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Restless-Legs-Syndrom (RLS, unruhige Beine): Ursachen, Symptome, Behandlung

Autorin: 

Was genau ist ein Restless-Legs-Syndrom? Wie kommt es zu ruhelosen Beinen? Woran erkennt man die Erkrankung? Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es? Im folgenden Beitrag finden Sie Fragen und Antworten zum sogenannten Restless-Legs-Syndrom.

Definition

Was versteht man unter dem Restless-Legs-Syndrom?

Der Begriff „Restless-Legs-Syndrom“ (RLS) stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt etwa „das Syndrom der ruhelosen Beine“. Betroffene haben bei dieser Erkrankung den quälenden Drang, ihre Beine zu bewegen. Ursache dafür sind Missempfindungen oder Schmerzen in den Waden und den Unterschenkeln.

Die Beschwerden nehmen typischerweise gegen Abend zu und bessern sich durch Bewegen der Beine. Als Folge des Bewegungsdrangs kann es zu Schlafstörungen und einer Leistungsminderung im Alltag kommen.

Welche Formen des Restless-Legs-Syndroms werden unterschieden?

Beim Restless-Legs-Syndrom wird das sogenannte primäre RLS von einem sekundären RLS unterschieden. Von einem primären RLS spricht man, wenn sich kein Auslöser für die Erkrankung finden lässt. Beim sekundären RLS dagegen geht man davon aus, dass äußere Einflüsse die Symptome verursachen. Dazu gehören z.B. bestimmte Medikamente.

Verbreitung des Restless-Legs-Syndroms

Wie viele Menschen sind von ruhelosen Beinen betroffen?

Das Restless-Legs-Syndrom ist sehr weit verbreitet. Es betrifft etwa 5-10% aller Erwachsenen. Man geht allerdings davon aus, dass viel mehr Menschen unter ruhelosen Beinen leiden als früher angenommen. Nur ein Bruchteil der Betroffenen geht zum Arzt und lässt sich untersuchen.

Frauen sind dabei häufiger als Männer betroffen. Auch in der Schwangerschaft tritt die Erkrankung häufig auf.

Können auch Kinder an einem Restless-Legs-Syndrom erkranken?

Obwohl das Restless-Legs-Syndrom meistens in mittlerem Lebensalter auftritt, können auch Kinder an unruhigen Beinen erkranken. Oft werden diese Symptome bei Kindern mit „Wachstumsschmerzen“ verwechselt. Auch kann es vorkommen, dass Kinder, die eigentlich an einem Restless-Legs-Syndrom leiden, fälschlicherweise die Diagnose ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) erhalten.

Ursachen

Wie entsteht das Restless-Legs-Syndrom?

Was genau die quälenden Missempfindungen und Schmerzen in den Beinen verursacht, ist bis heute noch nicht genau verstanden. Vermutet wird, dass eine Störung im Stoffwechsel der Nervenzellen die Ursache für die Erkrankung ist.

Funktionsstörung im Dopamin-Stoffwechsel

Wie andere Zellen auch, kommunizieren Nervenzellen miteinander, indem sie bestimmte Botenstoffe freisetzen. Diese Botenstoffe werden auch Neurotransmitter genannt. Davon gibt es im Nervensystem eine ganze Menge, z.B. Glutamat, Dopamin oder Serotonin.

Beim Restless-Legs-Syndrom geht man davon aus, dass eine Funktionsstörung im Stoffwechsel des Neurotransmitters Dopamin vorliegt. Dafür spricht auch die Tatsache, dass sich die Symptome nach Gabe von Dopamin-haltigen Medikamenten bessern. Dopamin ist vor allem für die Steuerung von Bewegungen verantwortlich und spielt außerdem bei der Schmerzverarbeitung im Körper eine Rolle.

Gibt es Erkrankungen oder bestimmte Medikamente, die ruhelose Beine auslösen?

Zumindest scheinen äußere Einflüsse und Erkrankungen ebenfalls in Zusammenhang mit einem Restless-Legs-Syndrom zu stehen. Ob sie allerdings das Restless-Legs-Syndrom auslösen oder als Folge dessen auftreten, ist unbekannt.

Beispiele für solche äußeren Einflüsse sind:

Stimmt es, dass Schwangere besonders oft von ruhelosen Beinen betroffen sind?

Ja, fast jede vierte Frau ist in der Schwangerschaft von einem Restless-Legs-Syndrom betroffen. Die typischen Symptome treten vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel auf und verschwinden normalerweise einen Monat nach der Geburt wieder.

Demnach sind schwangere Frauen im Vergleich zu nicht-schwangeren Frauen oder Männern im selben Alter tatsächlich häufiger betroffen.

Eisenmangel und Hormone könnten verantwortlich sein

Der Grund hierfür ist noch nicht verstanden. Eine mögliche Erklärung ist der Eisenmangel, der in der Schwangerschaft sehr häufig auftritt. Vermutlich spielt aber auch ein veränderter Hormon-Stoffwechsel während der Schwangerschaft eine Rolle.

Weitere Ursachen

Welche Rolle spielt der Eisengehalt beim Restless-Leg-Syndrom?

Aktuelle Studien haben zeigen können, dass beim Restless-Legs-Syndrom der Eisengehalt im Blut und in bestimmten Gehirnregionen im Vergleich zur Normalbevölkerung stark erniedrigt ist. Auch die Tatsache, dass durch die Gabe von Eisentabletten die Symptome unruhiger Beine gelindert werden können oder sogar vollständig verschwinden, spricht für eine wichtige Rolle von Eisen bei der Erkrankung.

Eisen und der Dopamin-Stoffwechsel

Eisen wiederum ist vermutlich für die Funktion bestimmter Proteine wichtig, die eine Rolle im Dopamin-Stoffwechsel spielen. Sinkt der Eisengehalt, können diese Proteine in Dopamin-haltigen Nervenzellen nicht mehr richtig funktionieren.

Kann das Restless-Legs-Syndrom auch vererbt werden?

Ja, das Syndrom der ruhelosen Beine lässt sich gehäuft in Familien antreffen. In den betroffenen Familien scheinen bestimmte Gene im Erbgut vorzuliegen, die sich von denen der restlichen Bevölkerung unterscheiden. Diese veränderten Gene können von der Mutter oder dem Vater an das Kind durch Vererbung weitergegeben werden.

Restless-Legs-Syndrom: Sind die Krampfadern schuld?

Generell gibt es viele verschiedene Erkrankungen, die mit einem Restless-Legs-Syndrom in Zusammenhang stehen. Auch Krampfadern werden aktuell als möglicher Auslöser diskutiert. Einige Studien konnten tatsächlich zeigen, dass sich nach der Behandlung von Krampfadern bei einigen Betroffenen auch die Symptome ruheloser Beine verbessert haben.

Ein Zusammenhang zwischen Krampfadern und dem Restless-Legs-Syndrom gilt aktuell jedoch noch nicht als wissenschaftlich gesichert. Zudem hat ein Großteil der Betroffenen mit einem Restless-Legs-Syndrom kein Problem mit Krampfadern.

Symptome

Welche Beschwerden sind typisch für ein Restless-Legs-Syndrom?

Die Symptome bei einem Restless-Legs-Syndrom sind manchmal sehr vielfältig und lassen sich teilweise nur schwer in Worte fassen. Betroffene sprechen häufig von:

  • Kribbeln
  • Stechen
  • Ziehen
  • Kriechen
  • Reißen

Ein- oder beidseitig

Diese Missempfindungen treten vorrangig in den Beinen auf und lösen bei den Betroffenen das Verlangen aus, die Beine zu bewegen. Die Beschwerden können nur auf einer Körperseite oder auch beidseitig auftreten.

Zu welcher Tageszeit ist der Bewegungsdrang besonders schlimm?

Typischerweise treten die ruhelosen Beine gegen Abend kurz vor dem Schlafengehen auf. Bei längerem Sitzen können sie aber auch tagsüber auftreten. Betroffene versuchen deshalb so oft es geht, Flugreisen, Theaterbesuche oder längere Sitzungen zu vermeiden.

Können auch Arme oder andere Körperstellen betroffen sein?

Je länger ein Restless-Legs-Syndrom besteht, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Symptome im Verlauf nicht nur in den Beinen auftreten. Auch die Arme und andere Körperstellen können betroffen sein.

Was kann es sein, wenn es kein Restless-Legs-Syndrom ist?

Viele andere Ursachen möglich

Es gibt viele Erkrankungen, die Schmerzen und Missempfindungen in den Gliedmaßen auslösen können. Hierzu gehören vor allem Nervenschäden, Durchblutungsstörungen, Muskelkrämpfe, Gelenkschmerzen, Krampfadern oder Muskelzerrungen.

Auch Medikamente können Muskelbeschwerden oder eine Bewegungsunruhe verursachen. Eine ausführliche körperliche Untersuchung und Blutentnahme durch den Arzt ist daher ein sehr wichtiger Baustein, um mögliche andere Diagnosen nicht zu übersehen.

Diagnostik

Wann sollte man mit einem Restless-Legs-Syndrom zum Arzt?

Die Beschwerden bei einem Restless-Legs-Syndrom sind in vielen Fällen nicht stark ausgeprägt und auch nicht akut lebensbedrohlich. Leider werden sie deshalb auch oft als „Wehwehchen“ abgetan und nicht ernst genommen. Doch der quälende Bewegungsdrang ist nicht nur unangenehm. Er raubt auch oft den Nachtschlaf und hat Folgen für den Alltag.

Eine gestörte Nachtruhe kann den Alltag gefährden

Als Folge von ruhelosen Beinen kommt es bei vielen Betroffenen zu Ein- und Durchschlafstörungen. Dies führt nicht nur zu einer allgemeinen Leistungsminderung, sondern gefährdet auch die Produktivität am Arbeitsplatz. Aufgrund der Konzentrationsstörungen kann es sogar vermehrt zu Unfällen kommen.

Keine falsche Scheu

Wenn Sie besonders starke und quälende Beschwerden haben oder Ihre Nachtruhe dadurch eingeschränkt ist, sollten Sie sich auf jeden Fall von einem Arzt ausführlich untersuchen und beraten lassen – nicht zuletzt auch, um andere schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.

Mehr zur Diagnosestellung

Warum wird das Restless-Legs-Syndrom oft so selten oder relativ spät diagnostiziert?

Das liegt zum einen daran, dass die Beschwerden von den Betroffenen oft nicht als schwerwiegend genug wahrgenommen werden, um sie sofort ärztlich abklären zu lassen. So können viele Jahre bis zur Diagnose vergehen.

Schwer zu erkennen

Außerdem können hinter den Missempfindungen und Schmerzen in den Beinen viele verschiedene Erkrankungen stecken. Diese Symptome sind manchmal schwer zu diagnostizieren und werden deshalb vom Arzt möglicherweise zunächst als Anzeichen einer anderen Erkrankung verkannt.

Wie stellt mein Arzt die Diagnose „Restless-Legs-Syndrom“?

Für die Diagnose eines Restless-Legs-Syndroms ist die Krankengeschichte am wichtigsten. Es gibt kein bestimmtes Zeichen bei der körperlichen Untersuchung und auch keine bildgebende Untersuchung wie z.B. eine Röntgenuntersuchung, die die Erkrankung anzeigen.

Wichtige Fragen im Erstgespräch sind:

  • Besteht ein Bewegungsdrang aufgrund von Missempfindungen und Schmerzen in den Beinen?
  • Treten die Symptome in Ruhe auf?
  • Bessern sich die Symptome durch Bewegen und Strecken der Gliedmaßen?
  • Nehmen die Beschwerden abends und nachts zu?

Lassen sich alle oben genannten Fragen mit einem „ja“ beantworten, ist die Diagnose eines Restless-Legs-Syndroms relativ wahrscheinlich. Um die Diagnose weiter zu erhärten, wird Ihr Arzt auch folgende zwei Punkte bei Ihnen überprüfen:

  • Vorliegen eines Restless-Legs-Syndroms bei einem weiteren Mitglied der Familie
  • Die Beschwerden lassen sich nicht durch andere Erkrankungen wie z.B. Muskelkrämpfe, Krampfadern, Muskelschmerzen oder Gelenkschmerzen erklären.
Was ist ein L-Dopa-Test, und wann wird er durchgeführt?

Auch wenn die Krankengeschichte ein Restless-Legs-Syndrom wahrscheinlich macht und der Arzt auch andere Erkrankungen ausgeschlossen hat, kann es manchmal trotzdem sein, dass ein sogenannter L-Dopa-Test durchgeführt wird. Dieser dient dazu, den Verdacht auf unruhige Beine nochmals zu erhärten, wenn für den Arzt die Diagnose noch nicht ganz eindeutig erscheint.

Typisch: Besserung durch Gabe von L-Dopa

L-Dopa ist ein Medikament und eine Vorstufe des Neurotransmitters Dopamin. Nach Einnahme des Medikaments wird L-Dopa im Gehirn in Dopamin umgewandelt.

Bessern sich die Symptome eines Restless-Legs-Syndroms bei Gabe von L-Dopa, spricht dies mit hoher Wahrscheinlichkeit für ein Restless-Legs-Syndrom.

Negativer Test schließt RLS nicht aus

Beim L-Dopa-Test sollte beachtet werden, dass er nicht immer positiv ausfällt. Es gibt auch Betroffene, die zwar auf L-Dopa nicht ansprechen, aber dennoch ein Restless-Legs-Syndrom haben können.

Warum sind bei der Diagnosestellung auch eine körperliche Untersuchung, eine Blutentnahme und ggf. weitere Tests wichtig?

Auch wenn die Diagnose eines Restless-Legs-Syndroms vorrangig auf der Krankengeschichte basiert, sind dennoch eine Blutentnahme sowie eine eingehende körperliche Untersuchung wichtig, um andere Erkrankungen auszuschließen.

So kann z.B. anhand der Blutuntersuchung überprüft werden, ob ein Eisenmangel vorliegt oder die Niere gut funktioniert. Außerdem kann es sein, dass Ihr Arzt noch einige neurologische Tests durchführen lässt wie z.B. das Messen der Nervenleitgeschwindigkeit oder das Prüfen der Muskelfunktion. Auch eine Untersuchung im Schlaflabor kann notwendig sein, um bestimmte Arten von Schlafstörungen auszuschließen.

Behandlung

Wie lassen sich unruhige Beine behandeln?

Zugrundeliegende Ursache beheben

Wenn das Restless-Legs-Syndrom durch Eisenmangel oder Medikamente ausgelöst wird, können die Symptome durch Einnahme von Eisentabletten oder Absetzen der entsprechenden Medikamente vollständig wieder verschwinden. Auch wenn die Erkrankung in der Schwangerschaft auftritt, lassen die Symptome nach der Geburt meist wieder nach. Steckt eine bestimmte Erkrankung hinter den Symptomen, bessern sich diese bei Behandlung der entsprechenden Erkrankung.

Welche Medikamente werden bei unruhigen Beinen eingesetzt?

Die meisten Medikamente, die bei ruhelosen Beinen verschrieben werden, greifen in den Stoffwechsel des Botenstoffs Dopamin ein. Diese Dopamin-Präparate erhöhen die Menge an Dopamin im Körper. Zusätzlich werden auch folgende zwei Medikamentengruppen eingesetzt:

Sowohl Opiate als auch Antiepileptika werden aber nur dann verschrieben, wenn Dopamin-Präparate nicht ausreichend wirken.

Dopamin-Präparate: die Einsteiger-Medikamente bei ruhelosen Beinen

Bei den Dopamin-Präparaten unterscheidet man zum einen L-Dopa, eine Vorstufe des Dopamins im Körper. Nach der Einnahme wird es im Körper zu Dopamin umgewandelt. Bei leichten Beschwerden ist L-Dopa das Medikament der Wahl. Zur besseren Entfaltung seiner Wirkung im Gehirn wird es in Kombination mit dem Medikament Benserazid gegeben.

Zu den Dopamin-Präparaten gehören aber auch folgende drei Medikamente:

  • Ropinirol
  • Pramipexol
  • Rotigotin

Auch diese Medikamente erhöhen die Menge an Dopamin im Körper und wirken ähnlich wie L-Dopa. 

Opiate als Alternative

Werden Dopamin-Präparate bei ruhelosen Beinen schlecht vertragen oder wirken sie nicht ausreichend, können auch Opiate helfen. Diese Medikamente sind allgemein als Schmerzmittel bekannt. Das Opiat Oxycodon in Kombination mit Naloxon hat sich in einigen Studien beim Restless-Legs-Syndrom als äußerst wirksam erwiesen.

Gefahr von Nebenwirkungen

Das Problem sind jedoch die Nebenwirkungen: Opiate können z.B. Atemwegsbeschwerden oder eine Abhängigkeit auslösen. Sie werden aus diesen Gründen nur selten verschrieben und eignen sich nicht als Einsteiger-Medikamente bei unruhigen Beinen.

Antiepileptika nicht als Standardbehandlung

Auch Medikamente gegen Epilepsie, sogenannte Antiepileptika, können bei unruhigen Beinen helfen. Vor allem, wenn gleichzeitig eine Nervenerkrankung vorliegt, können Antiepileptika eine sehr gute Wirkung beim Restless-Legs-Syndrom erzielen.

Dennoch ist die Wirksamkeit und Sicherheit vieler Antiepileptika bei der Behandlung unruhiger Beine noch nicht hinreichend erforscht. Aus diesem Grund spielen sie aktuell noch eine untergeordnete Rolle bei der Therapie.

Stimmt es, dass Parkinson-Medikamente auch bei unruhigen Beinen helfen?

Ja. Bei beiden Erkrankungen kommt es zu einer Störung im Dopamin-Stoffwechsel. Deshalb werden bei einem Restless-Legs-Syndrom tatsächlich Medikamente verschrieben, die auch bei einer Parkinson-Erkrankung zum Einsatz kommen. Hierzu gehören die Dopamin-Präparate wie z.B. L-Dopa oder Ropinirol.

Im Gegensatz zur Parkinson-Krankheit ist jedoch die Dosis der Dopamin-Präparate, die bei unruhigen Beinen eingesetzt wird, sehr viel niedriger.

Was mache ich bei ruhelosen Beinen in der Schwangerschaft?

Zunächst die gute Nachricht: Oft sind die Symptome eines Restless-Legs-Syndroms in der Schwangerschaft nicht stark ausgeprägt und verschwinden nach der Geburt von alleine wieder. Aus diesem Grund versucht man, unruhige Beine in der Schwangerschaft zunächst möglichst zurückhaltend und ohne Medikamente zu behandeln.

Möglichst keine Medikamente

Vielen Frauen hilft es bereits, wenn ein möglicher Eisenmangel durch die Gabe von Eisen ausgeglichen wird. Auch Massagen, regelmäßige Bewegung und Wechselbäder können Linderung verschaffen. Nur in sehr schweren Fällen werden Dopamin-Präparate wie L-Dopa eingesetzt.

Was kann ich zuhause gegen ruhelose Beine tun?

Schlafregeln einhalten

Auch wenn viele Maßnahmen, die bei ruhelosen Beinen helfen sollen, noch nicht als wissenschaftlich gesichert gelten, können sie dennoch zu einer Besserung der Beschwerden beitragen.

Bei milden Symptomen kann bereits eine ausgewogene Nachtruhe vielen Betroffenen helfen, Stress besser zu bewältigen, Ruhe zu finden und so den Bewegungsdrang zu reduzieren. Dabei sollte man z.B. darauf achten, möglichst zur selben Uhrzeit schlafen zu gehen und insgesamt ausreichend lange zu schlafen.

Bäder, Massage und Bewegung

Auch warme und kalte Bäder, Massagen oder die Einnahme von Magnesium können in einigen Fällen Linderung verschaffen. Zusätzlich ist es außerdem empfehlenswert, regelmäßig Sport zu treiben und auf Nikotin, Alkohol und Koffein zu verzichten.

Welche Übungen helfen gegen ruhelose Beine?

Um Sie vor ruhelosen Beinen in der Nacht zu bewahren, ist es wichtig, die Beine am Abend mit einer guten venösen Versorgung vorzubereiten. Tipps dazu finden Sie hier:

Therapie bei Restless-Legs

Wann macht die Einnahme von Eisen Sinn?

Sinkt der Eisen-Gehalt im Körper aufgrund eines Eisenmangels, kommt es auch zu einem erniedrigten Ferritin-Wert im Blut. Das Ferritin zeigt dabei sozusagen den Füllungsgrad der Eisenspeicher im Körper an und gibt am genauesten an, ob ein Eisenmangel vorliegt oder nicht.

Eisenmangel ausgleichen

Da der Eisen-Stoffwechsel beim Restless-Legs-Syndrom eine wichtige Rolle spielt, empfiehlt sich bei Verdacht auf die Erkrankung deshalb die Überprüfung des Ferritin-Werts im Blut. Liegt er unterhalb von 75 ug/L, sollte zunächst eine Behandlung mit Eisen erfolgen, bevor andere Medikamente wie z.B. Dopamin-Präparate eingesetzt werden.

Wie stellt mein Arzt die Diagnose „Restless-Legs-Syndrom“?

Stimmt es, dass Parkinson-Medikamente auch bei unruhigen Beinen helfen?

Ja. Bei beiden Erkrankungen kommt es zu einer Störung im Dopamin-Stoffwechsel. Deshalb werden bei einem Restless-Legs-Syndrom tatsächlich Medikamente verschrieben, die auch bei einer Parkinson-Erkrankung zum Einsatz kommen. Hierzu gehören die Dopamin-Präparate wie z.B. L-Dopa oder Ropinirol.

Im Gegensatz zur Parkinson-Krankheit ist jedoch die Dosis der Dopamin-Präparate, die bei unruhigen Beinen eingesetzt wird, sehr viel niedriger.

Welche Nebenwirkungen können Dopamin-Präparate haben?

Bei der Einnahme von Dopamin-Präparaten kann es zu Schwindel, Schläfrigkeit oder Übelkeit kommen. Diese Nebenwirkungen treten aber eher nur zu Beginn der Therapie auf und sind meistens nicht gravierend.

Wenn die Behandlung nach hinten losgeht

Viel schwerwiegender ist der sogenannte Effekt der Augmentation, bei dem sich die Symptome der unruhigen Beine verschlechtern anstatt sich zu verbessern. Dabei treten die typischen Symptome im Tagesverlauf früher und intensiver als sonst auf und breiten sich auf andere Körperstellen aus.

Das Risiko für eine Augmentation steigt mit höherer Dosis der Medikamente und bessert sich nur dann, wenn sie abgesetzt werden. In diesem Fall sollte der Arzt die Behandlung auf eine andere Medikamentengruppe umstellen.

Bei welcher Erkrankung sollte man bei der medikamentösen Behandlung von unruhigen Beinen aufpassen?

Liegt neben einem Restless-Legs-Syndrom auch gleichzeitig eine Depression vor, sollte man hier bei der Kombination der Medikamente aufpassen. Medikamente gegen Depression, sogenannte Antidepressiva, können nämlich ein Restless-Legs-Syndrom verschlimmern.

Dies trifft vor allem auf die beiden Medikamentengruppen SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) und die Trizyklischen Antidepressiva zu. Stattdessen wird bei einem RLS deshalb die Einnahme des Antidepressivums Bupropion empfohlen.

Kann bei einem Restless-Legs-Syndrom auch eine psychische Unterstützung helfen?

Ja. Je nach Ausprägung der Erkrankung und vorhandenem Leidensdruck kann ein Restless-Legs-Syndrom das psychische Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Beim Umgang mit den quälenden Symptomen und Schmerzen kann es deshalb hilfreich sein, sich mit anderen Betroffenen z.B. in Selbsthilfegruppen oder Foren auszutauschen. Entlastend können aber auch Gespräche im Rahmen einer Psychotherapie sein.

Verstärkter Leidensdruck durch Depression

In einigen Fällen lässt sich im Rahmen einer Psychotherapie feststellen, ob möglicherweise gleichzeitig eine bisher nicht diagnostizierte Depression vorliegen könnte. Diese kann durchaus dazu beitragen, dass die Schmerzen und der Bewegungsdrang bei unruhigen Beinen als besonders belastend wahrgenommen werden. Eine Behandlung der Depression kann deshalb auch zu einer Besserung des Restless-Legs-Syndroms führen.

Verlauf und Prognose

Ist das Restless-Legs-Syndrom heilbar?

Das kommt ganz darauf an, was die Ursache ist. Handelt es sich um das primäre Restless-Legs-Syndrom, so ist eine spontane Ausheilung eher weniger wahrscheinlich. Beim primären RLS helfen allerdings in über 70% der Fälle Dopamin-haltige Medikamente.

Bessere Prognose beim sekundären RLS

Die Prognose bei der sekundären Form des Restless-Legs-Syndroms ist besser. Hier kommt es bei Behandlung des Auslösers, z.B. eines Eisenmangels oder einer Niereninsuffizienz, zum vollständigen Abklingen der Symptome.

Auch bei einer Schwangerschaft verschwinden die Symptome meistens wieder nach der Entbindung.

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Quellen:

  • Guo S. et al, Restless Legs Syndrome: From pathophysiology to clinical diagnosis and management (2017). Front. Aging Neurosci. 9:171.
  • Masuhr, Karl F., Florian Masuhr, Marianne Neumann. Duale Reihe: Neurologie, 7. Auflage. Stuttgart, New York: Thieme; 2013.
  • Leitlinie “Restless-Legs-Syndrom (RLS) und Periodic Limb Movement Disorder (PLMD)”, AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/081 (Stand: 30. September 2012).

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