesetzt?

Interferone werden beim Malignen Melanom lediglich als adjuvante (ergänzende) Behandlung zusätzlich zur OP eingesetzt, um die Heilungschancen mancher Betroffener zu erhöhen. Die oft mit vielen Nebenwirkungen einhergehende Therapie ist allerdings nicht für jeden geeignet.

Derzeit ist die adjuvante Interferontherapie die einzige zugelassene und wirksame innerliche Behandlungsmethode für Menschen mit Melanom, die ein erhöhtes Risiko für ein Rezidiv (Wiederauftreten) des Hautkrebses aufweisen. Der Einsatz dieser Medikamente muss mit den Betroffenen sorgfältig besprochen und das Nutzen-Risiko-Verhältnis abgewogen werden.

Was dahintersteckt

Interferone sind Eiweiße, die vom Organismus selbst gebildet werden und eine stimulierende Wirkung auf das Immunsystem haben. Sie dienen dazu, Virusinfektionen und Krebszellen zu bekämpfen, indem sie beispielsweise körpereigene Killerzellen aktivieren, die die bösartigen Tumorzellen angreifen.

Leider liegen zwischen Theorie und Praxis oft Welten. Das mussten sich auch die Wissenschaftler eingestehen, die vor einigen Jahrzehnten die Interferone entdeckt und gentechnisch hergestellt haben. Die große Hoffnung, mit den Interferonen nun wirksame Krebsmedikamente zu besitzen, ließ sich nicht ganz erfüllen.

Dennoch haben Wirkstoffe wie beispielsweise das Interferon-alpha ihren Platz u. a. in der unterstützenden Behandlung des Malignen Melanoms gefunden. Je nach Tumorstadium können sie in niedrigen oder hohen Dosierungen verabreicht werden. Meist werden sie als Fertigspritze ins Unterhautfettgewebe gespritzt.

Vorteile nicht von der Hand zu weisen

Laut aktuellen Leitlinien zum Malignen Melanom sollte man die adjuvante Interferontherapie vor allem Personen mit einem Tumorstadium IIB bis IIIC anbieten. Zahlreiche Studien konnten aufzeigen, dass es in diesen Krankheitsstadien unter einer Behandlung mit Interferon-alpha zu einer wesentlichen Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens kommt, und dass auch das Gesamtüberleben leicht verlängert werden kann.

In diesem Zusammenhang macht es aber hinsichtlich der Wirksamkeit wohl keinen allzu großen Unterschied, nach welchem Schema Sie als Betroffener behandelt werden. Ob nun hoch- oder niedrigdosiert, dreimal wöchentlich oder nur einmal die Woche mit einem "pegylierten", das heißt chemisch veränderten Interferon – lediglich die Nebenwirkungen variieren, abhängig von der Art und Anwendungsweise des gewählten Präparats.

Knackpunkt sind die Nebenwirkungen

Eine Interferontherapie hat nicht nur Vorteile. Die regelmäßige Verabreichung des Medikaments kann Ihre Lebensqualität auch erheblich einschränken. Vor allem die Hochdosistherapie scheint verstärkt mit Nebenwirkungen einherzugehen.

Zu den häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen gehören u. a.:

  • grippeartige Beschwerden mit Muskel- und Gliederschmerzen (vor allem in den ersten Behandlungswochen)
  • "Fatigue-Syndrom" mit Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit (meist über die gesamte Zeit anhaltend)
  • Depressionsneigung
  • Blutbildveränderungen, erhöhte Leberwerte

Insbesondere im Hinblick auf den körperlichen Allgemeinzustand des Betroffenen muss daher immer genau abgewogen werden, wo die Chancen und wo die Risiken einer Interferontherapie liegen.

Sollten Sie übrigens unter einem Hochrisiko-Melanom leiden, wäre es nicht verkehrt, ggf. über eine Studienteilnahme nachzudenken.

Strahlentherapie

Wann kommt beim Malignen Melanom eine Radiotherapie in Frage?

Die Radiotherapie wird beim schwarzen Hautkrebs vor allem als unterstützende Behandlungsmaßnahme eingesetzt. Die alleinige Strahlen- bzw. Radiotherapie ist als Erstbehandlung des Malignen Melanoms nur in solchen Fällen angezeigt, bei denen ein operativer Eingriff unmöglich oder nicht sinnvoll erscheint.

Nur im Einzelfall 1. Wahl

Eines der wenigen Beispiele für den Einsatz der Radiotherapie als Mittel der ersten Wahl ist das Lentigo-Maligna-Melanom (LMM). Diese Melanomvariante entwickelt sich in der Regel sehr langsam über Jahre bis Jahrzehnte und tritt deshalb vorwiegend erst im hohen Lebensalter auf.

Die typische Konstellation aus Lage und Ausbreitung dieses Melanoms (häufig größere Areale im Gesicht) in Kombination mit dem meist fortgeschrittenen Alter der Betroffenen gibt der Strahlenbehandlung oft den Vorzug gegenüber der operativen Therapie. Eine Option, mit der sich bei manchen LMM durchaus eine gute Tumorkontrolle erzielen lässt.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

Schon seit Jahren werden zahlreiche Tumorerkrankungen multimodal, das heißt durch eine gezielte Zusammenstellung verschiedener Therapieverfahren behandelt. So gehören auch beim Malignen Melanom (je nach Art, Lokalisation und Stadium) die Chirurgie, die Strahlen- und Immuntherapie sowie die chemotherapeutische Medikation mit zu den tragenden Säulen der Krebsbehandlung.

Die sogenannte adjuvante (unterstützende) Radiotherapie findet beim Malignen Melanom verschiedene Einsatzmöglichkeiten, zu denen u. a. folgende Anwendungsgebiete gehören:

  • nicht vollständig operierbare Melanome, die durch die ergänzende Radiotherapie im lokalen Wachstum gebremst werden sollen
  • spezieller Einsatz der Radiotherapie nach operativer Entfernung der seltenen Variante "desmoplastisches Melanom", das dazu neigt, an Ort und Stelle erneut aufzutreten
  • bei Befall mehrerer lokaler Lymphknoten oder bei größeren Lymphknoten-Metastasen (Tochtergeschwülste in den angrenzenden Lymphknoten)
  • zur lokalen Tumorkontrolle bei bestehenden Tochtergeschwülsten in unmittelbarer Umgebung zum entfernten Melanom (Satelliten- und In-transit-Metastasen)

Verbesserung der Lebensqualität

Die Radiotherapie kommt aber auch häufig zum Einsatz, wenn Betroffene inoperable Fernmetastasen haben, die ggf. bereits zu schmerzhaften körperlichen Einschränkungen führen. Die Bestrahlung kann die Lebensqualität dieser Menschen in einem solchen Krankheitsstadium entscheidend verbessern und sollte deshalb frühzeitig in Erwägung gezogen werden.

Die adjuvante Radiotherapie kann hierbei sehr individuell und vielseitig angewendet werden – unabhängig davon, ob sich die Metastasen auf die Haut, Unterhaut, Lymphknoten oder auch auf die Knochen bzw. andere Organsysteme ausgebreitet haben.

Malignes Melanom: Kann ich von einer Studienteilnahme profitieren?

Sollten Sie unter einem Hochrisiko-Melanom leiden, kann die Teilnahme an einer Studie mit der Möglichkeit verbunden sein, Ihnen frühzeitig Zugang zu neuen, bislang noch nicht erhältlichen Behandlungsmethoden zu verschaffen. Allerdings können damit auch Risiken verbunden sein.

Studienteilnahme als Chance

Die Entwicklung in der Krebstherapie geht so schnell voran, dass ständig neue Medikamente entwickelt und erprobt werden. Allerdings kann es Jahre dauern, bis diese Arzneistoffe eine Zulassung erhalten. Die Teilnahme an einer klinischen Studie gibt Ihnen persönlich vielleicht die Chance, schon vorher mit innovativen Substanzen oder Verfahren behandelt und dabei gleichzeitig besonders engmaschig und gründlich überwacht zu werden.

Klar ist aber auch: Egal ob in der Krebstherapie oder bei anderen schwerwiegenden Erkrankungen, ohne klinische Studien könnte keine Verbesserung der medizinischen Versorgung erreicht werden. Deshalb ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die sich im Interesse aller für die Forschung zur Verfügung stellen.

Tipps zur Vorgehensweise

Falls Sie über eine Studienteilnahme nachdenken oder vielleicht sogar Ihr behandelnder Arzt Sie darauf angesprochen hat, dann sollten Sie sich vorher gut über dieses Thema informieren. Studie ist nämlich nicht gleich Studie.

Neben verschiedenen Studienarten gibt es ferner vier Phasen der Arzneimittelentwicklung, in denen klinische Studien am Menschen eine Rolle spielen. Dementsprechend gibt es sehr große Unterschiede sowohl hinsichtlich des persönlichen Aufwands als auch in Bezug auf die Arzneimittelsicherheit. Wenn eine Studie sich beispielsweise erst in Phase eins befindet, liegen zu diesem Zeitpunkt noch keine Erfahrungen mit der neuen Therapie am Menschen vor. Das bedeutet zwangsläufig auch ein erhöhtes, nicht kalkulierbares Risiko für Nebenwirkungen.

Überstürzen Sie deshalb nichts, sondern verschaffen Sie sich zunächst ein solides Basiswissen rund um die Thematik und entscheiden Sie dann (ggf. zusammen mit Ihrem Arzt), ob dieser Weg eine Option für Sie sein könnte. Beim Krebsinformationsdienst oder auf der Homepage der Deutschen Krebsgesellschaft im Onko-Internetportal finden Sie nützliche Hinweise und hilfreiche Erläuterungen zur Teilnahme an Studien.

Nicht jeder ist geeignet

Viele Betroffene erhoffen sich durch eine Studienteilnahme u. a. mehr Lebensqualität, eine höhere Lebenserwartung oder sogar die Chance auf Heilung. Für manch einen ist allein schon der Gedanke an eine mögliche Teilnahme eine vielversprechende Perspektive.

Bitte bedenken Sie jedoch, dass nicht jede Person für eine Teilnahme an einer bestimmten Studie geeignet ist. Es kann also durchaus passieren, dass Sie trotz Ihrer enormen Bereitschaft immer wieder abgewiesen werden. Leider ist es nun mal so, dass jede Studie ganz bestimmte Ein- und Ausschlusskriterien hat, die oft sehr eng definiert sind.

Weitere Punkte, die Sie bei einer möglichen Teilnahme ebenfalls bedenken sollten, sind u. a. der zu berücksichtigende Zeitaufwand, die korrekte Einhaltung der Studienbedingungen und Ihre Zuverlässigkeit. Dies alles sind letztendlich Grundvoraussetzungen für aussagekräftige, ehrliche Forschungsergebnisse.

Sie können jederzeit aufhören

Sollten Sie im Laufe der Studie dennoch den Entschluss treffen, nicht mehr weiter teilnehmen zu wollen, so dürfen Sie sie abbrechen, ohne dabei irgendwelche Konsequenzen befürchten zu müssen. Jeder Studienteilnehmer unterschreibt zwar vorher einen Vertrag, in dem er über alle Rechte, Pflichten und Risiken aufgeklärt wurde; dennoch steht es Ihnen jederzeit zu, Ihre Entscheidung ohne Angabe von Gründen zu widerrufen.

Umso wichtiger ist es also, dass Sie sich im Vorfeld genauestens über die Studienbedingungen und den damit verbundenen Aufwand informieren, damit solche Situationen (im Interesse aller) möglichst vermieden werden.

Spezielle und unterstützende Therapien

Was bedeutet Extremitätenperfusion (ILP) beim Malignen Melanom?

Die isolierte Extremitätenperfusion (Isolated Limb Perfusion = ILP) ist eine besondere Art der Chemotherapie, die u. a. beim Melanom mit schnell wachsenden, multiplen regionären Haut- und Unterhautmetastasen (Tochtergeschwülsten) an Arm oder Bein eingesetzt werden kann.

Das aufwendige Therapieverfahren kann nur an bestimmten Zentren durchgeführt werden und sollte vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn andere lokale Maßnahmen bereits ausgereizt sind oder nicht praktikabel erscheinen.

Und so funktioniert's

Die Grundidee bei der ILP besteht darin, lediglich die von Metastasen betroffene Gliedmaße (Arm oder Bein) gezielt mit einem Chemotherapeutikum zu behandeln, indem man sie dafür vom restlichen Körperkreislauf isoliert. Wie das funktionieren soll? Ohne allzu sehr ins Detail zu gehen, möchte ich Ihnen einen verständlichen Überblick über diese doch sehr spezielle Behandlungsmethode geben.

Zunächst trennt der Chirurg die Blutversorgung der entsprechenden Gliedmaße vom restlichen Körperkreislauf, indem er die entsprechenden Gefäße (Arterien und Venen) freilegt. Anschließend wird unter Zuhilfenahme einer Herz-Lungen-Maschine ein sogenannter "extrakorporaler" Blutkreislauf (außerhalb des Körpers) hergestellt. Diese künstliche Umleitung des Blutes sorgt dafür, dass die Versorgung und somit die Funktion des betroffenen Armes oder Beines weiterhin gewährleistet ist.

Medikamente mit Überwärmung kombinieren

Über die Herz-Lungen-Maschine wird die entsprechende Gliedmaße dann langsam auf etwa 40°C erwärmt und mit einem hochdosierten Chemotherapeutikum (meist Melphalan), ggf. in Kombination mit einem anderen Medikament, dem rekombinanten humanen Tumornekrosefaktor alpha (rh TNFα), durchgespült.

Die Vorteile dieser Methode liegen auf der Hand. Dank der isolierten Extremitätenperfusion ist es möglich, sowohl extrem hohe Arzneimitteldosierungen einzusetzen als auch die Wirkung dieser Medikamente zusätzlich durch die kombinierte Gewebeüberwärmung zu steigern – und zwar ohne Auswirkungen auf den restlichen Körper.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man das ILP-Verfahren beherrscht. Ein Leck im System mit einem Übertritt der Substanzen vom extrakorporalen Kreislauf in den zentralen Körperkreislauf könnte sonst entsprechende (schwerwiegende) Folgen haben. Zu Ihrer Beruhigung sei aber erwähnt, dass es dafür ein extra Kontrollsystem mit (gering) radioaktiv markierten roten Blutkörperchen gibt, die während des gesamten Eingriffs gemessen werden.

Am Ende wird noch ausgewaschen

Die isolierte Extremitätenperfusion dauert insgesamt etwa 90 Minuten und erfolgt unter Vollnarkose. Im Anschluss an die "Durchströmungs-Behandlung" wird noch eine Auswaschung der behandelten Gliedmaße durchgeführt. Mit dieser ergänzenden Reinigungsprozedur soll verhindert werden, dass ungewollt Medikamente oder Gewebegifte in den restlichen Körper gelangen. Erst nach diesem letzten Schritt wird die bis dahin noch isolierte Gliedmaße erneut an den restlichen Blutkreislauf angeschlossen.

Mögliche Nebenwirkungen

Nicht selten kommt es nach der Behandlung zu lokalen Reaktionen wie Rötung, Überwärmung, leichter Blasenbildung und Abschuppung der Haut. Wenn die Chemotherapie gleichzeitig mit dem rekombinanten humanen TNF-α gegeben wird, besteht eine erhöhte Gefahr, dass es infolge der ILP zu Komplikationen im Bereich der behandelten Gliedmaße kommt. Obwohl selten, kann dies zum Teil mit schwerwiegenden Schädigungen der Muskulatur, der Blutgefäße und Nerven einhergehen.

Deutlich seltener sind ausgeprägte generelle Nebenwirkungen der Chemotherapie, da das Medikament ja in der Gliedmaße verbleibt. Durch kontinuierliche Messungen während des Eingriffs wird dafür Sorge getragen, dass kein Wirkstoff in den Körperkreislauf übertritt.

Was bedeutet lokale (intratumorale) Immuntherapie beim Malignen Melanom?

Bei der lokalen Immuntherapie mit Proleukin® wird der Wirkstoff Interleukin-2 direkt in die Hautmetastasen gespritzt, und zwar unter folgenden Rahmenbedingungen:

  • therapeutischer Einsatz möglichst nur im Rahmen einer Studienbetreuung
  • Voraussetzung sind bestimmte Metastasen (Tochtergeschwülste) des Malignen Melanoms, die nicht mehr operiert werden können.
  • Das Arzneimittel sollte direkt in oder unmittelbar um die Metastase gespritzt werden.
  • Die Behandlung kann je nach Verträglichkeit und Befund individuell variieren.
  • Therapieschema: zwei- bis dreimal wöchentliche Injektionen über zwei bis vier Wochen – zwischenzeitliche Pausen und langfristige Zyklen bis zu einem Jahr möglich

Und so funktioniert's

Interleukin-2 (IL-2) ist ein sogenanntes Zytokin, das wie eine Art Botenstoff zwischen unseren Zellen funktioniert. Daher kommt auch der Name: "inter" bedeutet nämlich "zwischen", und das griechische Wort "leukos" ist gleichzusetzen mit "weiß". Interleukine vermitteln also die Kommunikation zwischen den weißen Blutkörperchen (Leukozyten), zu denen auch die T-Helferzellen (Abwehrzellen) gehören.

Und das macht Proleukin® in der lokalen Bekämpfung der Krebsmetastasen auch so effektiv:

  • IL-2 wirkt immunmodulierend. Es beeinflusst direkt unser Immunsystem, indem es entzündungs- und tumorfördernde Stoffe hemmt.
  • IL-2 richtet sich direkt gegen die Gefäßneubildung des Tumors.
  • IL-2 hat eine wachstumshemmende und somit letztendlich auch zerstörende Wirkung auf die Krebszellen.

Gut verträglich und effektiv

Die lokale Behandlung mit Proleukin® wird in der Regel gut vertragen. Es kann vor allem im Bereich des therapierten Gebietes zu Schmerzen und Schwellungen kommen. Des Weiteren treten unter Interleukin-2 auch regelmäßig milde grippeähnliche Symptomen auf.

Insgesamt sprechen die behandelten Personen sehr gut auf dieses Therapieverfahren an. Entsprechend gut bilden sich die lokoregionären Metastasen zurück.

Wie hilft die Misteltherapie beim Malignen Melanom?

Eigentlich gar nicht. Die vor allem in der anthroposophischen Lehre als Heilpflanze bekannte Mistel hat nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen keinerlei Nutzen in der Behandlung des Malignen Melanoms. Es besteht der Verdacht, dass das Tumorwachstum durch Mistelpräparate sogar begünstigt wird.

Studienergebnisse bislang vernichtend

Die Experten der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) haben sich in der neuesten Leitlinie zum Melanom klar gegen die adjuvante (ergänzende) Therapie mit Mistelpräparaten geäußert.

Bisher ließ sich in keiner der veröffentlichten, qualitativ gut durchgeführten Studien nachweisen, dass eine Misteltherapie einen Effekt in Bezug auf Überlebenszeit oder gar Lebensqualität beim Malignen Melanom habe. In einer groß angelegten Untersuchung konnte sogar ein tendenziell erhöhtes Risiko für ein Fortschreiten des Tumors und der Metastasen (Tochtergeschwülste) festgestellt werden. Die Forscher führen diese Beobachtung darauf zurück, dass unter der Misteltherapie ggf. eine immunologische Stimulation des Tumorgewebes stattgefunden hat.

Von der Grundidee nicht verkehrt

Aber wie kommt man überhaupt darauf, dass die Mistel bei einer Krebserkrankung wie dem schwarzen Hautkrebs helfen könnte? Hintergrund für diese Annahme ist die Tatsache, dass die Mistel Wirkstoffe enthält, die Einfluss auf unser körpereigenes Abwehrsystem haben. Allerdings ist deren Nutzen bisher noch sehr umstritten und deshalb (zumindest beim Melanom) nicht zu empfehlen.

So scheint beispielsweise die im Rahmen der Brustkrebs-Behandlung gerne begleitend eingesetzte Misteltherapie bei einigen Frauen durchaus eine Wirkung zu zeigen. Es wird beschrieben, dass die Einnahme von Mistelpräparaten das sogenannte Fatigue-Syndrom lindern würde. Dieses geht u. a. mit Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit einher.

Vorsicht bei moderner Immuntherapie

In den letzten Jahren hat es vor allem in der palliativmedizinischen Behandlung des metastasierten Melanoms einige positive Entwicklungen gegeben. Derzeit werden hierfür zunehmend moderne Immuntherapeutika (z. B. Ipilimumab, PD-1-Antikörper) eingesetzt.

Aufgrund der nachgewiesenen immunstimulierenden Wirkung der Mistelextrakte warnen die Experten deshalb nochmals ausdrücklich davor, diese mit den modernen immunologisch wirkenden Medikamenten zu kombinieren. Durch eine gleichzeitige Einnahme könnten insbesondere die immunologisch bedingten Nebenwirkungen verstärkt werden und dadurch zu einem Therapieabbruch führen oder sogar einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen.

Wie sinnvoll ist eine psychoonkologische Betreuung beim Malignen Melanom?

Es macht durchaus Sinn, sich im Rahmen einer Krebserkrankung wie dem Malignen Melanom psychoonkologisch beraten und unterstützen zu lassen – sei es während der Akutbehandlung, der Rehabilitationszeit oder, wenn nötig, auch während des Sterbeprozesses.

Perspektiven schaffen, Lösungen anbieten

Die Psychoonkologie ist eine eigene wissenschaftliche Fachrichtung, die die seelischen Auswirkungen einer Krebserkrankung erforscht und Betroffenen bzw. Angehörigen dabei hilft, besser mit den zahlreichen Folgen von Krebs umzugehen.

Die Maßnahmen und Ziele in der psychoonkologischen Betreuung von Menschen mit Malignem Melanom sind vielfältig:

  • Beratung zu allen Fragen der Krankheits- und Alltagsbewältigung im Zusammenhang mit der Krebserkrankung
  • gezielte Unterstützung im Umgang mit Ängsten, Depressivität, Traurigkeit oder Sorgen
  • Angebote zu Einzel-, Paar- oder Familiengesprächen, u. a. in Bezug auf Partnerschaft und Sexualität, Familie und Beruf, den Umgang mit sich selbst und anderen
  • Teilhabe am normalen Leben und/oder Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen
  • Hilfestellung bei sozialrechtlichen Fragen, der Inanspruchnahme von Sozialleistungen, Schwerbehindertenausweis etc.
  • Verbesserung von Begleit- und Folgeproblemen, die während bzw. durch die Diagnostik und Therapie entstanden sind
  • Kontakte zu Selbsthilfegruppen, zu Seelsorgern oder anderen spirituellen Begleitern ermöglichen
  • Unterstützung bei Fragen zur Versorgung in der letzten Lebensphase

Intensive Eins-zu-eins-Betreuung

Die psychoonkologische Betreuung wird in der Regel von Fachleuten angeboten, die eine besondere Fort- oder Weiterbildung haben und somit ganz speziell dafür geschult sind, krebskranken Menschen und deren Familien unterstützend zur Seite zu stehen.

Häufig sind es Ärzte, Krankenschwestern, Psychologen, Pädagogen und Sozialarbeiter, die sich auf Psychoonkologie spezialisiert haben und Ihre ersten Ansprechpartner sind. Sollten Sie allerdings eine längere und intensivere psychoonkologische Betreuung und Behandlung wünschen, macht es durchaus Sinn, sich im weiteren Verlauf direkt an psychotherapeutisch arbeitende Psychoonkologen zu wenden. Auch hierbei stehen Ihnen natürlich die zuvor genannten Fachleute beratend zur Seite.

Lebensqualität erhalten, Lebensmut geben

Neben den bereits aufgeführten Angeboten bzw. Maßnahmen geht es letztendlich aber vor allem darum, dass Sie als Betroffener mit Ihrer Krebserkrankung nicht alleine dastehen. Zu wissen, dass man jederzeit eine helfende Hand, ein offenes Ohr oder tröstende Worte in Reichweite hat, kann unglaublich motivieren und in einer stark belastenden Situation neuen Lebensmut geben.

Weitere Ziele im Rahmen der psychoonkologischen Betreuung von Melanom-Betroffenen sind deshalb u. a.:

  • Stärkung der individuellen Bewältigungsmöglichkeiten bzw. Mobilisierung eigener Ressourcen
  • Verbesserung des seelischen Wohlbefindens und Steigerung der Lebensqualität
  • Beratung zu gesunder Ernährung und zu adäquaten sportlichen Aktivitäten
  • Anleitung zum Erlernen von Entspannungstechniken o. ä.

Kur

Malignes Melanom: Ist eine Reha-Maßnahme sinnvoll?

Eine Rehabilitationsmaßnahme ist für jeden Krebs-Betroffenen sinnvoll und kann unabhängig vom Melanom-Stadium in Anspruch genommen werden.

Voraussetzung, um an einer solchen Maßnahme teilnehmen zu können, ist allerdings, dass Sie sowohl rehabilitationsfähig (psychisch und physisch bereits genügend belastbar) als auch ausreichend motiviert sind. Nur so besteht Aussicht auf Erfolg bzw. auf eine positive Rehabilitationsprognose.

Individuelles Komplettpaket

Hauptziel einer onkologischen Rehabilitationsmaßnahme ist es, nach Möglichkeit sowohl die unmittelbaren als auch die langfristigen Folgen einer Tumorerkrankung zu mildern bzw. zu beseitigen. Je nach Art, Ausprägung und Therapie des Melanoms können diese Folgen individuell jedoch sehr unterschiedlich sein. Deshalb ist es wichtig, die Ziele der onkologischen Rehabilitation immer auf die jeweiligen persönlichen Bedürfnisse abzustimmen.

Ziele einer Reha-Maßnahme beim Malignen Melanom können u. a. folgende sein:

  • Erlernen von Strategien zur Krankheitsbewältigung
  • Vermeidung bzw. Verminderung körperlicher und seelischer Behinderungen
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Verhinderung sozialer und beruflicher Beeinträchtigungen durch die Erkrankung
  • Erhaltung der gesellschaftlichen Teilhabe
  • Wiedereingliederung in das Erwerbsleben

Darauf sollten Sie achten

Nicht alle onkologischen Rehabilitationseinrichtungen sind auch für Menschen mit Hautkrebs geeignet. Achten Sie bei der Suche nach einer passenden Klinik deshalb darauf, dass sie auch eine dermatologische Fachabteilung hat.

Eine für Sie geeignete onkologische Reha-Einrichtung sollte auf die speziellen Bedürfnisse von Melanom-Betroffenen abgestimmt sein. Sonst könnten Sie mit dem Hautkrebs ganz alleine dastehen und sich womöglich fehl am Platz fühlen. Informieren Sie sich dahingehend oder lassen Sie sich entsprechend beraten.

Ein großes Team steht Ihnen zur Seite

Das Maligne Melanom kann je nach Typ, Ausbreitungsgrad und eingeleiteten Therapiemaßnahmen durchaus mit sehr weitreichenden individuellen Beschwerden bzw. Einschränkungen einhergehen. Aufgrund der Komplexität dieser Krebserkrankung ist es wichtig, dass Sie auch während der Rehabilitationsmaßnahme jederzeit fachübergreifend kompetent betreut und behandelt werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass Sie Ihre Reha-Ziele zufriedenstellend erreichen.

Im Idealfall sollte ein Rehabilitationsteam in der Betreuung des Malignen Melanoms aus folgenden Experten bestehen:

  • Fachärzte für Dermatologie bzw. Dermatoonkologie
  • (psychoonkologische) Psychologen
  • Sozialarbeiter
  • spezialisierte Pflegekräfte
  • Physio-, Sport- und/oder Ergotherapeuten
  • Ernährungsexperten

Das Beantragen einer (onkologischen) Rehabilitation kann aufwändig sein. Scheuen Sie deshalb aber bitte nicht davor zurück. Es gibt neben dem Kliniksozialdienst im Krankenhaus auch noch andere Einrichtungen bzw. Reha-Servicestellen, die Sie gerne dabei unterstützen.

Wer zahlt die Rehabilitation beim Malignen Melanom?

In der Regel ist die Deutsche Rentenversicherung der zuständige Kostenträger für die stationäre Rehabilitation beim Malignen Melanom.

Je nach Art der Rehabilitationsmaßnahme (Heilverfahren oder Anschlussheilbehandlung, AHB) sind Sie ggf. dazu verpflichtet, etwas zum stationären Aufenthalt zuzuzahlen. Ob und wieviel Sie letztendlich dazu geben müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Höhe der Zuzahlung variiert

Soll die Reha-Maßnahme beim Malignen Melanom direkt (innerhalb von zwei Wochen) im Anschluss an die Entlassung aus einem Akutkrankenhaus angetreten werden, erfolgt sie als sogenannte Anschlussheilbehandlung (AHB). Hierfür müssen Sie Zuzahlungen in Höhe von zehn Euro pro Kalendertag leisten und zwar für maximal 14 Tage.

Die Rehaleistung "Heilverfahren" ist dagegen eine Maßnahme, die unabhängig von einem Krankenhausaufenthalt beantragt und in Anspruch genommen werden kann. Hierfür sind ebenfalls Zuzahlungen in Höhe von zehn Euro pro Kalendertag für maximal 42 Tage fällig.

Zuzahlungen, die Sie im selben Kalenderjahr bereits für eine Krankenhausbehandlung oder Rehabilitation geleistet haben, werden allerdings bei beiden Reha-Maßnahmen berücksichtigt.

Zahlungsfrei ist…

Nicht jede Person, die eine onkologische Rehabilitationsmaßnahme antritt, muss mit zusätzlichen Kosten rechnen. Es gibt durchaus auch Ausnahmen bzw. Befreiungen von den Zuzahlungen.

Im Rahmen der stationären Rehabilitation beim Malignen Melanom müssen Sie keine Zuzahlung leisten, wenn Sie

  • bei Antragstellung jünger als 18 Jahre alt sind,
  • während der Reha-Maßnahme Übergangsgeld erhalten,
  • eine bestimmte Einkommensgrenze nicht erreichen (Erwerbseinkommen und mögliche Sozialleistungen werden hierbei zusammengerechnet),
  • Arbeitslosengeld II erhalten.

Abgesehen davon gibt es noch andere Umstände und Personengruppen, die ggf. einen Anspruch auf Kostenbefreiung geltend machen können. Erkundigen Sie sich diesbezüglich bei der zuständigen Rentenversicherung oder bei Ihrer Krankenkasse. Dort erhalten Sie auch die für die Zahlungsbefreiung erforderlichen Antragsformulare.

Nachsorge

Malignes Melanom: Wie oft muss ich zur Nachsorge?

Beim Malignen Melanom wird eine "risikoadaptierte Nachsorge" über einen Zeitraum von zehn Jahren empfohlen – je nach Krebsstadium allerdings mit unterschiedlicher Frequenz.

Am Anfang alle drei bis sechs Monate

Wie oft Sie zur Nachsorge erscheinen sollten, hängt davon ab, wie weit der Krebs bei Ihnen fortgeschritten war. Der Zeitraum zwischen den einzelnen Terminen kann in den ersten drei Jahren zwischen drei und sechs Monaten variieren.

Für die Nachsorge beim schwarzen Hautkrebs gilt außerdem:

  • Je weiter der Tumor fortgeschritten war, desto umfangreicher und engmaschiger sollten die Nachuntersuchungen sein.
  • Jede vom Melanom betroffene Person sollte von Anfang an zusätzlich in der intensiven lebenslangen Selbstuntersuchung angeleitet werden.
  • Für jedes Tumorstadium existiert ein festes Nachsorgeschema, das insbesondere in den ersten Jahren nach der Erstdiagnose sehr umfassend sein kann.
  • Neben der körperlichen Untersuchung gehören je nach Tumorstadium auch Ultraschalluntersuchungen der Lymphknoten, die Bestimmung des Tumormarkers S100B und Tomographien (bildgebende Verfahren) zur Nachsorge.
  • Je mehr tumorfreie Zeit vergeht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Betroffene dauerhaft geheilt ist.
  • Nach einem unauffälligen 10-Jahres-Zeitraum sollten sich die Maßnahmen auf eine regelmäßige Selbstuntersuchung sowie die jährlichen Ganzkörperuntersuchungen auf Zweitmelanome beschränken.

Versäumen Sie keinen Termin

Doch warum ist es eigentlich so wichtig, diese zum Teil doch sehr häufigen Untersuchungen über sich ergehen zu lassen? Nun, gerade beim Malignen Melanom weiß man, dass etwa 80 % der Krebszellen vor allem innerhalb der ersten drei Jahre nach Entdeckung des Ersttumors wiederkommen.

Um diese bösartigen Zellen rechtzeitig erkennen und therapeutisch etwas dagegen unternehmen zu können, ist es deshalb unerlässlich, sich regelmäßig ärztlich durchchecken zu lassen. Doch die Nachsorge beim Malignen Melanom beinhaltet noch weitere wichtige Aspekte und Ziele, die wir für Sie zusammengefasst haben:

  • Hauptziel: das Wiederauftreten der Krebserkrankung (Rezidiv), Metastasen sowie Zweitmelanome frühzeitig entdecken
  • typische Komplikationen der Krankheit oder ihrer Behandlung rechtzeitig erkennen und ggf. entsprechende Gegenmaßnahmen in die Wege leiten
  • psychosoziale Unterstützung: Betroffenen im Umgang mit der Krebserkrankung auch im Alltag beistehen
  • zeitnah auf mögliche Rehabilitationsmaßnahmen hinweisen und diesbezüglich Hilfestellung leisten

Welche Untersuchungen erwarten mich bei der Melanom-Nachsorge?

Das Nachsorgeschema beim Malignen Melanom hängt vom Tumorstadium ab und hat die Früherkennung von Rezidiven (Wiederauftreten des Krebses), Metastasen und Zweitmelanomen zum vorrangigen Ziel.

Entsprechend dem vorliegenden Krebsstadium kann die Melanom-Nachsorge ggf. folgende Untersuchungen beinhalten:

  • Ganzkörper-Untersuchung
  • Ultraschall der Lymphknoten
  • Blutuntersuchung (Bestimmung des Tumormarkers S100B)
  • Tomographien (bildgebende Untersuchungen wie CT, MRT, PET)

Wie oft die jeweils empfohlene Untersuchungsmethode dann eingesetzt werden sollte, hängt wiederum davon ab, um welches Nachsorgejahr es sich handelt. Da die Gefahr eines Melanomrezidivs in den ersten drei Jahren am höchsten ist, ist auch die Frequenz der ärztlichen Vorstellungstermine in diesem Zeitraum entsprechend hoch (alle drei bis sechs Monate).

Körperliche Untersuchung ist das A und O

Völlig unabhängig vom Tumorstadium ist übrigens die körperliche Untersuchung. Sie ist bei jedem Nachsorgetermin verpflichtend und umfasst neben der gezielten Anamnese (systematische Befragung zum aktuellen Gesundheitszustand) sowohl die Inspektion der gesamten Haut als auch das Abtasten der Operationsnarbe mit den dazu gehörenden Lymphknotenstationen und Lymphabstromgebieten.

Nebenbei bemerkt: Die körperliche Untersuchung ist im Tumorstadium I bis III das effektivste Verfahren zur Früherkennung von Rezidiven.

Ultraschall der Lymphknoten

Die Experten empfehlen bereits ab dem Tumorstadium IB eine regelmäßige Sonographie der lokalen Lymphknotenregion. Die Ultraschalluntersuchung im Rahmen der Melanom-Nachsorge beinhaltet dementsprechend:

  • die Sonographie der Operationsnarbe des Ersttumors
  • die Sonographie des Lymphabflussgebietes des entfernten Melanoms
  • die Sonographie der zugehörigen regionären Lymphknotenstationen

Auch hierbei gilt: Je fortgeschrittener das Tumorstadium, desto häufiger sollten die Ultraschalluntersuchungen erfolgen.

Mit dem Tumormarker auf Spurensuche

Der Tumormarker S100B ist ein Eiweiß, das beim Melanom in erhöhter Menge auftreten kann und meist bereits im Rahmen der Erstdiagnose als Ausgangswert mitbestimmt wird. Die regelmäßige Untersuchung dieses Tumormarkers im Blut dient der Kontrolle der bekannten Krebserkrankung.

Steigende Werte im Verlauf der Nachsorge können ein Hinweis darauf sein, dass das Melanom zurückgekehrt ist und evtl. ergänzende Verfahren zur weiteren diagnostischen Abklärung erforderlich sind. Der Tumormarker S100B sollte deshalb bereits ab dem Stadium IB regelmäßig entsprechend den Leitlinien mitbestimmt werden.

Die Notwendigkeit bildgebender Verfahren

Nicht alle bildgebenden Verfahren sind im Rahmen der Nachsorge des schwarzen Hautkrebses erforderlich bzw. sinnvoll. Laut Experten sollten nur folgende Schnittbildgebungen routinemäßig in der Nachsorge des Melanoms (ab Stadium IIC) eingesetzt werden:

  • CT (Computertomographie)
  • MRT (Magnetresonanz- bzw. Kernspintomographie)
  • PET (Positronenemissionstomographie)

Insgesamt gibt es derzeitig keine generelle Empfehlung für die eine oder andere der aufgeführten Untersuchungsmethoden. Es muss im Einzelfall immer überprüft werden, welches Verfahren für welche Person und/oder Metastasenart am geeignetsten erscheint.

Aufgrund der heutigen modernen tomographischen Untersuchungsverfahren sollten allerdings herkömmliche bildgebende Verfahren wie das Röntgen des Brustraums (Röntgen-Thorax), der Bauchultraschall (Abdomen-Sonographie) oder die Skelettszintigraphie (nuklearmedizinisches Verfahren zur Darstellung des Knochenstoffwechsels) in der Melanom-Nachsorge nicht mehr routinemäßig durchgeführt werden.

Heilungschancen

Wie stehen beim Malignen Melanom die Chancen auf eine vollständige Heilung?

Die Chancen stehen gut, wenn das Melanom noch nicht allzu tief in die Haut vorgedrungen ist, der Tumor vollständig entfernt werden kann und sich noch keine Tochtergeschwüre (Metastasen) im restlichen Körper ausgebreitet haben.

Je dünner, desto besser

Entscheidend für eine gute Prognose bzw. sogar vollständige Heilung des schwarzen Hautkrebses ist vor allem die Eindringtiefe des Tumors. Es gibt aber auch noch andere Faktoren zu berücksichtigen.

Folgende Kriterien beeinflussen die Heilungschancen beim Melanom:

  • Grundvoraussetzung für eine komplette Heilung des Krebses ist, dass das Melanom vollständig chirurgisch entfernt werden kann.
  • Melanoma in situ: Solange das Melanom nur in der Oberhaut wächst und eine bestimmte Grenzschicht (Basalmembran) noch nicht überschritten hat, liegen die Heilungschancen bei 100 %.
  • Das Überschreiten der Basalmembran ermöglicht dem Tumor einen besseren Zugang zu Blut- und Lymphgefäßen. Je größer hierbei die Eindringtiefe, desto höher ist leider das Risiko zur Ausbreitung im Körper (Bildung von Metastasen).
  • Eine geringe Tumordicke von weniger als 0,75 Millimeter bietet statistisch gesehen eine Heilungschance von 95 %.
  • Das Fehlen von Geschwürbildung (Ulzeration) und/oder erhöhten Zellteilungsraten wirkt sich günstig auf die Prognose aus.
  • Sobald Fernmetastasen vorliegen, ist eine Heilung leider nicht mehr möglich.

Vollständige Genesung nur durch OP

Im Gegensatz zu manch anderen Krebsarten lässt sich das Melanom bislang nicht durch eine rein medikamentöse Therapie vollständig behandeln. Voraussetzung für eine Heilung des schwarzen Hautkrebses ist, wie zuvor bereits erwähnt, immer die komplette chirurgische Beseitigung der Krebszellen.

Allerdings hat die Wissenschaft in den letzten Jahren sehr effektive moderne Therapieverfahren hervorgebracht, die Grund zur Hoffnung geben. Bereits jetzt scheinen diese Wirkstoffe bei immer mehr Betroffenen den Tumor effektiv zurückzudrängen. Wer weiß, vielleicht ergibt sich daraus zukünftig doch noch die Chance auf Heilung des Melanoms durch Medikamente.

Wovon hängt die Prognose beim Malignen Melanom ab?

Die Prognose des Malignen Melanoms hängt von vielen Kriterien ab. Neben der Art des Tumors spielen u. a. die Lokalisation und vor allem der Ausbreitungsgrad eine Rolle. In den Anfangsstadien des Melanoms ist die Tumordicke nach Breslow der wichtigste prognostische Faktor.

Wozu das alles gut ist…

Doch warum ist das ganze Gerede um die Prognose eigentlich so wichtig? Nun, je nachdem, wie weit ein Melanom zum Zeitpunkt der Diagnose entwickelt ist, kann auch besser eingeschätzt werden, wie es sich zukünftig verhalten wird. Diese Vorhersage wiederum ist ausschlaggebend für alle weiterführenden Untersuchungen bzw. für die Art und Intensität der nachfolgenden Behandlungen.

Für die richtige Einordnung von Tumoren, in diesem Fall des Malignen Melanoms, bildet u. a. die internationale TNM-Klassifikation die entscheidende Grundlage. Dieses System berücksichtigt nicht nur die Ausdehnung (Größe/Eindringtiefe) des Primärtumors (T), sondern auch den Befall benachbarter Lymphknoten (N) sowie die Streuung von Tochtergeschwülsten auf andere Körperregionen, sogenannte (Fern-)Metastasen (M).

Mit Hilfe der TNM-Klassifikation erfolgt dann das eigentliche "Staging" – eine Stadieneinteilung (von 0 bis IV), die dazu dient, den genauen Ausbreitungsgrad des Malignen Melanoms festzustellen. Als Faustregel gilt: Je niedriger das Stadium, desto besser die Prognose.

Breslow und die Krebsprognose

Da die Tumordicke nach Breslow (Breslow-Level) den wichtigsten prognostischen Faktor des primären Malignen Melanoms darstellt, möchten wir diese histologische Messgröße nochmal besonders hervorheben.

Der Breslow-Level gibt die mikroskopisch-feingeweblich ermittelte Eindringtiefe des Tumors wieder – ein Kriterium, das besonders gut geeignet ist, um das Stadium des schwarzen Hautkrebses zu beurteilen und den weiteren Krankheitsverlauf einzuschätzen.

Je größer die Eindringtiefe des Tumors ist, desto schlechter ist die voraussichtliche 10-Jahres-Überlebensrate. Zum Vergleich: Bei einer Tumor-Eindringtiefe von unter einem Millimeter (T1) wird diese Rate mit 88-97% angegeben, während sie bei einer Tumordicke von über vier Millimetern (T4) nur noch bei knapp über 50% liegt.

Wenn allerdings bereits benachbarte Lymphknoten befallen sind, sind die Prognoseraten deutlich schlechter. Das Vorliegen von Fernmetastasen ist prognostisch am ungünstigsten.

Weitere Einflussfaktoren

Neben der Tumordicke spielt übrigens auch das Geschlecht eine entscheidende Rolle bei der Prognose. Das männliche Geschlecht hat in diesem Zusammenhang leider definitiv das schlechtere Los gezogen.

Laut Statistik sollen Tumorlokalisationen am Oberkörper, den Oberarmen, am Hals und am behaarten Kopf ebenfalls eine ungünstigere Prognose haben. Allerdings darf man hierbei auch nicht die verschiedenen Melanom-Varianten außer Acht lassen. So hat z. B. das meist an den soeben genannten Stellen lokalisierte Lentigo-Maligna-Melanom aufgrund seines langsamen Wachstums die besten Prognoseraten, während das Noduläre Maligne Melanom die aggressivste Variante mit der ungünstigsten Prognose darstellt.

Vorbeugung

Wie kann ich mich vor schwarzem Hautkrebs schützen?

Das Maligne Melanom ist eine tückische Krebsart, die aber bei sehr früher Entdeckung gut heilbar und durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen oft sogar vermeidbar ist. Im Zentrum steht dabei der umsichtige Umgang mit dem Sonnen- bzw. UV-Licht. Da eine regelmäßig intensive Bestrahlung zu kleinsten Schäden der Zell-Information (DNA) und schließlich zur Entartung in ein Karzinom führen kann, sollten insbesondere hellhäutige Menschen folgende Grundsätze beachten:

  • Je nach Alter und Hauttyp passende Sonnencreme verwenden (Erwachsene im Hochsommer wenigstens Lichtschutzfaktor 20. In südlichen Ländern, am Wasser, im Gebirge und bei sehr heller Haut lieber noch höheren Faktor wählen). Ausreichend dick und oft nachcremen!
  • Beim Baden wasserfeste Produkte verwenden oder nach dem Schwimmen erneut eincremen
  • Direkte Sonne in den sommerlichen Mittagsstunden zwischen 11 und 15 Uhr meiden
  • Die Haut auch durch leichte Kleidung und Kopfbedeckung vor der Sonne schützen
  • Solarienbesuche meiden oder begrenzen. (Für Jugendliche unter 18 gilt zu ihrem eigenen Schutz mittlerweile ein Solarienverbot).
  • Insbesondere Kinder vor direkter Sonne und vor allem vor Sonnenbrand schützen. Neben den oben genannten Maßnahmen ist hier bei Sonnencremes ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30 ratsam, bei Kleinkindern sogar LSF 50.
  • Babys gehören überhaupt nicht in die Sonne. Beachten Sie: Jeder Sonnenbrand in der Kindheit kann das spätere Melanomrisiko deutlich erhöhen!

Krebsvorsorge beim Hautarzt bleibt wichtig

Da all diese Maßnahmen das Risiko stark senken, keinesfalls aber völlig ausschalten können, ist es wichtig, seine Haut im Blick zu behalten und jegliche Veränderungen ärztlich abklären zu lassen. Empfehlenswert sind regelmäßige Checks beim Hautarzt, die ab dem 35. Lebensjahr im Zweijahrestakt von den gesetzlichen Krankenkassen im Zuge der Krebsvorsorge auch bezahlt werden. Hierbei wird die gesamte Haut vom Facharzt/ Fachärztin genau inspiziert. Manche Ärzte verwenden für die Untersuchung auch eine Art Lupe – auch Dermatoskop oder Auflichtmikroskop genannt – mit welcher auch tiefere Hautschichten kontrolliert werden können.

In einigen Praxen wird heute auch eine computergestützte, zertifizierte Bild-Dokumentation der einzelnen Pigmentflecken angeboten. So wird ein sehr genauer Verlauf über die Zeit möglich und eventuelle kleinste Veränderungen sofort sichtbar. Dieses „Extra“ wird allerdings meist nicht von der Kasse erstattet und man muss individuell entscheiden, ob man diese Art Vorsorge für sich nutzen will.

Entfernung von Muttermalen manchmal besonders ratsam

Da Muttermale in seltenen Fällen zu einem Malignen Melanom entarten können, empfehlen manche Hautärzte im Rahmen der Krebsvorsorge die Entfernung der harmlosen Pigmentflecken. Bei einigen Malen ist dieses besonders überlegenswert, so z.B. bei solchen, die an sehr sonnenexponierten Stellen liegen die durch Gürtel, Säume, BH-Träger etc. häufiger Reibung ausgesetzt sind die durchs Rasieren oder Kämmen öfter mal verletzt werden die durch ihre Lage (z.B. gelenknah oder an Hand- oder Fußflächen) ständig gereizt werden

Die Entfernung wird meist direkt in der Praxis mit einer kleinen örtlichen Betäubung vorgenommen und von den meisten Kassen auch problemlos bezahlt.

Wer familiär vorbelastet ist, also einen nahen Verwandten hat, der vom „schwarzen Hautkrebs“ betroffen ist, wird möglicherweise ein größeres Sicherheitsbedürfnis in puncto Prophylaxe haben. Auch bei anderen Melanom-Risikofaktoren – z.B. bei sehr hellem Hauttyp, einer Vielzahl von Muttermalen und/ oder starker Sonnenbestrahlung in der Vergangenheit – ist ein besonders sorgfältiges und regelmäßiges Screening sehr zu empfehlen. Eine gesunde Mischung aus Vorsicht und Vorsorge gilt in jedem Fall als der bestmögliche Schutz vor Hautkrebs.

Wie sinnvoll ist die Dermatoskopie im Rahmen der Hautkrebsvorsorge?

Die Dermatoskopie (Auflichtmikroskopie) ist ein sehr sinnvolles Untersuchungsverfahren in der Früherkennung von bösartigen Tumoren der Haut (u. a. Malignes Melanom). Mit dem Dermatoskop ist es möglich, pigmentierte Hautveränderungen zu beurteilen, die mit bloßem Auge sonst nicht erkennbar wären.

Auflichtmikroskopie oft kostenpflichtig

Bei der im Zusammenhang mit der Hautkrebsvorsorge häufig eingesetzten Dermatoskopie verwendet Ihr Hautarzt eine Art "Handmikroskop". Mit Hilfe eines speziellen Öls in Kombination mit dem besonderen Licht des Mikroskops kann der Arzt Ihre Haut bis in tiefere Schichten betrachten und beurteilen. Es ist nachgewiesen, dass diese Technik die diagnostische Genauigkeit bei der Erkennung von Melanomen erhöht.

Obwohl die Dermatoskopie eine einfache und effektive ergänzende Untersuchungsmethode im Rahmen des Hautkrebsscreenings ist, wird sie dennoch nicht von allen Krankenkassen übernommen. Derzeit beinhaltet die gesetzlich vorgesehene Hautkrebsvorsorge nämlich lediglich die komplette Inspektion der Haut und Schleimhäute sowie das Abtasten der Lymphknoten – und zwar ohne zusätzliche Gerätschaften alle zwei Jahre.

Computerunterstützte Dermatoskopie

Neben der klassischen Auflichtmikroskopie gibt es seit einigen Jahren auch die digitale Variante. Der Vorteil dieses ansonsten prinzipiell ähnlichen Verfahrens liegt in der Möglichkeit zur Speicherung und zur digitalen Analyse des Bildmaterials.

Vor allem Personen, die zahlreiche atypische Pigmentflecken aufweisen und engmaschig kontrolliert werden müssen, profitieren von der modernen Technik. So können bei ihnen mit Hilfe der computergestützten Videodermatoskopie bereits kleinste, erst im Verlauf auftretende Strukturveränderungen frühzeitig erkannt und ggf. rechtzeitig entfernt werden.

Es wird weniger "geschnitten"

Aufgrund des gespeicherten und somit zu jeder Zeit einseh- bzw. vergleichbaren Bildmaterials bleibt vielen Personen auch das ansonsten nicht seltene prophylaktische operative Entfernen atypischer Pigmentmale erspart.

Dennoch gilt: Sollte ein Pigmentfleck trotz modernster digitaler Technik nicht sicher beurteilt werden können, ist es immer besser, ihn herausschneiden und von einem Histologen feingeweblich untersuchen zu lassen.

Noch ein Extra-Tipp:
Wussten Sie, wie wichtig Mikronährstoffe für Ihre Gesundheit sind?
Unsere Empfehlungen dazu finden Sie hier.

Quellen:

  • Sterry W, Paus R. Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie. Thieme Verlag. (2000)
  • Moll I. Dermatologie. Thieme Verlag. (2005)

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