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Heuschnupfen (allergischer Schnupfen): Symptome und Behandlung

Woran erkennt man einen Heuschnupfen? Welche Ursachen kann er haben und wie wird man ihn wieder los? Im folgenden Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Pollenallergie.

Wie viele Menschen in Deutschland leiden eigentlich an Heuschnupfen?

Wahrscheinlich fast jeder Fünfte. Studien der letzten Jahre haben ermittelt, dass 15-20% der Gesamtbevölkerung zumindest zeitweise mit Heuschnupfen zu kämpfen haben – Tendenz seit Jahren steigend. Vor allem bei Kindern. Wobei hier auch der allergische Schnupfen mit hinzugerechnet wird, der nicht auf Pollen, sondern z.B. auf eine Hausstauballergie zurückzuführen ist. "Heuschnupfen" ist hier also der Oberbegriff und nicht wörtlich zu nehmen.

Ost-West-Gefälle ist Geschichte

Trotzdem ist das natürlich sehr viel. Bei Kindern gelten Allergien heute als das häufigste Gesundheitsproblem überhaupt. Wobei das frühere Ost-West-Gefälle (sehr viel weniger Allergien in der ehemaligen DDR, vor allem wegen der Kita-Kultur) heute fast nicht mehr nachweisbar ist. Die blühenden Landschaften gelten also zumindest für das verrückt spielende Immunsystem.

Deutlich weniger betroffen ist aber eine andere Bevölkerungsgruppe: die Migranten. Und statistisch auch Kinder aus sozial schwächeren Familien. Bei beiden Gruppen nimmt man an, dass das Aufwachsen in etwas "unhygienischerer" Umgebung (sprich: vermehrter täglicher Kontakt zu Bakterien & Co.) das Immunsystem besser trainiert.

Ganz so einfach ist die Häufigkeit der allergischen Rhinitis, wie es im Mediziner-Jargon heißt, übrigens gar nicht zu bestimmen. Denn viele Betroffene behandeln sich überwiegend selbst und suchen nur hin und wieder (oder gar nicht) einen Arzt auf.

Wann beginnt ein Heuschnupfen in der Regel?

Meistens beginnt ein Heuschnupfen (allergische Rhinitis) im Schulalter. Eine Regel gibt es aber nicht.

Während früher Personen, die im jungen Erwachsenenalter noch keinen Heuschnupfen, Asthma oder ähnliches entwickelt hatten, als sicher nicht-allergisch galten, treten Allergien und damit auch Heuschnupfen heute immer häufiger auch im höheren Lebenssalter erstmals auf.

Welches sind die typischen Beschwerden bei Heuschnupfen?

Charakteristische Symptome bei Heuschnupfen sind:

  • Naseschniefen (klares Sekret)
  • Juckreiz der Nase
  • Niesen

Hinzu kommen oft Bindehautentzündungen der Augen und Empfindlichkeit auf Reizstoffe (z.B. Zigarettenrauch). Bei manchen Betroffenen schlägt sich der Heuschnupfen auch auf den ganzen Körper nieder, z.B. in Form von Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl und Schlafstörungen.

Wie lange im Jahr hat man mit den Heuschnupfen-Symptomen zu tun?

Das hängt natürlich stark davon ab, gegen welche Stoffe man allergisch und wie stark die Allergie ausgeprägt ist. Aber über die Hälfte aller Menschen mit Heuschnupfen (allergische Rhinitis) hat jedes Jahr mehr als sechs Monate mit den Beschwerden zu kämpfen.

Etwa ein Drittel aller Betroffenen plagt sich sogar ganzjährig mit den lästigen Allergie-Symptomen herum.

Wird Heuschnupfen immer durch Pollen verursacht?

Das kommt darauf an, wie man den Begriff definiert. Medizinisch korrekt spricht man ja vom allergischen Schnupfen oder – noch medizinischer und damit noch unverständlicher – von allergischer Rhinitis. Der allergische Schnupfen kann durch Pollen, aber auch durch Tierhaare, Hausstaubmilben oder andere Reizstoffe ausgelöst werden.

Nimmt man den Begriff "Heuschnupfen" wörtlich, dann ist damit nur der allergische Schnupfen gemeint, der durch Gräser und Pollen hervorgerufen wird. De facto meinen aber fast alle, die von Heuschnupfen sprechen, die allergisch gereizte Nase, unabhängig davon, ob nun Pollen, Tierhaare oder andere Allergene dahinterstecken. Oft genug sind es ja auch aus jeder Kategorie ein paar.

Wird der Heuschnupfen vererbt?

Nein, eine Allergie und damit auch der Heuschnupfen sind nicht direkt vererbbar. Allerdings ist grundsätzlich von einem genetisch erhöhten Allergie-Risiko Ihres Kindes auszugehen, wenn Sie selbst an Heuschnupfen leiden.

Das Risiko nimmt noch etwas zu, wenn sowohl Vater als auch Mutter eine Allergie haben. Ob Ihr Nachwuchs dann aber tatsächlich ebenfalls eine Allergie entwickeln wird, ist nicht vorhersehbar. Und noch viel weniger, welche Form der Allergie es dann wird.

Schutzfaktoren bei elterlicher Allergie: Stillen und nicht rauchen

Zu den wissenschaftlich abgesicherten Schutzfaktoren, die die Allergie-Gefahr für Ihren Sprössling senken, zählen der Rauchverzicht ab Schwangerschaft und das Stillen in den ersten 4-6 Lebensmonaten.

Was genau sind eigentlich Pollen?

Pollen, oder vielmehr Pollenkörner sind im weitesten Sinne die Spermien der Pflanzen. Und zwar der Samenpflanzen. Es handelt sich also um Keimzellen oder auch Mikrosporen. Sie werden von einer Pflanze fortgetragen (meist durch Wind, aber auch durch Wasser oder Tiere) und vereinigen sich – wenn sie Glück haben und richtig landen – mit dem Fruchtknoten einer anderen Pflanze der gleichen Art.

Ähnlich wie bei uns Menschen bildet eine Samenpflanze aber nicht nur ein Pollenkorn, sondern Millionen davon. Und deren Gesamtheit nennt man dann Pollen, oder auch Blütenstaub. "Die Pollen", als häufige und bekannte Allergie-Auslöser in aller Munde und vor allem in allen Medien, gibt es also streng genommen gar nicht. Es gibt nur "den Pollen", und der fliegt nicht umher. Dessen kleine Abkömmlinge, die Pollenkörner, aber sehr wohl, und das sind die, die uns ärgern. Zumindest, wenn wir allergisch sind.

Dem einen die Fortpflanzung, dem anderen die Allergie

Aber nun genug der Erbsenzählerei: Eigentlich dient der Blüten- oder Pollenstaub also der Vermehrung und Art-Erhaltung blühender Pflanzen. Er besteht aus meist pulverartigen, gelblichen und mikroskopisch kleinen Pollenkörnchen. Sie werden als Mikrosporen von Blumen, Gräsern, Kräutern, Sträuchern und Bäumen gebildet und vor allem über den Wind verbreitet. Dabei gibt es typische, artspezifische Zeiträume, die zudem noch von der regionalen Witterung abhängig sind.

Während der entsprechenden Pollenflugzeit wirken diese Pollenkörner bei dafür empfindlichen Menschen Allergie-auslösend und führen nach mehrfachem Kontakt zu den bekannten Symptomen, beispielsweise in Form eines Heuschnupfens. Der Grund dafür sind spezifische Immunreaktionen mit bestimmten Proteinen und Lipiden, die von den Pollenkörnern nach Kontakt mit der menschlichen Schleimhaut freigesetzt werden.

Pollenbelastung: Tendenz leider steigend

Viele Menschen mit Allergien klagen darüber, dass ihre Beschwerden in den letzten Jahren häufiger auftraten und heftiger waren. Kann das stimmen? Anscheinend ja. Denn Wissenschaftler der Technischen Universität in München haben europaweit die Pollenkonzentration gemessen. Das Ergebnis: Die Menge und die Konzentrationen der Pollen steigen.

Die Daten aus 13 europäischen Staaten über den Zeitraum von 10 Jahren sind eindeutig. Pro Jahr wächst die Pollenmenge in städtischen Gebieten um 3% und in ländlichen Räumen um 1%. Für die Wissenschaftler ist deshalb klar, dass sich Allergiker auch in Zukunft auf eine zunehmende Allergiebelastung einstellen müssen.

Der Grund für diese Entwicklung sind demnach die Klimaveränderungen. So machen Wissenschaftler die steigende CO2-Konzentration dafür verantwortlich, dass sich das Wachstum der Pflanzen und damit auch die Produktion der Pollen beschleunigen. Außerdem sorgt das mildere Klima für das Auftreten neuer Pflanzenarten in unseren Breitengraden und eine verlängerte Pollenflugsaison.

Wie bekomme ich heraus, durch welche Pollen oder Gräser mein Heuschnupfen ausgelöst wird?

Gegen welche Gräser, Pollen oder andere Stoffe man allergisch ist, was also den Heuschnupfen auslöst, kann zuverlässig nur der Arzt mit einem Allergietest herausbekommen. Bevor er das tut, wird er aber schon im Gespräch versuchen, mögliche Allergie-Auslöser herauszufiltern.

Fragen wie "In welcher Jahreszeit treten die Beschwerden auf?" oder "Treten die Beschwerden eher drinnen oder draußen auf?" können schon sehr gute Hinweise liefern.

Wirklich beweisend ist dann nur ein Allergietest, bei dem verschiedene mögliche Auslöser-Stoffe (Allergene) gezielt darauf getestet werden, ob sie Beschwerden verursachen, ob man also auf sie allergisch ist. Am gebräuchlichsten ist hier der sogenannte Prick-Test.

Wie kommt es, dass man mit einer Pollen-Allergie auch bestimmte Früchte nicht verträgt?

Menschen mit einer Pollenallergie haben nicht selten auch allergische Beschwerden, wenn sie frische Früchte essen. Vor allem dann, wenn die Pollen gerade Hochsaison haben. Hinter diesem zunächst etwas eigenartig anmutenden Zusammenhang steckt eine sogenannte Kreuzallergie.

Von Kreuzallergie sprechen Mediziner, wenn man infolge seiner Allergie plötzlich auch empfindlich auf Stoffe oder Nahrungsmittel reagiert, die im Normalfall gar nicht zu Allergien führen. Wenn also zum Beispiel bei einer Allergie gegen Birken- und Haselpollen auch beim Genuss von Äpfeln, Birnen oder Karotten allergische Symptome auftreten. Die Ursache für dieses Phänomen steckt in gleichartigen Eiweißbausteinen in den Pollen und in bestimmten Früchten und Gemüsesorten. Gerade die Kombination aus Pollen-Allergien gegen Frühblüher und Empfindlichkeit gegenüber Obst und Gemüse ist relativ häufig. Aber auch zwischen Latex und Bananen kann es solch eine Kreuzallergie geben.

Notlösung: Apfelmus oder Äpfel im Winter

Die einzige gute Nachricht dabei: Die Kreuzallergie tritt bei Pollen und Gräsern in der Regel nur dann auf, wenn diese auch herumfliegen. Das heißt, im Herbst und Winter kann man die Früchte, Tomaten, Karotten, oder was auch immer es ist, meist problemlos essen. Ansonsten hilft leider nur Verzicht. Oder Erhitzung, weil dann die Eiweißbausteine denaturiert werden. Wer wegen einer Kreuzallergie zum Beispiel keine Äpfel oder Pfirsiche verträgt, kann in aller Regel trotzdem Apfelmus oder Pfirsiche aus Dosen essen. Auch wenn das nur ein schwacher Trost sein mag.

Was bedeutet es, wenn mein Heuschnupfen vor allem zuhause oder in geschlossenen Räumen auftritt?

Wenn die Heuschnupfen-Symptome vor allem in geschlossenen Räumen auftreten, spricht das eindeutig gegen Pollen oder Gräser als Auslöser. Wahrscheinlicher ist dann eine Allergie z.B. gegen Tierhaare (sind Tiere zuhause?) oder auch Hausstaubmilben. Endgültigen Aufschluss kann aber nur ein Allergietest bringen.

Was für Nasensprays gibt es gegen Heuschnupfen? 

Es gibt unzählige verschiedene Nasensprays gegen allergischen Schnupfen (Heuschnupfen), die sich aber grob in drei Gruppen einteilen lassen:

  • Nasensprays mit Cromoglicinsäure: Cromoglycinsäure (auch: DNCG = Dinatrium chromoglicicum) unterdrückt die Ausschüttung des Allergie-Symptom-Auslösers Histamin. Die Sprays brauchen zwei bis vier Wochen, bis sie voll wirken.
  • Nasensprays mit Antihistaminika: Antihistaminika unterdrücken – wie der Name sagt – ebenfalls die Wirkung von Histamin, allerdings erst am Ort des Geschehens. Das heißt, die Histaminausschüttung bleibt unbehelligt, aber die Histaminrezeptoren im Gewebe werden blockiert.
  • Nasensprays mit Kortison: Kortison-haltige Nasensprays sind bei schwereren Formen des allergischen Schnupfens eine wirksame Alternative. Kortison hemmt nicht nur Histamin, sondern auch andere Entzündungsstoffe, die an der allergischen Reaktion beteiligt sind. Da das Kortison durch das Spray nur an der Nasenschleimhaut wirkt, sind Nebenwirkungen am übrigen Körper selten. Als Akut-Sprays sind Kortison-Präparate aber ungeeignet, weil es etwas dauert, bis sich die volle Wirkung entfaltet (meist einen Tag, bis hin zu ein paar Wochen).

Was ist von Kortison-Nasensprays gegen Heuschnupfen zu halten?

Dem Heuschnupfen zuvorkommen

Auch mit Heuschnupfen kann man nicht das ganze Frühjahr über den Pollen aus dem Weg gehen. Deswegen muss die Devise lauten: Bei nahendem Kontakt zu den Pollen und Gräsern, gegen die man allergisch ist, den befürchteten Beschwerden möglichst effektiv schon im Vorwege entgegenwirken.

Gut erprobt sind Medikamente mit dem Wirkstoff DNCG (Dinatrium chromoglicicum, auch: Cromoglycinsäure). Vorteil: sehr gut verträglich. Nachteil: wirkt erst einen Tag nach der Einnahme, und dann auch nicht lange. Man muss DNCG also gut geplant einnehmen.

Wenn's schon passiert ist: die Pille danach

Ist es dafür zu spät und haben die Pollen schon die Nase zum Jucken und die Augen zum Tränen gebracht, sind vor allem sogenannte Antihistaminika hilfreich. Davon gibt es zahllose, unter anderem als Tabletten (auch als Brausetabletten, dann wirken sie schneller). Fragen Sie in der Apotheke nach einem entsprechenden Mittel und nehmen Sie nicht das teuerste.

Sowohl DNCG als auch Antihistaminika hemmen die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin. Und Histamin ist einer der Hauptauslöser der allergischen Beschwerden. Eine Allergie "heilen" können freilich beide Mittel nicht.

Helfen Erkältungs-Nasensprays auch bei Heuschnupfen?

Kurzfristig ja, langfristig nein. Insgesamt muss man von Erkältungs-Nasensprays bei allergischem Schnupfen (Heuschnupfen) abraten. Zwar wird die Nase kurzfristig frei und man fühlt sich erleichtert. Allerdings greifen die Erkältungssprays nicht in den allergischen Entzündungsprozess ein und helfen deshalb maximal kurzfristig. Bei längerer Anwendung schaden sie sogar.

Effekt nur kurzzeitig

Der Hintergrund: Die klassischen Nasensprays gegen eine verstopfte Nase bei Erkältungen befreien die Nase über ein Zusammenziehen der örtlichen Blutgefäße. Der geringere Blutzufluss hat dann zur Folge, dass auch die geschwollene Schleimhaut abschwillt. Allerdings hält dieser Effekt nicht lange an. Im Gegenteil: Bei einer Anwendung länger als zehn Tage kann die Nasenschleimhaut geschädigt werden und schwillt dann dauerhaft an.

Außerdem hat der Wirkmechanismus (Gefäßverengung) nichts mit der allergischen Reaktion zu tun. Antiallergische Nasensprays hingegen greifen direkt in den allergischen Entzündungsprozess ein, wirken also wesentlich gezielter.

Eine Alternative können Nasensalben auf pflanzlicher Basis sein. Sie pflegen und befeuchten die Schleimhaut und wirken auch antientzündlich.

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Gibt es auch Tabletten gegen Heuschnupfen?

Ja. Gebräuchlich sind vor allem sogenannte Antihistaminika. Sie verhindern, dass der Botenstoff Histamin an seinen Geweberezeptoren andocken und dort die allergische Reaktionskaskade lostreten kann. In schwereren Fällen gibt es auch Kortison-Präparate in Tablettenform.
Allerdings sind "lokal wirksame Medikamente", sprich: Nasensprays, zu bevorzugen. Wenn es sich um speziell antiallergische Nasensprays handelt, wirken sie in der Regel genauso zuverlässig wie Tabletten, haben aber weniger Nebenwirkungen.

Was ist der Vorteil von Nasensprays gegenüber Tabletten?

Nasensprays wirken schneller als Tabletten. Die bei Heuschnupfen häufig eingesetzten Nasensprays mit einem Histamin-Blocker (medizinisch: intranasale Antihistaminika) befördern den Wirkstoff sehr viel rascher an den Ort des Geschehens als Tabletten, die ja erst die Magen-Darm-Passage hinter sich bringen müssen.

Dafür klingt die Wirkung der Nasensprays in der Regel auch schneller ab: Sie müssen meist zweimal am Tag benutzt werden.

Was kann ich während der Pollen-Hochsaison im Frühjahr und Sommer tun, um den Pollenkontakt zu verringern?

Am besten den Pollen aus dem Weg gehen – so weit das irgend möglich ist. Natürlich geht das nicht immer zu 100%, aber folgende "Regeln" können dabei helfen:

  • Meiden Sie Spaziergänge im Grünen sowie sportliche Aktivitäten entlang blühender Felder
  • Vor dem Zubettgehen: Haare waschen, nicht im Schlafzimmer ausziehen und getragene Kleidung aus dem Schlafbereich verbannen
  • Fenster und Türen morgens und nachts geschlossen halten, besonders bei starkem Wind
  • Lüften Sie am besten bei Regen (ab einer halben Stunde nach Regenbeginn) und Windstille
  • Wischen Sie Staub mit feuchten Tüchern, putzen und saugen Sie regelmäßig
  • Im eigenen Garten: Lassen Sie den Rasen kurz mähen und entfernen Sie Bäume und Sträucher, auf die Sie allergisch reagieren

Mein Kind hat Heuschnupfen. Darf dann noch ein Haustier angeschafft werden?

Das kommt darauf an. Wenn Sie schon während der Schwangerschaft und direkt danach mit Haustieren (z.B. Katze oder Hund) zusammenlebten, können Sie sich auch danach wieder Vertreter derselben Spezies anschaffen. Denn dann kann man davon ausgehen, dass Ihr Kind schon daran gewöhnt ist und keine Tierhaarallergie entwickelt.
Aber abraten muss man leider, wenn dies der erste Hund oder die erste Katze wäre. Denn wenn Ihr Kind einen Heuschnupfen oder eine andere Allergie hat (z.B. gegen Hausstaub), dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass es auch auf das neue Haustier allergisch reagiert. Das muss zwar nicht unbedingt passieren, aber es kann passieren. Und vorhersagen kann man das nicht. Und wenn dann der süße neue Mitbewohner wieder weggegeben werden muss, ist das für alle Beteiligten sehr viel schmerzhafter als gleich darauf zu verzichten.

Prognose und Folgeerkrankungen

Kann ein Heuschnupfen auch von alleine wieder verschwinden?

Ja, das ist möglich. Üblicherweise lässt die Intensität des Heuschnupfens mit zunehmendem Alter nach, manchmal verschwindet er dabei komplett. Umgekehrt kann sich diese Allergieform aber auch erst im Erwachsenenalter entwickeln.

Kann ein allergischer Schnupfen das ganze Jahr hindurch anhalten?

Ja. Es handelt sich dann um einen sogenannten allergischen Dauerschnupfen. Dessen Symptome ähneln zwar dem Heuschnupfen, sind aber unterschiedlich schwer und oft unberechenbar – und bestehen eben das ganze Jahr hindurch.

Verantwortliche Allergenquellen können Hausstaubmilben, Federn, tierische Substanzen oder Schimmelpilze sein. Wichtig ist bei einem solchen Geschehen die korrekte ärztliche Diagnose, da außer einer Allergie auch noch andere Ursachen hinter dem Dauerschnupfen stecken können wie z.B.:

  • eine immer wiederkehrende Infektion der Nasennebenhöhlen (rezidivierende Sinusitis)
  • Wucherungen in der Nase (Nasenpolypen)
  • eine gefäßbedingte Nasenschleimhautentzündung mit ungeklärter Ursache (Rhinitis vasomotorica)

Warum kommt es bei Heuschnupfen häufiger zu Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen?

Bei Menschen mit Heuschnupfen (allergischer Rhinitis) ist die Nasenschleimhaut oft stark geschwollen. Dadurch kann das Nasensekret schlechter abfließen und es kommt zur typisch verstopften Nase. Der Sekretstau führt aber auch dazu, dass es bei einigen Betroffenen häufiger zu Infekten der Nasennebenhöhlen oder zu Mittelohrentzündungen (v.a. bei Kindern) kommt.

Kann ein Heuschnupfen zu Asthma führen?

Ja, das ist möglich. Bleibt ein Heuschnupfen unbehandelt, ist die Gefahr einer sich daraus entwickelnden Asthma-Erkrankung mit 50-70% recht hoch. Das gilt übrigens auch für einige andere Allergien, die mit Pollen nichts zu tun haben. Durch eine geeignete Behandlung der Pollenallergie kann ein solcher "Etagenwechsel" aber zum Glück häufig verhindert werden. Oft die beste Option: eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung), weil diese Behandlungsform das Problem an der Wurzel packt.

Übrigens ist auch die umgekehrte Entwicklung möglich: Manches Asthma wandelt sich zu einem Heuschnupfen. Aber ein solcher Verlauf ist erstens nicht die Regel und zweitens nicht vorhersehbar.

Was bedeutet bei Heuschnupfen ein "Etagenwechsel"?

Vereinfacht gesprochen: Wenn aus der Allergie ein Asthma wird. Und etwas genauer: Wenn der alljährliche Heuschnupfen plötzlich zum quälenden Reizhusten wird, dazu Druck oder Engegefühl in der Brust sowie Atembeschwerden kommen, dann hat die Allergie „die Etage gewechselt“: von der Nase runter in die tieferen Atemwege, die Bronchien.

Allergischer Schnupfen: Wann ist die Einnahme von Aspirin gefährlich?

Man hat festgestellt, dass manche Menschen mit allergischem Dauerschnupfen, einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder Nasenpolypen anfällig für besonders heftige Reaktionen auf Acetylsalicylsäure (ASS, z.B. Aspirin®) sind. Das gilt auch für andere Schmerzmittel und Entzündungshemmer, die ähnlich wie ASS wirken, unter anderem Ibuprofen und Diclofenac.

Verzichten Sie nach Möglichkeit auf die Einnahme von Medikamenten aus dieser Arzneimittelklasse, wenn Sie zu dem betreffenden Personenkreis gehören sollten, und lassen Sie sich von Ihrem Arzt über Alternativen beraten. Wenn Sie jetzt nicht wissen, ob Sie dazugehören, weil Sie noch nie davon gehört haben, gehören Sie wahrscheinlich nicht dazu.


Quellen:

  • Allergieinformationsdienst: Heuschnupfen. Online unter www.allergieinformationsdienst.de (zuletzt aufgerufen am 14. Januar 2020).
  • PLoS ONE 7(4): e34076. doi:10.1371/journal.pone.0034076
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