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Schilddrüsenunterfunktion: Gibt es Alternativen statt der Hormone?

Eine leichte Schilddrüsenunterfunktion kann mitunter auch mit Jod-Tabletten behandelt werden. Bei einer stark ausgeprägten Unterfunktion müssen immer Hormone eingenommen werden. Alternativen dazu gibt es keine.

Es fehlt an Hormonen – also braucht man Hormone

Das hat folgenden Grund: Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert der Körper zu wenig Hormone. Bei ausgeprägter Unterversorgung gerät dadurch der gesamte Stoffwechsel durcheinander. Typische erste Anzeichen sind Gewichtszunahme, Verstopfung oder Kälteempfindlichkeit.

Um die fehlenden Hormonmengen zu ersetzen und die Beschwerden wieder in den Griff zu bekommen, müssen künstlich hergestellte Schilddrüsenhormone (T4 = Thyroxin) eingenommen werden. Jod oder andere Substanzen können den Mangel nicht beheben. Die einzige sinnvolle Alternative zur Einnahme von Thyroxin wäre, die Ursache für die Schilddrüsenunterfunktion zu beseitigen. Das ist aber leider nur in wenigen Fällen möglich.

L-Thyroxin: Normalerweise gut verträglich

Die Frage ist aber auch, ob man überhaupt nach Alternativen suchen muss. Das verordnete L-Thyroxin ist normalerweise sehr gut verträglich und verursacht (bei richtig eingestellter Tabletten-Dosis) keine Nebenwirkungen. Schilddrüsenhormon-Präparate enthalten den künstlich hergestellten Wirkstoff L-Thyroxin, der in seiner chemischen Zusammensetzung mit dem körpereigenen T4 völlig identisch ist und die gleiche Wirkung besitzt.

Wer dennoch den Eindruck hat, L-Thyroxin nicht gut zu vertragen, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denn es kann sein, dass die Dosis falsch eingestellt ist und eventuell erniedrigt oder erhöht werden muss. Ist die Dosierung zu hoch, können typische Beschwerden einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten. Zudem ist es möglich, dass die Schilddrüse zu Beginn der Behandlung ihre Funktion vollständig einstellt und sich die Symptome der Unterfunktion verstärken.

Gerade bei starker Unterfunktion eher behutsame Dosissteigerung

Generell gilt: Je ausgeprägter eine Schilddrüsenunterfunktion ist, desto niedriger sollte die Anfangsdosis der zugeführten Hormontabletten sein und desto langsamer sollte man mit der Hochdosierung fortfahren. Andernfalls drohen Nebenwirkungen.

Hinweis: Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Präparate, die zwar alle den gleichen Wirkstoff (L-Thyroxin) enthalten, aber aus verschiedenen Zusatzstoffen (wie z.B. Glucose, Laktulose und anderen Trägerstoffen) hergestellt wurden. Wer eine Unverträglichkeit gegen einen dieser Zusatzstoffe besitzt, kann auf ein Präparat eines anderen Herstellers umsteigen.

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Dr. med. Jörg Zorn, Arzt

Dr. med. Jörg Zorn
Arzt

    Studium:
  • Universitätsklinik Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag

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Dr. med. Monika Steiner, Ärztin

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Dr. med. Monika Steiner
Ärztin

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
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  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung bei esanum.de

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