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Purine: worin enthalten, wie viel erlaubt?

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Warum ist es wichtig, nicht zu viele Purine zu essen? Welche Nahrungsmittel sind besonders reich an Purinen? Und welche Lebensmittel kann man bedenkenlos zu sich nehmen? Mehr zu diesen Themen lesen Sie in diesem Beitrag.

Basiswissen

Was sind Purine?

Purine sind wichtige Bestandteile des Erbgutes und der Zellwände, also gut und wichtig für den Körper.

Purine werden mit der Nahrung aufgenommen, denn alle Pflanzen und Tiere benötigen diese Substanz ebenso wie der Mensch. Weil Purine so wichtig sind, produziert der Körper sie auch selber. Purine sind somit keinesfalls schädlich oder schlecht.

Gleichwohl kann ein Überfluss von Purinen – oder besser derer Abbauprodukte – zu erhöhten Harnsäurespiegeln im Körper und nachfolgend eventuell zur Gichterkrankung führen. Die Höhe des Harnsäurespiegels hängt hauptsächlich von der Nierenfunktion ab, aber auch gewisse Ernährungsgewohnheiten spielen eine Rolle.

Nahrungmittel

Welche Lebensmittel enthalten wenig und welche viel Purin?

Purine sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Besonders Fleisch, Meeresfrüchte und bestimmte Fischsorten sind reich an Purinen, die im Körper zu Harnsäure verstoffwechselt werden. Da bei erblich vorbelasteten Menschen mit Gicht die Ausscheidungsfunktion der Nieren für Harnsäure nicht mehr richtig funktioniert, wird eine möglichst purinarme Kost empfohlen.

Fleisch und Fisch in Maßen

Allerdings kann der Stoffwechsel von Menschen auf die gleichen Lebensmittel ganz unterschiedlich reagieren. Generell lässt sich sagen, dass der Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln und Gichtanfällen noch nicht sehr gut erforscht ist.

Gichtanfälle scheinen jedoch gehäuft aufzutreten nach Tagen, in denen viel Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte gegessen wurden. Pflanzliche Lebensmittel mit hohem Puringehalt dagegen wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Spinat, Pilze, Haferflocken, Blumenkohl, Brokkoli und Champignons scheinen nur einen geringen Einfluss auf das Risiko für einen Gichtanfall zu haben.

Wo ist wie viel drin?

Grundsätzlich wird Menschen mit Gicht jedoch empfohlen, sich möglichst purinarm zu ernähren. Der Puringehalt von Lebensmitteln ist sehr unterschiedlich. Damit Sie eine Vorstellung bekommen, wo wieviel Purin drinsteckt, finden Sie hier eine Übersicht über Lebensmittel mit hohem, mittlerem und niedrigem Puringehalt. Zudem gibt es auch Lebensmittel, die frei von Purinen sind.

Lebensmittel mit hohem Puringehalt

  • Innereien wie Leber, Nieren, Herz, Lunge, Kalbsbries
  • Fleischextrakt
  • bestimmte Fischsorten wie Forelle, Hering, Sprotten, Heilbutt
  • Schalen- und Krustentiere (Meeresfrüchte)
  • Geflügel- und Fischhaut
  • Wursterzeugnisse
  • Schinken
  • Speck
  • Wild
  • Sojaerzeugnisse
  • Hefe
  • Hülsenfrüchte wie weiße Bohnen, Linsen, Erbsen

Lebensmittel mit mittlerem Puringehalt

  • Mais aus der Dose
  • Rosenkohl
  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Artischocken
  • Trockenobst
  • Erdnüsse, Haselnüsse, Mandeln
  • Sesam

Purinarme Lebensmittel

  • Vollkornprodukte
  • Milch und Milchprodukte
  • Käse
  • Eier
  • Marmelade und Konfitüre
  • Karotten
  • Kartoffeln
  • Kopfsalat
  • Paprika
  • Tomaten
  • Gurke
  • Obst (außer Datteln)
  • viele Gemüsesorten (außer Hülsenfrüchte, Spinat, Rosenkohl)
  • Brot, Brötchen, Gebäck
  • Maisgrieß (Polenta)

Lebensmittel ohne Purine

  • Milch
  • Quark
  • Joghurt
  • Buttermilch
  • Frischkäse
  • Butter
  • Margarine
  • Honig
  • Zucker
  • Essig
  • Öl
  • Oliven
  • Bittermandeln
  • Pinienkerne
  • Walnüsse
  • Senf
  • Kaffee
  • Sekt
  • Wein

Lebensmitteltabellen für Purine und Harnsäure

Wer noch genauer wissen möchte, wie viel Purine in den verschiedenen Nahrungsmitteln enthalten ist, kann sich im Internet Lebensmitteltabellen für Purine und Harnsäure herunterladen. Hier erhalten Sie einen Überblick über die gängigsten Speisen und Getränke und ihren Puringehalt. Gleichzeitig enthalten die Tabellen eine Umrechnung, wie viel Harnsäure aus den Purinen hergestellt wird.

Grenzwerte

Gicht: Wieviel Purin am Tag ist erlaubt? 

Die empfohlene Menge hängt davon ab, ob Sie als gesunder Mensch fragen, oder ob Sie einen erhöhten Harnsäurespiegel haben bzw. bereits unter den Beschwerden einer Gicht leiden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) macht hierzu klare Vorgaben.

Bei Gicht gelten strengere Regeln

Für die Allgemeinbevölkerung, d.h. für Menschen mit normalem Harnsäurespiegel im Blut, empfiehlt die DGE eine Höchstmenge von 200 mg Purinen täglich. Bei erhöhtem Harnsäurespiegel oder einer manifesten Gichterkrankung sind die Vorgaben strenger.

Die DGE differenziert hier zwei verschiedene Diätformen und unterscheidet zwischen purinarmer und streng purinarmer Diät. Bei Empfehlung einer purinarmen Diät sollte die tägliche Purinaufnahme 166 mg nicht überschreiten. Das entspricht einer wöchentlichen Harnsäureproduktion von max. 3.000 mg.

Bei der streng purinarmen Diät liegt der Grenzwert für den täglichen Purinkonsum bei ≤ 100 mg. Das entspricht dann einer wöchentlichen Harnsäureproduktion von max. 2.000 mg.

Welche Diät für Sie persönlich sinnvoll ist, erfahren Sie von Ihrem behandelnden Arzt oder im Rahmen einer Ernährungsberatung.

Fleisch und Alkohol in Maßen

Wenn Sie unter Gicht leiden oder auch nur grenzwertig erhöhte Harnsäurewerte haben, sollten Sie diese Richtwerte einhalten. Eine bewusste, purinarme Ernährung kann das Risiko für die Entstehung von Gicht bzw. einen Gichtanfall deutlich reduzieren.

Dabei sollte man möglichst Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt meiden. Kurz gesagt: Fleisch, Meeres-Krustentiere, Innereien, Hülsenfrüchte und Alkohol sind die größten Feinde! Aber auch bestimmte Fischarten und die Haut von Geflügel stecken voller Purine.

Das heißt jedoch nicht, dass Sie von jetzt an auf all diese Nahrungsmittel vollständig verzichten müssen, zumal darin auch wichtige und wertvolle Nährstoffe enthalten sind, die Ihr Körper braucht. Vielmehr geht es darum, diese Produkte nicht im Übermaß zu verzehren. Ohnehin schmeckt ein gutes Stück Fleisch oder Fisch viel besser, wenn man es nur hin und wieder, dann aber in vollen Zügen genießt.

Hier können Sie sich informieren

Ihr Hausarzt hat eventuell detaillierte Listen der Nahrungsmittel als Service für Sie. Auch im Rahmen einer Ernährungsberatung werden Ihnen hilfreiche Tabellen zur Verfügung gestellt.

Außerdem gibt es im Internet frei zugängliche Purinrechner, mit denen Sie individuell den Puringehalt fast aller Lebensmittel und Getränke ermitteln können. Auch die Deutsche Gichtliga stellt auf ihrer Homepage einen Online-Rechner und eine App fürs Mobiltelefon zur Verfügung.

Quellen:

  • Hyperurikämie und Gicht – Ernährungstherapie. Herausgeber: Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FETeV) (2020). www.fet-ev.eu

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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