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Gelenkpunktion: Einsatzgebiete und Ablauf

Wie wird eine Gelenkpunktion durchgeführt? Können Komplikationen auftreten? Und worauf sollte ich nach dem Eingriff achten? Mehr dazu in diesem Beitrag.

Basiswissen

Was ist eine Gelenkpunktion?

Eine Gelenkpunktion wird sowohl zur Diagnostik (diagnostische Gelenkpunktion) als auch zur Therapie von verschiedenen Erkrankungen (therapeutische Gelenkpunktion) eingesetzt. Bei der Gicht beispielweise können damit Harnsäureablagerungen in den Gelenken nachgewiesen werden.

Verschiedene Arten der Gelenkpunktion:

Was ist eine diagnostische Gelenkpunktion?

Bei der diagnostischen Gelenkpunktion wird eine Nadel ins Gelenk eingeführt und Flüssigkeit abgesaugt. Anschließend wird die Gelenkflüssigkeit unter dem Mikroskop untersucht und beurteilt.

Die Punktion dient dazu, die Ursachen für eine Entzündung oder Schwellung des Gelenks herauszufinden. So können sich zum Beispiel bestimmte Erreger nachweisen lassen, die dann gezielt bekämpft werden können.

Der Eingriff kann auch mit bildgebenden Verfahren kombiniert werden. Hierzu injiziert der Arzt ein Kontrastmittel, um die einzelnen Strukturen anschließend im Röntgenbild oder mittels Computertomographie erkennen zu können.

Was versteht man unter einer therapeutischen Gelenkpunktion?

Bei der therapeutischen Punktion wird dem Betroffenen ein bestimmtes Medikament wie zum Beispiel Hyaluronsäure (zum Aufbau des Knorpels), Kortison oder ein Schmerzmittel (z.B. aufgrund einer Gelenkentzündung) direkt in das erkrankte Gelenk gespritzt. Das hat den Vorteil, dass die Substanzen unmittelbar an Ort und Stelle wirken können und nicht erst den Weg über die Blutbahn finden müssen. Gerade bei Kortisonpräparaten können dadurch auch unerwünschte Nebenwirkungen umgangen werden.

Bei einer therapeutischen Gelenkpunktion kann darüber hinaus Ergussflüssigkeit abgesaugt und das geschwollene Gelenk dadurch entlastet werden.

Wozu dient eine Gelenkpunktion bei Gicht?

Bei Gicht wird das betroffene Gelenk punktiert, um die Diagnose eindeutig abzusichern. Der Arzt entnimmt dafür eine kleine Menge Flüssigkeit aus der Gelenkhöhle und lässt sie unter dem Mikroskop auf Harnsäurekristalle untersuchen. Werden Kristalle in der Gelenkflüssigkeit festgestellt, handelt es sich mit 100% um eine Gicht.

Allerdings hat das Verfahren auch seine Haken. Er erfordert einen routinierten Untersucher und die entsprechende technische Ausstattung. Und auch dann kann die Mühe am Ende umsonst gewesen sein. Denn manchmal erreicht die Punktionsnadel die Kristalle schlichtweg nicht, obwohl sie vorhanden sind. Eine solche "punctio sicca" (trockene Punktion) darf nicht dazu verleiten, die Diagnose Gicht ad acta zu legen.

Außerdem ist auch eine Gelenkpunktion zwar ein kleiner, aber doch invasiver Eingriff, bei dem auch bei allen Vorsichtsmaßnahmen Keime eingeschleppt werden können. Es ist daher gut abzuwägen, ob sie im individuellen Fall angebracht ist oder ob die Untersuchungsbefunde und die Schilderungen des Betroffenen nicht ausreichen. Denn oft sind sie so eindeutig, dass sich eine weiterführende Diagnostik erübrigt.

Eingriff

Wie läuft eine Gelenkpunktion ab?

In manchen Fällen ist es aber doch ratsam, die Sache genauer unter die Lupe zu nehmen. Gerade die Abgrenzung zu anderen Formen der Gelenkentzündung wie z.B. der gefährlichen septischen Arthritis, bei der Erreger in die Blutbahn gelangt sind, ist manchmal schwierig. Die Differenzierung ist jedoch entscheidend, um rasch die richtige Therapie einleiten zu können.

Bevor der Arzt mit der Gelenkpunktion beginnt, wird er die Hautpartien gründlich desinfizieren. Danach sticht er mit einer Nadel in den Hohlraum des Gelenks, um ein wenig Flüssigkeit abzusaugen. Der Eingriff kann auch unter Ultraschallkontrolle erfolgen, um so die Lage des Gelenks besser ermitteln zu können. Dabei hält der Arzt das Ultraschallgerät an das Gelenk, um die Strukturen genau zu sehen und die Punktionsnadel entsprechend gezielt setzen zu können. Das entnommene Punktat wird anschließend in einem Labor gründlich begutachtet und auf die enthaltenen Zellen und mögliche Harnsäurekristalle untersucht.

Nach dem Eingriff wird der Arzt einen sterilen Druckverband auf die Punktionsstelle anlegen. Außerdem sollte das Gelenk für einige Zeit ruhiggestellt werden. Wie lange, hängt unter anderem von der Ursache der Schwellung ab und davon, ob bei der Punktion ein Präparat gespritzt wurde.

Komplikationen

Ist eine Gelenkpunktion schmerzhaft oder gefährlich?

Man kann sich bestimmt Schöneres vorstellen als eine Nadel, die ins Gelenk gestochen wird. Obwohl der Eingriff im Grunde keine große Sache ist und in der Regel ohne Komplikationen verläuft, gibt es doch auch manche Risiken und Gefahren. Daher ist immer genau abzuwägen, ob eine Gelenkpunktion erforderlich ist.

Auf den Schmerz folgt die Erleichterung

Bei der Punktion sticht der Arzt mit einer Nadel in den Hohlraum des Gelenks, um entweder Flüssigkeit aus dem Gelenk abzusaugen oder Medikamente zu injizieren.

Beim Spritzen von Medikamenten kann der Betroffene vorübergehend ein leichtes Druckgefühl spüren. Der Einstich durch die Haut ist in etwa mit einer Blutentnahme zu vergleichen. Auf Wunsch kann auch eine örtliche Betäubung mit einer Salbe oder einem Eisspray erfolgen. Allerdings muss sich die Nadel danach erst einmal ihren Weg durchs Gewebe bahnen, was unter Umständen etwas unangenehmer sein kann.

Umso größer ist die Erleichterung nach dem überstandenen Pieks. Wenn etwa das prall mit Flüssigkeit gefüllte Gelenk entlastet wird oder schmerzlindernde Medikamente direkt ihre Wirkung entfalten, fühlt sich manch einer auf einen Schlag wie neugeboren.

Was sind Warnhinweise nach einer Gelenkpunktion?

Der ambulante Eingriff dauert nur wenige Minuten. Nach dem Eingriff wird der Arzt einen sterilen Wundverband auf die Punktionsstelle anlegen.

Wichtig: Treten Beschwerden im punktierten Gelenk auf (ist das Gelenk gerötet, schwillt an oder wird heiß), sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Dann nämlich könnte sich eine Entzündung entwickelt haben, die sofort behandelt werden muss. Weitere Symptome, die auf eine Infektion hinweisen, sind Fieber und zunehmende Schmerzen.

In der Regel läuft eine Gelenkpunktion ohne Schwierigkeiten ab. Wie bei jedem anderen Eingriff können Komplikationen jedoch nicht ausgeschlossen werden. Dazu zählen:

  • Blutungen im Gelenk
  • Verletzungen durch die Kanüle
  • Hautschäden
  • Überempfindlichkeitsreaktionen gegen das verabreichte Medikament

Die Indikation muss stimmen

Zudem können beim Einstechen der Nadel Krankheitserreger (Bakterien) in die Gelenkhöhle gelangen und dort eine eitrige Entzündung auslösen, die unbehandelt zur Zerstörung des Gelenks führt. Auch eine lebensgefährliche Blutvergiftung (Sepsis) ist möglich.

Eine Gelenkpunktion sollte daher nur dann durchgeführt werden, wenn keine Verletzungen, Entzündungen oder Infektionen der Haut im Bereich der Einstichstelle vorliegen. Außerdem muss der Eingriff indiziert sein, das heißt, die erwarteten diagnostischen oder therapeutischen Ergebnisse müssen die möglichen Risiken überwiegen. Das ist allerdings ein Grundgebot ärztlichen Handelns.

Quellen:

  • Hick C, Hick A. Kurzlehrbuch Physiologie. Urban und Fischer, 3. Auflage
  • Herold G et al., Innere Medizin (2004).

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